Newsticker Archiv März 2003

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01.04.2003
Ausgezehrte Regionen
Deutschland steht mitten in der schwersten Strukturkrise der Raumpolitik seit dem Zweiten Weltkrieg. Leerstände von 1,3 Millionen Wohneinheiten, Bevölkerungsschwund, großflächige Abwanderung und eine desaströse Verschuldung der Kommunen haben ein Konfliktpotenzial aufgehäuft, wie es seit der Totalzerstörung der Städte nicht zu bewältigen war. In dieser Situation reagiert die Politik mit niederschmetternder Konzeptionslosigkeit, für die das neue milliardenschwere "Konjunkturprogramm" für Kommunen nur ein weiteres deprimierendes Beispiel ist. Was die Vertreter der Parteien zum Scheitern städtebaulicher Visionen vorbringen, sind kosmetische Korrekturen und ein sinnleerer, realitätsferner Streit darüber, wie die Bautätigkeit neu in Gang zu bringen sei.
Tatsächlich aber steht die Leistungsfähigkeit und das Überleben ganzer Regionen auf dem Spiel. Wenn das Deutsche Institut für Urbanistik in Berlin mit seiner Vorhersage richtig liegt, dass das Ruhrgebiet in 20 Jahren zehn bis 20 Prozent seiner Einwohner verliert, wenn die Bevölkerung der neuen Bundesländer in 100 Jahren von 15 auf sechs, womöglich gar 3,5 Millionen Einwohner schrumpft, dann genügt es nicht, über die Eigenheimförderung zu debattieren.
Großstädte trifft es genauso wie Landstädte. Das aufblühende Leipzig, so eine Expertendiskussion in Düsseldorf, wird in 25 Jahren nur noch halb so viel Einwohner wie 1940 haben: statt 700 000 nur noch 350 000. Städte wie das 800-jährige Guben, heute noch 25 000 Einwohner, werden womöglich völlig von der Landkarte verschwinden. Doch auch Nordrhein-Westfalen - so Städtebauminister Vesper - muss bis 2040 mit einem Verlust von einer Million Einwohner rechnen.
Das Brachfallen ganzer Regionen resultiert nicht nur aus dem galoppierenden Bevölkerungsschwund, sondern ganz wesentlich aus Deindustrialisierung. Es wird von Abwanderungsströmen begleitet, deren Richtung und vorwärts drängende Gewalt sich an Wochenenden beobachten lässt, wenn sich ein Heer von Zehntausenden Wochenpendlern in nicht abreißendem Strom über die Autobahnen wälzt. Diese Binnenwanderung nimmt Ausmaße einer Völkerwanderung an, wie sie sich schon vor dem Ersten Weltkrieg aus den deutschen Ostprovinzen in die Industriezentren des Westens ergossen hat. Und sie führt zu einer immer bedenklicheren Schieflage der Binnenstruktur.
In Gebieten unablässiger Auszehrung kommt es zu einem verhängnisvollen Automatismus. Auf die Abwanderung der Menschen folgt der Zusammenbruch der Versorgungsnetze - Bahn, Post, technische Infrastruktur -, der seinerseits eine Kostenlawine und weitere Wanderungsströme auslöst. Zusätzlich dünnt die innerstädtische Bevölkerung durch Abwanderung an die Stadtränder aus - eine Entwicklung, die mitnichten zur Sanierung, sondern zum Ruin städtischer Finanzen ausschlägt.
Denn die Städte zahlen doppelt: Kindergärten, Schulen, Bibliotheken, Bäder, Bürgerhäuser müssen in der Innenstadt geschlossen und draußen neu gebaut werden, die Kanäle verrotten, die eben erst sanierten Gründerzeithäuser müssen zugenagelt werden (und reißen mittelständische Eigentümer in den Bankrott), in ganzen Quartieren bricht der Einzelhandel weg - während die Städte weiterhin Millionen in immer neue Straßen, Verkehrslinien und technische Versorgungsnetze am Stadtrand stecken, mit denen sie das pilzartige Wuchern von Siedlungen, Einkaufs- und Gewerbezentren auf der grünen Wiese nur noch forcieren.
Jede neue Milliarde, die in diesen Kreislauf eingespeist wird, potenziert den Finanzbedarf - deshalb kann die zukunftsweisende Strategie nur in der Umkehrung der Abwanderungsströme liegen. Für sie gibt es bis jetzt weder eine Vision noch erst recht eine Strategie.
Wenn die Raumpolitik des wieder vereinigten Deutschland nicht in einer gigantischen Kapitalvernichtung enden soll, besteht hier brennender Handlungsbedarf. In einigen Regionen sehen die (selbst konzeptionslosen) Planungsexperten Zustände heraufziehen, wie sie nach dem Dreißigjährigen Krieg und dem Wüten der Pest geherrscht haben. Mit Gießkanne und Kinderschaufel lässt sich da nichts ausrichten.

www.welt.de

01.04.2003
Wohnungsvermieter kritisieren Förderpolitik
Kritik an der Förderpolitik von Bund und Land hat die Bezirksarbeitsgemeinschaft der Wohnungsunternehmen in Vorpommern-Süd bei ihrer Frühjahrstagung in Anklam geäußert: Weil die Altschulden von 75 Euro je Quadratmeter nicht gestrichen und die Abriss-Sonderförderung von 60 Euro je Quadratmeter nur bei einer Leerstandsquote von 15 Prozent gewährt wird, "kommt der Stadtumbau ins Stocken", unterstreicht der Gemeinschaftsvorsitzende Karl-Dieter Lehrkamp, zugleich Geschäftsführer der Anklamer Wohnungsgenossenschaft.
Der Leerstand bei den in der Gemeinschaft organisierten 30 Unternehmen betrage im Schnitt knapp zehn Prozent, erklärte er. In Anklam sieht es etwas besser aus: Bei der Genossenschaft stehen 3,4 Prozent der Wohnungen leer, bei der Grundstücks- und Wohnungswirtschafts GmbH knapp über vier Prozent. Lehrkamps Befürchtung: Vermieter, die ungeachtet der unklaren finanziellen Situation Plattenbauten ab reißen, "geben ihre letzte Barschaft rein". Die Wolgaster Wohnungswirtschaft GmbH macht an ihren Abrissplänen für Wolgast-Nord indes keine Abstriche: "Wir hätten es so oder so gemacht, schließlich wollen wir die 15 Prozent Leerstand erst gar nicht erreichen", hieß es
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www.nordkurier.de

28.03.2003
Malchin:  Vor dem Abriss die letzten Fenster gerettet
Acht Malchinern war gestern offiziell erlaubt, was zuvor eigentlich als Diebstahl galt. Sie durften alles aus dem 1968 errichteten Wohnblock holen, was sie gebrauchen konnten. Viel war das wahrlich nicht mehr. "Die Heizkörper sind alle schon vorher geklaut worden und die meisten Fenster zur B 104 hin sind bereits zerstört worden", bedauerte Herbert Mehl, Geschäftsführer der Malchiner Wohnungsgesellschaft (Wogema) gestern noch einmal. Die Wogema bzw. ihr Vorgänger die Kommunale Wohnungsverwaltung (KWV) hatte die Ein- bis Vierraumwohnungen bis Ende 2001 vermietet. "Die Leute, die hier gewohnt haben, haben hier eigentlich sehr gern gewohnt. Schöner Blick, gute Lage. Der Block war auch immer voll gewesen. Leerstand gab es dann erst, als bekannt wurde, dass das Haus abgerissen wird", berichtete Herbert Mehl.
Zehn Euro pro Stück In den vergangenen Wochen habe es dann immer wieder Anfragen nach den noch vor einigen Jahren erneuerten Balkonfenstern gegeben. Die Wogema setzte die Interessenten darauf hin auf eine Liste und gestern durften sie sich nun bedienen. Immerhin 13 Balkonfenster in den insgesamt 25 Wohnungen hatten den Vandalismus und die Selbstbedienungs-Allüren der vergangenen Monate überstanden. Das Stück ging gestern für zehn Euro weg. Die Fenster seien ganz ideal für die Gartenlaube, meinte ein Malchiner, der das Glas für den Transport vorsichtig herausgenommen hatte. Ein weiteres Balkonfenster wird demnächst in Schwinkendorf an der Kegelbahn wiederzufinden sein. Auch deren Betreiber hatte sich auf die Liste der Wogema setzen lassen. Eine Frau suchte noch eine Keller-Tür. Keine Chance, alles schon weg.

www.nordkurier.de

28.03.2003
Die Zukunft heißt Abriss
Auf Einladung der SPD-Bürgerschaftsfraktion Bremen debattierten in den vergangenen zwei Tagen sozialdemokratische Bauexperten aus nahezu allen Landesparlamenten über das Thema "Stadtmodernisierung und Wohnungsbau". Bei der abschließenden Podiumsdiskussion warf Bernd Meyer, Ex-Bausenator in Bremen und inzwischen Direktor des Verbands der Wohnungswirtschaft in Niedersachsen und Bremen der Politik vor, die demographische Bevölkerungsentwicklung in vielen Bereichen verschlafen zu haben. Heute schon hätten darunter die sozialen Sicherungssysteme zu leiden, in naher Zukunft würden die Städte darunter leiden. "Wir haben zwar genug Wohnungen im Bestand, aber es sind oft die falschen", so der Ex-Senator. "Die klassische vierköpfige Familie macht nicht mal mehr zehn Prozent der Nachfrage aus, über 70 Prozent kommen von den Ein- bis Zwei-Personen-Haushalten". Die künftigen Schwerpunkte der Wohnungswirtschaft hießen daher Modernisierung, Umbau und Wohnumfeldverbesserung. Diese Aufgaben aber müssten Hand in Hand mit der Politik angegangen werden. Der Abriss ganzer Siedlungsteile, wie er in der Hochhaussiedlung Tenever aufgrund mangelnder Nachfrage nötig geworden ist, sei eine Angelegenheit, die finanziell nicht von der Privatwirtschaft alleine zu leisten sei. Meyer plädierte vor diesem Hintergrund eindringlich für den Erhalt der städtischen Wohnungsbaugesellschaften. Immerhin ist es auch in Tenever die mehrheitlich in öffentlicher Hand befindliche Gewoba, die die maroden Hochhäuser aufgekauft hat, um sie nun teils zu sanieren, teils der der Abrissbirne zu überlassen.
Professor Volker Eichener, der Leiter des Bochumer Instituts für Wohnungsforschung (siehe Interview) ging noch einen Schritt weiter: Eine nachhaltige Städtebaupolitik müsse sich weniger um die "hardware" als um die "software" der Stadt kümmern. Eine Gesellschaft, in der die Alten und die Armen immer mehr würden, bräuchte vor allem eines: Betreuung.
Sein Plädoyer, vor dem Hintergrund schrumpfender Städte ganze Quartiere abzureißen um andere zu stärken, rief indes den Widerspruch des Staatssekretärs im Bundesbauministerium Achim Großmann hervor. "In Deutschland und Frankreich schrumpft die Bevölkerung vielleicht, aber die Weltbevölkerung explodiert", gab er zu bedenken. "Wir müssen den Schalter zwar umlegen und auf den Bestand, statt auf Neubau setzen, aber wir müssen die Hand am Schalter behalten", warb er für ein möglichst flexibles wohnungspolitisches Instrumentarium, das auch neuen Herausforderungen wie der Einwanderung gewachsen sein müsse. Mit den neuen Programmen "Soziale Stadt" und "Stadtumbau West" - von beiden profitiert die Quartierssanierung in Tenever - wolle die Bundesregierung genau das: Ressortgrenzen überwinden und den Kommunen ein flexibles, auf die örtlichen Gegebenheiten zugeschnittenes Mittel an die Hand geben. Auch Großmann warnte davor, die städtischen Wohnungsgesellschaften "nur als Vermögenswerte" anzusehen, die man einfach veräußern könne.

