Newsticker Archiv Januar 2003

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31.01.2003
Gera: Einblick genommen in die Bieblacher Perspektiven

 "Perspektiven für Bieblach" ist der Titel des Faltblattes mit Informationen zum städtebaulichen Rahmenplan für die Wohngebiete Bieblach-Ost und Bieblacher Hang, das gestern im Stadtteilbüro reißenden Absatz fand. Der Tag der offenen Tür dort zog von der ersten Schulklasse schon 10 Uhr bis zu den Kurzvorträgen mit anschließenden Einzelgesprächen ab Uhr 15 und nochmals 17 Uhr eine stattliche Interessentenschar an. Vor den mit Karten und Plänen "tapezierten" Wänden wurde lebhaft debattiert.
Kein Wunder, ist doch der wegen der demographischen Entwicklung Geras notwendige Stadtumbau Thema auch für Bieblach. Dort auf Grundlage eines vom Stadtrat bereits informell beschlossenen Rahmen- und Sozialplanes. Was dahinter steht, machte Hermann Straeb vom beauftragten Dresdener Planungsbüro deutlich: Zwar wollen laut Befragung 78 Prozent der Leute vom Bieblacher Hang und 64 Prozent aus Bieblach-Ost in ihrem Wohngebiet bleiben, erhalten Wohnumfeld und eigene Wohnung vielfach positive Bewertung. Und dennoch haben beide Teile von Bieblach jeweils an die 3000 Einwohner verloren.
Um dem enormen Leerstand Rechnung zu tragen und zugleich den Trend möglichst zu stoppen, müssen am Hang wie in Ost mit ihrer auch altersmäßig jeweils ganz anderen Bebauung und Bewohnerschaft maßgeschneiderte Konzepte her. "Stabilisierbare Kernbereiche" heißen in der Sprache der Planer die von Straeb erläuterten Zukunftsvorstellungen. Schon konkreter konnten es Vertreter städtischer Ämter machen, die über den Baubeginn für die Skaterbahn auf dem Bieblacher Berg, übers künftige Freizeit- und Familienzentrum in der Kindertagesstätte Fritz-Gießner-Straße 14 oder den noch dieses Jahr startenden Bau eines Radweges längs der Thüringer Straße informierten. Jede Menge Debattenstoff also; die Leute aus "beiden Bieblach" griffen ihn gern auf.

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30.01.2003
Potsdam: Abriss - Meyer räumt Stadtumbau trotz Sparzwang Priorität ein
Trotz des Sparzwangs soll dem Stadtumbau in Brandenburg auch künftig Priorität eingeräumt werden. Die Programme der Städte- und Wohnungsbauförderung sollten weitgehend von Kürzungen verschont werden, sagte Bauminister Hartmut Meyer  am Mittwoch im Potsdamer Landtag. Auch die Parlamentarier sprachen sich für eine weitere intensive Förderung des Stadtumbaus aus und stimmten einem Antrag der rot-schwarzen Koalition zur Beschleunigung des Prozesses aus.
Meyer betonte, der Stadtumbau bleibe das Problem der kommenden Jahre. An dem Prozess seien mehrere Ressorts beteiligt. Allein der Leerstand zwinge zur Weiterführung der Programme der Städtebauförderung. Allerdings sollten die Programm neu justiert und damit effizienter gestaltet werden. Dazu liefen Gespräche mit dem Bund.
Unter anderem setzt sich Meyer dafür ein, dass künftig auch kinderlose Interessenten beim Erwerb von Wohneigentum in den Städten unterstützt werden. Zudem sollen die Kommunen bei Aufwertungsarbeiten künftig nur noch einen Eigenanteil von bis zu 20 Prozent statt wie bislang einem Drittel der Kosten aufbringen müssen. Wichtig ist dem Minister zudem, dass die Wohnungsgesellschaften von den Altschulden auf mittlerweile abgerissenen Wohnraum entbunden werden.
Nach den Worten von Meyer rücken beim Stadtumbau künftig zunehmend «Fragen der Stadttechnik» in den Mittelpunkt. Bereits im vergangenen Jahr sei damit begonnen worden, die Auswirkungen der demografischen Veränderungen und der notwendigen Wohnungsabrisse auf die Anlagen der Wasserver- und -entsorgung und der Fernwärme zu untersuchen.
Einen weiteren Schwerpunkt der Arbeit sieht der Minister künftig in den Dörfern. Da bislang keine flächendeckenden Daten über den Wohnungsleerstand im ländlichen Raum vorliegen, habe das Agrarministerium eine entsprechende Umfrage gestartet. Ergebnisse erwartet Meyer im Februar. Bereits jetzt würden Möglichkeiten für einen kombinierten Einsatz der Instrumente der Dorferneuerung sowie der Wohnungs- und Städtebauförderung ausgelotet.
«Die Städte schrumpfen», sagte Ziel. Deshalb müssten Erleichterungen für Kommunen und Wohnungsgesellschaften geschaffen werden. Dazu gehöre die Befreiung von der Grunderwerbssteuer bei Fusionen von schwachen Unternehmen.
Brandenburg habe zurzeit einen Leerstandsanteil von 13,5 Prozent. Das sind 150 000 Wohnungen. Angesichts dieser Entwicklung habe die Union deutlich gemacht, dass die Kommunen weiterhin förderpolitische Priorität genießen werden. Nach Angaben von Meyer ist im Zuge des Stadtumbauprogramms bis 2009 der Abriss von 48 000 Wohnungen vorgesehen

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29.01.2003
Chemnitz: Wohnungsunternehmen stimmen Abrisspläne ab
Angesichts von derzeit fast 44.000 leerstehenden Wohnungen in der Stadt haben sich die großen Chemnitzer Wohnungsunternehmen jetzt auf die nächsten konkreten Schritte für den Stadtumbau geeinigt. So sollen in den nächsten beiden Jahren insgesamt mindestens 2400 Wohnungen abgerissen werden.
Neben den 9,1 Millionen Euro Fördermittel, die noch kurz vor Weihnachten zur Verfügung gestellt wurden, stehen jetzt weitere 4,2 Millionen Euro zur Verfügung. Nach Informationen aus dem Stadtentwicklungsamt fließen die 4,2 Millionen Euro speziell in die Aufwertung des Heckertgebietes und der Gablenzsiedlung. Die bereits kurz vor Jahreswechsel von der Sächsischen Aufbaubank bewilligten 9,1 Millionen Euro sind dagegen für den Abriss von Wohngebäuden im gesamten Stadtgebiet vorgesehen. Insgesamt haben sich die großen Chemnitzer Wohnungsunternehmen sowie private Einzeleigentümer den Abriss von 10.000 Wohnungen bis 2006 vorgenommen. 16o0 davon verschwanden bereits bis Ende 2002.
Noch im Februar, so die Ankündigung der Stadt, will das Baudezernat mit Vertretern der Mieterbeiräte und der Bürgerinitiative Hutholz sowie den Wohnungsgesellschaften und der Stadtumbau GmbH die nächsten Maßnahmen im Wohngebiet Hutholz-Nord beraten und ein Bürgerforum für den März vorbereiten.
Intensiv einbeziehen in den Stadtumbau will die Stadt in diesem Jahr auch den Bestand der Wohnungsbaugenossenschaft Chemnitz-Helbersdorf. Das finanziell angeschlagene Wohnungsunternehmen überarbeitet derzeit ihr Sanierungskonzept mit den dazugehörigen Bestands- und Abrissplänen. Sobald das Sanierungskonzept vorliege, können auch die Quartierskonzepte für die Stadtteile Morgenleite, Markersdorf-Nord, Helbersdorf und Am Flughafen mit den Mietern beraten und fortgeschrieben werden.

www.freiepresse.de

28.01.2003
Triebes: Angespannte Lage auch bei Triwo zu spüren
 Die äußerst angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt bekommt auch die Triebeser Wohnungsbau GmbH (Triwo) zu spüren. Darauf machte Bürgermeister Gerhard Helmert  aufmerksam, als er vor dem Stadtrat in der vorigen Woche den Jahresabschluss 2001 für das kommunale Wohnungsunternehmen präsentierte, in dem der Wohnungsbestand der Städte Triebes und Hohenleuben bewirtschaftet wird.
Die Geschäftsführung der Triwo nannte die Ergebnisse des Wirtschaftsjahres 2001 zufrieden stellend. Rudolf Theilig machte deutlich, dass der Fehlbetrag insbesondere auf außerplanmäßige Abschreibungen zurückzuführen sei. Dazu gehören die so genannten "Kasernen" am Kieferberg und im Hainacker in Triebes. Für die betreffenden Objekte sei der Abriss beschlossene Sache. Zu den Gebäuden am Kieferberg soll es in diesen Tagen eine erste Anlaufberatung geben, informierte der Triwo-Geschäftsführer. Für den so genannten Rückbau seien Förderzusagen im Rahmen Stadtumbau Ost/Städtebauförderung gegeben worden, erläuterte Theilig. Und so werde sich neben den laufenden Instandhaltungen die Investitionstätigkeit der Triwo in diesem Jahr im Wesentlichen auf diese Rückbaumaßnahmen beschränken.
Nach Helmerts Ansicht sollte die schon vor Jahren ins Auge gefasste Fusion der Wohnungsbaugesellschaften von Auma, Langenwetzendorf, Pausa, Mühltroff und Triebes nicht adacta gelegt werden. Sie sei ein wirksames Mittel, um die wirtschaftliche Situation der kommunalen Wohnungsunternehmen weiter zu stabilisieren. Ein im Moment unüberwindlicher Hemmschuh dabei bleibe die im Falle der Fusion zu zahlende Grunderwerbssteuer, so Helmert abschließend.
www.otz.de

