Newsticker Archiv Februar 2005

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28.02.2005
Lübeck: Ein Hochhaus wird abgerissen
171 Wohnungen, sechs Hauseingänge, rund 700 Menschen, bis zu 24 Nationen: Das ist das Hochhaus im Lübecker Stadtteil Bunte Kuh, einer Neubausiedlung, die nach dem Krieg in der Hansestadt entstanden ist. Der Plattenbau im Pinassenweg war das letzte große Bauprojekt dort, es ist das erste, das abgerissen wird - nach nur 35 Jahren.Gründe dafür gibt es viele: Seit Jahren hat die stadteigene Grundstückgesellschaft Trave nicht genügend Mieter gefunden. Immer mehr Wohnungen standen leer, die Konflikte unter den Bewohnern häuften sich, das Haus bekam immer mehr das Image eines Ghettos. Eine dringende Sanierung hätte zwölf Millionen Euro gekostet. Deshalb entschied die Trave 2001, das Haus im Zuge des vom Bund geförderten Programms "Stadtumbau West" abzureißen. Für alle Mieter, die zum Teil von Beginn an dort lebten, bedeutete dies: Sie mussten unfreiwillig umziehen. Umzugsmanager standen vor der Mammutaufgabe, für alle Mieter neue Wohnungen zu organisieren. Das Ende des Pinassenhochhauses bedeutete auch das Ende einer Idee: Die Architektur der großen Wohnsiedlungen war gescheitert.
www.spiegel.de

24.02.2005
Wittenberge: Städtische Leere wohnlich gestalten
Im Jahr 2020 werden in der Stadt noch 16570 Wittenberger leben. Schon jetzt ist die Anzahl derer, die hier eine Hauptwohnung haben, auf unter 20000 gesunken. Nur wenn man die mit einem Zweitwohnsitz angemeldeten mitzählt, kommt die Elbestadt noch auf über 20000 Einwohner. In den letzten Jahren hat Wittenberge in zwölf Monaten jeweils rund 500 Einwohner verloren. Hält dieser Trend an, dann erreicht Wittenberge die für 2020 vom Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik Land Brandenburg prognostizierte Bevölkerungszahl schon früher.
Das Interesse am Thema ist groß, denn an die 250 Wittenberger waren der Kulturbundeinladung gefolgt. Außerdem natürlich diejenigen, die zum Thema gehört werden sollten. Bürgermeister Klaus Petry und Brandenburgs Sozialministerin Dagmar Ziegler saßen ebenso in der von Kulturbundchef Dietrich Nehrenberg moderierten Runde wie Stadtbauamtsleiter Ulrich Siodla und der Chef des kommunalen Eigenbetriebes Dr. Oliver Hermann. Als dieser, so formulierte es Dr. Hermann, stehe er den freiwilligen Aufgaben vor, die trotz Ebbe in den kommunalen Kassen zur Daseinsvorsorge in der Stadt gehören. Mit der Bildung des Kultur- und Tourismusbetriebes könne man aber zunehmend auch unternehmerische Bereiche erschließen.
Begonnen hatte der Kulturbundabend mit einem halbstündigen Exkurs von Bürgermeister Klaus Petry in das Land Brandenburg, bei dem die Zuhörer erfuhren, dass der Bevölkerungsrückgang kein hausgemachtes Problem von Wittenberge sei: Rückläufige Geburtenzahlen im Bund und im Land (1989 noch 33000 Geburten, heute rund 18000 im Jahr), höhere Lebenserwartungen damit ein größerer Anteil von älteren Menschen. 2003 waren 28,5 Prozent der Elbestädter über 65 Jahre alt, 2020 werden es voraussichtlich 34,7 Prozent sein. 2003 waren 7,4 Prozent der Wittenberger unter 15 Jahre alt, 2020 sollen es wieder 9,5 Prozent sein. Nur acht von 28 Städten im Land haben wachsende Bevökerungszahlen. Wittenberge muss mit seinem Schrumpfungsprozess fertig werden. Kurz und knapp der Erläuterungen des Bauamtsleiters zum Stadtumbau in Einheit von Abriss (bis 2015 sollen es 2400 Wohnungen sein) und Aufwertung, ein Stichwort dazu: "Die Leere wohnlich gestalten." Sorgen bereitet die Magdeburger Seite des Bahnhofs. Drei Millionen Euro waren für den Umbau dank des Förderprogramms ZiS vorgesehen. Allenfalls sind 500000 Euro sicher.

www.svz.de

24.02.2005
Magdeburg: Großflächiger Wohnungsabriss in Magdeburg begann

Wegen der dramatischen Abwanderung wird ein Fünftel der Magdeburger Plattenbausiedlung Neu Olvenstedt abgerissen. In diesem und im kommenden Jahr will die Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg mbH (Wobau) dort für rund fünf Millionen Euro fast 2300 leer stehende Wohnungen abtragen. Am Mittwoch begannen die Arbeiten offiziell. Durch den Abriss ganzer Quartiere erhalte Neu Olvenstedt ein völlig neues Gesicht, erklärten Vertreter der Stadt und der Wohnungsgesellschaft.
In Sachsen-Anhalt stehen derzeit rund 200 000 Wohnungen leer.
Für das Plattenbaugebiet Neu Olvenstedt war am 13. Februar 1981 im Zuge des Wohnungsbauprogramms der SED der Grundstein gelegt worden. Vor rund 15 Jahren wurden die letzten Gebäude erbaut. Derzeit leben in dem Stadtteil rund 16 000 Menschen, 1998 waren es noch etwa 28 000. Laut Wobau sind viele leere Wohnungen selbst für null Euro nicht mehr vermietbar und stellen deshalb ein großes wirtschaftliches Problem dar. 2005 und 2006 stehen in Sachsen-Anhalt für das Programm 48 Millionen Euro zur Verfügung, die Bund und Land zu gleichen Teilen beisteuern. 2004 waren rund 44,4 Millionen Euro für den Abriss von Wohnungen und rund 3,5 Millionen Euro für die so genannte Aufwertung von Stadtteilen bereitgestellt worden. Insgesamt sind für das Stadtumbau-Programm in Sachsen-Anhalt in der Zeit von 2002 bis 2009 rund 356 Millionen Euro an Bundes- und Landesmitteln eingeplant.

