Newsticker Archiv April 2005
30.04.2005
Eisenhüttenstadt: Mehr Leerstand trotz Abriss
Der Gewi geht es ums wirtschaftliche Überleben.
Insolvenzabwehr, dieses Wort hatte Simone Irmer fast am Ende ihres Berichtes
doch noch erwähnt. Die wirtschaftliche Lage der Gewi entspreche dem
langfristigen Unternehmens- und Sanierungskonzept der Eisenhüttenstädter
Gebäudewirtschaft zur Insolvenzabwehr, fasste sie ihren Bericht zur Situation
des Unternehmens zusammen. Was die Gewi vor allem belastet, ist der hohe
Leerstand. Von den 11 503 Wohnungen des Unternehmens standen zum 31. März 2005
3529 leer. Das entspricht einer Quote von 30,6 Prozent. Und die ist, obwohl fast
300 Wohnungen abgerissen wurden, gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Zum 30. Juni
2004 lag die Leerstandsquote bei 29,8 Prozent. Der Grund: Im Jahr 2004 haben
über 600 Einwohner mehr die Stadt verlassen als geplant. Und dabei hatte sich
die Gebäudewirtschaft schon an der neuen Bevölkerungsprognose orientiert, die
von einer weiter sinkenden Einwohnerzahl ausgeht. Auf der anderen Seite seien im
Zuge von Harz IV viele kleinere Wohnungen im letzten Quartal 2004 angemietet
worden. Wahrscheinlich um die Bedarfsgemeinschaftsregelungen von Hartz IV zu
umgehen. Durch diese Neuvermietungen sei die starke Abwanderung teilweise
kompensiert worden. Trotzdem standen bei der Gewi 2004 51 Wohnungen mehr leer
als geplant. Schwierigkeiten hatte es auch beim Abriss gegeben. So konnte mit
zwei Objekten im Denkmalbereich in der Karl-Liebknecht-Straße erst jetzt
begonnen werden. Geplant waren 2003 und 2004 358 Wohnungen abzureißen.
Tatsächlich waren es 298. Wegen des Überhangs sollen dieses Jahr 553 Wohnungen
verschwinden.
Die Gewi reißt aber nicht nur nieder. So sei nach den Worten von Simone Irmer
die Sanierung von insgesamt 215 Wohnungen in der Bergstraße, dem Diesterwegring,
der Saarlouiser und der Fritz-Heckert-Straße geplant. Um die finanzielle
Situation der Gewi zu verbessern, will das Unternehmen über die Konditionen der
Altschulden-Darlehensverträge verhandeln. Außerdem werde Personal abgebaut,
kündigte Simone Irmer an.
www.moz.de
30.04.2005
Bayern: Geld für den Umbau der Innenstädte
Schon seit längerer Zeit gelten Innenstädte und
Ortszentren als zentrales Aufgabengebiet der Städteförderung in Bayern. Dort, wo
der wirtschaftliche Strukturwandel und die demografische Entwicklung
leerstehende Gebäude und Siedlungsflächen hinterlässt, soll nun angeschoben
werden. Die bis zum Jahr 2006 vom Freistaat zur Verfügung gestellten vier
Millionen Euro sind da nicht eben viel, in Ausnahmefällen beträgt der Fördersatz
80 Prozent. "Weg vom gesteuerten Wachstum hin zu geordnetem Umbau", heißt die
Devise, Qualität soll gesichert werden, wo früher Quantität geschaffen wurde.
Für Städte wie Sulzbach-Rosenberg, das neben Tirschenreuth, Waldsassen, Nittenau
und Hemau in das Förderprogramm "Stadtumbau West" aufgenommen wurde, bedeutet
das Hilfestellung bei mannigfachen Problemen. Denn ein Teil des 79 Hektar großen
Werksgeländes der früheren Eisenhütte steht unter Denkmalschutz, der heutige
Grundstückseigner ist privat, Altlasten sind vorhanden. Da sind
Planungsgespräche mit Unterstützung der Regierung wichtig.
Auch Nittenau hat mit einer 29 Hektar großen Industriebrache zu kämpfen, die
durch die Insolvenz einer Holz- und Spanplattenfabrik entstand. Tirschenreuth
hat dem gegenüber ein eher kleines Problem mit der Stabilisierung seines
Stadtkerns, der Wiederbelebung von Häusern und Wohnungen und der Entwicklung
eines Naherholungsgebietes. Waldsassen will eine seit 13 Jahren bestehende
Industriebrache und die verfallenden ehemaligen Wirtschaftsgebäude der Abtei
neuer Nutzung zuführen. Für 2005 wurden Erbendorf, Eschenbach, Kötzting,
Neunburg vorm Wald, Vohenstrauß und Waldmünchen zur Aufnahme in den "Stadtumbau
West" vorgeschlagen. Weiter interessieren sich Mitterteich, Parsberg, Roding,
Rötz und Neustadt/ Waldnaab sehr für das Programm und haben zum Teil schon
Aufnahmeanträge gestellt.
www.zeitung.org
29.04.2005
Magdeburg: Trister Plattenbau als Kulturdenkmal?
Abriss-, Umbau- und Sanierungsvorhaben im Neustädter Feld
stellten Vermieter Dienstagabend öffentlich vor. Stadtteilbewohner kritisierten
angesichts der vielen positiven Veränderungen im Viertel, dass sich ausgerechnet
mitten im Wohngebiet an dem blau gekachelten Plattenbau Rollestraße 23-29
zunächst nichts tun soll. Dem lässt sich doch auch Positives abgewinnen, meint
Dr. Eckhart Peters, Chef des Stadtplanungsamtes. Neustädter Feld. „Nicht dass es
morgen heißt, Peters will die Plattenbauten unter Denkmalschutz stellen“, sagte
Stadtplanungsamts-Chef Dr. Eckhart Peters, um möglichen Protesten gleich die
Grundlage zu nehmen. Aber immerhin sinnierte Peters bei der Bürgerversammlung
Dienstagabend im Nachbartreff über denkmalgeschütze „Platten“. Nachdem Vermieter
in der Bürgerversammlung ihre Stadtumbau-Konzepte vorgestellt hatten, lenkte
eine Bewohnerin der Rollestraße 23-29 die Debatte auf ihren blau gekachelten
Plattenbau im Herzen des Viertels, der noch immer den Charme der 70 er Jahre
versprüht. Die Wobau plant in nächster Zeit aufgrund fehlender
Investitionsmittel auch keine Sanierung . Worauf Peters als Verantwortlicher für
die Untere Denkmalschutzbehörde laut dachte: „An einer Stelle in der Stadt
sollte man einen solchen Plattenbau unter Denkmalschutz stellen. Wegen der
Einzigartigkeit des Baustils. Das hat nichts mit Schönheit zu tun.“ Die
Rollestraße 23-29, fertig gestellt im Jahre 1979, als bleibende Erinnerung an
den industriellen Plattenbau? Wohnen im Kulturdenkmal am Hermann-Bruse-Platz?
