Newsticker Archiv Dezember 2004

zurück NEWS

30.12.2004
Kampf um die Vorstadt-Familie
Die Städte im Ruhrgebiet haben sich noch nicht ausreichend auf den zu erwartenden Bevölkerungsschwund eingestellt. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie des Regionalverbands Ruhrgebiet (RVR). Die Kommunen schrieben immer noch zu viele Wohnbauflächen aus und kalkulierten in ihren Flächennutzungsplänen mit falschen Prognosen zur Einwohnerzahl, so die RVR-Direktorin Christa Thoben . "So wird die Verödung der Innenstädte weiter vorangetrieben", sagte sie. Stadtplaner behaupten hingegen das Gegenteil: "Nur durch eine offensive Bodenpolitik kann die Region den Turnaround schaffen", sagt der Dortmunder Planungsdezernent Ulrich Sierau .
Die RVR-Studie vergleicht Bevölkerungsprognosen für die Ruhrgebiets-Städte mit den in den Flächennutzungsplänen ausgeschriebenen Wohnbauflächen - und offenbart eine Diskrepanz. So stellt etwa die Stadt Hamm Bauland zur Verfügung, das für eine Bevölkerungssteigerung um 18 Prozent reicht, während das Landesamt für Statistik der Kommune in den kommenden 15 Jahren einen Bevölkerungsschwund von 4 Prozent prognostiziert. Die Stadt Hagen weist bei einem erwarteten Einwohnerverlust von 16 Prozent trotzdem Flächen für Potenzial für sieben Prozent mehr Bewohner aus.
Die Zahlen sind ein Problem, findet der RVR. In den Kommunen müsse ein stadtplanerischer Paradigmenwechsel erfolgen: Statt darauf zu schielen, den Nachbarstädten durch immer mehr Neubaugebiete Einwohner streitig zu machen, solle die Schrumpfung akzeptiert und kreativ gestaltet werden. Gemeinsam mit Wohnbauunternehmen und Kommunen müsse die Aufwertung bestehender Wohnflächen vorangetrieben und auch verstärkt über Abrisse - wie im Programm Stadtumbau West vorgesehen - nachgedacht werden. "Die Städte können vor dieser Erkenntnis nicht weglaufen", sagt RVR-Direktorin Thoben. In einem "Masterplan Siedlung" will der RVR entsprechende politische Vereinbarungen anregen.
In den Städten wird die Initiative des Regionalverbands unterschiedlich aufgenommen. "Auch wenn Bauland immer nachgefragt wird, muss man sich natürlich fragen, wie viele Bauflächen eine schrumpfende Stadt braucht", sagt der Hagener Stadtplaner Martin Bleja. Ein Paradigmenwechsel brauche jedoch Zeit: "Es gibt da immer einen Timelag zwischen Wissenschaft und Politik." Andere Städte weisen die RVR-Vorschläge zurück. "Es gibt bei der Einwohnerentwicklung eine Konkurrenz mit dem Umland, die man nicht wegdiskutieren kann", verteidigt der Hammer Stadtsprecher Lutz Rettig die hohen Flächenausweisungen der Kommune.
Für Dortmunds Planungsdezernent Ulrich Sierau ist die Studie des RVR nicht nur falsch in ihrer These, sondern auch wissenschaftlich schlecht gemacht: "Man kann nicht Zahlen gegenüberstellen, ohne über die Gründe nachzudenken", sagt er. Er lasse sich nicht sagen, dass er "über den Durst" Flächen ausgewiesen habe: "Die Region schrumpft nicht per se." Zumindest für Dortmund trifft das zu: Im Vergleich zu anderen Ruhrgebietskommunen hält die Stadt ihre Bevölkerungszahl nahezu konstant - nach Sierau auch ein Verdienst offensiver Flächenpolitik.

www.taz.de

29.12.2004
Gera:  Mit Sanierung Stadtumbau vorbereitet
"Ehe wir Leerstände reduzieren können, müssen wir erst einmal modernisieren und sanieren", beschreibt Ubrig den Weg von Geras mitgliederstärkster Wohnungsbaugenossenschaft.
Denn die Menschen, die noch in abzureißenden Häusern leben, müssen zunächst erst einmal in andere Wohnungen umgesiedelt werden. "Und wer zieht heute schon noch in eine unsanierte Wohnung ohne Mindeststandard?" Mehr als zehn Prozent des 4 300 Wohnungen umfassenden Bestandes stehen bei der "Aufbau" derzeit leer - weniger als im Geraer Durchschnitt. Um Wohnungen sanieren zu können, müssen sie erst einmal leer gezogen werden, macht Ubrig die differenziert zu sehende Rechengrundlage deutlich.
15 Millionen Euro hat die Baugenossenschaft in diesem Jahr in die Erneuerung ihrer Substanz investiert. Verbesserte Lebensbedingungen in 406 Wohnungen. Zu den Objekten gehörten die Kurt-Keicher-Straße 87-105, die Blöcke Schleizer Straße 6-8 und 9-11, die Pößnecker Straße 1-11, 2-6 und 13-17, die Herderstraße 36-40 und die Flurstraße 10-12. In der bereits 2003 sanierten Ebertstraße 13-19 wurden zudem die Außenanlagen neu gestaltet.
Aber auch Abriss ist für die WBG "Aufbau" kein neues Thema. Vor zwei Jahren ließ sie Elf-Geschosser in der Karl-Matthes-Straße fallen und baute 48 Wohnungen in der Eiselstraße zurück. Künftig wolle man sich in Lusan auf das Kerngebiet reduzieren und in den an die "grüne Wiese" angrenzenden Straßenzügen weiter abreißen bzw. zurückbauen, dem ländlichen Umfeld angepasst. Das Einvernehmen mit der Stadt sei, so Ubrig, teils noch zu finden, doch deren Stellungnahme sei nötig für Kreditanträge.
Ein zweites großes Stadtumbau-Feld ist für die WBG "Aufbau" Bieblach/Ost. Hier verwaltet sie gleichfalls Wohnungen. In der Fritz-Gießner-Straße sollen im nächsten Jahr 90 Wohnungen weichen - entsprechend der städtischen Rahmenplanung für Bieblach/Ost. Hingegen wolle man künftig in ein erhaltenswertes Kerngebiet im Stadtteil investieren. Totaler Abriss ganzer Blöcke und Rückbau bis zu 50 Prozent und im Gegenzug die Aufwertung eines neuen Zentrums sind auch hier strategisches Ziel.

www.tlz.de

29.12.2004
100.000 Wohnungen weniger
Wegen der Abwanderung in den Westen stehen in Ostdeutschland etwa eine Million Wohnungen leer. Fast 360.000 davon sollen in den nächsten vier Jahren der Abrissbirne zum Opfer fallen. Das Stadtumbauprogramm Ost stellt dafür pro Jahr 160 Millionen Euro zur Verfügung, teilte Bundesbauminister Manfred Stolpe in Berlin mit.
"In drei Jahren Stadtumbau Ost ist erreicht worden, dass der Leerstand an Wohnungen erstmals zurückgeht", sagte Stolpe. In Schwedt, Hoyerswerda oder Chemnitz seien bereits leer stehende Wohnblöcke abgerissen oder in gefälligere kleinere Wohngebäude umgewandelt worden. Mittlerweile gebe es in Ostdeutschland rund 100.000 Wohnungen weniger. Dank der Bemühungen um den städtebaulichen Denkmalschutz stünden Städte wie Quedlinburg, Weimar, Wittenberg, Wismar und Stralsund heute auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes.
Die Erfahrungen mit dem Stadtumbau Ost seien für den Westen beispielgebend, so Stolpe. Seit dem Jahr 2004 unterstütze der Bund auch den Umbau der Städte in Westdeutschland. Die finanziellen Mittel sollen von derzeit 40 Millionen Euro jährlich bis 2009 auf 86 Millionen Euro steigen. Nach Ansicht von Stolpe könnten die beiden Stadtumbauprogramme auch zusammengelegt werden.
Nach Angaben des Ministeriums stehen in Berlin derzeit rund 62 000 Wohnungen leer, fast 21 000 sollen abgerissen werden. Bisher wurde der Abriß von 1624 Wohnungen bewilligt. Die Zahlen für die übrigen Ost-Länder: Brandenburg: 164 000 leerstehende Wohnungen, davon sollen fast 55 000 abgerissen werden. Bisher wurde der Abriß von zirka 23 000 Wohnungen bewilligt. Mecklenburg-Vorpommern: 99 000 Leerstände, Abriß: bis jetzt 15 300, geplant 33 000. Sachsen: 408 000 leerstehende Wohnungen, Abriß-Soll: 136 000, bewilligt: 83 000. Sachsen-Anhalt: 224 000 leere Wohnungen, davon sollen etwa 74 000 abgerissen werden, bewilligt wurden bis jetzt über 35 000. Thüringen: rund 120 000 Wohnungen stehen leer, davon sollen etwa 40 000 abgerissen werden. Bisher wurde der Abriß von zirka 19 000 Wohnungen bewilligt.