www.mz-web.de

21.02.2005
Hof: Den Wandel als eine Chance begreifen
300 000 Euro wurden der Stadt Hof für das Programmjahr 2004 zugesprochen. Die besondere Aufgabe des Stadtumbaus sieht den Wandel als Chance; neue Beteiligungsformen sind angestrebt, so sollen Bürger, private Investoren und die örtliche Wirtschaft motiviert werden, aktiv am Stadtumbauprozess mitzuwirken. Grundsätzlich beträfe der Stadtumbau das gesamte Stadtgebiet. Für die Bewerbung waren jedoch Teilräume zu nennen. Die Stadt Hof hatte sich deshalb für die Teilgebiete Bereich Güterbahnhof und Industriebrache Textilgruppe an der Fabrikzeile ausgesprochen. Die oberste Baubehörde hat jedoch auf eine Beschränkung auf ein Teilgebiet – die Industriebrache am Saaleufer – gebeten. Das Jahresprogramm 2005 wurde vom Sanierungsträger bereits aufgestellt und im Rathaus vorberaten. Es sieht einen Finanzbedarf von 525 000 Euro vor, wozu Fördermittel in Höhe von 80 Prozent aus dem Förderprogramm erwartet werden, immerhin 420 000 Euro. Das Programm soll zudem in den Jahren 2006 bis 2008 fortgeschrieben werden. Das Gremium fasste damit den Grundsatzbeschluss, den Schrumpfungsprozess im Stadtgebiet als Zukunftsaufgabe offensiv anzugehen und dabei eine innovative Stadtumbaustrategie zu verfolgen. „Der Stadtrat sieht es als Verpflichtung, im Rahmen der Erarbeitung eines integrativen Stadtentwicklungskonzeptes die Bürgerschaft, die örtliche Wirtschaft, Vereine und Verbände aktiv und innovativ zu beteiligen“, heißt es im Beschluss.
www.frankenpost.de

20.02.2005
Rathenow: Und wo sollen wir parken?
Etwa 1 500 Wohnungen sollen bis 2015 beim großen Stadtumbau allein in Rathenow Ost verschwinden. Was genau passieren soll mit dem Stadtteil, ist in der Rahmenplanung Rathenow Ost nachzulesen. Enthalten im Umbauprogramm ist auch der Abriss von Garagenkomplexen. Dass es nach der Verkündung der Abrisspläne für die Garagenkomplexe fast keinen Protest gab, überraschte auch Schirrmacher. Dies insbesondere deshalb, da die Garagen Privateigentum auf städtischem Grund und Boden sind, die laut Schuldrechtsanpassungsgesetz ab 2007 entschädigungslos abgerissen werden können. Und obgleich über 90 Prozent der rund 390 Garagen noch genutzt werden, hätten sich vielleicht zehn Leute für den geplanten Abriss interessiert. Von Aufregung weit und breit keine Spur.
Zuerst fallen sollen die beiden Garagenkomplexe an der Bammer Landstraße und an der Bahn mit 94 und 56 Garagen. Im Bereich der Klara-Zimmermann-Straße sollen noch in diesem Jahr die ersten Wohnblöcke fallen. Mit den Blöcken verschwinden am östlichen Stadtrand Rathenows die Mieter und mit ihnen der Bedarf an Garagen. In der Nord-Süd-Linie auf der Rückseite des Lidl-Supermarktes machen die Stadtplaner einen Schnitt. Ist der Bereich östlich davon abgerissen, wird naturiert. Geplant ist kein Park, sondern Wald. Aus Sicht der Stadtplaner mache es keinen Sinn, die Garagenkomplexe im Grünen zu erhalten. Zudem: Garagenkomplexen weit weg von Wohnbebauung würden schnell Zustände wie am Komplex Fauler See II drohen. Der verwahrloste Komplex wird abgerissen. Verschwinden soll auch der Garagenkomplex am Heizhaus mit 79 Garagen. Entscheidend hierfür sind gestalterische Gründe. Die Garagen stören den Gesamteindruck in dem Kietz, in dem die Wohnungsgesellschaften bereits gute Sanierungsfortschritte erzielt haben. Anders als am östlichen Stadtrand soll die Abrissfläche aber nicht begrünt werden, sondern zum Parken dienen. Da nicht jeder Mieter vor seinem Wohnblock einen Parkplatz haben kann, sieht die Stadtplanung in dem Bereich des Garagenkomplexes Gehrmannstraße einen zusätzlichen Bedarf an Parkraum. Ansonsten wird die Zahl der im öffentlichen Bereich befindlichen Stellplätze in Rathenow Ost als ausreichend angesehen.

www.maerkischeallgemeine.de

20.02.2005
Magdeburg: Stadtumbau in Neu-Olvensted
Zum einen sei Neu-Olvenstedt „ein selbstbewusster Stadtteil, in dem sich viele Bürger engagieren, damit er lebens- und liebenswert ist“. Zum anderen nannte er Zahlen und Fakten: „Die Stadt hat zwischen 1994 und 2004 über verschiedene Programme mit Anteilen von Bund und Land rund 12 Millionen Euro in Olvenstedt investiert.“ Auch in diesem Jahr solle die Attraktivität Olvenstedts weiter gesteigert werden. Kaleschky nannte zum Beispiel die Vollendung der Außenanlagen am Freibad, die weitere Umgestaltung des Parkweges im Bereich des Gorki-Denkmals, die Fortsetzung des Gehund Radweges am Bruno-Taut-Ring. Zum „Stadtumbau Ost“: Bislang seien in Olvenstedt rund 400 Wohnungen und zwei Kindergartengebäude abgerissen worden. Ein Anfang. 2005 stünden für Abriss in Olvenstedt 5, 2 Millionen Euro Fördermittel bereit. Mehr als 1600 Wohnungen sollen zurückgebaut werden, vornehmlich am Rennebogen. „Dabei wollen wir die Infrastruktur erhalten, keine Leitungen zurückbauen, um die spätere Bebauung mit Einfamilienund Reihenhäusern zu ermöglichen. Zunächst wird aber nichts übrig bleiben, als die Flächen zu begrünen.“
Willi Plater brachte auf den Punkt, was viele Olvenstedter bewegt: „Wir fühlen uns hier wohl, möchten hier wohnen bleiben. Aber wie lange dürfen wir noch bleiben?“ Ein anderer Olvenstedter sagte, der Stadtteil habe den Stempel „Abrissgebiet“ aufgedrückt bekommen. Die Folge: ein schlechtes Image. Trümper führte das gemeinsam mit den Wohnungsunternehmen ausgewiesene Kerngebiet an. Hier werde nur punktuell abgerissen, grundsätzlich solle das Gebiet erhalten und aufgewertet werden. Im Außenbereich, wo lediglich Abrisse gefördert werden, müsste jeder Vermieter selbst festlegen, was er will. Trümper riet zur Gelassenheit angesichts dessen, dass heute nicht für jeden Block vorausgesagt werden könne, was die Zukunft bringt. Sicher sei, dass das Leerstandsproblem auf absehbare Zeit bestehen bleibt. Und auch das: „Wer gern in Neu-Olvenstedt im Plattenbau wohnen bleiben möchte, kann das auf jeden Fall.“

