Newsticker Archiv Januar und Februar 2006
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26.02.2006
Wohnungen bleiben leer
Unter der Überschrift "Leerstandsproblem im
äußeren Entwicklungsraum nimmt weiter zu" berichten die Unternehmen, dass am
brandenburgischen Landesrand mit einer weiteren Verschärfung des Leerstands als
Folge des Bevölkerungsschwundes gerechnet werden müsse. 82 Unternehmen der
Wohnungswirtschaft würden einen Leerstand zwischen 10 Prozent und 50 Prozent
verzeichnen. Von diesen Unternehmen haben 70 ihren Sitz im äußeren
Verflechtungsraum. Nur durch einen konsequenten Wohnungsabriss sei dieser
Situation zu begegnen. Würde nicht schon seit Jahren abgerissen, würde am
Landesrand die Leerstandsquote nicht 17,4 Prozent betragen, sondern schon fast
20 Prozent. Damit stünde dort jede fünfte Wohnung leer.
Dagegen hat Wohnungsminister Szymanski vor einigen Tagen eine positive Bilanz
des Wohnungsabrisses in Brandenburg gezogen. Im äußeren Entwicklungsraum sei die
Leerstandsquote seit Beginn des Programms "Stadtumbau" von 18,2 auf 17,4 Prozent
gesunken. Die Leerstandsquote von Frankfurt/O habe sich von 16 auf 14 Prozent
verringert, die von Lauchhammer von 19 auf 13 Prozent. Damit seien Ende 2005
rund 24000 Wohnungen von einstmals 165000 leer stehenden beseitigt worden.
Er bestätigte, dass der Hausabriss weiter gehen werde und bis 2009 zirka 50000
Wohnungen "vom Markt genommen" werden. Von den 195 Millionen Euro, die der Bund
und das Land für den Stadtumbau zur Verfügung stellen, entfallen laut Minister
120 Millionen auf Abrissmaßnahmen und 75 Millionen auf den Programmteil
"Aufwertung". Ursprünglich sollte das Verhältnis eins zu eins betragen, doch
habe sich erwiesen, dass schneller abgerissen werden müsse, "um den
Wohnungsmarkt zu stabilisieren." In der Prignitzstadt Wittenberge als einer der
31 "Stadtumbaustädte" sind laut Szymanski bis Ende Dezember 2005 921 Wohnungen
zurückgebaut worden. Spitzenreiter beim Wohnungsabriss ist das uckermärkische
Schwedt, wo bis Ende vergangenen Jahres 4367 Wohnungen abgerissen worden waren.
Inzwischen wird in Brandenburg selbst solcher Wohnraum abgerissen, der zuvor
teuer saniert worden war. Zwar seien es nur "wenige Ausnahmefälle", so der
Bauminister. Doch leugnen lasse sich das nicht.
www.svz.de
26.02.2006
Schwedt: Plattenbausanierung geht zu Ende
Die Stadt Schwedt will ihren Stadtumbau in
diesem Jahr im Wesentlichen beenden und sich ab 2007 stärker um die Sanierung
ihrer Alt- und Innenstadt kümmern. Das erklärte der Schwedter Bürgermeister
Jürgen Polzehl gestern auf Anfrage unserer Zeitung.
„Uns stehen in diesem Jahr noch einmal zehn Millionen Euro für den Abriss von
Plattenbauten und die Sanierung der für den Fortbestand vorgesehenen Gebäude in
den Umbaugebieten zur Verfügung“, sagte Polzehl. Mit diesem Geld sollen noch
einmal über 800 Wohnungen verschwinden. „Wenn hier die letzte Platte fällt,
haben wir über 5000 Wohnungen seit 1999 abgerissen. Dann können wir mit Fug und
Recht sagen, dass wir den Leerstand im Griff haben“, versicherte der
Bürgermeister. Ein Zeichen dafür sei, dass in diesem Jahr erstmals deutlich mehr
Geld für die Sanierung als für den Abriss ausgegeben werde. Mit dieser
Kombination sei es der Stadt gelungen, in den letzten Jahren bis auf das Zentrum
alle größeren Plattenbaugebiete weitgehend zu sanieren.
Um die bestehende „Platte“ attraktiv zu machen, hatten die
Wohnungsbaugesellschaften der Stadt teilweise zu unkonventionellen Mitteln
gegriffen. So ermöglichte die Wohnungsbaugenossenschaft ihren Mietern, zwei
Wohnungen zusammenzulegen, wobei für den zusätzlich gewonnenen Wohnraum
lediglich die Betriebskosten und der Schuldendienst durch den Mieter zu
übernehmen war.
www.nordkurier.de
26.02.2006
Bilanz zum Stadtumbau
Der Kongress-Titel »Stadtumbau – eine
Herausforderung für Deutschland« sei Programm, so Dr. Angelika Riemer vom GdW
Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen. »Wir sprechen hier
nicht über ein Ost-Problem. Die Anpassung der Wohnungsbestände an die
Bevölkerung ist eine der großen Herausforderungen in Deutschland insgesamt.«
Nach Ansicht des Verbandes geht es in Ostdeutschland erst einmal darum, durch
Abriss einen Wohnungsmarkt entstehen zu lassen. Die Modernisierung der
überforderten Quartiere im Westen sei eine nicht minder große Herausforderung.
Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (SPD) forderte auf dem Kongress, die
Wohnungspolitik müsse mit einer deutlich akzentuierten Stadtentwicklung Hand in
Hand gehen. Er sicherte den Kommunen finanzielle Rückendeckung bei der
Bewältigung des demographischen und strukturellen Wandels zu. Am Mittwoch
segnete das Bundeskabinett seine Idee ab, bis 2009 das Budget für den Stadtumbau
West jährlich um 16 auf 56 Millionen Euro und für den Stadtumbau Ost um 20 auf
110 Millionen Euro aufzustocken. Zudem sollen die Zuschüsse zum Programm
»Soziale Stadt« pro Jahr von 70 auf 110 Millionen Euro wachsen.
Dem Vorschlag Tiefensees, die Fusionen von kommunalen Wohnungsunternehmen
auszuweiten, erteilte der Direktor des Verbandes der Wohnungswirtschaft
Sachsen-Anhalt, Jost Riecke, eine klare Absage. Die Kirchturmpolitik der
Kommunen und die unterschiedliche Wirtschaftslage der Unternehmen stünden
effizienten Zusammenschlüssen entgegen.
Riecke hob hervor, dass der Flächenabriss in Sachsen-Anhalt »gut gegriffen«
habe; das Land verzeichnet den stärksten Rückgang beim Wohnungsleerstand.
Trotzdem gebe es noch »Unternehmen, deren Bestand zu 38 Prozent leer steht«. Für
2006 plane man den Rückbau weiterer 8000 Wohnungen. Bedauerlich findet er, dass
die CDU-FDP-Landesregierung das Programm »Soziale Stadt« nicht nutze. Nach
Angaben aus dem Bundesbauministerium hätten 2004 und 2005 jeweils fünf Millionen
Euro bereit gestanden.
»Ein völlig unverständliches Agieren«, findet auch die Vizepräsidentin des
Deutschen Städtetags, Rosemarie Wilcken, Bürgermeisterin der Hansestadt Wismar.
Die Mittel seien »Bausteine zum Funktionieren des Gemeinwesens und helfen, die
soziale Balance herzustellen«. Wilcken zufolge gehe es nicht nur um den
Leerstand, der die wirtschaftliche Existenz von Wohnungsunternehmen gefährde.
»Nach Jahrhunderten des Städtewachstums müssen wir jetzt den Schrumpfungsprozess
aktiv gestalten.« Schwieriger als der Abriss von 350 000 Wohnungen, bei dem sich
Bund und Länder die Kosten teilen, gestalte sich die Aufwertung der Wohnungen,
die zu einem Drittel von den Kommunen kofinanziert werden muss.
Um den Stadtumbau voranzubringen, sei eine enge Zusammenarbeit zwischen den
Ressorts Bau, Wirtschaft, Umwelt, Inneres und Soziales nötig, sagte
GDW-Vertreterin Angelika Riemer. Städtetag, Wohnungswirtschaft und Verbände der
Ver- und Entsorgungsunternehmen würden beim Stadtumbau bereits partnerschaftlich
zusammenarbeiten. Vertreter der Wohnungswirtschaft stellten jedoch klar, dass
die Versorgungs- und Entsorgungssicherheit auch bei schrumpfenden
Bevölkerungszahlen unter Einhaltung der technischen und hygienischen
Anforderungen gewährleistet werden müsse.
www.nd-online.de
26.02.2006
Das große Schrumpfen
Seit Tagen klingelt bei Wilfried Gehrke das
Telefon. Der Ahrensfelder Bürgermeister kann sich vor Anfragen momentan kaum
retten. Der Grund: Die Gemeinde im brandenburgischen Landkreis Barnim gehört
nach der jüngsten Studie der Bertelsmann-Stiftung zu der Kommune mit dem größten
Bevölkerungswachstum in ganz Deutschland. Im Jahr 2020 wird sich die Zahl der
Einwohner von Ahrensfelde verdoppelt haben. Heute leben dort 12 500 Menschen.
Zur Wende waren es noch 5000.
100 Kilometer von Berlin entfernt schrumpfen die Kommunen. Die Landesregierung
investiert 120 Millionen Euro in den Abriss und 75 Millionen Euro in die
"Aufwertung" der Innenstädte. Damit will das Land die Städte "als Anker im
ländlichen Raum stärken", erklärt Infrastrukturminister Frank Szymanski .
Die Belebung der Innenstädte sei eine Aufgabe, die Kommunen selbst anpacken
müssten, sagt Kerstin Schmidt von der Bertelsmann-Stiftung. Das Projekt
"Demografie Konkret" könnte ein nützliches Werkzeug sein für die Kommunen. Denn
nun könnten sie voneinander lernen.
Die Stadt Forst (Spree-Neiße) an der Grenze zu Polen sei ein positives Beispiel.
In der Innenstadt wurde Anfang Februar ein großes Einkaufszentrum mit 5000
Quadratmetern und mehr als 200 Parkplätzen eröffnet. Das erste Einkaufszentrum
dieser Größe in einem Brandenburger Stadtkern, sagt Baudezernent Jürgen
Goldschmidt. 4000 Besucher täglich seien anfangs gekommen, sagt er. Der Strom
kauffreudiger Konsumenten bricht nicht ab. Davon profitieren die umliegenden
Einzelhändler. Leerstehende Geschäftslokale seien wieder vermietet, so
Goldschmidt.Die Skepsis in Forst über das Einkaufszentrum war groß.