28.01.2003
Cottbus: Abriss von 560 Wohnungen an der Gelsenkirchener Allee

In Sachsendorf sollen kurzfristig weitere 560 unsanierte Wohnungen abgerissen werden, um den Leerstand in der Stadt Cottbus zu reduzieren. Betroffen ist jetzt das Wohnungsquartier rund um die Gelsenkirchener Allee. Am Dienstag, 28. Januar, informieren die Stadtverwaltung Cottbus sowie die Vermieter Gebäudewirtschaft Cottbus (GWC) und Gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft «Stadt Cottbus» (GWG) die Bewohner über die Planungen für Vorhaben in den nächsten Monaten. Nach den ersten Erfahrungen beim Projekt in der Turower Straße soll das nun fertige Konzept für die Gelsenkirchener Allee vorgestellt werden. Die morgige Bürgerversammlung beginnt um 18 Uhr in der Aula der 8. Gesamtschule, Schwarzheider Straße 7. Im Zuge des Stadtumbaus werden nicht nur Wohnungen abgerissen, sondern auch neue Grün- und Parkflächen geschaffen. Noch in diesem Jahr sollen die Arbeiten beginnen, die mit Fördermitteln von Bund und Land, städtischen Geldern sowie Eigenmitteln der Unternehmen realisiert werden. Im Zuge des Stadtumbaus werden nicht nur in Sachsendorf Wohnungen abgerissen. In den nächsten Jahren setzt sich der Prozess in Schmellwitz sowie anderen Stadtteilen fort.
www.lr-online.de

27.01.2003
Berlin: Schwerpunkt Umbau, nicht Abriss von Marzahn-Nord 

Die Einwohner von Marzahn-Nord sind nicht grundsätzlich gegen das Programm »Stadtumbau Ost«. Das ergab eine Einwohnerversammlung am Sonnabend. 350 Bewohner der Havemann-, Niemeker- und Wörlitzer Straße waren gekommen, um Informationen über geplante Baumaßnahmen zu erhalten – aber gerade die bekamen sie nicht. Einig waren sich Senatsvertreter, Bezirkspolitiker und Wohnungswirtschaftler darüber, dass 1000 Wohnungen »rückgebaut«, also abgerissen werden müssen. Einen Zeitplan gibt es dafür noch nicht. Aber die Mieter sind durch Mitteilungen der WBG Marzahn verunsichert, fühlen sich zum »freiwilligen« Auszug aus Marzahn-Nord bewegt.
Alles hänge vom Geld ab, betonte Frau Schürmer-Strucksberg, Referatsleiterin in der Senatsbauverwaltung. Das Geld für den Abriss von rund 1000 Wohnungen in der Region sei schon da, aber das sei nur der eine Teil, wenn denn wirklich der Umbau im Mittelpunkt stehen solle. Über die Finanzen zur Sanierung und Modernisierung der noch verbleibenden 500 Wohnungen habe der Senat sich noch nicht einigen können.
Inzwischen ziehen immer mehr Menschen weg. In einigen Wohngegenden hat sich der Leerstand seit Oktober auf 56 Prozent erhöht. Insgesamt sollen in Marzahn 2284 Wohnungen abgerissen werden.
Er setzt einen Schwerpunkt auf die alten DDR-Mietverträge: Wenn Mieter durch die Umbaupläne der WBG ihre Wohnungen verlassen müssen, sollen für das neue Mietverhältnis die Bedingungen weiter gelten. Zu den ungeklären Fragen gehört die Zukunft der ehemaligen Gastsstätte Marzahner Krug. Oder: Warum sollen jetzt Häuser abgerissen werden, die vor drei Jahren mit Fördermitteln teilweise saniert worden sind? Warum werden die Mieter während der Bauphase nicht in Ausweichquartiere umgesetzt und können anschließend in ihre alte Wohngegend zurück?
www.nd-online.de

25.01.2003
Berlin: Kopfstand in Schulsporthallen ohne Schule
Unterricht ist nicht alles, was sich in Berliner Schulsporthallen abspielt. Wenn es Abend wird, tummeln sich hier Vereine und Sportgruppen. Nun gibt es aber immer weniger Kinder und infolge dessen werden Schulen geschlossen. Das Berliner Sportfördergesetz verpflichte dazu, die Turnhallen für die Vereine offen zu halten, so Marzahn-Hellersdorfs Bildungsstadträtin Marlitt Köhnke . Dafür sind aber Baumaßnahmen erforderlich, denn in der Regel ist die Versorgung der Turnhallen mit Strom, Wasser und Wärme an die inzwischen leer stehenden Schulgebäude gekoppelt, die zumeist abgerissen werden sollen. Köhnke schätzt die Umbaukosten auf 150000 Euro pro Turnhalle. Die Stadträtin möchte die Gelder aus dem Topf »Stadtumbau Ost« nehmen. Zwölf Millionen Euro erhielt der Bezirk aus diesem Programm. Da müsste genug Geld für die Turnhallen abfallen, findet Köhnke. Derzeit besteht das Problem für zehn Turnhallen im Bezirk, darunter die der ehemaligen 3. Realschule am Teterower Ring und der 2. Hauptschule an der Landsberger Allee.
Bis zum Schuljahr 2006/2007 sollen stadtweit noch einmal mindestens 20 Schulen geschlossen werden, davon zehn in Lichtenberg. Nach Angaben von Bildungssenator Klaus Böger benötigen Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf 1,65 Millionen Euro, um Turnhallen von Schulen abzutrennen.

www.nd-online.de

24.01.2003
Eggesin: erhält langsam neues Gesicht
Land und Bund haben endgültig grünes Licht für den Abriss von 13 Neubaublöcken in Eggesin gegeben. Nachdem die Randowstadt Ende vergangenen Jahres über das Programm "Stadtumbau Ost" eine Förderung in Höhe von 3,78 Millionen, gültig bis zum Jahr 2006, bewilligt bekommen hatte, gingen im Rathaus jetzt die 13 Einzelbewilligungsbescheide vom Land ein, sagte der Leiter des Eigenbetriebes Wohnungswirtschaft, Bernd Grothmann, auf Nordkurier-Anfrage.
Denn selbst wenn die 13 Platten bereits leer gezogen waren, haben die Häuser den Eigenbetrieb immer noch wirtschaftlich belastet. So seien unter anderem Grundsteuern, Versicherungsbeiträge sowie Kosten für regelmäßig notwendige Sicherungsarbeiten angefallen, erklärte Grothmann.
Abgerissen werden die bereits leeren Blöcke Zlotower Straße 13 bis 20 sowie die Platten in der Adolf-Bytzeck-Straße. Bis zum Sommer soll der Rückbau beendet sein, versprach Grothmann.
Er freue sich, dass nach den bereits in der zweiten Jahreshälfte 2002 gelaufenen Abrissmaßnahmen in Eggesin nun bald "fast alle Schandflecke beseitigt" sind, sagte Brauer. "So langsam bekommt unsere kleine Stadt ein neues Gesicht", ist der Vize-Bürgermeister überzeugt.
Insgesamt sollen mit der bewilligten Förderung in Höhe von 3,78 Millionen Euro 1000 Wohnungen abgerissen werden. Mit dem Rückbau dieser leerstehenden Quartiere würden sich aber längst noch nicht alle Probleme der Wohnungswirtschaft in Eggesin erledigen, stellte Brauer klar. Denn der Kapitaldienst für die Kredite, die Eggesin einst für den Kauf der Wohnungen vom Bundesvermögensamt aufgenommen hatte, läuft nach wie vor - auch für die Wohnungen, die abgerissen werden.

www.nordkurier.de

23.01.2003
Potsdam: Koalitionsfraktionen fordern schnelleren Stadtumbau
Die Koalitionsfraktionen SPD und CDU fordern eine Beschleunigung des Stadtumbaus in Brandenburg. Mit dem bis 2009 laufenden Programm «Stadtumbau-Ost» würden lediglich die dringendsten Maßnahmen eingeleitet, heißt es in einem gemeinsamen Antrag, der am Donnerstag im Landtag vorlag. Die Landesregierung solle prüfen, ob auch Förderprogramme anderer Ministerien zu Unterstützung dieses Vorhabens herangezogen werde können.
Genannt wurde eine mögliche Öffnung von EU-Programmen zugunsten des Stadtumbaus. Zudem sollten eine Verlängerung der Investitionszulage des Bundes über das Jahr 2004 hinaus sowie eine Förderung des Kaufs von Eigentumswohnungen auch bei kinderlosen Interessenten angestrebt werden. Die Abgeordneten forderten das Kabinett auf, im Bundesrat entsprechend aktiv zu werden.
Binnen eines Jahres ist laut Bauministerium die Wohnungs-Leerstandsquote in Brandenburg von 12,6 auf 13,5 Prozent angestiegen. Bei einem Leerstand von 15 Prozent sei ein Wohnungsunternehmen vor die Existenzfrage gestellt.
www.moz.de