www.baunetz.de

24.12.2004
Sachsen-Anhalt: Wohnungswirtschaft bekommt Abriss-Gelder auf einen Schlag
Der Stadtumbau in Sachsen-Anhalt soll schneller als bisher vorangebracht werden. Ein großes Hindernis, nämlich gestückelt ausgezahlte staatliche Zuschüsse für den Abriss von Wohnungen, soll jetzt aus dem Weg geräumt werden. Vermieter bekommen künftig das Geld auf einen Schlag und nicht wie bisher in fünf Jahrestranchen ausgezahlt. Federführend ist die Investitionsbank Sachsen-Anhalt.
Der Abriss von Wohnungen im Zuge des Stadtumbau Ost ist nicht nur eine Willens- sondern vielmehr eine große finanzielle Frage. Weil die Vermieter die teure Last von zehntausenden abzureißenden Wohnungen nicht allein tragen können, bekommen sie Zuschüsse von Bund und Land. Sachsen-Anhalt hat dieses Jahr über eine so genannte Bund-Länder-Vereinbarung 44,4 Millionen Euro zur Verfügung.
Problem: Das Geld - 60 Euro pro Quadratmeter und im Schnitt 3600 Euro je Wohnung - wird nur in fünf Jahrestranchen ausgezahlt. Zudem müssen alle Bundesländer dem Geldverteilungsystem jährlich aufs Neue ihren parlamentarischen Segen geben. Auf der anderen Seite entstehen den Wohnungsunternehmen etwa durch das anspruchsvolle Umzugsmanagement oder aufwändige Entkernungsmaßnahmen sehr hohe Anlaufkosten, die mit dem ersten Jahresabschlag nicht zu finanzieren sind. Banken springen kaum ein oder nur zu ungünstigen Kreditkonditionen.
Damit die Wohnungswirtschaft hierzulande schneller an ihr Geld kommt, beschreitet Sachsen-Anhalt jetzt einen in der Bundesrepublik bisher einmaligen Weg. "Die Investitionsbank geht in Vorleistung und zahlt die Zuschüsse in einer Summe aus", sagte der Sprecher der Investitionsbank-Geschäftsführung, Manfred Maas, im Volksstimme-Gespräch. "Damit beenden wir eine langwierige Hängepartie und lösen so die Bremse für den beschleunigten Abriss von Wohnungen." Zudem leiste die Investitionsbank über ihre eigenen Refinanzierungsmöglichkeiten einen Beitrag zur Entlastung des Landeshaushaltes. Die Investitionsbank gelte ihre Vorfinanzierungskosten mit vier Euro des Quadratmeter-Zuschusses ab.
Laut Maas haben bisher 16 Antragsteller von der neuen Auszahlungsmöglichkeit Gebrauch gemacht. Insgesamt seien von der Investitionsbank bisher Zuschüsse von 1,6 Millionen Euro für den Abriss von insgesamt 1100 Wohnungen unter anderem in Stendal und Tangerhütte ausgezahlt worden.
Ein erster Abschlag von bis zu 30 Euro je Quadratmeter werde ausgezahlt, sobald das jeweilige Objekt für den Abriss bereit stehe, der Restbetrag sofort nach Vorlage des Verwendungsnachweises und nicht erst nach dessen Prüfung, erläuterte Maas. Von der neuen Förderung würden allerdings nur diejenigen Wohnungsunternehmen und Vermieter profitieren, die in jenen 44 Städten und Gemeinden in Sachsen-Anhalt ansässig sind, die in Stadtentwicklungskonzepten ihre Vorstellungen und Konzepte zur städtebaulichen Umgestaltung der Kommunen niedergeschrieben haben

www.volksstimme.de

20.12.2004
Sachsen-Anhalt: "Wanderungen gehen zurück, aber das Geburtendefizit wird ein Problem"
Sachsen-Anhalts Einwohnerzahl schrumpft weiter: Mit 2522941 Bewohnern Ende 2003 verringerte sich die Zahl der Sachsen-Anhalter um ein Prozent zum Vorjahr - obwohl wieder mehr Menschen nach Sachsen-Anhalt zogen, weniger dem Bundesland den Rücken kehrten. Der Wanderungsverlust war aber auch 2003 entscheidender Faktor für den Bevölkerungsrückgang. In den ersten Monaten 2004 jedoch rückt das Geburtendefizit in den Vordergrund.
"Wer von Sachsen-Anhalt weggeht, ist vor allem jung. Wir bekommen deshalb ein Problem mit dem Geburtendefizit", sagte gestern Manfred Scherschinski, Direktor des Statistischen Landesamtes in Halle. Während bis Ende des Jahres 1991 sowie von 1998 bis 2003 die vielen Fortzüge aus Sachsen-Anhalt ausschlaggebend für den Bevölkerungsrückgang waren, werde jetzt die Statistik-Kluft zwischen Geborenen und Gestorbenen dominieren, sagte der Hallenser Statistiker. "Die Wanderungen gehen zurück, das Geburtendefizit wird ein Problem."
Grund ist die Altersstruktur der Menschen, die Sachsen-Anhalt den Rücken kehren. Scherschinski: "Über die Hälfte der Differenz zwischen Zu- und Fortzügen entfiel im vergangenen Jahr auf junge Leute unter 25 Jahre." Und er ergänzt: "Es waren vor allem Mädchen und junge Frauen." Sie zieht es hauptsächlich nach Niedersachsen, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Sachsen.
Den Zahlen aus dem gestern von Scherschinski präsentierten neuen Statistischen Jahrbuch ist zu entnehmen, dass sich die große Kluft zwischen Zu- und Fortzügen in den vergangenen drei Jahren verkleinert hat. Der so genannte Wanderungsverlust lag 2003 bei 13227 Personen, das Jahr zuvor waren es fast 6000 mehr.
Seit 1990 haben 678000 Sachsen-Anhalter das Land verlassen, 528000 Menschen fanden eine neue Heimstatt zwischen Arendsee und Zeitz. 150000 Einwohner durch Wegzug weniger - das macht 43 Prozent des Bevölkerungsrückgangs aus.
57 Prozent der immer weiter schrumpfenden Einwohnerzahl sind zurückzuführen auf den Geburtenrückgang. Dem seit 1991 erreichten Höchststand im Jahr 2000 mit 18723 Neugeborenen folgten drei Jahre mit einem leichten Rückgang. Ein Zahlenvergleich: 1990 kamen auf 1000 Einwohner statistisch noch 11 Geburten, im vergangenen Jahr waren es nur noch 6,7.
Weiter fortgesetzt hat sich der Prozess der allmählichen Überalterung. Während 1981 noch jeder 119. Sachsen-Anhalter und im Jahr 1991 jeder 83. Einwohner über 85 Jahre alt war, zählte 2003 schon jeder 66. dazu. Ende des Jahres waren rund 200 Sachsen-Anhalter 100 Jahre und älter.

www.volksstimme.de

18.12.2004
Köthen: Uneinig in Leerstandsfrage
Schon an der ersten Hürde war Schluss: Der Abwasserverband Köthen, der eigentlich auf seiner Verbandsversammlung am Mittwochabend eine Kalkulation für die Jahre 2005 bis 2007 beschließen wollte, muss damit nun bis Ende Februar warten. Schuld daran waren die Vertreter des Köthener Stadtrates, die in einer Frage zu keiner einheitlichen Meinung kamen, weshalb nun erst im Stadtrat selbst ein Votum hergestellt werden muss. An dieses Votum - egal wie es ausfällt - müssen sich die Köthener Vertreter in der Verbandsversammlung dann halten.
Zwar herrschte unübersehbar Einigkeit darüber, dass man künftig weiter nach Wohnungen abrechnen wolle und nicht nach Nennwert der Leitungen oder nach Bewohnerzahl, Knackpunkt aber war die Frage, ob Eigentümer die fällig werdende Grundgebühr von neun Euro im Monat pro Wohnung auch für leer stehenden Wohnraum bezahlen müssen oder ob sie die Chance bekommen, diese Kosten auf Antrag erlassen zu bekommen.
Letzteres war in den zurückliegenden Jahren möglich gewesen und hatte im Verband letztlich zu erheblichen Verlusten geführt - 2002 waren es 242 000, 2003 noch 190 000 und in diesem Jahr auch noch 127 000 Euro. Ganz abgesehen davon, dass nicht nur in der Einwohnerfragestunde vermutet wurde, dass aufgrund mangelnder Kontrolle eine ganze Anzahl von Eigentümern für leer stehende Wohnungen auch ohne Antrag keine Grundgebühren zahlen würde. Der Verlust, der aus dem "Leerstands-Rabatt" für Eigentümer entsteht, wird auf die Kommunen umgelegt - der Verband kommt mithin so oder so zu seinem Geld: entweder vom Wohnungsinhaber oder aus der Gemeinde- bzw. Stadtkasse.
Und genau dieser Umstand führte bei den Vertretern der Dörfer und auch bei vielen Köthener Vertretern vor allem aus SPD und PDS zur klaren Ansage, die Leerstandsbefreiung aus der Kalkulation herauszunehmen. Man könne nicht von der Gemeinde verlangen, das Risiko des Eigentümers finanziell zu tragen, dieser müsse sich eben um Mieter bemühen. Letzten Endes würde man so oder so den Bürgern damit die Kosten für den Leerstand aufbürden. Herbert Kühnel (Köthen) erbat sich darüber hinaus, einmal festzustellen, ob etwa die Eigentümer der Alten Apotheke, des Schwertfegerhauses am Bärplatz und andere jemals eine Gebühr an den Verband bezahlt haben oder ob es Befreiungsanträge gegeben habe.
Böhm zufolge wäre es für die Wohnungsgesellschaft (WKG) fatal, wenn die Leerstandsbefreiung abgeschafft würde. Das risse ein großes Loch in die Finanzen des Wohnungsriesen. Der schon vor drei Jahren bei der Umstellung von der Abrechnung nach Leitungs-Nennwert auf eine Abrechnung nach Wohnungen schwer gebeutelt wurde. Am Beispiel: Früher war ein 80-Wohnungen-Block eine Abrechnungsstelle - "da haben wir 1400 Euro Grundgebühr gezahlt. Nach der Umstellung auf die Abrechnung nach Wohnungen hat sich diese Summe auf 8640 Euro erhöht."
Müsse man in Zukunft auch für leer stehende Wohnungen Grundgebühren bezahlen, würden erneut erhebliche Summen fällig werden. Mit Stand von Ende November hatte die WGK bei einem Bestand von 4218 Wohnungen einen Leerstand von 889 Wohnungen zu verzeichnen. Aufs Jahr gerechnet hieße das, das Unternehmen müsste 96 012 Euro zusätzlich erwirtschaften - für Wohnungen, aus denen es keinen Ertrag zieht.

