Newsticker Archiv April 2005

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30.04.2005
Eisenhüttenstadt: Mehr Leerstand trotz Abriss
Der Gewi geht es ums wirtschaftliche Überleben. Insolvenzabwehr, dieses Wort hatte Simone Irmer fast am Ende ihres Berichtes doch noch erwähnt. Die wirtschaftliche Lage der Gewi entspreche dem langfristigen Unternehmens- und Sanierungskonzept der Eisenhüttenstädter Gebäudewirtschaft zur Insolvenzabwehr, fasste sie ihren Bericht zur Situation des Unternehmens zusammen. Was die Gewi vor allem belastet, ist der hohe Leerstand. Von den 11 503 Wohnungen des Unternehmens standen zum 31. März 2005 3529 leer. Das entspricht einer Quote von 30,6 Prozent. Und die ist, obwohl fast 300 Wohnungen abgerissen wurden, gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Zum 30. Juni 2004 lag die Leerstandsquote bei 29,8 Prozent. Der Grund: Im Jahr 2004 haben über 600 Einwohner mehr die Stadt verlassen als geplant. Und dabei hatte sich die Gebäudewirtschaft schon an der neuen Bevölkerungsprognose orientiert, die von einer weiter sinkenden Einwohnerzahl ausgeht. Auf der anderen Seite seien im Zuge von Harz IV viele kleinere Wohnungen im letzten Quartal 2004 angemietet worden. Wahrscheinlich um die Bedarfsgemeinschaftsregelungen von Hartz IV zu umgehen. Durch diese Neuvermietungen sei die starke Abwanderung teilweise kompensiert worden. Trotzdem standen bei der Gewi 2004 51 Wohnungen mehr leer als geplant. Schwierigkeiten hatte es auch beim Abriss gegeben. So konnte mit zwei Objekten im Denkmalbereich in der Karl-Liebknecht-Straße erst jetzt begonnen werden.  Geplant waren 2003 und 2004 358 Wohnungen abzureißen. Tatsächlich waren es 298. Wegen des Überhangs sollen dieses Jahr 553 Wohnungen verschwinden.
Die Gewi reißt aber nicht nur nieder. So sei nach den Worten von Simone Irmer die Sanierung von insgesamt 215 Wohnungen in der Bergstraße, dem Diesterwegring, der Saarlouiser und der Fritz-Heckert-Straße geplant. Um die finanzielle Situation der Gewi zu verbessern, will das Unternehmen über die Konditionen der Altschulden-Darlehensverträge verhandeln. Außerdem werde Personal abgebaut, kündigte Simone Irmer an.

www.moz.de

30.04.2005
Bayern: Geld für den Umbau der Innenstädte
Schon seit längerer Zeit gelten Innenstädte und Ortszentren als zentrales Aufgabengebiet der Städteförderung in Bayern. Dort, wo der wirtschaftliche Strukturwandel und die demografische Entwicklung leerstehende Gebäude und Siedlungsflächen hinterlässt, soll nun angeschoben werden. Die bis zum Jahr 2006 vom Freistaat zur Verfügung gestellten vier Millionen Euro sind da nicht eben viel, in Ausnahmefällen beträgt der Fördersatz 80 Prozent. "Weg vom gesteuerten Wachstum hin zu geordnetem Umbau", heißt die Devise, Qualität soll gesichert werden, wo früher Quantität geschaffen wurde. Für Städte wie Sulzbach-Rosenberg, das neben Tirschenreuth, Waldsassen, Nittenau und Hemau in das Förderprogramm "Stadtumbau West" aufgenommen wurde, bedeutet das Hilfestellung bei mannigfachen Problemen. Denn ein Teil des 79 Hektar großen Werksgeländes der früheren Eisenhütte steht unter Denkmalschutz, der heutige Grundstückseigner ist privat, Altlasten sind vorhanden. Da sind Planungsgespräche mit Unterstützung der Regierung wichtig.
Auch Nittenau hat mit einer 29 Hektar großen Industriebrache zu kämpfen, die durch die Insolvenz einer Holz- und Spanplattenfabrik entstand. Tirschenreuth hat dem gegenüber ein eher kleines Problem mit der Stabilisierung seines Stadtkerns, der Wiederbelebung von Häusern und Wohnungen und der Entwicklung eines Naherholungsgebietes. Waldsassen will eine seit 13 Jahren bestehende Industriebrache und die verfallenden ehemaligen Wirtschaftsgebäude der Abtei neuer Nutzung zuführen. Für 2005 wurden Erbendorf, Eschenbach, Kötzting, Neunburg vorm Wald, Vohenstrauß und Waldmünchen zur Aufnahme in den "Stadtumbau West" vorgeschlagen. Weiter interessieren sich Mitterteich, Parsberg, Roding, Rötz und Neustadt/ Waldnaab sehr für das Programm und haben zum Teil schon Aufnahmeanträge gestellt.
www.zeitung.org

29.04.2005
Magdeburg: Trister Plattenbau als Kulturdenkmal?
Abriss-, Umbau- und Sanierungsvorhaben im Neustädter Feld stellten Vermieter Dienstagabend öffentlich vor. Stadtteilbewohner kritisierten angesichts der vielen positiven Veränderungen im Viertel, dass sich ausgerechnet mitten im Wohngebiet an dem blau gekachelten Plattenbau Rollestraße 23-29 zunächst nichts tun soll. Dem lässt sich doch auch Positives abgewinnen, meint Dr. Eckhart Peters, Chef des Stadtplanungsamtes. Neustädter Feld. „Nicht dass es morgen heißt, Peters will die Plattenbauten unter Denkmalschutz stellen“, sagte Stadtplanungsamts-Chef Dr. Eckhart Peters, um möglichen Protesten gleich die Grundlage zu nehmen. Aber immerhin sinnierte Peters bei der Bürgerversammlung Dienstagabend im Nachbartreff über denkmalgeschütze „Platten“. Nachdem Vermieter in der Bürgerversammlung ihre Stadtumbau-Konzepte vorgestellt hatten, lenkte eine Bewohnerin der Rollestraße 23-29 die Debatte auf ihren blau gekachelten Plattenbau im Herzen des Viertels, der noch immer den Charme der 70 er Jahre versprüht. Die Wobau plant in nächster Zeit aufgrund fehlender Investitionsmittel auch keine Sanierung . Worauf Peters als Verantwortlicher für die Untere Denkmalschutzbehörde laut dachte: „An einer Stelle in der Stadt sollte man einen solchen Plattenbau unter Denkmalschutz stellen. Wegen der Einzigartigkeit des Baustils. Das hat nichts mit Schönheit zu tun.“ Die Rollestraße 23-29, fertig gestellt im Jahre 1979, als bleibende Erinnerung an den industriellen Plattenbau? Wohnen im Kulturdenkmal am Hermann-Bruse-Platz? Der Amtschef hat jedenfalls schon nachgeschlagen: Nach den Denkmalschutzrichtlinien sei eine solche Auflage nicht undenkbar...
www.voksstimme.de