www.volksstimme.de

18.02.2005
Schwerin: Zum Lüften bleibt das Fenster geschlossen
Mit dem Pilotprojekt Niedrigenergie-Haus läutet die Schweriner Wohnungsbaugenossenschaft (SWG) eine neue Runde im Stadtumbau Ost ein. Aus dem Wohnblock Tallinner Straße 20 bis 26 wird eine Stadtvilla, deren Energieverbrauch strengsten Umweltschutzkriterien gerecht werden soll. "Wir setzen in der Planung auf bewährte Schweriner Büros", sagt Gabriele Szymanski von der SWG.
Wenn das Haus im Herbst bezugsfertig ist, sind von den 60 Wohnungen noch 19 übrig geblieben. Szymanski: "Die Aufgänge verschwinden komplett, das oberste Geschoss wird zurückgebaut und direkt unterm neuen Dach entstehen große Zweiraumwohnungen." Zwischen 47 und 97 Quadratmeter groß werden die anderen Zwei-, Drei- und die familienfreundlichen Vierraumwohnungen sein.
"Die Haustechnik gewährleistet ständig frische, gefilterte Luft, ohne dass anderweitig gelüftet werden muss – ideal für Allergiker", erläutert Szymanski. Fenster in fast allen Bädern, Balkone, große Wohnzimmer und Küchen – das sind Vorzüge, mit denen die SWG bei zukünftigen Mietern punkten will. Mehr Informationen gibt es im Baubüro Vidiner Straße 1.

www.svz.de

18.02.2005
Abriss löst Leerstands-Problem nicht
Volkswirt Dr. Kristof Dascher (37), der an der Europa-Universität arbeitet, hat sich in einer Arbeit mit dem Thema auseinandergesetzt.
In dem Arbeitspapier, das den Titel "Zum Abriss des Wohnungsleerstands, oder: Schilda in ostdeutschen Städten" trägt, kommen Sie zu der Aussage, dass die Wohnungsunternehmen zum Teil selbst schuld sind an ihrer Situation.
Ostdeutsche Wohnungsunternehmen haben hohe Marktanteile und bestimmen effektiv die Preise. In einer Untersuchung des Dachverbands deutscher Wohnungsunternehmen ist nachzulesen, dass in Brandenburg im Durchschnitt 3,78 Euro Nettokaltmiete verlangt werden. In Bayern sind es nur wenig höhere 3,90 Euro. Aber wenn die Mieten im Osten und Westen auf gleichem Niveau sind und ich hier im Osten eine deutlich schlechtere Perspektive auf einen Job habe, ist doch klar, dass ich einen Umzug ins Auge fasse. Kurz: Die Mieten in Ostdeutschland sind einfach zu hoch. Einen zweiten Eindruck geben übrigens Zahlen, die aus einer Mieterbefragung durch das Ministerium für Städtebau in Potsdam stammen. Danach wurden 2001 für eine voll ausgestattete Wohnung 4,19 Euro verlangt, bei Teilausstattung 2,66 Euro. Die Vergleichszahlen für 2004 sind 4,27 Euro bzw. 3,27 Euro. Der Preisnachlass bei einer nicht-modernisierten Wohnung ist nicht nur gering. Er ist sogar noch kleiner geworden. Im Grunde subventionieren Mieter in nicht-modernisierten Wohnungen diejenigen Mieter, die in modernisierten Wohnungen leben. Und alle gemeinsam zahlen zuviel.
Was wäre Ihr Vorschlag?
Die Kommunen sollten ihren Wohnungsunternehmen vorgeben, die Mieten drastisch zu senken. Das würde die Nachfrage nach Wohnfläche stabilisieren. Der Leerstand würde kleiner. Die Abwanderung würde gebremst. Und sogar eine mäßige Zuwanderung wäre denkbar.
Glauben Sie tatsächlich, dass man auf diese Weise mehrere tausend Wohnungen in Frankfurt wieder füllen kann?
Sicher nicht alle, die jetzt leer stehen. Aber die Mieter reagieren ohne Zweifel auf Mietunterschiede. Warum sollten die 120 bis 150 Euro, die man bei z. B. einer Halbierung der Mieten erlassen bekäme, kein Argument für das Bleiben (oder sogar Kommen) sein? Jeder Pendler, der aus Berlin kommt und in Frankfurt arbeitet oder studiert, wird sich bei einer billigen Miete überlegen, ob er nicht doch eine Zweitwohnung hier vor Ort nutzt. Oder Mietern könnte die benachbarte leer stehende Wohnung zu einem Rabatt angeboten werden. Mit einem Durchbruch würden beide anschließend verbunden. Es ist doch so: Wegzüge sind eine Summe von Motiven. Eines dieser Motive ist günstiger Wohnraum.
Die Wohnungsunternehmen betonen, dass sie gar keine Wahl haben, weil sie die Altschulden tilgen müssen. Die bekommen sie nur erlassen, wenn sie abreißen.
Das Argument ist bekannt und leider sogar richtig. Aber warum belohnt die Bundesregierung mit ihrem Förderprogramm "Stadtumbau Ost" die Wohnungsunternehmen in Milliardenhöhe dafür, dass diese ihre Wohnungen abreißen? Warum unterstützt sie die Rückzahlung der Altschulden nicht einfach so, ohne dass abgerissen wird? Und warum sind die Wohnungsunternehmen mit dieser Form der Unterstützung so zufrieden? Es ist wirklich absurd. Stellen Sie sich vor, Sie kaufen sich ein neues Auto, nehmen dafür einen Kredit auf, fahren das Auto an den Baum und gehen zur Bank und sagen: So, das Auto ist weg, jetzt muss auch der Kredit gelöscht werden.

www.moz.de

17.02.2005
Apolda: soll nach innen schrumpfen
Für jeden Quadratmeter abgerissene Wohnfläche erhalten die Stadt Apolda bzw. Wohnungsunternehmen 60 Euro an Förderung aus dem Bundesprogramm "Stadtumbau Ost". Hauptsächlich betrifft das in diesem Jahr Apolda-Nord.
Für den Herbst rechnet Baudezernent Konrad Heinemann mit dem Beginn der Abrissarbeiten an fünf Blöcken im Neubaugebiet Apolda Nord. In der Paul-Schneider Straße betrifft der Aderlass insgesamt 240 Wohnungen. Die Blöcke der beiden Wohnungsbauunternehmen WGA und AWG sind längst leergezogen und ein gemeinsamer Planer arbeitet an den Abbruch-Konzepten. Der Rahmenplan hierzu wurde auch mit den Versorgungsunternehmen abgesprochen.
Der "Stadtumbau Ost" soll einen Aufschwung der Innenstadt bewirken. "Nach innen schrumpfen" nennt das der Dezernent. Der Umzug der Mieter von den Randgebieten in das Zentrum ist beabsichtigt, um hier leer stehende Gebäude zu sanieren und später mit Mietern wiederzubeleben. "Oft sind uns aber die Hände gebunden", so Baudezernent Heinemann. Wegen ungeklärter Eigentumsverhältnisse oder uninteressierter Eigentümer, die im Ausland oder anderen Bundesländern wohnen. Der fortschreitende Verfall deren Häuser nötigt die Stadt zu Absperrmaßnahmen, um die Sicherung der öffentlichen Flächen zu gewährleisten. Geschehen ist das bereits in der Reuschelstraße und an der Ecke Dr. Külz-Straße / Eduard-Straße. Dabei versuche die Stadt, mit den Eigentümern ins Gespräch zu kommen. Insbesondere der Initiativkreis Stadtplanung im Wirtschaftsförderverein bespricht Quartierveränderungen im Einvernehmen mit den Eigentümern.
Dem Programm "Stadtumbau Ost" haben sich in Thüringen knapp 50 Städte verschrieben. Sie bilden einen Monitoring-Verein, der gerade dabei ist, soziale Strukturen statistisch zu erfassen. Hierzu hatte die Stadt Anfang des Jahres mit den Bescheiden zur Grundsteuer und Straßenreinigung auch Fragebögen den Haushalten zugestellt. Die gewünschten Daten über Wohnungsgrößen und -belegungen dienen den Stadtplanern zur Entwicklung der einzelnen Stadtquartiere. Im Rahmen des Städteumbau Ost erfolgt zugleich eine statistische Erhebung für ganz Thüringen damit. Daher bittet Heinemann die Hauseigentümer, diese Fragebögen auszufüllen und auch zurück zu senden.