Normalerweise werden solche Komplexe auf der grünen Wiese vor den Toren der
Stadt gebaut und ähneln Schuhkartons. Das ist auch viel billiger. Der neun
Millionen Euro teure Konsumtempel hat eine aufwändig gestaltete Fassade und die
habe vier Millionen Euro mehr gekostet, so Goldschmidt. In Forst machte der
Experte für den "Stadtumbau Ost" den Bevölkerungsrückgang im Jahr 1998 zum
Thema: "Schrumpfung Gestalten", hieß die Initiative des Städteplaners. Damals
habe er einsehen müssen, dass 5000 Arbeitsplätze unwiederbringlich verloren
sind.
Die Geschichte von Forst ist die eines Niedergangs. Einst war die Stadt ein
wichtiger Standort der Textilproduktion. Nach der deutschen Einheit wurde
radikal abgewickelt. Die Folge war eine große Abwanderungswelle, von der sich
Forst kaum noch erholen dürfte. In Forst werden im Jahr 2020 rund 14 Prozent
weniger Menschen leben als heute. Die noch verbliebenen 23 000 Bewohner der
Stadt sind mittlerweile in den Umbau der Stadt eingebunden. Die Beteiligung der
Bürger an der Diskussion um den Stadtumbau ist eine Initiative von Jürgen
Goldschmidt. Im Projekt "Forster Tuch - eine Stadt webt an der gemeinsamen
Zukunft" bringen die Bürger Ideen für ihre Kommune ein - städtebaulich,
wirtschaftlich und kulturell. Auf dem restlichen Ödland mitten in der Stadt
sollen in Zukunft Rosen blühen, sagt Goldschmidt.
Die Stadt in der Lausitz ist nicht die einzige Gemeinde in Brandenburg, die den
demografischen Wandel aktiv gestaltet. Prenzlau in der Uckermark etwa. Dort
wollte Bürgermeister Hans-Peter Moser ein Einkaufszentrum in der Stadt bauen.
Ein ähnliches Konzept wie in Forst. Nur davon hatte Moser bislang noch nichts
gehört. Dabei hätte der Prenzlauer Bürgermeister das ein oder andere Argument
von seinen Amtskollegen in Forst gebrauchen können. Das Stadtparlament von
Prenzlau hat das Einkaufszentrum überraschend gekippt. Dabei war eine Firma
bereit, 20 Millionen Euro im Zentrum von Prenzlau zu verbauen. Discounter und
Elektro-Märkte hatten bereits fest zugesagt. Einzelhändler und Handwerker
unterstützten den Vorschlag einstimmig.
Bürge rmeister Moser gibt nicht auf. Das Einkaufszentrum ist seiner Meinung nach
die einzige Möglichkeit, um Prenzlau zu beleben. Die Zeit drängt. "In dünn
besiedelten Regionen wie etwa der Uckermark werden ganze Dörfer von der
Landkarte verschwinden", prognostiziert Joachim Ragnitz vom Institut für
Wirtschaftsforschung in Halle. Das prognostizierte Dorfsterben beobachtet der
Bürgermeister von Prenzlau schon heute. Einzelne Gehöfte seien bereits vom
Wassernetz genommen worden. Das sei nicht mehr zu bezahlen. Landbewohner würden
schon jetzt in die Stadt ziehen, beobachtet Bürgermeister Moser. In naher
Zukunft werden einige Orte in der Uckermark menschenleer sein. "Über die
Landflucht aber will keiner reden", sagte er.
www.maerkischeallgemeine.de
22.02.2006
Wittenberge: Grundschule
III vor Abriss – wann wird noch entschieden
Auf dem Gelände der ehemaligen Grundschule III
im Elsternweg werden Bäume gefällt. Das aus mehreren Häusern bestehende
Schulgebäude soll abgerissen werden.
Wie sie erklärt, werden die Bäume gefällt, damit die Fahrzeuge für den Abbruch
an die alte Schule herankommen. "Alles, was nicht stört und erhaltenswert ist,
bleibt aber stehen", versichert Sabine Schneider. So habe man beispielsweise
entscheiden, zugunsten einer Robinie und eines Ahorn lieber Kiefer zu fällen. Es
stimme, dass Pappeln gefällt wurden. Sie hätten sehr viel Totholz gehabt, andere
wären brüchig gewesen. Eine Pappel müsse auch noch gefällt werden.
Bedenken haben Bewohner aus der Nachbarschaft auch, dass in punkto Hecken ein
Kahlschlag erfolgt. Die Mitarbeiterin aus dem Umweltbereich erklärt, dass auch
jene Sträucher, die sehr weit zurückgeschnitten wurden, wieder austreiben
werden. "Auch die dichte Hecke zur Straße hin soll unbedingt erhalten bleiben."
Ausdrücklich betont Sabine Schneider, dass die Baumschutzkommission dem Fällen
der besagten Bäume zugestimmt habe. An eine Wiederbebauung des Geländes im
Elsternweg ist derzeit nicht gedacht. Es soll erst einmal eine grüne Fläche mit
Büschen und Bäumen entstehen.
Allerdings haben die Stadtverordneten, als sie das Aus für die Grundschule III
beschlossen, auch festgelegt, dass das Gelände langfristig als
Schulstandort-Vorhaltsfläche erhalten wird.
Wenn auch die Bäume gefällt wurden bzw. noch werden und der
Montessori-Kindergarten in den nächsten Tagen in den Horning umzieht, der
sofortige Rückbau der Schule ist noch nicht in Papier und Tüten.
Für den Schulabriss müssen Fördermittel aus dem Aufwertungsprogramm eingesetzt
werden.
Diese stehen damit nicht für Sanierungsvorhaben, beispielsweise im
Jahnschul-Viertel, dem im Stadtumbau sehr hohe Priorität beigemessen wird, zur
Verfügung. In diesen Tagen fällt daher im Bauamt die Entscheidung, ob der
Schulrückbau noch aufgeschoben werden soll.
www.svz.de
22.02.2006
Rathenow: Vom Abriss bedroht
Etwas Besonderes soll der Stadtumbau in dem
Viereck zwischen Spandauer, Potsdamer, Perleberger und Kleiner Hagenstraße
hervorbringen. Alle Wohnhäuser werden abgerissen. Danach soll die gut 5000 m 2
große Fläche bis 2009 zu einem attraktiven Stadtplatz neu gestaltet werden. Die
Stadt hat 2300 Haushalte angeschrieben und um Ideen gebeten.
Doch vorher sind noch ein paar Probleme zu lösen. Eines der wichtigsten ist das
Wohnungsproblem von Vera Müller (50 Jahre), die in der Perleberger Straße wohnt.
Sie hat Multiple Sklerose, sitzt deshalb seit acht Jahren im Rollstuhl und soll
ausziehen. Wie ernst die Lage mittlerweile ist, das hat ein Schreiben ihres
Vermieters, der Kommunalen Wohnungsbaugesellschaft Rathenow (KWR), ihr kürzlich
klargemacht.
Sollte die KWR tatsächlich eine Räumungsklage erheben, werde er Frau Müller
helfen, sich dagegen zu wehren. Bis der Rechtsstreit durch alle Instanzen sei,
könne das ziemlich lange dauern und der geplante Abriss nicht beginnen. Günter
Degner betont, die KWR als städtische Gesellschaft habe auch eine soziale
Funktion: "Die müssen sich was einfallen lassen."
www.maerkischeallgemeine.de
21.02.2006
Energiesparende Sanierung
beim Stadtumbau Ost sichert Gebäudebestand
Insgesamt 13 Gebäude in Sachsen werden demnächst so modernisiert, dass sie nach
der Sanierung im Durchschnitt doppelt so gute Energiestandards aufweisen wie
Neubauten. Denn: Energieeffiziente Sanierungen schützen vor steigenden
Energiekosten. Gleichzeitig sorgen sie dafür, dass bestehende Gebäude und
Wohnquartiere langfristig attraktiv bleiben. Vorgestellt wurden einige dieser
Projekte Ende Januar im Rahmen der Veranstaltung der Deutschen Energie-Agentur
GmbH (dena) "Stadtumbau Ost - Chancen zur energieeffizienten Sanierung" in
Freital bei Dresden.
"Von den wirtschaftlich erschließbaren Energieeinsparpotenzialen bei Sanierungen
werden bislang durchschnittlich nur 50 Prozent genutzt. Für die regionale
Entwicklung und Innovationen im Gebäudebereich bietet die energetische Sanierung
von Gebäuden ein großes Potential, auch in Sachsen. Sie macht Bestandsgebäude
auf Dauer "wettbewerbsfähig" mit dem Neubau. Es müssen ukunftsweisende Lösungen
entwickelt werden, die hochinnovative technische Standards mit einer Aufwertung
von Siedlungen und Quartieren verbinden", betont Felicitas Kraus,
dena-Bereichsleiterin Energieeffizienz im Gebäudebereich.
110 Wohngebäude aus ganz Deutschland werden im Rahmen des dena-Modellvorhabens
"Niedrigenergiehaus im Bestand" mit innovativer Sanierungstechnik auf einen
besonders energieeffizienten Stand gebracht. Dabei sind alle Gebäudegrößen und
Baualter vor 1979 vertreten: vom Einfamilien- bis zum Hochhaus, vom
mittelalterlichen Fachwerkhaus bis zum Siebzigerjahrebau. In etwa der Hälfte
aller Projekte wird zusätzlich Wärme über Solaranlagen erzeugt. Ein Drittel der
Gebäude setzt bei der Energieversorgung auf Biomasse.
Besonders stark ist die Region Sachsen mit Sanierungsvorhaben vertreten: Die
Palette reicht vom denkmalgeschützten Fachwerkhaus in Grimma bis zum
Mehrfamilienhaus aus den 50er Jahren in Dresden.
Dazu Prof. Dr. Namysloh, Abteilungsleiter für Bau- und Wohnungswesen im
sächsischen Innenministerium: "Der Freistaat Sachsen setzt sich mit dem
Stadtumbau Ost für eine Verstärkung und Verbesserung der Städte als Wirtschafts-
und Wohnstandort ein. Dazu gehört für uns auch die energetische Modernisierung
und Sanierung der Altbausubstanz, weil wir damit bestehende Gebäude durch
innovative Bautechnik für Mieter und Vermieter attraktiv gestalten und Leerstand
vermeiden helfen. Gleichzeitig reduzieren wir klimaschädliche CO2-Emissionen und
schaffen Arbeitsplätze in der Region."
www.freenet.de
19.02.2006
Wolgast: WoWi bereitet
letzten Platten-Abriss vor
einer geht noch raus…“, könnte man derzeit bei der Wolgaster Wohnungswirtschafts
GmbH (WoWi) singen. Macht man aber nicht, denn das Thema „Abriss“ – oder
Rückbau, wie es offiziell etwas netter umschrieben wird – ist viel zu ernst. Vor
allem für die betroffenen Mieter in der Gorkistraße 13-15, deren Block als
nächster fallen soll. Auf der Straße werden sie dennoch nicht stehen, denn mit
den vorsorglichen Abrisskündigungen im Januar wurde ihnen auch ein neues Angebot
unterbreitet, berichtete WoWi-Geschäftsführerin Sabine Lüdtke. In individuellen
Gesprächen wurden dann die Einzelheiten ausgehandelt. Inzwischen hätten sich bis
auf sieben Parteien alle entschieden; die ersten seien bereits in ihre Wohnung
umgezogen. Grundsätzlich würden sich die Mieter dabei übrigens verbessern, denn
der Abriss-Block sei lediglich teilsaniert. Allerdings räumt die WoWi-Chefin
auch ein, dass dadurch üblicherweise die Miete der Betroffenen steigt.
