Newsticker Archiv Dezember 2004
30.12.2004
Kampf um die Vorstadt-Familie
Die Städte im Ruhrgebiet haben sich noch nicht
ausreichend auf den zu erwartenden Bevölkerungsschwund eingestellt. Das ist das
Ergebnis einer neuen Studie des Regionalverbands Ruhrgebiet (RVR). Die Kommunen
schrieben immer noch zu viele Wohnbauflächen aus und kalkulierten in ihren
Flächennutzungsplänen mit falschen Prognosen zur Einwohnerzahl, so die
RVR-Direktorin Christa Thoben . "So wird die Verödung der Innenstädte weiter
vorangetrieben", sagte sie. Stadtplaner behaupten hingegen das Gegenteil: "Nur
durch eine offensive Bodenpolitik kann die Region den Turnaround schaffen", sagt
der Dortmunder Planungsdezernent Ulrich Sierau .
Die RVR-Studie vergleicht Bevölkerungsprognosen für die Ruhrgebiets-Städte mit
den in den Flächennutzungsplänen ausgeschriebenen Wohnbauflächen - und offenbart
eine Diskrepanz. So stellt etwa die Stadt Hamm Bauland zur Verfügung, das für
eine Bevölkerungssteigerung um 18 Prozent reicht, während das Landesamt für
Statistik der Kommune in den kommenden 15 Jahren einen Bevölkerungsschwund von 4
Prozent prognostiziert. Die Stadt Hagen weist bei einem erwarteten
Einwohnerverlust von 16 Prozent trotzdem Flächen für Potenzial für sieben
Prozent mehr Bewohner aus.
Die Zahlen sind ein Problem, findet der RVR. In den Kommunen müsse ein
stadtplanerischer Paradigmenwechsel erfolgen: Statt darauf zu schielen, den
Nachbarstädten durch immer mehr Neubaugebiete Einwohner streitig zu machen,
solle die Schrumpfung akzeptiert und kreativ gestaltet werden. Gemeinsam mit
Wohnbauunternehmen und Kommunen müsse die Aufwertung bestehender Wohnflächen
vorangetrieben und auch verstärkt über Abrisse - wie im Programm Stadtumbau West
vorgesehen - nachgedacht werden. "Die Städte können vor dieser Erkenntnis nicht
weglaufen", sagt RVR-Direktorin Thoben. In einem "Masterplan Siedlung" will der
RVR entsprechende politische Vereinbarungen anregen.
In den Städten wird die Initiative des Regionalverbands unterschiedlich
aufgenommen. "Auch wenn Bauland immer nachgefragt wird, muss man sich natürlich
fragen, wie viele Bauflächen eine schrumpfende Stadt braucht", sagt der Hagener
Stadtplaner Martin Bleja. Ein Paradigmenwechsel brauche jedoch Zeit: "Es gibt da
immer einen Timelag zwischen Wissenschaft und Politik." Andere Städte weisen die
RVR-Vorschläge zurück. "Es gibt bei der Einwohnerentwicklung eine Konkurrenz mit
dem Umland, die man nicht wegdiskutieren kann", verteidigt der Hammer
Stadtsprecher Lutz Rettig die hohen Flächenausweisungen der Kommune.
Für Dortmunds Planungsdezernent Ulrich Sierau ist die Studie des RVR nicht nur
falsch in ihrer These, sondern auch wissenschaftlich schlecht gemacht: "Man kann
nicht Zahlen gegenüberstellen, ohne über die Gründe nachzudenken", sagt er. Er
lasse sich nicht sagen, dass er "über den Durst" Flächen ausgewiesen habe: "Die
Region schrumpft nicht per se." Zumindest für Dortmund trifft das zu: Im
Vergleich zu anderen Ruhrgebietskommunen hält die Stadt ihre Bevölkerungszahl
nahezu konstant - nach Sierau auch ein Verdienst offensiver Flächenpolitik.
www.taz.de
29.12.2004
Gera: Mit Sanierung Stadtumbau vorbereitet
"Ehe wir Leerstände reduzieren können, müssen wir erst
einmal modernisieren und sanieren", beschreibt Ubrig den Weg von Geras
mitgliederstärkster Wohnungsbaugenossenschaft.
Denn die Menschen, die noch in abzureißenden Häusern leben, müssen zunächst erst
einmal in andere Wohnungen umgesiedelt werden. "Und wer zieht heute schon noch
in eine unsanierte Wohnung ohne Mindeststandard?" Mehr als zehn Prozent des 4
300 Wohnungen umfassenden Bestandes stehen bei der "Aufbau" derzeit leer -
weniger als im Geraer Durchschnitt. Um Wohnungen sanieren zu können, müssen sie
erst einmal leer gezogen werden, macht Ubrig die differenziert zu sehende
Rechengrundlage deutlich.
15 Millionen Euro hat die Baugenossenschaft in diesem Jahr in die Erneuerung
ihrer Substanz investiert. Verbesserte Lebensbedingungen in 406 Wohnungen. Zu
den Objekten gehörten die Kurt-Keicher-Straße 87-105, die Blöcke Schleizer
Straße 6-8 und 9-11, die Pößnecker Straße 1-11, 2-6 und 13-17, die Herderstraße
36-40 und die Flurstraße 10-12. In der bereits 2003 sanierten Ebertstraße 13-19
wurden zudem die Außenanlagen neu gestaltet.
Aber auch Abriss ist für die WBG "Aufbau" kein neues Thema. Vor zwei Jahren ließ
sie Elf-Geschosser in der Karl-Matthes-Straße fallen und baute 48 Wohnungen in
der Eiselstraße zurück. Künftig wolle man sich in Lusan auf das Kerngebiet
reduzieren und in den an die "grüne Wiese" angrenzenden Straßenzügen weiter
abreißen bzw. zurückbauen, dem ländlichen Umfeld angepasst. Das Einvernehmen mit
der Stadt sei, so Ubrig, teils noch zu finden, doch deren Stellungnahme sei
nötig für Kreditanträge.
Ein zweites großes Stadtumbau-Feld ist für die WBG "Aufbau" Bieblach/Ost. Hier
verwaltet sie gleichfalls Wohnungen. In der Fritz-Gießner-Straße sollen im
nächsten Jahr 90 Wohnungen weichen - entsprechend der städtischen Rahmenplanung
für Bieblach/Ost. Hingegen wolle man künftig in ein erhaltenswertes Kerngebiet
im Stadtteil investieren. Totaler Abriss ganzer Blöcke und Rückbau bis zu 50
Prozent und im Gegenzug die Aufwertung eines neuen Zentrums sind auch hier
strategisches Ziel.
www.tlz.de
29.12.2004
100.000 Wohnungen weniger
Wegen der Abwanderung in den Westen stehen in
Ostdeutschland etwa eine Million Wohnungen leer. Fast 360.000 davon sollen in
den nächsten vier Jahren der Abrissbirne zum Opfer fallen. Das
Stadtumbauprogramm Ost stellt dafür pro Jahr 160 Millionen Euro zur Verfügung,
teilte Bundesbauminister Manfred Stolpe in Berlin mit.
"In drei Jahren Stadtumbau Ost ist erreicht worden, dass der Leerstand an
Wohnungen erstmals zurückgeht", sagte Stolpe. In Schwedt, Hoyerswerda oder
Chemnitz seien bereits leer stehende Wohnblöcke abgerissen oder in gefälligere
kleinere Wohngebäude umgewandelt worden. Mittlerweile gebe es in Ostdeutschland
rund 100.000 Wohnungen weniger. Dank der Bemühungen um den städtebaulichen
Denkmalschutz stünden Städte wie Quedlinburg, Weimar, Wittenberg, Wismar und
Stralsund heute auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes.
Die Erfahrungen mit dem Stadtumbau Ost seien für den Westen beispielgebend, so
Stolpe. Seit dem Jahr 2004 unterstütze der Bund auch den Umbau der Städte in
Westdeutschland. Die finanziellen Mittel sollen von derzeit 40 Millionen Euro
jährlich bis 2009 auf 86 Millionen Euro steigen. Nach Ansicht von Stolpe könnten
die beiden Stadtumbauprogramme auch zusammengelegt werden.
Nach Angaben des Ministeriums stehen in Berlin derzeit rund 62 000 Wohnungen
leer, fast 21 000 sollen abgerissen werden. Bisher wurde der Abriß von 1624
Wohnungen bewilligt. Die Zahlen für die übrigen Ost-Länder: Brandenburg: 164 000
leerstehende Wohnungen, davon sollen fast 55 000 abgerissen werden. Bisher wurde
der Abriß von zirka 23 000 Wohnungen bewilligt. Mecklenburg-Vorpommern: 99 000
Leerstände, Abriß: bis jetzt 15 300, geplant 33 000. Sachsen: 408 000
leerstehende Wohnungen, Abriß-Soll: 136 000, bewilligt: 83 000. Sachsen-Anhalt:
224 000 leere Wohnungen, davon sollen etwa 74 000 abgerissen werden, bewilligt
wurden bis jetzt über 35 000. Thüringen: rund 120 000 Wohnungen stehen leer,
davon sollen etwa 40 000 abgerissen werden. Bisher wurde der Abriß von zirka 19
000 Wohnungen bewilligt.
www.baunetz.de
24.12.2004
Sachsen-Anhalt: Wohnungswirtschaft bekommt
Abriss-Gelder auf einen Schlag
Der Stadtumbau in Sachsen-Anhalt soll schneller als
bisher vorangebracht werden. Ein großes Hindernis, nämlich gestückelt
ausgezahlte staatliche Zuschüsse für den Abriss von Wohnungen, soll jetzt aus
dem Weg geräumt werden. Vermieter bekommen künftig das Geld auf einen Schlag und
nicht wie bisher in fünf Jahrestranchen ausgezahlt. Federführend ist die
Investitionsbank Sachsen-Anhalt.