www.taz.de

28.03.2003
Die wirklichen Probleme kommen erst noch
Die Wohnungsbaupolitik der rot-grünen Bundesregierung steht unter heftiger Kritik. Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt  rief beim 4. Leipziger Baugespräch ("Bauen in Deutschland - Niedergang ohne Ende?") nach neuen Prioritäten und anderen Rahmenbedingungen, um die Investitionsbereitschaft im Bausektor anzukurbeln.
Was Milbradt forderte, bedeutet den Abschied von den bisherigen Leitlinien der Wohnungspolitik: Schluss mit dem sozialen Wohnungsbau; massive Umschichtungen der Fördermittel des "Stadtumbauprogramms Ost" zu Gunsten der Abriss-Aktivitäten; eine Eigenheimzulage, die den Bestandserwerb gegenüber dem Neubau bevorzugt; Investitionsmodelle, die die zu mehr Erträgen führen anstatt zu höherer Kreditaufnahme, was die meisten Kommunen ohnehin nicht mehr bewältigen könnten. Zudem sei den regional unterschiedlich verlaufenden Marktentwicklungen mit einer ebenso differenzierten Förderung zu begegnen.
Konkret wurde Milbradt insbesondere in Sachen Stadtumbau- und Kreditprogramm: "Anreize zur Sanierung sind überflüssig. Von den 400 000 leerstehenden Wohnungen in Sachsen sind 150 000 saniert." Stattdessen fehle es an schnell wirksamen Mitteln, um mit Abrissen die steuerinduzierte Überinvestition im Wohnungsbau aus den 90er Jahren zu beseitigen. Nur wenn es gelänge, die immer weiter auseinander klaffende Schere zwischen wohnungswirtschaftlichen Erträgen und Kosten wieder zu schließen, sei die Misere des Wohnungsbaus und damit die der Bauwirtschaft zu bewältigen. Was der Leerstand allein den kommunalen Wohnungsunternehmen kostet, bezifferte Joachim Arlt vom Institut für Bauforschung: eine halbe Milliarde Euro pro Jahr. Um Rückbau wirkungsvoll zu betreiben, müssen nicht nur mehr Gelder fließen, so Milbradt, sondern etwa auch Abriss-Kündigungen in den Maßnahmen-Katalog aufgenommen werden.
Massiver Rückbau ist laut Milbradt auch aus einem anderen Grund dringend geboten: Bis 2010 werde die Zahl der Haushalte - und damit die der benötigten Wohnungen - zwar weiter steigen. Danach öffne sich aber die Demographie-Falle mit sinkenden Bevölkerungszahlen, und "dann kommen erst die wirklichen Probleme".

www.welt.de

28.03.2003
Stadtumbau durch öffentliche Mittel allein nicht finanzierbar
Brandenburgs Bauminister Hartmut Meyer  fordert Stadtwerke und Banken zur Beteiligung am Stadtumbau Ost auf. Die Mittel der öffentlichen Hand reichten nur für den Abriss von 480 000 der etwa 1,5 Millionen leer stehenden Wohnungen in den neuen Ländern aus, sagte Meyer am Mittwochabend in Frankfurt (Oder). Die Stadtwerke hätten sich am Gewinn aus diesen Wohnungen beteiligt, nun müssten auch sie ihren Beitrag zu den Infrastrukturkosten beim Abriss leisten. Auch die Banken dürften bei der Bewältigung der Altschulden nicht aus der Verantwortung entlassen werden.
Zudem kritisierte Meyer nach Angaben des Frankfurter Hanse-Unternehmerclubs die Eigentumsförderpolitik des Bundes. Es sei ein Fehler, kinderlose Bauherren von der Förderung auszuschließen. Junge Leute, die noch keine Kinder haben, bräuchten Unterstützung, um überhaupt Eigentum bilden zu können. Ältere Menschen müssten die Chance erhalten, in die Innenstädte zu ziehen und dort Eigentumswohnungen zu kaufen.

www.moz.de

28.03.2003
Hirschberg : Vorhaben, das in die Zukunft reicht
Einhellig beschlossen die Hirschberger Stadträte am Mittwochabend, die Aufnahme ihrer Stadt in das Bund-Länder-Programm "Stadtumbau Ost" zu beantragen. Sie konnten sich dabei auf positive Signale zu diesem Ansinnen stützen, die es bei Gesprächen des Bürgermeisters im Landesverwaltungsamt gegeben hatte.
Der Hirschberger Antrag wird damit begründet, dass das Stadtbild geprägt ist von nicht mehr verwertbaren Wohn- und Gewerbeobjekten sowie von Freiflächen auf dem Gelände der ehemaligen Lederfabrik. Für die Zukunft und auch schon in Vorbereitung auf das Jubiläum "525 Jahre Stadtrecht" im kommenden Sommer erhofft man sich dadurch deutliche Fortschritte im Sanierungsgebiet.
Die konkreten Maßnahmen, die beantragt werden, sind Abrisse in der Saalgasse, Uferstraße, Karl-Liebknecht- und Jägerstraße. Neu gestaltet werden soll die Fläche zwischen Kulturhaus und Museum, das Außengelände um beide Gebäude und die Uferzone. Dafür liegen bereits fertige Projekte vor. Mit Hilfe von Vergabe-ABM hofft der Stadtrat, für diese Maßnahmen eine 100-prozentige Förderung zu erreichen. Anders kann die Stadt Hirschberg bei ihrer Haushaltslage solche Vorhaben nicht angehen.

www.otz.de

27.03.2003
Meuselwitz: schrumpft und hat Wohnungen zuviel
Im Jahr 2015 werden voraussichtlich nur noch 8800 Menschen in Meuselwitz sowie den Ortsteilen leben. Deshalb werden dann an die 1000 Wohnungen überflüssig sein und könnten im Rahmen des Projekts Stadtumbau Ost abgebrochen werden. Erstmals stellte der mit der Studie beauftragte Geraer Architekt Thomas Weber seine Studie dem Stadtrat vor.
Bei der Analyse handelt es sich wie auch bei den Lösungsmöglichkeiten um ein unverbindliches und manchmal auch etwas provokantes Diskussionspapier. Dennoch herrschte bei Webers Ausführungen teilweise sichtlich Betroffenheit. "Das hat einen förmlich überrollt", bekannte SPD-Mann Peter Dütsch, der zugleich durchdrückte, dass die Präsentation vom nichtöffentlichen Teil in die öffentliche Tagesordnung übernommen wird. "Hier hat von Anfang an die Öffentlichkeit ein Recht, beteiligt zu sein", begründete er und die Mehrheit der Stadträte gingen da mit.
Weber ließ deutliche Zahlen sprechen: Von 1989 bis 2002 sank die Einwohnerzahl in Meuselwitz von 12 000 auf 10 000. Jeder fünfte Einwohner davon sei jenseits der 65 Jahre. Die Überalterung der Stadt ist prägnant und ragt über der des Umlands hinaus. Zugleich stieg der Wohnungsbestand aber um 250 auf heute 5600 an. Davon sind schon heute gerade 4800 bewohnt, was einem Leerstand von rund 14 Prozent entspricht. Halte der Abwanderungstrend an, so sei zu erwarten, dass es schon 2015 nur noch 8800 Meuselwitzer gibt. "Und es gibt derzeit leider keinerlei Anzeichen, dass sich hier eine Trendwende einstellen könnte", spielte Weber auf die gespannte wirtschaftliche Lage an. In zwölf Jahren müsse deshalb damit gerechnet werden, dass in Meuselwitz sowie den Ortsteilen zirka 1000 Wohnungen leer stehen. Für eine genaue Analyse des Leerstands haben der Stadtplaner und seine Mitarbeiter Schnauderstadt und Ortsteile in zehn gesondert untersuchte Gebiete unterteilt. In den Ortsteilen sei der Leerstand vor allem in Bünauroda und Mumsdorf mit etwa 16 Prozent frappierend. In der eigentlichen Stadt ist die Altstadt mit allein 300 leeren Wohnungen, aber auch das Quartier um die Breitscheid- sowie Ebertstraße mit 230 Leerständen betroffen.
Eine Lösung, sprich ein Rück- oder Umbau des Überschusses gestaltet sich in Meuselwitz schwierig. Denn im Gegensatz zu anderen Städten verfüge die Stadt nicht über ein zu DDR-Zeiten hochgezogenes Neubaugebiet, wo Abrisse problemloser vollzogen werden könnten. Vielmehr müssen in Meuselwitz die Wohnungsgesellschaften und viele private Grundstückseigentümer für den Stadtumbau an einen Tisch kommen. Bausubstanz, die nach der Wende saniert worden ist und denkmalgeschützte Gebäude sind vom Abriss ausgeschlossen. Zugleich griff der Architekt besonders die Altstadt heraus. Als Umbauschwerpunkte nannte er die Quartiere Freiligrath-/Bebel- sowie Schulstraße bis hin zum Poetenweg, die Poderschauer Gasse und die Goethestraße.

www.otz.de

27.03.2003
Rostock: 18 Millionen Euro für die Innenstadt
Die Zustimmung des Bauministeriums fehlt noch, doch der grobe Fahrplan steht bereits fest. 18 Millionen Euro Städtebauförderung sollen auch 2003 wieder in Rostocks Zentrum investiert werden.
Vor allem die Verbesserung der Infrastruktur steht dabei für Oberbürgermeister Arno Pöker im Mittelpunkt. Denn die sei indirekt Anstoß für weiteres privates Engagement. In der Innenstadt wird in diesem Jahr der Jakobikirchplatz gestaltet und die Pädagogienstraße saniert. Das Areal zwischen Marienkirche und Kistenmacherstraße wird in Angriff genommen, wobei hinter dem Restaurant Old Western ein Fußgängerweg entsteht. Und weil auch die künftige Deutsche Med ein besseres Umfeld verdient habe, soll im Sommer der Westeingang Unterwall wiederbelebt werden.
Doch nicht nur im Zentrum sondern auch für die Neubaugebiete kündigte der Oberbürgermeister Maßnahmen aus der Städtebauförderung an. "Allein für die Wohnumfeldverbesserung werden wir voraussichtlich mehr als 5,8 Millionen Euro aus dem Programm Stadtumbau Ost investieren." Profitieren werden Toitenwinkel, Dierkow, Evershagen, Groß Klein und Schmarl. Ein Beispiel für viele Einzelvorhaben ist das künftige Hansa-Trainingszentrum, ein anderes der Schulhof des Ostseegymnasiums Evershagen. Groß Klein und Schmarl schließlich bekommen in diesem Jahr zusätzliche Förderung aus dem Bund-Länder-Programm "Soziale Stadt.". Knapp 1,8 Millionen Euro will Rostock aus diesem Topf nehmen.

www.svz.de

27.03.2003
Warnemünde: Abriss lässt Mietniveau steigen
Trotz Abriss und Rückbau – preiswerter und bezahlbarer Wohnraum in Rostock und Umgebung muss erhalten bleiben. Dies hat der Vorsitzende des Rostocker Mietervereins, Dr. Lutz Danke, bei der gestrigen Mitgliederversammlung im Bildungs- und Kongresszentrum des TPW in Warnemünde gefordert. Der Grund: Sowohl in der Hansestadt als auch in den umliegenden Orten werden im Rahmen des vom Bund bezuschussten Stadtumbau-Programms Ost zur Beseitigung von Leerstand Wohnungen abgerissen.
In Dankes Augen ist dies ein Schritt in die falsche Richtung. Vor allem würde damit das allgemeine Mietniveau angehoben werden, erklärte er die Folgen. Laut Lutz Danke kann und darf es nicht sein, das mit öffentlichen Fördergeldern Vermieter entlastet, Mieter aber durch höhere Mieten und Betriebskosten „unzumutbar und stärker belastet werden“.
Das Engegament zur Erhaltung preiswerten Wohnraums ist nur eine wichtige Aufgabe, die sich der Mieterverein in diesem Jahr auf die Fahnen geschrieben hat. Wie Lutz Danke gegenüber OZ sagte, steht auch die Arbeit an Miet-, Heiz- und Betriebskostenspiegeln weit oben auf der Aktionsliste.