23.01.2003
Rostock: Kolumbusring als Magistrale gestalten
Das Programm Stadtumbau Ost bietet Chancen für Schmarl. Das verdeutlichte Thorsten Gebhards von der RGS. Mit dem Tempo der Wünsche kann es allerdings nicht Schritt halten.
Das liegt daran, dass in Jahresscheiben gefördert wird, erklärte Gebhards. Einiges ist bereits auf den Weg gebracht worden, wie der Fuß- und Radweg am Schmarler Damm. Anderes wird erst nach der IGA realisiert. Zum Beispiel setzt Gebhards auf eine Aufwertung des Bereiches Kolumbusring. Der Stadtplaner sieht diesen Straßenzug perspektivisch als eine Magistrale vor sich. Dafür muss nicht nur das Umfeld des Schmarler Landgangs vom Müll und Dosen befreit werden, die das Areal als Schandfleck erscheinen lassen, sondern insgesamt eine Veränderung der Situation z. B. auch durch das Neuanlegen des alten Teiches und ähnliches vorfenommen werden.
Das von der RGS beauftragte Planungsbüro Planiver steuert eine Verbesserung der Sport- und Freizeitmöglichkeiten an; das Haus 12 soll inhaltlich erweitert werden. Auch Spielplätze vertragen einen Qualitätsschub. Die bewerteten Plätze erhielten das Prädikat "Nicht ausreichend". Die Qualität der Freiräume ist ebenfalls unbefriedigend. Hier sieht das Förderprogramm eine Verbesserung der Möglichkeiten vor.
Hier dämpfte Gebhards die Hoffnungen: Bis zur IGA wird nicht alles zu schaffen sein, nach der IGA geht der Prozess der Umgestaltung weiter .
www.svz.de

22.01.2003
Neubrandenburg: Bauvorpläne, die in der Schublade blieben
Das Hochhaus Am Anger 17 in der Südstadt wird als erster Plattenbau in der Viertorestadt abgerissen. Ende März soll die Abrissbirne anrollen, geht aus einer Ausschreibung der Neubrandenburger Wohnungsgesellschaft hervor.
Im Zusammenhang mit der Projektierung des Kaufhofes Süd wurde in den Jahren 1959 und 1960 auch ein Grundprojekt für die Errichtung eines elfgeschossigen Gebäudes entworfen. Dieses sollte am Standort des jetzt zum Abriss vorgesehenen Hochhauses errichtet werden und die Angerbebauung abrunden. Vorgesehen waren im Hauptgebäude Wohnungen in unterschiedlichen Wohnungsgrößen mit schräggestellten Balkonen und einer Dachterasse. Im angegliederten zweigeschossigen Flachbau war eine großzügig bemessene Gaststätte mit überdachter Freiterrasse vorgesehen. Dieser Flachbau sollte den typischen Charakter des Kaufhofes aufnehmen. Unterhalb und neben der Freiterasse der Gaststätte, die über Freitreppen zu erreichen war, sollten Teichanlagen und Grünflächen zum Wohlbefinden der Bürger beitragen.
Dieser Entwurf kam nicht zur Ausführung, da aus Kostengründen und einer effektiveren weichen musste.
Die Projektierung des Kaufhauses Innenstadt erfolgte in drei Bauabschnitten, von denen nur die beiden Bauabschnitte Turmstraße und Stargarder Straße im Jahre 1960 fertiggestellt wurden. Der 3. Bauabschnitt in der Neutorstraße wurde nie realisiert. Nur das gemeinsame Treppenhaus für den Abschnitt 2 und 3 erinnert in der Neutorstraße an das unvollendete Bauvorhaben. I
Das Grundprojekt Wohnungsbau und Kino zwischen Hotel und Dümperstraße in der Treptower Straße mit einem Kino für ca. 500 Zuschauer im Innenhof Waagestraße/Treptower Straße sah eine viergeschossige Bebauung mit Steildach in Anpassung an die traditionelle Bauweise der umgebenden Innenstadtbebauung vor. Dieses Grundprojekt wurde zugunsten der Marktbebauung mit dem Haus der Kultur und Bildung und dem Vorhaben Baustelleneinrichtung (späteres Kosmosgebäude) aufgegeben. In der Waagestraße erfolgte dann die Errichtung des Hochhauses. Das steht heute noch, muss aber als städtebaulicher Missstand gewertet werden.

www.nordkurier.de

22.01.2003
Parchim: Optimismus - Signale für Erlass der Altschulden

Durchaus optimistisch geht die Geschäftsführung der WOBAU Parchim ins neue Jahr. Das Land Mecklenburg-Vorpommern habe signalisiert, dass dem bereits 2001 gestellten Antrag auf Erlass der Altschulden zugestimmt werde. Das größte Wohnungsunternehmen der Kreisstadt kommt somit in den Genuss von Komplementärmitteln in Höhe von knapp 2,3 Millionen Euro für die Instandhaltung und Sanierung des Wohnungsbestandes. Diese Summe entspricht dem Betrag an Altschulden und ist Grundvoraussetzung für den Erlass der Belastungen aus der Vergangenheit.
Die WOBAU, so Geschäftsführer Gerd Beyer, habe dafür ein langfristiges Entwicklungskonzept erarbeitet, das schwerpunktmäßig auf Rückbau, Sanierung und Modernisierung des Wohnungsbestandes abzielt und eine Gesundung des Unternehmens ermögliche. Allein der Rückbau von 620 Wohnungen bis in das Jahr 2008 - die WOBAU verfügt selbst über 3500 Wohnungen, 1000 weitere unterliegen ihrer Verwaltung - trage erheblich zur Entlastung des Betriebes bei und wirke dem immensen Leerstand spürbar entgegen, der sich bei der WOBAU bereits bei rund 15 Prozent eingependelt hat.
Beyer betont, dass innerhalb der Wohnungsunternehmen Fragen zur Altschuldenproblematik nach wie vor ein akutes Thema seien. "Es könnte alles viel schneller gehen und auch mit einem wirtschaftlichen Aufschwung verbunden sein, wenn die Politik dieses Problem endlich lösen würde." Die alten Belastungen machen es vielen Wohnungsunternehmen unmöglich, in moderne, zeitgemäße Unterkünfte für ihre Mieter zu investieren. Die Folge seien Insolvenzen, unzufriedene Mieter, ein noch größerer Leerstand. Das sei absolut nicht zu akzeptieren, so der Geschäftsführer.

www.svz.de

22.01.2003
Arnstadt: Der Platte geht es an die Substanz
Die Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Arnstadt GmbH (WBG) hat 4400 Wohnungen in ihrem Bestand. Dazu zählen auch die Gebäude der ehemaligen Garnison Rudisleben und die Chema-Blöcke. Eine Leerstandsquote von derzeit 15 Prozent und einen Mietrückstand von insgesamt einer Million Euro gab Geschäftsführer Andreas Adolf gestern bekannt.
Auf Grund der hohen Abwanderung vor allem junger Menschen aus Arnstadt und nach einer aktuellen Prognose zur demographischen Entwicklung würde sich der Leerstand weiter erhöhen. Adolf rechnet damit, dass im Jahre 2015 für mindestens 2400 Wohnungen die Mieter fehlen. Vor diesem Hintergrund erstellte die WBG ein Unternehmenskonzept, das bereits Eingang in das städtebauliche Entwicklungskonzept von Arnstadt fand. Im Juni des vergangenen Jahres fasste der Stadtrat den Beschluss dazu. Danach müssen im Jahr 2004 die ersten Plattenbauten weichen. Es handelt sich um 60 Wohnungen am Floraweg 2 bis 12. Ein Großteil der Mieter sei bereits ausgezogen, für die Übrigen wäre entsprechender Wohnraum im Angebot. Das Ziel sei es, das Haus bis zum Ende des Jahres frei zu ziehen. Die Wohnungsbaugesellschaft hofft nun auf die Bewilligung der in Aussicht gestellten Landesförderung für diesen Abriss. Ein Bescheid liegt noch nicht vor. Es sei nicht das schönste Wohnungsgebiet am Floraweg, der an einer Ausfallstraße liege und neben einem Industriebetrieb, betonte Adolf. Die Nachnutzung dieser dann abgeräumten Fläche stelle jedoch kein Problem dar. Die in der Nachbarschaft ansässige Firma Arnstädter Büromöbel GmbH & Co. KG hätte Interesse am Erwerb des Grund und Bodens signalisiert. Eine Erweiterung dieses Firmengeländes würde für das Büromöbelwerk den Standort für die nächsten Jahrzehnte sichern können.
www.thueringer-allgemeine.de

22.01.2003
Zschopau: Chancen auf zusätzliche Gelder für Wohnblock-Abriss
Für den in diesem Jahr vorgesehenen Abriss des Neubaublocks am Meixnerweg in Zschopau mit 120 Wohnungen scheint es noch Hoffnung zu geben. Ursprünglich sollten statt der 510.000 nur 170.000 Euro Fördermittel fließen. Damit wäre das für das im Frühjahr geplante Abriss-Unternehmen im August-Bebel-Gebiet nicht möglich gewesen.
„Wir haben zwar keine hundertprozentige Zusage bekommen, aber das Bankunternehmen hat uns mit relativ großer Sicherheit noch Gelder für dieses Jahr in Aussicht gestellt“, berichtet Thomas Berger, Sachgebietsleiter für Stadtplanung im Zschopauer Bauamt. Ob die Mittel in Höhe von 340.000 Euro fließen, soll jedoch frühestens im April feststehen. Sachsens Innenministerium sowie der Bund müssen noch ihre Zustimmung geben. „Zschopau hat relativ große Chancen, in den Genuss der Mittel zu kommen, weil die abrissbereiten Wohnungen relativ schnell freigezogen werden“, weiß Berger.
„Unser letzter Mieter wird am 28. Februar ausziehen“, erklärt Siegfried Kulleck, Vorsitzender der Wohnungsgenossenschaft Zschopau. Ab Mai wäre der Block seinen Worten zufolge abrissbereit. „Natürlich entstehen uns Kosten, wenn der Block leer steht. Aber diese halten sich im Rahmen. Die Versorgungsleitungen werden Schritt für Schritt gekappt.“
Der Abriss selbst soll dann relativ schnell vonstatten gehen. „Innerhalb von vier bis acht Wochen ist das erledigt“, erläutert Siegfried Kulleck.