Der Amtschef hat jedenfalls schon nachgeschlagen: Nach den
Denkmalschutzrichtlinien sei eine solche Auflage nicht undenkbar...
www.voksstimme.de
29.04.2005
Frankfurt (Oder): Ackerbau auf Abrissflächen in
Neuberesinchen
Anwohner der Gustav-Adolf-Straße rieben sich dieser Tage
verwundert die Augen: Mitten in Neuberesinchen tuckerte ein Traktor der
Agrargenossenschaft Reitwein über eine leere Fläche. Am Haken hatte der Traktor
eine Egge, mit deren Hilfe er tiefe Furchen in den Boden zog. Wenig später wurde
das Stück Neubaugebiet sogar maschinell gedrillt und Saatgut ausgebracht. Noch
im Herbst hatten hier mehrere Wohnblöcke gestanden, die dem Stadtumbau zum Opfer
fielen und abgerissen wurden. Das landwirtschaftliche Gerät sollte aber
keineswegs die Zukunft Neuberesinchens - zurück zu Ackerbau und Viehzucht -
symbolisieren. Die Helfer aus Reitwein bearbeiteten den Boden, weil die
Abrissfläche in eine Wiese verwandelt werden soll. Dafür wurden Grassamen in den
Sand eingebracht.
www.moz.de
28.04.2005
Sachsen: Erste ALG-II-Empfänger müssen umziehen
Im Landkreis Löbau-Zittau in Sachsen müssen 1.700
Arbeitslosengeld-II-Empfänger mit ihren Familien aufgrund von Hartz IV umziehen.
Der so genannte Grundsicherungsausschuss des Kreistages hatte festgelegt, welche
Wohnungsgrößen von den Kommunen als "angemessen" akzeptiert werden. Gleichzeitig
vereinbarte der Ausschuss mit den Arbeitsagenturen, den Betroffenen finanziell
unter die Arme zu greifen. So sollen künftig die Umzugskosten bezahlt werden.
Für Genossenschaftsanteile und Kautionen soll es günstige Darlehen geben.
Unter Umständen können höhere Kosten für die betroffenen Familien auch
übernommen werden, so dass sie in ihren Wohnungen bleiben können. Allerdings
sind die Hürden dafür sehr hoch. Erst wenn der Wohnungssuchende zehn Nachweise
von Maklern oder Genossenschaften bringt, nach denen keine angemessene Wohnung
zu finden ist, soll es ein Einsehen geben.
www.mdr.de
27.04.2005
Rostock: Stadtumbau Ost geht weiter
Dem Leerstand in Neubaugebieten hat die Rostocker
Gesellschaft schon vor vier Jahren den Kampf angesagt. Jetzt zeigen sich erste
Erfolge. Roland Blank, kaufmännischer Leiter der RGS, spricht von teilweise 18
Prozent Leerstand und mehr. Seit 1993 seien darum bereits rund 42,5 Millionen
Euro in eine Aufwertung der Stadtteile geflossen. Die Folge: In Groß Klein und
Evershagen sei nicht allein der massive Wegzug gestoppt worden, sondern
mittlerweile sogar wieder Zuzug zu verzeichnen. Reinhard Wolfgramm, der
Geschäftsführer der Gesellschaft, will folglich von Abriss nur sehr bedingt
etwas wissen. Für ihn steht die Verschönerung der Problemgebiete im Vordergrund.
Und er betont: "Was den Modernisierungsstand der Wohngebäude angeht, liegt
Rostock in ganz Ostdeutschland vorne."
Um auch das Drumherum auf Vordermann zu bringen, flossen im vergangenen Jahr
rund 5,5 Millionen Euro aus den Programmen "Stadtumbau Ost" und "Soziale Stadt".
2005 sind Investitionen in Höhe von rund 4,1 Millionen Euro vorgesehen. Die
wichtigsten Vorhaben: In Toitenwinkel entsteht der Festplatz Mühlenwiese.
Außerdem soll die Schule in der Pablo-Neruda-Straße abgerissen werden, um
Vandalismus zu verhindern. Ein Maßnahmenbereich, der vergleichsweise wenig Geld
verschlingt und doch erfahrungsgemäß große Wirkung zeigt, seien die sogenannten
Bürgerprojekte. So sei im vergangenen Jahr mit großer Beteiligung der Anwohner
der Schmarler Landgang hergerichtet und mit neuen Sitzgelegenheiten ausgestattet
worden.
www.svz.de
25.04.2005
Sachsen: Konsens - Förderpolitik muss sich ändern
"Die gegenwärtige Vergabepraxis von Fördermitteln im
Rahmen des ,Stadtumbau-Ost'-Programmes und die damit verbundenen finanziellen
Anreize sind einer der Hauptgründe für die Vernichtung von Baudenkmalen", sagte
Alexander Khorrami, Sprecher des Stadtforums. Allerdings bestehe seitens der
Staatsregierung noch immer keine Bereitschaft, die auf das Schleifen von
Gebäuden ausgelegte Förderpolitik zu ändern. Für die Sicherung akut gefährdeter,
aber zukunftsfähiger Bauten würde in Sachsen weiterhin nur ein Fünftel der zur
Verfügung stehenden Gelder bewilligt. "Damit stellt sich der Freistaat eindeutig
gegen Forderungen des Bundes, der nach den Worten von Bauminister Manfred Stolpe
ein Gleichgewicht von Abriss und Gebäudesicherung anstrebt." Damit sei auch die
Umsetzung des von der Stadt angestrebten Sicherungsprogrammes ungewiss.
Das befürchtet auch Stadtbaurat Engelbert Lütke Daldrup, der erst vor kurzem ein
Rettungsprogramm für Leipziger Gründerzeithäuser in Aussicht gestellt hatte. und
jetzt vor überzogenen Erwartungen warnte: Es dürfe nicht übersehen werden, dass
die Sanierung von 2500 Gründerzeithäusern rund 1,5 Milliarden Euro kosten würde.
"Das geht nur in kleinen, marktkonformen Schritten und wird mindestens zehn
Jahre dauern", so der Planer.
www.lvz-online.de
24.04.2005
Dessau: Straßenfest im Niemandsland
Wilmer Dietrich vom Mieterverein lässt den Blick
schweifen. "Nur Rasen ansäen reicht nicht", sagt er. Wo sich Gartenstraße und
Stenesche Straße kreuzen, da hat man neuerdings viel Fläche, um Rasen zu säen.
Wenn er wenigstens wachsen würde. "Kein Regen, da passiert nichts. Die sollten
wenigstens mal sprengen", grummelt Bodo Ehrlich. Dann würde die graue Erde, auf
der vereinzelt Bäume stehen, wenigstens grünen.
Früher standen hier Häuser. Die wurden abgerissen. "Das waren Wohnungen, die
niemand mehr mieten wollte", sagt Dietrich. "Um die tut es mir nicht leid, aber
dem Abriss muss etwas folgen. Sonst sieht es bald genauso öde aus wie mit den
alten und leeren Häusern."