www.OSTSEE-ZEITUNG.DE

26.03.2003
Müritzkreis: Wohnungs-Leerstand bereitet Dörfern weiter große Sorgen
Der Nachbar aus dem zweiten Stock zieht nach Waren. Auch die junge Familie aus dem Erdgeschoss ist beim Kisten packen, der Mann hat in den Altbundesländern Arbeit gefunden. Die Familie darüber freut sich auf das Richtfest für das neue Eigenheim. Im Herbst werden auch sie ausziehen. Die Wohnungen im sanierten Plattenbau bleiben leer. Und diese Entwicklung geschieht nicht etwa nur in Stadt, sondern vor allem auf dem Land. Dieser Leerstand drückt nicht nur aufs Gemüt der Lokalpolitiker, sondern auch auf die Finanzkraft der Gemeinden. Zum Beispiel Lupendorf: Seit drei Jahren kämpft die Kommune mit einem unausgeglichenen Etat. Dort schlägt die Leerstandsquote von30 Prozent heftig ins Kontor. "Die Mieteinnahmen bleiben aus. Die Sanierungskredite müssen weiter gezahlt werden", erläuterte die Moltzower Amtsleiterin Petra Kruse. Der Bürgermeister wolle deshalb einen Antrag auf Abriss eines Blockes stellen.
Lupendorf folgt damit dem Beispiel Hohen Wangelins. "Das Land hat rund 260 000 Euro für den Abriss eines Neubaublocks bewilligt", freute sich Kruse. Das Stadtumbauprogramm Ost, ursprünglich nur für Städte gedacht, werde nun auch in der ländlichen Region angewandt. Gerade auf diesen Bereich sei in Zukunft noch mehr Augenmerk zu legen, forderte die Amtsleiterin. Denn beispielsweise in Hohen Wangelin bleiben auch nach dem Abriss noch 25 Prozent der Wohnungen leer.
"Die Blöcke sind weg, die Mieteinnahmen fehlen, doch die finanziellen Forderungen von Altschulden und Sanierung bleiben", legte Kruse den Finger auf den wunden Punkt. Hier müsse die Bundesregierung mit ins Boot geholt werden.
Nach Kruses Einschätzung werden die großen Probleme in einigen Jahren kommen, wenn die Überalterung auf dem Land weiter zu nehme.
Die Auswirkungen von "sterbenden Dörfern" zeigt sich auch im Amtsbereich Rechliner Land. "Wenn die Sparkasse schließt, die Schule abgezogen wird und zum Schluss gar noch die Verkaufsstelle dicht macht, gehen auch die Mieter", berichtete die Geschäftsführerin der Wohnungsverwaltungsgesellschaft, Petra Schulz, über ihre Erfahrungen. Bislang seien in Rechlin von 189 gemeindeeigenen Unterkünften gerade einmal zwei unbewohnt. In Melz sei es ebenso. "Doch hier stimmt noch die Sozialstruktur im Dorf", erklärte Schulz. Ganz anders dagegen in Priborn. Die Gemeinde kämpfe mit 20 Prozent Leerstand. "Mieter haben bereits angekündigt, dass auch sie gehen, sollte die Grundschule schließen."
Große Schwankungen mit nichtvermieteten Wohnungen registriert auch das Amt Penzliner Land. Am stärksten betroffen sind dabei Möllenhagen und Groß Vielen mit einer Leerstandsquote von 26,5 Prozent beziehungsweise 37,8 Prozent. Dagegen hat Ankershagen gerade einmal drei leer stehende Wohnungen, was eine Quote von 5,1 Prozent bedeutet. "Und in Krukow ist alles vermietet", sagte die Amtskämmerin Cornelia Zebrich.

www.nordkurier.de

26.03.2003
Neukieritzsch: Schandfleck in Neukieritzsch verschwindet im April
Erstmals soll jetzt in Neukieritzsch ein leer stehendes und unsaniertes Mehrfamilienhaus im Rahmen des Ortsentwicklungskonzeptes den Abrissbaggern weichen. Das betrifft die Glück-auf-Straße 2 bis 8 mit insgesamt 16 Wohnungen. Der Abriss erfolgt im April.
"Das Haus ist in einem so schlechten Zustand, dass sich eine Sanierung nicht lohnt", erklärte Gerd Valentin, Mitarbeiter der in Rötha ansässigen Wohnungsgenossenschaft Rend, der dieses Gebäude gehört. Die dafür erforderlichen Gelder wurden im Rahmen des Förderprogramms "Stadtumbau Ost" von der Sächsischen Aufbaubank zugesagt.
Wie Gerd Valentin weiter sagte, erfolge der Abriss in Abstimmung mit der Gemeinde. Der Vorteil liege für beide Seiten auf der Hand. "Wenn das marode Gebäude verschwindet, trägt das zur Verschönerung des Ortsbildes sowie zur Konsolidierung des Wohnungsmarktes in der Gemeinde bei. Außerdem entfallen für unsere Genossenschaft die Kosten, welche auch ein leer stehendes Haus verursacht."
Sobald das Gebäude dem Erdboden gleichgemacht ist und die Trümmer beräumt sind, wird im Auftrag von Rend vorerst eine Grünfläche angelegt.
Derzeit stehen von den rund 1800 Wohnungen in Neukieritzsch knapp zwölf Prozent leer.
Noch in diesem Jahr sollen weitere unsanierten Gebäude weichen.
www.lvz-online.de

25.03.2003
Brüel: Leerstand nimmt Leerstand zu
Über zwölf Prozent der Wohnungen in Brüel einschließlich der Ortsteile stehen leer. Besonders gravierend ist der zunehmende Leerstand im Geschosswohnungsbau der Sternberger Wohnungsbaugesellschaft (STEWO) in der Feldstraße und auf dem Mühlenberg in Brüel.
Hatten in Brüel 1989 noch 3435 Einwohner ihren Hauptwohnsitz waren es im vergangenen Jahr nur noch 3147 Bürger. Was bedeutet, dass die Stadt allein in diesem Zeitraum über acht Prozent ihrer Einwohner verloren hat. Im Landesdurchschnitt betrug der Rückgang im gleichen Zeitraum ca. zehn Prozent. Aktuelle Prognosen gehen davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzt und auch in Brüel in den nächsten zehn Jahren "mit einem weiteren Einwohnerverlust von geschätzt acht bis zehn Prozent und daraus resultierend mit einer Erhöhung des Wohnungsleerstandes zu rechen ist", wie es in einer Beschlussvorlage der jüngsten Stadtvertretersitzung heißt.
Schlussfolgend könne das Problem des Wohnungsleerstandes "nur über den Rückbau des dauerhaft leestehenden Wohngebäudebestandes gelöst werden".
Die STEWO beabsichtigt, die betroffenen Wohnungsblöcke in der Feldstraße 1 bis 3 und 5 bis 9 sowie auf lange Sicht auf dem Mühlenberg 8 bis 10 abzureißen und beantragte bei der Stadt als Antragsberechtigte die Aufnahme in die Gesamtmaßnahme der Rückbauförderung. Die Stadtvertreter bestätigten auf ihrer jüngsten Sitzung einstimmig den Antrag der STEWO und den damit verbundenen Rückbau.
Stadtvertreter Jürgen Goldberg hatte vorab darüber informiert, dass der Ausschuss für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr schon in den vergangenen zwei Jahren immer wieder gemeinsam mit der STEWO zum Problem Leerzug beraten habe.
Denn wie Repp auf der Stadtvertretersitzung auch informierte, hatte es bereits eine Selektion dahingehend gegeben, nur Städte über 20000 Einwohner in das Programm aufzunehmen. "Aufgrund von Protesten kleinerer Städte wurde dann aber in Aussicht gestellt, auch Rückbauten, die mit der Städtebauentwicklung einhergehen, zu bedenken", erklärte er und auch, dass es sicherlich illusorisch sei, damit zu rechnen, den Leerstand durch Zuzug ausgleichen zu können.

www.svz.de

25.03.2003
Wohnungswirtschaft in Sachsen fordert "Abrisskündigung"
Der Verband der sächsischen Wohnungsunternehmen (VSWU) hat sich erneut für eine "Abrisskündigung" ausgesprochen. Es müsse möglich sein, einem Mieter zu kündigen, der in einem für den Abriss vorgesehenen Haus wohnt. Die Europäische Union könnte mit Fördergeldern künftig ostdeutschen Kommunen beim Abriss von leer stehenden Wohnungen helfen.
Derzeit werde ein Vorschlag des EU-Abgeordneten Ulrich Stockmann (SPD) geprüft, sagte ein Sprecher von EU-Regionalkommissar Michel Barnier gestern in Brüssel der Deutschen Presseagentur. Das Geld könne zu diesem Zweck eingesetzt werden. Die Union stellt in der laufenden Förderperiode 2000 bis 2006 rund 700 Millionen Euro für das Gemeinschaftsprogramm "Urban" bereit, davon 140 Millionen Euro für deutsche Städte und Gemeinden. Die Finanzspritze soll den Kommunen helfen, betroffene Städte oder Stadtviertel wieder lebenswert zu machen.
Der SPD-Politiker aus Magdeburg schlug der EU-Kommission vor, ein Extra-Hilfsprogramm für die Kommunen aufzulegen. Stockmann hatte in einem Brief an Barnier auf den Bevölkerungsrückgang und die rund 1,3 Millionen leer stehenden Wohnungen in Ostdeutschland hingewiesen. Die Sanierung, der Abriss und die Demontage von Gas- und Wasserleitungen treibe Kommunen und Wohnungsunternehmen in den Ruin.
Sachsen wollte im Rahmen einer ohnehin geplanten Änderung des Baugesetzbuches dieses Problem ausräumen lassen. Möglicherweise gibt es für das spezifische Ostproblem auf diesem Weg keine Mehrheit. Der Vorstoß sollte verhindern, dass letzte Mieter eines zum Abriss vorgesehenen Hauses mit überzogenen Forderungen nach Umzugsprämien den Stadtumbau behindern. Eine Kündigung sollte allerdings an Bedingungen geknüpft werden. Es gehe nicht darum, Mieter willkürlich auf die Straße setzen zu lassen, sagte der Sprecher des sächsischen Innenministeriums, Thomas Uslaub, gestern gegenüber DNN. Mittlerweile denkt der Freistaat über eine eigene Bundesratsinitiative nach, um seinem Vorhaben zum Durchbruch zu verhelfen.
www.dnn.de