www.freiepresse.de

22.01.2003
Dranske: Bagger soll heute der Platte zu Leibe rücken
Statt betongrau sehen sie in den Plänen der Gemeinde schon grün aus, jene Flächen, auf denen heute noch die Neubaublöcke aus DDR-Zeiten stehen. „Werden Entwicklungsflächen der Gemeinde, die Investoren angeboten werden können“, zitiert der Dransker Bürgermeister Uwe Ahlers aus den besagten Plänen. Und könnte möglicherweise das Gras schon wachsen hören. „Denn mit dem Abriss weiterer drei Plattenbauten soll begonnen werden“, so Ahlers weiter.
„Schon heute“, kann Frank Lange ergänzen. Der ist Bauleiter der in Mukran ansässigen Gollan Recycling GmbH, die den Zuschlag für diese Arbeiten erhalten hat. Ausgeführt werden die von 12 Beschäftigten der Firma. Für die Dranske kein Neuland ist. Denn das Unternehmen hat bereits die Blöcke 1 und 9 dem Erdboden gleich gemacht. Ende Dezember 2001 war von denen nichts mehr zu sehen. „Seit dem 9. Dezember vergangenen Jahres sind wir hier wieder im Einsatz“, weiß Frank Lange. Ein Block sei in den zurückliegenden Wochen entkernt worden, „damit der Greifer ab heute die Platte Stück für Stück abtragen kann“. Die werde an Ort und Stelle zerbröselt, um auf dem Recyclinghof des Unternehmens in Mukran schließlich zu Baustoffen für den Straßenbau weiterverarbeitet zu werden.
„Abgerissen“, so Bürgermeister Ahlers, „werden die Blöcke 2, 3 und 4 mit jeweils 70 Wohneinheiten.“ Das Ganze erfolge innerhalb des Programms Stadtumbau Ost. 1,75 Millionen Euro habe die Kommune von Bund und Land dafür bekommen. Die Übernahme des DDR-Erbes liegt dem Bürgermeister noch heute schwer im Magen, denn der akute Leerstand der Plattenbauten belastet den Haushalt der Gemeinde. Die hatte die Blöcke in den 90er Jahren für rund 8,7 Millionen Mark vom Bund gekauft. In immer mehr Wohnungen gingen nach und nach aber die Lichter aus. „Der Leerstand hat zu siebenstelligen Verlusten geführt“, erinnert Uwe Ahlers auch an die daraus resultierende Zwangsverwaltung der Kommune, die 2001 jedoch wieder aufgehoben worden ist. Deshalb mische sich auch Grün in die Dransker Zukunft. Doch bis es grünt, hat der Bagger noch oft in die Platte zu greifen. „Urlauber werden von den drei Blöcken im Sommer aber schon nichts mehr sehen. Bis Juni sollen die platt gemacht sein“, tupft der Bürgermeister schon mal in den Farbtopf.
www.ostsee-zeitung.de

21.01.2003
Gotha: Abriss - Wie auf ´nem Pulverfass
Unmut begleitet den geplanten Abriss von Plattenbauten in Gotha-West. Das bekamen Stadtplaner und Wohnungswirtschafter jüngst bei einer Einwohnerversammlung zu spüren. Sie setzen Aufklärung dagegen. Stadtplaner Roland Adlich versichert, dass ein langfristiger Prozess eingeleitet wurde, der öffentlich begleitet werde.
Ein Grundübel: Genaue Abrisstermine stehen nicht definitiv fest, weil Fördermittelzusagen fehlen. So lautet die Formel: Sanieren, Umzug, dann leere Plattenbauten abreißen. "Eigentlich sollte der Prozess schon viel weiter sein", sagt Inge Hoffmann von der Wohnungsbaugenossenschaft Gotha. Doch das langwierige Genehmigungsverfahren verzögere den Ablauf. Das Abrissprogramm erstreckt sich bis 2010. Mittlerweile stapeln sich Aktenberge beim Landesverwaltungsamt Weimar.
Aus planerischer Sicht habe es keinen Sinn, Lücken in die Struktur zu reißen, sagt Adlich. Abriss soll an Randzonen wie am Schafrasen erfolgen. Anwohner sagen, dass damit nur Platz für Eigenheime geschaffen werden. "Eine derartige spätere Nachnutzung ist durchaus denkbar", räumt Adlich ein. Doch sei das nicht der Anstoß zum Abriss, sondern der zunehmende Leerstand. Für Einfamilienhäuser gebe es Bedarf, zudem sei die Wohndichte dort viel geringer.
Wunschdenken bleibt, wieder mehr Mieter in leere Plattenbauten zu bekommen. Denn inzwischen kämpfen Unternehmen um Mieter. Kaum ein Block ist voll belegt. Aufgabe der Stadt: Sie koordiniert, wo saniert und wo abgerissen wird. Vom Abriss Betroffene fühlen sich wie auf einem Pulverfass: "Wohnen ist ein Stück Lebensqualität. Wenn ich aber auf einem Pulverfass sitze, ist das keine Lebensqualität."
Den Wohnungsunternehmen erschweren Altlasten die Arbeit. Geld zum Modernisieren fehlt, ebenso Mieter, um Kredite abzubezahlen. Bleibt nur Abriss, um ein Teil des Problems zu bereinigen

www.tlz.de

19.01.2003
Schwerin: Wohnungsbaugenossenschaft für Mieterfreundlichkeit ausgezeichnet

Schwerin Die Schweriner Wohnungsbaugenossenschaft (SWG) zeigt starkes soziales Engagement in den Stadtteilen. Für die gemeinnützige Arbeit in den sechs Nachbarschaftstreffs im ganzen Stadtgebiet wurde sie jetzt mit dem bundesweit bedeutsamen Klaus-Novy-Preis für Innovationen beim genossenschaftlichen Bauen und Wohnen geehrt.
Die Jury des Wettbewerbs - Vertreter aus Wissenschaft und Wohnungswirtschaft - entschied sich bei der Preisvergabe für die Schweriner Wohnungsbaugenossenschaft, weil "die SWG konsequent dem Genossenschaftscharakter von Solidarität und Mitverantwortung verpflichtet auf die Bedürfnisse der Mitglieder eingeht". Und das ist ganz im Sinne des Preis-Namensgebers Klaus Novy. Weil das nachbarschaftliche Zusammenleben nachweislich eine wesentliche Rolle in der Unternehmensphilosophie darstellt, ging der Preis an die Schweriner Wohnungsbaugenossenschaft e. G., hieß es weiter in der Begründung. Um der Tendenz der zunehmenden Vereinsamung der Menschen entgegenzuwirken, hatte die SWG bereits 1999 den Verein "Hand in Hand - nachbarschaftliches Wohnen in der SWG" ins Leben gerufen. Gemein- und Nachbarschaften in den Wohngebieten werden durch die Arbeit des Vereins gefördert und Maßnahmen der Alten- und Jugendpflege unterstützt. Eine wichtige Rolle spielen dabei die fünf Nachbarschaftstreffs in den Stadtteilen Mueßer Holz, Weststadt und Neu Zippendorf. "Der Anstieg von Haushalten mit geringem Einkommen und die zunehmende Kommerzialisierung der Freizeitmöglichkeiten erlauben es immer weniger Schwerinern, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen", sagt Jürgen Wörenkämper von der Abteilung für Soziales Management der SWG. Die Möglichkeiten, Kontakte zu Mitmenschen zu knüpfen, sind dadurch besonders für Ältere oder Alleinerziehende immer stärker eingeschränkt.In den Nachbarschaftstreffs "Nebenan" können die Bewohner die Räumlichkeiten zum einen in ungezwungener Atmosphäre nutzen. Regelmäßig treffen sich Schweriner aller Altersgruppen zu Kaffee- und Spielenachmittagen, Skatturnieren, Handarbeitszirkeln und sorgen so fast täglich für gute Unterhaltung. Zum anderen bietet der Verein "Hand in Hand" eine Vielzahl nichtkommerzieller und vor allem wohnungsnaher Freizeitaktivitäten und insbesondere auch gemeinwohlorientierte Dienstleistungen wie beispielsweise einen Frühstücks-Service, Seniorensport oder Kinderbetreuung an.
www.svz.de