www.mz-web.de

17.12.2004
Duisburg:  Moderator soll Konzept für Wandel ankurbeln
Häufige Eigentümerwechsel, unklare Besitzverhältnisse sind die größten Übel, mit denen die Stadtverwaltung und die Politik in ihren Bemühungen zu kämpfen haben, die Hochheider Hochhaus-Landschaft neu zu strukturieren. Über 500 der insgesamt 1.400 Wohnungen in den sechs 20-geschossigen "weißen Riesen", die der frühere Homberger Bauunternehmer Josef Kun Ende der 60-er/ Anfang der 70-er Jahre in den nördlichen Teil der ehemaligen Rheinpreußen-Siedlung gepflanzt hat, stehen leer und verkommen. Besonders, seit sich die Verwaltung im August 2003 genötigt sah, den Komplex Ottostraße 24-30 zu räumen und die Eingänge zu vermauern. In der Vorlage, die Günter Eidam vom Stadtplanungsamt in der vergangenen Woche der Bezirksvertretung Homberg/ Ruhrort/ Baerl präsentierte, mahnt er "weiteren Handlungsbedarf" an: Zum einen drohe inzwischen einem weiteren Hochhaus die Zwangsversteigerung, zum anderen "werden die negativen Auswirkungen auf den gesamten Stadtteil Homberg mehr als deutlich".
Schraube zurück drehen
Die Schraube zurück zu drehen, wurden bereits in dem bundesweiten Wettbewerb "Tatort Stadt" Ideen und Ansätze erarbeitet. Das Förderprogramm "Stadtumbau West", mit dem der Bund architektonische und soziale Brennpunkte entschärfen will, sieht 16 Millionen Euro für Nordrhein-Westfalen vor. Davon soll auch die Stadt Duisburg profitieren, die den Um- und Rückbau der Hochheider Hochhaus-Siedlung zur Erlangung von Fördermitteln angemeldet hat. Aktuell sind 150.000 Euro beantragt, um erstmal ein so genanntes Moderationsverfahren einstielen zu können. Was die Stadt bisher nicht geschafft hat, nämlich alle Eigentümer an einen Tisch zu holen, soll nun den Überredungskünsten eines externen Wohnungsbau-Büros anvertraut werden, dessen Bemühungen mit eben dieser Summe honoriert werden. "Wir hoffen, im Herbst erste Ergebnisse vorliegen zu haben," formuliert Hombergs Bezirksamtsleiter Jürgen Scherhag betont zurückhaltend. "Eine Garantie, dass wir dann konkrete Handlungsansätze haben, bietet allerdings auch dieses Moderationsverfahren nicht". Unterdessen geht das Rätselraten um die Hochheider Karstadt-Filiale weiter. Auf einer Sitzung des Gesamtbetriebsrates von Karstadt/Quelle soll den Arbeitnehmern bereits dargelegt worden sein, dass der Kaufhaus-Konzern mit der gerade wieder unangenehm in die Schlagzeilen geratenen Discounter-Kette Lidl Einigung über den Verkauf des Flachbaus erzielt haben soll. In Kreisen der Gewerkschaft verdi wurde bereits über Abriss des Karstadt-Hauses und Neubau an gleicher Stelle spekuliert, was Lidl davon entbinden könnte, die Karstadt-Mitarbeiter zu übernehmen. Weder Lidl noch Karstadt wollten zu diesen Gerüchten gestern Stellung beziehen. Klar und deutlich ist nur die Aussage aus der Duisburger Stadtverwaltung hinsichtlich eines angeblich eingereichten Bauantrags: "Uns liegt nichts vor".
www.waz.de

17.12.2004
Bayern: Vom Osten lernen heißt schrumpfen lernen
Wer in München verzweifelt eine bezahlbare Wohnung sucht, mag die Verhältnisse im Norden Bayerns beneidenswert finden: In Selb stehen 14 Prozent der Stadtbau-Wohnungen leer, in der Rhön verwaisen halbe Dörfer. Probleme aber bereiten Boom wie Baisse, schnelle Lösungen sind nicht in Sicht. Immerhin: Ein neues Förderprogramm soll die Bildung von Geisterstädten verhindern.
Die Worte sind schon viel schöner als früher: Was ehemals "Abriss" hieß, später "Rückbau" genannt wurde, läuft jetzt unter dem Begriff "Stadtumbau". Im Idealfall führt der Kampf um Stadtviertel, die durch Wegzug und Überalterung auszubluten drohten, inzwischen auch zu moderneren, grüneren und schöneren Städten. Gekämpft wird die Schlacht gegen die Leere auf dem Gebiet der ehemaligen DDR schon seit fast zehn Jahren: Magdeburg und Halle, Eisenhüttenstadt und Hoyerswerda haben seit der Wende bis zu einem Drittel ihrer Bevölkerung eingebüßt. Ein Teufelskreis: Erst fehlt es an Arbeit und Perspektiven, bald auch an Konsumenten und Infrastruktur, dann umso mehr an Arbeit und Perspektiven. Am Ende sind aus lebendigen Wohnvierteln halbleere Slums geworden.
Bayerische Sorgenkinder: Die Oberpfalz und Franken
Behalten die Demographen recht, könnten dieses Szenarien bald "in den Westen rübermachen". Dem erfolgreichen Modell "Stadtumbau Ost" stellte die Bundesregierung daher den "Stadtumbau West" gegenüber, an dem sich auch der Freistaat beteiligt. 20 Millionen Euro sollen jährlich an 28 Gemeinden verteilt werden - die Hälfte kommt vom Bund, den Rest schießt Bayern zu. Schwerpunkte des Programms liegen in Oberfranken und Ostbayern. Gefördert werden aber auch Gemeinden in anderen Teilen des Landes. Einige von ihnen sind erst seit Anfang Oktober in der Bredouille: Damals entschied sich, dass die Bundeswehr einen Teil ihrer bayerischen Standorte auflöst - und aus Kasernen von heute Geisterstädte von morgen zu machen droht.
Wildflecken und Selb: Zwei "Pilotstädte" in Bayern
Wildflecken: Das Leben nach den Amerikanern
Eigentlich hat die Gemeinde Wildflecken nordwestlich von Würzburg 3.500 Einwohner. Dazu kamen für etliche Jahrzehnte noch bis zu 8.000 amerikanische Soldaten. Als die dem Ort 1994 den Rücken kehrten, stand fast ein Drittel der 30er- bis 60er-Jahre-Wohnblocks leer. Der Zuzug von Aussiedlern, die inzwischen 25 Prozent der Wildfleckener ausmachen, löste einige Probleme, brachte aber auch neue Integrationsaufgaben mit sich. Die "Impulsprojekte" des "Stadtumbaus West": Etliche Blocks wurden abgerissen, um Platz für Grünflächen und Einfamilienhäuser zu schaffen; in der ehemaligen Rhönkaserne haben sich Gewerbebetriebe angesiedelt.
Selb: Porzellanstadt im Umbruch
Vorsicht ist die Mutter der Porzellanstadt: Noch unterscheidet sich das Leben in der unterfränkischen Kleinstadt wenig von anderen bayerischen Kleinstädten. Doch der Trend ist alarmierend: In den letzten drei Jahrzehnten reduzierte sich die Einwohnerzahl von 24.000 auf gegenwärtig rund 17.500; allein in den letzten sechs Jahren verlor ein Fünftel der Bewohner Selbs seinen Arbeitsplatz. Architektonisch wertvolle Industrieanlagen - etwa die Gründerzeitbauten von Hutschenreuther oder die Architekturjuwelen von Rosenthal - sind vom Leerstand betroffen oder bedroht. Dazu kommt, dass fast die Hälfte der Bewohner inzwischen älter als 50 Jahre ist. Die Aufgaben des "Stadtumbau West": Industriebauten wollen erhalten und umgewidmet, der Mietpreis stabilisiert und Kindergärten zu Altersheimen werden. Ein Ideenwettbewerb zur Zukunft einer Industriebrache am Ortseingang soll demnächst erste konkrete Verbesserungen erbringen.
www.br-online.de