22.03.2003
Braunschweig: Abriss von Häusern nicht ausschließen

Wie wird sich der Wohnungsmarkt in Braunschweig in den kommenden Jahren entwickeln? Diese Frage ließ die Arbeitsgemeinschaft Wohnungswirtschaft untersuchen. Das Ergebnis, das gestern vorgestellt wurde: Die Nachfrage nach großen Wohnungen und Wohneigentum wird steigen, die nach kleinen Wohnungen weiter sinken.
"Die Zeiten, in denen sich ein Wohnungsbewerber in lange Wartelisten aufnehmen lassen musste, sind lange vorbei", erklärte Wiederaufbau-Vorstand Werner Wedekin, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Wohnungswirtschaft Braunschweig, Salzgitter und Wolfenbüttel, in der Wohnungsunternehmen organisiert sind. Und, die Ergebnisse der Studie vorweg nehmend: "Unser Wohnungsangebot muss stärker an Markterfordernisse angepasst werden."
Die Untersuchung, von "Gewos –Institut für Stadt-, Regional und Wohnforschung" in Hamburg erarbeitet, stellte deren Prokurist Dr. Peter Scibbe vor. Und der wies darauf hin, dass sich die demographischen Veränderungen auch in Braunschweig deutlich auf die Wohnraumnachfrage auswirken würden. Scibbe: "Schon jetzt ist der Anteil an jungen Familien in Braunschweig unterdurchschnittlich. Währenddessen steigt der Anteil älterer Menschen weiter an." Überdurchschnittlich ist, so das Ergebnis der Untersuchung, der Anteil junger Menschen der Altersgruppe von 20 bis 34 Jahren, der sogar steigt. Der Grund: Die guten Ausbildungs- und Studienangebote in der Stadt. Das ändert aber nichts daran, dass die Bevölkerungszahl Braunschweigs bis zum Jahr 2015 um vier Prozent auf 240400 Einwohner sinken wird (2001 waren es 245501 Einwohner).
Dabei wird es nicht nur eine Nachfrage nach Wohneigentum, sondern auch nach Mietwohnungen – vor allem auch großen – geben. Denn die Menschen müssen beruflich mobiler sein, und wenn auch die Familien nicht größer werden, das gutverdienende Ehepaar ohne Kinder fragt nach großzügigen Wohnungen, die in Zukunft immer mehr zum Statussymbol werden. Das zeigt sich an der Prognose, die in einer pessimistischen Version von einem Wohnraumleerstand von 7200 Einheiten im Jahr 2015 ausgeht. 1- und 2-Zimmerwohnungen werden demnach 2400 zuviel angeboten werden, mittlere Wohnungen 4250. Einzig für große Wohnungen wird es nach dieser Berechnung einen Nachfrageüberhang von 3650 geben.
Um der Gefahr von Leerständen, der Verwahrlosung von Wohngebieten entgegenzuwirken, dürfe künftig auch der Abriss von Häusern nicht ausgeschlossen werden, betonte Bernd Meyer, Direktor des Verbandes der Wohnungswirtschaft Niedersachsen und Bremen. In der Hansestadt habe man damit bereits begonnen. Der Abriss berge die Chance, Wohnqualität in Quartieren zu entwickeln. Auch Wedekin sieht Handlungsbedarf: "Wenn wir uns nicht bewegen, bekommen wir wirtschaftliche Probleme, die Stadt aber soziale." Die Wohnungsunternehmen könnten zwar innerhalb ihres Bestands gegensteuern, bei der Lösung der Probleme ganzer Quartiere müsse die Stadt mit eingebunden werden. Um diese Fragen zu lösen, empfahl Wedekin die Bildung eines runden Tisches "Wohnen in Braunschweig" .

www.newsclick.de

22.03.2003
Wilkau-Haßlau: Dietelhäuser in Haara werden zu attraktiver Wohnanlage umgebaut
In den kommenden Jahren sollen vor allem durch umfassende Sanierung von Wohngebäuden, den notwendigen Abriss maroder und leer stehenden Häuser sowie das Anlegen neuer Grünflächen und Parkanlagen die Wohnbedingungen und das -umfeld in Wilkau-Haßlau weiter verbessert und damit attraktiver gestaltet werden. Arbeitsgrundlage aller vorgesehener Maßnahmen ist ein Integriertes Standtentwicklungskonzept (ISEK), das die Stadträte auf ihrer Sitzung am Donnerstagabend einstimmig verabschiedet haben.
Bürgermeister Frank Lange machte die Abgeordneten darauf aufmerksam, dass ISEK, indem es ständig weiter entwickelt und angepasst wird, kein starres Konzept sei.
Das Wohngebiet an der Cainsdorfer Straße, das zu den Stadtumbau-Bereichen in Wilkau-Haßlau gehört, hat zurzeit 670 Wohnungen, die in der Wendezeit entstanden und weitestgehend noch unsaniert sind. Aufgrund des zunehmenden Leerstandes sollen im mittleren Teil einzelne Blöcke abgebrochen werden. In der damit entstehenden Schneise werden Grünanlagen geschaffen.
Nicht mehr allzu lange wird es dagegen dauern, bis im Stadtteil Haara mit dem Umbau der Dietelhäuser zu einer attraktiven Wohnanlage begonnen wird. Denn es ist vorgesehen, diese sanierten Wohnungen auch denjenigen Bürgern anzubieten, die beim Rückbau der Plattenbausiedlung an der Cainsdorfer Straße umziehen müssen. Durch Maßnahmen innerhalb des Stadtumbaus soll sich auch das Wohnumfeld für die Häuser ändern, die an der stark befahreren Bundesstraße 93 stehen.

www.freiepresse.de

21.03.2003
Neubrandenburg: Erste Platte geht zu Boden
Am 31. Mai ist von dem Hochhaus am Kaufhof Süd nichts mehr zu sehen. Wie sonst nur Grundsteinlegungen oder erste Spatenstiche hatte gestern der Abrissbeginn für den Elfgeschosser Am Anger 17 einen "großen Bahnhof". Kurz nach 16 Uhr schwebte am Haken des etwa 40 Meter hohen Krans eine 3,2 Tonnen schwere Betonplatte zu Boden.
Ein historischer Moment, für den es allerdings von den Abgeordneten und Mitarbeitern der Neubrandenburger Wohnungsgesellschaft (neuwoges) keinen Beifall gab: Der erste Plattenbau überhaupt in der Viertorestadt wird platt gemacht, ein eher "trauriger Anlass", wie es in der Runde hieß. Der Wohnungsleerstand macht der Wohnungsgesellschaft (neuwoges) seit Jahren Kopfzerbrechen. Die neuwoges beklagt derzeit einen Leerstand von etwa 13 Prozent - Ausdruck vor allem eines Neubrandenburger Einwohnerschwundes von 91 000 auf 69 000. Mietausfall und kostspielige Sicherungsmaßnahmen belasten die Gesellschaft. Darum der Abriss, wie auch neuwoges-Geschäftsführer Michael Kunz begründete. So ein Bild wie Am Anger 17 werde es ab jetzt in den nächsten 20 Jahren beim Stadtumbau des öfteren zu sehen geben.
Die sechs bis acht Bauleute aus Dolgen nehmen nun bis einschließlich der achten Etage Platte für Platte ab. Etwa nach den Osterfeiertagen, so Dietmar Namokel, soll die Betonschere zum Einsatz kommen. Am 25 Meter langen Auslegearm eines Baggers befestigt, wird die Schere den Rest des Gebäudes abbrechen. Ende der 60er Jahre wurde es errichtet, ist fast 33 Meter hoch und beherbergte bislang 132 Wohnungen.
Jetzt wird in Abrissgrößen gerechnet: Von 18 000 Kubikmeter umbauten Raums, also 6000 Kubikmeter Schutt, ist die Rede. Bevor die Demontage des Elfgeschosser begann, ist ein Asbestkataster erstellt und die Entsorgung des Asbetes vorgenommen worden, wie die neuwoges mitteilte. Außerdem habe man sämtliche Einbauten entfernt. Am Ende bleibt nun ein Parkplatz.

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21.03.2003
Das Stadtumbauprogramm muss umgebaut werden
Wie konkret und wie glaubhaft sind die amtlichen Konzepte für die "schrumpfende Stadt"? Das Problem ereilt den Westen Deutschlands nur mit zeitlicher Verzögerung. 1,4 Millionen leer stehende Wohnungen in den neuen Ländern, zugleich wachsende Leerstände jetzt auch in den westlichen Alt-Industrie-Regionen - wie reagiert die Politik?
Zwei Tagungen über die "schrumpfende Stadt" jüngst in Bochum und Düsseldorf, ein Leerstandskongress in Halle/Saale nur eine Woche später. Vollbesetzte Säle, Riesenaufgebote von Kommunalvertretern, Bundes- und Landespolitikern, Experten der Wohnungswirtschaft und der Bürgervereine. Dies sind klare Belege dafür, dass die größte Krise der Siedlungsentwicklung inzwischen voll auf die Märkte und die Politik durchschlägt. Aber ähnlich hilflos wie im Osten erweisen sich auch die "Akteure" des Stadtumbaus im Westen: Nur bloß Nichts dramatisieren und vor allem nicht von Abriss reden.
Dass zum Beispiel viele 50er-Jahre Siedlungen in Westdeutschland verschlissen und nicht mehr zeitgemäß sind, darüber herrscht breiter Konsens. Dass sie saniert und modernisiert werden müssen - das haben die Wohnungsgesellschaften längst begriffen. Aber dass oft auch ersatzlos abgerissen werden muss, um diese Konsequenz mogeln sich die meisten herum.
Da war man in Halle einen Schritt weiter. Dass rückgebaut und abgerissen werden muss, steht in den neuen Ländern seit zwei Jahren außer Frage. Aber nun zeigen sich die handwerklichen Fehler des Stadtumbauprogramms der Bundesregierung: Niemand fängt an, weil jeder argwöhnisch auf den andern schielt, der sich womöglich um den Abriss drücken könnte, um mit "freigesetzten" Mietern seine Wohnsilos neu zu füllen.
Aber nicht das einzelne Gebäude, sondern der Siedlungstyp hat ausgedient. Für die Städte und Wohnungsgesellschaften sind die leer laufenden Großsiedlungen, um die es einzig gehen kann, zu einer gewaltigen Kapitalvernichtungsmaschine geworden.
Da hilft kein Schönreden mehr. Das Stadtumbauprogramm muss selbst von Grund auf umgebaut werden. Und zwar jetzt.

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21.03.2003
Stavenhagen: Erster Plattenbau verliert seine oberen zwei Stockwerke
In der Reuterstadt geht es am kommenden Montag dem ersten Neubaublock an den Kragen. Damit wird quasi für die gesamte Region der Startschuss für eine groß angelegte Veränderung gegeben: Rückbau und Abriss von Plattenbauten, um den immer geringer werdenden Bevölkerungszahlen gerecht zu werden.
In dem Neubaublock Straße am Wasserturm 2-8 geht es mit der Entkernung der vierten und fünften Etage los. Laut Eckhard Beyer, Leiter der Stavenhagener Wohnungsverwaltung, folgt unmittelbar danach der Rückbau der Stockwerke, die dann durch ein Spitzdach ersetzt werden. "Dieser Bereich wird aber nicht ausgebaut, sondern soll als Trockenboden dienen", sagt Beyer. "24 Wohneinheiten stehen zur Verfügung, von denen schon sechs bereits wieder vergeben sind."
Es soll zum Teil massive Veränderungen bei der räumlichen Aufteilung der Wohnungen geben. Dabei will man sich vor allem nach den Wünschen der zukünftigen Mieter richten. "So werden zum Beispiel einige Kinderzimmer zu Küchen umgebaut", erläutert der Chef der Wohnungsverwaltung weiter. "Auch ist die Beseitigung der Trennwand zwischen Bad und Küche geplant, um die Bäder großzügiger zu gestalten." Einige Wohnungen werden allerdings im Zuschnitt genauso bleiben wie sie sind. Auch das sei ein Wunsch von Mietern gewesen.
"Um noch Einfluss auf die Gestaltung der jeweiligen Wohnung nehmen zu können, schlage ich potentiellen Mietern vor, sich sofort bei uns zu melden. Der Umbau des Blocks in der Straße am Wasserturm wird rund 1,2 Millionen Euro kosten. 750 000 Euro von den Kosten steuert laut Beyer das Land bei.