19.01.2003
Neustrelitz: Denkmalschutz verzögert Abriss
Ärger mit dem Denkmalschutz: Die Stadt Neustrelitz möchte in diesem Jahr gern mehrere aus ihrer Sicht nicht mehr sanierungsfähige Gebäude abreißen. Der Abrissauftrag für die vorrangig auf Hinterhöfen der Neustrelitzer Innenstadt befindlichen Gebäude ist bereits vergeben. Das in Greifswald ansässige Bauunternehmen steht sozusagen in der Warteschleife, hieß es auf der jüngsten Bauausschusssitzung in dieser Woche.
Denn die Rechnung wurde ohne den Wirt gemacht. Die Kreisverwaltung als Genehmigungsbehörde auch für den Abriss verwehrt das Vorhaben bislang. Nach Darstellung des Neustrelitzer Baudezernenten Friedhelm Zerbel hat sich die beim Landkreis angesiedelte Untere Denkmalschutzbehörde gegen den Abriss der meisten Gebäude ausgesprochen. Begründet werde dies mit der Denkmalschutzbereichsverordnung. Die Denkmalschützer verlangen von der Stadt Gutachten, die die Abrisswürdigkeit der Häuser beweisen.
Baudezernent Friedhelm Zerbel sieht das Ganze als Missachtung der Fachkompetenz im Rathaus an. Die Gebäude seien von mehreren Mitarbeitern aus dem Bauamt besichtigt worden. Anschließend sei die Entscheidung über den nur noch in Frage kommenden Abriss gefällt worden. Zerbel sieht das Vorgehen der Denkmalschützer auch im Widerspruch zu dem von der Stadt Neustrelitz bereits verabschiedeten Integrierten Stadt-Entwicklungskonzept (ISEK), das in der Innenstadt unter anderem den Rückbau zahlreicher Gebäude und Gestaltungsmaßnahmen auf den Hinterhöfen vorsieht.
Zudem sei mit dem Abriss auch ein Rückbau von seit Jahren leer stehenden Wohnungen beabsichtigt, ebenfalls ein ISEK-Anliegen. Die vorwiegend Nebengebäude und Stallanlagen stellten schließlich Schandflecke im Neustrelitzer Stadtbild dar, hieß es.
Das städtische Bauamt setzt jetzt auf ein für den 23. Januar geplantes Gespräch beim Landkreis.
Sollten sich dabei die Denkmalschützer nicht "erweichen" lassen, fallen durch die geforderten Gutachten zusätzliche Kosten für die Stadt an, die man anderswo schon wieder in die Reparatur von Gebäuden stecken könnte, machten Friedhelm Zerbel seinem Unmut in der Bauausschusssitzung der Stadtvertretung Luft. Abgerissen werden sollen Gebäude bzw. Gebäudeteile auf dem Hof der Glambecker Straße 26, in der Strelitzer Straße 6 auf dem Hof, am Töpferberg 3a, in der Zierker Nebenstraße 8 eine Baracke. In der Mühlenstraße 2 ist der Teilabbruch eines Hofgebäudes und in der Mühlenstraße 21 eines Stalls vorgesehen.
Am Hundehof 1 soll eine Scheune abgerissen werden. Verschwinden soll auch das Haus Glambecker Straße 11. Dies ist das einzige Vorderhaus, das abgerissen werden soll, betonte Friedhelm Zerbel.

www.nordkurier.de

18.01.2003
Gotha: Unsicherheiten wegen Abriss
Die Abrisspläne in Gotha-West haben bei den Bewohnern der Plattenbausiedlung große Unsicherheiten ausgelöst. Denn niemand kann genau sagen, wann mit der Abrissbirne angerückt wird. Mit einer Einwohnerversammlung im Stadtteilzentrum Humboldtstraße versuchten Wohnungswirtschaftler und Stadtplaner dem entgegenzutreten. "Wir wollen für mehr Klarheit sorgen", sagt Moderator Mario Rund vom Verein Kommpottpora.
Inge Hoffmann, Geschäftsführerin der Wohnungsbaugenossenschaft räumt ein: "Ich kann nicht sagen, wann der Abriss beginnt, weil die Fördermittelzusagen fehlen." Ohne Zuschuss geht es nicht, beschreibt die WBG-Chefin das Dilemma. Mit 70 Euro pro Quadratmeter Abriss will der Bund die verschuldeten Unternehmen stützen. Allein die WBG drücken noch 20 Millionen Euro "Altschulden".
Abriss ist angesichts von Leerstand und Bevölkerungsrückgang unausweichlich. In Gotha leben nur noch 47 000 Einwohner, 2010 werden es voraussichtlich 45 000 sein. Von den etwa 24 000 Wohnungen in der gesamten Stadt stehen derzeit 16 Prozent leer, erklärt Stadtplaner Roland Adlich; die Tendenz ist steigend. In Gotha-West und -Ost sind es noch mehr leere Wohnungen. Am Stadtrand sollen in den nächsten zehn Jahren Plattenbauten weichen, etwa am Schafrasen, auch in der Bohnstedtstraße oder in der Fritzelsgasse. Der Elfgeschosser in der Moßlerstraße fällt auf sechs Geschosse, dann muss das Haus leer geräumt werden. Nur: Wann? Inge Hoffmann verweist auf die Rechtslage: Vorm Abriss müssen den Mietern neun Monate Zeit zum Auszug bleiben.
Während WBG den Abriss angekündigt hat, hüllen sich andere in Schweigen. "Wenn die ,9. Grundbesitz´ andere Informationen streut, ist das Taktik, damit keine Mieter ausziehen", sagt Stadtplaner Roland Adlich. Deren Mieter ziehen bereits in sanierte Blöcke anderer Wohnungsunternehmen. Die Stadtverwaltung führt regelmäßig Gespräche mit der "9. Grundbesitz", um Schaden zu vermeiden.

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17.01.2003
Land Brandenburg: 48 000 Wohnungen sollen verschwinden

Bis zum Jahr 2009 plant die Landesregierung den Abriss von 48 000 Wohnungen im Land. Wie Bauminister Hartmut Meyer (SPD) weiter mitteilte, sollen dafür insgesamt 173,2 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Die Mittel würden je zur Hälfte von Bund und Land getragen. Für jeden Quadratmeter abgerissener Wohnfläche würden 60 Euro Unterstützung berechnet.
Damit soll laut Minister dem zunehmenden Wohnungsleerstand begegnet werden, der heute im Land schon ca. 150 000 Wohnungen erfasst hat. Außerdem gelte es, die wirtschaftliche Situation der Wohnungsunternehmen zu stabilisieren, die mit hohen Leerstandsquote zu kämpfen haben. Landesweit sei die Leerstandsquote auf 13,6 Prozent gestiegen, bei 15 Prozent und mehr gelten Wohnungsunternehmen laut Meyer als existenzgefährdet.
Weiterhin wurde Meyer zufolge für «stadtbaubezogene Aufwertungsmaßnahmen» ein Zuschussprogramm in Höhe von 259 Millionen Euro auf den Weg gebracht, das allerdings zu einem Drittel von den Kommunen aufgebracht werden müsse. Damit könne der Gebäudebestand aufgewertet werde, der vor 1949 errichtet worden war. Außerdem dient das Programm zur Verbesserung des Wohnumfeldes. Ob aufgrund des geforderten Eigenanteils der finanzschwachen Kommunen dieses Programm allerdings wirksam werden kann, wird von den kommunalen Spitzenverbänden bezweifelt.
Jüngste Prognosen gehen beispielsweise davon aus, dass Wittenberge (Prignitz) innerhalb der kommenden 15 Jahre mit einer Halbierung seiner Einwohnerzahl rechnen muss. In Guben und Frankfurt (Oder) begann in den vergangene Tage der großflächige Abriss von Plattenbauten aus DDR-Tagen.
Laut Meyer stehen von 221 Unternehmen, die im Brandenburgischen Verband der Wohnungsunternehmen zusammengeschlossen sind, 53 vor einer Existenzgefährdung.  Im Schnitt kostet eine leere Wohnung das Unternehmen einen halben Euro pro Quadratmeter und Monat. «Es ist zu erwarten, dass Insolvenzen kommunaler oder genossenschaftlicher Wohnungsunternehmen das Problem verschärfen werden» , befürchtet der Minister und verwies darauf, dass die dann folgenden Billig-Aufkäufe den Mietmarkt weiter unter Druck bringen würden.
Seit Ende vergangenen Jahres gilt eine Entlastung für Wohnungsunternehmen, deren Leerstand über 15 Prozent liegt und die in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht sind. Solche Unternehmen werden von Altschulden für abgerissene Wohnungen befreit. Die Bundesregierung hat Ende November beschlossen, die Mittel für dieses Programm um 300 Millionen Euro auf 658 Millionen aufzustocken. Meyer zufolge will die Landesregierung im Bund erreichen, dass diese Härtefallregelung der Entwicklung der Leerstände angepasst wird und so eine weitere Aufstockung erfährt.
Der so genannte Stadtumbau, das heißt der Abriss von Wohngebieten und der Ausbau der Stadtkerne, habe weiterhin Priorität. Zwar habe die Landesregierung keinen Einfluss darauf, dass der Bund die gestrichenen Mittel für die Eigenheimzulage in den Stadtumbau fließen lässt, schränkt Meyer ein. Doch sei auf jeden Fall auch seitens des Bundes eine «Umverteilung zugunsten des Stadtumbaus erfolgt»
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17.01.2003
Malchin: Selbstbedienung im verlassenen Wohnblock