17.12.2004
Leipzig: 400 Häuser akut einsturzgefährdet
Den Gründerzeitvierteln der Messestadt droht ein Aderlass ohne gleichen: Rund 400 Gebäude sind so stark verfallen, dass sie jederzeit einstürzen können. Im Rathaus wird über einen Notfallfonds diskutiert, um wenigstens noch die stadtbildprägenden Häuser zu retten.
Obwohl nach der Wende Milliardensummen in Leipzigs Gründerzeitviertel geflossen sind und damit über 6000 Gebäude zum Teil aufs Feinste saniert wurden, stehen derzeit im Stadtgebiet noch knapp 3000 unsanierte Bauten, deren Verfall dramatisch fortschreitet. Wegen des hohen Wohnungsleerstandes scheuen die Eigentümer selbst Notreparaturen und lassen die Immobilien lieber einstürzen. Auch die stadteigene Wohnungsgesellschaft LWB, der ein Großteil solcher Immobilien gehört, agiert ähnlich. An zahlreichen Gebäuden sei fast 60 Jahre nichts gemacht worden, heißt es im Rathaus. Selbst kleine Schäden hätten sich mittlerweile zu unkalkulierbaren Risiken entwickelt.
Rund 400 Häuser sind nach Angaben der Stadtverwaltung bereits akut gefährdet - jedes Jahr kommen zwischen 200 und 300 weitere hinzu. Viele benachrichtigte Eigentümer seien finanziell nicht in der Lage, die notwendigen Sicherungs- und Instandsetzungsarbeiten zu veranlassen. Das Bauordnungsamt der Stadt hat bereits offene Rechnungen über 600 000 Euro. Das Geld sei vorgeschossen worden, um Passanten vor herabstürzenden Gebäudeteilen zu schützen, sagt Amtsleiter Hans-Gerd Schirmer. Wenn der Verfall in absehbarer Zeit eskaliere, würden die Außenstände dramatisch steigen.
Der Spielraum der Stadt ist eng begrenzt. Wegen der angespannten Haushaltslage ist es bislang nicht gelungen, ein Rettungsprogramm für besonders stadtbildprägende Gebäude anzuschieben.
In der Bürgerschaft gärt es deshalb schon seit Wochen: Weil selbst einige Prachtbauten an Hauptstraßen so stark verschlissen sind, dass Notabbrüche verfügt werden mussten, haben sich Bürgerinitiativen gegründet und fordern Rettungsprogramme.

www.lvz-online.de

14.12.2004
Dorsten: Bürgermeister verlangt gleiche Behandlung
Eine Gleichbehandlung mit den Städten in Ostdeutschland fordert Bürgermeister Lambert Lütkenhorst beim Projekt Stadtumbau West. Es geht um den Eigenanteil der Stadt Dorsten bei der Sanierung Barkenbergs. Die 20 Prozent sind weder in der Stadtkasse noch darf die Stadt sie über einen Kredit finanzieren.
Deshalb fragt Bürgermeister Lütkenhorst: "Warum wird uns dieser Eigenanteil nicht erlassen, wie es in Ostdeutschland bei dem Projekt Stadtumbau Ost der Fall war? Dort haben der Bund und das jeweilige Land die Kosten der Rückbaumaßnahmen übernommen, die Kommunen brauchten laut Verwaltungsvereinbarung keinen Eigenanteil leisten. Eine Ungleichbehandlung von Städten in Ost und West mit gleich schlechter Haushaltslage ist ungerecht und gefährdet das Gesamtprojekt."
Die Stadt Dorsten ist für das Projekt Barkenberg gerüstet: Die Lenkungsgruppe mit Vertretern der Verwaltung, des Bauministeriums, der LEG und Politikern aus Stadt und Land steht bereit, den Umbau zu begleiten. Mit dabei sind auch Vertreter der Wulfen-Konferenz, die seit Jahren an einer Verbesserung des Ortsteils arbeiten.Der Bürgermeister hofft jetzt auf Minister Vesper, der bei diesem Problem einzelfallbezogene Lösungen angekündigt hat. Klarheit erwartet Lambert Lütkenhorst von der heutigen Debatte im Plenum des NRW-Landtages.Für Januar wird eine Bürgerversammlung vorbereitet, in der die betroffenen Barkenberger über den geplanten Umbau informiert werden. Weitere ständige Informationen wie z.B. die Dokumentation des Baufortschritts als Ausstellung, Internetauftritt und Hauszeitung sind bereits in der Planung.

www.waz.de

14.12.2004
Halle: Abriss stößt auf Widerstand
Beim Stadtumbau in Halle stoßen Stadtplaner und Wohnungsunternehmen erstmals wieder auf heftigen Widerstand von Mietern. Im westlichen Halle-Neustadt fordern Einwohner klare Aussagen zur Zukunft ihres Wohngebietes. Viele möchten gern im früheren VI. Wohnkomplex rund um den Niedersachsenplatz wohnen bleiben. Die Vermieter wollen aber keine Zusage geben, künftig auf Leerzug und Abriss zu verzichten.
Eine Mieterin, die anonym bleiben wollte, sprach von "Verschleierungstaktik". Sie gehöre einer Initiativgruppe an, die sich für den Fortbestand des Wohngebietes einsetze. "Wir wohnen hier sehr schön am Rande der Neustadt, niemand will wegziehen", sagte sie zur MZ. Es sei das Recht der Einwohner, zu erfahren, was dort geplant sei.
Die Stadtverwaltung reagierte, indem sie auf Drängen der Bürger eine Wohngebietsversammlung einberief. Inzwischen fand sie statt, doch der Unmut der Einwohner spitzte sich dort noch zu. Das Rathaus hatte vor allem Fragen zu den geplanten Mietergärten auf Abrissflächen der Wohnungsgenossenschaft Leuna erwartet . Doch es kam anders: Die Mieter fragten nach Abriss und Sanierung einzelner Blöcke. "Niemand wollte richtig antworten", schilderte ein enttäuschter Zuhörer. Es sei turbulent zugegangen. Hundert Leute seien in die Schule am Niedersachsenplatz gekommen und hätten sich in eine viel zu enge Aula gedrängt. Eine Frau erlitt in der aufgeheizten Stimmung einen Schwächeanfall.
"Beim nächsten Mal müssen wir in einen größeren Raum gehen", sagte Margit Sachtlebe vom Stadtplanungsamt. Zum Thema Abriss äußerte sie sich auf MZ-Nachfrage nicht, das sei Sache der Wohnungsunternehmen. Die Stadt werde nur zur Neugestaltung frei werdender Flächen öffentlich Position beziehen. Udo Mittinger, Chef der Wohnungsgesellschaft GWG, meinte ebenso, keine Aussage treffen zu können. Margitta Zimmermann von der Wohnungsgenossenschaft Halle-Neustadt will die Probleme nun auf einzelnen Mieterversammlungen diskutieren. "In unseren Plänen, ist noch kein Abriss drin." Die Genossenschaft lege Wert darauf, dass kein flächenhafter Abriss stattfinde.

www.naumburger-tageblatt.de

12.12.2004
Magdeburg: Im Rennebogen weichen 1435 Wohnungen
Beträchtliche Finanzspritze für den Stadtumbau: Das Landesverwaltungsamt hat der Wobau und der WBG Stadtfeld 5,2 Millionen Euro Fördermittel von Land und Bund zugesagt. Jetzt kann das bisher größte Projekt in Magdeburg problemlos starten: Der Abriss des Rennebogens mit 1435 Wohnungen. Auf den frei werdenden Flächen sollen später einmal Eigenheime errichtet werden.
Er ist zwischen den Hausnummern 38 und 161 schon lange eine kleine Geisterstadt. Bald schlägt dort die letzte Stunde: Der Rennebogen mit insgesamt 1435 Wohnungen wird abgerissen. Die Vorbereitung bei den Eigentümern Wobau und Wohnungsbaugenossenschaft Stadtfeld laufen bereits seit einiger Zeit auf Hochtouren. Mit ersten Entkernungsarbeiten wurde bereits begonnen. Auch zwei Kindergärten und der Verein Lebensmitte(l) wurden umverlegt.
Jetzt hat dieses Stadtumbauprojekt neuen Anschub bekommen: Land und Bund stellen 5,2 Millionen Euro bereit. 2003 hatten die beiden Abriss-Partner das Geld beantragt: 60 Euro pro Quadratmeter für dauerhaft leer stehenden, nicht mehr benötigten Wohnraum. Erst die Fördermillionen versetzen beide finanziell in die Lage, im nächsten Jahr den eigentlichen Abriss der Häuser mit den Nummern 38 bis 161 zu vollziehen. Die Wobau freue sich, nach dem Neustädter Feld weitere Zeichen im Stadtumbau setzen zu könne, sagte Wobau-Pressesprecher Thorsten Prusseit. Das Unternehmen ist seit dem Jahr 2003 aktiv, hat inzwischen 3 leere Hochhäuser abgerissen. Zwei werden im nächsten Jahr weichen, hieß es.
Beim Rennebogen handelt es sich um das bislang größte Abrissprojekt im Rahmen von Stadtumbau Ost in Magdeburg, sagte Liane Radicke, Abteilungsleiterin im Stadtplanungsamt. In Neu-Olvenstedt brennt das auf über ein Jahrzehnt Dauer veranschlagte Umbauprogramm besonders akut auf den Nägeln. In der Großwohnsiedlung stehen ihren Angaben zufolge 4440 von 12740 Wohnungen leer. Das ist über ein Drittel des Bestandes. Nur die Hälfte der ursprünglich 32000 Neu-Olvenstedter wohnt heute noch im Stadtteil.
Mit einem weiteren Bevölkerungsrückgang ist dort in den nächsten Jahren zu rechnen. Da werde auch mit dem großen Abrissvorhaben in Rennebogen gegengesteuert, sagte die zuständige Bearbeiterin, Ingrid Heptner. Derzeit gebe es detaillierte statistische Untersuchungen. Im Januar liegen sie vor, sagte sie. Auf dieser Grundlage werde entschieden, wo in Neu-Olvenstedt konkret abgerissen werden soll.
Die Stadt hofft bei dem gewaltigen Umbauprojekt weiter auf finanzielle Förderung für die Unternehmen. Bislang wurden in der Landeshauptstadt rund 1500 leere Wohnungen abgerissen, informierte Liane Radicke. Das vor allem in Neu-Olvenstedt, im Neustädter Feld, in Neustadt.
Das aber ist erst der Anfang. Bis 2013 müssen in Magdeburg auf Grund der demografischen Entwicklung 20000 leere Wohnungen abgerissen werden. Sie machen für neue städtebauliche Qualitäten Platz. Das Neustädter Feld, Südost und Neu- Olvenstedt stehen in den nächsten Jahren dabei ganz oben an.
Die Pläne für die riesigen Abrissflächen in Neu-Olvenstedt, speziell auch für die im Rennebogen, stehen noch nicht fest. Zunächst würde Rasen angesät, später seien dort Eigenheimsiedlungen denkbar, hieß es aus dem Stadtplanungsamt.