Der Abriss von Wohnungen im Zuge des Stadtumbau Ost ist nicht nur eine Willens-
sondern vielmehr eine große finanzielle Frage. Weil die Vermieter die teure Last
von zehntausenden abzureißenden Wohnungen nicht allein tragen können, bekommen
sie Zuschüsse von Bund und Land. Sachsen-Anhalt hat dieses Jahr über eine so
genannte Bund-Länder-Vereinbarung 44,4 Millionen Euro zur Verfügung.
Problem: Das Geld - 60 Euro pro Quadratmeter und im Schnitt 3600 Euro je Wohnung
- wird nur in fünf Jahrestranchen ausgezahlt. Zudem müssen alle Bundesländer dem
Geldverteilungsystem jährlich aufs Neue ihren parlamentarischen Segen geben. Auf
der anderen Seite entstehen den Wohnungsunternehmen etwa durch das
anspruchsvolle Umzugsmanagement oder aufwändige Entkernungsmaßnahmen sehr hohe
Anlaufkosten, die mit dem ersten Jahresabschlag nicht zu finanzieren sind.
Banken springen kaum ein oder nur zu ungünstigen Kreditkonditionen.
Damit die Wohnungswirtschaft hierzulande schneller an ihr Geld kommt,
beschreitet Sachsen-Anhalt jetzt einen in der Bundesrepublik bisher einmaligen
Weg. "Die Investitionsbank geht in Vorleistung und zahlt die Zuschüsse in einer
Summe aus", sagte der Sprecher der Investitionsbank-Geschäftsführung, Manfred
Maas, im Volksstimme-Gespräch. "Damit beenden wir eine langwierige Hängepartie
und lösen so die Bremse für den beschleunigten Abriss von Wohnungen." Zudem
leiste die Investitionsbank über ihre eigenen Refinanzierungsmöglichkeiten einen
Beitrag zur Entlastung des Landeshaushaltes. Die Investitionsbank gelte ihre
Vorfinanzierungskosten mit vier Euro des Quadratmeter-Zuschusses ab.
Laut Maas haben bisher 16 Antragsteller von der neuen Auszahlungsmöglichkeit
Gebrauch gemacht. Insgesamt seien von der Investitionsbank bisher Zuschüsse von
1,6 Millionen Euro für den Abriss von insgesamt 1100 Wohnungen unter anderem in
Stendal und Tangerhütte ausgezahlt worden.
Ein erster Abschlag von bis zu 30 Euro je Quadratmeter werde ausgezahlt, sobald
das jeweilige Objekt für den Abriss bereit stehe, der Restbetrag sofort nach
Vorlage des Verwendungsnachweises und nicht erst nach dessen Prüfung, erläuterte
Maas. Von der neuen Förderung würden allerdings nur diejenigen
Wohnungsunternehmen und Vermieter profitieren, die in jenen 44 Städten und
Gemeinden in Sachsen-Anhalt ansässig sind, die in Stadtentwicklungskonzepten
ihre Vorstellungen und Konzepte zur städtebaulichen Umgestaltung der Kommunen
niedergeschrieben haben
www.volksstimme.de
20.12.2004
Sachsen-Anhalt: "Wanderungen gehen zurück, aber
das Geburtendefizit wird ein Problem"
Sachsen-Anhalts Einwohnerzahl schrumpft weiter: Mit
2522941 Bewohnern Ende 2003 verringerte sich die Zahl der Sachsen-Anhalter um
ein Prozent zum Vorjahr - obwohl wieder mehr Menschen nach Sachsen-Anhalt zogen,
weniger dem Bundesland den Rücken kehrten. Der Wanderungsverlust war aber auch
2003 entscheidender Faktor für den Bevölkerungsrückgang. In den ersten Monaten
2004 jedoch rückt das Geburtendefizit in den Vordergrund.
"Wer von Sachsen-Anhalt weggeht, ist vor allem jung. Wir bekommen deshalb ein
Problem mit dem Geburtendefizit", sagte gestern Manfred Scherschinski, Direktor
des Statistischen Landesamtes in Halle. Während bis Ende des Jahres 1991 sowie
von 1998 bis 2003 die vielen Fortzüge aus Sachsen-Anhalt ausschlaggebend für den
Bevölkerungsrückgang waren, werde jetzt die Statistik-Kluft zwischen Geborenen
und Gestorbenen dominieren, sagte der Hallenser Statistiker. "Die Wanderungen
gehen zurück, das Geburtendefizit wird ein Problem."
Grund ist die Altersstruktur der Menschen, die Sachsen-Anhalt den Rücken kehren.
Scherschinski: "Über die Hälfte der Differenz zwischen Zu- und Fortzügen entfiel
im vergangenen Jahr auf junge Leute unter 25 Jahre." Und er ergänzt: "Es waren
vor allem Mädchen und junge Frauen." Sie zieht es hauptsächlich nach
Niedersachsen, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Sachsen.
Den Zahlen aus dem gestern von Scherschinski präsentierten neuen Statistischen
Jahrbuch ist zu entnehmen, dass sich die große Kluft zwischen Zu- und Fortzügen
in den vergangenen drei Jahren verkleinert hat. Der so genannte
Wanderungsverlust lag 2003 bei 13227 Personen, das Jahr zuvor waren es fast 6000
mehr.
Seit 1990 haben 678000 Sachsen-Anhalter das Land verlassen, 528000 Menschen
fanden eine neue Heimstatt zwischen Arendsee und Zeitz. 150000 Einwohner durch
Wegzug weniger - das macht 43 Prozent des Bevölkerungsrückgangs aus.
57 Prozent der immer weiter schrumpfenden Einwohnerzahl sind zurückzuführen auf
den Geburtenrückgang. Dem seit 1991 erreichten Höchststand im Jahr 2000 mit
18723 Neugeborenen folgten drei Jahre mit einem leichten Rückgang. Ein
Zahlenvergleich: 1990 kamen auf 1000 Einwohner statistisch noch 11 Geburten, im
vergangenen Jahr waren es nur noch 6,7.
Weiter fortgesetzt hat sich der Prozess der allmählichen Überalterung. Während
1981 noch jeder 119. Sachsen-Anhalter und im Jahr 1991 jeder 83. Einwohner über
85 Jahre alt war, zählte 2003 schon jeder 66. dazu. Ende des Jahres waren rund
200 Sachsen-Anhalter 100 Jahre und älter.
www.volksstimme.de
18.12.2004
Köthen: Uneinig in Leerstandsfrage
Schon an der ersten Hürde war Schluss: Der
Abwasserverband Köthen, der eigentlich auf seiner Verbandsversammlung am
Mittwochabend eine Kalkulation für die Jahre 2005 bis 2007 beschließen wollte,
muss damit nun bis Ende Februar warten. Schuld daran waren die Vertreter des
Köthener Stadtrates, die in einer Frage zu keiner einheitlichen Meinung kamen,
weshalb nun erst im Stadtrat selbst ein Votum hergestellt werden muss. An dieses
Votum - egal wie es ausfällt - müssen sich die Köthener Vertreter in der
Verbandsversammlung dann halten.
Zwar herrschte unübersehbar Einigkeit darüber, dass man künftig weiter nach
Wohnungen abrechnen wolle und nicht nach Nennwert der Leitungen oder nach
Bewohnerzahl, Knackpunkt aber war die Frage, ob Eigentümer die fällig werdende
Grundgebühr von neun Euro im Monat pro Wohnung auch für leer stehenden Wohnraum
bezahlen müssen oder ob sie die Chance bekommen, diese Kosten auf Antrag
erlassen zu bekommen.
Letzteres war in den zurückliegenden Jahren möglich gewesen und hatte im Verband
letztlich zu erheblichen Verlusten geführt - 2002 waren es 242 000, 2003 noch
190 000 und in diesem Jahr auch noch 127 000 Euro. Ganz abgesehen davon, dass
nicht nur in der Einwohnerfragestunde vermutet wurde, dass aufgrund mangelnder
Kontrolle eine ganze Anzahl von Eigentümern für leer stehende Wohnungen auch
ohne Antrag keine Grundgebühren zahlen würde. Der Verlust, der aus dem
"Leerstands-Rabatt" für Eigentümer entsteht, wird auf die Kommunen umgelegt -
der Verband kommt mithin so oder so zu seinem Geld: entweder vom Wohnungsinhaber
oder aus der Gemeinde- bzw. Stadtkasse.
Und genau dieser Umstand führte bei den Vertretern der Dörfer und auch bei
vielen Köthener Vertretern vor allem aus SPD und PDS zur klaren Ansage, die
Leerstandsbefreiung aus der Kalkulation herauszunehmen. Man könne nicht von der
Gemeinde verlangen, das Risiko des Eigentümers finanziell zu tragen, dieser
müsse sich eben um Mieter bemühen. Letzten Endes würde man so oder so den
Bürgern damit die Kosten für den Leerstand aufbürden. Herbert Kühnel (Köthen)
erbat sich darüber hinaus, einmal festzustellen, ob etwa die Eigentümer der
Alten Apotheke, des Schwertfegerhauses am Bärplatz und andere jemals eine Gebühr
an den Verband bezahlt haben oder ob es Befreiungsanträge gegeben habe.
Böhm zufolge wäre es für die Wohnungsgesellschaft (WKG) fatal, wenn die
Leerstandsbefreiung abgeschafft würde. Das risse ein großes Loch in die Finanzen
des Wohnungsriesen. Der schon vor drei Jahren bei der Umstellung von der
Abrechnung nach Leitungs-Nennwert auf eine Abrechnung nach Wohnungen schwer
gebeutelt wurde. Am Beispiel: Früher war ein 80-Wohnungen-Block eine
Abrechnungsstelle - "da haben wir 1400 Euro Grundgebühr gezahlt. Nach der
Umstellung auf die Abrechnung nach Wohnungen hat sich diese Summe auf 8640 Euro
erhöht."