Wie es einmal aussehen könnte, steht am Donnerstagnachmittag auf Tischen unter
freiem Himmel. Die Frühlingssonne strahlt auf Modelle, die Kinderhände
bastelten, auf Zeichnungen, auf Projektmappen. Fern von allen möglichen Vorgaben
und Bedenken ließen Hortkinder verschiedener Dessauer Schulen ihrer Phantasie
freien Lauf und setzten mit Farben und Materialien ihre Idee für den Stadtumbau
um. Ausgestellt sind sie nun beim Aktionstag im Stadtumbaugebiet innerhalb der
derzeitigen Agenda-Woche.
www.mz-web.de
23.04.2005
Magdeburg: wird älter– schon fast 40 Hundertjährige
In Magdeburg leben 26 Frauen und Männer, die bereits auf
ein mehr als 100-jähriges Leben zurückblicken können. Und in diesem Jahr kommen
nochmals 13 Jubiläen hinzu. Älteste Bürgerin ist Emma Dimanski mit 105 Jahren.
Insgesamt leben in Magdeburg 26 Personen, die über 100 Jahre alt sind. Die
Landeshauptstadt hat laut Statistik (Stand vom 31. Dezember 2004) 226 610
Einwohner. Das sind rund 35 500 weniger als noch vor zehn Jahren (1994: 266
115). Und das trotz steigender Lebenserwartung. Hintergrund: Es gibt entschieden
mehr Todesfälle als Geburten. Das Licht der Welt erblickten beispielsweise im
Februar dieses Jahres 123 Kinder (67 Jungs, 56 Mädchen). Demgegenüber stehen 236
Todesfälle (105 Männer und 131 Frauen). Die Statistiker sprechen in diesem Fall
von einem „Gestorbenenüberschuss“ von 113. Im März 2005 sah es zwar etwas besser
aus (143 geboren, 182 gestorben – gleich ein Bevölkerungsminus von 39), doch die
„generelle Tendenz geht dahin, dass es ein immer größeres Defizit gibt“, sagt
Petra Krüger von der Einwohnermeldeabteilung der Stadt. Dennoch abgenommen hat
die Zahl der Sterbefälle. Gab es 1994 noch 3151 im Jahr, so waren es 2004 2616.
Allerdings ging auch die Zahl der Kinder stark zurück. Im Alter bis zu fünf
Jahren wurden bis 31. Dezember vorigen Jahres 9497 Jungs und Mädchen gezählt.
1994 waren es noch 12 078 (also 2581 mehr) gewesen. Bei den Fünf- bis
Zehnjährigen sieht es noch drastischer aus: Es sind mehr als 10 000 weniger als
noch im Jahr 1994. Auch deutschlandweit gibt es laut Statistischem Bundesamt
einen leichten „Sterbeüberschuss“ (rund 5000 Sterbefälle mehr als Geburten im
Jahr 2003). Sachsen-Anhalt liegt allerdings mit einem Minus von 25 970 an
zweiter Stelle hinter Sachsen (minus 27 622). Zum Vergleich: In Bayern werden
rund 36 000 Menschen mehr geboren als jährlich sterben.
www.volksstimme.de
22.04.2005
Dorsten: Stadtumbau: Sorge um Höhe der
Abriss-Kosten
Der Stadtumbau West beschäftigte einmal mehr den
Planungsausschuss. Dass der längst ohne ausreichende Bürgerbeteiligung begonnen
habe, befürchten Kommunalpolitiker und Mitglieder der Wulfen-Konferenz, die
parallel tagte. Gefragt war einmal mehr Stadtbaurat Frank Gläßner, der in
schwieriger Gemengelage zwischen LEG, Ministerium für Städtebau, Verwaltung,
Politk und Öffentlichkeit die Fäden zusammenführen muss. "Es gibt noch zu viele
Fragezeichen", musste sich Gläßner wiederholen, bot regelmäßige
"Werkstattgespräche" an, um Politik und Öffentlichkeit auf dem Laufenden zu
halten. Da hat die LEG ein Gutachten in Auftrag gegeben, um die genauen Kosten
zu ermitteln. Finden sich Schadstoffe wie in Gebäuden der THS in Erkenschwick,
die aus der gleichen Zeit stammen, könnten sich Differenzen in Millionenhöhe zu
den bisherigen Schätzungen und damit zusätzliche Belastungen der Stadt ergeben.
Ergebnisse werden in der kommenden Woche erwartet. Gläßner: "Wenn diese Kosten
stark steigen, vermag ich noch nicht zu sagen, was das für das gesamte Projekt
bedeutet."
Derweil hat die LEG schon begonnen, die Hochhäuser Dimker Allee "behutsam
freizuziehen", wie Sprecherin Christine Mattauch formuliert. Man habe, so betont
sie, den Mietern der 140 (von 267) noch bewohnten Wohnungen nicht gekündigt,
sondern sie informiert und ihnen andere Wohnungen in Barkenberg angeboten.
Mittlerweile hätten die ersten 16 Mieter neue Verträge abgeschlossen. Die
Verteilung der bisherigen Mieter über ein Sozialraum-Management mit zu steuern,
hätte sich hingegen die Verwaltung gewünscht. Fördermittel dafür stehen im
Stadtumbau-Programm auch voraussichtlich bereit. Doch werden Steuerungsversuche
in diesem Fall wohl bei Bereitstellung des Geldes schon von den Realiäten
überholt sein.
www.waz.de
22.04.2005
Leipzig: Großsiedlung Grünau schrumpft unaufhaltsam
Grünau spricht allen Versuchen hohn, die Satellitenstädte
gesundzubeten. Der gar nicht so "grüne" Monstervorort von Leipzig, für 90 000
Bewohner konzipiert und bei seiner Fertigstellung im Wendejahr 1989 von 85 000
Menschen bevölkert, schrumpft trotz Millionenaufwand für Sanierung und
Wohnumfeldverbesserung von Jahr zu Jahr. Gleichzeitig wird der Stadtteil
unaufhaltsam zum Sammelbecken von Arbeitslosen, Wohngeldempfängern und Alten. In
einem schonungslosen "Zwischenbericht zum Stadtumbau und zur
Stadtteilentwicklung in Leipzig-Grünau" zieht jetzt das Dezernat
Stadtentwicklung und Bau der Stadt Bilanz: 2004 hatte Grünau nur noch 60 Prozent
der Einwohner von 1989, bis Ende dieses Jahres werden es kaum noch 46 000 sein.
Verschämt verweisen die Autoren in ihrer Studie darauf, daß immerhin drei von
vier Bewohnern, die umziehen müssen, in Grünau bleiben wollen und sprechen von
einem Zeichen der "Verbundenheit" mit der Siedlung. Aber wenn die restlichen 25
Prozent tatsächlich wegziehen wollen, schreitet die Erosion unaufhaltsam voran.
Obwohl 40 Prozent der Plattenbauten für teures Geld saniert sind, stehen 14
Prozent der Wohnungen leer.
www.welt.de
22.04.2005
Leipzig: 2500 Gründerzeithäuser vor dem Aus
Sachsens größte Stadt Leipzig wird zum
Städtebauversuchslabor. Wie es mit dem Stadtumbau im Osten weitergeht, unter
welchen Rahmenbedingungen sich die Sanierung der Strukturen vollzieht, wie der
Gesellschaftsumbau gelingt, das wird in dieser Stadt mit ihrem einzigartigen
Gebäudebestand exemplarisch deutlich werden.