Vor mehr als einem Jahr hat der letzte Mieter den Wohnblock an der Malchiner Teichstraße verlassen. Eigentlich sollte das Gebäude im vergangenen Jahr bereits abgerissen werden. Kein billiges Vorhaben, knapp 100 000 Euro kostet solch ein Abriss, weshalb die Stadt auch auf Fördermittel wartet. Bisher vergebens.
So scheint der abrissreife Block jetzt erst einmal noch eine letzte Funktion zu erfüllen - als Baumaterial- oder Ersatzteil-Quelle. Zunächst waren es nur Lichtschalter oder Teile aus den Zählerschränken der Hauseingänge, die verschwanden. Seitdem aber jemand ganz offiziell gleich fünf Fenster samt Rahmen ausbauen durfte, ist in dem Haus nichts mehr sicher. So seien jetzt auch bereits Heizkörper gestohlen worden, berichtet Herbert Mehl, Geschäftsführer der Malchiner Wohnungsgesellschaft (Wogema), die den Wohnblock einst vermietete. Da sei offenbar etwas schief gelaufen, kommentiert Mehl die Erlaubnis zum Ausbau der Fenster. Wobei sich offenbar auch nicht mehr ganz klären lässt, wer nun eigentlich diese Erlaubnis gegeben hat.
Die Stadtverwaltung sei es jedenfalls nicht gewesen, stellte Rathaus-Sprecher Thomas Koch gestern klar. Das verlassene Haus gegen Eindringlinge zu sichern, sieht die Wogema als zu kostspielig an, zumal alles versucht werden soll, dass der Block dieses Jahr nun wirklich verschwindet, wie Bürgermeister Jörg Lange unlängst ankündigte.
Bis dahin müsse man wohl in Kauf nehmen, dass sich immer mal wieder Personen in dem Haus aufhalten, vielleicht sogar übernachten, wie Herbert Mehl vermutet.
www.nordkurier.de

17.01.2003
Eisenhüttenstadt: wird immer kleiner
I
n Hütte leben immer weniger Menschen. Seit der Wende sank die Einwohnerzahl um 10 000. Jetzt werden die ersten Wohnungen abgerissen. Rund 3500 sollen es insgesamt werden.
Der Bau der Wohnstadt des Eisenhüttenwerkes war im Juli 1950 vom 3. SED-Parteitag beschlossen worden. Im Februar 1951 wurde der Grundstein für die ersten beiden Wohnblöcke gelegt. Die am Reißbrett entworfene heutige Innenstadt stammt vornehmlich aus den 50er Jahren.
Seit der Wende sank die Einwohnerzahl auf gut 40 000 Menschen. Rund 18 Prozent der Wohnungen stehen leer. Eisenhüttenstadt legte deshalb ein Stadtumbauprogramm auf. Dieses sieht den Abriss von rund 3500 Wohnungen vor. Die ersten 1340 sollen bis 2006 wegfallen. 6700 Wohnungen - vor allem in der Innenstadt und in angrenzenden Wohnvierteln - sollen saniert werden.
Die Abrisskosten werden von der Stadtverwaltung auf 24 Millionen Euro geschätzt. 30 Millionen sollen in die Aufwertung des Stadtbildes fließen.
www.berlinonline.de

17.01.2003
Neubrandenburg: Finanzierung des Stadtumbaus noch unklar
Die schönste Vision nutze nichts, wenn ihre Realisierung nicht finanzierbar sei, darüber waren sich die Teilnehmer des Workshops "Stadtumbau Ost - Von der Vision zur Umsetzung" gestern Abend einig. Zwar wollten sie nicht übers Geld reden, sie kamen aber letztlich immer wieder darauf zu sprechen.
Eingeladen zur Diskussion im Vorfeld der Fachtagung Domizila hatte die Neubrandenburger Firma Bau-Regie, die in den vergangenen Jahren bereits Konzepte zur Revitalisierung einzelner Standorte entwickelte und umsetzte und einmal die Chancen für Neubrandenburg abklopfen wollte. Neben Wohnungswirtschaftlern und Bankern kamen Stadtvertreter, Mitarbeiter aus dem Rathaus und Vertreter von Ver- und Entsorgungsunternehmen. Ihnen allen werde der Stadtumbau viel abverlangen, so Frank Nötzel, Geschäftsführer von Bau-Regie.
Leerstand koste Geld, Abriss auch. Doch der sei letztlich eine Zukunfts-Investition, so Gerhard Pfotenhauer, Moderator des Workshops. "Wir könnten in Neubrandenburg Insellösungen schaffen", sagte Jörg Metelmann aus dem Bauverwaltungsbereich des Rathauses.. Die starre Handhabung alter Förderprogramme lasse derzeit keine komplexen Lösungen zu. "Mit dem Stadtumbauprogramm haben wir keine neuen Fördergebiete ausgewiesen bekommen." Die scheibchenweise Zuordnung von Förderung sei ein weiteres Problem bei der Umsetzung des Programms Stadtumbau Ost, pflichtete ihm Gerhard Pfotenhauer bei. Er arbeitet für die Berliner Gesellschaft der behutsamen Stadterneuerung. Diese hatte die bundesweit rund 270 Konzepte Stadtumbau Ost auf dem Tisch. Pfotenhauer verwies auf eine weitere Fachtagung im März in Halle, wo es speziell um Finanzierungsfragen gehen soll.
"Zentraler Aspekt des Stadtumbaus ist der Mieter. Er ist das schlagkräftigste Argument - er kann gehen", fasste der Moderator den Workshop zusammen. Die vorgelegten Konzepte zum Stadtumbau hätten "Ansätze, aber keine Verbindlichkeit", machte er deutlich. Für den bevorstehenden Prozess der Umsetzung - Pfotenhauer veranschlagte dafür weit über zehn Jahre - brauche es einen Moderator von außen. Dieser müsse versuchen, bei den verschiedenen Interessen von Eigentümern, Kommune und Mietern einen Kompromiss zu finden.

www.nordkurier.de

17.01.2003
Neukieritzsch/Lobstädt: Wegzüge oft durch fehlende Jobs
Der Einwohnerschwund macht um Neukieritzsch und den durch eine Verwaltungsgemeinschaft verbundenen Nachbarort Lobstädt keinen Bogen. Deren Zahl sank im Vorjahr in Neukieritzsch und den Ortsteilen Lippendorf und Kieritzsch von 3769 auf 3722. In Lobstädt, einschließlich der Ortsteile Großzössen und Kahnsdorf, ging sie um 52 auf 2705 zurück.
164 Neukieritzscher verließen im vergangenen Jahr den Ort. In Lobstädt waren es 165. Diese fanden beispielsweise in Borna, Groitzsch, Rötha, Deutzen, Böhlen, Zwenkau, Frohburg und Geithain eine neue Heimat. Einige zogen in die alten Bundesländer, so nach Augsburg, München, Freising, Essen und Schwäbisch Hall.
Im gleichen Zeitraum wurden in Neukieritzsch 135 Zuzüge registriert, in Lobstädt 117. Die Betreffenden kamen zum Beispiel aus Borna, Kitzscher, Groitzsch, Pegau, Deutzen, Regis-Breitingen, Markranstädt und Schkeuditz. Vereinzelt wohnten sie zuvor in Haselbach, Lucka, Zeitz oder Erfurt.
Beide Bürgermeister sehen den Hauptgrund für die Wegzüge in der schlechten wirtschaftlichen Lage der Region und dem damit verbundenen Mangel an Jobs und Lehrstellen. Dennoch bleiben sie Optimist. Das Neukieritzscher Gemeindeoberhapt Henry Graichen verweist darauf, dass die Tendenz des Negativsaldos rückgängig ist, da im Jahr 2001 sogar 224 Einwohner die Koffer packten, denen lediglich 100 "Neubürger" gegenüberstanden. "Damit stieg die Zahl der Zuzüge gegenüber 2001 um etwa ein Drittel. Das resultiert daraus, dass wir das Wohnungsangebot qualitativ und quantitativ verbesserten." Davon ausgehend gelte es, mit einer guten Infrastruktur die Voraussetzungen für  Industrieansiedlungen zu schaffen sowie im Rahmen des Programms "Stadtumbau Ost" und durch Investitionen für ein attraktives Wohnumfeld zu sorgen. "Es ist natürlich nicht schön, wenn die Gemeinde Einwohner verliert, vor allem Jugendliche", so sein Lobstädter Amtskollege Wolfram Seiffert. Dennoch sei die Einwohnerzahl seit 1994 nicht so gravierend wie in anderen Orten zurückgegangen.
In Neukieritzsch wurden im Vorjahr 42 (2001: 44) und in Lobstädt 28 (23) Sterbefälle registriert. Dem stehen jeweils 24 Geburten gegenüber (2001: je 23). Dabei haben 27 Mädchen die Nase vorn. Einmal erblickten auch Zwillinge das Licht der Welt.