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17.02.2005
Ruhla: Die ersten Blockabrisse auf dem Liesenberg stehen kurz bevor
Seit gestern ist das Schicksal der beiden Blocks besiegelt. Endgültig. Ruhlas Bürgermeister und der kaufmännische Chef der Genossenschaft "Erbstromtal" unterzeichneten einen Vertrag, wonach die Gebäude Südweg 2 bis 6 und Friedrich-Lux-Straße 8 bis 12 fallen.
Damit hat sich die in Seebach ansässige Wohnungsgenossenschaft "Erbstromtal" als erste zu Abrissen auf dem Liesenberg entschlossen. Die stadteigene Wohnbau Ruhla GmbH plane dies - zumindest bisher - noch nicht ernsthaft, erklärte Bürgermeister Gerald Pietsch . Allerdings: Alle Abrisse in Ruhla und in Seebach folgen einer für beide Orte geltenden Strategie, genannt Stadtentwicklungskonzept (SEK), in der auch Wohnbau-Blocks rot markiert sind. Rot steht für potenzielle Abrisskandidaten. Das SEK versuche eine Vorausschau um etwa 15 Jahre. "Alle drei Jahre werden wir prüfen, ob Entwicklungen eingetreten sind, die wir erwartet haben." Dann werde über weitere Abrisse entschieden. Am Ende könnten von den derzeit 14 Liesenberg-Blocks gerade fünf übrig bleiben.
Die Genossenschaft verfügt nach Angaben ihres kaufmännischen Vorstands Andreas Güsmer zurzeit über 1431 Wohnungen in Seebach, Ruhla, Thal und Wutha-Farnroda. Mehr als jede vierte sei unbewohnt. So sind es finanzielle Gründe, weshalb die beiden Liesenberg-Gebäude "vom Markt genommen werden", wie es gerne nebulös formuliert wird. Das spart Unterhaltungskosten. Außerdem wird die Genossenschaft mit dem Erlass von rund 140 000 Euro Altschulden für den Abriss belohnt. Güsmer: "Das ist viel Geld, das wir nicht mehr an die Bank zurück zahlen müssen."

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17.02.2005
Land Brandenburg: Abriss allein reicht nicht
Brandenburgs Bauminister Frank Szymanski hat weitere Anstrengungen beim Stadtumbau angemahnt. Seit 2002 seien in 26 Städten Brandenburgs rund 15000 Plattenbauwohnungen abgerissen. Das ist Teil des Wohnungsumbauprogramms Ost bis 2009. Bedingt durch die wirtschaftliche Situation werden bis 2020, so Prognosen, 200000 Brandenburger ihre Heimat verlassen. Das wurde am Mittwoch auf einer wissenschaftlichen Tagung an der Brandenburgisch-Technischen Universität in Cottbus deutlich. Auf ihr berieten Experten, wie Plattenbauten mit neuen Grundrissen und neuem Aussehen Attraktiver werden können. Von der Bundesregierung forderte Szymanski das Umbauprogramm über 2009 fortzuführen und finanzielle Mittel für die betroffene Infrastruktur bereit zu stellen.
Schwedt, Eberswalde, Frankfurt (Oder), Cottbus und Guben stehen beispielhaft für schrumpfende Städte in Brandenburg. Der damit verbundene Stadtumbau rückt zunehmend in den Fokus des öffentlichen Interesses. Der hohe Wohnungsleerstand bei gleichzeitiger Zersiedlung stellt für Politiker, Stadtplaner, Architekten und nicht zuletzt für die Wohnungswirtschaft eine völlig neue Herausforderung dar.
Seit dem Jahr 2000 beschäftigt sich mit dieser Problematik eine Wissenschaftlergruppe um Angelika Mettke von der BTU. An über zehn Standorten, vornehmlich in Brandenburg und Berlin, untersucht ihr Team Möglichkeiten, wie besonders Innenstädte in der Region durch einen Teilrückbau von Plattenbauten attraktiver gestaltet werden können und dabei die Wohnungsgesellschaften aus den roten Zahlen herauskommen.
www.moz.de