Heute und morgen kommt es deshalb in Leipzig zu der bisher schärfsten
Konfrontation der beteiligten Interessengruppen und der städtischen Behörden.
Der Rechtsanwalt Henning Knigge und der Architekt Alexander Khorrami haben den
Verein "Stadtforum" gegründet. Er versteht sich zwar nicht als "Anwalt
traditionalistischer Tendenzen in Architektur und Städtebau", sondern setzt sich
für eine "nachhaltige und zukunftsfähige Stadtentwicklung" ein. Aber mit diesem
Programm kommt er in Konflikt mit dem "häufig rein betriebswirtschaftlich
motivierten Abriß historischer Bausubstanz". Ihm sagt er mit dem heute
beginnenden Kolloquium den Kampf an.
In aller Eile hat Leipzigs Baudezernent Engelbert Lütke Daldrup reagiert und ein
"Gebäudesicherungsprogramm" verkündet. Danach soll mit Häuserabbrüchen bei Nacht
und Nebel Schluß sein. Doch für eine Neujustierung der
Stadtentwicklungsstrategie fehlt das Geld. 2500 noch immer unsanierte
Gründerzeithäuser sind nach Schätzung des "Stadtforums" akut vom Abriß bedroht,
jedes fünfte davon hält auch Lütke Daldrup für so wertvoll und städtebaulich
unverzichtbar, daß er seiner Erhaltung höchste Priorität einräumt. Aber nur für
70 Häuser kann eine Sicherung, zum Teil auch mittels Ersatzvornahme, in Aussicht
gestellt werden - noch längst nicht die Instandsetzung.
Scharf kritisiert der Stadtentwicklungsdezernent in diesem Zusammenhang die
Regierung seines Freistaates. Die lenke die kargen Fördermittel "einseitig auf
Abriß", nicht mehr aber in die Erhaltung von Gebäuden. Was Lütke Daldrup dabei
übersieht, das ist die kontraproduktive Stadtentwicklungsphilosophie seines
eigenen Stadtparlaments. Das hat gerade erst wieder neue Bebauungspläne für
freistehende Einfamilienhäuser, Möbelmärkte und Gewerbegebiete am Stadtrand
ausgelegt und/oder genehmigt. Damit werden der Innenstadt
Entwicklungsmöglichkeiten entzogen.
www.welt.de
22.04.2005
Leinefelde-Worbis: Stadtumbau geht weiter
Auf weitere Unterstützung seitens des Landes baut die
Stadt Leinefelde-Worbis bei der Fortsetzung des Südstadt-Umbaus. Dazu habe es
kürzlich ein Gespräch mit dem Thüringer Bauministerium gegeben, so Bürgermeister
Gerd Reinhardt. Die städtische Wohnungsbau- und Verwaltungs GmbH Leinefelde (WVL)
ist derzeit dabei, den Block Schiller-Straße 2 bis 4 abzureißen. Über die
Flächen, auf denen die Gebäude Herschel-Straße 1 bis 7 und Einstein-Straße 38
bis 44 standen, kann jetzt im wahrsten Sinne des Wortes Gras wachsen: sie wurden
nach dem Komplettabriss eingesät.
Ihren derzeitigen Schwerpunkt sieht die WVL im süd-westlichen Teil der
Plattenbausiedlung in der Büchnerstraße, wo der noch verbliebene Block zu einem
Atriumhaus mit Innenhof umgebaut werden soll. Hier sei u.a. vorgesehen, so
Bürgermeister Reinhardt, zwei Geschosse abzutragen und einen Eingang gänzlich
wegzunehmen, um mehr Freifläche zu bekommen. Natürlich werde es auch hier im
Erdgeschoss barrierefreie Eingänge geben.
Wichtig sei es bei den Abrissen, so der Bürgermeister, auch vollständig die
Keller und die Fernwärmeleitungen zu entfernen, um die Flächen später wieder neu
bebauen zu können. Das Quartier beim Bonifatiusplatz solle Freiflächen bekommen,
die "einer individuellen Bebauung offen stehen". Es sei ein Entwicklungsgebiet
wie ein "in sich funktionierender Stadtteil", weist Reinhardt darauf hin, dass
sich hier u.a. eine Kirche mit Gemeindezentrum und Kindergarten, die Eichsfelder
Werkstätten, das Berufsschulzentrum mit Internat, ein Alters- und Pflegeheim
sowie eine Apotheke, eine Turnhalle, ein Einkaufszentrum und ein Baumarkt
befinden - und nicht zuletzt eine gute Straßenanbindung gegeben sei.
www.tlz.de
21.04.2005
Eisenhüttenstadt: Im Denkmal wird abgerissen
Es sind die fünf Häuser zwischen Rosa-Luxemburg- und
Karl-Liebknecht-Straße, die seit Jahren unbewohnt sind. Die Fenster sind mit
Brettern vernagelt. Kein schöner Anblick. Zwei dieser fünf Wohnblöcke im I.
Wohnkomplex werden jetzt abgerissen. Die anderen drei bleiben bis nächstes Jahr
stehen. Abgebrochen werden die beiden, die quer zur Karl-Liebknecht-Straße
stehen. Seit dem 6. April steht der Bauzaun da. Die Entkernung läuft. Ab dem 2.
Mai soll mit dem Abbruch begonnen werden, sagte Kerstin Schalle. Sie ist
Prokuristin der Oder-Immobilien Verwaltungs GmbH (OIV). Die OIV ist eine
100-prozentige Tochter der Eisenhüttenstädter Gebäudewirtschaft (Gewi), für die
die OIV unter anderem den Stadtumbau und den damit verbundenen Abriss übernimmt.
Die reinen Abrissarbeiten sollen bis zum 6. Juni dauern. Mit allem, das heißt,
auch mit den Außenanlagen will die OIV bis zum 15. Juli fertig sein. Laut der
Denkmalschutzauflagen bedeutet dass, die Flächen müssen begrünt und die Wege
müssen wieder hergestellt werden. "Wir haben außerdem die Auflage, die Konturen
der abgerissenen Häuser nachzubilden", sagte die Prokuristin. Dafür sollen die
Grundflächen, auf denen die abgerissenen Blöcke standen, leicht erhöht werden.
Außerdem müssen die Wege nachgebildet werden, die zu den Hauseingängen geführt
hatten. "Es soll so aussehen, als ständen die Häuser noch", sagte Kerstin
Schalle.
Mit dem Denkmalschutz sei der Abriss natürlich abgestimmt worden, betonte sie.