Müsse man in Zukunft auch für leer stehende Wohnungen Grundgebühren bezahlen,
würden erneut erhebliche Summen fällig werden. Mit Stand von Ende November hatte
die WGK bei einem Bestand von 4218 Wohnungen einen Leerstand von 889 Wohnungen
zu verzeichnen. Aufs Jahr gerechnet hieße das, das Unternehmen müsste 96 012
Euro zusätzlich erwirtschaften - für Wohnungen, aus denen es keinen Ertrag
zieht.
www.mz-web.de
17.12.2004
Duisburg: Moderator soll Konzept für Wandel
ankurbeln
Häufige Eigentümerwechsel, unklare Besitzverhältnisse sind
die größten Übel, mit denen die Stadtverwaltung und die Politik in ihren
Bemühungen zu kämpfen haben, die Hochheider Hochhaus-Landschaft neu zu
strukturieren. Über 500 der insgesamt 1.400 Wohnungen in den sechs
20-geschossigen "weißen Riesen", die der frühere Homberger Bauunternehmer Josef
Kun Ende der 60-er/ Anfang der 70-er Jahre in den nördlichen Teil der ehemaligen
Rheinpreußen-Siedlung gepflanzt hat, stehen leer und verkommen. Besonders, seit
sich die Verwaltung im August 2003 genötigt sah, den Komplex Ottostraße 24-30 zu
räumen und die Eingänge zu vermauern. In der Vorlage, die Günter Eidam vom
Stadtplanungsamt in der vergangenen Woche der Bezirksvertretung Homberg/
Ruhrort/ Baerl präsentierte, mahnt er "weiteren Handlungsbedarf" an: Zum einen
drohe inzwischen einem weiteren Hochhaus die Zwangsversteigerung, zum anderen
"werden die negativen Auswirkungen auf den gesamten Stadtteil Homberg mehr als
deutlich".
Schraube zurück drehen
Die Schraube zurück zu drehen, wurden bereits in dem bundesweiten Wettbewerb
"Tatort Stadt" Ideen und Ansätze erarbeitet. Das Förderprogramm "Stadtumbau
West", mit dem der Bund architektonische und soziale Brennpunkte entschärfen
will, sieht 16 Millionen Euro für Nordrhein-Westfalen vor. Davon soll auch die
Stadt Duisburg profitieren, die den Um- und Rückbau der Hochheider
Hochhaus-Siedlung zur Erlangung von Fördermitteln angemeldet hat. Aktuell sind
150.000 Euro beantragt, um erstmal ein so genanntes Moderationsverfahren
einstielen zu können. Was die Stadt bisher nicht geschafft hat, nämlich alle
Eigentümer an einen Tisch zu holen, soll nun den Überredungskünsten eines
externen Wohnungsbau-Büros anvertraut werden, dessen Bemühungen mit eben dieser
Summe honoriert werden. "Wir hoffen, im Herbst erste Ergebnisse vorliegen zu
haben," formuliert Hombergs Bezirksamtsleiter Jürgen Scherhag betont
zurückhaltend. "Eine Garantie, dass wir dann konkrete Handlungsansätze haben,
bietet allerdings auch dieses Moderationsverfahren nicht". Unterdessen geht das
Rätselraten um die Hochheider Karstadt-Filiale weiter. Auf einer Sitzung des
Gesamtbetriebsrates von Karstadt/Quelle soll den Arbeitnehmern bereits dargelegt
worden sein, dass der Kaufhaus-Konzern mit der gerade wieder unangenehm in die
Schlagzeilen geratenen Discounter-Kette Lidl Einigung über den Verkauf des
Flachbaus erzielt haben soll. In Kreisen der Gewerkschaft verdi wurde bereits
über Abriss des Karstadt-Hauses und Neubau an gleicher Stelle spekuliert, was
Lidl davon entbinden könnte, die Karstadt-Mitarbeiter zu übernehmen. Weder Lidl
noch Karstadt wollten zu diesen Gerüchten gestern Stellung beziehen. Klar und
deutlich ist nur die Aussage aus der Duisburger Stadtverwaltung hinsichtlich
eines angeblich eingereichten Bauantrags: "Uns liegt nichts vor".
www.waz.de
17.12.2004
Bayern: Vom Osten lernen heißt schrumpfen lernen
Wer in München verzweifelt eine bezahlbare Wohnung sucht,
mag die Verhältnisse im Norden Bayerns beneidenswert finden: In Selb stehen 14
Prozent der Stadtbau-Wohnungen leer, in der Rhön verwaisen halbe Dörfer.
Probleme aber bereiten Boom wie Baisse, schnelle Lösungen sind nicht in Sicht.
Immerhin: Ein neues Förderprogramm soll die Bildung von Geisterstädten
verhindern.
Die Worte sind schon viel schöner als früher: Was ehemals "Abriss" hieß, später
"Rückbau" genannt wurde, läuft jetzt unter dem Begriff "Stadtumbau". Im
Idealfall führt der Kampf um Stadtviertel, die durch Wegzug und Überalterung
auszubluten drohten, inzwischen auch zu moderneren, grüneren und schöneren
Städten. Gekämpft wird die Schlacht gegen die Leere auf dem Gebiet der
ehemaligen DDR schon seit fast zehn Jahren: Magdeburg und Halle,
Eisenhüttenstadt und Hoyerswerda haben seit der Wende bis zu einem Drittel ihrer
Bevölkerung eingebüßt. Ein Teufelskreis: Erst fehlt es an Arbeit und
Perspektiven, bald auch an Konsumenten und Infrastruktur, dann umso mehr an
Arbeit und Perspektiven. Am Ende sind aus lebendigen Wohnvierteln halbleere
Slums geworden.
Bayerische Sorgenkinder: Die Oberpfalz und Franken
Behalten die Demographen recht, könnten dieses Szenarien bald "in den Westen
rübermachen". Dem erfolgreichen Modell "Stadtumbau Ost" stellte die
Bundesregierung daher den "Stadtumbau West" gegenüber, an dem sich auch der
Freistaat beteiligt. 20 Millionen Euro sollen jährlich an 28 Gemeinden verteilt
werden - die Hälfte kommt vom Bund, den Rest schießt Bayern zu. Schwerpunkte des
Programms liegen in Oberfranken und Ostbayern. Gefördert werden aber auch
Gemeinden in anderen Teilen des Landes. Einige von ihnen sind erst seit Anfang
Oktober in der Bredouille: Damals entschied sich, dass die Bundeswehr einen Teil
ihrer bayerischen Standorte auflöst - und aus Kasernen von heute Geisterstädte
von morgen zu machen droht.
Wildflecken und Selb: Zwei "Pilotstädte" in Bayern
Wildflecken: Das Leben nach den Amerikanern
Eigentlich hat die Gemeinde Wildflecken nordwestlich von Würzburg 3.500
Einwohner. Dazu kamen für etliche Jahrzehnte noch bis zu 8.000 amerikanische
Soldaten. Als die dem Ort 1994 den Rücken kehrten, stand fast ein Drittel der
30er- bis 60er-Jahre-Wohnblocks leer. Der Zuzug von Aussiedlern, die inzwischen
25 Prozent der Wildfleckener ausmachen, löste einige Probleme, brachte aber auch
neue Integrationsaufgaben mit sich. Die "Impulsprojekte" des "Stadtumbaus West":
Etliche Blocks wurden abgerissen, um Platz für Grünflächen und Einfamilienhäuser
zu schaffen; in der ehemaligen Rhönkaserne haben sich Gewerbebetriebe
angesiedelt.
Selb: Porzellanstadt im Umbruch
Vorsicht ist die Mutter der Porzellanstadt: Noch unterscheidet sich das Leben in
der unterfränkischen Kleinstadt wenig von anderen bayerischen Kleinstädten. Doch
der Trend ist alarmierend: In den letzten drei Jahrzehnten reduzierte sich die
Einwohnerzahl von 24.000 auf gegenwärtig rund 17.500; allein in den letzten
sechs Jahren verlor ein Fünftel der Bewohner Selbs seinen Arbeitsplatz.
Architektonisch wertvolle Industrieanlagen - etwa die Gründerzeitbauten von
Hutschenreuther oder die Architekturjuwelen von Rosenthal - sind vom Leerstand
betroffen oder bedroht. Dazu kommt, dass fast die Hälfte der Bewohner inzwischen
älter als 50 Jahre ist. Die Aufgaben des "Stadtumbau West": Industriebauten
wollen erhalten und umgewidmet, der Mietpreis stabilisiert und Kindergärten zu
Altersheimen werden. Ein Ideenwettbewerb zur Zukunft einer Industriebrache am
Ortseingang soll demnächst erste konkrete Verbesserungen erbringen.
www.br-online.de
17.12.2004
Leipzig: 400 Häuser akut einsturzgefährdet
Den Gründerzeitvierteln der Messestadt droht ein Aderlass
ohne gleichen: Rund 400 Gebäude sind so stark verfallen, dass sie jederzeit
einstürzen können. Im Rathaus wird über einen Notfallfonds diskutiert, um
wenigstens noch die stadtbildprägenden Häuser zu retten.
Obwohl nach der Wende Milliardensummen in Leipzigs Gründerzeitviertel geflossen
sind und damit über 6000 Gebäude zum Teil aufs Feinste saniert wurden, stehen
derzeit im Stadtgebiet noch knapp 3000 unsanierte Bauten, deren Verfall
dramatisch fortschreitet. Wegen des hohen Wohnungsleerstandes scheuen die
Eigentümer selbst Notreparaturen und lassen die Immobilien lieber einstürzen.