Auch wenn die Kündigungsfrist einer Mietpartei erst am 31. Oktober endet, geht
Lüdtke insgesamt davon aus, dass der Block bis April leer gezogen ist, denn
„meistens entwickelt sich da eine richtige Eigendynamik“. Der Abriss selbst
werde aber voraussichtlich erst im dritten oder vierten Quartal erfolgen.
Mit der Gorkistraße 13-15 sind die Abrisspläne der WoWi übrigens erst einmal
erfüllt – zumindest in Wolgast-Nord. Lüdtke kündigte nämlich zugleich einen
Antrag zum Abbruch der so genannten „gelben Häuser“ in der Bahnhofstraße 110-122
an. Voraussetzung dafür ist jedoch die Aufhebung des Denkmalschutzes, unter dem
das gesamte Ensemble steht: Die Häuser wurden in den 20-er Jahren als
Werkswohnungen beziehungsweise Verwaltungsgebäude der Zementfabrik gebaut. Weil
die Lehmbauten absolut nicht mehr heutigem Standard entsprechen – zum Teil gibt
es noch „Plumpsklos“ – stehen sie seit Jahren leer. Aber: „Eine Modernisierung
würde einem Neubau gleichkommen, zumal der Bedarf gar nicht da ist“, so
WoWi-Prokurist Jan Koplin.
www.nordkurier.de
18.02.2006
Meißen: Stadt will sanierte Platte abreißen
Auf der ersten Stadtratssitzung des neuen
Jahres ging es in Meißen gleich zur Sache. Ein Grund für die heftigen
Auseinandersetzungen: Der Plattenbau Albert-Mücke-Ring 14 bis 14 d soll
abgerissen werden. Während der Sitzung demonstrierten Mieter des Blockes gegen
das Vorhaben der Stadtentwicklungs- und Stadterneuerungsgesellschaft (SEEG), den
Block in diesem Jahr dem Erdboden gleich zu machen. Unverständnis herrscht bei
ihnen darüber, dass ein "1993 sanierter und zwei Jahre später mit einem neuen
Außenanstrich versehener Block in guter Wohnlage" der Abrissbirne zum Opfer
fallen soll. Einen Grund für den Abriss habe die SEEG den Mietern bis heute
nicht genannt, empörte sich Mieter Hans Dieter Hübner. Zudem habe man die
versprochenen alternativen Wohnungsangebote noch nicht erhalten.
SEEG-Geschäftsführer Ulrich Butzer soll am 29.März im Stadtrat eine
Stellungnahme abgeben.
"Der Block wird definitiv in diesem Jahr abgerissen. Die Gelder aus dem
Förderprogramm Stadtumbau Ost liegen bereit", erklärte Butzer schon vorab. Alle
Mieter sollen demnächst sanierte Alternativwohnungen angeboten bekommen, die
SEEG trage die Kosten für den Umzug. Von den 30 Drei-Raum-Wohnungen und 30
Vier-Raum-Wohnungen im Block sind derzeit noch 19 bewohnt. Der Plattenbau sei
zwar in einem guten Zustand, für die großen Wohnungen dort gebe es aber keine
Nachfrage mehr. "Das hat zum Leerstand dieser Wohnungen geführt", so Butzer. Bis
2010 plant die SEEG im gesamten Stadtgebiet rund 350 Wohnungen abzureißen, um
den Wohnungsleerstand zu mindern. Am Albert-Mücke-Ring soll es jedoch bei einem
Block bleiben. Bei der Gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaft (GWG) Meißen
gibt übrigens "keine Pläne in dieser Hinsicht", so Leiter Thomas Weber. "Bei uns
ist alles saniert."
2002 standen 3000 der 17.000 Wohnungen in Meißen leer. Das Integrierte
Stadtentwicklungskonzept (INSEK) schlägt vor, über die Zukunft von 900 bis 1000
Wohnungen nachzudenken. Ursachen für den Leerstand sind die niedrige
Geburtenrate und der Bevölkerungsrückgang. Lebten 1995 noch 32.200 Menschen in
der Stadt, waren es 2004 nur noch 28.543.
www.dnn-online.de
14.02.2006
Achim: Die erste Enteignung
Das Niedersächsische Ministerium für Inneres
und Sport - Regierungsvertretung Lüneburg - hat als Enteignungsbehörde mit
Beschluss vom Mittwoch dem Antrag der Stadt Achim auf Enteignung beim
Servicehaus in der Magdeburger Straße entsprochen. Noch-Eigentümer Orhan Cihan
wird das Eigentum an dem Flurstück gegen eine Entschädigung von 65.000 Euro €
entzogen, und es wird der Stadt Achim zugewiesen. Eine vorzeitige
Besitzeinweisung, also sofortige Übernahme des Hauses durch die Stadt, wurde
dagegen abgelehnt. Eine über die Enteignung hinausgehende besondere
Dringlichkeit war für die sogenannte Enteignungskammer nämlich nicht zu
erkennen. Dies bedeutet, dass die Stadt den sofortigen Abbruch des Gebäudes mit
110 Wohnungen und Tiefgarage nicht vornehmen darf. Ob sie überhaupt in den
nächsten Jahren an das Gebäude herankommt, ist mehr als fraglich, da Eigentümer
Orhan Cihan seine Rechtsmittel bis zu den Bundesgerichten nutzen will. Solange
der Rechtsweg beschritten wird, ist die jetzige Enteignungsentscheidung nicht
rechtswirksam, kann nicht vollzogen werden, bestätigt auch Roger Behrens vom
niedersächsischen Innenministerium.
Die jetzige Entscheidung resultiert aus der Abwägung zwischen den zum Wohle der
Allgemeinheit getroffenen Festsetzungen des neuen Bebauungsplanes
"Quartiersmitte Magdeburger Viertel" und den privaten Eigentumsinteressen an dem
seit 1999 komplett leer stehenden Servicehaus.
Laut übereinstimmender Auffassung der Wertgutachter sei aufgrund des baulichen
Verfalls und der durch Vandalismus entstandenen Schäden schon bis 2001 eine
wirtschaftlich vertretbare Wiederherstellung der Wohnungsnutzung auszuschließen.
Orhan Cihan hatte bekanntlich vor zwei Jahren das Servicehaus für 200 000 Euro
ersteigert, um in ihm renovierte Wohnungen anzubieten. Die Stadt, die bei der
Versteigerung unterlegen war, hatte dagegen dann mit Macht den Abriss des
Hochhauskomplexes mit 110 Wohnungen für eine Grün- und Spielfläche an dieser
Stelle betrieben.
Mit der Planung und Anlage der "Grünen Quartiersmitte" entspreche die Stadt
Achim zum einen dem dringenden Bedarf an bespielbaren Freiflächen für den nach
wie vor hohen Anteil der Kinder und Jugendlichen des Viertels, heißt es in der
jetzigen Enteignungsentscheidung. Zum anderen würden durch kurze Wege zu den
umliegenden Gemeinschaftseinrichtungen (Bürgerzentrum, Jugendtreff,
Gemeindezentrum, Seniorenheim) die Begegnungen der Generationen im Viertel
effektiv gefördert. Mit dem Abriss für eine neue Grün- und Spielfläche könnten
die Sanierungsziele erreicht werden und somit soziale Missstände, wie
Wohnungsleerstand, Entstehung einseitiger Bevölkerungsstrukturen und zu wenig
öffentlicher Spiel- und Bewegungsraum erfolgreich behoben werden, meint die
Lüneburger Enteignungsbehörde.
Die privaten Belange des Eigentümers hätten bei aller Würdigung seiner
Interessen gegenüber diesen Zielen der Stadt Achim zurückzustehen. "Das Wohl der
Allgemeinheit erfordert auch in zeitlicher Hinsicht die Enteignung des
"Service-Hauses", denn die geplante "Grüne Quartiersmitte" ist unverzichtbarer
Bestandteil des gesamten Sanierungsprozesses. Ohne dessen Umsetzung lassen sich
die angestrebten Ziele nicht erreichen, denn das Sanierungsgebiet wurde nicht
nur auf Grund zunehmender baulicher Verfallserscheinungen, sondern auch wegen
der daraus resultierenden sozialen Probleme festgesetzt", heißt es in einer
Presseerklärung des Ministeriums.
syke.mvz.net
13.02.2006
Schwerin: 775
Wohnungen werden abgerissen
Die Umsetzung des integrierten
Stadtentwicklungskonzeptes sieht für dieses Jahr den Rückbau von insgesamt 775
Wohnungen in den Stadtteilen Neu Zippendorf und Mueßer Holz vor. Einhergehen
soll damit die Aufwertung der Wohnquartiere auf dem Dreesch. Vor vier Jahren hat
die Stadt ein integriertes Stadtentwicklungskonzept für Schwerin erarbeitet. Es
beinhaltet detaillierte Pläne für den Stadtumbau. Als besondere Schwerpunkte der
Stadterneuerung wurden Neu Zippendorf und das Mueßer Holz benannt, berichtet
Bauamtsleiter Hans-Hermann Bode. Das Konzept sehe sowohl den Rückbau von
Wohnungen als auch Maßnahmen zur Infrastrukturentwicklung vor. "Wir arbeiten das
Konzept, das die Stadtvertretung im März 2003 beschlossen hat und das mit einer
Goldmedaille ausgezeichnet wurde, kontinuierlich ab und schreiben es zugleich
fort", erläutert Bode. Es funktioniert, wie die ersten Projekte vor allem in Neu
Zippendorf zeigen. Und: Der Umbau von Blöcken in der Vidiner Straße zu einer
Häuserreihe mit Stadtvillencharakter hat viel Beifall erhalten. In diesem Jahr
will die Stadt wieder einen großen Schritt vorankommen. Mit dem Rückbau von
insgesamt 775 Wohnungen wird die Reduzierung des Wohnungsbestandes in Neu
Zippendorf, Mueßer Holz und partiell auch auf dem Großen Dreesch forciert
fortgesetzt. Das hat die Stadt mit den Wohnungsgesellschaften vereinbart. Im
Einzelnen ist geplant, dass die Wohnungsgesellschaft Schwerin (WGS) 486
Wohnungen zurück bauen wird, bei der Schweriner Wohnungsbaugenossenschaft (SWG)
werden es 249 sein und die Stadt selbst wird 40 Wohnungen zurück bauen.