Er sei von Anfang an involviert gewesen. Auch wenn es den Denkmalschützern
bestimmt wehgetan habe, am Ende hätten sie dem Abriss zugestimmt. Ungeachtet
dessen werde aber am Flächendenkmal nach wie vor festgehalten, betonte
Stadtpressesprecher Torsten Gottschlag. "Wir dürfen nur nicht im Denkmal
erstarren." Die besagten Abrisshäuser sind die ersten Wohnblöcke, die in der EKO
Wohnstadt überhaupt gebaut wurden. Die Gewi lässt sie abbrechen, weil nicht mehr
genügend Wohnungen im nicht denkmalgeschützten Bereich vorhanden waren, die
dafür hätten abgerissen werden können, erklärte Kerstin Schalle. Außerdem seien
die betroffenen Wohnungen ziemlich klein und der Sanierungsaufwand hoch gewesen.
"Die Wohnungen waren nicht vermietungsfähig", sagte Kerstin Schalle. Als
"Sorgenkinder" bezeichnet Torsten Gottschlag deshalb auch diese fünf Wohnblöcke.
Selbst zu Vorwendezeiten hätten die Grundrisse und die Raumhöhen nicht den
Anforderungen entsprochen, auch wenn die Wohnungen damals noch vermietet waren.
www.moz.de
21.04.2005
Schwerin: Stadtumbau Neu Zippendorf sichtbar
Die Liste der Projekte aus dem Stadtumbauprogramm für Neu
Zippendorf ist lang. 26 Maßnahmen sind derzeit aufgenommen und mit
unterschiedlichen Prioritäten versehen. Reinhard Huß vom städtischen Amt für
Bauen, Denkmalpflege und Naturschutz und Stadtteilmanager Gunter Scharf stellten
den aktuellen Stand vor. "Höchste Priorität und besondere Aufmerksamkeit genießt
der Berliner Platz", sagte Scharf. Es gebe eine Vielzahl von Aktivitäten, um die
Entwicklung des Stadtteilzentrums voranzutreiben. Dazu gehöre ganz wesentlich
die Fortsetzung der baulichen Umgestaltung. Die Neugestaltung des Bereiches an
der Straßenbahnhaltestelle ist die größte derzeit laufende Maßnahme im Stadtteil
und steht kurz vor der Fertigstellung, berichtete Huß. Gleiches treffe auf die
Neugestaltung und Bepflanzung des Mittelstreifens der Hamburger Allee und des
Freizeitparks hinter der Perleberger Straße zu. Als nächste Projekte folgen nun
die behindertengerechte Rampe in der Wuppertaler Straße, die Neugestaltung der
Fußgängerwegebeziehungen im Bereich Hamburger Allee/Grünes Tal und die
Neugestaltung der Außenanlagen am "Eiskristall".
Mit besonderem Interesse verfolgten die Konferenzteilnehmer den Bericht von
Scharf über Aktivitäten zur Wirtschaftsförderung im Stadtteil. 19
Existenzgründer habe er bereits beraten, vier von ihnen hätten sich erfolgreich
in Neu Zippendorf etabliert. Nach Kräften würde die Suche nach Nachmietern für
die Hit-Halle unterstützt. "Aber das ist Privateigentum. Wir können nur
unterstützend wirken", so Scharf. Die Anregung, gemeinsam mit allen Vermietern
ein Gewerberaum-Kataster für den Stadtteil zu erstellen sowie eine fundierte
Bedarfsanalyse zu erstellen, wurde vom Stadtteilmanagement sogleich
aufgegriffen. Ebenso die Bitte des Ortsbeirats, mit allen Vermietern das Thema
Ordnung und Sauberkeit im Wohnumfeld dringend zu beraten.
www.svz.de
19.04.2005
Land Brandenburg: Stadtumbau macht Fortschritte
Zwischen 2002 und Februar diesen Jahres fielen über 16 000
Wohnungen der Abrissbirne anheim. Doch das ist erst ein Zehntel der heute etwa
165 000 leerstehenden Wohnungen im Bundesland. Bis 2010 sollen in ganz
Ostdeutschland 350 000 Wohnungen "vom Markt genommen" werden. Laut Szymanski
sind es die Kommunen, die gemeinsam mit den Eigentümern festlegen, was fällt und
was stehen bleibt. Überwiegend werden Wohnhäuser abgerissen, die sich in
kommunalem oder genossenschaftlichem Eigentum befinden. 26 Städte in Brandenburg
erhalten Mittel aus dem Programm.
Der Abriss wird weitergehen, doch es fällt ihm schwer, mit der Abwanderung
Schritt zu halten. Jährlich verlassen etwa 12 000 Menschen, meist auf der Suche
nach einem Arbeitsplatz, das Bundesland.
Der Finanzbedarf beim Häuserabriss in Brandenburg beträgt jetzt fast 200
Millionen Euro. Laut Bauminister müssten mit diesem Geld etwa 55 000
Wohneinheiten beseitigt werden. Hinzu kommt noch einmal ein Finanzbedarf von 292
Millionen Euro für nachfolgende Aufwertungsmaßnahmen.
www.svz.de
15.04.2005
Sachsen: Keine Mieter - keine Zukunft
Chemnitz müsste ein gesteigertes Interesse an der
Erhaltung historischer Bausubstanz haben. Das ehemalige Manchester Sachsens
wurde im Zweiten Weltkrieg durch Bombenhagel verwüstet. Die Plattenbauten vor
der Wende und die Kaufhausarchitektur der letzten Jahre haben den Verlust der
Gründerzeitgebiete nie auch nur annähernd wettgemacht. Dennoch fallen in
Chemnitz überdurchschnittlich viele Bauten mit Denkmalwert. "Monatlich gibt es
fünf bis acht Anträge auf Rückbau eines geschützten Hauses", klagt Michael
Streetz, Gebietsreferent des Landesamtes für Denkmalpflege (LfD). So wurden in
den letzten drei Jahren 250 wertvolle Bauten dem Erdboden gleichgemacht, von
5000 geschützten insgesamt. In Leipzig sind 2500 Wohnhäuser aus der Gründerzeit
durch Leerstand und Verfall gefährdet. In Dresden wegen der enormen
Kriegsschäden dagegen nur 250. Aber auch in Sachsens Kleinstädten hinterlässt
der Bevölkerungsrückgang viele unvermietete Wohnungen. Man versucht dem
Leerstand mit Rückbau und Begrünung der Brachen beizukommen und nennt das
Stadtumbau. Dabei ist es im Moment fast nur ein Abrissprogramm. Mit 70 Euro pro
Quadratmeter und einem Altschuldenerlass halten Bund und Land die Abrissbirne in
Schwung. Insgesamt 10.000 denkmalgeschützte Gebäude in Sachsen könnten in ihren
Pendelbereich fallen. Da viele von ihnen das Gesicht der Kommune prägen, dürften
einige Städte an manchen Stellen irgendwann kaum wiederzuerkennen sein. In
Meerane fiel eine komplette Marktseite. In Zwickau musste das wertvolle Zollhaus
weichen, in Chemnitz das im Heimatstil errichtete Haus der Kränkelstiftung sowie
Teile einer von Stadtbaumeister Fred Otto errichteten Gartenhaussiedlung. Die
Denkmalpflege ist oft machtlos. Hochrangige Rathausvertreter sitzen in den
Aufsichtsräten der Wohnungsgesellschaften. "Über den Denkmalwert wird auf dem
kurzen Dienstweg entschieden", sagt Alberto Schwarz vom Landesamt für
Denkmalpflege. Zwar geht seine Behörde in Widerspruch. Doch die Experten der
Regierungspräsidien schlagen sich oft auf die Seite der Städte. Gegen die
Tatsache, dass viele der erhaltenswerten Bauten niemals wieder vermietet werden,
weil die Städte im Durchschnitt ein Fünftel der Einwohner verloren, haben auch
die Denkmalpfleger keine Lösung. Das betrifft vor allem die langen
Einfallstraßen in die Städte. In Chemnitz blicken die Fenster der Bauten an der
B 95 wie tote Augen auf den lärmenden und stinkenden Verkehr. In Leipzig gilt
ähnliches für Teile der Georg-Schumann-, der Lützner und der Merseburger Straße.