Auch die stadteigene Wohnungsgesellschaft LWB, der ein Großteil solcher
Immobilien gehört, agiert ähnlich. An zahlreichen Gebäuden sei fast 60 Jahre
nichts gemacht worden, heißt es im Rathaus. Selbst kleine Schäden hätten sich
mittlerweile zu unkalkulierbaren Risiken entwickelt.
Rund 400 Häuser sind nach Angaben der Stadtverwaltung bereits akut gefährdet -
jedes Jahr kommen zwischen 200 und 300 weitere hinzu. Viele benachrichtigte
Eigentümer seien finanziell nicht in der Lage, die notwendigen Sicherungs- und
Instandsetzungsarbeiten zu veranlassen. Das Bauordnungsamt der Stadt hat bereits
offene Rechnungen über 600 000 Euro. Das Geld sei vorgeschossen worden, um
Passanten vor herabstürzenden Gebäudeteilen zu schützen, sagt Amtsleiter
Hans-Gerd Schirmer. Wenn der Verfall in absehbarer Zeit eskaliere, würden die
Außenstände dramatisch steigen.
Der Spielraum der Stadt ist eng begrenzt. Wegen der angespannten Haushaltslage
ist es bislang nicht gelungen, ein Rettungsprogramm für besonders
stadtbildprägende Gebäude anzuschieben.
In der Bürgerschaft gärt es deshalb schon seit Wochen: Weil selbst einige
Prachtbauten an Hauptstraßen so stark verschlissen sind, dass Notabbrüche
verfügt werden mussten, haben sich Bürgerinitiativen gegründet und fordern
Rettungsprogramme.
www.lvz-online.de
14.12.2004
Dorsten: Bürgermeister verlangt gleiche Behandlung
Eine Gleichbehandlung mit den Städten in Ostdeutschland
fordert Bürgermeister Lambert Lütkenhorst beim Projekt Stadtumbau West. Es geht
um den Eigenanteil der Stadt Dorsten bei der Sanierung Barkenbergs. Die 20
Prozent sind weder in der Stadtkasse noch darf die Stadt sie über einen Kredit
finanzieren.
Deshalb fragt Bürgermeister Lütkenhorst: "Warum wird uns dieser Eigenanteil
nicht erlassen, wie es in Ostdeutschland bei dem Projekt Stadtumbau Ost der Fall
war? Dort haben der Bund und das jeweilige Land die Kosten der Rückbaumaßnahmen
übernommen, die Kommunen brauchten laut Verwaltungsvereinbarung keinen
Eigenanteil leisten. Eine Ungleichbehandlung von Städten in Ost und West mit
gleich schlechter Haushaltslage ist ungerecht und gefährdet das Gesamtprojekt."
Die Stadt Dorsten ist für das Projekt Barkenberg gerüstet: Die Lenkungsgruppe
mit Vertretern der Verwaltung, des Bauministeriums, der LEG und Politikern aus
Stadt und Land steht bereit, den Umbau zu begleiten. Mit dabei sind auch
Vertreter der Wulfen-Konferenz, die seit Jahren an einer Verbesserung des
Ortsteils arbeiten.Der Bürgermeister hofft jetzt auf Minister Vesper, der bei
diesem Problem einzelfallbezogene Lösungen angekündigt hat. Klarheit erwartet
Lambert Lütkenhorst von der heutigen Debatte im Plenum des NRW-Landtages.Für
Januar wird eine Bürgerversammlung vorbereitet, in der die betroffenen
Barkenberger über den geplanten Umbau informiert werden. Weitere ständige
Informationen wie z.B. die Dokumentation des Baufortschritts als Ausstellung,
Internetauftritt und Hauszeitung sind bereits in der Planung.
www.waz.de
14.12.2004
Halle: Abriss stößt auf Widerstand
Beim Stadtumbau in Halle stoßen Stadtplaner und
Wohnungsunternehmen erstmals wieder auf heftigen Widerstand von Mietern. Im
westlichen Halle-Neustadt fordern Einwohner klare Aussagen zur Zukunft ihres
Wohngebietes. Viele möchten gern im früheren VI. Wohnkomplex rund um den
Niedersachsenplatz wohnen bleiben. Die Vermieter wollen aber keine Zusage geben,
künftig auf Leerzug und Abriss zu verzichten.
Eine Mieterin, die anonym bleiben wollte, sprach von "Verschleierungstaktik".
Sie gehöre einer Initiativgruppe an, die sich für den Fortbestand des
Wohngebietes einsetze. "Wir wohnen hier sehr schön am Rande der Neustadt,
niemand will wegziehen", sagte sie zur MZ. Es sei das Recht der Einwohner, zu
erfahren, was dort geplant sei.
Die Stadtverwaltung reagierte, indem sie auf Drängen der Bürger eine
Wohngebietsversammlung einberief. Inzwischen fand sie statt, doch der Unmut der
Einwohner spitzte sich dort noch zu. Das Rathaus hatte vor allem Fragen zu den
geplanten Mietergärten auf Abrissflächen der Wohnungsgenossenschaft Leuna
erwartet . Doch es kam anders: Die Mieter fragten nach Abriss und Sanierung
einzelner Blöcke. "Niemand wollte richtig antworten", schilderte ein
enttäuschter Zuhörer. Es sei turbulent zugegangen. Hundert Leute seien in die
Schule am Niedersachsenplatz gekommen und hätten sich in eine viel zu enge Aula
gedrängt. Eine Frau erlitt in der aufgeheizten Stimmung einen Schwächeanfall.
"Beim nächsten Mal müssen wir in einen größeren Raum gehen", sagte Margit
Sachtlebe vom Stadtplanungsamt. Zum Thema Abriss äußerte sie sich auf
MZ-Nachfrage nicht, das sei Sache der Wohnungsunternehmen. Die Stadt werde nur
zur Neugestaltung frei werdender Flächen öffentlich Position beziehen. Udo
Mittinger, Chef der Wohnungsgesellschaft GWG, meinte ebenso, keine Aussage
treffen zu können. Margitta Zimmermann von der Wohnungsgenossenschaft
Halle-Neustadt will die Probleme nun auf einzelnen Mieterversammlungen
diskutieren. "In unseren Plänen, ist noch kein Abriss drin." Die Genossenschaft
lege Wert darauf, dass kein flächenhafter Abriss stattfinde.
www.naumburger-tageblatt.de
12.12.2004
Magdeburg: Im Rennebogen weichen 1435 Wohnungen
Beträchtliche Finanzspritze für den Stadtumbau: Das
Landesverwaltungsamt hat der Wobau und der WBG Stadtfeld 5,2 Millionen Euro
Fördermittel von Land und Bund zugesagt. Jetzt kann das bisher größte Projekt in
Magdeburg problemlos starten: Der Abriss des Rennebogens mit 1435 Wohnungen. Auf
den frei werdenden Flächen sollen später einmal Eigenheime errichtet werden.
Er ist zwischen den Hausnummern 38 und 161 schon lange eine kleine Geisterstadt.
Bald schlägt dort die letzte Stunde: Der Rennebogen mit insgesamt 1435 Wohnungen
wird abgerissen. Die Vorbereitung bei den Eigentümern Wobau und
Wohnungsbaugenossenschaft Stadtfeld laufen bereits seit einiger Zeit auf
Hochtouren. Mit ersten Entkernungsarbeiten wurde bereits begonnen. Auch zwei
Kindergärten und der Verein Lebensmitte(l) wurden umverlegt.
Jetzt hat dieses Stadtumbauprojekt neuen Anschub bekommen: Land und Bund stellen
5,2 Millionen Euro bereit. 2003 hatten die beiden Abriss-Partner das Geld
beantragt: 60 Euro pro Quadratmeter für dauerhaft leer stehenden, nicht mehr
benötigten Wohnraum. Erst die Fördermillionen versetzen beide finanziell in die
Lage, im nächsten Jahr den eigentlichen Abriss der Häuser mit den Nummern 38 bis
161 zu vollziehen. Die Wobau freue sich, nach dem Neustädter Feld weitere
Zeichen im Stadtumbau setzen zu könne, sagte Wobau-Pressesprecher Thorsten
Prusseit. Das Unternehmen ist seit dem Jahr 2003 aktiv, hat inzwischen 3 leere
Hochhäuser abgerissen. Zwei werden im nächsten Jahr weichen, hieß es.
Beim Rennebogen handelt es sich um das bislang größte Abrissprojekt im Rahmen
von Stadtumbau Ost in Magdeburg, sagte Liane Radicke, Abteilungsleiterin im
Stadtplanungsamt. In Neu-Olvenstedt brennt das auf über ein Jahrzehnt Dauer
veranschlagte Umbauprogramm besonders akut auf den Nägeln. In der
Großwohnsiedlung stehen ihren Angaben zufolge 4440 von 12740 Wohnungen leer. Das
ist über ein Drittel des Bestandes. Nur die Hälfte der ursprünglich 32000
Neu-Olvenstedter wohnt heute noch im Stadtteil.
Mit einem weiteren Bevölkerungsrückgang ist dort in den nächsten Jahren zu
rechnen. Da werde auch mit dem großen Abrissvorhaben in Rennebogen
gegengesteuert, sagte die zuständige Bearbeiterin, Ingrid Heptner. Derzeit gebe
es detaillierte statistische Untersuchungen. Im Januar liegen sie vor, sagte
sie. Auf dieser Grundlage werde entschieden, wo in Neu-Olvenstedt konkret
abgerissen werden soll.
Die Stadt hofft bei dem gewaltigen Umbauprojekt weiter auf finanzielle Förderung
für die Unternehmen. Bislang wurden in der Landeshauptstadt rund 1500 leere
Wohnungen abgerissen, informierte Liane Radicke. Das vor allem in Neu-Olvenstedt,
im Neustädter Feld, in Neustadt.