29.04.2005
Frankfurt (Oder): Ackerbau auf Abrissflächen in Neuberesinchen
Anwohner der Gustav-Adolf-Straße rieben sich dieser Tage verwundert die Augen: Mitten in Neuberesinchen tuckerte ein Traktor der Agrargenossenschaft Reitwein über eine leere Fläche. Am Haken hatte der Traktor eine Egge, mit deren Hilfe er tiefe Furchen in den Boden zog. Wenig später wurde das Stück Neubaugebiet sogar maschinell gedrillt und Saatgut ausgebracht. Noch im Herbst hatten hier mehrere Wohnblöcke gestanden, die dem Stadtumbau zum Opfer fielen und abgerissen wurden. Das landwirtschaftliche Gerät sollte aber keineswegs die Zukunft Neuberesinchens - zurück zu Ackerbau und Viehzucht - symbolisieren. Die Helfer aus Reitwein bearbeiteten den Boden, weil die Abrissfläche in eine Wiese verwandelt werden soll. Dafür wurden Grassamen in den Sand eingebracht.
www.moz.de

28.04.2005
Sachsen: Erste ALG-II-Empfänger müssen umziehen
Im Landkreis Löbau-Zittau in Sachsen müssen 1.700 Arbeitslosengeld-II-Empfänger mit ihren Familien aufgrund von Hartz IV umziehen.  Der so genannte Grundsicherungsausschuss des Kreistages hatte festgelegt, welche Wohnungsgrößen von den Kommunen als "angemessen" akzeptiert werden. Gleichzeitig vereinbarte der Ausschuss mit den Arbeitsagenturen, den Betroffenen finanziell unter die Arme zu greifen. So sollen künftig die Umzugskosten bezahlt werden. Für Genossenschaftsanteile und Kautionen soll es günstige Darlehen geben.
Unter Umständen können höhere Kosten für die betroffenen Familien auch übernommen werden, so dass sie in ihren Wohnungen bleiben können. Allerdings sind die Hürden dafür sehr hoch. Erst wenn der Wohnungssuchende zehn Nachweise von Maklern oder Genossenschaften bringt, nach denen keine angemessene Wohnung zu finden ist, soll es ein Einsehen geben.

www.mdr.de

27.04.2005
Rostock: Stadtumbau Ost geht weiter
Dem Leerstand in Neubaugebieten hat die Rostocker Gesellschaft schon vor vier Jahren den Kampf angesagt. Jetzt zeigen sich erste Erfolge. Roland Blank, kaufmännischer Leiter der RGS, spricht von teilweise 18 Prozent Leerstand und mehr. Seit 1993 seien darum bereits rund 42,5 Millionen Euro in eine Aufwertung der Stadtteile geflossen. Die Folge: In Groß Klein und Evershagen sei nicht allein der massive Wegzug gestoppt worden, sondern mittlerweile sogar wieder Zuzug zu verzeichnen. Reinhard Wolfgramm, der Geschäftsführer der Gesellschaft, will folglich von Abriss nur sehr bedingt etwas wissen. Für ihn steht die Verschönerung der Problemgebiete im Vordergrund. Und er betont: "Was den Modernisierungsstand der Wohngebäude angeht, liegt Rostock in ganz Ostdeutschland vorne."
Um auch das Drumherum auf Vordermann zu bringen, flossen im vergangenen Jahr rund 5,5 Millionen Euro aus den Programmen "Stadtumbau Ost" und "Soziale Stadt". 2005 sind Investitionen in Höhe von rund 4,1 Millionen Euro vorgesehen. Die wichtigsten Vorhaben: In Toitenwinkel entsteht der Festplatz Mühlenwiese. Außerdem soll die Schule in der Pablo-Neruda-Straße abgerissen werden, um Vandalismus zu verhindern. Ein Maßnahmenbereich, der vergleichsweise wenig Geld verschlingt und doch erfahrungsgemäß große Wirkung zeigt, seien die sogenannten Bürgerprojekte. So sei im vergangenen Jahr mit großer Beteiligung der Anwohner der Schmarler Landgang hergerichtet und mit neuen Sitzgelegenheiten ausgestattet worden.

www.svz.de

25.04.2005
Sachsen: Konsens - Förderpolitik muss sich ändern
"Die gegenwärtige Vergabepraxis von Fördermitteln im Rahmen des ,Stadtumbau-Ost'-Programmes und die damit verbundenen finanziellen Anreize sind einer der Hauptgründe für die Vernichtung von Baudenkmalen", sagte Alexander Khorrami, Sprecher des Stadtforums. Allerdings bestehe seitens der Staatsregierung noch immer keine Bereitschaft, die auf das Schleifen von Gebäuden ausgelegte Förderpolitik zu ändern. Für die Sicherung akut gefährdeter, aber zukunftsfähiger Bauten würde in Sachsen weiterhin nur ein Fünftel der zur Verfügung stehenden Gelder bewilligt. "Damit stellt sich der Freistaat eindeutig gegen Forderungen des Bundes, der nach den Worten von Bauminister Manfred Stolpe ein Gleichgewicht von Abriss und Gebäudesicherung anstrebt." Damit sei auch die Umsetzung des von der Stadt angestrebten Sicherungsprogrammes ungewiss.
Das befürchtet auch Stadtbaurat Engelbert Lütke Daldrup, der erst vor kurzem ein Rettungsprogramm für Leipziger Gründerzeithäuser in Aussicht gestellt hatte. und jetzt vor überzogenen Erwartungen warnte: Es dürfe nicht übersehen werden, dass die Sanierung von 2500 Gründerzeithäusern rund 1,5 Milliarden Euro kosten würde. "Das geht nur in kleinen, marktkonformen Schritten und wird mindestens zehn Jahre dauern", so der Planer.

www.lvz-online.de

24.04.2005
Dessau: Straßenfest im Niemandsland
Wilmer Dietrich vom Mieterverein lässt den Blick schweifen. "Nur Rasen ansäen reicht nicht", sagt er. Wo sich Gartenstraße und Stenesche Straße kreuzen, da hat man neuerdings viel Fläche, um Rasen zu säen. Wenn er wenigstens wachsen würde. "Kein Regen, da passiert nichts. Die sollten wenigstens mal sprengen", grummelt Bodo Ehrlich. Dann würde die graue Erde, auf der vereinzelt Bäume stehen, wenigstens grünen.
Früher standen hier Häuser. Die wurden abgerissen. "Das waren Wohnungen, die niemand mehr mieten wollte", sagt Dietrich. "Um die tut es mir nicht leid, aber dem Abriss muss etwas folgen. Sonst sieht es bald genauso öde aus wie mit den alten und leeren Häusern."
Wie es einmal aussehen könnte, steht am Donnerstagnachmittag auf Tischen unter freiem Himmel. Die Frühlingssonne strahlt auf Modelle, die Kinderhände bastelten, auf Zeichnungen, auf Projektmappen. Fern von allen möglichen Vorgaben und Bedenken ließen Hortkinder verschiedener Dessauer Schulen ihrer Phantasie freien Lauf und setzten mit Farben und Materialien ihre Idee für den Stadtumbau um. Ausgestellt sind sie nun beim Aktionstag im Stadtumbaugebiet innerhalb der derzeitigen Agenda-Woche
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www.mz-web.de