"Wer will dort wohnen?", fragt Albrecht Buttolo rhetorisch. Mit fester Stimme
verkündet der Staatssekretär im sächsischen Innenministerium: "Von bestimmten
Bereichen muss man sich verabschieden. Auch als Schallmauer für die dahinter
liegenden Quartiere sind diese Gebäude nicht zu erhalten." Experten warnen indes
davor, dass nach dem Abriss der ersten Häuserzeilen Lärm und Gestank in die
sanierte und gut bewohnte zweite Reihe dringt und dort die Mieter vertreibt.
www.lvz-online.de
12.04.2005
Iserlohn: Über Rückbau verschärft nachdenken
Der Fokus liegt klar auf der Sicherung des Bestandes: Wenn
im Rahmen des
Stadtentwicklungskonzeptes am morgigen Donnerstag alle
Interessierten aus Gerlingsen, vom Hombruch, der Heide und vom Nußberg zur
dritten und letzten Bürgerversammlung zusammenkommen, geht es im Kern um die
Frage, wie die Stadtteile als attraktive Wohnstandorte erhalten und umgestaltet
werden können. "Die Stadtteile sind in sich abgeschlossen, für die weitere
Entwicklung können keine größeren Neubauflächen herangezogen werden", erläutert
Olaf Pestl aus dem Ressort Planen, Bauen und Wohnen das Ergebnis der
Bestandsaufnahme. Ist die städtebauliche Zielrichtung für die Ortsteile zwar
klar, wissen die Planer jedoch auch, dass sie es in diesen Gebieten mit einer
Vielzahl von Akteuren zu tun haben und die Spielräume der städtischen
Einflussnahme begrenzt sind. Soll sich etwas bewegen, müssen die
Wohnungsbaugesellschaften mit ins Boot steigen.
Für den Planer stellt insbesondere der Hombruch überdies ein Gebiet dar, in dem
"hohe Rückbau-Potenziale" bestehen, "da muss man verschärft drüber nachdenken".
Wie durch gezielte Abrissmaßnahmen positive Ergebnisse erreicht werden können,
dafür lohne ein Blick in ostdeutsche Städte, wo in Plattenbausiedlungen einzelne
Gebäude entfernt oder Stockwerke abgetragen wurden.
Neue Wege müssen nach Pestls Meinung gegangen werden, um den Wunsch der
Hombrucher nach einem Nahversorgsangebot zu erfüllen. Ein Unternehmen werde sich
wohl nicht dort niederlassen aufgrund der zu niedrigen Bevölkerungszahl. Pestl:
"Denkbar wäre aber durchaus ein Nachbarschaftsladen." Um die Gemeinschaft in dem
"vereins- und zentrumslosenlosen" Stadtteil zu stärken, will die Bauverwaltung
überdies gemeinsam mit dem Sozialraumteam durch verschiedene Projekte
"Bewohner-Netzwerke" knüpfen. Ein Baustein der Idee: Den Hombruchern soll für
gemeinschaftliche Aktivitäten Freiflächen zur Verfügung gestellt werden. Ein
möglicher Ansatzpunkt ergibt sich hier bei der für dieses Jahr vorgesehenen
Neugestaltung des Spielplatzes an der Bremsheide.
www.ikz-online.de
12.04.2005
Sachsen-Anhalt: Abhilfe für marode Schulen
Beim Stadtumbau setzt die Landesregierung einen
Schwerpunkt auf die Sanierung von Kindertagesstätten und Schulen. Von der
Gesamtinvestition für Aufwertungen, insgesamt rund 9,6 Millionen Euro, fließt
nun immerhin mehr als ein Drittel in die Sanierung von Schulen und
Kindertagesstätten. Größter Einzelposten: Fast 523000 Euro für die Erneuerung
der Einrichtung am Jägerplatz in Halle; 400000 Euro fließen in die Sanierung der
Kita "Bummi" in Quedlinburg. Ebenfalls gefördert wird die Naumannschule in
Köthen (275000 Euro). Und die Bernburger Goethe-Grundschule soll 310000 Euro für
einen neuen Hof bekommen. Die Millionen sind Teil des Programms "Stadtumbau
Ost". Dabei fließen auch Fördergelder der Bundesregierung, aber erst nach einer
so genannten "Bund-Länder-Vereinbarung". Wann diese geschlossen wird, ist noch
ungewiss. Das Land hat zudem insgesamt 5,6 Millionen Euro für allgemeine
städtebauliche Maßnahmen bewilligt. Dabei fließen allein eine Million Euro nach
Wittenberg in den Umbau eines Franziskanerklosters zu einem
Veranstaltungszentrum. 375000 Euro hat die Regierung für den Bau eines
Parkplatzes am Stadion in Dessau bewilligt.
www.mz-web.de
09.04.2005
Essen: Das Revier wohnt zur Miete
Der Wohnungsmarkt im Ruhrgebiet muss attraktiver werden.
Dieser Überzeugung ist Thomas Rommelspacher. Momentan werde der Markt "von zwei
Seiten in die Zange genommen". Auf der einen Seite gebe es massive Leerstände im
Bereich der Sozialwohnungen, andererseits gebe es zu wenig attraktive Angebote
für kinderreiche Familien.Im Stadtgebiet Essen stehen zehn Prozent der
Mietwohnungen leer. Im sozial schwachen Essener Norden liegt der Anteil bei über
20 Prozent. "Die kleinen Träger von Mietwohnungen gehen insolvent", sagt
Rommelspacher. Zehn Wohnungsunternehmen, mit Ausnahme der Viterra, arbeiten mit
der Stadt Essen zusammen, um das vom Land geförderte Projekt "Stadtumbau West"
zu realisieren. Dabei geht vor allem darum, den demografischen und strukturellen
Wandel aufzufangen. "Dies wird das Thema der nächsten Jahre", glaubt
Rommelspacher "das Ruhrgebiet wird dabei zum Vorreiter für andere Regionen."