Das aber ist erst der Anfang. Bis 2013 müssen in Magdeburg auf Grund der
demografischen Entwicklung 20000 leere Wohnungen abgerissen werden. Sie machen
für neue städtebauliche Qualitäten Platz. Das Neustädter Feld, Südost und Neu-
Olvenstedt stehen in den nächsten Jahren dabei ganz oben an.
Die Pläne für die riesigen Abrissflächen in Neu-Olvenstedt, speziell auch für
die im Rennebogen, stehen noch nicht fest. Zunächst würde Rasen angesät, später
seien dort Eigenheimsiedlungen denkbar, hieß es aus dem Stadtplanungsamt.
www.volksstimme.de
12.12.2004
Leipzig: LWB hat Teil des Dunckerviertels
verzaubert
700 Meter hinter dem Blusen-Plakat finden sich die
Dr.-Hermann-Duncker-Straße 11-17, die Morgensternstraße 2-4 und Leidholdstraße
16-20. Draußen stehen täglich neue Umzugswagen. "Seit Mai haben wir diese Häuser
für fünf Millionen Euro komplett saniert", erinnert LWB-Regionalleiter Klaus
Hochtritt. "Es wird ja oft viel Schlimmes über Häuser aus den Fünfzigerjahren
erzählt. Wir sind jetzt hier fast fertig, doch meine kühnsten Erwartungen wurden
übertroffen."
Während an einigen Ecken noch Handwerker schaffen, sind schon 42 der insgesamt
74 neuen Wohnungen vergeben. Darunter auch zwei Maisonette-Quartiere für jeweils
900 Euro warm. Das Leipziger Architekturbüro S&P Sahlmann hat für fast jede
Wohnung ein eigenes Farbkonzept entworfen, das vom Bodenbelag über Zierleisten
und Türklinken bis zu wandhohen Schiebetüren oder massiven Holztreppen reicht.
"Die Zeiten, als wir alle Zimmer gleich mit weißer Raufasertapete verklebt
haben, sind vorbei", erklärt Unternehmenssprecher Gregor Hoffmann. "Heute
wünschen die Leute mehr Individualität."
Davon gibt's in den neuen Quartieren, für die oft zwei Wohnungen zusammengelegt
wurden, genug. So hat die LWB aus der alten Post zwei schrille Appartements
gemacht, in denen die Schalter und Telefonzellen neue Funktionen erhielten. Im
Hof locken nun ein Spielplatz aus Eichenholz und ein kleines System von
Bachläufen, die das Regenwasser von den Dächern in eine Flussaue in der Mitte
des Platzes leiten. "Dort versickert das Wasser inmitten von Sumpfgräsern. Die
Mieter sparen dadurch die Regenwasserpauschale bei den KWL", so Hochtritt.
Zeitgleich habe man drei Häuser mit 60 Wohnungen abgerissen. "Das ist doch
Stadtumbau in seiner besten Form." Einen Wermutstropfen gebe es dennoch: "Wir
würden gern 2005 mit dem nächsten Stück vom Dunckerviertel weitermachen. Leider
läuft die Investitionsförderung vom Bund zum Jahresende aus. Deshalb steht das
auf der Kippe."
www.lvz-online.de
10.12.2004
Leinefelde-Worbis: Abriss noch im Dezember
Immer noch mittendrin ist der Stadtumbau in der Leinefelder
Südstadt, an welchem die städtische Wohnungsbau- und Verwaltungs GmbH Leinefelde
(WVL) als eines der beiden großen Leinefelder Wohnungsunternehmen bedeutenden
Anteil hat. "Wegen der negativen demografischen Entwicklung müssen wir weitere
nicht benötigte Wohnungen vom Markt nehmen", so WVL-Geschäftsführerin Bärbel
Hahn. Weiterhin müsse in bestimmten Bereichen noch das Wohnumfeld verbessert
werden. Nicht unwichtig sei auch, dass für nicht mehr vorhandene Wohnungen die
Altschulden gestrichen werden und die fixen Kosten des Unternehmens sinken.
Einschließlich der Wohnungen, die jetzt zum Abriss stehen, hat die WVL noch 2611
in ihrem Bestand.
In unmittelbarer Zukunft plant die WVL den Abriss von drei nicht mehr benötigten
Wohnblöcken mit insgesamt 104 leer stehenden Wohneinheiten. Zunächst ist der
Block Herschelstraße 1-7 an der Reihe. Mit dessen Abriss soll noch im Dezember
begonnen werden, falls die Witterung dies zulässt. Dieses Gebäude
"beeinträchtigt derzeit noch die Optik der acht Stadtvillen", so Bärbel Hahn.
Angefangen wurde bereits damit, die Fernwärmeleitungen für die Stadtvillen
umzuverlegen. Die Stadtvillen - entstanden durch unterbrochenen Teilrückbau
eines langen Blocks, wobei der durchgehende Keller noch vorhanden ist - mit
ihren attraktiven Wohnungen und Vorgärten im Parterre sind voll vermietet. "Sie
werden sehr gut angenommen", freut sich die Geschäftsführerin.
Nach dem Block in der Herschelstraße soll voraussichtlich bis Ende Februar die
Einsteinstraße 38-44 (jeweils 40 ehemalige Wohnungen) verschwinden. Damit wird
dann die Umgestaltung des "Physikerviertels" abgeschlossen sein. Und die nächste
Abrissmaßnahme der WVL wird sich auf die Schillerstraße 2-4 (hier gab es einst
24 Wohnungen) beziehen. Bei den genannten drei Vorhaben werden die Baukörper
komplett mit Keller entfernt und die lastenfreien Flächen mit Rasen eingesät.
Zur Vorbereitung der drei Totalabrisse - Beräumung von Mobilar, Ausstattung usw.
- hat das städtische Wohnungsunternehmen wiederum Verträge mit der Leinefelder
Caritas-Regionalstelle Eichsfeld-Mühlhausen abgeschlossen. Langzeitarbeitslose
Menschen, die von der Caritas betreut werden, erhalten so die Möglichkeit,
zumindest vorübergehend in den Arbeitsprozess zurück zu kehren und etwas Geld
selbst zu verdienen.
Auf jeden Fall soll im kommenden Jahr 2005, voraussichtlich im zweiten Quartal,
auch der Teilrückbau in der Büchnerstraße 2-16 mit Modernisierung und Sanierung
der verbliebenen Bausubstanz stattfinden. Die Mittel aus der Wohnungsbau- und
der Städtebauförderung seien schon zugesagt, so Geschäftsführerin Bärbel Hahn
gegen über dem Eichsfelder Tageblatt.
www.tlz.de
10.12.2004
Frankfurt (Oder): Bis 2007 Abriss von 2378 Wohnungen
Der Stadtumbau geht weiter. Die Stadt hat jetzt die Abrissliste
für die Jahre 2005 bis 2007 vorgelegt. Demnach werden weitere 2378 Wohnungen aus
dem Stadtbild verschwinden. Dem Stadtparlament wurde zudem eine Übersicht über
die so genannten Aufwertungsmaßnahmen vorgelegt. Diese wurde bereits im
Stadtentwicklungsausschuss moniert. Die Abgeordneten wollen jeden einzelnen
Punkt diskutieren.
Der Bevölkerungsschwund in Frankfurt ist noch immer nicht gestoppt. Die
Prognosen sehen immer düsterer aus. Ging man bislang davon aus, dass im Jahr
2015 noch rund 60 000 Frankfurter in der Stadt leben, gibt es jetzt erste
Stimmen, die von dann noch 55 000 Frankfurtern sprechen, weil in der bisherigen
Prognose immer noch mit den Effekten der Chipfabrik gerechnet wurde.
Auch die Mitarbeiter der Verwaltung, die die Abrissliste für die Jahre 2005 bis
2007 erarbeitet haben, raten deshalb: "Im weiteren Stadtumbauprozess ist noch
konsequenter auf einen flächenhaften bzw. räumlich konzentrierten Rückbau zu
orientieren, um somit bessere Voraussetzungen für eine Gesundung des
Wohnungsmarktes sowie den Fortbestand der erhaltenswerten Wohnquartiere möglich
zu machen."
Wer sich die Mühe macht und die Drei-Jahres-Liste von November 2003, die eine
Übersicht über die Jahre 2004 bis 2006 bot, mit der jetzt vorliegenden
vergleicht, bemerkt, dass die Jahre 2005 und 2006 identisch sind. Mit einer
Ausnahme: Der Block Berendsstraße 25-28, der im vergangenen Jahr noch auf der
Abrissliste für das Jahr 2006 stand, ist dort nicht mehr enthalten. Das Gebäude
gehört der Wohnbau und hat 42 Wohnungen.
In der Vorlage wird klar formuliert, dass nur das erste Jahr der
Drei-Jahres-Liste in vollem Umfang genannt werden kann. Für die folgenden Jahre
seien Änderungen immer möglich. Beispiel Forststraße: Das Haus Forststraße 3-4
soll auf Wunsch der Stadtverordneten stehen bleiben. Dazu gilt: Die Forststraße
3-4 soll nur dann im Zusammenhang mit der Forststraße 5-7 abgerissen werden,
wenn es eine konkrete Investorenabsicht für eine Neugestaltung des Areals gibt.
Baubeigeordneter Peter Edelmann erklärte vor den Abgeordneten, dass bislang im
Rahemn des Stadtumbaus 1867 Wohnungen abgerissen worden sind. Weitere 493 sollen
bis Februar 2005 folgen.