www.volksstimme.de

12.12.2004
Leipzig: LWB hat Teil des Dunckerviertels verzaubert
700 Meter hinter dem Blusen-Plakat finden sich die Dr.-Hermann-Duncker-Straße 11-17, die Morgensternstraße 2-4 und Leidholdstraße 16-20. Draußen stehen täglich neue Umzugswagen. "Seit Mai haben wir diese Häuser für fünf Millionen Euro komplett saniert", erinnert LWB-Regionalleiter Klaus Hochtritt. "Es wird ja oft viel Schlimmes über Häuser aus den Fünfzigerjahren erzählt. Wir sind jetzt hier fast fertig, doch meine kühnsten Erwartungen wurden übertroffen."
Während an einigen Ecken noch Handwerker schaffen, sind schon 42 der insgesamt 74 neuen Wohnungen vergeben. Darunter auch zwei Maisonette-Quartiere für jeweils 900 Euro warm. Das Leipziger Architekturbüro S&P Sahlmann hat für fast jede Wohnung ein eigenes Farbkonzept entworfen, das vom Bodenbelag über Zierleisten und Türklinken bis zu wandhohen Schiebetüren oder massiven Holztreppen reicht. "Die Zeiten, als wir alle Zimmer gleich mit weißer Raufasertapete verklebt haben, sind vorbei", erklärt Unternehmenssprecher Gregor Hoffmann. "Heute wünschen die Leute mehr Individualität."
Davon gibt's in den neuen Quartieren, für die oft zwei Wohnungen zusammengelegt wurden, genug. So hat die LWB aus der alten Post zwei schrille Appartements gemacht, in denen die Schalter und Telefonzellen neue Funktionen erhielten. Im Hof locken nun ein Spielplatz aus Eichenholz und ein kleines System von Bachläufen, die das Regenwasser von den Dächern in eine Flussaue in der Mitte des Platzes leiten. "Dort versickert das Wasser inmitten von Sumpfgräsern. Die Mieter sparen dadurch die Regenwasserpauschale bei den KWL", so Hochtritt. Zeitgleich habe man drei Häuser mit 60 Wohnungen abgerissen. "Das ist doch Stadtumbau in seiner besten Form." Einen Wermutstropfen gebe es dennoch: "Wir würden gern 2005 mit dem nächsten Stück vom Dunckerviertel weitermachen. Leider läuft die Investitionsförderung vom Bund zum Jahresende aus. Deshalb steht das auf der Kippe."

www.lvz-online.de

10.12.2004
Leinefelde-Worbis: Abriss noch im Dezember
Immer noch mittendrin ist der Stadtumbau in der Leinefelder Südstadt, an welchem die städtische Wohnungsbau- und Verwaltungs GmbH Leinefelde (WVL) als eines der beiden großen Leinefelder Wohnungsunternehmen bedeutenden Anteil hat. "Wegen der negativen demografischen Entwicklung müssen wir weitere nicht benötigte Wohnungen vom Markt nehmen", so WVL-Geschäftsführerin Bärbel Hahn. Weiterhin müsse in bestimmten Bereichen noch das Wohnumfeld verbessert werden. Nicht unwichtig sei auch, dass für nicht mehr vorhandene Wohnungen die Altschulden gestrichen werden und die fixen Kosten des Unternehmens sinken. Einschließlich der Wohnungen, die jetzt zum Abriss stehen, hat die WVL noch 2611 in ihrem Bestand.
In unmittelbarer Zukunft plant die WVL den Abriss von drei nicht mehr benötigten Wohnblöcken mit insgesamt 104 leer stehenden Wohneinheiten. Zunächst ist der Block Herschelstraße 1-7 an der Reihe. Mit dessen Abriss soll noch im Dezember begonnen werden, falls die Witterung dies zulässt. Dieses Gebäude "beeinträchtigt derzeit noch die Optik der acht Stadtvillen", so Bärbel Hahn. Angefangen wurde bereits damit, die Fernwärmeleitungen für die Stadtvillen umzuverlegen. Die Stadtvillen - entstanden durch unterbrochenen Teilrückbau eines langen Blocks, wobei der durchgehende Keller noch vorhanden ist - mit ihren attraktiven Wohnungen und Vorgärten im Parterre sind voll vermietet. "Sie werden sehr gut angenommen", freut sich die Geschäftsführerin.
Nach dem Block in der Herschelstraße soll voraussichtlich bis Ende Februar die Einsteinstraße 38-44 (jeweils 40 ehemalige Wohnungen) verschwinden. Damit wird dann die Umgestaltung des "Physikerviertels" abgeschlossen sein. Und die nächste Abrissmaßnahme der WVL wird sich auf die Schillerstraße 2-4 (hier gab es einst 24 Wohnungen) beziehen. Bei den genannten drei Vorhaben werden die Baukörper komplett mit Keller entfernt und die lastenfreien Flächen mit Rasen eingesät.
Zur Vorbereitung der drei Totalabrisse - Beräumung von Mobilar, Ausstattung usw. - hat das städtische Wohnungsunternehmen wiederum Verträge mit der Leinefelder Caritas-Regionalstelle Eichsfeld-Mühlhausen abgeschlossen. Langzeitarbeitslose Menschen, die von der Caritas betreut werden, erhalten so die Möglichkeit, zumindest vorübergehend in den Arbeitsprozess zurück zu kehren und etwas Geld selbst zu verdienen.
Auf jeden Fall soll im kommenden Jahr 2005, voraussichtlich im zweiten Quartal, auch der Teilrückbau in der Büchnerstraße 2-16 mit Modernisierung und Sanierung der verbliebenen Bausubstanz stattfinden. Die Mittel aus der Wohnungsbau- und der Städtebauförderung seien schon zugesagt, so Geschäftsführerin Bärbel Hahn gegen über dem Eichsfelder Tageblatt.

www.tlz.de

10.12.2004
Frankfurt (Oder): Bis 2007 Abriss von 2378 Wohnungen
Der Stadtumbau geht weiter. Die Stadt hat jetzt die Abrissliste für die Jahre 2005 bis 2007 vorgelegt. Demnach werden weitere 2378 Wohnungen aus dem Stadtbild verschwinden. Dem Stadtparlament wurde zudem eine Übersicht über die so genannten Aufwertungsmaßnahmen vorgelegt. Diese wurde bereits im Stadtentwicklungsausschuss moniert. Die Abgeordneten wollen jeden einzelnen Punkt diskutieren.
Der Bevölkerungsschwund in Frankfurt ist noch immer nicht gestoppt. Die Prognosen sehen immer düsterer aus. Ging man bislang davon aus, dass im Jahr 2015 noch rund 60 000 Frankfurter in der Stadt leben, gibt es jetzt erste Stimmen, die von dann noch 55 000 Frankfurtern sprechen, weil in der bisherigen Prognose immer noch mit den Effekten der Chipfabrik gerechnet wurde.
Auch die Mitarbeiter der Verwaltung, die die Abrissliste für die Jahre 2005 bis 2007 erarbeitet haben, raten deshalb: "Im weiteren Stadtumbauprozess ist noch konsequenter auf einen flächenhaften bzw. räumlich konzentrierten Rückbau zu orientieren, um somit bessere Voraussetzungen für eine Gesundung des Wohnungsmarktes sowie den Fortbestand der erhaltenswerten Wohnquartiere möglich zu machen."
Wer sich die Mühe macht und die Drei-Jahres-Liste von November 2003, die eine Übersicht über die Jahre 2004 bis 2006 bot, mit der jetzt vorliegenden vergleicht, bemerkt, dass die Jahre 2005 und 2006 identisch sind. Mit einer Ausnahme: Der Block Berendsstraße 25-28, der im vergangenen Jahr noch auf der Abrissliste für das Jahr 2006 stand, ist dort nicht mehr enthalten. Das Gebäude gehört der Wohnbau und hat 42 Wohnungen.
In der Vorlage wird klar formuliert, dass nur das erste Jahr der Drei-Jahres-Liste in vollem Umfang genannt werden kann. Für die folgenden Jahre seien Änderungen immer möglich. Beispiel Forststraße: Das Haus Forststraße 3-4 soll auf Wunsch der Stadtverordneten stehen bleiben. Dazu gilt: Die Forststraße 3-4 soll nur dann im Zusammenhang mit der Forststraße 5-7 abgerissen werden, wenn es eine konkrete Investorenabsicht für eine Neugestaltung des Areals gibt.
Baubeigeordneter Peter Edelmann erklärte vor den Abgeordneten, dass bislang im Rahemn des Stadtumbaus 1867 Wohnungen abgerissen worden sind. Weitere 493 sollen bis Februar 2005 folgen.
Im kommenden Jahr, dann sollen 1066 Wohnungen verschwinden, habe die Stadt zudem 2,2 Millionen Euro für Aufwertungsmaßnahmen vom Land zugesagt bekommen. Damit habe man erstmals mehr finazielle Mittel zur Verfügung, als für den Rückbau der Infrastruktur, der bislang auch aus diesem Fond bezahlt werden muss, notwendig sei.