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20.03.2003
Gera: Wohngebiet Südstraße soll umgestaltet werden
Für die Erarbeitung eines Quartierrahmenplanes für das Wohngebiet Südstraße/Debschwitzer Straße/Fröbelstraße in Gera-Debschwitz hat sich der Bau- und Stadtentwicklungsausschuss Gera einstimmig ausgesprochen.
Momentan stehen in den sieben Fünfgeschossern der Wohnungsbaugenossenschaft "Glück Auf", den vier Fünf- und einem Elfgeschosser der Geraer Wohnungsbaugesellschaft "Elstertal" zwischen 10 und 30 Prozent der Wohnungen leer. Der Plan sieht deshalb vor, dass die Anzahl der Wohnungen reduziert und damit die verbleibenden aufgewertet werden sollen. "Wir haben den Inhalt der Pläne mit den Wohnungseigentümern besprochen", erklärt Konrad Steinbrecht, Leiter des Stadtplanungsamtes Gera. Durch Abriss, Zusammenlegen von Wohnungen und Bilden von Maisonetten sollen die Pläne realisiert werden.
Außerdem sollen attraktive Außenanlagen und mehr Stellplätze in der Siedlung entstehen.
Heute wird der Stadtrat Gera entscheiden, ob Pläne zur Umgestaltung des Debschwitzer Wohngebietes erarbeitet werden. Sollten Geras Stadträte zustimmen, kann mit der Planung begonnen werden. Steht diese, können Fördergelder beantragt werden.

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20.03.2003
Der lange Weg zur neuen Stadt
Der „Umbau Ost“ kommt kaum voran. Auch in Brandenburg wird derzeit vor allem abgerissen
In diesem Jahr sollen in Brandenburg rund 5000 leerstehende Wohnungen abgerissen werden – so viele wie noch nie. Man wolle den notwendigen Stadtumbau jetzt mit aller Kraft vorantreiben, sagte der zuständige Abteilungsleiter im Stadtentwicklungsministerium, Hans Eichler, dem Tagesspiegel. Deshalb werde die Zahl der ursprünglich für einen Abriss vorgesehenen Wohnungen (2700) fast verdoppelt. Auch in den kommenden Jahren sollen jährlich zwischen 5000 und 6000 Wohnungen in alten DDR-Plattenbauten der Abrissbirne zum Opfer fallen. Der Umbau werde das Gesicht vieler märkischer Städte und damit auch des Landes in den nächsten Jahren verändern, sagte Eichler.
Eichler sieht die Lage in Brandenburg zwar nicht ganz so dramatisch wie beispielsweise in Sachsen-Anhalt oder Sachsen, hält jedoch ebenfalls eine Fortsetzung des Stadtumbau-Programms über 2009 hinaus für erforderlich. Im Rahmen des laufenden Programms könnten in den nächsten Jahren etwa 50 000 Wohnungen abgerissen werden. 160 000 stünden in Brandenburg zur Zeit leer, diese Zahl werde weiter steigen. Eichler hält deshalb ein 20-Jahres-Programm erforderlich.
Dass Brandenburg nicht so stark wie andere ostdeutsche Länder betroffen ist, liegt nicht zuletzt an den besonderen geographischen Bedingungen: In Berlinnähe gebe es teilweise einen starken Bevölkerungszuwachs, so dass der Leerstand im so genannten Speckgürtel deutlich geringer sei. Er betrug dort 2001 durchschnittlich nur 7,4 Prozent. Hingegen nimmt die Bevölkerung in den Randregionen dramatisch ab. Die Leerstandsquote betrug dort im gleichen Jahr rund 14 Prozent. Es gibt allerdings eine Reihe von Städten, wo inzwischen jede vierte Wohnung leer steht: So in Lauchhammer, Luckenwalde und Wittenberge.

www.tagesspiegel.de

19.03.2003
Hermsdorf: Konzeptionelle Stadtplanung durch Fachleute begleitet
Das Jahr 2010 setzt Hermsdorf als Fixpunkt bei der weiteren Planung der Stadtentwicklung. Ein so genanntes Stadtentwicklungskonzept soll dabei eine Richtschnur bilden.
Zu dessen Erarbeitung hat sich die Kommune nun professionelle Hilfe ins Boot geholt. Ein Mellinger Ingenieurbüro erhielt vorige Woche den Zuschlag.
Bis zum Jahresende will Hermsdorf sein Stadtentwicklungskonzept vorlegen, welches dann auch einen beschließungsfähigen Flächennutzungsplan enthalten soll. Weitere Bestandteile sind eine Verkehrskonzeption und der Grünordnungsplan.
Der Grobplan sieht jetzt bis Ende September das Gerüst des Konzeptes vor, welches dann durch detailierte Aufarbeitung bis Dezember seinen Feinschliff bekommen soll.
Hermsdorf fängt allerdings in dieser Planung nicht bei Null an. Vorherige Konzepte und Eckpunkte werden einfließen, so aus der Lokalen Agenda 21 und dem Programm Stadtumbau Ost. Gerade bei letzteren sieht Hermsdorf eine günstige Voraussetzung in der weiteren Verbesserung der Wohnsubstanz, der Möglichkeit, sich als Wohnstadt zu präsentieren und damit wieder mehr Einwohner zu gewinnen. Dazu soll sich auch der Charakter der Neubaugebiete verändern, wie zum Beispiel durch die Integration weiterer sozialer Anlaufstätten, was bereits in der Waldsiedlung umgesetzt wird.

www.otz.de

18.03.2003
Holter fordert Erlass der Altschulden im Wohnungsbau
Die Wohnungsgesellschaften in Ostdeutschland sollten nach den Worten von Bauminister Helmut Holter  von ihren Altschulden aus der DDR-Zeit entlastet werden. Nach der jetzigen Regelung werden die Unternehmen nur entlastet, wenn sie einen Leerstand von mindestens 15 Prozent aufweisen und in ihrer Existenz gefährdet sind, sagte Holter. Wenn die Belastung der Unternehmen weiter anhalte, bestehe die Gefahr, dass der Stadtumbau Ost nicht wie geplant weitergeführt werden kann.
Bei der Wiedervereinigung wurden die Kreditverpflichtungen der ostdeutschen Wohnungsunternehmen als weiter gültig eingestuft. Vielen Unternehmen waren zu DDR-Zeiten für den Neubau von Plattenbauten hohe Kredite zugeordnet worden. Die Verträge wurden als wirksam eingestuft und gingen an Privatbanken über. Bis Ende 1993 hatten die Banken auf Initiative der Bundesregierung den Schuldendienst ausgesetzt, da er wegen der niedrigen Mieten nicht bedient werden konnte. Seither müssen Zins und Tilgung geleistet werden, auch wenn die Wohnungen leer standen oder bereits abgerissen wurden.

www.OSTSEE-ZEITUNG.DE

15.03.2003
Jena:  Letzter Mieter muss Wohnung räumen und die Kosten tragen
Der letzte Mieter des Abrissblocks in der Paul-Schneider-Straßemuss die Wohnung unverzüglich räumen und trägt allein die Kosten des Verfahrens. Das entschied gestern das Amtsgericht Jena und gab damit einer Räumungsklage des Vermieters SWVG statt.
Richter Rainer Preuß, der die Urteilsverkündung wegen Zahnschmerzen um eine Woche aufgeschoben hatte, begründete das Urteil mit der besonderen Situation des Vermieters. Der Leerstand sei demographisch bedingt und nicht von der SWVG zu verantworten. Daraus begründe sich ein berechtigtes Interesse des Vermieters zur Kündigung. Insbesondere, weil der Unterhaltungsaufwand des leeren Gebäudes in keinem Verhältnis zu den erzielbaren Mieteinnahmnen steht. Auch der Einigungsvertrag stehe einer Kündigung nicht entgegen, stellte Richter Preuß fest. Der Ausschluss von Eigenbedarfskündigungen habe lediglich den Sinn, Kündigungen zu verhindern, die einer anderweitig lukrativeren Verwertung des Grundstücks dienen. Der Abriss des Blocks erfolge dagegen zur Vermeidung weiterer finanzieller Verluste.
Vermieter müssten allerdings den Grundsatz beachten, dass Verträge einzuhalten sind. Eine Kündigung sei nur das letzte Mittel. Zunächst müsse sich der Vermieter um eine einvernehmliche Lösung mit dem Mieter bemühen. Das könne durch das Angebot vergleichbarer Ersatzwohnungen geschehen und durch die Übernahme der Umzugskosten. Gegen das Urteil kann binnen eines Monats Berufung eingelegt werden.
Dirk Kreinberger, Justitiar der SWVG, begrüßte den Richterspruch. "Damit können wir den eingeschlagenen Weg zur Umgestaltung von Lobeda fortsetzen", sagte Kreinberger. Hätte das Gericht der Entschädigungsforderung des Mieters in Höhe von 20 000 Euro stattgegeben, hätte die Wohnungsgesellschaft alle geplanten Abrisse gestoppt. Statt 25 Millionen Euro wären dann 52 Millionen Euro an Kosten auf die SWVG in den nächsten zehn Jahrenb zugekommen.
Mit Interesse verfolgt wurde die Urteilsverkündung gestern von Rechtsanwalt Philipp Wolfgang Beyer von PWB Rechtsanwälte Jena. Diese Kanzlei will den Mietern der Ebereschenstraße, dem nächsten SWVG-Abrissblock, eine Entschädigungs-Sammelklage wie in den USA anbieten. Beyer, der Kontakt mit dem Rechtsanwalt des Mieters aus der Paul-Schneider-Straße hat, geht davon aus, dass die unterlegene Partei gegen das Urteil des Amtsgerichts beim Landgericht in Berufung geht.

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15.03.2003
NRW: Stadtumbau bis zum Abriss
Noch wähnen sich westdeutsche Städte in prosperierenden Regionen auf der sicheren Seite. "Das Leerstands-Desaster wird uns erspart bleiben", will so mancher Planungsdezernent und Wohnungsexperte, mancher Lobbyist der Bauindustrie und Provinzpolitiker glauben machen. Doch die Zeit der Gemütlichkeit ist auch in den alten Bundesländern vorbei. "Es wird kein wichtigeres Thema in den nächsten Jahren für den Baupolitiker geben, als die Schrumpfung", orakelt der nordrhein-westfälische Städtebauminister Michael Vesper.
"Der Wohnungsneubau wird in der Bedeutung zurücktreten. Jetzt müssen wir uns darüber klar werden, wie wir mit den bestehenden Siedlungen umgehen." Für seine Mahnung hatte sich der Politiker das Europäische Bildungszentrum der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in Bochum ausgesucht. Vor vollbesetzten Sitzreihen debattierten Vertreter der Wohnungswirtschaft ein lastendes Problem, das sich zum Erschrecken der Branche als milliardenschwere Hypothek erweist: die Sanierung der 50er-Jahre-Siedlungen. Zu zwei Dritteln mit staatlichen Fördergeldern in heute gigantisch erscheinender Höhe hochgezogen, sind sie nach 50 Jahren verschlissen und stehen - so Vesper - "auf dem Prüfstand". Denn die "Abstimmung mit dem Möbelwagen" läuft auf vollen Touren. Die ersten riesigen Leerstände zeichnen sich ab.
Um welche Größenordnungen und was für eine Substanz es geht, demonstrierte Vesper an Zahlen: Von 1948 bis 1960 wurden allein in NRW zwei Millionen Wohnungen gebaut, um Flüchtlinge, Ausgebombte und zuströmendes Wirtschaftswunderproletariat unterzubringen. Es war gewiss eine Meisterleistung - aber auch ein Notprogramm. In schmucklose Standardwohnungen von 47 qm Wohnfläche mit Ofenheizung, 2,35 Meter niedriger Decke und 90 Zentimeter schmaler Treppe wurden fünfköpfige Familien gestopft.
Noch weiter geht Dieter Kraemer von der VBW Bauen und Wohnen GmbH, Bochum. Er stellt den Siedlungstyp der 50er Jahre generell in Frage und errichtet anstelle der kammartigen Siedlung Dorstener Straße in Bochum einen Blockrandkomplex mit grünen Höfen und innen liegenden Stadtvillen.
Und das dicke Ende komme erst noch: "Die 60er und 70er Jahre werden wir noch viel stärker in Frage stellen müssen."