Im kommenden Jahr, dann sollen 1066 Wohnungen verschwinden, habe die Stadt zudem
2,2 Millionen Euro für Aufwertungsmaßnahmen vom Land zugesagt bekommen. Damit
habe man erstmals mehr finazielle Mittel zur Verfügung, als für den Rückbau der
Infrastruktur, der bislang auch aus diesem Fond bezahlt werden muss, notwendig
sei.
www.moz.de
9.12.2004
Magdeburg : 1500 Wohnungen werden 2005 abgerissen
Fast 1500 Plattenbauwohnungen sollen im kommenden Jahr in Magdeburg dem Bagger
zum Opfer fallen. Im Stadtteil Neu Olvenstedt steht mehr als ein Drittel von
insgesamt 12 740 Wohnungen leer und werde auf Dauer auch nicht mehr benötigt,
teilte die Stadt Magdeburg am Dienstag mit. Mit der Entkernung der 1435 zum
Abriss stehenden Wohnungen sei bereits begonnen worden. Endgültig verschwinden
die Platten 2005. Grund für den Abriss sei vor allem der seit Anfang der 90er
Jahre anhaltende Bevölkerungsrückgang in dem Stadtteil. Inzwischen lebe nur noch
die Hälfte der ursprünglich 32 000 Bewohner in Neu Olvenstedt. Für den Abriss
der 1435 Wohnungen erhalten die Eigentümer, die Wohnungsbaugesellschaft
Magdeburg mbH (Wobau) und die Wohnungsbaugenossenschaft Magdeburg-Stadtfeld eG (WBG
Stadtfeld), nach Angaben der Stadt rund fünf Millionen Euro Fördergeld. Diese
würden komplett aus dem Förderprogramm «Stadtumbau Ost» von Bund und Ländern
finanziert. Pläne für die zukünftige Nutzung der frei gewordenen Flächen gebe es
bislang nicht. Mit den in Zukunft höheren zur Verfügung stehenden Fördermitteln
zur Aufwertung solcher Plätze solle der Stadt zufolge eine Lösung gefunden
werden. Bis dahin wollen Wobau und WBG Stadtfeld Rasen anlegen, eventuell
zunächst Park- und Spielplätze entstehen lassen.
de.news.yahoo.com
7.12.2004
Gotha: Der Abriss rückt in Reichweite
Die Ruine vom Gothaischen Tageblatt wird dem Erdboden
gleich gemacht. Vom einstigen Druckhaus an der Gartenstraße ist nur noch ein
Trümmerberg zu sehen. Auch das Vordergebäude soll abgerissen werden, bestätigt
Stadtplaner Roland Adlich auf Anfrage. Mit dem Abbruch ist der Blick auf den
Elfgeschosser in der Moßlerstraße frei. Der seit Monaten leerstehende Plattenbau
verkommt zu einem Schandfleck. Eine Serie von Wohnungsbränden beschleunigt den
Prozess. Der Abriss des Gebäudekomplexes könnte bald Wirklichkeit werden. Der
Grund: Die dafür beantragte Förderung im Zuge des Stadtumbau-Ost wurde
bewilligt, bestätigt Adlich. Um dem Leerstand zu begegnen, wird der Rückbau der
"Platte" mit 60 Euro pro Quadratmeter bezuschusst.
"Uns liegt die Bestätigung noch nicht schriftlich vor", sagt Thomas Birowicz von
der Neunten Grund, Eigentümerin des Anwesens. Einzelbewilligungen müssten noch
eingeholt werden. Im Moment sei die Stadt schneller. Laut Birowicz werde der
Abriss laut Plan im kommenden Jahr erfolgen.
Nun meldete die AKLS Insolvenz an. Sie war bis vor zwei Monaten Hausverwalter
der Neunten Grund. Birowicz: "Die AKLS hat mit uns nichts zu tun." Bei der AKLS
handele es sich um eine Wohnungsverwaltungsgesellschaft, erklärt
Insolvenzverwalter Sebastian Nolte. "Insolvenz hin, Insolvenz her, den Abriss
berührt das nicht", sagt Adlich. Die Fördermittel seien zweckgebunden und würden
über die Stadt abgerechnet. Mit dem ausgereichten Bescheid hoffen die
Stadtplaner, dass der Abriss des Elfgeschossers voran kommt. Mit dem städtischen
Areal vom Tageblatt ließen sich dann zwei große zusammenhängende Flächen in der
Innenstadt vermarkten.
www.tlz.de
7.12.2004
Leipzig: Grünau jetzt unter 50.000 Einwohner
Die Einwohnerzahl von Grünau ist unter die Grenze von 50.000
gefallen. Lebten bei Fertigstellung der letzten Häuser 1988 etwa 85.000 Menschen
in Leipzigs größter Plattenbausiedlung, so waren es im Juni dieses Jahres nur
noch 48.868. "Eine Umkehr dieses Abwärtstrends ist derzeit nicht in Sicht",
heißt es in einem Zwischenbericht der Kommune zum Stadtumbau, den die LVZ heute
veröffentlicht.
Der Trend nach unten habe sich allerdings abgeschwächt, sagt Chefplaner
Engelbert Lütke Daldrup. "Das ist die gute Nachricht. Die schlechte lautet, dass
der Trend nicht zum Stillstand gekommen ist." Grünau werde in diesem Jahr rund
2000 Einwohner verlieren, im vergangenen Jahr waren es 2200, im Jahr davor 2500.
Das alles sei jedoch weit entfernt von den negativen Höchstwerten 1998 bis 2000,
als jeweils fast 5000 Leute ihre Koffer packten.
"Man kann nur ganz schwer prognostizieren, wie weit nach unten die Entwicklung
noch geht", räumt der Beigeordnete ein. Grünaus Hauptproblem liege darin, dass
Berufsstarter und junge Familien in der Altersgruppe von 20 bis 40 Jahren so gut
wie nie dorthin ziehen. "Dabei hat Gesamt-Leipzig in dem Bereich ein Plus von
4000 bis 5000 Personen pro Jahr. Diese Leute wünschen sich offenbar mehr urbanes
Leben vor der Haustür, es zieht sie eher zur City."
Für die Wanderungsverluste sind laut dem Zwischenbericht - drei Jahre nach Start
des Stadtentwicklungsplans (Step) - auch die Abrisse verantwortlich. 2712
Grünauer Wohnungen werden bis Ende dieses Jahres weg sein. Bei der Gelegenheit
zog bisher ein Viertel aller betroffenen Mieter in andere Stadtteile um. Bis zum
Ablauf des Step im Jahr 2007 sollen noch mal 2732 Wohnungen weichen. "Welche
Objekte das sind, wollen die Eigentümer ihren Mietern selbst mitteilen", so
Lütke Daldrup.
Für die Zeit nach 2007 soll demnächst eine neue Strategie erarbeitet werden.
Dabei gehe es vor allem um die Grundsatzentscheidung, ob weiterhin punktuell
Häuser mit hohem Leerstand beseitigt werden. Oder ob künftig ein "flächenhafter
Abriss" erfolgt. Durch Letzteres könne man die Kosten bei den Heiz- und
Wassertrassen, öffentlichem Nahverkehr und Einkaufszentren verringern. Außerdem
orientiere die Sächsische Aufbaubank (SAB), die über die Fördermittel wacht, auf
flächenhaften Umbau. "Das ist nicht mit der alten Idee zu verwechseln, einen
ganzen Wohnkomplex zu schleifen", betont Lütke Daldrup. "Wir wollen schauen, wie
sich die Interessen der 14 Wohnungsgesellschaften vor Ort am Besten unter einen
Hut bringen lassen." Bei den Unternehmen wird die Zukunft Grünaus meist positiv
gesehen. Das Tal der Tränen sei bald durchschritten, meint LWB-Sprecher Gregor
Hoffmann: "Wir haben bisher die Hauptlast der Abrisse getragen. Von den
einstmals 7600 LWB-Wohnungen in Grünau wollen wir bis zum Jahr 2008 etwa die
Hälfte zurückbauen. Dann ist für uns Schluss."
Die Genossenschaft Lipsia hat kürzlich drei Blöcke im Wohnkomplex 8 abgerissen -
zugleich aber zwei Blöcke direkt nebenan saniert. Nach dem Haus An der Lautsche
1-11 ist nun die 19-25 ebenfalls topmodern - mit Außen-Fahrstühlen, gefliesten
Bädern, Schalldämmung, Heizcomputer sowie schwedischen Balkon-Wintergärten in
jeder Wohnung. "Draußen haben wir Mietergärten, einen Spielplatz mit Pavillon
und Parkplätze geschaffen. Der Kulkwitzer See und die Gaststätten Lausens sind
in Sichtweite", erklärt Lipsia-Vorstand Wilhelm Grewatsch die Vorzüge des
Standorts. "Bei der Einwohnerzahl darf man nicht vergessen, dass ein Single
heute oft so viel Platz braucht wie Anfang der Neunziger eine Kleinfamilie mit
Kind. Wenn sich Grünau bei 45 000 Einwohnern fängt, ist mir um die Zukunft nicht
bange."
www.lvz-online.de
7.12.2004
Halle: «Stadt wird wie ein Schweizer Käse»
In Halle scheint der Höhepunkt des Überangebots bei
Wohnungen überschritten zu sein. Zur Jahresmitte war die Zahl leer stehender
Wohnungen im Vergleich zum Höchststand im Jahr 2003 um zehn Prozent gesunken.
Das geht aus dem noch unveröffentlichten Wohnungsmarktbericht der Stadt 2004
hervor.
Als Ursache für den Rückgang wurde am Montag auf der Sondersitzung des Netzwerks
"Stadtumbau in Halle" der im Vorjahr erfolgreich angelaufene Stadtumbau Ost
genannt. Nach Angaben von Thomas Pohlack, Beigeordneter für Planen und Bauen,
waren bis Ende Oktober 3 813 Wohnungen, die meisten davon auf der Silberhöhe,
abgerissen worden. Das sind rund 19 Prozent der 20 000 Wohnungen, die bis 2010
verschwinden sollen. Dabei sei man in den Plattensiedlungen mit fast 30 Prozent
des Geplanten bereits weit gekommen. In der Altstadt hingegen sind erst 72
Wohnungen, nicht mal ein Prozent des Angestrebten, vom Markt genommen worden. In
den Altbaugebieten wartet noch viel Gemäuer auf Abriss und Aufwertung.Heinrich
Wahlen, Chef der Halleschen Wohnungsgesellschaft HWG, sprach sich gegen eine
museale Sicht beim Stadtumbau aus. Auch alte Gebäude müssten abgerissen werden.