16.02.2005
Plädoyer für sanften Stadtumbau
Die Initiatorin der Fachtagung, Dr. Angelika Mettke, ist oft belächelt worden, als sie sich schon frühzeitig dafür einsetzte, die Plattenbausiedlungen im Osten schonend zurückzubauen und wiedergewonnene Bauteile für andere Zwecke zu nutzen. Heute sind ihre Erfahrungen aus jahrelanger interdisziplinärer Forschung begehrt. Selbst aus dem Westen kommen Anfragen zum Rückbau, sagt die Leiterin der Fachgruppe Bauliches Recycling des Lehrstuhls Altlasten der BTU.
Dabei sei Rückbau überhaupt nichts Neues. «Rückbau gibt es immer dann, wenn es einen Mangel gibt.» In den 80er-Jahren der DDR beispielsweise, als Baumaterial knapp war, wurden Tagesanlagen in Tagebauen umgesetzt, bevor sich die Abraum- und Kohlebagger weiter durch die Landschaft fraßen. Angelika Mettke hatte die Machbarkeit im Tagebau Bärwalde nachgewiesen und 1994 an der BTU promoviert zum Thema «Wiederverwendung von Bauelementen des Fertigteilbaus» .
Ihre Doktorarbeit ist abgegriffen als würde sie täglich auf Baustellen gebraucht. «Stimmt fast» , schmunzelt Mettke, «auf die Erfahrungen greifen wir auch heute beim Rückbau der Platte zurück.» Dass das ein wichtiges Thema werden würde, habe sie erkannt, als die ersten Wohnungen in ihrem Achtgeschosser leer blieben.
Der grassierende Mangel an Mietern im Osten und der Mangel an Attraktivität der Platte hat zu vielfältigen Reaktionen geführt, von der Sanierung der Wohnungen über das Abtragen einzelner Geschosse bis zum kompletten Rückbau. Seit 2002 greifen Bund und Länder der ostdeutschen Wohnungswirtschaft dabei kräftig unter die Arme. Mit dem Programm Stadtumbau Ost wurde ein milliardenschwerer Fördertopf geöffnet. Er soll es ermöglichen, bis 2009 etwa ein Drittel des Leerstands vom Markt zu nehmen.
Die Wohnungswirtschaft spricht von 1,3 Millionen leer stehenden Wohnungen. Rund 60 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche bekommt sie geschenkt, wenn sie Leerstand beseitigt. Damit lasse sich am einfachsten ein kompletter Abriss finanzieren, erklärt Mettke. «Für einen sanften Teilrückbau reicht das nicht» , bedauert sie. So würden oft «riesige Lücken in Wohngebiete gerissen, es bleiben Freiflächen zurück, für deren Gestaltung später womöglich kein Geld mehr da ist» , schildert die Bauingenieuren und warnt davor, einen neuen Mangel an Attraktivität zu schaffen. Sie fordert deshalb eine differenziertere Förderung, «die den Teilrückbau stärker belohnt» .
In all den Jahren ihrer Forschung habe sie immer wieder beobachten müssen, «wie starre Förderrichtlinien mieterfreundlichen Stadtumbau bremsen» . So habe beispielsweise Sachsen zwar mal Fördermittel für das Abtragen ganzer Etagen von Hochhäusern und Elfgeschossern ausgereicht, sei damit aber schon in der achten Etage ausgestiegen. «Die Frage ist, ob die künftigen Mieter – in 20 Jahren werden das überwiegend 60-jährige Senioren sein – noch in einem Achtgeschosser wohnen wollen» , sagt Mettke, «oder aber in Fünfgeschossern ohne Fahrstuhl.» Sie plädiert für eine stärkere Berücksichtigung der Bevölkerungsentwicklung und Mieterwünsche.
«Der Druck muss raus aus dem Stadtumbau» , fordert die Fachfrau. «Das Jahr 2009 als Schlussjahr des Stadtumbau-Ost-Programms hängt wie ein Damoklesschwert über der Platte. Das bringt eine gefährliche Hast in den Rückbauprozess. Es besteht die Gefahr, am Bedarf vorbei zu agieren.»
Mettke hat in ihre seit dem Jahr 2000 vom Bundesforschungsministerium geförderten Untersuchungen zum «Rückbau industrieller Bausubstanz – großformatige Betonelemente im ökologischen Kreislauf» die BTU-Lehrstühle Sozialwissenschaftliche Umweltfragen, Stadtplanung und Raumgestaltung, Bauen und Erhalten sowie Landschaftsplanung und Freiraumgestaltung integriert. Die Förderung wurde für weitere zwei Jahre verlängert.
www.lr-online.de

13.02.2005
Lobenstein: Sanierter Block steht jetzt auf der Abrissliste
Im Lobensteiner Wohnungsbestand werden auf absehbare Zeit die Reihen gelichtet. Voraussichtlich Ende nächsten Jahres beginnt der Abriss des komplexen Wohnblockes Unterlemnitzer Weg Nr. 1 bis 7. Damit setzt die Wohnbau GmbH Lobenstein das Programm "Stadtumbau Ost" um.
Von insgesamt 56 Wohnungen in diesem Anfang der 90er Jahre grundhaft sanierten Block sind derzeit nur noch 20 bewohnt, informierte Wohnbau-Chef Dr. Bernd Müller. Bis Monatsende sollen daher alle Mieter mit einem Schreiben vom beabsichtigten Freizug informiert werden, um den Weg für die Abrissbirne frei zu machen. Zwei der Wohnungen befinden sich in Privateigentum. "Ein Rückkauf wird nicht angeboten", stellte Dr. Müller klar. Stattdessen würden den Eigentümern gleichwertige Wohnungen im Bestand der Wohnbau GmbH für einen Umzug angeboten.
Noch seien klärende Gespräche u. a. mit den Banken erforderlich, betonte Dr. Müller. Das Wohnungsunternehmen sehe sich zum Abriss von Wohnungen aufgrund des hohen Leerstandes gezwungen. "Die Wohnbau GmbH muss den Kapitaldienst für die Altschulden leisten, die auch auf den leerstehenden Wohnungen lasten", erläuterte Dr. Müller, "andererseits fehlen beim Leerstand die Mieteinnahmen." Beim Abriss würde dem Unternehmen dieser Kapitaldienst erlassen und stattdessen vom Bund übernommen. Laut Stadtentwicklungskonzept würde der Wohnbau GmbH Lobenstein derzeit bis zum Jahr 2010 ein Leerstand von rund 420 Wohnungen prognostiziert. Aktuell seien zurzeit 200 Wohnungen ohne Mieter.
www.otz.de