23.04.2005
Magdeburg: wird älter– schon fast 40 Hundertjährige
In Magdeburg leben 26 Frauen und Männer, die bereits auf ein mehr als 100-jähriges Leben zurückblicken können. Und in diesem Jahr kommen nochmals 13 Jubiläen hinzu. Älteste Bürgerin ist Emma Dimanski mit 105 Jahren. Insgesamt leben in Magdeburg 26 Personen, die über 100 Jahre alt sind. Die Landeshauptstadt hat laut Statistik (Stand vom 31. Dezember 2004) 226 610 Einwohner. Das sind rund 35 500 weniger als noch vor zehn Jahren (1994: 266 115). Und das trotz steigender Lebenserwartung. Hintergrund: Es gibt entschieden mehr Todesfälle als Geburten. Das Licht der Welt erblickten beispielsweise im Februar dieses Jahres 123 Kinder (67 Jungs, 56 Mädchen). Demgegenüber stehen 236 Todesfälle (105 Männer und 131 Frauen). Die Statistiker sprechen in diesem Fall von einem „Gestorbenenüberschuss“ von 113. Im März 2005 sah es zwar etwas besser aus (143 geboren, 182 gestorben – gleich ein Bevölkerungsminus von 39), doch die „generelle Tendenz geht dahin, dass es ein immer größeres Defizit gibt“, sagt Petra Krüger von der Einwohnermeldeabteilung der Stadt. Dennoch abgenommen hat die Zahl der Sterbefälle. Gab es 1994 noch 3151 im Jahr, so waren es 2004 2616. Allerdings ging auch die Zahl der Kinder stark zurück. Im Alter bis zu fünf Jahren wurden bis 31. Dezember vorigen Jahres 9497 Jungs und Mädchen gezählt. 1994 waren es noch 12 078 (also 2581 mehr) gewesen. Bei den Fünf- bis Zehnjährigen sieht es noch drastischer aus: Es sind mehr als 10 000 weniger als noch im Jahr 1994. Auch deutschlandweit gibt es laut Statistischem Bundesamt einen leichten „Sterbeüberschuss“ (rund 5000 Sterbefälle mehr als Geburten im Jahr 2003). Sachsen-Anhalt liegt allerdings mit einem Minus von 25 970 an zweiter Stelle hinter Sachsen (minus 27 622). Zum Vergleich: In Bayern werden rund 36 000 Menschen mehr geboren als jährlich sterben.
www.volksstimme.de

22.04.2005
Dorsten: Stadtumbau: Sorge um Höhe der Abriss-Kosten
Der Stadtumbau West beschäftigte einmal mehr den Planungsausschuss. Dass der längst ohne ausreichende Bürgerbeteiligung begonnen habe, befürchten Kommunalpolitiker und Mitglieder der Wulfen-Konferenz, die parallel tagte.  Gefragt war einmal mehr Stadtbaurat Frank Gläßner, der in schwieriger Gemengelage zwischen LEG, Ministerium für Städtebau, Verwaltung, Politk und Öffentlichkeit die Fäden zusammenführen muss. "Es gibt noch zu viele Fragezeichen", musste sich Gläßner wiederholen, bot regelmäßige "Werkstattgespräche" an, um Politik und Öffentlichkeit auf dem Laufenden zu halten. Da hat die LEG ein Gutachten in Auftrag gegeben, um die genauen Kosten zu ermitteln. Finden sich Schadstoffe wie in Gebäuden der THS in Erkenschwick, die aus der gleichen Zeit stammen, könnten sich Differenzen in Millionenhöhe zu den bisherigen Schätzungen und damit zusätzliche Belastungen der Stadt ergeben. Ergebnisse werden in der kommenden Woche erwartet. Gläßner: "Wenn diese Kosten stark steigen, vermag ich noch nicht zu sagen, was das für das gesamte Projekt bedeutet."
Derweil hat die LEG schon begonnen, die Hochhäuser Dimker Allee "behutsam freizuziehen", wie Sprecherin Christine Mattauch formuliert. Man habe, so betont sie, den Mietern der 140 (von 267) noch bewohnten Wohnungen nicht gekündigt, sondern sie informiert und ihnen andere Wohnungen in Barkenberg angeboten. Mittlerweile hätten die ersten 16 Mieter neue Verträge abgeschlossen. Die Verteilung der bisherigen Mieter über ein Sozialraum-Management mit zu steuern, hätte sich hingegen die Verwaltung gewünscht. Fördermittel dafür stehen im Stadtumbau-Programm auch voraussichtlich bereit. Doch werden Steuerungsversuche in diesem Fall wohl bei Bereitstellung des Geldes schon von den Realiäten überholt sein.

www.waz.de

22.04.2005
Leipzig: Großsiedlung Grünau schrumpft unaufhaltsam
Grünau spricht allen Versuchen hohn, die Satellitenstädte gesundzubeten. Der gar nicht so "grüne" Monstervorort von Leipzig, für 90 000 Bewohner konzipiert und bei seiner Fertigstellung im Wendejahr 1989 von 85 000 Menschen bevölkert, schrumpft trotz Millionenaufwand für Sanierung und Wohnumfeldverbesserung von Jahr zu Jahr. Gleichzeitig wird der Stadtteil unaufhaltsam zum Sammelbecken von Arbeitslosen, Wohngeldempfängern und Alten. In einem schonungslosen "Zwischenbericht zum Stadtumbau und zur Stadtteilentwicklung in Leipzig-Grünau" zieht jetzt das Dezernat Stadtentwicklung und Bau der Stadt Bilanz: 2004 hatte Grünau nur noch 60 Prozent der Einwohner von 1989, bis Ende dieses Jahres werden es kaum noch 46 000 sein. Verschämt verweisen die Autoren in ihrer Studie darauf, daß immerhin drei von vier Bewohnern, die umziehen müssen, in Grünau bleiben wollen und sprechen von einem Zeichen der "Verbundenheit" mit der Siedlung. Aber wenn die restlichen 25 Prozent tatsächlich wegziehen wollen, schreitet die Erosion unaufhaltsam voran. Obwohl 40 Prozent der Plattenbauten für teures Geld saniert sind, stehen 14 Prozent der Wohnungen leer.
www.welt.de