www.welt.de

15.03.2003
Berlin-Lichtenberg: Frisches Grün ersetzt alte Schulen und Kitas
In Lichtenberg werden in diesem Jahr mindestens zehn ungenutzte Kitas und Schulen abgerissen. An ihrer Stelle entstehen zumeist Parkanlagen. Es geht um Grundstücke an der Zingster Straße, Edgar- und Paul-Zobel-Straße und am Rosenfelder Ring. Aus dem Programm "Stadtumbau Ost" erhält Lichtenberg dafür 1,12 Millionen Euro. Mit EU-Fördermitteln von 2,1 Mio. Euro wird ein Schulabriss an der Schulze-Boysen-Straße 38 inklusive Neubau eines Nachbarschaftszentrums unterstützt.
Zwei Kitas an der Wiecker Straße 8-10 und Am Breiten Luch 51/53 sind bereits dem Erdboden gleichgemacht worden. Je zwei Kitas und Schulen stehen für 2003 außerdem noch auf der Warteliste. Insgesamt umfasst die Abrissliste etwa 40 leer stehende Gebäude. Geschuldet ist der Gebäudeüberschuss dem dramatischen Geburten- und Schülerrückgang. So verringerte sich im Bezirk seit 1999 die Zahl der Grundschüler um 6500, die der Oberschüler um 4000. Bis 2008 soll es rasant weiter abwärts gehen.
Der Abriss eines Schulgebäudes an der Ribnitzer Straße 1 a bietet die Chance, mit zusätzlichen Senatsmitteln von 620 000 Euro den Wustrower Park im Wohngebiet zwischen den Bahnhöfen Hohenschönhausen und Wartenberg zu erweitern: 113 Bäume und 5000 Sträucher werden gepflanzt, Wege und ein Feuchtbiotop angelegt.
 www.morgenpost.berlin1.de

14.03.2003
Tutow: zieht nun einen ersten Wohnblock frei
Die Gemeinde Tutow geht angesichts des stetig steigenden Leerstands in ihren kommunalen Wohnungen völlig neue Wege: Sie zieht gegenwärtig einen der Blöcke im Flugplatz-Wohngebiet leer, um ihre Bewirtschaftungskosten zu senken. Die Kommune kämpft momentan mit einem Leerstand um die 30 Prozent in ihren insgesamt 576 Domizilen, gerade in den oberen Etagen der Flugplatz-Siedlung stehen mittlerweile mehr Wohnungen leer als vermietet sind. Doch einige Bewirtschaftungskosten muss die Gemeinde trotzdem tragen, egal wieviele Bewohner es dort gibt. Daher hatte die Amtskämmerei schon seit langem vorgeschlagen, einige der Gebäude konsequent leer zu ziehen, war damit in der Gemeindevertretung und bei Bürgermeisterin Elke Kunte aber erstmal auf wenige Gegenliebe gestoßen.
Auch die Abteilung Wohnungswirtschaft sträubte sich gegen diese Variante, verwies auf den drohenden Vandalismus. Angesichts des am Abgrund stehenden Haushaltes, weiterer Abwanderung und des enormen Kostendrucks setzen die Tutower diese Idee nun trotzdem um.
Von Versorgung abkoppeln Ist der Block komplett leer, lasse die Gemeinde das Haus absperren und alle Versorgungsleitungen kappen, zum Beispiel für Elektro und Heizung.
Die weitere Zukunft des Betonklotzes hängt dann vor allem vom Land ab. Im Bauministerium nämlich haben die Tutower eine Abriss-Genehmigung samt Förderung beantragt. "Der bleibt solange stehen, bis der Antrag genehmigt ist", macht Giermann klar. Schließlich verfüge die Gemeinde nicht über den Spielraum, um das Ganze selbst zu finanzieren.Den Tutowern schwebt vor, mit Hilfe dieser Landesmittel insgesamt 132 Wohnungen in der Flugplatzsiedlung dem Erdboden gleich zu machen, was genau drei der dortigen Fünfgeschosser entspricht.

www.nordkurier.de

12.03.2003
Crimmitschau: Sanierter Plattenbau durchaus gefragt
Die Wohnungsgenossenschaft Crimmitschau (WGC) hat seit mehr als einem Jahr keinen Anstieg beim Leerstand ihrer Wohnungen zu verzeichnen, freute sich Geschäftsführer Harald Lichtenstein. Stets sei die diesbezügliche Quote unter 19 Prozent geblieben und das sei in einer Zeit, da immer mehr Leute wegziehen, durchaus ein Erfolg. Die Tendenz gehe derzeit gar in Richtung noch weniger Leerstand.
„Gut und sicher wohnen" ist der Slogan des Unternehmens. Auch Wohnungen in den großen Plattenbauhäusern der WGC auf dem Westberg seien durchaus gefragt. Erst recht, wenn man sich verbessern kann. Das sei in den 1997 sanierten und mit einem normalen Standard versehenen Wohnungen ohne weiteres möglich. Erst kürzlich übergab Lichtenstein wieder Schlüssel für eine einzugsfertige Dreiraumwohnung im Grünen Weg 20.

www.freieprese.de

12.03.2003
Nordhausen: Bürger aus Nordhausen-Ost reden beim Umbau mit
Ein "Bürgerbeirat Nordhausen-Ost" mit 13 Mitgliedern gründete sich dieser Tage in der Ostrower Straße. Das gab gestern die Stadtverwaltung bekannt. Der Beirat werde in den nächsten Jahren den vom Stadtrat beschlossenen Umbau-Prozess im Quartier begleiten, hieß es.
Beim ersten Treffen standen noch keine konkreten Projekte auf der Tagesordnung, sondern das Kennen lernen und das Vorstellen des Bundesprogrammes Stadtumbau-Ost, in dessen Rahmen auch das Quartier Nordhausen-Ost in die Kur genommen wird.
Die Bewohner wollen zum Beispiel die Belange von Senioren, Familien und Kindern in den Planungsprozess einbringen. Ein Mitglied habe darüber hinaus angeboten, eine soziologische Studie über den Stadtteil anzufertigen. Darüber hinaus sei gefordert worden, dass auch das Umfeld der Häuser in Ordnung gebracht und verbessert werde, die nicht kurzfristig saniert würden, andererseits aber auch nicht auf der Abriss-Liste stünden. "Damit wollen die Bewohner für ein besseres Image ihres Stadtteils sorgen", betonte Beate Meißner vom Stadtplanungsamt.
Ebenfalls aus diesem Grund seien nicht nur Abriss-, sondern auch Aufwertungsplanungen im Gebiet Thema gewesen.

www.thueringer-allgemeine.de

11.03.2003
Wurzen: Abriss nur punktuell
Bürgermeister Jürgen Schmidt reagierte jetzt auf ein Schreiben, in dem sich SPD-Stadtrat Peter Konheiser gegen Abbruch in historisch gewachsenen Gründerzeitquartieren ausgesprochen hatte. Im integrierten Stadtentwicklungskonzept ist festgehalten, dass in Wurzen bis 2010 insgesamt 3498 Wohnungen verschwinden sollen, um das Leerstands-Problem zu lösen.
"Die Intention, den Rückbau unter anderem im Bereich der B 6 vorzunehmen, entspricht den zentralen Orientierungen, Wohnungen vom Markt zu nehmen, die kaum vermietbar sind oder nur mit unzumutbarem Aufwand zu rekonstruieren wären", schreibt Schmidt. Im Plattenbau gebe es in Wurzen derzeit keinen hohen Leerstand, so dass dieser Bereich kein Ziel für Rückbau sei. In Bereichen wie der Schillerstraße seien keine großflächigen Abbrüche vorgesehen, sondern "höchstens punktueller Abbruch von einzelnen Gebäuden".
"Unter einem Rückbaukonzept verstehe ich, den Wohnungsmarkt der Bevölkerungszahl anzupassen. Es kann dabei nicht um punktuellen Abriss gehen, weil das Haus zufällig der WGW gehört und ohne große juristische Auseinandersetzung abgebrochen werden kann. Das ist für die WGW zwar ökonomisch sinnvoll, aber aus meiner Sicht kein akzeptabler städtebaulicher Vorschlag", bleibt Konheiser bei seiner kritischen Position. Zudem macht er deutlich, dass bei einem Abbruch auch empfindlich in das Eigentumsrecht beim angrenzenden Grundstück eingegriffen werde, dessen Verkehrswert deutlich sinke.

www.lvz-online.de

11.03.2003
Gera: Weiterer "Elfer" wird in Lusan bald weichen
Den Abriss eines weiteren Elfgeschossers in Lusan bereitet derzeit die Geraer Wohnungsgesellschaft mbH (Gewo) vor. Im zweiten Quartal soll der "Elfer" in der Zeulenrodaer Straße 1-3 nach der Entkernung abgetragen werden. Die auf dem Dach befindliche Richtfunkantenne wird zuvor auf den Elfgeschosser Saalfelder Straße 2 umgesetzt.
Die ursprünglich höher angesetzten Gesamtkosten für Abriss und anschließende Herrichtung des Grundstücks haben sich im Ergebnis der Ausschreibung auf rund 250 000 Euro reduziert, so Gewo-Geschäftsführer Horst Richter. Zu 90 Prozent werde das Vorhaben mit Mitteln aus dem Programm Stadtumbau Ost gefördert. Für den Abriss des Hauses habe man sich aus rein städtebaulichen Gesichtspunkten heraus entschieden. "Der Elfgeschosser passt ja hier eigentlich nicht hin", so Richter. Anfang Januar ist der letzte Mieter aus dem Haus in der Zeulenrodaer Straße ausgezogen. Von den insgesamt 88 Wohnungen waren Anfang letzten Jahres noch 55 bewohnt. Seit Mai seien dann mit mit den Mietern Gespräche geführt worden. Die Gewo bot Ersatzwohnraum, um die Betroffenen als Mieter zu halten. Bei etwa 60 Prozent sei das auch gelungen. In jedem Fall aber habe man eine einvernehmliche Lösung gefunden und gerichtliche Entscheidungen vermeiden können; sei es durch Umzugsvereinbarungen, Entschädigungen oder teils auch die Übernahme alter Mietkonditionen.