13.02.2005
Stadtabriss oder Stadtumbau?
Stadtumbau Ost darf nicht zum Stadtabriss verkommen. - Stiftung Bauhaus Dessau und Hochschule Anhalt sehen die neuen Freiflächen, die Weitläufigkeit inmitten von Städten als willkommenes Betätigungsfeld. Was hier an neuen Stadtlandschaften entworfen wird, soll Bürgern, Politikern, Ämtern, Unternehmen... in den Kommunen Fundament sein für ihre Stadt der Zukunft.
Wie sieht die Stadt aus, in der junge Menschen leben wollen, deren Einwohner aber überwiegend ältere Bürger sein werden? Wie kann man eine Stadt attraktiv gestalten, wenn sie das Attribut "schrumpfend" trägt? "Schrumpfung" initiiert ein Negativ-Szenario: Weniger Einwohner auf einer Fläche vergrößert deren (soziale) Entfernung zueinander. Auch der "Abriss" ruft Unwohlsein bei den Menschen hervor. Wird doch der Bevölkerung ein Teil ihrer persönlichen Lebensgeschichte weggerissen. So entstehen freie Flächen, die aus emotionalen Gründen kaum einer haben will. "Warum wird ,schrumpfen' nicht als geordneter Rückzug aus den nicht zur Stadt gehörenden, von ihr unberechtigt besetzten, fälschlich angeeigneten Gegenden verstanden?", fragt Manfred Sundermann von der Hochschule Anhalt.
An Halles Stadtrand wurde der Landschaft Ackerfläche zurückgegeben. Auch in Leipzig sind Verträge mit Land- und Forstwirtschaft geschlossen worden, damit die frei gewordenen Flächen gepflegt und bearbeitet werden können. "Heißt ,Stadt bauen' nicht auch, sie zu ordnen?", fragt Sundermann weiter. Wenn man die Brachen als neuen "Frei-Raum" betrachtet, in dem man sich ausprobieren, mit dem man experimentieren kann, helfe dies der Bevölkerung, den Abriss-Prozess besser zu verarbeiten, meint Engelbert Lötke-Daldrup, Vorstandsmitglied des Bau- und Verkehrsausschusses Ost.
Inge Kunath, Leiterin des Grünflächenamtes Leipzig, kann mit Beispielen aufwarten. "Weniger Dichte ist mehr Raum für Individualität." Leipzig hat eine funktionierende Management-Strategie, um bürgerliches Engagement zu aktivieren. Das füllt die neuen "Erholungs-Räume" unter anderem mit Gärten zwischen den Häusern, mit Sand für Volleyballplätze.
"Der Prozess der Beschleunigung hat zum großen Verlangen der Bevölkerung nach Entspannung geführt", sagt die Amtsleiterin und dass man einfach zuschauen solle, welche Entwicklung solche Freiflächen nehmen. Die werden auch an Bürger vermietet zur individuellen Nutzung. Seit etwa drei Jahren verzeichnet Leipzig einen Trend "zurück in die Stadt".
"Menschen können ihre Lebensstile in kürzester Zeit verändern", sagt Elisabeth Kremer von der Stiftung Bauhaus. Innerhalb von nur zehn Jahren vollzog sich eine massive Abwanderung von der "Platte" raus auf die Eigenheim-Teppiche. Gründe sieht sie in der Umwertung von Wohnverhältnissen. Bedeutete zur DDR-Zeit die Neubauwohnung eine Statusanhebung, war nach der Wende das Eigenheim auf der grünen Wiese eine Prestigesache.
Im subventionierten Eigenheimbau sieht Kremer auch ideologische Gründe: "Die Förderung des Eigenheims wurde gleichgesetzt mit der Förderung westlicher Werte." Eine Rückorientierung auf innerstädtische Freiflächen hält sie für möglich. Doch müssten damit wiederum Prestige- und Statusgewinn verbunden sein. Und die Befriedigung unterschiedlicher Lebensstile. Das Bauen im Bestand, so Kremer, müsse eine gleichwertige Unterstützung erfahren wie der Eigenheimbau.
Ein Segen ist's für jeden Stadtplaner, über Freifläche in der Innenstadt verfügen zu können. Doch fällt dieser Architekten-Traum in die Zeit knapper Finanzen. Die Stadtplaner haben sich auf einen schweren Kommunikations-Weg begeben. Man muss viel reden in den Ämtern, bis man dort begriffen hat: Der Bürger selber soll seine Stadt bauen, dann will er auch drin wohnen.
Bürgerbeteiligung also wird von den Planern eingefordert und eine Vision. Der Strukturwandel verlange, dass jede Stadt ehrlich in den Spiegel schaut und ihr neues Gesicht wahrnimmt. Von einer Mobilisierung der gesellschaftlichen Intelligenz ist die Rede. Die Bürger selber sollen entscheiden, welches Profil sie ihrer Stadt geben. Da werden die ihre Vorstellungen haben, die ihre Kinder über weite Wege zur Schule und zu Freizeitaktivitäten transportieren müssen. Auch jene, die keine Arbeit haben, sich trotzdem sozial aufgehoben fühlen wollen in ihrer Stadt.
www.volksstimme.de

08.02.2005
Cottbus: Mehr als 700 Wohnungen in Sandow vor Abriss
In Sandow sollen bis 2010 mehr als 700 Wohnungen abgerissen werden. Das geht aus dem Entwurf des Stadtumbaukonzeptes für den östlichen Stadtteil hervor. Der bereits angekündigte Abriss des Hauses Bodelschwinghstraße 18 bis 25 ist eine von sechs größeren Abbruch-Vorhaben bei Wohnungen.
Die weiteren fünf Vorschläge zum Wohnungsabriss betreffen die Hans-Beimler-Straße 24 bis 26, die Bodelschwinghstraße 1 bis 5, die Albert-Förster-Straße 1 bis 8 sowie die bereits bekannten Adressen Lindenplatz 1 bis 12 und Hainstraße 29 bis 31 – allesamt aus dem Bestand der Gebäudewirtschaft Cottbus (GWC). Kurz vor dem Abriss steht bereits das Haus Muskauer Straße 7/8. Dort wurde gestern Nachmittag begonnen, Bauzäune um das leere Gebäude aufzustellen. Abgerissen sind schon zwei frühere Kinder-Einrichtungen in der Bodelschwingh-Straße sowie in der Elisabeth-Wolf-Straße. Flächenabriss wie in der Sachsendorfer Hegelstraße ist für Sandow laut Konzept bis 2010 nicht vorgesehen. Die Wohnungsbaugenossenschaft GWG sieht derzeit gar keinen Handlungsbedarf. In deren Bestand wird kurzfristig nicht abgerissen, bestätigt das Konzept frühere Aussagen des GWG-Vorstands Rüdiger Kießlich. Allerdings vermerken die Verfasser, dass sich die Probleme künftig auch in Sandow verstärken könnten: «Das Problem liegt in der zu erwartenden Überalterung (der Bevölkerung/d. A.) und in fehlenden Zuziehern. Damit kann es mittelfristig auch in Sandow eine Leerstandsproblematik geben.» Laut Konzept hat die GWC bis 2010 etwa 750 Wohnungen für den Abriss vorgesehen. Darunter befinden sich etwa 150 Wohnungen die bereits leer sind. Mehr als 1.100 Sandowern müssten demnächst neue Wohnungen angeboten werden. Insgesamt plane die Gebäudewirtschaft Abrisskosten von 3,4 Millionen Euro, die zu 90 Prozent aus Fördermitteln bezahlt werden sollen. Große Teile Sandows sind als «Abwartegebiet» gekennzeichnet. Hier gebe es «im Moment» keinen Handlungsbedarf. Entscheidungen über Abriss, Umbau oder Erhalt müssten später fallen. Zeitlich ist das im Konzept nicht konkret benannt. Nach einer weiter reichenden Prognose sollen jedoch bis 2015 nochmals mehr als 300 Wohnungen abgerissen werden. Nach 2015 sind nach derzeitigem Stand erneut fast 1.500 Wohnungen zu viel vorhanden. Gleichzeitig steht im Konzept eine «Neubau-Empfehlung»: Auf fünf Jahre gerechnet im Durchschnitt 200 Wohnungen, die dem Bedarf angepasst errichtet werden könnten. Dabei gehe es vor allem um Wünsche privater Bauherren – so unter anderem zwischen Spree und Fährgasse – sowie um die Einstellung auf die Bedürfnisse älterer Menschen. Nach heutigen Prognosen entstehe in Sandow ein «strukturelles Wohnungsüberangebot» von bis zu 2.000 Wohnungen. Überzählig seien 3- und 4-Raum-Wohnungen vom Typ P 2. Darüber hinaus fehlen die für ältere Bürger nötigen Gebäude mit Fahrstuhl bzw. Fahrstuhl-Halt in jeder Etage. Ein Szenario zur Bevölkerungsentwicklung sagt, dass Sandow 2015 noch etwa 12.000 Einwohner haben wird. Derzeit sind es noch knapp 16.000. Doch nicht nur der Bevölkerungsschwund an sich schafft die Probleme: 54 Prozent der Sandower werden laut Prognose 2015 älter als 50 Jahre sein, 27 Prozent davon 70 Jahre und älter.
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08.02.2005
Weißwasser: Stippvisite in einer Problemregion
Abriss dürfte das Wort sein, das Bundeskanzler Gerhard Schröder am Dienstag bei seinem Besuch im ostsächsischen Weißwasser am meisten zu hören bekommt. Dabei wagte sich der Kanzler in eine Region, die fernab wirtschaftlicher Wachstumskerne und Leuchttürme liegt. Die Arbeitslosigkeit ist hier mit mehr als 25 Prozent so hoch wie kaum irgendwo anders in Sachsen, Weißwasser verliert rapide an Einwohnern. Die Probleme sind groß, und doch hört der Kanzler kaum Kritik an diesem Tag. Schröder nennt Weißwasser eine „interessante, wenn auch nicht einfache Stadt“. Oberbürgermeister Hartwig Rauh (parteilos) schildert dem Kanzler bei einer Rundfahrt durch das Plattenbauviertel Weißwasser-Süd vor allem, welche Häuser hier bald nicht mehr stehen werden. „Wir müssen hier in Weißwasser fünf Kilometer fünfgeschossige Wohnblöcke abreißen.“ Aber auch frisch sanierte Plattenbauten in freundlichen Farben und mit verglasten Balkonen kann er dem Gast aus Berlin präsentieren.
Schröder ist von den Anstrengungen Weißwassers beim Stadtumbau angetan. „Weißwasser ist auf dem richtigen Weg“, lautet sein Fazit. Schröder bekennt sich zum Stadtumbau Ost, und das bedeute nun einmal auch den Abriss von Wohnungen. Mehr als 15.000 Einwohner hat Weißwasser seit der Wende verloren. Von den gut 22.000, die geblieben sind, sind zumindest einige hundert auf der Straße, um einen Blick auf den Kanzler zu werfen.