Sollten sie denkmalgeschützt sein, dürfte das nur im Einzelfall unüberwindlich
sein, so Wahlen. Stadtumbau in den Altstadtgebieten sei ungleich schwieriger als
in den Plattenbausiedlungen. Doch auch dort wird es nach der ersten Abrisswelle
komplizierter. Udo Mittinger, Geschäftsführer der GWG Halle-Neustadt,
berichtete, dass 700 Wohnungen abgerissen seien. Zunehmend stießen
Wohnungswirtschafter aber auf Widerstand. "Viele wollen nicht, was Stadtplaner
wollen. Viele wollen nicht vom Stadtrand weg", erklärte Mittinger.
Baudezernent Pohlack hat sich nach eigenen Worten längst davon verabschiedet,
dass der Stadtumbau wie im Lehrbuch von außen nach innen verläuft. "Die Stadt
wird wie ein Schweizer Käse", sagte er. Mit den Löchern müsse aber so umgegangen
werden, dass die Stadt noch funktioniert. Wie Mittinger meint auch Pohlack, dass
die Fördermittel nicht ausreichen. Er erwartet, dass trotz Abrisses im Jahr 2010
in Halle noch mit 20 000 bis 30 000 leer stehenden Wohnungen zu rechnen ist.
Deshalb wandte sich Pohlack an die Parlamentarische Staatssekretärin im
Bundesfamilienministerium, Christel Riemann-Hanewinckel (SPD), sich dafür
einzusetzen, dass der bis 2010 konzipierte Stadtumbau Ost bis nah an das Jahr
2020 herangeführt wird. Für das am Montag allseits gelobte Netzwerk bleibt viel
Arbeit. So viel Miteinander von verschiedenen Unternehmen und Institutionen wie
in Halle sei selten, so Riemann-Hanewinckel. Das Netzwerk hatte sich 1999
gebildet. Moderiert wird es im Auftrag der halleschen Wohnungswirtschaft vom
Institut für Strukturpolitik und Wirtschaftsförderung.
www.naumburger-tageblatt.de
5.12.2004
Heiligenhaus: 599 000 Euro vom Land für die
Oberilp
599 000 Euro für Rückbau und Neugestaltung soll es geben.
Städtebauminister Michael Vesper: "Stadtumbau West hat zum Ziel, den Prozess des
wirtschaftlichen und demografischen Strukturwandels zu unterstützen. Wir haben
kurzfristig 32 Projekte aus den 66 Förderanträgen ausgewählt. Ein wichtiges
Kriterium dabei war, dass investive Maßnahmen zügig angestoßen werden können:
Wir wollen konkrete Umbauprojekte fördern, die schnell umzusetzen sind."
Das gilt auch für das von der Stadt zur Förderung angemeldete Heiligenhauser
Projekt "Rückbau und Neuordnung von Rhönstraße 10 - 12". Dazu der Erste/
Technische Beigeordnete Harald Flügge: "Mit dieser Zusage wird die Stadt
Heiligenhaus in die Lage versetzt, im kommenden Zwangsversteigerungsverfahren
das Objekt Rhönstraße 10 - 12 zu erwerben und abzureißen. Denn trotz der
erfolgreichen Aufwertungsmaßnahmen in der Oberilp der letzten Jahre - wie
beispielsweise der Neubau des Europaplatzes, die Umgestaltung des Schulhofes der
Grundschule sowie die Belebung der Markthalle - wird das Image der Oberilp
weiterhin durch den Hochhauskomplex Rhönstraße 10-12 negativ beeinflusst. Das
Objekt ist auf Anordnung des Gesundheitsamtes vollständig leergezogen und
baulich in einem sehr schlechten Zustand."
Die Handlungsschwerpunkte der nun bewilligten Förderung sind der Abriss des
Gebäudes sowie die Neuordnung und Aufwertung des Wohnungsbestandes.
Zielvorstellung ist dabei, ein Wohnangebot gerade für jüngere und ältere
Bevölkerungsgruppen zu schaffen. "Insbesondere junge Haushalte in der
Familiengründungsphase wollen wir durch ein entsprechendes Angebot auf diesen
Flächen an den Standort Oberilp binden", erläutert Flügge und bezieht sich dabei
auch auf die aktuelle Sozialraumstudie von Prof. Dr. Metzger-Pregizer der
Universität Duisburg-Essen. "Sobald der Zwangsversteigerungstermin in 2005 für
das Objekt Rhönstraße 10-12 feststeht, können wir loslegen!", freut sich Flügge
schon auf den nächsten großen Schritt einer nachhaltigen Stadtentwicklung in
Heiligenhaus.
Das Programm "Stadtumbau West" wendet sich besonders an jene Städte und
Regionen, die aufgrund ihrer Industriegeschichte und der demografischen
Entwicklung schrumpfen. Kennzeichen dafür sind: eine ungleichmäßige
Bevölkerungsentwicklung durch Sterbeüberschüsse und Wanderungsverluste,
zunehmende Alterung und ein wachsender Anteil ausländischer Bevölkerung, der
sich auf einzelne Stadtviertel konzentriert. In den entsprechenden Regionen sind
große wirtschaftliche, städtebauliche, soziale und wohnungswirtschaftliche
Probleme zu bewältigen.
Bei vielen Maßnahmen spielt die Kooperation zwischen Kommunen und der
Immobilienwirtschaft eine wichtige Rolle. Die öffentlichen Investitionen sollen
als Anreiz dienen, privates Kapital zu aktivieren. Zentrale Anforderung ist,
alle beteiligten Gruppen einzubeziehen - von Gewerbetreibenden und
Immobilienbesitzern über soziale und kirchliche Institutionen im Stadtteil bis
zu den Anwohnern.
www.waz.de
5.12.2004
Berlin: Rückbau oder Abriß von 2300 Wohnungen
Die Wohnungsgesellschaft Degewo/WBG Marzahn will nach dem
Beispiel "Ahrensfelder Terrassen" Blöcke mit etwa 2300 weiteren unsanierten
Plattenbau-Wohnungen abtragen und zu Stadtvillen zurückbauen. Geschäftsführer
Thies-Martin Brandt: "Vorgesehen sind Wohngebiete mit zum Teil erheblichem
Leerstand." Dabei handelt es sich um den an Ahrensfelde angrenzenden Kiez sowie
Viertel an der Schorfheidestraße, den Ringkolonnaden, der Cecilienstraße und der
Karl-Holtz-Straße.
Brandt versicherte: "In allen Fällen steht kein Kahlschlag zur Diskussion." Der
Schwerpunkt liege auf Umbau und Aufwertung. Die Anwohner würden von Anfang an in
die Entscheidungen einbezogen, denn die alteingesessenen Marzahner sollten in
ihrer vertrauen Nachbarschaft bleiben. Etliche hätten auch schon Interessen an
Wohneigentum bekundet. Man brauche aber auch mehr Zuzug. Der Stadtumbau-Beirat
der WBG mit Mietern, Architekten, Bezirks- und Senatsvertretern will im Frühjahr
erste Konzepte vorlegen. Vorher sind noch Gespräche mit der Senatsverwaltung für
Stadtentwicklung anberaumt. WBG-Sprecherin Erika Kröber: "Wir erwarten Mittel
aus dem Stadtumbau-Programm, auch der Senat schließt Zuschüsse nicht aus."
Einen Imagegewinn habe bereits das Berliner Pilotprojekt "Ahrensfelder
Terrassen" gebracht. Es kostet 30 Millionen Euro und soll Ende Dezember
abgeschlossen sein. Von ehemals 1670 Wohnungen im Karree Havemannstraße,
Rosenbecker/ Eichhorster Straße bleiben 409 komplett umgestaltete in drei- bis
sechsstöckigen Stadtvillen übrig, 45 mit Dachterrasse sind ausgebucht. 90
Wohnungen sind bereits bezogen und für 210 Mietverträge abgeschlossen.
Zusätzlich sollen dort bis Juni 38 Eigentumswohnungen fertig sein, mehr als die
Hälfte ist verkauft. Brandt: "30 Prozent aller Neumieter kommen nicht aus
Marzahn oder benachbarten Bezirken sondern aus ganz Berlin."
morgenpost.berlin1.de
5.12.2004
Kamp-Lintfort: Der Geldsegen kam unverhofft
Die Stadt erhält für 2004/2005 1,5 Millionen Euro:
Geld aus dem Fördertopf des Bund-Länder-Programms "Stadtumbau West". Wie kam es
zum Geldregen? Die Stadt hatte vor drei Monaten den Antrag fürs
Stadtumbau-Programm gestellt. Planungsamtschefin Monika Fraling: "Die Konzepte
für die City, Einzelhandel und Gestaltung umfassen ein Maßnahmenbündel zur
Attraktivierung der Innenstadt. Nun tragen die Konzepte endlich Früchte."
Bürgermeister Landscheidt ist froh: "Wir konnten das Ministerium überzeugen."
Die Vorstellungen von Regionalrat und Stadt, welche Projekte Priorität haben,
gehen allerdings auseinander. Während Düsseldorf vorrangig den Bereich bei den
"Weißen Riesen" nennt, denkt das Rathaus eher an die Gestaltung des Platzes an
der ehemaligen Kaufhalle. Landscheidt: "Zwei der drei Hochhäuser stehen leer.