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11.03.2003
Leipzig: Kündigung wegen Abriss ist in extremen Fällen erlaubt
Erstmals hat sich ein Leipziger Gericht zum Thema Stadtumbau geäußert. Die Entscheidung räumt dem Großvermieter LWB das Recht ein, Mietern in extremen Fällen die Wohnung zu kündigen - wenn das Haus für einen Abriss vorgesehen ist. Allerdings muss der Eigentümer des Gebäudes in so einem Fall sehr hohe Anforderungen erfüllen. Der Beschluss geht auf einen spektakulären Fall zurück. In einem Hochhaus in der Ludwigsburger Straße 3 hatte sich vergangenes Jahr Familie Fischer geweigert, die letzte von 132 Wohnungen zu verlassen. Sie forderte 5000 Euro Entschädigung vom Eigentümer LWB, der das Haus abreißen wollte. Letztlich einigten sich beide Seiten auf einen Vergleich, durch den die Fischers gebrauchte Küchenmöbel erhielten.
Das Leipziger Amtsgericht nahm den Fall nun zum Anlass, sich erstmals in Sachen Stadtumbau zu äußern. In einem Beschluss zu den Verfahrenskosten, die Richterin Katja Schmüdgen beiden Seiten zur Hälfte auferlegte, wird der LWB das Recht einer Kündigung in extremen Fällen zugestanden. Dies könne aber nur bei einem "gravierenden Missverhältnis" zwischen den Kosten für ein Haus und den Mieteinnahmen erlaubt sein. "Das erforderliche Missverhältnis liegt nicht bereits dann vor, wenn die anfallenden Kosten nicht von den Einkünften gedeckt werden können. In den neuen Bundesländern wird eine solche Situation eher Regel als Ausnahme sein."
Auch dürfe sich der Vermieter nicht auf horrende Unkosten berufen, wenn er diese selbst mitverschuldet hat: zum Beispiel indem er das Gebäude verfallen ließ, die Wohnungen nicht mehr weiter vermarktete oder in großem Umfang auf den Auszug von Mietern drängte. Es sei noch lange kein hinreichender Grund für eine Kündigung, wenn eine Abrissgenehmigung vorliegt, so das Gericht weiter. Im Falle der Fischers hätte man daher vor einem Urteilsspruch erst eine schwierige betriebswirtschaftliche Prüfung bei der LWB vornehmen müssen. Dies habe sich aber durch den Vergleich erledigt.
www.lvz-online.de

10.03.2003
Kirchberg: Rätselraten um Häuserabriss endlich beendet
Rund 600 Wohnungen will die Stadt Kirchberg bis zum Jahr 2010 vom Markt nehmen. Der überwiegende Teil davon befindet sich im Neubaugebiet Kirchberg-West. Bereits im Verlaufe dieses Jahres sollen die Abrisskolonnen anrücken und die ersten Blöcke dem Erdboden gleich machen.
Insgesamt sollen damit mehr Wohnungen verschwinden, als derzeit leer stehen. Matthias Reuschel, dessen Büro mit der Erarbeitung der Konzeption zum Stadtumbau betraut wurde, begründete dies mit der zu erwartenden Bevölkerungsentwicklung in der Sieben-Hügel-Stadt.
Den Mietern der Wohnungen, die 2003 auf der Abrissliste stehen, flattert bereits in den nächsten Tagen die Kündigung ins Haus. „Verfallen Sie bitte nicht in Panik. Das ist notwendig, weil wir die zum Teil langen Kündigungsfristen einhalten müssen“, beschwor Renate Künzel, Geschäftsführerin der Kommunalen Wohnungsbaugesellschaft Kirchberg (KWG), die mehr als 500 Anwesenden. Gleichzeitig sagte sie zu, dass mit jedem Betroffenen im Vorfeld persönliche Gespräche geführt werden, um die Umzugsmodalitäten zu klären.
Eines machte Künzel aber deutlich: „Wir werden Sie beim Umzug in Ihre neue Wohnung soweit wie möglich unterstützen, auch in finanzieller Hinsicht. Auf überzogene Forderungen gehen wir dabei allerdings nicht ein.“
Sowohl KWG als auch WBG planen in den nächsten Jahren umfangreiche Sanierungsmaßnahmen.

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10.03.2003
Mieterbund macht sich für die Städte stark
Eine "Stadtzulage" hält der Deutsche Mieterbund bei der Reform der Eigenheimförderung für unerlässlich. Direktor Franz-Georg Rips appelliert im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau eindringlich an die Länder, ein solches Modell zu unterstützen. Die Novelle steht am 14. März auf dem Programm des Bundesrates. Dort dürfte der rot-grüne Gesetzentwurf allerdings am Widerstand der CDU-regierten Länder scheitern und das Thema in den Vermittlungsausschuss von Bundestag und -rat verwiesen werden.
Das Thema Eigenheimzulage ist aus Sicht des Mieterbunds symptomatisch für die gesamte Wohnungspolitik. Zu sparen, sei in Zeiten knapper Kassen ein zulässiges Ziel, sagt Rips. Dies müsse aber auch gezielt angepackt werden. "Es fehlt das Gesamtkonzept." Und dies müsse generell zur Priorität haben, die staatliche Förderung dort zu konzentrieren, wo Probleme bestünden. "Wir brauchen nicht mehr neue Wohnungen." Vielmehr gehe es darum, bezahlbaren Raum zu schaffen, die Stadtflucht einzudämmen und für eine soziale Stabilisierung der einzelnen Viertel zu sorgen.
Als Beispiel nennt er das Programm Stadtumbau Ost. Dies werde nicht konsequent realisiert, scheitere oft an vielen bürokratischen Hürden. "Dies muss flexibler gehandhabt werden." Zahlreichen Wohnungsunternehmen etwa droht die Pleite. Um dies zu verhindern, böten sich Fusionen an. Dies dürfe jedoch nicht durch eine Grunderwerbsteuer von 3,5 Prozent erschwert oder sogar vereitelt werden, erklärt Rips.

www.fr-aktuell.de

08.03.2003
Pirmasens: Abriss von Wohnhäusern 
Der Abriss der alten Wohnhäuser des Rheinberger-Komplexes entlang der Fröhnstraße in Pirmasens hat begonnen. Die Baumaßnahme ist der erste Schritt zu einer völligen Umgestaltung des ehemaligen Industriegeländes, aus dem in den nächsten Jahren ein Dienstleistungs- und Kulturzentrum werden soll.
www.pz.pimasens.de

07.03.2003
Wismar: Käthe-Kollwitz-Promenade wird weiter gestaltet
Ein besonders wichtiger Bestandteil des Programms zur Wohnumfeldverbesserung am Friedenshof ist für die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung die attraktive Promenadengestaltung. Durch Förderung aus dem Programm „Stadtumbau Ost“ wird es jetzt möglich, den Promenadenring von der Philipp-Müller-Straße über die Schiffbauerpromenade, die Kapitänspromenade und die Käthe-Kollwitz-Promenade bis zur Bürgermeister-Haupt-Straße fertig zu stellen.
Für Mitte August ist die Fertigstellung des Wegebaus vorgesehen. Die Fläche direkt vor dem EKZ bleibe aus Eigentumsgründen unverändert. Mit der Pflanzzeit im Herbst dieses Jahres soll das Bild durch eine Lindenallee entlang der Promenade und eine Säuleneichen-Gruppe an der Bürgermeister-Haupt-Straße komplettiert werden.

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07.03.2003
Jena: Problem Stadtumbau
"Die bunten Hochglanzprospekte der Bundesregierung zum Stadtumbauprogramm Ost haben nichts mit der Realität im Osten zu tun", meint Stefan Wosche-Graf.
In Wirklichkeit, so der Chef der Städtischen Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft (SWVG), sei der Umbau Ost eine traurige Sache. Wohnungen müssen in Größenordnungen abgerissen werden, weil die Menschen mangels Arbeit wegziehen.
Jenas Leerstand-Problem ist mit rund acht Prozent vergleichsweise lächerlich gegen Stendal, Hoyerswerda oder Halle. Trotzdem sollen in Lobeda laut Rahmenplanung bis 2011 rund 1900 Wohnungen mit 112 399 Quadratmetern Wohnfläche platt gemacht werden. Das allein - ohne irgend eine anschließende Bebauung oder Begrünung eingerechnet - kostet die SWVG 25 Millionen Euro, nur fünf Millionen davon kommen als Fördermittel vom Bund.

Ein Ende des Programms "Stadtumbau Ost" fürchtet Stefan Wosche-Graf, Geschäftsführer der Städtischen Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft. Sollte die Räumungsklage gegen den Mieter Dirk Schmidt aus dem Abrissblock in der Paul-Schneider-Straße zugunsten dieses Mieters entschieden werden, dann könne die SWVG dem "Stadtumbau Ost" für die Zukunft Adieu sagen. Denn der Mieter fordert als Entschädigung für seinen Auszug 20 000 Euro von der SWVG. "Wir können im Durchschnitt 2500 Euro pro Mieter zahlen, da sind aber Umzug und Entschädigung eingerechnet. Höhere Forderungen können wir nicht erfüllen", so Wosche-Graf. 
Stefan Wosche-Graf hält den Stadtumbau Ost für ein unausgewogenes Programm, das einige Lücken beinhalte. So sei die Verwertungskündigung in den neuen Bundesländern bislang ausgeschlossen, eine diskutierte Abrisskündigung als gesetzliche Möglichkeit sei gescheitert bei der Mietrechtsreform. "Der Stadtumbau Ost ist nichts anderes als das Ergebnis des traurigen Tatbestandes, dass die Städte immer leerer werden, weil die Leute dorthin gehen, wo sie Arbeit finden", erklärt der SWVG-Geschäftsführer. In blühenden Städten käme niemand auf die Idee, Wohnungen abzureißen. Er setzt auf den sich weiter positiv entwickelnden Wissenschaftsstandort Jena. "Dann hoffe ich, dass wir unser Abrissprogramm gar nicht verwirklichen müssen."
www.otz.de
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05.03.2003
Jena: Urteil mit Schmerzen
Mit Zahnschmerzen entschuldigte gestern Amtsrichter Rainer Preuß den Aufschub seiner Entscheidung. Ihm sei ein guter Zahnarzt und baldige Genesung gewünscht. Vielleicht haben sich in die Zahnschmerzen aber auch noch ein paar Bauchschmerzen gemischt, als der Richter mitbekam, welch große öffentliche Aufmerksamkeit seinem Urteil in Thüringen entgegen gebracht wird. Ganz verkehrt wäre es jedenfalls nicht, wenn der Jurist seine Entscheidung noch einmal überschläft. Denn es hängt viel daran.
Bekommt die von der SWVG auf Räumung verklagte Familie Recht, dann könnten die SWVG und alle anderen Wohnungsgesellschaften und -genossenschaften faktisch ihr Umbauprogramm vergessen. Die dafür zur Verfügung stehenden Gelder würden komplett für Entschädigungen drauf gehen. Ein Stopp wäre aber alles andere als hilfreich für die Entwicklung von Wohngebieten wie Lobeda. Insofern könnte die richterliche Entscheidung in Jena Signalwirkung für ganz Thüringen und die neuen Bundesländer haben.
Andererseits müssen aber auch die Interessen der mit dem Abriss ihrer Wohnung konfrontierten Mieter berücksichtigt werden. Schließlich verursacht so ein quasi zwangsweiser Umzug immer zusätzliche Kosten, die viele Familien nicht einfach vom Wirtschaftsgeld abzweigen können. Kein Wunder, dass die Mieter der Ebereschenstraße abwarten, was das Gericht im Fall Paul-Schneider-Straße entscheidet.