www.moz.de

9.12.2004
Magdeburg : 1500 Wohnungen werden 2005 abgerissen

Fast 1500 Plattenbauwohnungen sollen im kommenden Jahr in Magdeburg dem Bagger zum Opfer fallen. Im Stadtteil Neu Olvenstedt steht mehr als ein Drittel von insgesamt 12 740 Wohnungen leer und werde auf Dauer auch nicht mehr benötigt, teilte die Stadt Magdeburg am Dienstag mit. Mit der Entkernung der 1435 zum Abriss stehenden Wohnungen sei bereits begonnen worden. Endgültig verschwinden die Platten 2005. Grund für den Abriss sei vor allem der seit Anfang der 90er Jahre anhaltende Bevölkerungsrückgang in dem Stadtteil. Inzwischen lebe nur noch die Hälfte der ursprünglich 32 000 Bewohner in Neu Olvenstedt. Für den Abriss der 1435 Wohnungen erhalten die Eigentümer, die Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg mbH (Wobau) und die Wohnungsbaugenossenschaft Magdeburg-Stadtfeld eG (WBG Stadtfeld), nach Angaben der Stadt rund fünf Millionen Euro Fördergeld. Diese würden komplett aus dem Förderprogramm «Stadtumbau Ost» von Bund und Ländern finanziert. Pläne für die zukünftige Nutzung der frei gewordenen Flächen gebe es bislang nicht. Mit den in Zukunft höheren zur Verfügung stehenden Fördermitteln zur Aufwertung solcher Plätze solle der Stadt zufolge eine Lösung gefunden werden. Bis dahin wollen Wobau und WBG Stadtfeld Rasen anlegen, eventuell zunächst Park- und Spielplätze entstehen lassen.
de.news.yahoo.com

7.12.2004
Gotha: Der Abriss rückt in Reichweite
Die Ruine vom Gothaischen Tageblatt wird dem Erdboden gleich gemacht. Vom einstigen Druckhaus an der Gartenstraße ist nur noch ein Trümmerberg zu sehen. Auch das Vordergebäude soll abgerissen werden, bestätigt Stadtplaner Roland Adlich auf Anfrage. Mit dem Abbruch ist der Blick auf den Elfgeschosser in der Moßlerstraße frei. Der seit Monaten leerstehende Plattenbau verkommt zu einem Schandfleck. Eine Serie von Wohnungsbränden beschleunigt den Prozess. Der Abriss des Gebäudekomplexes könnte bald Wirklichkeit werden. Der Grund: Die dafür beantragte Förderung im Zuge des Stadtumbau-Ost wurde bewilligt, bestätigt Adlich. Um dem Leerstand zu begegnen, wird der Rückbau der "Platte" mit 60 Euro pro Quadratmeter bezuschusst.
"Uns liegt die Bestätigung noch nicht schriftlich vor", sagt Thomas Birowicz von der Neunten Grund, Eigentümerin des Anwesens. Einzelbewilligungen müssten noch eingeholt werden. Im Moment sei die Stadt schneller. Laut Birowicz werde der Abriss laut Plan im kommenden Jahr erfolgen.
Nun meldete die AKLS Insolvenz an. Sie war bis vor zwei Monaten Hausverwalter der Neunten Grund. Birowicz: "Die AKLS hat mit uns nichts zu tun." Bei der AKLS handele es sich um eine Wohnungsverwaltungsgesellschaft, erklärt Insolvenzverwalter Sebastian Nolte. "Insolvenz hin, Insolvenz her, den Abriss berührt das nicht", sagt Adlich. Die Fördermittel seien zweckgebunden und würden über die Stadt abgerechnet. Mit dem ausgereichten Bescheid hoffen die Stadtplaner, dass der Abriss des Elfgeschossers voran kommt. Mit dem städtischen Areal vom Tageblatt ließen sich dann zwei große zusammenhängende Flächen in der Innenstadt vermarkten.

www.tlz.de

7.12.2004
Leipzig: Grünau jetzt unter 50.000 Einwohner
Die Einwohnerzahl von Grünau ist unter die Grenze von 50.000 gefallen. Lebten bei Fertigstellung der letzten Häuser 1988 etwa 85.000 Menschen in Leipzigs größter Plattenbausiedlung, so waren es im Juni dieses Jahres nur noch 48.868. "Eine Umkehr dieses Abwärtstrends ist derzeit nicht in Sicht", heißt es in einem Zwischenbericht der Kommune zum Stadtumbau, den die LVZ heute veröffentlicht.
Der Trend nach unten habe sich allerdings abgeschwächt, sagt Chefplaner Engelbert Lütke Daldrup. "Das ist die gute Nachricht. Die schlechte lautet, dass der Trend nicht zum Stillstand gekommen ist." Grünau werde in diesem Jahr rund 2000 Einwohner verlieren, im vergangenen Jahr waren es 2200, im Jahr davor 2500. Das alles sei jedoch weit entfernt von den negativen Höchstwerten 1998 bis 2000, als jeweils fast 5000 Leute ihre Koffer packten.
"Man kann nur ganz schwer prognostizieren, wie weit nach unten die Entwicklung noch geht", räumt der Beigeordnete ein. Grünaus Hauptproblem liege darin, dass Berufsstarter und junge Familien in der Altersgruppe von 20 bis 40 Jahren so gut wie nie dorthin ziehen. "Dabei hat Gesamt-Leipzig in dem Bereich ein Plus von 4000 bis 5000 Personen pro Jahr. Diese Leute wünschen sich offenbar mehr urbanes Leben vor der Haustür, es zieht sie eher zur City."
Für die Wanderungsverluste sind laut dem Zwischenbericht - drei Jahre nach Start des Stadtentwicklungsplans (Step) - auch die Abrisse verantwortlich. 2712 Grünauer Wohnungen werden bis Ende dieses Jahres weg sein. Bei der Gelegenheit zog bisher ein Viertel aller betroffenen Mieter in andere Stadtteile um. Bis zum Ablauf des Step im Jahr 2007 sollen noch mal 2732 Wohnungen weichen. "Welche Objekte das sind, wollen die Eigentümer ihren Mietern selbst mitteilen", so Lütke Daldrup.
Für die Zeit nach 2007 soll demnächst eine neue Strategie erarbeitet werden. Dabei gehe es vor allem um die Grundsatzentscheidung, ob weiterhin punktuell Häuser mit hohem Leerstand beseitigt werden. Oder ob künftig ein "flächenhafter Abriss" erfolgt. Durch Letzteres könne man die Kosten bei den Heiz- und Wassertrassen, öffentlichem Nahverkehr und Einkaufszentren verringern. Außerdem orientiere die Sächsische Aufbaubank (SAB), die über die Fördermittel wacht, auf flächenhaften Umbau. "Das ist nicht mit der alten Idee zu verwechseln, einen ganzen Wohnkomplex zu schleifen", betont Lütke Daldrup. "Wir wollen schauen, wie sich die Interessen der 14 Wohnungsgesellschaften vor Ort am Besten unter einen Hut bringen lassen." Bei den Unternehmen wird die Zukunft Grünaus meist positiv gesehen. Das Tal der Tränen sei bald durchschritten, meint LWB-Sprecher Gregor Hoffmann: "Wir haben bisher die Hauptlast der Abrisse getragen. Von den einstmals 7600 LWB-Wohnungen in Grünau wollen wir bis zum Jahr 2008 etwa die Hälfte zurückbauen. Dann ist für uns Schluss."
Die Genossenschaft Lipsia hat kürzlich drei Blöcke im Wohnkomplex 8 abgerissen - zugleich aber zwei Blöcke direkt nebenan saniert. Nach dem Haus An der Lautsche 1-11 ist nun die 19-25 ebenfalls topmodern - mit Außen-Fahrstühlen, gefliesten Bädern, Schalldämmung, Heizcomputer sowie schwedischen Balkon-Wintergärten in jeder Wohnung. "Draußen haben wir Mietergärten, einen Spielplatz mit Pavillon und Parkplätze geschaffen. Der Kulkwitzer See und die Gaststätten Lausens sind in Sichtweite", erklärt Lipsia-Vorstand Wilhelm Grewatsch die Vorzüge des Standorts. "Bei der Einwohnerzahl darf man nicht vergessen, dass ein Single heute oft so viel Platz braucht wie Anfang der Neunziger eine Kleinfamilie mit Kind. Wenn sich Grünau bei 45 000 Einwohnern fängt, ist mir um die Zukunft nicht bange."