22.04.2005
Leipzig: 2500 Gründerzeithäuser vor dem Aus
Sachsens größte Stadt Leipzig wird zum Städtebauversuchslabor. Wie es mit dem Stadtumbau im Osten weitergeht, unter welchen Rahmenbedingungen sich die Sanierung der Strukturen vollzieht, wie der Gesellschaftsumbau gelingt, das wird in dieser Stadt mit ihrem einzigartigen Gebäudebestand exemplarisch deutlich werden.
Heute und morgen kommt es deshalb in Leipzig zu der bisher schärfsten Konfrontation der beteiligten Interessengruppen und der städtischen Behörden. Der Rechtsanwalt Henning Knigge und der Architekt Alexander Khorrami haben den Verein "Stadtforum" gegründet. Er versteht sich zwar nicht als "Anwalt traditionalistischer Tendenzen in Architektur und Städtebau", sondern setzt sich für eine "nachhaltige und zukunftsfähige Stadtentwicklung" ein. Aber mit diesem Programm kommt er in Konflikt mit dem "häufig rein betriebswirtschaftlich motivierten Abriß historischer Bausubstanz". Ihm sagt er mit dem heute beginnenden Kolloquium den Kampf an.
In aller Eile hat Leipzigs Baudezernent Engelbert Lütke Daldrup reagiert und ein "Gebäudesicherungsprogramm" verkündet. Danach soll mit Häuserabbrüchen bei Nacht und Nebel Schluß sein. Doch für eine Neujustierung der Stadtentwicklungsstrategie fehlt das Geld. 2500 noch immer unsanierte Gründerzeithäuser sind nach Schätzung des "Stadtforums" akut vom Abriß bedroht, jedes fünfte davon hält auch Lütke Daldrup für so wertvoll und städtebaulich unverzichtbar, daß er seiner Erhaltung höchste Priorität einräumt. Aber nur für 70 Häuser kann eine Sicherung, zum Teil auch mittels Ersatzvornahme, in Aussicht gestellt werden - noch längst nicht die Instandsetzung.
Scharf kritisiert der Stadtentwicklungsdezernent in diesem Zusammenhang die Regierung seines Freistaates. Die lenke die kargen Fördermittel "einseitig auf Abriß", nicht mehr aber in die Erhaltung von Gebäuden. Was Lütke Daldrup dabei übersieht, das ist die kontraproduktive Stadtentwicklungsphilosophie seines eigenen Stadtparlaments. Das hat gerade erst wieder neue Bebauungspläne für freistehende Einfamilienhäuser, Möbelmärkte und Gewerbegebiete am Stadtrand ausgelegt und/oder genehmigt. Damit werden der Innenstadt Entwicklungsmöglichkeiten entzogen.
www.welt.de

22.04.2005
Leinefelde-Worbis:  Stadtumbau geht weiter
Auf weitere Unterstützung seitens des Landes baut die Stadt Leinefelde-Worbis bei der Fortsetzung des Südstadt-Umbaus. Dazu habe es kürzlich ein Gespräch mit dem Thüringer Bauministerium gegeben, so Bürgermeister Gerd Reinhardt. Die städtische Wohnungsbau- und Verwaltungs GmbH Leinefelde (WVL) ist derzeit dabei, den Block Schiller-Straße 2 bis 4 abzureißen. Über die Flächen, auf denen die Gebäude Herschel-Straße 1 bis 7 und Einstein-Straße 38 bis 44 standen, kann jetzt im wahrsten Sinne des Wortes Gras wachsen: sie wurden nach dem Komplettabriss eingesät.
Ihren derzeitigen Schwerpunkt sieht die WVL im süd-westlichen Teil der Plattenbausiedlung in der Büchnerstraße, wo der noch verbliebene Block zu einem Atriumhaus mit Innenhof umgebaut werden soll. Hier sei u.a. vorgesehen, so Bürgermeister Reinhardt, zwei Geschosse abzutragen und einen Eingang gänzlich wegzunehmen, um mehr Freifläche zu bekommen. Natürlich werde es auch hier im Erdgeschoss barrierefreie Eingänge geben.
Wichtig sei es bei den Abrissen, so der Bürgermeister, auch vollständig die Keller und die Fernwärmeleitungen zu entfernen, um die Flächen später wieder neu bebauen zu können. Das Quartier beim Bonifatiusplatz solle Freiflächen bekommen, die "einer individuellen Bebauung offen stehen". Es sei ein Entwicklungsgebiet wie ein "in sich funktionierender Stadtteil", weist Reinhardt darauf hin, dass sich hier u.a. eine Kirche mit Gemeindezentrum und Kindergarten, die Eichsfelder Werkstätten, das Berufsschulzentrum mit Internat, ein Alters- und Pflegeheim sowie eine Apotheke, eine Turnhalle, ein Einkaufszentrum und ein Baumarkt befinden - und nicht zuletzt eine gute Straßenanbindung gegeben sei.

www.tlz.de

21.04.2005
Eisenhüttenstadt: Im Denkmal wird abgerissen
Es sind die fünf Häuser zwischen Rosa-Luxemburg- und Karl-Liebknecht-Straße, die seit Jahren unbewohnt sind. Die Fenster sind mit Brettern vernagelt. Kein schöner Anblick. Zwei dieser fünf Wohnblöcke im I. Wohnkomplex werden jetzt abgerissen. Die anderen drei bleiben bis nächstes Jahr stehen. Abgebrochen werden die beiden, die quer zur Karl-Liebknecht-Straße stehen. Seit dem 6. April steht der Bauzaun da. Die Entkernung läuft. Ab dem 2. Mai soll mit dem Abbruch begonnen werden, sagte Kerstin Schalle. Sie ist Prokuristin der Oder-Immobilien Verwaltungs GmbH (OIV). Die OIV ist eine 100-prozentige Tochter der Eisenhüttenstädter Gebäudewirtschaft (Gewi), für die die OIV unter anderem den Stadtumbau und den damit verbundenen Abriss übernimmt. Die reinen Abrissarbeiten sollen bis zum 6. Juni dauern. Mit allem, das heißt, auch mit den Außenanlagen will die OIV bis zum 15. Juli fertig sein. Laut der Denkmalschutzauflagen bedeutet dass, die Flächen müssen begrünt und die Wege müssen wieder hergestellt werden. "Wir haben außerdem die Auflage, die Konturen der abgerissenen Häuser nachzubilden", sagte die Prokuristin. Dafür sollen die Grundflächen, auf denen die abgerissenen Blöcke standen, leicht erhöht werden. Außerdem müssen die Wege nachgebildet werden, die zu den Hauseingängen geführt hatten. "Es soll so aussehen, als ständen die Häuser noch", sagte Kerstin Schalle.
Mit dem Denkmalschutz sei der Abriss natürlich abgestimmt worden, betonte sie. Er sei von Anfang an involviert gewesen. Auch wenn es den Denkmalschützern bestimmt wehgetan habe, am Ende hätten sie dem Abriss zugestimmt. Ungeachtet dessen werde aber am Flächendenkmal nach wie vor festgehalten, betonte Stadtpressesprecher Torsten Gottschlag. "Wir dürfen nur nicht im Denkmal erstarren." Die besagten Abrisshäuser sind die ersten Wohnblöcke, die in der EKO Wohnstadt überhaupt gebaut wurden. Die Gewi lässt sie abbrechen, weil nicht mehr genügend Wohnungen im nicht denkmalgeschützten Bereich vorhanden waren, die dafür hätten abgerissen werden können, erklärte Kerstin Schalle. Außerdem seien die betroffenen Wohnungen ziemlich klein und der Sanierungsaufwand hoch gewesen. "Die Wohnungen waren nicht vermietungsfähig", sagte Kerstin Schalle. Als "Sorgenkinder" bezeichnet Torsten Gottschlag deshalb auch diese fünf Wohnblöcke. Selbst zu Vorwendezeiten hätten die Grundrisse und die Raumhöhen nicht den Anforderungen entsprochen, auch wenn die Wohnungen damals noch vermietet waren.