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05.03.2003
Neustadt: WBV schließt 2001mit Fehlbetrag ab
Die Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft mbH (WBV) Neustadt musste für das Geschäftsjahr 2001 einen Fehlbetrag von rund 225 000 Euro verzeichnen. Die Bilanzsumme der Firma, die rund 1000 eigene sowie 200 Wohnungen Dritter bewirtschaftet und verwaltet, beläuft sich auf rund 28 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote beträgt 22,9 Prozent. "Manches Unternehmen mit einem solchen ausgeglichenen Abschluss würde sich glücklich schätzen", fasste Rainer Kroy, Wirtschaftsprüfer bei der Bavaria Treu AG Erfurt, das Jahresergebnis des Unternehmens in einer der jüngsten Neustädter Stadtratssitzungen zusammen. Dennoch hatte die WBV schon bessere Zeiten: Im Geschäftsjahr 2000 konnte die WBV noch einen Überschuss von rund 52 000 Euro verbuchen.
Ursachen des negativen Ergebnisses im vergangenen Jahr sind geringere betriebliche Erträge, ein erhöhter Personalaufwand und größere Abschreibungen. Außerdem seien wegen des Wohnungsleerstandes außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 365 000 Euro hinzugekommen, informierte Rainer Kroy. "Die Zahlungsfähigkeit der Firma war jederzeit gegeben", stellte der Wirtschaftsprüfer klar.
Die Leerstandsquote in Neustadt liege bei 22 Prozent, hieß es. Durch den Leerstand fehlen der WBV Mieteinnahmen, sie hat aber Betriebs- und Instandhaltungskosten. Der Leerstand werde sich vergrößern, weil immer mehr Leute aus der Stadt wegziehen würden,

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Essen: verliert 40 000 Einwohner
Massive Wohnungsleerstände, in Ostdeutschland längst trauriger Alltag, werden auch in Westdeutschland zunehmend ein Thema. Der Bochumer Professor Volker Eichener sieht vor allem Teile des Ruhrgebiets als kommende Problemzone und fordert bereits Strategien für den Umgang mit dem drohenden Überangebot an Wohnungen.
Die Erfahrungen aus Ostdeutschland, wo das Leerstandsdrama mit inzwischen rund 1,4 Mio. leerstehenden Wohnungen weiter eskaliert, lassen frühzeitiges Gegensteuern in der Tat als geraten erscheinen: Das 2001 vollmundig verkündete milliardenschwere "Programm Stadtumbau Ost" (mit geplanten Abrissquoten von 20 000 Wohnungen pro Jahr) zeigte bislang kaum Wirkung; die Leerstände wachsen weiter. Aber auch in Westdeutschland wird es mittelfristig Problemregionen geben. Nur spricht man darüber nicht so offen wie im Osten.
"Bis zum Jahr 2050 wird die Bevölkerung bundesweit um 15 bis 20 Prozent zurückgehen, trotz weiterer Zuwanderung", zeichnet Volker Eichener, Geschäftsführer des Instituts für Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft, Stadt- und Regionalentwicklung (Inwis) an der Ruhr-Universität Bochum, ein dramatisches Bild. Zwar steige die Anzahl der Haushalte kurzfristig noch einmal an, weil die Zahl der Ein- und Zweipersonenhaushalte zunimmt. "Doch in spätestens zehn Jahren ist die Schonfrist für die Wohnungswirtschaft auch im Westen vorbei. Dann müssen zahlreiche Wohnungsmarktregionen Lösungen für das Überangebot an nicht mehr marktfähigen Objekten finden. In die Gruppe der künftigen Ladenhüter werden in den westdeutschen Bundesländern ebenfalls die Massenbestände sowie Wohnungen mit komplexen Defiziten gehören", behauptet der Professor.
Zu den Verlierern werde aufgrund der verschärften Kernstadt-Umland-Rivalität auch das Ruhrgebiet gehören. Allerdings nicht flächendeckend: Während einige südliche Regionen - die ruhrnahen Stadtteile von Mülheim und Essen wie Bredeney, Kettwig, Rüttenscheid und rund um den Baldeneysee - im Preis- und Qualitätsniveau durchweg mit Münchener Toplagen konkurrieren können und von Zuwanderung profitieren, entwickelt sich die nördlichere Emscherschiene zu beiden Seiten der Autobahn A 42 aufgrund der Entwicklung der Arbeitsmärkte zur Problemachse. Betroffen sind hier Stadtteile von Oberhausen, Essen, Bochum, Gelsenkirchen und Herne. Innerhalb der Region wiederum droht Essen der höchste Bevölkerungsschwund. "Nach unseren Prognosen wird es in Essen in zwanzig Jahren 40 000 Wohnungen zu viel geben. Das entspricht einer Leerstandsquote im Mietwohnungsbestand von 20 Prozent. In der Summe klingt das beachtlich, bedeutet aber nur, dass pro Jahr ein Prozent des Mietwohnungsbestandes vom Markt genommen werden muss. In den vergangenen 50 Jahren lag die Abrissquote durchschnittlich bei nur 0,1 bis 0,2 Prozent", rechnet Eichener vor.

Den hohen Einwohnerverlust schreiben Marktkenner vor allem der Knickerigkeit der Stadt Essen bei der Baulandausweisung zu. Die Nachbarkommune Dortmund habe hier rascher reagiert und auf zahlreichen innerstädtischen Neubaugebieten vor allem Familien in den Stadtgrenzen halten können. Doch Negativtendenzen wie Verslummung und Überalterung drohen nicht nur dem Osten Deutschlands oder dem Ruhrgebiet. In zahlreichen Regionen stehen die Kernstädte unter Druck. Zum Beispiel in Frankfurt/Main.

www.welt.de

04.03.2003
Neubrandenburg: Das erste Hochhaus fällt ab 20. März
Das erste Hochhaus der Viertorestadt fällt: Der Elfgeschosser Am Anger wird ab 20. März abgerissen.Diesen Termin hat jetzt die Wohnungsgesellschaft auf Nachfrage unserer Redaktion mitgeteilt. Damit wird erstmals im Stadtbild sichtbar, was die Rathausstatistiker seit der Wende Jahr für Jahr in ihrem Zahlenwerk festgehalten haben: Die Stadt schrumpft. Fast 22 000 Neubrandenburger sind in zehn Jahren gegangen, fast jeder vierte. Von einst 91 000 sind Ende Januar noch etwas mehr als 69 000 geblieben. Dieser Schwund bereitet den großen Wohnungseigentümern, der Wohnungsgesellschaft (neuwoges) und der Wohnungsgenossenschaft (Neuwoba), seit Jahren Kopfzerbrechen. Die neuwoges beklagt derzeit einen Leerstand von etwa 13 Prozent.
Die Zahl ist seit 2000 um fünf Prozent angestiegen. Das heißt, für jede siebte bis achte Wohnung gibt es zur Zeit keinen Mieter.
Für die neuwoges bedeutet das nicht nur einen Mietausfall von rund sechs Millionen Euro jährlich,
auch die Sicherung der Objekte verschlingt Geld, das für die Sanierung nicht zur Verfügung stehen. Um der Entwicklung entgegen zu steuern, hatte die Wohnungsgesellschaft vor fast einem Jahr unter anderemden Abriss des ersten Hochhauses Am Anger beschlossen. Von den 132 Wohnungen war seinerzeit nur noch die Hälfte vermietet. Dieser Abriss fand auch Eingang in das Integrierte Stadtentwicklungskonzept, mit dem Stadt und Vermieter den Stadtumbau in gelenkte Bahnen bringen wollen.
Für den Anger liegt nach Auskunft der neuwoges ein Förderbescheid vor. Für den gesamten Stadtumbau im Jahr 2003 gebe es eine Grundvereinbarung mit der Stadt über 340 000 Euro.

www.nordkurier.de

04.03.2003
Greifswald: Langjährige Erfahrungen bei Mieterumzügen
Wann müssen die ersten Familien im Ostseeviertel wegen der beginnenden Abriss- und Umbauarbeiten die Koffer packen? Diese Frage bewegt sowohl die Mitglieder der Wohnungsgenossenschaft als auch die Mieter der WVG. Auf der jüngsten Sitzung der Ortsteilvertretung Ostseeviertel betonten die Vertreter beider Wohnungsunternehmen, dass zu den genauen Terminen noch nichts gesagt werden könne, da die Planungen der neuen Wohnungszuschnitte durch die beauftragten Ingenieurbüros noch bis Ende März ausgeführt werden. Aber beide Unternehmen verfügen über gute Umzugsmanagements, wobei die Wünsche der Mieter so weit wie möglich berücksichtigt werden. Dabei könne man beispielsweise aus vielen Umzügen in altersgerechte Wohnungen auf gute Erfahrungen zurückgreifen. Gudrun Jäger, Geschäftsführerin der WGG, machte deutlich, dass es der Genossenschaft um den Halt jedes Mitgliedes gehe. „Deshalb führen wir Umzügen, egal ob Übergangs- oder Dauerlösung, individuelle Gespräche durch und betrachten jeden Mietvertrag einzeln.“
Dirk Barfknecht, Geschäftsführer des Mietervereins, bestätigte in der Beratung, dass nicht alle Mieter gleich zu behandeln sind und sich deshalb Grundangebote nur schwer realisieren lassen. So sei es bereits ein großer Unterschied, ob eine Wohnung modernisiert werde oder wegen umfangreicher Umbauten ein Auszug erfolgen muss. Er appellierte an alle Beteiligten bei den bevorstehenden großen baulichen Veränderungen im Ostseeviertel, Fairness walten zu lassen und die Mieter rechtzeitig zu informieren. Heike Schierhorn von der WVG reagierte auf die Tipps des Mietervereins gelassen. „Wir sägen uns doch nicht den Ast ab, auf dem wir sitzen. Ein Wohnungsunternehmen ist Dienstleister. Da sind guter Service und frühzeitiges Einbeziehen der Mieter doch selbstverständlich.“
WGG und WVG sorgen beim bevorstehenden Stadtumbau des Wohnviertels nicht nur für neue Wohnungen ihrer Mieter, sie lassen je nach Vereinbarung auch den Umzug in eigener Verantwortung und mit entsprechender Kostenbeteiligung durchführen. Beide Wohnungsunternehmen griffen auf der Sitzung der Ortsteilvertretung die Idee auf, die Mieter mit entsprechenden Flyern zu informieren, sobald die Planungen abgeschlossen sind.

www.OSTSEE-ZEITUNG.DE

04.03.2003
Taucha: Abrissbagger rollt durch Taucha
Der Abriss von ruinösen Gebäuden ist heutzutage für Kommunen oftmals billiger, als der Erhalt der Bauten in Erwartung von solventen Investoren. "Wie jeder Eigentümer ist die Stadt verpflichtet für die Sicherheit an ihren Immobilien zu sorgen. Wenn die Substanz besonders schlecht ist, werden die Sicherungskosten immens", erklärt Elke Böttcher vom Bauamt.
Deshalb wurde in den letzten Tagen eine Ruine im Zille-Winkel abgetragen. In Zukunft soll auf dieser Fläche ein ordentlicher Parkplatz samt Grünanlage entstehen. "Nun haben wir auch die Möglichkeit, den Weg von der kleinen Grünanlage in der Neustadt mit dem Anschluss in der Glockentiefe zu verbinden", meint die Bauamtsmitarbeiterin.
In den nächsten Tagen wird der Abrissbagger auch am Markt sein Werk verrichten. Dort hat die letzte Stunde für die Scheune an der Westseite des Marktplatzes geschlagen. Unwetter haben in den letzten Monaten so viel Schaden angerichtet, dass die Stabilität des Gebäudes gefährdet ist. Auch hier ist der Sicherungsaufwand sehr hoch. Nach Worten Elke Böttchers bleibt nach dem Abriss das Areal als Vorbehaltsfläche der Stadt unbebaut liegen. Eine Sichtblende soll an dieser exponierten Stelle die künftige Brachfläche nicht zu auffällig erscheinen lassen. Elke Böttcher: "Wir warten auf einen künftigen Nutzer dieser Fläche."
Ähnlich zentral wie die Scheune am Markt liegt - oder besser: lag - das Haus Leipziger Straße 5. Derzeit wird das private Gebäude Stück für Stück abgetragen. Wie bei den beiden kommunalen Ruinen wird auch der Abriss in der Leipziger Straße im Rahmen des Altstadtsanierungsprogramms gefördert. Allerdings wird diese Fläche nicht all zu lang verwaist liegen bleiben, denn das Haus macht Platz für einen gleichartigen Neubau, heißt es aus dem Bauamt. Im Moment warte der Eigentümer nur noch auf die Baugenehmigung für das kombinierte Wohn- und Geschäftshaus

www.lvz-online.de