Räumlicher Schwerpunkt ist dabei der Stadtteil Mueßer Holz mit 390
Wohnungseinheiten, die vor allem im Quartier Marie-Curie- und Mendelejewstraße
liegen. Solche umfangreichen Baumaßnahmen können nur mit Fördermitteln
realisiert werden. So werden die Kosten für den Rückbau der Plattenbauten
vollständig von Bund und Land getragen. "Die Stadt selbst beteiligt sich an dem
Programm vor allem durch Infrastrukturmaßnahmen", erläutert Bode. Als Beispiele
nennt er die Neugestaltung des Berliner Platzes, des Freizeitparks hinter der
Perleberger Straße sowie von Innenhöfen oder den Bau von Radwegen.
Schweriner Volkszeitung
13.02.2006
Guben: Konzepte für
die Neißeterrassen
Ab zweitem Halbjahr 2006 soll die Alte Poststraße
neuer Schwerpunkt der Umgestaltung in der Gubener Altstadt werden.
Neißeterrassen lautet hier das Stichwort. Und es war auch der Schwerpunkt eines
überregionalen Expertentreffs in Guben Ende Dezember. Ende dieses Monats soll es
eine Fortsetzung geben.
Auch wenn das neue Gubener Rathaus, das neue Stadt- und Industriemuseum und das
neue Standesamt an der Gasstraße im Juni eingeweiht worden sind – mit dem
Stadtumbau soll es dann längst noch nicht Schluss sein. Im Frühjahr wird schon
der neue Brunnen auf der Promenade am Dreieck in Betrieb gehen. Bauseitig ist er
bereits fertig. Bis zum Mai dieses Jahres wird auch die Bepflanzung des Rondells
durch den Hut aus Messing mit dem wallenden Schal ersetzt werden, war im
Gespräch mit Bürgermeister Klaus-Dieter Hübner zu erfahren. Bereits auf den Weg
gebracht sei ein Antrag auf Fördermittel aus dem Interreg-Programm für den
Ausbau der Berliner Straße. Deren Fahrbahn soll schmaler werden, so, wie es
bereits in Weiterführung der Frankfurter Straße angedeutet ist. Der Gehweg wird
im Interesse des Geschäftsbetriebes etwas breiter. Doch neuer Schwerpunkt im
Stadtumbau ab der Jahresmitte soll die Alte Poststraße mit den Neißeterrassen
sein. Vom jetzigen Zoll- und BGS-Gebäude an der Neißebrücke bis zum einstigen
Wolllager auf dem früheren Gubener-Wolle-Areal sollen sie sich erstrecken. Dafür
ist vorgesehen, die beiden unter Denkmalschutz stehenden, aber baufälligen
Häuser von der Denkmalschutzliste streichen zu lassen und sie dann abzureißen.
Auch andere Gebäude entlang der Neiße auf dem Gubener-Wolle-Terrain sollen noch
verschwinden. Für neue Nutzungen vorgesehen sind hingegen das so genannte
Gebäude D mit dem Treppenturm (sechsgeschossiges einstiges Produktionsgebäude
von Rauherei und Weberei, direkt an der Neiße gelegen), das Gebäude A (einstiges
Wolllager) am nördlichen Rand des Grundstückes und die Villa (früheres
Verwaltungsgebäude) direkt a n der Straße. Für ersteres wurde bei dem Workshop
im Dezember die Schaffung von Car-Loft-Wohnungen favorisiert und diskutiert.
Loft ist ein Wohnungstyp mit hohen, großen Räumen, übergroßen Fenstern und
Türen. Car-Loft bedeutet, dass sich das Auto auf derselben Etage wie die Wohnung
befindet, von dieser aus sichtbar ist. «Das werden außergewöhnliche Wohnungen
für Individualisten», merkt Hübner an. Die Idee werde konsequent weiterverfolgt.
Die geschätzten Umbaukosten von Produktionsgebäude und Treppenturm liegen bei
über vier Millionen Euro. Bisherige Nutzungskonzepte für das einstige Wolllager
sprechen von überdachten Parkplätzen oder aber – in Ergänzung zum Gebäude D –
von einem Komplex mit Tischtennis, Squash, Minigolf, Terrassen, Kahnanlegestelle
und Bootsräumen. Für die Villa sind Büroräume und Gastronomie im Keller im
Gespräch. Doch der Stadtumbau an der Alten Poststraße ist noch weiter gefasst.
Abrisse im Bereich des ehemaligen Jugendklubs an der Egelneiße, eine eventuelle
Nutzung des einstigen Gefängnisses – weil baulich noch gut erhalten – oder
dessen Abriss. Und die Überlegungen und Absichten reichen bis zur Umnutzung der
Fischfa brik. Auch sie sei erstaunlich gut erhalten. Die vorgesehenen Abrisse
und Umgestaltungen, die eine attraktive Freiflächengestaltung beinhalten und die
Nutzung des Neißeufers erweitern, werden im Kontext mit der Theaterinsel in der
Neiße gesehen. Auf diese soll vom westlichen Neißeufer eine Brücke führen, für
die ebenfalls seit längerer Zeit Fördermittelanträge gestellt sind. Doch der
Bürgermeister sieht dafür zurzeit keinen Vorrang, weil die Brücke erst mit
Beitritt Polens zum Schengener Abkommen genutzt werden könne. Die Umsetzung der
anderen Projektziele und -inhalte wird jedoch nicht auf die lange Bank
geschoben. Umsetzungszeitraum ist 2006/2007. Auf die finanziellen Mittel
angesprochen, nannte der Bürgermeister die Städtebauförderung, die Gubener
Wohnungsgesellschaft, private Entwicklungsträger und städtische Mittel für den
Abriss. Die Kostenberechnungen liefen derzeit. Anliegen der schnellen
Weiterführung des Stadtumbaus sei es, «die positiven Signale von der Gestaltung
der Promenade am Dreieck reibungslos zu nutzen.»
Lausitzer Rundschau
10.02.2006
Neue Aufgabe für Regionalpark-Organisation
Die gemeinsame Verwertung von Gewerbeflächen im
Rahmen des hessischen Förderprogramms Stadtumbau soll durch die Kommunale
Arbeitsgemeinschaft (KAG) Regionalpark umgesetzt werden, teilte der
Oestrich-Winkeler Bürgermeister Paul Weimann als KAG-Vorsitzender mit. Dies
erspart den sieben Rheingau- Kommunen den Aufbau einer weiteren
Organisationsform. Die Kooperation benachbarter Kommunen ist wesentliche
Voraussetzung für die Bewilligung von Fördermitteln. Interkommunale Kooperation
werde im Programm Stadtumbau als wichtige Strategie empfohlen, um nachhaltige
Entwicklung umzusetzen. Deswegen hatten sich die Rheingauer Kommunen auch
gemeinsam um Aufnahme in das Förderprogramm beworben, teilt Weimann mit. Die
Arbeitsgemeinschaft hat deshalb ihre Verwaltungsvereinbarung ergänzt. Die
Änderung wird formal erst wirksam, wenn alle Parlamente der Mitgliedskommunen
zugestimmt haben.
189 000 Euro hat des Hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und
Landesentwicklung bereits für die Zusammenarbeit im Rheingau bewilligt, wenn
sich die Kommunen bis Ende September 2006 zusammenschließen. Diese Summe sind 65
Prozent der zuwendungsfähigen Kosten von 290 000 Euro. Der Zuschuss muss
zweckgebunden für ein städtebauliches Entwicklungskonzept verwendet werden. Der
Bewilligungszeitraum läuft bereits und endet am 31. Dezember 2009.
Das Förderprogramm Stadtumbau will demografischen Veränderungen und negativen
wirtschaftlichen Entwicklungen, etwa dem Verlust von gewerblichen
Arbeitsplätzen, gegensteuern. Leerstehende Gewerbeflächen und eine mangelnde
Auslastung des öffentlichen Personennahverkehrs sollen nicht zu weiteren
kommunalen Problemen führen. In Eltville stört zum Beispiel das Gewerbegebiet am
Ortsausgang Richtung Erbach nach der Tankstelle, Oestrich-Winkel möchte den
Kerbeplatz umgestalten und ungenutzte Flächen in der Unteren Bein und
verlängerten Adalbert-Stifter-Straße bei Wachendorf verwerten. Geisenheim
beklagt Industrieabbau und Leerstände in der Innenstadt, Rüdesheim sorgt sich um
das Asbach-Gelände und Lorch um das Hilchenhaus sowie um ungenutzte
Bundeswehr-Depots.
Stimmen die Parlamente zu, kann die KAG rheingauspezifische Maßnahmen zur
Verbesserung der Strukturprobleme angehen. Die KAG-Vertreter sind sich einig,
dass sich etwa die gemeinsame Verwertung von Gewerbeflächen am einfachsten über
die Organisationsform des Regionalparks organisieren lässt.
www.wiesbadener-kurier.de
09.02.2006
Entwicklungskonzept für drei Städte
Die Stadt Naila hat in Zusammenarbeit mit den
Nachbarstädten Selbitz und Schwarzenbach am Wald den Auftrag für die Erstellung
eines interkommunalen Entwicklungskonzeptes vergeben. Dies berichtete
Bürgermeister Frank Stumpf in der jüngsten Sitzung des
Hauptverwaltungsausschusses. Dieses interkommunale Entwicklungskonzept ist
Voraussetzung, um am Bund/Länder-Städtebauförderungsprogramm Teil III
„Stadtumbau West“ teilnehmen zu können. Bürgermeister Stumpf erinnerte in der
Sitzung, dass die Stadt Naila Ende 2004 zusammen mit Selbitz und Schwarzenbach
am Wald in das neue Bund/Länder-Städtebauförderungsprogramm aufgenommen wurde.
Das gemeinsame Entwicklungskonzept sei nach den gesetzlichen Vorgaben notwendig.
Hierfür hätten die drei Städte im ersten Halbjahr 2005 ein gemeinsames
Leistungsbild erarbeitet.
Nachdem das Leistungsprofil von der Regierung von Oberfranken freigegeben worden
war, seien im August insgesamt 19 Planungsbüros zur Abgabe eines Angebots
eingeladen worden, darunter sowohl überregional tätige, als auch Büros aus der
Region, berichtete Stumpf.