www.moz.de

21.04.2005
Schwerin: Stadtumbau Neu Zippendorf sichtbar
Die Liste der Projekte aus dem Stadtumbauprogramm für Neu Zippendorf ist lang. 26 Maßnahmen sind derzeit aufgenommen und mit unterschiedlichen Prioritäten versehen. Reinhard Huß vom städtischen Amt für Bauen, Denkmalpflege und Naturschutz und Stadtteilmanager Gunter Scharf stellten den aktuellen Stand vor. "Höchste Priorität und besondere Aufmerksamkeit genießt der Berliner Platz", sagte Scharf. Es gebe eine Vielzahl von Aktivitäten, um die Entwicklung des Stadtteilzentrums voranzutreiben. Dazu gehöre ganz wesentlich die Fortsetzung der baulichen Umgestaltung. Die Neugestaltung des Bereiches an der Straßenbahnhaltestelle ist die größte derzeit laufende Maßnahme im Stadtteil und steht kurz vor der Fertigstellung, berichtete Huß. Gleiches treffe auf die Neugestaltung und Bepflanzung des Mittelstreifens der Hamburger Allee und des Freizeitparks hinter der Perleberger Straße zu. Als nächste Projekte folgen nun die behindertengerechte Rampe in der Wuppertaler Straße, die Neugestaltung der Fußgängerwegebeziehungen im Bereich Hamburger Allee/Grünes Tal und die Neugestaltung der Außenanlagen am "Eiskristall".
Mit besonderem Interesse verfolgten die Konferenzteilnehmer den Bericht von Scharf über Aktivitäten zur Wirtschaftsförderung im Stadtteil. 19 Existenzgründer habe er bereits beraten, vier von ihnen hätten sich erfolgreich in Neu Zippendorf etabliert. Nach Kräften würde die Suche nach Nachmietern für die Hit-Halle unterstützt. "Aber das ist Privateigentum. Wir können nur unterstützend wirken", so Scharf. Die Anregung, gemeinsam mit allen Vermietern ein Gewerberaum-Kataster für den Stadtteil zu erstellen sowie eine fundierte Bedarfsanalyse zu erstellen, wurde vom Stadtteilmanagement sogleich aufgegriffen. Ebenso die Bitte des Ortsbeirats, mit allen Vermietern das Thema Ordnung und Sauberkeit im Wohnumfeld dringend zu beraten.

www.svz.de

19.04.2005
Land Brandenburg: Stadtumbau macht Fortschritte
Zwischen 2002 und Februar diesen Jahres fielen über 16 000 Wohnungen der Abrissbirne anheim. Doch das ist erst ein Zehntel der heute etwa 165 000 leerstehenden Wohnungen im Bundesland. Bis 2010 sollen in ganz Ostdeutschland 350 000 Wohnungen "vom Markt genommen" werden. Laut Szymanski sind es die Kommunen, die gemeinsam mit den Eigentümern festlegen, was fällt und was stehen bleibt. Überwiegend werden Wohnhäuser abgerissen, die sich in kommunalem oder genossenschaftlichem Eigentum befinden. 26 Städte in Brandenburg erhalten Mittel aus dem Programm.
Der Abriss wird weitergehen, doch es fällt ihm schwer, mit der Abwanderung Schritt zu halten. Jährlich verlassen etwa 12 000 Menschen, meist auf der Suche nach einem Arbeitsplatz, das Bundesland.
Der Finanzbedarf beim Häuserabriss in Brandenburg beträgt jetzt fast 200 Millionen Euro. Laut Bauminister müssten mit diesem Geld etwa 55 000 Wohneinheiten beseitigt werden. Hinzu kommt noch einmal ein Finanzbedarf von 292 Millionen Euro für nachfolgende Aufwertungsmaßnahmen.

www.svz.de

15.04.2005
Sachsen: Keine Mieter - keine Zukunft
Chemnitz müsste ein gesteigertes Interesse an der Erhaltung historischer Bausubstanz haben. Das ehemalige Manchester Sachsens wurde im Zweiten Weltkrieg durch Bombenhagel verwüstet. Die Plattenbauten vor der Wende und die Kaufhausarchitektur der letzten Jahre haben den Verlust der Gründerzeitgebiete nie auch nur annähernd wettgemacht. Dennoch fallen in Chemnitz überdurchschnittlich viele Bauten mit Denkmalwert. "Monatlich gibt es fünf bis acht Anträge auf Rückbau eines geschützten Hauses", klagt Michael Streetz, Gebietsreferent des Landesamtes für Denkmalpflege (LfD). So wurden in den letzten drei Jahren 250 wertvolle Bauten dem Erdboden gleichgemacht, von 5000 geschützten insgesamt. In Leipzig sind 2500 Wohnhäuser aus der Gründerzeit durch Leerstand und Verfall gefährdet. In Dresden wegen der enormen Kriegsschäden dagegen nur 250. Aber auch in Sachsens Kleinstädten hinterlässt der Bevölkerungsrückgang viele unvermietete Wohnungen. Man versucht dem Leerstand mit Rückbau und Begrünung der Brachen beizukommen und nennt das Stadtumbau. Dabei ist es im Moment fast nur ein Abrissprogramm. Mit 70 Euro pro Quadratmeter und einem Altschuldenerlass halten Bund und Land die Abrissbirne in Schwung. Insgesamt 10.000 denkmalgeschützte Gebäude in Sachsen könnten in ihren Pendelbereich fallen. Da viele von ihnen das Gesicht der Kommune prägen, dürften einige Städte an manchen Stellen irgendwann kaum wiederzuerkennen sein. In Meerane fiel eine komplette Marktseite. In Zwickau musste das wertvolle Zollhaus weichen, in Chemnitz das im Heimatstil errichtete Haus der Kränkelstiftung sowie Teile einer von Stadtbaumeister Fred Otto errichteten Gartenhaussiedlung. Die Denkmalpflege ist oft machtlos. Hochrangige Rathausvertreter sitzen in den Aufsichtsräten der Wohnungsgesellschaften. "Über den Denkmalwert wird auf dem kurzen Dienstweg entschieden", sagt Alberto Schwarz vom Landesamt für Denkmalpflege. Zwar geht seine Behörde in Widerspruch. Doch die Experten der Regierungspräsidien schlagen sich oft auf die Seite der Städte. Gegen die Tatsache, dass viele der erhaltenswerten Bauten niemals wieder vermietet werden, weil die Städte im Durchschnitt ein Fünftel der Einwohner verloren, haben auch die Denkmalpfleger keine Lösung. Das betrifft vor allem die langen Einfallstraßen in die Städte. In Chemnitz blicken die Fenster der Bauten an der B 95 wie tote Augen auf den lärmenden und stinkenden Verkehr. In Leipzig gilt ähnliches für Teile der Georg-Schumann-, der Lützner und der Merseburger Straße. "Wer will dort wohnen?", fragt Albrecht Buttolo rhetorisch. Mit fester Stimme verkündet der Staatssekretär im sächsischen Innenministerium: "Von bestimmten Bereichen muss man sich verabschieden. Auch als Schallmauer für die dahinter liegenden Quartiere sind diese Gebäude nicht zu erhalten." Experten warnen indes davor, dass nach dem Abriss der ersten Häuserzeilen Lärm und Gestank in die sanierte und gut bewohnte zweite Reihe dringt und dort die Mieter vertreibt.
www.lvz-online.de