Bundesweit sind etliche Mietwohnungen in öffentlicher Hand. Langfristig wird
auch hier die Privatisierung nicht aufzuhalten sein. Die zunehmende
Privatisierung des Wohnungsmarktes im Ruhrgebiet hat bei den Mietern für
Verunsicherung gesorgt. In den letzten Jahren wechselten im Revier über 100.000
Wohnungen den Besitzer. Die großen Gesellschafter Viterra, Gagfah, RAG
Immobilien, entledigten sich ihrer Bestände. Andere wollen folgen. Die
Landesentwicklungsgesellschaft plant, einen Teil ihrer 110.000 Wohnungen zu
privatisieren. Auch Viterra sucht Abnehmer für rund 80.000 Mietwohnungen im
Ruhrgebiet. Das Land NRW hat einen Verhaltenskodex verabschiedet, wonach bei den
Privatisierungen, "die Rechte der Mieter, auch über das gesetzlich definierte
Mindestmaß hinaus", zu schützen seien. Die Wohnungsbaugesellschaften erwarten
ein Entgegenkommen der Kommunen. "Wir haben als ehemals gemeinnütziges
Wohnungsunternehmen erhebliche Steuerprobleme", sagt Udo Bachmann, Vorsitzender
der Geschäftsführung des Essener Wohnungsunternehmens Gagfah. Die Gagfah wurde
im vergangenen Jahr vom amerikanischen Pensionsfonds Fortress übernommen.
www.taz.de
08.04.2005
Magdeburg: Maenicke-Hof wird bis Dezember
komplettiert
Dieser Tage wird die zweite Bodenplatte verlegt in der
Johannes-R .-Becher-Straße 1-4, sagte gestern MWG-Projektbetreuer Jörg
Sopauschke auf Volksstimme-Nachfrage: „Anschließend kommt das Kellergeschoss,
dann arbeiten wir uns Stück für Stück nach oben.“ Im Dezember soll die
Vollendung des Bauwerks mit den ersten Mietern gefeiert werden.
Wo früher ein sechsgeschossiger Plattenbau mit sieben Eingängen und 84 Wohnungen
stand, lässt die MWG ein architektonisch interessantes Mehrfamilienhaus bauen –
zweigeteilt und jeweils abgestuft von vier bis zwei Etagen. Den Neubau mit
insgesamt 18 Wohnungen lässt sich die MWG 1, 8 Millionen Euro kosten. Magdeburgs
nordwestliche Stadtgrenze bekommt damit ein neues städtebauliches Gesicht. Beim
„Stadtumbau Ost“ setzt die MWG-Wohnungsgenossenschaft daher auf einen Mix aus
Sanierung, Rückbau und Neubau.
www.volksstimme.de
08.04.2005
Eisenhüttenstadt: Gewi saniert 215 Wohnungen
Nach langen und schwierigen Verhandlungen mit Banken im
gesamten Bundesgebiet ist es der Geschäftsführung der GeWi nunmehr gelungen für
fünf Objekte die notwendigen Darlehen für die Komplexsanierung für fünf Objekte
des Bestandes zu akquirieren. "Die Banken halten sich auf Grund der schlechten
wirtschaftlichen Lage im Territorium und wegen des Leerstandes bei der GeWi -
aktuell 30 Prozent - mit der Gewährung von Sanierungsdarlehen zurück", sagt
Geschäftsführerin Simone Irmer. Daran habe auch der Appell des Bürgermeisters
Rainer Werner anlässlich des letzten Neujahrsempfangs nichts geändert. Selbst
die Fördermittel für die aufwendige Denkmalsanierung fließen nicht mehr wie noch
vor einigen Jahren. Eine regionale Bank, die DKB Frankfurt/Oder, steht für die
Region und wird die GeWi bei der Sanierung von weiteren fünf Objekten begleiten.
Gemeinsam mit der DKB ist es der Gewi-Geschäftsführerin Simone Irmer gelungen,
die Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit der Maßnahmen auch unter den
schwierigen Bedingungen darzustellen. Der Stadtumbau in Eisenhüttenstadt könne
nur realisiert werden, wenn Bestände des WK 2, 3 und 6 weiter komplex saniert
werden, um den Mietern für den Umzug geeigneten Wohnraum anzubieten.
Insgesamt beträgt das Sanierungsvolumen über 7,7 Millionen Euro. Damit werden
215 Wohnungen komplex saniert. Die Mieter sind bereits informiert und derzeitig
laufen die Ausschreibungen.
www.moz.de
06.04.2005
Schrumpfende Städte stellen Versorger vor
Kostenproblem
Für die Städtischen Werke Magdeburg (SWM) gehört der Stadtumbau zu den größten
Herausforderungen der nächsten Jahre. „Rund 30 000 Wohnungen stehen wegen
Abwanderung und demografischer Entwicklung derzeit leer. Bis zum Jahr 2009
sollen 20 000 Wohnungen abgerissen werden“, sagte Johannes Kempmann, Technischer
Geschäftsführer der SWM. Trotzdem werde sich der Leerstand nicht verringern,
wenn sich der Bevölkerungsrückgang im gleichen Maße fortsetzt. „Das bringt
erhebliche Probleme bei der Ver- und Entsorgung mit sich“, so Kempmann. Denn
nicht nur Wohnungen, sondern auch Leitungen müssten rückgebaut, die Systeme
angepasst und Investitionen abgeschrieben werden. Kempmann rechnet mit Kosten
von etwa 40 Millionen Euro. Da die Schrumpfung von Städten ein
gesamtgesellschaftliches Problem sei, müsse auch über die Verteilung der Kosten
nachgedacht werden. Die Last dürfe nicht nur an den Unternehmen und ihren
verbliebenen Kunden hängen bleiben, forderte er.
Peter Rebohle, Vizepräsident des Bundesverbandes der deutschen Gas- und
Wasserwirtschaft (BGW), sieht die Branche auf einem schmalen Grat balancieren –
zwischen der freiwilligen Weiterentwicklung der eigenen Ver- und
Entsorgungsstrukturen und noch mehr bürokratischer Regulierung.
„Die Kommunen tragen die Verantwortung für ihre Bürger. Trinkwasserversorgung
ist eine sehr regional bezogene Aufgabe im Wasserkreislauf“, erklärte Rebohle.
Die Entscheidungsfreiheit, mit welchem Partner die Städte und Gemeinden diese
Aufgabe erfüllen wollen, dürfe den Kommunen deshalb nicht genommen werden. Der
Europäische Gerichtshof schlage mit seinen jüngsten Urteilen zur Zusammenarbeit
zwischen öffentlichen Körperschaften jedoch einen anderen Weg ein. Jetzt gehe es
um die Fragen, ob eine allgemeine Ausschreibungspflicht für Konzessionsverträge
kommt und ob kommunale Partner in Zukunft noch miteinander kooperieren können.
www.volksstimme.de
05.04.2005
Gera: Stadtumbau jetzt vor allem in der Innenstadt
Nach den Erfolgen zur Konsolidierung des Wohnungsmarktes
in Lusan und Bieblach liege der Förderschwerpunkt beim Stadtumbau künftig in der
Innenstadt, kündigt Baudezernent Ramon Miller an.