Diesem Vorschlag seien die Beschlussgremien der drei beteiligten Kommunen
gefolgt, auch die Regierung von Oberfranken habe einer Vertragsunterzeichnung
zugestimmt.
www.frankenpost.de
05.02.2006
Albstadt: Eigenheime ersetzen Textilfabriken
Gierig fressen sich die Abrißbagger in das
Gebäude der ehemaligen Textilfabrik Rehfuß & Stocker in Albstadt-Ebingen. Holz
splittert, Beton bricht. Dann fahren Laster die Überreste eines Stücks
Geschichte auf die Deponie. Für Albstadt (Zollernalbkreis) ist die Befreiung vom
Erbe der Textilherstellung eine der größten Zukunftsaufgaben. Über die Stadt mit
noch 47 000 Einwohnern verteilt stehen insgesamt 80 Fabrikgebäude leer,
überwiegend ehemalige Spinn-, Strick- und Nähfabriken. Als einzige Stadt
Baden-Württembergs ist Albstadt Teil des Bundes- Pilotprogramms "Stadtumbau
West", das Kommunen hilft, den Strukturwandel zu bewältigen.
Seit Hersteller aus Fernost in den 1980er Jahren begannen, Europa mit billigen
Textilien zu überschwemmen, schlossen insgesamt 300 Betriebe in und um Albstadt.
10 000 Arbeitsplätze gingen verloren. Die Stadtbevölkerung sank um zehn Prozent
und wird auch künftig schneller schrumpfen als im Landesdurchschnitt, da viele
Junge abwandern und die Kommune überaltert. "Wir haben nicht nur reichlich
Gewerbebrachen, sondern auch eine Menge leer stehender Wohnungen", sagt
Baubürgermeister Rainer Mänder. Dabei handelt es sich vor allem um unattraktive
Arbeitersiedlungen aus den 50er Jahren. Viele der Gebäude werden ebenfalls
abgerissen.
Albstadt hat im Laufe der Jahre ein neues Gesicht bekommen: In den vergangenen
drei Jahrzehnten haben Stadt, Land und Bund dafür rund 50 Mio. Euro Fördermittel
aufgebracht. Von den leer stehenden Fabrikgebäuden im Ort machten 20 Platz für
Wohnhäuser, neue Firmengebäude, Altersheime und die Fachhochschule. Manchmal
blieben die alten Immobilien auch stehen: Eine alte Textilfabrik gestalteten
Architekten zu Eigentumswohnungen um, andere schöne Industriebauten wurden zu
Bücherei oder zum "Maschenmuseum" über die Textilgeschichte der Stadt. Künftige
Abrißprojekte sollen vor allem Platz für neue Betriebe und Einfamilienhäuser
schaffen.
www.welt.de
31.01.2006
Brandenburg: Umbau heißt hier Abriss
Wieder steht ein Haus mitten in der Stadt zum
Abriss an; im Frühjahr will die städtische Wohnungsgesellschaft Wobra das Haus
Nicolaiplatz 18 schleifen.
Das bestätigte Stadtentwicklungsbeigeordneter Michael Brandt (CDU) auf eine
Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Grüne. Das dreietagige Haus mit Dachgeschoss ist
unsaniert und steht leer. "Die Wobra ist nach ihren Angaben als Eigentümerin
wirtschaftlich nicht in der Lage, das Gebäude zu sanieren. Weiter gehende
Informationen, die auf eine akute Einsturzgefahr schließen lassen, liegen nicht
vor", sagt Brandt.
Das Unternehmen habe die Immobilie im Jahr 2003 zum Verkauf ausgeschrieben und
seitdem nicht veräußert bekommen. Nach dem Abriss soll die Baulücke mit einer
mindestens zwei Meter hohen Mauer mit Tor geschlossen werden. An das Grundstück
grenzt unmittelbar die Nicolaischule an.
Der so genannte Rückbau musste nicht genehmigt werden, weil das Haus nicht im
Geltungsbereich von Sanierungs- oder Erhaltungssatzung liegt. Die Wobra musste
den Abriss lediglich anzeigen.
Das Unternehmen habe sich aber selbst verpflichtet, alle beantragten
Rückbauobjekte von der Arbeitsgemeinschaft Innenstadt beurteilen zu lassen, in
der Stadtverordnete, Verwalter, Architekten und eine Vertreterin der
Architektenkammer sitzen. Im Fall Nicolaiplatz 18 habe die Arbeitsgruppe
geurteilt, ein Abriss sei unter Auflagen städtebaulich vertretbar.
www.maerkischeallgemeine.de
24.01.2006
Albstadt: Eigenheime statt Textilfabriken
Gierig fressen sich die Abrissbagger in das
Gebäude der ehemaligen Textilfabrik Rehfuß & Stocker in Albstadt-Ebingen. Holz
splittert, Beton bricht. Dann fahren Laster die Überreste eines Stücks
Geschichte auf die Deponie. Für Albstadt (Zollernalbkreis) ist die Befreiung vom
Erbe der Textilherstellung eine der größten Zukunftsaufgaben. Über die Stadt mit
noch 47.000 Einwohnern verteilt stehen insgesamt 80 Fabrikgebäude leer,
überwiegend ehemalige Spinn-, Strick- und Nähfabriken. Als einzige Stadt in
Baden-Württemberg ist Albstadt Teil des Bundes-Pilotprogramms "Stadtumbau West",
das Kommunen hilft, den Strukturwandel zu bewältigen.
Seit Hersteller aus Fernost in den 1980er Jahren begannen, Europa mit billigen
Textilien zu überschwemmen, schlossen insgesamt 300 Betriebe in und um Albstadt.
10.000 Arbeitsplätze gingen verloren. Die Stadtbevölkerung sank um zehn Prozent
und wird auch künftig schneller schrumpfen als im Landesdurchschnitt, da viele
Junge abwanderten und die Kommune folglich überaltert ist. "Wir haben nicht nur
reichlich Gewerbebrachen, sondern eine Menge leer stehender Wohnungen", sagt
Baubürgermeister Rainer Mänder. Dabei handelt es sich vor allem um unattraktive
Arbeitersiedlungen aus den Boomzeiten der 50er Jahre. Viele der Gebäude werden
nun ebenfalls abgerissen.
Albstadt hat im Laufe der Jahre ein neues Gesicht bekommen: In den vergangenen
drei Jahrzehnten haben Stadt, Land und Bund dafür rund 50 Millionen Euro
Fördermittel aufgebracht. Von den leer stehenden Fabrikgebäuden im Ort machten
20 Platz für Wohnhäuser, neue Firmengebäude, Altersheime und die Fachhochschule.
Manchmal blieben die alten Immobilien auch stehen: Eine alte Textilfabrik
gestalteten Architekten zu Eigentumswohnungen um, andere schöne Industriebauten
wurden zu Bücherei oder zum "Maschenmuseum" über die Textilgeschichte der Stadt.
Künftige Abrissprojekte sollen vor allem Platz für neue Betriebe und
Einfamilienhäuser schaffen.
In Albstadt, das 1975 aus der Fusion mehrerer über Täler der Schwäbischen Alb
verteilten Gemeinden entstand, ist flaches Gelände für Gewerbegebiete
Mangelware. "Früher sind Unternehmen wegen fehlender Expansionsmöglichkeiten
abgewandert", sagt Mänder. Das soll der Stadt heute nicht mehr passieren. "2004
haben wir ein 6,4 Hektar großes altes Fabrikgelände von Altlasten befreit",
berichtet er. Auf einem Teil davon erweitere sich nun der
Industrienadelhersteller Groz Beckert. "Das direkt an der Bundesstraße liegende
Rehfuß & Stocker-Fläche werden wir auch schnell los bekommen."
Für Eigenheime gibt es ebenfalls wenig Bauland. Das wird heute nicht mehr am
Stadtrand, sondern nur noch auf geräumten innerstädtischen Flächen neu
ausgewiesen. Besonders junge Familien will die Stadt dafür anlocken. "Pro Kind
erhalten sie einen Rabatt von 5000 Euro auf das Grundstück", erklärt die
Sanierungsbeauftragte Bettina Aicher. In der alten Arbeitersiedlung Stiegel-Nord
im Stadtteil Tailfingen werden derzeit knapp 120 Wohnungen abgerissen. "Dort
können dann 25 Einfamilien- und Reihenhäuser entstehen."
www.stuttgater-zeitung.de
22.01.2006
Schwedt: 5.000 Wohnungen wurden seit 1990 in Schwedt
abgerissen
Rund 5.000 Wohnungen sind seit Anfang der 1990er Jahre in Schwedt (Uckermark)
abgerissen worden. Zudem seien inzwischen mehr als 70 Prozent des
Wohnungsbestandes saniert, sagte der neue Bürgermeister Jürgen Polzehl . Er ist
seit dem 1. Dezember 2005 im Amt. Sein Vorgänger Peter Schauer war nach 15
Dienstjahren in den Ruhestand gegangen. In diesem Jahr sollen in der 38.000
Einwohner-Stadt vor allem Straßen und Plätze sowie die Musikschule saniert
werden. «Mit dem zuständigen Ministerium sind wir uns darüber einig, dass der
Stadtumbau kontinuierlich weitergeht», sagte Polzehl. Der Großteil der für den
Stadtumbau 2006 vorgesehenen zehn Millionen Euro werde dem Straßenwesen zugute
kommen. So sollten Gehwege saniert und der Theatervorplatz ein neues Gesicht
erhalten. «Das wird dann sozusagen das neue Eingangstor zum Hugenottenpark.» Das
Areal um die Uckermärkischen Bühnen soll als Park gestaltet werden, der an die
Tradition der Hugenotten in der Uckermark erinnert. In die Sanierung der Kunst-
und Musikschule sollen zwei Millionen Euro fließen. Wichtige Themen sind Polzehl
zufolge das nach wie vor gespannte Verhältnis zu Landkreis und Nationalpark
Unteres Odertal, der enorme Sparzwang der Kommune, die Zukunft des Klinikums
Uckermark und der Erhalt des Amtsgerichts. Er wolle sich dafür einsetzen, dass
sich Schwedts Verhältnis zum Nationalpark schrittweise entspannt. Hier stehen
seit Jahren wirtschaftliche Interessen den weitgehenden Forderungen von
Naturschützern entgegen. «Nachdem die Stadtverordneten grünes Licht gegeben
haben, werden wir in einer Ausschreibung Partner für die Übernahme des Klinikums
suchen. Damit wollen wir das Haus als Schwerpunktkrankenhaus und wichtigen
Standortfaktor für die Region erhalten», betonte Polzehl. Wegen des drohenden
Verlusts des Amtsgerichts habe er sich bereits mehrfach an die Landesregierung
gewandt. «Einerseits ist Schwedt eindeutig als förderfähiger Wirtschaftsstandort
eingestuft. Andererseits denkt ein einzelnes Ressort darüber nach, hier das
Gericht abzuziehen.» Damit könne man sich nicht abfinden.