12.04.2005
Iserlohn: Über Rückbau verschärft nachdenken
Der Fokus liegt klar auf der Sicherung des Bestandes: Wenn im Rahmen des Stadtentwicklungskonzeptes am morgigen Donnerstag alle Interessierten aus Gerlingsen, vom Hombruch, der Heide und vom Nußberg zur dritten und letzten Bürgerversammlung zusammenkommen, geht es im Kern um die Frage, wie die Stadtteile als attraktive Wohnstandorte erhalten und umgestaltet werden können. "Die Stadtteile sind in sich abgeschlossen, für die weitere Entwicklung können keine größeren Neubauflächen herangezogen werden", erläutert Olaf Pestl aus dem Ressort Planen, Bauen und Wohnen das Ergebnis der Bestandsaufnahme. Ist die städtebauliche Zielrichtung für die Ortsteile zwar klar, wissen die Planer jedoch auch, dass sie es in diesen Gebieten mit einer Vielzahl von Akteuren zu tun haben und die Spielräume der städtischen Einflussnahme begrenzt sind. Soll sich etwas bewegen, müssen die Wohnungsbaugesellschaften mit ins Boot steigen.
Für den Planer stellt insbesondere der Hombruch überdies ein Gebiet dar, in dem "hohe Rückbau-Potenziale" bestehen, "da muss man verschärft drüber nachdenken". Wie durch gezielte Abrissmaßnahmen positive Ergebnisse erreicht werden können, dafür lohne ein Blick in ostdeutsche Städte, wo in Plattenbausiedlungen einzelne Gebäude entfernt oder Stockwerke abgetragen wurden.
Neue Wege müssen nach Pestls Meinung gegangen werden, um den Wunsch der Hombrucher nach einem Nahversorgsangebot zu erfüllen. Ein Unternehmen werde sich wohl nicht dort niederlassen aufgrund der zu niedrigen Bevölkerungszahl. Pestl: "Denkbar wäre aber durchaus ein Nachbarschaftsladen." Um die Gemeinschaft in dem "vereins- und zentrumslosenlosen" Stadtteil zu stärken, will die Bauverwaltung überdies gemeinsam mit dem Sozialraumteam durch verschiedene Projekte "Bewohner-Netzwerke" knüpfen. Ein Baustein der Idee: Den Hombruchern soll für gemeinschaftliche Aktivitäten Freiflächen zur Verfügung gestellt werden. Ein möglicher Ansatzpunkt ergibt sich hier bei der für dieses Jahr vorgesehenen Neugestaltung des Spielplatzes an der Bremsheide.

www.ikz-online.de

12.04.2005
Sachsen-Anhalt: Abhilfe für marode Schulen
Beim Stadtumbau setzt die Landesregierung einen Schwerpunkt auf die Sanierung von Kindertagesstätten und Schulen.  Von der Gesamtinvestition für Aufwertungen, insgesamt rund 9,6 Millionen Euro, fließt nun immerhin mehr als ein Drittel in die Sanierung von Schulen und Kindertagesstätten. Größter Einzelposten: Fast 523000 Euro für die Erneuerung der Einrichtung am Jägerplatz in Halle; 400000 Euro fließen in die Sanierung der Kita "Bummi" in Quedlinburg. Ebenfalls gefördert wird die Naumannschule in Köthen (275000 Euro). Und die Bernburger Goethe-Grundschule soll 310000 Euro für einen neuen Hof bekommen. Die Millionen sind Teil des Programms "Stadtumbau Ost". Dabei fließen auch Fördergelder der Bundesregierung, aber erst nach einer so genannten "Bund-Länder-Vereinbarung". Wann diese geschlossen wird, ist noch ungewiss. Das Land hat zudem insgesamt 5,6 Millionen Euro für allgemeine städtebauliche Maßnahmen bewilligt. Dabei fließen allein eine Million Euro nach Wittenberg in den Umbau eines Franziskanerklosters zu einem Veranstaltungszentrum. 375000 Euro hat die Regierung für den Bau eines Parkplatzes am Stadion in Dessau bewilligt.
www.mz-web.de

09.04.2005
Essen: Das Revier wohnt zur Miete
Der Wohnungsmarkt im Ruhrgebiet muss attraktiver werden. Dieser Überzeugung ist Thomas Rommelspacher. Momentan werde der Markt "von zwei Seiten in die Zange genommen". Auf der einen Seite gebe es massive Leerstände im Bereich der Sozialwohnungen, andererseits gebe es zu wenig attraktive Angebote für kinderreiche Familien.Im Stadtgebiet Essen stehen zehn Prozent der Mietwohnungen leer. Im sozial schwachen Essener Norden liegt der Anteil bei über 20 Prozent. "Die kleinen Träger von Mietwohnungen gehen insolvent", sagt Rommelspacher. Zehn Wohnungsunternehmen, mit Ausnahme der Viterra, arbeiten mit der Stadt Essen zusammen, um das vom Land geförderte Projekt "Stadtumbau West" zu realisieren. Dabei geht vor allem darum, den demografischen und strukturellen Wandel aufzufangen. "Dies wird das Thema der nächsten Jahre", glaubt Rommelspacher "das Ruhrgebiet wird dabei zum Vorreiter für andere Regionen." Bundesweit sind etliche Mietwohnungen in öffentlicher Hand. Langfristig wird auch hier die Privatisierung nicht aufzuhalten sein. Die zunehmende Privatisierung des Wohnungsmarktes im Ruhrgebiet hat bei den Mietern für Verunsicherung gesorgt. In den letzten Jahren wechselten im Revier über 100.000 Wohnungen den Besitzer. Die großen Gesellschafter Viterra, Gagfah, RAG Immobilien, entledigten sich ihrer Bestände. Andere wollen folgen. Die Landesentwicklungsgesellschaft plant, einen Teil ihrer 110.000 Wohnungen zu privatisieren. Auch Viterra sucht Abnehmer für rund 80.000 Mietwohnungen im Ruhrgebiet. Das Land NRW hat einen Verhaltenskodex verabschiedet, wonach bei den Privatisierungen, "die Rechte der Mieter, auch über das gesetzlich definierte Mindestmaß hinaus", zu schützen seien. Die Wohnungsbaugesellschaften erwarten ein Entgegenkommen der Kommunen. "Wir haben als ehemals gemeinnütziges Wohnungsunternehmen erhebliche Steuerprobleme", sagt Udo Bachmann, Vorsitzender der Geschäftsführung des Essener Wohnungsunternehmens Gagfah. Die Gagfah wurde im vergangenen Jahr vom amerikanischen Pensionsfonds Fortress übernommen.
www.taz.de