Die Stadt und vor allem die Geraer Wohnungsunternehmen bereiten dazu wichtige
Projekte vor. Als Beispiel stellte der Geschäftsführer der GWB Elstertal, Ralf
Schekira, kürzlich bei einem Treffen zum Stadtumbau den Rückbau an der Ostseite
der Breitscheidstraße vor. Dadurch werde nicht nur dem Leerstand
entgegengewirkt, sondern es entständen auch Entwicklungspotenziale für urbane
Qualitäten in der Innenstadt, die bisher völlig unterrepräsentiert sind. So
könnten neue überschaubare Freizeitbereiche in dem Areal umgesetzt werden. Das
Punkthochhaus und der "Sonnenhof" an der De-Smit-Straße würden dagegen als
charakteristische Dominanten der jüngsten Stadtgeschichte aufgewertet. Gute
Mieterakzeptanz und Vollvermietung in schon sanierten Teilen dieser Gebäude
belegen laut Schekira, dass dieser Weg richtig sei. Ein markantes Beispiel für
konkurrenzfähige Wohnangebote in der Innenstadt setzt derzeit die Geraer
Wohnungsgesellschaft Gewo um. Geschäftsführer Horst Richter erläuterte anhand
der Zschochernstraße, dass mit zielgerichtetem Aufwand Wohnungen mit Balkons,
gesicherten Stellplatzen und einen attraktiven Umfeld entstehen könne. Die
bereits fertiggestellten Blocks würden vom Markt gut aufgenommen.
www.otz.de
02.04.2005
Duisburg: setzt auf geordneten Stadt-Rückbau
Als erste westdeutsche Großstadt will Duisburg ein Konzept
für einen „geordneten und intelligenten Stadt-Rückbau bis 2020” entwickeln. Die
500 000-Einwohner-Stadt könnte nach Schätzung
von Experten bis 2020 weitere 40 000 Menschen verlieren. Seit Anfang des Jahres
arbeitet das Frankfurter Architektur- und Stadtentwicklungsbüro Speer & Partner
am Schrumpfungskonzept, das im
Herbst vorliegen soll. „Wir müssen Duisburg auf eine Bevölkerungszahl
ausrichten, die sinnvoll und finanzierbar ist und die Stadt attraktiv macht”,
sagt Martin Linne, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung, in einem Gespräch mit
der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung in Essen.
www.presseportal.de
01.04.2005
Kreuztal: Mehr Qualität beim Wohnen
Wie lässt es sich in der Fritz-Erler-Siedlung besser
leben? Diese Frage ständig zu verfolgen und die verschiedenen Bestrebungen und
Aktionen zu koordinieren ist eine Aufgabe des künftigen "Quartiersmanagements".
Gestern nahm es Konturen an.
Vertreter von Trägern, Einrichtungen wie beispielsweise der AWO, der Diakonie,
der Caritas oder der Neuen Arbeit Siegerland sowie von Verwaltung und Politik
folgten der Einladung Bürgermeister Rudolf Biermanns, sich in der Weißen Villa
mit dem zukünftigen Quartiersmanagement Fritz-Erler-Siedlung zu befassen.
"Dieses große Interesse, die engagierte, sachbetonte Diskussion und vor allem
die konkreten Verabredungen auf dem Workshop sind eine hervorragende Grundlage,
die AWO-Beratungsstelle zum Quartiersmanagement weiterzuentwickeln", sagte Uwe
Montanus. Er ist Projektbeauftragter der Stadt Kreuztal. Eine zentrale Aufgabe
des Quartiersmanagements sei die Koordination und Vernetzung. "Es muss ein
Netzwerk der lokalen Akteure in der Siedlung organisiert werden", sagte Burghard
Schneider, Verbandsdirektor des Verbandes der Wohnungswirtschaft den knapp 60
Teilnehmern des Projekttages. Weiterhin gehören die Planung und Entwicklung von
Projekten, die soziale Beratung und Unterstützung zu den Aufgaben. Ein wichtiger
Punkt ist das Beteiligen und Aktivieren der Bewohnern, durch eine "breite
Information", beispielsweise bei baulichen Maßnahmen.Schneider erläuterte, dass
der Wohnungsbestand in der Fritz-Erler-Siedlung - und in vergleichbaren
Siedlungen - vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der aktuellen
Diskussion zum Stadtumbau auch zukünftig eine wichtige Bedeutung habe und dass
auf die sich ändernden Anforderungen bereits jetzt reagiert werden müsse.So
stellt sich beispielsweise die Frage, welche Überschneidungen, aber auch Lücken
es bei den Angeboten der unterschiedlichen Einrichtungen und Träger gibt.
Allerdings ging es gestern noch nicht um einzelne Maßnahmen. "Am Endes steht
eine konkrete Verabredung, wie im Projektverlauf verfahren wird."
www.westfälische-rundschau.de
01.04.2005
Wittenberge: Stadtteil Nord nun total abgerissen
Vor 15 Jahren waren die Neubauwohnungen in der
Plattenbausiedlung Nord gefragt. Jetzt sind es nicht mal mehr 20000 Einwohner in
Wittenberge. Wohnungen stehen massenhaft leer, und was leer steht, muss entweder
saniert oder abgerissen werden, wenn es nicht von selbst zerfällt.
Just mit dem letzten Block, der erst nach der Wende fertig wurde, begann Ende
2002 der Rückbau eines ganzen Stadtteils mit 356 Wohnungen, den modernsten
übrigens, die die Stadt damals zu bieten hatte: die meisten groß und fast alle
mit Loggia, auch die Küchen größer als aus der Allendestraße gewohnt. "Das
sollte man ruhig mal sagen", blickt Torsten Diehn, Geschäftsführer der
Wohnungsbaugesellschaft Wittenberge (WGW), dem realistischen Dilemma der
vorhersehbaren Entwicklung Wittenberges in die Augen. Mit dem Stadtumbaukonzept,
das den vollständigen "Rückbau" der sieben Blöcke in Nord vorsah und der
zielgerichteten Entwicklung des Jahnschulviertels hatte die Stadt den Wettbewerb
zum Stadtumbau Ost gewonnen und die Türen für die Förderung geöffnet. Die Stadt
verfolgt mit dem Stadtumbaukonzept eine Belebung des Zentrums – richtet sich auf
Gemütlichkeit für 15000 Einwohner ein. Da konnte man sich nicht im Außenbereich
verzetteln. Nach und nach zog die Wohnungsbaugesellschaft als Eigentümer die
Wohnungen frei, lenkte die Bewohner vor allem in die Innenstadt. "Der jetzt
abgeschlossene Rückbau ist ein deutlicher Erfolg," sagt Torsten Diehn, ist doch
die WGW um 17700 Quadratmeter Wohnfläche auch wirtschaftlich entlastet. Die
Kosten von rund 650000 Euro wurden hundertprozentig gefördert, wenngleich
natürlich an der WGW auch noch genügend Personal- und Verwaltungskosten hängen
blieben. "Besonders wichtig, ist auch, dass etwa zwei Drittel des Geldes an
regionale Firmen gingen", betont Diehn. Jetzt gibt es noch ein bisschen
Nacharbeit und Rasen anlegen. Die Erschließung mit Straßen, Ver- und Entsorgung
bleibt. Vielleicht wird ja doch irgendwann noch mal gebaut in Wittenberge
Nord...
www.svz.de