Mitteldeutsche Zeitung
22.01.2006
Anklam: Ängste bleiben nach Ja zu Fusions-Weg
„Nicht berauschend, aber es ist ein Auftrag,
erstmal weiter zu machen.“ So kommentierte Karl-Dieter Lehrkamp, hauptamtlicher
Vorstand und Geschäftsführer der Anklamer Wohnungsgenossenschaft (AWG), das
Ergebnis der Abstimmung am Freitagabend. Mit 192 zu 139 Stimmen hatten sich die
Mitglieder im Volkshaus für Verhandlungen zur Verschmelzung der AWG mit der
Grundstücks- und Wohnungswirtschafts GmbH (GWA) ausgesprochen. Sollte ein
entsprechender Vertrag zu Stande kommen, den auch die Stadtvertreter genehmigen,
entscheiden die Genossenschaftsmitglieder voraussichtlich im Juni endgültig über
die Fusion.
Die vorangegangene Diskussion zeigte deutlich, wie viele Ängste zahlreiche
Genossenschaftler mit einem möglichen Kauf der GWA verbinden. Viele fühlten sich
wohl bisher unzureichend informiert; Lehrkamp versprach, die Mitglieder bis zur
abschließenden Entscheidung auch über Zwischenstände zu informieren. Mitglieder
warfen Fragen auf zur Wirtschaftlichkeit des kommunalen Wohnungsunternehmens und
dem Sanierungsstand in dessen Blöcken. So mancher fürchtet um seine
eingebrachten Anteile und die Betreuung der Mitglieder in einem größeren
Unternehmen.
Karl-Dieter Lehrkamp, Aufsichtsratsvorsitzender Hartmut Blackburn und Jens-Peter
Petersen, Direktor des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen, versuchten
die Ängste auszuräumen und die Vorteile eines Zusammengehens herauszustellen.
Ein wichtiger finanzieller Aspekt ist die Tatsache, dass Ende des Jahres die
Grunderwerbssteuer-Befreiung beim Zusammenschluss von Wohnungsunternehmen
ausläuft – danach müssten bei einer Fusion knapp drei Millionen Euro an den
Staat abgeführt werden. Lehrkamp betonte, man treffe hier eine Entscheidung für
die Zukunft. Angesichts der immer weiter schrumpfenden Bevölkerungszahl in
Anklam müssten sowohl die AWG mit ihren 1100 als auch die GWA mit rund 2800
Wohneinheiten mit zunehmendem Leerstand rechnen. Ein größeres Unternehmen könne
darauf viel besser reagieren und beim Integrierten Stadtumbau einheitliche
Konzepte anschieben. Man dürfe auch nicht vergessen, dass nach einer
Verschmelzung die Genossenschaft das Handeln bestimme.
www.nordkurier.de
18.01.2006
Chemnitz: Abriss des Hauses wäre ein großer
Schaden
Nach dem Beitrag „Mit dem Haus verschwindet ein
Stück Stadtgeschichte“ vom vergangenen Mittwoch meldeten sich zahlreiche Leser
und forderten, den geplanten Abriss an der Zschopauer Straße 152 noch zu
stoppen. Welchen Einfluss hat der Aufsichtsrat der GGG auf die Entscheidung
genommen? Welchen Stellenwert und welche Kompetenzen hat die Baubürgermeisterin
Frau Wesseler in Sachen Stadtumbau und Stadtentwicklung?Die GGG hat sich in der
Vergangenheit auch für historisch wertvolle Bauten eingesetzt. Das verdient
Anerkennung. Aber in diesem Fall hat die Leitung versagt. Nach Interessenten
wurde offensichtlich ungenügend gesucht. Das zum großen Teil konzeptionslose „Stadtumbau(-abriss)-Programm“,
mit Steuermitteln finanziert, hat Chemnitz schon jetzt groben Schaden zugefügt.
www.freiepresse.de
17.01.2006
Lausitzer geben Erfahrungen beim Stadtumbau
weiter
Die Balkonprofis wollen mit ihren Erfahrungen
beim Stadtumbau den Westen überzeugen. «Wir gehen davon aus, dass
Sanierungsvorhaben auch in Westdeutschland zunehmend eine Rolle spielen und wir
uns mit unserem Know-how einbringen sollten» , erklärt Geschäftsführerin Kerstin
Hansmann. Die Gubener haben sich mit Aluminium-Systemen für vorgestellte
Balkone, Loggien und Loggiaerweiterungen im Raum Berlin-Brandenburg bereits
einen Namen gemacht.
Ebenfalls vor Ort in Essen sind nach Angaben der Deubau die Crinitz Baukeramik
GmbH (Elbe-Elster), die Spaencom Betonfertigteile GmbH & Co KG Alteno (Dahme-Spreewald)
sowie die BTU Cottbus, die Erfahrungen beim Rückbau von Plattenbauten und der
Wiederverwendung recycelter Plattenbauteile vorstellt. Das Crinitzer
BaukeramikWerk ist das einzige in den neuen Ländern, das noch Steinzeugplatten
für den Bau herstellt. Es erhofft sich ebenso wie der Spannbeton-Spezialist
Spaencom einen Auftragsschub.
www.lr-online.de
15.01.2006
Chemnitz: „Einheit“ rutscht bei Leerstand unter
die Zehn-Prozent-Marke
Es klang utopisch, als der Vorstand der
Wohnungsgenossenschaft „Einheit“ im Jahr 2003 verkündete, dass die
Leerstandsquote bis 2006 in den einstelligen Bereich rutschen soll.Denn im Jahr
2003 stand bei der „Einheit“ noch jede vierte Wohnung leer, zu Beginn des
Jahrtausends war es sogar jede dritte Wohnung.
Doch zum Jahresbeginn 2006 kann Roswitha Kühnel, Vorstandsvorsitzende der
Genossenschaft, einen Leerstand von nur noch 9,7 Prozent vermelden. Dabei gehört
diese Genossenschaft zu den zwei großen Vermietern im Heckert-Wohngebiet.Obwohl
die „Einheit“ nicht zur Stadtumbau GmbH zählt, wurde die Quote durch einen
Stadtumbau im besten Sinne des Wortes erreicht: Bis Ende 2006 wird die
Genossenschaft 1848 Wohnungen vom Markt genommen haben, damit ist der Rückbau
faktisch abgeschlossen.
www.freiepresse.de
13.01.2006
Brandenburg: Grüne rufen Innenminister an
Klaus Palm bringt die sich endlos drehende
Diskussion auf den Punkt: "Der Disput über die Häuser an der Neustädtischen
Fischerstraße ist zu einem Streit zwischen Architekten geworden. Ich frage, wo
hier die Stadtplaner bleiben. Die sind doch verantwortlich dafür, die Visionen
vorzuschlagen, wie sich die Stadt entwickeln und wie sie in ein paar Jahren
aussehen soll." Der für die FDP sachkundige Einwohner im
Stadtentwicklungsausschuss sieht den aktuellen Diskurs auch als lediglich
beispielhaft, er kann an jeder anderen Stelle und zu jedem anderen Zeitpunkt
wieder ausbrechen. Deshalb sei es Zeit für eine Grundsatzdiskussion.
CDU-Fraktionschef Walter Paaschen beklagt derweil den "Aktionismus, den Frau
Marx betreibt", die einen Vorschlag zur wirtschaftlichen Verwertung des
umstrittenen Grundstücks um die Häuser 17/18 und PGH Fischer durch Verkauf an
einen Investor kurzfristig offeriert hatte. "Ich kann nicht entgegen dem
Rahmenplan ursprünglich einen neuen Vorschlag aus dem Hut zaubern", wettert
Paaschen, der zudem bedauert, dass der aktuelle Rahmenplan vom 26. März 2003
damals gegen die CDU-Stimmen durchgedrückt worden sei. "Jetzt muss sich keiner
wundern, wenn nach dem geltenden Plan eine Bebauung an dieser Stelle nicht
befördert wird." Paaschen gibt der Architektin Martina Marx allerdings "formal
Recht", wenn sie darauf verweise, an den Rahmenplan sei die Verwaltung nur
intern gebunden, dies könne durch Beschluss der Stadtverordneten allerdings
jederzeit anders beschlossen werden. Sein Aktionismus-Argument kehrt derweil
Grünen-Fraktionschefin Anette Lang um. Weil Baubeigeordneter Michael Brandt
(CDU) mit seinen Abrissplänen für die beiden Vorderhäuser so auf die Tube
drückt, sieht sie kein anderes Mittel, als den ganzen Verwaltungsvorgang durch
die Kommunalaufsicht im Innenministerium prüfen zu lassen. "Es wäre aus unserer
Sicht schlimm bestellt um die weitere Entwicklung unserer Stadt, wenn Stadtumbau
verwechselt würde mit Stadtabriss."
www.maerkischeallgemeine.de
13.01.2006
Idstein: Zuschuss für Stadtumbau
An 79 Kommunen in Hessen werden
Zuwendungsbescheide für das Programm "Stadtumbau in Hessen" mit einem
hessenweiten Fördervolumen von 7 558 000 Euro verschickt. Das teilt der
Taunussteiner Landtagsabgeordnete Peter Beuth mit. Der Stadt Idstein wird dabei
eine Fördersumme in Höhe von 109 000 Euro bereitgestellt, die zu jeweils 50
Prozent aus Bundes- und Landesmitteln stammen. Damit können Kosten in Höhe von
180 000 Euro gefördert werden. Die Kommunen beteiligen sich mit einem Drittel an
den förderfähigen Kosten, wobei das Programm "Stadtumbau in Hessen" langfristig
angelegt ist und eine Laufzeit von 10 bis 15 Jahren hat. Zu den geförderten
Programmmaßnahmen gehören der Umbau oder die Umsetzung von Gebäuden, Flächen und
Infrastruktur sowie Projekte und Initiativen zur Erhöhung der Kinder- und
Familienfreundlichkeit von Städten. In Idstein wird mit der Fördersumme der
Programmstart vorbereitet, der nach den jetzigen Planungen städtebauliche
Neuordnungsmaßnahmen unter Einbeziehung von Gewerbebrachen und sozialem
Wohnungsbau vorsehe. Besonders betont wird in dem Programm die interkommunale
Zusammenarbeit beim Stadtumbau. Aus dem Rheingau-Taunus-Kreis ist neben Idstein
bei den 15 geförderten Einzelstandorten auch die Gemeinde Schlangenbad dabei.