08.04.2005
Magdeburg: Maenicke-Hof wird bis Dezember komplettiert
Dieser Tage wird die zweite Bodenplatte verlegt in der Johannes-R .-Becher-Straße 1-4, sagte gestern MWG-Projektbetreuer Jörg Sopauschke auf Volksstimme-Nachfrage: „Anschließend kommt das Kellergeschoss, dann arbeiten wir uns Stück für Stück nach oben.“ Im Dezember soll die Vollendung des Bauwerks mit den ersten Mietern gefeiert werden.
Wo früher ein sechsgeschossiger Plattenbau mit sieben Eingängen und 84 Wohnungen stand, lässt die MWG ein architektonisch interessantes Mehrfamilienhaus bauen – zweigeteilt und jeweils abgestuft von vier bis zwei Etagen. Den Neubau mit insgesamt 18 Wohnungen lässt sich die MWG 1, 8 Millionen Euro kosten. Magdeburgs nordwestliche Stadtgrenze bekommt damit ein neues städtebauliches Gesicht. Beim „Stadtumbau Ost“ setzt die MWG-Wohnungsgenossenschaft daher auf einen Mix aus Sanierung, Rückbau und Neubau.

www.volksstimme.de

08.04.2005
Eisenhüttenstadt: Gewi saniert 215 Wohnungen
Nach langen und schwierigen Verhandlungen mit Banken im gesamten Bundesgebiet ist es der Geschäftsführung der GeWi nunmehr gelungen für fünf Objekte die notwendigen Darlehen für die Komplexsanierung für fünf Objekte des Bestandes zu akquirieren. "Die Banken halten sich auf Grund der schlechten wirtschaftlichen Lage im Territorium und wegen des Leerstandes bei der GeWi - aktuell 30 Prozent - mit der Gewährung von Sanierungsdarlehen zurück", sagt Geschäftsführerin Simone Irmer. Daran habe auch der Appell des Bürgermeisters Rainer Werner anlässlich des letzten Neujahrsempfangs nichts geändert. Selbst die Fördermittel für die aufwendige Denkmalsanierung fließen nicht mehr wie noch vor einigen Jahren. Eine regionale Bank, die DKB Frankfurt/Oder, steht für die Region und wird die GeWi bei der Sanierung von weiteren fünf Objekten begleiten. Gemeinsam mit der DKB ist es der Gewi-Geschäftsführerin Simone Irmer gelungen, die Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit der Maßnahmen auch unter den schwierigen Bedingungen darzustellen. Der Stadtumbau in Eisenhüttenstadt könne nur realisiert werden, wenn Bestände des WK 2, 3 und 6 weiter komplex saniert werden, um den Mietern für den Umzug geeigneten Wohnraum anzubieten.  Insgesamt beträgt das Sanierungsvolumen über 7,7 Millionen Euro. Damit werden 215 Wohnungen komplex saniert. Die Mieter sind bereits informiert und derzeitig laufen die Ausschreibungen.
www.moz.de

06.04.2005
Schrumpfende Städte stellen Versorger vor Kostenproblem
Für die Städtischen Werke Magdeburg (SWM) gehört der Stadtumbau zu den größten Herausforderungen der nächsten Jahre. „Rund 30 000 Wohnungen stehen wegen Abwanderung und demografischer Entwicklung derzeit leer. Bis zum Jahr 2009 sollen 20 000 Wohnungen abgerissen werden“, sagte Johannes Kempmann, Technischer Geschäftsführer der SWM. Trotzdem werde sich der Leerstand nicht verringern, wenn sich der Bevölkerungsrückgang im gleichen Maße fortsetzt. „Das bringt erhebliche Probleme bei der Ver- und Entsorgung mit sich“, so Kempmann. Denn nicht nur Wohnungen, sondern auch Leitungen müssten rückgebaut, die Systeme angepasst und Investitionen abgeschrieben werden. Kempmann rechnet mit Kosten von etwa 40 Millionen Euro. Da die Schrumpfung von Städten ein gesamtgesellschaftliches Problem sei, müsse auch über die Verteilung der Kosten nachgedacht werden. Die Last dürfe nicht nur an den Unternehmen und ihren verbliebenen Kunden hängen bleiben, forderte er.
Peter Rebohle, Vizepräsident des Bundesverbandes der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft (BGW), sieht die Branche auf einem schmalen Grat balancieren – zwischen der freiwilligen Weiterentwicklung der eigenen Ver- und Entsorgungsstrukturen und noch mehr bürokratischer Regulierung.
„Die Kommunen tragen die Verantwortung für ihre Bürger. Trinkwasserversorgung ist eine sehr regional bezogene Aufgabe im Wasserkreislauf“, erklärte Rebohle. Die Entscheidungsfreiheit, mit welchem Partner die Städte und Gemeinden diese Aufgabe erfüllen wollen, dürfe den Kommunen deshalb nicht genommen werden. Der Europäische Gerichtshof schlage mit seinen jüngsten Urteilen zur Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Körperschaften jedoch einen anderen Weg ein. Jetzt gehe es um die Fragen, ob eine allgemeine Ausschreibungspflicht für Konzessionsverträge kommt und ob kommunale Partner in Zukunft noch miteinander kooperieren können.