www.lvz-online.de

7.12.2004
Halle: «Stadt wird wie ein Schweizer Käse»
In Halle scheint der Höhepunkt des Überangebots bei Wohnungen überschritten zu sein. Zur Jahresmitte war die Zahl leer stehender Wohnungen im Vergleich zum Höchststand im Jahr 2003 um zehn Prozent gesunken. Das geht aus dem noch unveröffentlichten Wohnungsmarktbericht der Stadt 2004 hervor.
Als Ursache für den Rückgang wurde am Montag auf der Sondersitzung des Netzwerks "Stadtumbau in Halle" der im Vorjahr erfolgreich angelaufene Stadtumbau Ost genannt. Nach Angaben von Thomas Pohlack, Beigeordneter für Planen und Bauen, waren bis Ende Oktober 3 813 Wohnungen, die meisten davon auf der Silberhöhe, abgerissen worden. Das sind rund 19 Prozent der 20 000 Wohnungen, die bis 2010 verschwinden sollen. Dabei sei man in den Plattensiedlungen mit fast 30 Prozent des Geplanten bereits weit gekommen. In der Altstadt hingegen sind erst 72 Wohnungen, nicht mal ein Prozent des Angestrebten, vom Markt genommen worden. In den Altbaugebieten wartet noch viel Gemäuer auf Abriss und Aufwertung.Heinrich Wahlen, Chef der Halleschen Wohnungsgesellschaft HWG, sprach sich gegen eine museale Sicht beim Stadtumbau aus. Auch alte Gebäude müssten abgerissen werden. Sollten sie denkmalgeschützt sein, dürfte das nur im Einzelfall unüberwindlich sein, so Wahlen. Stadtumbau in den Altstadtgebieten sei ungleich schwieriger als in den Plattenbausiedlungen. Doch auch dort wird es nach der ersten Abrisswelle komplizierter. Udo Mittinger, Geschäftsführer der GWG Halle-Neustadt, berichtete, dass 700 Wohnungen abgerissen seien. Zunehmend stießen Wohnungswirtschafter aber auf Widerstand. "Viele wollen nicht, was Stadtplaner wollen. Viele wollen nicht vom Stadtrand weg", erklärte Mittinger.
Baudezernent Pohlack hat sich nach eigenen Worten längst davon verabschiedet, dass der Stadtumbau wie im Lehrbuch von außen nach innen verläuft. "Die Stadt wird wie ein Schweizer Käse", sagte er. Mit den Löchern müsse aber so umgegangen werden, dass die Stadt noch funktioniert. Wie Mittinger meint auch Pohlack, dass die Fördermittel nicht ausreichen. Er erwartet, dass trotz Abrisses im Jahr 2010 in Halle noch mit 20 000 bis 30 000 leer stehenden Wohnungen zu rechnen ist.
Deshalb wandte sich Pohlack an die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesfamilienministerium, Christel Riemann-Hanewinckel (SPD), sich dafür einzusetzen, dass der bis 2010 konzipierte Stadtumbau Ost bis nah an das Jahr 2020 herangeführt wird. Für das am Montag allseits gelobte Netzwerk bleibt viel Arbeit. So viel Miteinander von verschiedenen Unternehmen und Institutionen wie in Halle sei selten, so Riemann-Hanewinckel. Das Netzwerk hatte sich 1999 gebildet. Moderiert wird es im Auftrag der halleschen Wohnungswirtschaft vom Institut für Strukturpolitik und Wirtschaftsförderung.
www.naumburger-tageblatt.de

5.12.2004
Heiligenhaus: 599 000 Euro vom Land für die Oberilp
599 000 Euro für Rückbau und Neugestaltung soll es geben. Städtebauminister Michael Vesper: "Stadtumbau West hat zum Ziel, den Prozess des wirtschaftlichen und demografischen Strukturwandels zu unterstützen. Wir haben kurzfristig 32 Projekte aus den 66 Förderanträgen ausgewählt. Ein wichtiges Kriterium dabei war, dass investive Maßnahmen zügig angestoßen werden können: Wir wollen konkrete Umbauprojekte fördern, die schnell umzusetzen sind."
Das gilt auch für das von der Stadt zur Förderung angemeldete Heiligenhauser Projekt "Rückbau und Neuordnung von Rhönstraße 10 - 12". Dazu der Erste/ Technische Beigeordnete Harald Flügge: "Mit dieser Zusage wird die Stadt Heiligenhaus in die Lage versetzt, im kommenden Zwangsversteigerungsverfahren das Objekt Rhönstraße 10 - 12 zu erwerben und abzureißen. Denn trotz der erfolgreichen Aufwertungsmaßnahmen in der Oberilp der letzten Jahre - wie beispielsweise der Neubau des Europaplatzes, die Umgestaltung des Schulhofes der Grundschule sowie die Belebung der Markthalle - wird das Image der Oberilp weiterhin durch den Hochhauskomplex Rhönstraße 10-12 negativ beeinflusst. Das Objekt ist auf Anordnung des Gesundheitsamtes vollständig leergezogen und baulich in einem sehr schlechten Zustand."
Die Handlungsschwerpunkte der nun bewilligten Förderung sind der Abriss des Gebäudes sowie die Neuordnung und Aufwertung des Wohnungsbestandes. Zielvorstellung ist dabei, ein Wohnangebot gerade für jüngere und ältere Bevölkerungsgruppen zu schaffen. "Insbesondere junge Haushalte in der Familiengründungsphase wollen wir durch ein entsprechendes Angebot auf diesen Flächen an den Standort Oberilp binden", erläutert Flügge und bezieht sich dabei auch auf die aktuelle Sozialraumstudie von Prof. Dr. Metzger-Pregizer der Universität Duisburg-Essen. "Sobald der Zwangsversteigerungstermin in 2005 für das Objekt Rhönstraße 10-12 feststeht, können wir loslegen!", freut sich Flügge schon auf den nächsten großen Schritt einer nachhaltigen Stadtentwicklung in Heiligenhaus.
Das Programm "Stadtumbau West" wendet sich besonders an jene Städte und Regionen, die aufgrund ihrer Industriegeschichte und der demografischen Entwicklung schrumpfen. Kennzeichen dafür sind: eine ungleichmäßige Bevölkerungsentwicklung durch Sterbeüberschüsse und Wanderungsverluste, zunehmende Alterung und ein wachsender Anteil ausländischer Bevölkerung, der sich auf einzelne Stadtviertel konzentriert. In den entsprechenden Regionen sind große wirtschaftliche, städtebauliche, soziale und wohnungswirtschaftliche Probleme zu bewältigen.
Bei vielen Maßnahmen spielt die Kooperation zwischen Kommunen und der Immobilienwirtschaft eine wichtige Rolle. Die öffentlichen Investitionen sollen als Anreiz dienen, privates Kapital zu aktivieren. Zentrale Anforderung ist, alle beteiligten Gruppen einzubeziehen - von Gewerbetreibenden und Immobilienbesitzern über soziale und kirchliche Institutionen im Stadtteil bis zu den Anwohnern.

www.waz.de

5.12.2004
Berlin: Rückbau oder Abriß von 2300 Wohnungen
Die Wohnungsgesellschaft Degewo/WBG Marzahn will nach dem Beispiel "Ahrensfelder Terrassen" Blöcke mit etwa 2300 weiteren unsanierten Plattenbau-Wohnungen abtragen und zu Stadtvillen zurückbauen. Geschäftsführer Thies-Martin Brandt: "Vorgesehen sind Wohngebiete mit zum Teil erheblichem Leerstand." Dabei handelt es sich um den an Ahrensfelde angrenzenden Kiez sowie Viertel an der Schorfheidestraße, den Ringkolonnaden, der Cecilienstraße und der Karl-Holtz-Straße.
Brandt versicherte: "In allen Fällen steht kein Kahlschlag zur Diskussion." Der Schwerpunkt liege auf Umbau und Aufwertung. Die Anwohner würden von Anfang an in die Entscheidungen einbezogen, denn die alteingesessenen Marzahner sollten in ihrer vertrauen Nachbarschaft bleiben. Etliche hätten auch schon Interessen an Wohneigentum bekundet. Man brauche aber auch mehr Zuzug. Der Stadtumbau-Beirat der WBG mit Mietern, Architekten, Bezirks- und Senatsvertretern will im Frühjahr erste Konzepte vorlegen. Vorher sind noch Gespräche mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung anberaumt. WBG-Sprecherin Erika Kröber: "Wir erwarten Mittel aus dem Stadtumbau-Programm, auch der Senat schließt Zuschüsse nicht aus."
Einen Imagegewinn habe bereits das Berliner Pilotprojekt "Ahrensfelder Terrassen" gebracht. Es kostet 30 Millionen Euro und soll Ende Dezember abgeschlossen sein. Von ehemals 1670 Wohnungen im Karree Havemannstraße, Rosenbecker/ Eichhorster Straße bleiben 409 komplett umgestaltete in drei- bis sechsstöckigen Stadtvillen übrig, 45 mit Dachterrasse sind ausgebucht. 90 Wohnungen sind bereits bezogen und für 210 Mietverträge abgeschlossen. Zusätzlich sollen dort bis Juni 38 Eigentumswohnungen fertig sein, mehr als die Hälfte ist verkauft. Brandt: "30 Prozent aller Neumieter kommen nicht aus Marzahn oder benachbarten Bezirken sondern aus ganz Berlin."

morgenpost.berlin1.de

5.12.2004
Kamp-Lintfort: Der Geldsegen kam unverhofft
Die Stadt erhält für 2004/2005 1,5 Millionen Euro: Geld aus dem Fördertopf des Bund-Länder-Programms "Stadtumbau West". Wie kam es zum Geldregen? Die Stadt hatte vor drei Monaten den Antrag fürs Stadtumbau-Programm gestellt. Planungsamtschefin Monika Fraling: "Die Konzepte für die City, Einzelhandel und Gestaltung umfassen ein Maßnahmenbündel zur Attraktivierung der Innenstadt. Nun tragen die Konzepte endlich Früchte." Bürgermeister Landscheidt ist froh: "Wir konnten das Ministerium überzeugen."
Die Vorstellungen von Regionalrat und Stadt, welche Projekte Priorität haben, gehen allerdings auseinander. Während Düsseldorf vorrangig den Bereich bei den "Weißen Riesen" nennt, denkt das Rathaus eher an die Gestaltung des Platzes an der ehemaligen Kaufhalle. Landscheidt: "Zwei der drei Hochhäuser stehen leer. Die negative Ausstrahlung der Hochhäuser war immer wieder Stein des Anstoßes im Stadtmarketing. Gerade hier setzen die Maßnahmen des Stadtumbaus ein. Fördergelder aus Berlin und Düsseldorf stellen die einmalige Chance dar, aktiv in die Entwicklung des gesamten Bereichs einzugreifen."
Wichtig seien Gespräche mit den Eigentümern der beiden leeren Hochhäuser. Man wolle nur einer "symbolischen 1-Euro-Verkaufs-Lösung" zustimmen. Die andere Seite denke da wohl anders. Dennoch: "Wir haben jetzt eine tolle Chance", so Landscheidt. Kommt man dennoch nicht weiter bei den Verhandlungen über die zwei weißen Riesen, dann sollen mit Hilfe der Förderung vor allem die wichtigsten Straßen und Plätze in der City attraktiver gestaltet werden. Wobei die höchste Priorität der Vorplatz bei der ehemaligen Kaufhalle hat. Der Rathausplatz und die Fußgängerzone würden in späteren Bauabschnitten folgen.