Bei den 14 "Interkommunalen Gruppen" sind die Rheingauer Städte und Gemeinden
Eltville, Geisenheim, Kiedrich, Lorch, Oestrich-Winkel, Rüdesheim und Walluf
beteiligt.
www.main-rheiner.de
12.01.2006
Frankfurt (Oder): Spagat der Abrissgruppe
Ende dieses
Jahres werden in Frankfurt 4538 Wohnungen abgerissen sein. Die Liste für 2006
ist bekannt. Doch mit der Übersicht für 2007/2008 tun sich Stadtverwaltung,
Wohnungsunternehmen und Versorger schwer. Deshalb, weil die Veränderungen an den
Versorgungsleitungen zu großen Teilen Stadt und Versorger allein tragen müssen
und deshalb bestrebt sind, zuerst möglichst die Gebäude abzureißen, bei denen
keine teuren Umverlegungen notwendig sind. Einige Gebäude, die schon auf den
Abrisslisten standen, wurden wieder herausgenommen - zum Beispiel die Moskauer
Straße 1-6. Um auf 1000 Abrisswohnungen pro Jahr zu kommen - bis 2015 sollen
9000 weg sein -, sollen die Listen nun ergänzt werden, durch Objekte späterer
Jahre und gänzlich neue.
Die Unsicherheit ist groß. Immer wieder rufen Frankfurter in der Redaktion an,
wollen wissen, welche Blocks auf den Abrisslisten stehen und wohin sie sicher
umziehen können. Doch so gut wie sicher ist lediglich, dass es in der Innenstadt
nur relativ wenig Abriss geben wird. Denn das Zentrum soll gestärkt werden. Ziel
der Planer ist, die Stadt von außen nach innen zu schrumpfen.
In allen anderen Wohngebieten ist alles offen. Und schaut man sich die Fragmente
der Abrisslisten 2007 und 2008 an, dann wird deutlich, dass sich dort noch
einiges ändern kann. Vor allem 2007 fehlt es noch an Wohnblöcken, um das
gestellte Ziel von 1000 Abrisswohnungen pro Jahr zu erreichen. Möglicherweise
werden die Listen mit Wohnhäusern aus späteren Jahren ergänzt oder gar neue
hinzugenommen, die sich in den so genannten Abrisspotenzialflächen befinden.
Doch auch das ist nicht genug, in einer Stadtentwicklungsausschusssitzung zum
Thema Stadtumbau schlug Planer Stefan Kunigam vor, auch Rückbauobjekte aus
Nicht-Potenzialflächen zu benennen.
Es ist also denkbar, dass die Listen noch einmal komplett verändert werden, da
beispielsweise für den Abriss 2007 in der Hamburger Straße die
Fernwärmeleitungen komplett verlegt werden müssten. Teuer ist auch die
Umverlegung der Fernwärmeleitung an den Abrissobjekten in der
Gottfried-Benn-Straße sowie die Herstellung eines Ringschlusses beim Trinkwasser
in den Häusern Wallensteinstraße und Gottfried-Benn-Straße. Kosten von rund 350
000 Euro haben die Experten dafür veranschlagt. Im Jahr 2008 hingegen gibt es
nur wenig Probleme mit der Infrastruktur. Lediglich in der Thomasiusstraße 27-30
muss für das Trinkwasser ein Ringschluss hergestellt werden. Rund 30 000 Euro
soll das kosten.
Welcher Block nun wirklich in welchem Jahr fällt und welche Objekte neu
aufgenommen werden, sollen die Frankfurter offiziell erst in einigen Wochen, im
April, erfahren. Bis dahin wird es noch zähe Verhandlungen der drei Partner
Verwaltung, Vermieter und Versorger geben. Diese Gruppe muss einen Spagat
hinlegen. Die Vermieter wollen aus wohnungspolitischer Sicht abreißen. Also
möglichst da, wo sowieso Leerstand ist und keine zusätzlichen Umzugskosten für
noch verbliebene Mieter auflaufen. Die Stadt interessiert sich vor allem für das
Aussehen nach dem Stadtumbau, will kein "löchriges Gebiss" hinterlassen, wie es
Oberbürgermeister Martin Patzelt vor kurzem formulierte. Das kann zur Folge
haben, dass auch sanierte Wohnblöcke - etwa im 4. Wohnkomplex in Neuberesinchen
- abgerissen werden. Und die Versorger wollen möglichst so wenig wie möglich
Geld ausgeben für das Verlegen von Trinkwasser- und Fernwärmeleitungen. Denn die
Kosten dafür überlässt das Land fast komplett den Kommunen und Versorgern
allein. War es bisher möglich, einen Teil der Gelder aus dem Fonds zu nehmen,
der für Aufwertungen gedacht war, hat das Land dieses Fördermittel gedeckelt.
Lediglich 170 000 Euro pro Jahr dürfen dem Fonds entnommen werden und dann nur
für Maßnahmen, die mindestens bis 2020 Bestand haben
www.moz.de
12.01.2006
Dresden: Der
Stadtumbau wird mit verkauft
Mit
49 990 Wohnungen (davon rund 70 Prozent in Plattenbauten), 1433 Gewerbeeinheiten
und 7920 Pkw-Stellplätzen wäre die kommunale Dresdner Wohnungsbaugesellschaft (Woba)
eine der größten kommunalen Wohnungsgesellschaft, die bisher in Deutschland zum
Verkauf angeboten worden ist. Das Stammkapital von 15 Mio. Euro befindet sich zu
100 Prozent im Besitz der Stadt. Nach Aussage von Woba-Sprecher Peter Horenburg
beläuft sich der Nettowert der Woba-Objekte auf 737 Mio. Euro, eine Summe, die
fast ausreicht, um die Verschuldung der sächsischen Landeshauptstadt (rund 800
Millionen Euro) zu tilgen. Mit dem Woba-Verkauf will Oberbürgermeister Ingolf
Roßberg empfindliche Kürzungen kommunaler Leistungen abwenden, die bei der
Schuldenlast unabwendbar wären. "Dresden ohne die vielen Kultureinrichtungen,
mit weniger ÖPNV und ohne Jugendhilfe - das wäre nicht mehr die Stadt, die wir
heute kennen", unterstrich das Stadtoberhaupt. Gemunkelt wird allerdings auch,
die Woba-Einnahmen sollten zur Finanzierung der umstrittenen
Waldschlößchen-Brücke beitragen. Zu den Bietern um die Dresdner Wohnungen
gehören alle bekannten Investoren, die in den vergangenen Monaten größere
Bestände in Westdeutschland aufgekauft haben. Die ostdeutschen Bestände weisen
allerdings einige Besonderheiten auf: So sind die Leerstandsquoten im Osten
deutlich höher als im Westen; Dresden macht da keine Ausnahme, 17 Prozent der
Woba-Wohnungen haben keine Mieter. Für 4400 Woba-Wohnungen gilt zudem das
"Stadtumbauprogramm Ost" - sie sollen bis zum Jahr 2009 abgerissen werden. Etwa
die Hälfte der Wohnungen hat die Abrißbirne bereits platt gemacht, der Rest
fiele in die Zuständigkeit des Erwerbers, der in den nächsten Wochen benannt
werden soll.
www.welt.de
12.01.2006
Berlin:
Förderprogramm: Auf Stadtumbau Ost folgt der Umbau West
Nach dem Stadtumbau Ost legt Berlin jetzt
ein Strukturprogramm für den Westen auf. Senat und Abgeordnetenhaus haben Mittel
festgesetzt, mit denen fünf Quartiere im alten West-Berlin aufgewertet werden
sollen. 5,3 Millionen Euro will das Land 2006 ausgeben, um in Teilen von
Kreuzberg, Moabit, Neukölln, Schöneberg und Spandau die Bevölkerungs- und
Wirtschaftsstrukturen zu verbessern. Bis 2009 sollen 15 Millionen Euro fließen.
Durch das Bauprogramm Umbau Ost, für das in Berlin seit 2002 gut 42 Millionen
Euro ausgegeben hat, sollen vor allem unter Bevölkerungsschwund leidende
Wohnviertel mit leeren Plattenbauten attraktiver werden. Im Westen will der
Senat nun überwiegend nach dem Mauerfall heruntergewirtschaftete
Gewerbestandorte wieder aufpeppen. Mit knapp 3,2 Millionen Euro wird 2006 der
größte Teil der Fördermittel für das Kreuzberger Spreeufer ausgegeben.
Während auf Friedrichshainer Seite die Gegend um die Oberbaumbrücke boomt,
werden am Kreuzberger Spreeufer gegenüber rund 25 Hektar Gewerbefläche kaum
genutzt. Auf den Flächen von Behala und Detewe sowie der alten Heeresbäckerei
regiert der Leerstand. "Nach dem Mauerfall hat man das als Industriefläche
sichern wollen. Als dieses Denken zu Ende war, war auch der Ansturm der
Investoren vorbei", erklärt Baustadtrat Franz Schulz (Bündnisgrüne) den
Niedergang des Areals. Das Gebiet soll nun neu erschlossen.
Auch eine neue Brücke nach Friedrichshain ist geplant. "Wir setzen unseren
Schwerpunkt ans Spreeufer, weil es in der Innenstadt sehr gute Voraussetzungen
für Wirtschaftsansiedlungen gibt", begründet Manuela Damianakis, Sprecherin der
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung.
Spandau erhält mit 730 000 Euro für die Großsiedlung Falkenhagener Feld den
zweitgrößten Betrag. Der Randbezirk hatte lange um die Mittel gebangt, die nun
das bereits angelaufene Programm "soziale Stadt" für das Problemquartier
ergänzen. Als einziger der fünf bedachten Bezirke erhält Spandau Geld für ein
reines Wohngebiet.
Mit jeweils 310 000 Euro ist für die Gewerbe- und Industriebrachen des
Neuköllner Südrings, des Nordrings in Moabit und am Schöneberger Südkreuz
zunächst nur eine vertiefende Planung finanzierbar. Diese Bezirke dürfen auf
höhere Zuweisungen in den Folgejahren hoffen. Daniel Buchholz,
Stadtentwicklungsexperte der SPD im Abgeordnetenhaus, geht davon aus, daß das
Programm, "weitere Privatinvestitionen in drei- bis vierfacher Höhe" anschiebt.