www.volksstimme.de

05.04.2005
Gera: Stadtumbau jetzt vor allem in der Innenstadt
Nach den Erfolgen zur Konsolidierung des Wohnungsmarktes in Lusan und Bieblach liege der Förderschwerpunkt beim Stadtumbau künftig in der Innenstadt, kündigt Baudezernent Ramon Miller an.
Die Stadt und vor allem die Geraer Wohnungsunternehmen bereiten dazu wichtige Projekte vor. Als Beispiel stellte der Geschäftsführer der GWB Elstertal, Ralf Schekira, kürzlich bei einem Treffen zum Stadtumbau den Rückbau an der Ostseite der Breitscheidstraße vor. Dadurch werde nicht nur dem Leerstand entgegengewirkt, sondern es entständen auch Entwicklungspotenziale für urbane Qualitäten in der Innenstadt, die bisher völlig unterrepräsentiert sind. So könnten neue überschaubare Freizeitbereiche in dem Areal umgesetzt werden. Das Punkthochhaus und der "Sonnenhof" an der De-Smit-Straße würden dagegen als charakteristische Dominanten der jüngsten Stadtgeschichte aufgewertet. Gute Mieterakzeptanz und Vollvermietung in schon sanierten Teilen dieser Gebäude belegen laut Schekira, dass dieser Weg richtig sei. Ein markantes Beispiel für konkurrenzfähige Wohnangebote in der Innenstadt setzt derzeit die Geraer Wohnungsgesellschaft Gewo um. Geschäftsführer Horst Richter erläuterte anhand der Zschochernstraße, dass mit zielgerichtetem Aufwand Wohnungen mit Balkons, gesicherten Stellplatzen und einen attraktiven Umfeld entstehen könne. Die bereits fertiggestellten Blocks würden vom Markt gut aufgenommen.

www.otz.de

02.04.2005
Duisburg: setzt auf geordneten Stadt-Rückbau
Als erste westdeutsche Großstadt will Duisburg ein Konzept für einen „geordneten und intelligenten Stadt-Rückbau bis 2020” entwickeln. Die 500 000-Einwohner-Stadt könnte nach Schätzung
von Experten bis 2020 weitere 40 000 Menschen verlieren. Seit Anfang des Jahres arbeitet das Frankfurter Architektur- und Stadtentwicklungsbüro Speer & Partner am Schrumpfungskonzept, das im
Herbst vorliegen soll. „Wir müssen Duisburg auf eine Bevölkerungszahl ausrichten, die sinnvoll und finanzierbar ist und die Stadt attraktiv macht”, sagt Martin Linne, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung, in einem Gespräch mit der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung in Essen.

www.presseportal.de

01.04.2005
Kreuztal: Mehr Qualität beim Wohnen
Wie lässt es sich in der Fritz-Erler-Siedlung besser leben? Diese Frage ständig zu verfolgen und die verschiedenen Bestrebungen und Aktionen zu koordinieren ist eine Aufgabe des künftigen "Quartiersmanagements". Gestern nahm es Konturen an.
Vertreter von Trägern, Einrichtungen wie beispielsweise der AWO, der Diakonie, der Caritas oder der Neuen Arbeit Siegerland sowie von Verwaltung und Politik folgten der Einladung Bürgermeister Rudolf Biermanns, sich in der Weißen Villa mit dem zukünftigen Quartiersmanagement Fritz-Erler-Siedlung zu befassen. "Dieses große Interesse, die engagierte, sachbetonte Diskussion und vor allem die konkreten Verabredungen auf dem Workshop sind eine hervorragende Grundlage, die AWO-Beratungsstelle zum Quartiersmanagement weiterzuentwickeln", sagte Uwe Montanus. Er ist Projektbeauftragter der Stadt Kreuztal. Eine zentrale Aufgabe des Quartiersmanagements sei die Koordination und Vernetzung. "Es muss ein Netzwerk der lokalen Akteure in der Siedlung organisiert werden", sagte Burghard Schneider, Verbandsdirektor des Verbandes der Wohnungswirtschaft den knapp 60 Teilnehmern des Projekttages. Weiterhin gehören die Planung und Entwicklung von Projekten, die soziale Beratung und Unterstützung zu den Aufgaben. Ein wichtiger Punkt ist das Beteiligen und Aktivieren der Bewohnern, durch eine "breite Information", beispielsweise bei baulichen Maßnahmen.Schneider erläuterte, dass der Wohnungsbestand in der Fritz-Erler-Siedlung - und in vergleichbaren Siedlungen - vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der aktuellen Diskussion zum Stadtumbau auch zukünftig eine wichtige Bedeutung habe und dass auf die sich ändernden Anforderungen bereits jetzt reagiert werden müsse.So stellt sich beispielsweise die Frage, welche Überschneidungen, aber auch Lücken es bei den Angeboten der unterschiedlichen Einrichtungen und Träger gibt. Allerdings ging es gestern noch nicht um einzelne Maßnahmen. "Am Endes steht eine konkrete Verabredung, wie im Projektverlauf verfahren wird."
www.westfälische-rundschau.de

01.04.2005
Wittenberge: Stadtteil Nord nun total abgerissen
Vor 15 Jahren waren die Neubauwohnungen in der Plattenbausiedlung Nord gefragt. Jetzt sind es nicht mal mehr 20000 Einwohner in Wittenberge. Wohnungen stehen massenhaft leer, und was leer steht, muss entweder saniert oder abgerissen werden, wenn es nicht von selbst zerfällt.
Just mit dem letzten Block, der erst nach der Wende fertig wurde, begann Ende 2002 der Rückbau eines ganzen Stadtteils mit 356 Wohnungen, den modernsten übrigens, die die Stadt damals zu bieten hatte: die meisten groß und fast alle mit Loggia, auch die Küchen größer als aus der Allendestraße gewohnt. "Das sollte man ruhig mal sagen", blickt Torsten Diehn, Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft Wittenberge (WGW), dem realistischen Dilemma der vorhersehbaren Entwicklung Wittenberges in die Augen. Mit dem Stadtumbaukonzept, das den vollständigen "Rückbau" der sieben Blöcke in Nord vorsah und der zielgerichteten Entwicklung des Jahnschulviertels hatte die Stadt den Wettbewerb zum Stadtumbau Ost gewonnen und die Türen für die Förderung geöffnet. Die Stadt verfolgt mit dem Stadtumbaukonzept eine Belebung des Zentrums – richtet sich auf Gemütlichkeit für 15000 Einwohner ein. Da konnte man sich nicht im Außenbereich verzetteln. Nach und nach zog die Wohnungsbaugesellschaft als Eigentümer die Wohnungen frei, lenkte die Bewohner vor allem in die Innenstadt. "Der jetzt abgeschlossene Rückbau ist ein deutlicher Erfolg," sagt Torsten Diehn, ist doch die WGW um 17700 Quadratmeter Wohnfläche auch wirtschaftlich entlastet. Die Kosten von rund 650000 Euro wurden hundertprozentig gefördert, wenngleich natürlich an der WGW auch noch genügend Personal- und Verwaltungskosten hängen blieben. "Besonders wichtig, ist auch, dass etwa zwei Drittel des Geldes an regionale Firmen gingen", betont Diehn. Jetzt gibt es noch ein bisschen Nacharbeit und Rasen anlegen. Die Erschließung mit Straßen, Ver- und Entsorgung bleibt. Vielleicht wird ja doch irgendwann noch mal gebaut in Wittenberge Nord...

www.svz.de