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08.02.2005
Land Brandenburg:  Angst vor der "Bedarfsgemeinschaft"
Ob es durch Hartz IV, dem neuen Arbeitslosengeld II, zu großen Veränderungen auf dem Wohnungsmarkt kommt, das können die Experten noch nicht abschließend einschätzen. Vor allem ist noch nicht klar, ob und zu wieviel Umzügen es kommen wird. Ein Trend zeichnet sich allerdings jetzt schon ab: Die Nachfrage nach kleineren Wohnungen, vor allem Ein- und Zwei-Raum-Wohnungen, steigt. Ein Grund: Paare trennen sich räumlich, um nicht als Bedarfsgemeinschaft gerechnet zu werden.
Um fundierte Aussagen zu machen, sei es noch zu früh, sagt Siegfried Unger, Geschäftsführer der Gesellschaft für Arbeits- und Sozialrecht. Er macht allerdings einen Trend aus, den große Wohnungsvermieter vor allem in Fürstenwalde bestätigen: Paare ziehen räumlich auseinander, um nicht als Bedarfsgemeinschaft gerechnet zu werden. "Kleinere Wohnungen werden auch aus diesem Grund gesucht." Bei räumlicher Trennung bekommen beide Arbeitslosengeld II und die Miete gezahlt.
Karin Röpke, Geschäftsführerin der Allgemeinen Wohnungs- und Industriebaugesellschaft (AWI), bestätigt die Beobachtungen von Siegfried Unger. Es gebe Anfragen nach Wohnungen mit der Begründung der räumlichen Trennung. Darüber hinaus seien kleinere Wohnungen schon zuvor gefragt gewesen. Aus ihrer Sicht nicht so sehr Ein-Raum-Wohnungen. Deswegen die großen Leerstehenden umzubauen, rechne sich aber nicht. Kleine Wohnungen könnte man mehr vermieten, sagt auch Thomas Buhl, Geschäftsführer der städtischen Wohnungswirtschaft (Wowi), dem größten Fürstenwalder Vermieter. "Die Nachfrage nimmt zu." Neuvermietungen und Auszüge zur Teilung von Bedarfsgemeinschaften beobachtet er auch. Weitergehende Auswirkungen von Hartz IV können beide Vermieter - noch - nicht feststellen.
Auswirkungen durch Hartz IV - Fehlanzeige, meldet der Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft Erkner, bei der mehr als die Hälfte der Bürger Kunden sind. Auch einen Trend zur Teilung von Bedarfsgemeinschaften kann Achim Wegeleben nicht ausmachen. Ein-Raum-Wohnungen, die dadurch verstärkte Nachfrage bekämen, seien ohnehin Mangelware.
Wegeleben rechnet auch künftig nicht mit großen Verwerfungen. Nach längeren Beratungen, zu denen zu seinem Bedauern die Wohnungsunternehmen nicht hinzugezogen worden seien, sei die angemessene Kaltmiete bei 4,70 Euro pro Quadratmeter fixiert worden. Bei sanierten Plattenbauten in Erkner liege der Durchschnitt bei 4,20 Euro. Bei Umzügen kämen zusätzliche Kosten für den Wohnungswechsel und die Kaution hinzu. "Wir arbeiten mit Steuergeld, müssen da genau abwägen", so Zalenga. Viel größere Sorgen machten ihm die Nebenkosten. Einer relativ moderaten Kaltmiete stünden oft Nebenkosten gegenüber, die "relativ eigenartig zustande kommen."