Auch die oppositionelle CDU, die dem Senat seit Jahren vorwirft, den Westteil
der Stadt zu vernachlässigen, hat den Einstieg in den Umbau West begrüßt. Ihr
stellvertretender Landvorsitzender, der Spandauer Baustadtrat Carsten-Michael
Röding, fordert, das Programm stärker auf die Berliner Großsiedlungen
auszudehnen.
www.welt.de
12.01.2006
Land Brandenburg: Neuausrichtung der
Städtebauförderung soll Gelder effektiver fließen lasen
Brandenburgs Infrastrukturminister Frank Szymanski will mit der
Neuausrichtung der Städtebauförderung die Mittel künftig verstärkt dort
einsetzen, wo die größten Effekte erzielt werden. Dies werde bei der
Stadterneuerung, dem Stadtumbau, der Wohnraumförderung und der Infrastruktur in
Zukunft vor allem beachtet, kündigte der Minister in Potsdam an. Einen
Zehn-Punkte-Masterplan hatte Szymanski zuvor dem Kabinett vorgestellt. Für die
Entwicklung des Landes sieht er als eine Voraussetzung starke Städte.
Der Masterplan sehe unter anderem vor, Innenstädte zu stärken, Potentiale der
Städte als Wirtschaftsstandorte mehr zu berücksichtigen und auch
familiengerechtes Wohnen und Wohnen im Alter zu fördern. Auch der Stadtumbau
solle fortgesetzt werden. Ferner würden Projekte mit bürgerschaftlichem
Engagement und Kooperationen von Kommunen untereinander gefördert. Die
Neuausrichtung der Förderung sei auch wegen des demographischen Wandels und der
Finanzlage der Städte ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der Städte.
Laut Szymanski sollen im Rahmen einer Zusatzförderung die zu regionalen
Wachstumskernen zählenden Städte aus den Programmen der Stadterneuerung und der
Wohnraumförderung mehr unterstützt werden. Hinzu kämen unter dem Stichwort
"Städtische Dimension" ab 2007 auch Mittel aus der neuen Strukturfondsperiode
der EU. Die übrigen Städte würden im Rahmen der Grundförderung unterstützt. Der
Stadtumbau werde weiterhin vor allem in den Städten mit den größten
Wohnungsleerständen und den von der Altschuldenhilfeproblematik betroffenen
Wohnungsunternehmen eingesetzt
www.welt.de
09.01.2006
Auferstanden aus Ruinen: Die Platte kehrt zurück
Sie war das Aschenputtel des Ostens, galt als Inbegriff einer grauen,
maroden Zone. Und nun ersteht sie aus Ruinen wieder auf: die Platte. Sie
präsentiert sich in neuer Gestalt, als Einfamilienhaus. Zu bewundern ist ein
Musterrohbau derzeit in Schildow bei Berlin. Es ist ein Zwei-Generationenhaus
mit Satteldach, errichtet aus gebrauchten Plattenbauteilen. Weitere
Pilotprojekte stehen bereits in Eggesin, Cottbus oder bei Hoyerswerda.
Nutzlos gewordene Plattenbauten gibt es genug. Doch wohin mit dem Material nach
dem Abriß? Bisher wurde die Platte hauptsächlich abgerissen, geschreddert und
dann in Kleinteilen für den Straßenbau genutzt. Doch inzwischen entdecken
Politiker und Bauherren ganz neue Seiten der Platte. "Das Zerlegen in Kleinteile
ist gar nicht notwendig", sagt Angelika Mettke, Fachgruppenleiterin Bauliches
Recycling des Lehrstuhls Altlasten an der BTU Cottbus. Mettke beschäftigt sich
seit mehr als zehn Jahren mit dem Thema. Im Laufe ihrer Forschungen stellte sie
fest, daß es wirtschaftlich und ökologisch sinnvoller ist, die Platte zu
verwenden, wie sie ist. Das spare bis zu 30 Prozent - und eine neue Platte
kostet immerhin um die 900 Euro. Zudem spare man bei der Wiederverwendung
Energie. Und das Interesse an dem Material wächst: Jetzt kommen sogar die
Russen. Eine Gruppe privater Bauunternehmer aus St. Petersburg bewunderte
kürzlich das Schildower Musterhaus. Im eigenen Land herrscht Wohnungsmangel, das
erklärt den Wunsch nach kostengünstigem Baumaterial. Aufwertung als Neubau statt
Abriß: Das soll die Zukunft der Platte sein. Womöglich bleibt vom Osten
ausgerechnet dies ungeliebte Stiefkind.
www.welt.de
09.01.2006
Tirschenreuth: Stadtentwicklung nicht mit
Drohkulisse boykottieren
Kein Blatt vor den Mund nahm sich beim Neujahrsempfang Bürgermeister
Franz Stahl. Er forderte von seinen Bürgern vor allem Zivilcourage und
Entschlossenheit, um unsachliche und polemische Kritiken schon im Keime zu
ersticken. Das Finanzierungsprogramm "Stadtumbau West", das Fördermöglichkeiten
bis zu 80 Prozent zulasse, sei für Tirschenreuth ein einmaliger Lichtblick im
Bereich der öffentlichen Förderung. "Stadtumbau West" bedeute nicht, so Franz
Stahl, einen Radikalschnitt bei der Gestaltung und Entwicklung der Stadt,
sondern die teilweise desolate bauliche Struktur, wie beispielsweise auf dem
Marktplatz, nach historischen und ökonomischen Gesichtspunkten zu verbessern.
Deshalb könne er zwar sachliche Diskussionen verstehen, jedoch keinesfalls
unsachliche Polemisierung, die er als infam und gefährlich einstufte. "Denn
dadurch entsteht nicht nur ein nicht wieder gut zu machender Imageschaden, das
gefährdet auch bereits zugesicherte Finanzmittel." Es dürfe kein "Volkssport"
werden, Entwicklungen einer Stadt mit der Drohkulisse "Bürgerentscheid" zu
boykottieren.
www.zeitung.org
04.01.2006
Rathenow: Der Bürger hat das Wort
Die Bewohner der nördlichen Innenstadt hatte zum
Jahresende Post vom Bürgermeister in ihrem Briefkasten. In dem Schreiben, das an
2300 Haushalte verteilt wurde, fordert die Stadtverwaltung die Bürger auf, sich
aktiv am Stadtumbau zu beteiligen.
Konkret geht es um den künftigen Stadtplatz. Im Jahr 2009 soll das gut 5000
Quadratmeter große Karree, das im Süden von der Kleinen Hagenstraße, im Norden
von der Potsdamer Straße, im Westen von der Spandauer Straße und im Osten von
der Perleberger Straße eingegrenzt wird, gestaltet werden.Wie genau der Platz
aussehen wird, ist derzeit noch offen. Um zu ergründen, was sich die Bewohner
des Quartiers nördliche Innenstadt vorstellen könnten, wurde dem Brief ein
Fragebogen beigelegt, der bis zum 6. Januar an die Verwaltung zurückgeschickt
werden soll. Unter anderem wird gefragt, ob die Fläche eher eine Grünanlage oder
eher ein gepflasterter Platz werden soll, welche Aktivitäten künftig auf dem
Areal vorstellbar sind, welche Nutzungen in Betracht kommen könnten
(Wochenmarkt, Parken, Cafégarten) und welche Aktivitäten eher problematisch
sind.
Beim Ausfüllen des Bogens können sowohl vorgegebene Vorschläge angekreuzt als
auch eigene Ideen formuliert werden. "Sie sollen sich mit einem gut gestalteten
Stadtplatz identifizieren können", heißt es in dem Begleitbrief zum Fragebogen.
"Deshalb ist die Stadt auch an Ihrer Meinung interessiert."
Nach Worten von Jörg Kasprzyk, Sachgebietsleiter im städtischen Bauamt, werden
die eingehenden Vorschläge der Bürger in einem Wettbewerbsverfahren, das in
diesem Jahr gestartet wird, berücksichtigt. Sollte etwa eine Mehrheit der Bürger
eine Grünfläche bevorzugen, dann wird das in die Wettbewerbsschrift
hineinformuliert, damit Architekten und Planer den Wunsch des Volkes in ihre
Entwürfe einarbeiten können.
www.maerkischeallgemeine.de
03.01.2006
Torgelow: Konzentration auf den Abriss
Seit drei Jahren bedient sich die Stadt Torgelow des
Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK), jetzt kommt ein weiteres Jahr
hinzu. Die Abgeordneten der Ueckerstadt stimmten der ISEK-Fortschreibung zu.
Nicht zuletzt mit ISEK, einem planerischen Steuerungsinstrument für den
Stadtumbau, soll Torgelow schöner werden. „Es legt die planerischen Schwerpunkte
für die nächsten Jahre fest und ist zudem wichtig, um Fördermittel zu erhalten“,
erklärt Torgelows Bauamtsleiterin Kerstin Pukallus. Das Stadtentwicklungskonzept
sei aber auch ein Mittel, um zu analysieren, wo man als Stadt stehe. „Wir halten
sozusagen überall einmal die Lampe rein“, sagt sie. Für die Ueckerstadt bedeutet
die ISEK-Umsetzung in diesem Jahr erst einmal Abriss. Das sei der Schwerpunkt
für die nächsten Monate. „Zurückgebaut“ werden sollen insgesamt 198 Wohnungen in
der Bahnhofstraße, Am Bahnhof und in der Kopernikusstraße. Die mittlerweile leer
stehenden Betonblöcke sollten eigentlich schon 2005 fallen, das Vorhaben wurde
verschoben (Nordkurier berichtete). „2006 soll der Abriss durchgezogen werden,
darauf wollen wir uns in diesem Jahr konzentrieren“, kündigt die Bauamtschefin
an. Erste Entkernungsarbeiten in den Häusern seien bereits angelaufen. Damit
soll die Siedlungsstruktur der Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung in der
Stadt angepasst werden. Gleichzeitig will die Stadt Torgelow ihr Zentrum
stärken. Dazu gehören laut ISEK unter anderem der Ausbau des Fachmarktzentrums
und die weitere Schaffung von Eigenheimplätzen.
Investiert werden soll in den nächsten Jahren aber auch weiterhin in den
Wohngebieten Drögeheide und Spechtberg. „Dort werden die Arbeiten zur
Wohnumfeldverbesserung fortgeführt“, sagt Kerstin Pukallus. Geschaffen werden
sollen dort weitere Grundstücke zum Bau von Einfamilienhäusern. Auch die
Sanierung der alten Turnhalle in Drögeheide gehört zu den Planungen für die
Torgelower Stadtteile. Im Blick hat die Stadt jedoch auch bauliche
„Schwergewichte“ wie das einstige Postgebäude oder das Gymnasium, die zum Teil
seit Jahren leer stehen. „Dort suchen wir weiterhin Nutzungsmöglichkeiten“, sagt
Kerstin Pukallus. Ideen und auch Interessenten gebe es für die Immobilien,
konkret sei aber noch nichts.
www.Nordkurier.de