www.nrz.de

3.12.2004
Eberswalde: Stadtumbau geht in die nächste Runde
Der Abriss von leerstehenden Wohnungen im Brandenburgischen Viertel geht auch 2005 weiter. Der Stadt liegen erste Fördermittelbescheide bereits vor. Laut Stadtumbaukonzept will Eberswalde in dem DDR-Neubauviertel gezielt Wohnblöcke vom Markt nehmen, um dem Leerstand entgegenzuwirken und das Wohnumfeld für die verbleibenden Häuser zu verbessern.
Nachdem im Jahr 2003 die ersten 126 Wohnungen und mit ihnen drei Wohnblöcke an der Rheinsberger Straße verschwanden, standen in diesem Jahr 172 Leerstandswohnungen auf der Abrissliste. Insgesamt hat die Stadt 2004 rund eine Million Euro in den Abbruch nicht mehr benötigten Wohnraums gesteckt.
Im kommenden Jahr soll das bisher größte Abrissprogramm im Brandenburgischen Viertel angegangen werden. Insgesamt 262 Wohnungen - 146 bei der WBG und 116 bei der WHG - sollen der Abrissbirne zum Opfer fallen.

www.moz.de

3.12.2004
Berlin: Beach-Volleyball und Spielplatz im Schendelpark
Der Südteil des Schendelparks in der Spandauer Vorstadt wird im nächsten Jahr neu gestaltet. Mit ersten Arbeiten soll aber schon jetzt begonnen werden, so das Straßen- und Grünflächenamt des Bezirks. So wird der Gehweg entlang der Alten Schönhauser Straße saniert. Zudem sollen in diesen Tagen noch 13 Bäume gefällt werden, die wegen Schäden oder Fehlwuchs als nicht erhaltenswert gelten.
Im kommenden Frühjahr sollen dann neun neue Bäume auf der kleinen innerstädtischen Grünanlage neu gepflanzt werden. Die Planung sieht außerdem die Anlage eines Spielplatzes, einer Liegewiese und eines Beach-Volleyball-Platzes vor. Finanziert werden die Kosten des Projekts in Höhe von knapp 500 000 Euro aus dem Senatsprogramm "Stadtumbau Ost".

morgenpost.berlin1.de

3.12.2004
Gelsenkirchen:  "Monster-Mieter" lassen verwüstete Räume zurück
Immer mehr "Monster-Mieter" lassen Vermieter verzweifeln. Erst zahlen sie die Miete nicht, dann machen sie sich aus dem Staub und lassen eine verwüstete Wohnung zurück. "Da bleiben fünfstellige Summen hängen", klagt Heinz-Jürgen Gerbens.
Gerbens ist Geschäftsführer von Haus + Grund, der als Haus- und Wohnungseigentümerverein rund 2400 Mitglieder in Alt-Gelsenkirchen vertritt. Auf etwa 50 Fälle im vergangenen Jahr beziffert er die "Horror-Mieter". Menschen, die zunächst unauffällig auftreten - bis das böse Erwachen für den Vermieter kommt. Etwa der Fall in Ückendorf, wo ein junger Mann ein halbes Jahr die Miete nicht zahlte und der Vermieter hinterher auf das Chaos stieß: demolierte Türen und Wände, bergeweise Müll, stinkende Toiletten. "In einer anderen Wohnung saß eine Ratte schon vor der Tür, lebten die Maden im Kühlschrank", berichtet Gerbens. Einschließlich Räumungsklagen- und Gerichtsvollzieherkosten "sind da für den Vermieter schnell 10 000 E weg. Und damit ist die Wohnung noch nicht renoviert". Und der Mieter ist über alle Berge.
"Es geht dabei nicht um den Mieter, der in eine finanzielle Notlage, etwa durch Arbeitslosigkeit, geraten ist und seine Miete nicht zahlen kann", betont Gerbens ausdrücklich. Da seien vernünftige Mieter zu Lösungen bereit, nähmen auch Mietstundungen in Kauf. Gerbens rät Mietern eindringlich, sich vorab über künftige Mieter Auskünfte einzuholen.Auf seiner Mitgliederversammlung drückten Haus + Grund jedoch weitere Sorgen: Die Leerstände, Gerbens spricht von 9000 Wohnung in der Stadt - bedingt durch Bevölkerungsrückgang, Wegzüge junger Familien und Arbeitslosigkeit , führen zu einem Wohnungs-Überangebot. Sie zwingen Eigentümer zu Modernisierungen und Umbauten. "Sonst haben die Vermieter keine Chance gegen die großen Wohnungsunternehmen", so der Geschäftsführer, der zudem den Mangel an Bauland fürs eigene Häuschen beklagt.
Ausdrücklich begrüßt Gerbens dagegen, dass Gelsenkirchen als Pilotstadt in das Bundesprogramm "Stadtumbau West" aufgenommen wurde: "Dadurch ergibt sich die Chance, die City als urbanen Wohnungsstandort zu entwickeln". Privateigentümer müssten aber eingebunden werden.

www.waz.de

3.12.2004
Sachsen-Anhalt: Wohnungswirtschaft wird tausende Mieter verlieren
Die Wohnungsvermieter in Sachsen-Anhalt werden bis zum Jahr 2020 jeden sechsten Mieter verlieren. Das geht aus jüngsten, noch vorläufigen Berechnungen des Statistischen Landesamtes hervor. Danach sinkt die Anzahl der Haushalte gegenüber 2002 um insgesamt 16 Prozent. Derzeit gibt es 1,2 Millionen Haushalte im Land. Der Verlust wird insgesamt rund 192000 Haushalte ausmachen. Angesichts dieser dramatischen Entwicklung verlangt die Wohnungswirtschaft Sachsen-Anhalts mehr Weitblick für den Stadtumbau als bisher. Sie befürchtet rückläufige Investitionen und eine Zurückhaltung von Banken gegenüber der Wohnungswirtschaft.
Am deutlichsten sind die berechneten Verluste mit minus 53 Prozent bei Vier- und mit minus 60 Prozent bei Fünf-Personenhaushalten. Drei-Personenhaushalte reduzieren sich um 27 Prozent, Zwei-Personenhaushalte um knapp elf Prozent. Selbst die Zahl der Ein-Personen-Haushalte, bei denen viele Experten bisher von einem Anstieg ausgegangenen waren, schrumpft um drei Prozent.
Der drastische Rückgang der Geburten nach 1989 beginne sich in den kommenden Jahren immer deutlicher auszuwirken. Es fehlten die jungen Männer und Frauen, die in diesem Alter Familien gründen, sagte der Direktor des Verbandes der Wohnungsgenossenschaften, Ronald Meißner. Auch Sachsen-Anhalts Bauminister Karl-Heinz Daehre erklärte, die Kommunen und Unternehmen benötigten die Unterstützung des Bundes über 2010 hinaus.

www.mz-web.de

1.12.2004
Zusammenschlüsse von ostdeutschen Wohnungsgesellschaften erleichtert
Die EU-Kommission hat in Anwendung der Vorschriften für staatliche Beihilfen einer Regelung zugestimmt, mit der Wohnungsbaugesellschaften vorübergehend von der Immobilienübertragungssteuer in Fällen von Zusammenschlüssen freigestellt werden, die mit Immobilieneigentum in den neuen Bundesländern verbunden sind. Gleichzeitig hat die Kommission beschlossen, ein Untersuchungsverfahren in Bezug auf diejenigen Teile der Regelung einzuleiten, die sich auf die Arbeitsmarktregion Berlin beziehen.
Bei der von der Bundesrepublik Deutschland angemeldeten Maßnahme handelt es sich um eine vorübergehende Befreiung von der Immobilienübertragungsteuer bei Zusammenschlüssen zwischen Wohnungsgesellschaften und genossenschaften, mit denen Eigentum in den neuen Bundesländern verbunden ist. Auf dem Wohnungsmarkt der neuen Bundesländer wird die Immobilienübertragungsteuer als schwerwiegendes Hindernis für eine erforderliche Umstrukturierung angesehen. Im Falle von Zusammenschlüssen zwischen Wohnungsbaugesellschaften kann die damit verbundene Steuer die Liquidität der beteiligten Unternehmen ernsthaft beeinträchtigen. Im Zeitraum kamen 2000 bis 2003 lediglich neun Zusammenschlüsse zwischen Wohnungsgesellschaften in den neuen Bundesländern zustande.
Die Freistellung von der Immobilienübertragsteuer wird die Wohnungsgesellschaften in die Lage versetzen, ihre Kräfte zu bündeln, um sich diesen vielfältigen Herausforderungen stellen zu können.

www.jurawelt.com