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08.02.2005
Sachsen: bisher Abriss von 34000 Wohnungen
In Sachsen wurden nach Angaben des Innenministeriums in den vergangenen fünf Jahren knapp 34 000 Wohnungen abgerissen. Spitzenreiter war dabei bislang Chemnitz vor Zwickau, Leipzig, Hoyerswerda und Weißwasser.Beispiel Hoyerswerda: Anfang 2000 gab es in der Stadt noch 27 418 Wohnungen. 2 457 davon wurden bis Anfang 2004 abgerissen. Seitdem läuft der Abriss weiterer 5 673 Wohnungen. Bis 2020 soll Hoyerswerda insgesamt 12 719 Wohnungen verlieren. Gleichzeitig entstehen 210 neue – in modernen, kleinen Stadtvillen.Beispiel Weißwasser: Von 12 576 Wohnungen in der Glasmacherstadt stehen derzeit 2 271 leer. Bis 2010 sollen in Weißwasser insgesamt 4 392 Wohnungen abgerissen werden, etwa die Hälfte davon gibt es bereits nicht mehr.Beispiel Görlitz: In der Neißestadt sollen nicht, wie in Hoyerswerda und Weißwasser, ganze Straßenzüge dem Erdboden gleichgemacht werden. Der Abriss erfolgt eher punktuell – zum Beispiel im Plattenbaugebiet Königshufen, wo jede vierte Wohnung leersteht.
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06.02.2005
Sachsen: Land will Druck bei Stadtumbau erhöhen
Kommunen, die keine ausreichenden Konzepte für den Stadtumbau vorlegen können, sollen ab 2006 weniger Geld aus der Landeskasse erhalten. Dies schreibt die "Sächsische Zeitung". Demnach habe die Staatsregierung aufgrund der angespannten Haushaltslage die Förderkriterien verschärft. Die Stadtumbaukonzepte müssten härter am anhaltenden Rückgang der Bevölkerung ausgerichtet sein, heißt es. Wenn nötig, solle der Abriss von Wohnungen weiter beschleunigt werden. Der Stadtumbau wird auch Thema beim Besuch von Bundeskanzler Schröder am Dienstag in Weißwasser sein.
www.mdr.de

05.02.2005
Bischofferode: Fünf Blöcke kommen weg
Nach der Schließung des Kaliwerks zum Jahresende 1993 bis jetzt hat die Gemeinde Bischofferode etwa 600 Einwohner verloren. Am Jahresende 2004 waren es noch 2069. Die Wegzüge führten auch zu einem erheblichen Wohnungsleerstand, dem Gemeinde und Wohnungsgenossenschaft Bischofferode nun mit dem Abriss von insgesamt fünf Blöcken mit 128 Wohnungen begegnen wollen. Die Maßnahme sollte schon 2004 erfolgen, musste aber wegen der verspäteten Zusage der Fördermittel verschoben werden.
Gemeinde und Genossenschaft arbeiten bei ihren Rückbauvorhaben zusammen, da die Umbau-Ost-Fördermittel nur über Gemeinden ausgereicht werden. "Wir rechnen mit einem relativ hohen Förderanteil", so der stellvertretende Bürgermeister Manfred Kellner. Die Genossenschaft erhält zusätzlich ihre entsprechenden Altschulden in Höhe (121 000 Euro) erlassen. Das ist bei der Gemeinde nicht so, da ihre gesamten Altschulden bereits vor Jahren nach der 25-prozentigen Teilprivatisierung halbiert worden waren.

www.tlz.de

03.02.2005
Frankfurt (Oder): schrumpft bis 2015 auf 54 000
Die Einwohnerzahl droht bis zum Jahr 2015 auf 54 000 zu sinken. Allein 4219 Menschen haben im vergangenen Jahr ihrer Stadt den Rücken gekehrt. 2778 sind hierher gezogen - das und noch viel mehr statistisches Material liegt den Stadtverordneten jetzt als Datenreport vor.
Zwei Szenarien der Bevölkerungsprognose wurden 2002 vom kommunalen Statistikamt entwickelt. Eines - A02 genannt - ging davon aus, dass die Chipfabrik gebaut wird und dadurch die Stadt wächst. 60 000 Einwohner wurden deshalb für das Jahr 2015 prognostiziert. Doch die Chipfabrik kam bekanntlich nicht. Auch diesen "Fall" haben die Statistiker damals beachtet und zeitgleich das Szenario B02 entwickelt. Es geht davon aus, dass 2015 noch 54 000 Menschen in Frankfurt leben. Den Stadtverordneten und der Verwaltung wird nunmehr bei Planungen empfohlen, B02 und damit ein stärkeres Schrumpfen zugrunde zu legen. "Wir beobachten sehr genau, was in der Stadt passiert. Der Stadtumbau hält die Menschen in Bewegung, auch der Beitritt Polens zur EU hat gewisse Einflüsse. Nicht zu vergessen die Problematik mit Hartz IV", erklärt Harro Marx von der kommunalen Statistikstelle. Den Abgeordneten wurde jetzt ein Report vorgelegt, der sowohl Daten der Statistikstelle, aber auch von Ämtern der Verwaltung enthält.
Dem Datenreport ist zu entnehmen, dass zwischen Januar 2003 und Dezember 2004 die Einwohnerzahl um rund 2800 Menschen gesunken ist. Im Dezember 2004 lebten in Frankfurt noch 64 890 Männer, Frauen und Kinder. Zu sehen ist dort, dass es die meisten Todesfälle - 66 -im November vergangenen Jahres gab. Die meisten Babys wurden 2004 im August und Dezember - jeweils 47 - geboren. 476 Neugeborene waren es 2004 insgesamt. Denen gegenüber stehen 617 Verstorbene.

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01.02.2005
Arnstadt: Leerstand und Wartelisten
Ein Brennpunkt ist die ehemalige Garnison in Rudisleben, deren Häuser in den 90-er Jahren mit Riesenaufwand saniert worden sind. Trotzdem gähnen leere Fensterhöhlen.  So erklärte WBG-Geschäftsführer Andreas Adolf, dass nicht nur 15 Millionen Euro Schulden für dieses Quartier auf der Stadt lasten, sondern derzeit auch 80 der 270 Wohnungen leer stehen. Tendenz steigend. Der Abriss sei unumgänglich. "Das ist keine Sache für heute oder morgen, aber mittelfristig hat das Quartier keine Chance", ist sich Adolf sicher. Ein sehr schwieriges Problem insbesondere wegen der Kredite. Ganz anders die Situation in der Sondershäuser Straße, der nächsten Station. Es gibt sogar Wartelisten für die sanierten Wohnblocks mit Photovoltaikanlagen auf dem Dach. Hier zeige sich, dass sich Stadtentwicklung auch auf diesem Gebiet für die Anforderungen der Zukunft öffnet, betonte Jürgen Ludwig. Auch der Fasanengarten wurde als Quartier vorgestellt, in dem die Menschen nach dem Umbau wieder gern leben. Als Beispiel für gelungene Sanierung, verbunden mit echtem Rückbau, gelten die altersgerechten Wohnungen der VWG in der Goethestraße 33. Kleinere Wohnungen wurden zusammen gelegt, in der fünften Etage ist Nebengelass für die Mieter entstanden. so informierte Siegfried Oppenhäuser von der VWG. Wenn man heute baue, dann mit Blick auf die nächsten 20 bis 25 Jahre. Auf dem Rabenhold denkt die VWG wegen des massiven Leerstands an Abriss, die WBG erwartet hier wegen der günstigen Mietpreise in nächster Zeit eine größere Nachfrage. Aber eine Ghettoisierung dürfe nicht passieren, betonte Adolf in diesem Zusammenhang. Auch in Arnstadt Ost wird voraussichtlich 2006 ein großer Wohnblock mit 110 Wohnungen abgerissen und macht Platz für neue Grünflächen.
www.thueringer-allgemeine.de