www.lvz-online.de

17.01.2003
Leipzig: LWB reißt 1500 Wohnungen ab - doppelt so viele wie im Vorjahr
Die LWB drückt jetzt beim Stadtumbau auf Tempo. In diesem Jahr sollen mindestens doppelt so viele Wohnungen wie 2002 abgerissen werden. Erstmals sind auch Hochhäuser außerhalb Grünaus dabei. Langsamer gehen es die Wohnungsgenossenschaften an. Weil sie meist anspruchsvollere Projekte als nur reinen Abriss verfolgen, stehen die Finanzierungszusagen noch aus.
"Wir sind auf dem richtigen Weg", meint LWB-Sprecher Gregor Hoffmann. Das kommunale Unternehmen habe im vergangenen Jahr 705 Wohnungen abgerissen: zumeist in Altbau-Ruinen. Mit dem Hochhaus Ludwigsburger Straße 30, das gleich neben dem Allee-Center stand, musste aber auch ein Neubaublock dran glauben.
In diesem Jahr sollen nun 1500 bis 2000 Wohnungen folgen - das wären mehr als doppelt so viele. "Bei dem Thema kehrt fast schon Routine ein. Wir wissen jetzt, wie lange eine Entmietung dauert und wie die Finanzierung läuft", sagt Hoffmann. Die LWB hatte im vergangenen Jahr zehn Grünauer Hochhäuser leer geräumt. Von diesen 1300 Wohnungen sind heute nur noch 20 belegt. "Erfreulicherweise sank im selben Zeitraum unsere Leerstandsquote im sanierten Bereich von 8 auf 6 Prozent."
2003 erhalte der Abriss von Neubaublöcken deutlich mehr Gewicht. Die Altbauten - dort soll es annähernd 100 Ruinen in ganz Leipzig an den Kragen gehen - machten höchstens noch die Hälfte der Aktivitäten beim Thema Stadtumbau aus.
Dieses Jahr wolle die LWB fünf 16-Geschosser und einen 9-Geschosser aus DDR-Zeiten schleifen - darunter erstmals auch zwei Hochhäuser außerhalb Grünaus in Mockau und in Schönefeld. Außerdem werden weitere 759 Wohnungen in Neubaublöcken leer geräumt, für die es noch keinen Abrisstermin gibt. "Zurzeit sind davon 365 Wohnungen belegt. Alle betroffenen Mieter sind schon informiert und werden von uns umfassend betreut", versichert Hoffmann. Nur bei wenigen Ausnahmen habe man keine gute Lösung gefunden. Rechtlich besehen bleiben jedoch viele Unklarheiten. So liegt bis heute keine inhaltliche Stellungnahme des Amtsgerichts zur Kündigung der letzten verbliebenen Familie in einem Grünauer Abriss-Hochhaus vor .
Trotzdem betonen auch die großen Wohnungsgenossenschaften, Betroffene würden meist viel Verständnis für unabwendbare Umzüge zeigen. So hat die Wogetra die Zahl der Mieter in ihrem Elfgeschosser an der Uranusstraße inzwischen so weit gelichtet, dass der Umbau zu einem treppenförmigen Terrassenhaus beginnen könnte.
An diesem Tag hat Leipzigs Chefplaner Engelbert Lütke Daldrup die Spitzen der wichtigsten Wohnungsgesellschaften, von Sächsischer Aufbaubank und Ministerien ins Rathaus eingeladen. "Für reinen Abriss und das Umfeld sind die Fördermittel klar", so der Beigeordnete. Es fehlten aber dringend Sanierungszuschüsse - wenn jemand einen Block verkleinern und zugleich aufwerten will.
Das plant die Lipsia mit ihrem riesigen Karree im Grünauer Wohnkomplex (WK) 8. Vorstand Wilhelm Grewatsch hofft, im Herbst könne das Mega-Projekt starten. Auch die Unitas wartet nur noch auf den Förderbescheid. "Wir nehmen dieses Jahr auf jeden Fall den Sechsgeschosser An der Lautsche 16 weg", so Vorstand Dieter Thomas. In etwa zwei Jahren komme die Saturnstraße 71 an die Reihe. "Dort planen wir einen großen Rodelberg für die Kinder aus den Nachbarhäusern."

www.lvz-online.de

16.01.2003
Mecklenburg-Vorpommern: Stadtumbau Ost“ gegen teure Leerstände
Für DDR-Bürger fiel beim Umzug in die lange ersehnte Neubauwohnung oft Weihnachten und Ostern zusammen. Doch hat das „Wohnen in der Platte“ mit den seit der Wende existierenden Alternativen deutlich an Attraktivität verloren. Vor allem junge Familien zieht es in Eigenheime am Stadtrand – oder gleich in den Westen. Abwanderung und Umzug verwandelten die einstigen Prestigeprojekte vielerorts zu tristen, leer stehenden Altlasten.
In Mecklenburg-Vorpommern, das seit 1990 mehr als zehn Prozent seiner Bevölkerung verlor, erhöhte sich der Wohnungs-Leerstand nach Angaben der Landes-Arbeitsgemeinschaft der Wohnungsunternehmen auf derzeit rund elf Prozent. Betroffen sind aber nicht nur Plattenbauten. Ein drastisches Beispiel ist Dranske im Norden der Insel Rügen. Der nahe gelegene Marinestützpunkt auf der Halbinsel Bug wurde geschlossen, die Einwohnerzahl sank seit der Wende von 3760 auf 1826 Menschen. Mit dem Exodus der NVA verwaisten auch die zuvor von Offizieren bewohnten Plattenbauten. „Obwohl im vergangenen Jahr schon zwei Häuser abgerissen worden sind, liegt der Leerstand bei 56,1 Prozent, Tendenz steigend“, sagt Bürgermeister Uwe Ahlers.
In Dranske fließen 1,75 Mio. Euro in den so genannten „Rückbau“. Drei weitere Häuser werden bis zum Frühjahr abgerissen. „Die leer stehenden Häuser sind eine schwere finanzielle Belastung für die ohnehin unter Druck stehende Gemeinde“, sagt Ahlers. Im Haushalt für 2003 klaffe ein Loch von etwa 500 000 Euro. Davon gingen allein 230 000 Euro auf den Leerstand zurück.
Die Todesglocke für die „Platte“ schlägt nach Ansicht von Dieter Vetter, Geschäftsführer der Stralsunder Wohnungsbaugesellschaft (SWG), noch lange nicht. Zwei Drittel der von der SWG verwalteten 13 500 Wohnungen seien Plattenbauten, Leerstand vier Prozent. „Sie sind nach wie vor eine wohnliche und gut bezahlbare Alternative, von einer Flucht kann keine Rede sein.“ Die Miete liege bei zwei bis 6,50 Euro je Quadratmeter. „Davon können Mieter andernorts nur träumen.“
Auch das größte Rostocker Wohnungsunternehmen Wiro konnte den Wegzug aus der Platte stoppen. Die Zahl der unvermieteten Wohnungen sinke seit dem Frühjahr sogar, sagt eine Sprecherin. Drei Prozent der rund 30 000 sanierten Wohnungen stehen noch leer. Vor allem in den Stadtteilen Schmarl und Groß Klein seien Wohnungen wegen der Internationalen Gartenbauausstellung (IGA) 2003 gefragt. Bei den etwa 3500 unsanierten Wohnungen der Wiro liege die Leerstandsquote dagegen zwischen 15 und 20 Prozent. Mit Hilfe des neuen Programms sollen auch hier bis 2009 insgesamt etwa 2200 Wohnungen verschwinden.
Mecklenburg-Vorpommerns Bauminister Helmut Holter (PDS) stemmt sich allerdings gegen Kahlschlags-Szenarien und die Furcht vor Abrissorgien. „Die Platte wird nicht schonungslos der Abrissbirne geopfert. Rückbau gibt es nicht nur in der Platte und auch da nur dort, wo er notwendig ist.

www.welt.de

16.01.2003
Pirmasens: Stadionabriss

Insgesamt 4,2 Millionen Euro kostet es, das Gelände des Städtischen Stadions, des Lippertschen Anwesens und des MTV Pirmasens entlang der Zweibrücker Straße für die Firma Kömmerling baureif zu machen. Einen entsprechenden Kostenvoranschlag verabschiedete der Hauptausschuss gestern in nicht öffentlicher Sitzung.
Alleine der Abriss der Gebäude inklusive des Städtischen Stadions kostet demnach 2,7 Millionen Euro. Mit den Arbeiten soll im Frühjahr begonnen werden. Im Spätsommer soll die Firma Kömmerling dann das komplett baureife Gelände in Form einer ebenen Fläche vom jetzigen Firmengelände bis zur B 270 übernehmen können.
Für 1,5 Millionen Euro verbuddelt die Stadt in dieser Zeit auf dem Gelände außerdem noch Versorgungsleitungen und ein Regenrückhaltebecken, das wegen der Firmenerweiterung nötig sein wird. Außerdem wird in der Zweibrücker Straße in Höhe des Städtischen Stadions eine zweite Werkszufahrt für den Kunststoff-Hersteller gebaut. Im kommenden Jahr wird Kömmerling auf dem Gelände neue Produktions- und Lagerhallen bauen. Als Ersatz für die wegfallenden Sportanlagen wird mit dem Bau des Sportparks auf der Husterhöhe begonnen, in dessen Rahmen auch ein Fußball- und Veranstaltungsstadion für 10 000 Zuschauer entstehen soll.
Der größte Teil der Kosten wird durch Landes- und Bundeszuschüsse getragen.