Die negative Ausstrahlung der Hochhäuser war immer wieder Stein des Anstoßes im
Stadtmarketing. Gerade hier setzen die Maßnahmen des Stadtumbaus ein.
Fördergelder aus Berlin und Düsseldorf stellen die einmalige Chance dar, aktiv
in die Entwicklung des gesamten Bereichs einzugreifen."
Wichtig seien Gespräche mit den Eigentümern der beiden leeren Hochhäuser. Man
wolle nur einer "symbolischen 1-Euro-Verkaufs-Lösung" zustimmen. Die andere
Seite denke da wohl anders. Dennoch: "Wir haben jetzt eine tolle Chance", so
Landscheidt. Kommt man dennoch nicht weiter bei den Verhandlungen über die zwei
weißen Riesen, dann sollen mit Hilfe der Förderung vor allem die wichtigsten
Straßen und Plätze in der City attraktiver gestaltet werden. Wobei die höchste
Priorität der Vorplatz bei der ehemaligen Kaufhalle hat. Der Rathausplatz und
die Fußgängerzone würden in späteren Bauabschnitten folgen.
www.nrz.de
3.12.2004
Eberswalde: Stadtumbau geht in die nächste Runde
Der Abriss von leerstehenden Wohnungen im Brandenburgischen
Viertel geht auch 2005 weiter. Der Stadt liegen erste Fördermittelbescheide
bereits vor. Laut Stadtumbaukonzept will Eberswalde in dem DDR-Neubauviertel
gezielt Wohnblöcke vom Markt nehmen, um dem Leerstand entgegenzuwirken und das
Wohnumfeld für die verbleibenden Häuser zu verbessern.
Nachdem im Jahr 2003 die ersten 126 Wohnungen und mit ihnen drei Wohnblöcke an
der Rheinsberger Straße verschwanden, standen in diesem Jahr 172
Leerstandswohnungen auf der Abrissliste. Insgesamt hat die Stadt 2004 rund eine
Million Euro in den Abbruch nicht mehr benötigten Wohnraums gesteckt.
Im kommenden Jahr soll das bisher größte Abrissprogramm im Brandenburgischen
Viertel angegangen werden. Insgesamt 262 Wohnungen - 146 bei der WBG und 116 bei
der WHG - sollen der Abrissbirne zum Opfer fallen.
www.moz.de
3.12.2004
Berlin: Beach-Volleyball und Spielplatz im
Schendelpark
Der Südteil des Schendelparks in der Spandauer Vorstadt
wird im nächsten Jahr neu gestaltet. Mit ersten Arbeiten soll aber schon jetzt
begonnen werden, so das Straßen- und Grünflächenamt des Bezirks. So wird der
Gehweg entlang der Alten Schönhauser Straße saniert. Zudem sollen in diesen
Tagen noch 13 Bäume gefällt werden, die wegen Schäden oder Fehlwuchs als nicht
erhaltenswert gelten.
Im kommenden Frühjahr sollen dann neun neue Bäume auf der kleinen
innerstädtischen Grünanlage neu gepflanzt werden. Die Planung sieht außerdem die
Anlage eines Spielplatzes, einer Liegewiese und eines Beach-Volleyball-Platzes
vor. Finanziert werden die Kosten des Projekts in Höhe von knapp 500 000 Euro
aus dem Senatsprogramm "Stadtumbau Ost".
morgenpost.berlin1.de
3.12.2004
Gelsenkirchen: "Monster-Mieter" lassen
verwüstete Räume zurück
Immer mehr "Monster-Mieter" lassen Vermieter verzweifeln.
Erst zahlen sie die Miete nicht, dann machen sie sich aus dem Staub und lassen
eine verwüstete Wohnung zurück. "Da bleiben fünfstellige Summen hängen", klagt
Heinz-Jürgen Gerbens.
Gerbens ist Geschäftsführer von Haus + Grund, der als Haus- und
Wohnungseigentümerverein rund 2400 Mitglieder in Alt-Gelsenkirchen vertritt. Auf
etwa 50 Fälle im vergangenen Jahr beziffert er die "Horror-Mieter". Menschen,
die zunächst unauffällig auftreten - bis das böse Erwachen für den Vermieter
kommt. Etwa der Fall in Ückendorf, wo ein junger Mann ein halbes Jahr die Miete
nicht zahlte und der Vermieter hinterher auf das Chaos stieß: demolierte Türen
und Wände, bergeweise Müll, stinkende Toiletten. "In einer anderen Wohnung saß
eine Ratte schon vor der Tür, lebten die Maden im Kühlschrank", berichtet
Gerbens. Einschließlich Räumungsklagen- und Gerichtsvollzieherkosten "sind da
für den Vermieter schnell 10 000 E weg. Und damit ist die Wohnung noch nicht
renoviert". Und der Mieter ist über alle Berge.
"Es geht dabei nicht um den Mieter, der in eine finanzielle Notlage, etwa durch
Arbeitslosigkeit, geraten ist und seine Miete nicht zahlen kann", betont Gerbens
ausdrücklich. Da seien vernünftige Mieter zu Lösungen bereit, nähmen auch
Mietstundungen in Kauf. Gerbens rät Mietern eindringlich, sich vorab über
künftige Mieter Auskünfte einzuholen.Auf seiner Mitgliederversammlung drückten
Haus + Grund jedoch weitere Sorgen: Die Leerstände, Gerbens spricht von 9000
Wohnung in der Stadt - bedingt durch Bevölkerungsrückgang, Wegzüge junger
Familien und Arbeitslosigkeit , führen zu einem Wohnungs-Überangebot. Sie
zwingen Eigentümer zu Modernisierungen und Umbauten. "Sonst haben die Vermieter
keine Chance gegen die großen Wohnungsunternehmen", so der Geschäftsführer, der
zudem den Mangel an Bauland fürs eigene Häuschen beklagt.
Ausdrücklich begrüßt Gerbens dagegen, dass Gelsenkirchen als Pilotstadt in das
Bundesprogramm "Stadtumbau West" aufgenommen wurde: "Dadurch ergibt sich die
Chance, die City als urbanen Wohnungsstandort zu entwickeln". Privateigentümer
müssten aber eingebunden werden.
www.waz.de
3.12.2004
Sachsen-Anhalt: Wohnungswirtschaft wird tausende
Mieter verlieren
Die Wohnungsvermieter in Sachsen-Anhalt werden bis zum
Jahr 2020 jeden sechsten Mieter verlieren. Das geht aus jüngsten, noch
vorläufigen Berechnungen des Statistischen Landesamtes hervor. Danach sinkt die
Anzahl der Haushalte gegenüber 2002 um insgesamt 16 Prozent. Derzeit gibt es 1,2
Millionen Haushalte im Land. Der Verlust wird insgesamt rund 192000 Haushalte
ausmachen. Angesichts dieser dramatischen Entwicklung verlangt die
Wohnungswirtschaft Sachsen-Anhalts mehr Weitblick für den Stadtumbau als bisher.
Sie befürchtet rückläufige Investitionen und eine Zurückhaltung von Banken
gegenüber der Wohnungswirtschaft.
Am deutlichsten sind die berechneten Verluste mit minus 53 Prozent bei Vier- und
mit minus 60 Prozent bei Fünf-Personenhaushalten. Drei-Personenhaushalte
reduzieren sich um 27 Prozent, Zwei-Personenhaushalte um knapp elf Prozent.
Selbst die Zahl der Ein-Personen-Haushalte, bei denen viele Experten bisher von
einem Anstieg ausgegangenen waren, schrumpft um drei Prozent.
Der drastische Rückgang der Geburten nach 1989 beginne sich in den kommenden
Jahren immer deutlicher auszuwirken. Es fehlten die jungen Männer und Frauen,
die in diesem Alter Familien gründen, sagte der Direktor des Verbandes der
Wohnungsgenossenschaften, Ronald Meißner. Auch Sachsen-Anhalts Bauminister
Karl-Heinz Daehre erklärte, die Kommunen und Unternehmen benötigten die
Unterstützung des Bundes über 2010 hinaus.
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1.12.2004
Zusammenschlüsse von ostdeutschen
Wohnungsgesellschaften erleichtert
Die EU-Kommission hat in Anwendung der Vorschriften für
staatliche Beihilfen einer Regelung zugestimmt, mit der
Wohnungsbaugesellschaften vorübergehend von der Immobilienübertragungssteuer in
Fällen von Zusammenschlüssen freigestellt werden, die mit Immobilieneigentum in
den neuen Bundesländern verbunden sind. Gleichzeitig hat die Kommission
beschlossen, ein Untersuchungsverfahren in Bezug auf diejenigen Teile der
Regelung einzuleiten, die sich auf die Arbeitsmarktregion Berlin beziehen.
Bei der von der Bundesrepublik Deutschland angemeldeten Maßnahme handelt es sich
um eine vorübergehende Befreiung von der Immobilienübertragungsteuer bei
Zusammenschlüssen zwischen Wohnungsgesellschaften und genossenschaften, mit
denen Eigentum in den neuen Bundesländern verbunden ist. Auf dem Wohnungsmarkt
der neuen Bundesländer wird die Immobilienübertragungsteuer als schwerwiegendes
Hindernis für eine erforderliche Umstrukturierung angesehen. Im Falle von
Zusammenschlüssen zwischen Wohnungsbaugesellschaften kann die damit verbundene
Steuer die Liquidität der beteiligten Unternehmen ernsthaft beeinträchtigen. Im
Zeitraum kamen 2000 bis 2003 lediglich neun Zusammenschlüsse zwischen
Wohnungsgesellschaften in den neuen Bundesländern zustande.
Die Freistellung von der Immobilienübertragsteuer wird die
Wohnungsgesellschaften in die Lage versetzen, ihre Kräfte zu bündeln, um sich
diesen vielfältigen Herausforderungen stellen zu können.
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