www.pz.pimasens.de

15.01.2003
Pößneck: verliert seit 50er Jahren Einwohner

Die Einwohnerzahl von Pößneck geht bereits seit den 50er Jahren kontinuierlich zurück. Der Bau von Pößneck-Ost konnte die negative Tendenz nicht aufhalten und eine Trendwende ist nicht absehbar. Das sagte Ulrich Weibler in einem OTZ-Gespräch zu den jüngst veröffentlichten demografischen Daten der Stadt. Der Pößnecker Unternehmensberater prognostiziert auf Grund von Berechnungen, die er im Rahmen einer Studie zum Stadtumbau Ost in Pößneck erstellt hat, für das Jahr 2020 etwa 10 250 Einwohner in Pößneck.
Ungünstig für die Stadt ist allerdings, dass sie "sehr viel stärker" überaltert ist als der Saale-Orla-Kreis oder Thüringen und die Zahl der Senioren weiter zunehmen wird. Die Menschen im Alter ab 65 Jahren machen derzeit 22,4 Prozent der Pößnecker Bevölkerung aus, im Jahr 2010 wird diese Quote bei 29,3 Prozent liegen und im Jahr 2020 bei 34,5 Prozent. Parallel dazu "sackt der Anteil der erwerbsfähigen Personen dramatisch ab", von 67,4 Prozent heute auf 53,6 Prozent im Jahr 2020, so Ulrich Weibler. Das bedeutet u. a., dass in Pößneck die Zahl der Menschen, die einen neuen Haushalt bilden können, zurückgeht bzw. sich halbiert.
Ungünstig für die Stadt ist nicht zuletzt, dass - wie übrigens in ganz Thüringen - seit Jahren verstärkt Frauen im reproduktionsfähigen Alter wegziehen, was die Chancen auf ein natürliches Bevölkerungswachstum schmälert. "Vielleicht ist es hier für junge Frauen schwierig, einen adäquaten Arbeitsplatz zu finden", sagt Ulrich Weibler zur bedenklichen Entwicklung. Ein in Umfang und Qualität unzureichendes Ausbildungsplatzangebot für junge Frauen hatte in der Region in den vergangenen Jahren die Jugendberufshilfe festgestellt.
www.otz.de

14.01.2003
Rathenow: Abrissbagger nehmen den ersten Plattenbau auseinander
Obwohl das Konzept zum Stadtumbau in Rathenow (Landkreis Havelland) erst demnächst verabschiedet wird, hat die Rathenower Wohnungsbaugenossenschaft (RWG) mit dem Abriss von Wohnungen begonnen. Seit gestern früh brechen Abrissbagger drei große Wohnblöcke Stück für Stück auseinander. In den Blöcken befanden sich 48 der insgesamt 2400 RWG-Wohnungen.
Die Arbeitsgemeinschaft, in der die Stadtverwaltung Rathenow, die RWG und die Kommunale Wohnungsbaugesellschaft Rathenow (KWR) an einem Stadtumbaukonzept arbeiten, ist sich einig darüber, dass der Abriss der drei Gebäude in der Brandenburger Straße erst der Anfang ist. Bis zum Jahr 2013 sollen in Rathenow etwa 2000 Wohnungen vom Markt genommen werden.
Die Wohnungsunternehmen müssen auf die Bevölkerungsentwicklung in Rathenow reagieren. Zurzeit leben hier noch 26 000 Menschen, im Jahr 2013 werden es nur noch 22 000 sein.
Das RWG-Vorstandsmitglied Uwe Hummel erklärte am Montag, seine Genossenschaft gehe mit dem Abrissvorhaben "in Vorleistung", der Beschluss zum Stadtumbaukonzept fehle noch. "Der Hauptgrund für den schnellen Abriss ist, dass uns vom MSWV Zuschüsse zugesagt wurden." Nur mit diesen Zuschüssen sei es der RWG möglich, Wohnungen in größerer Zahl abzureißen. Hummel bestätigte einen Fördersatz von etwa 60 Euro je Quadratmeter. "Die RWG", so Hummel weiter, "setzt in ihrem Konzept nicht nur auf den Rückbau, sondern vor allem auf sehr ehrgeizige Modernisierung.
"
www.maerkischeallgemeine.de

14.01.2003
Pößneck: Keiner will Häuser für eine Mark
Als vor einiger Zeit Handwerker am Tor des Weißen Rosses in Pößneck gesehen wurden, hieß es in der Stadt: "Der Wagner richtet endlich das Weiße Ross".
Nico Wagner, Chef der Pößnecker Rosenbrauerei, ließ die ehemalige Gastwirtschaft in der Pößnecker Fußgängerzone allerdings nicht sanieren. Er versperrte nur die Einfahrt des Weißen Rosses ordentlich, weil sie als Deponie und Abort missbraucht wurde.
Zur Rosenbrauerei gehören eine ganze Reihe Immobilien, darunter zwölf Gastwirtschaften zwischen Auma und Goßwitz, Linkenmühle und Orlamünde. Fünf Wirtshäuser stehen allein in Pößneck. Die Freude sei groß gewesen, als diese Häuser rückübertragen wurden, gibt Nico Wagner zu verstehen. Doch dann habe sich herausgestellt, dass diese Immobilien einen "negativen Wert" hätten, weil sie nicht rentabel zu bewirtschaften seien.
Die Beseitigung einiger teils verkommener Häuser bringe auch nichts, denn der Abriss sei jeweils viel teurer als der Wert der Grundstücke. Einzelne Häuser, darunter auch den Rosengarten in Pößneck, habe er Kommunen oder privaten Interessenten "für eine Mark schenken" wollen, zugeschlagen habe keiner.
Gerade zum Weißen Ross gebe es "ordnerweise Planungen", sagt Nico Wagner. Doch noch keine dieser Planungen habe gezeigt, "dass ich das Geld, das ich da reinstecke, zu meinen Lebzeiten wieder sehe". Kostendeckende Pachten seien in Pößneck nicht zu erzielen. Deshalb werde sich beispielsweise auch am Rosengarten in Pößneck-Öpitz baulich nichts tun. Lehrgeld in sechsstelliger Höhe habe er in Orlamünde, wo der Stern wieder leer stehe, genug gezahlt.

www.otz.de

14.01.2003
Rostock:  Flucht aus der Platte ist vorbei
Jeder Fünfte ist weg: Zum Jahresende 1998 zählte Toitenwinkel noch 18 646 Einwohner. Bis Ende September vergangenen Jahres sank die Zahl auf 14 635, so die Zahlen aus der Stadtverwaltung.
Dass der Stadtteil Einwohner verliert, ist nicht zu übersehen, aber noch kein Grund zur Sorge, urteilt Ortsamtsleiter Wolfgang Westphal. In erster Linie sieht er den derzeitigen Trend als eine Folge der Altersentwicklung. Die Kinder, die hier zunächst mit einzogen, sind jetzt flügge geworden. „Jugendliche, die in Toitenwinkel aufwuchsen, gehen jetzt in die Berufsausbildung oder zum Studium. Damit schrumpft die Einwohnerzahl automatisch“, erläutert der Ortsamts-Leiter. Eltern orientieren sich häufig neu, wenn die Kinder aus dem Haus sind, suchen sich kleinere Wohnungen – möglicherweise auch in anderen Stadtteilen.
Die „Flucht aus der Platte“ hat es in Toitenwinkel nach Westphals Beobachtungen auch gegeben – diesen Prozess hält er allerdings für abgeschlossen. Die Tatsache, dass jetzt in Toitenwinkel die Sanierung der Wohnungen in vollem Gange ist, könnte noch einmal zu einer Fluchtbewegung geführt haben. „Das kehrt sich aber um, wenn die Wohnungen fertig sind.“
Das Bundesprogramm „Stadtumbau Ost“ soll Kommunen die Chance geben, „dauerhaft leerstehenden Wohnraum“ gegebenenfalls auch abzureißen. In Toitenwinkel scheint dies zunächst kein Thema zu sein. Westphal weiß, dass einige Wohnungsunternehmen planen, mehrere kleine Wohnungen zu großen zusammenzulegen. Um Freiflächen, Spielplätze und andere Anlagen im Wohngebiet kümmert sich die Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung (RGS). „Das Programm Stadtumbau Ost ist gedacht, um lebensfähige, lebens- und liebenswerte Stadtteile zu schaffen“, erläutert Roland Blank von der RGS.
www.ostsee-zeitung.de

14.01.2003
Zwickau: Schule verkommt zur Müllhalde
„Meine Enkeltochter ist hier bis vor zwei Jahren zur Schule gegangen.“ Evi Weiß steht vor dem Gebäude am Eckersbacher Lunikweg. Sie zeigt auf die eingeschlagenen Fensterscheiben der ehemaligen Komarowschule und schüttelt den Kopf. „Entweder hat es eine Explosion gegeben oder jemand wusste nicht wohin mit seiner Kraft. Weitere Passanten gesellen sich dazu: „Das Gelände verkommt immer mehr zur Müllhalde. Hoffentlich fällt das Haus nicht mal zusammen.“
Zumindest diese Bedenken kann Hans-Christian Hecker, der Leiter des Liegenschaftsamtes, zerstreuen. „Wir haben Untersuchungen gemacht. Das Objekt ist von der Tragkonstruktion her standsicher. Aus dieser Sicht kann nichts passieren“, versichert er. Trotzdem bietet es ein Bild des Jammers. Obwohl die Türen zugemauert sind, herrschen auch im Inneren chaotische Zustände.
Eigentlich hätte die Komarowschule im Rahmen des Projektes Stadtumbau Ost abgerissen werden sollen. Doch plötzlich stand ein Investor aus dem Altenpflegebereich auf der Matte, der Interesse an dem Plattenbau zeigt. „Da wäre natürlich ideal, wenn jemand das Gebäude so nimmt, wie es ist. Aber im Moment sind wir immer noch im Stadium der gegenseitigen Absprachen“, so der Liegenschaftsamtschef zum Stand der Dinge. Und wie lange hat jener Investor Zeit, sein Interesse zu zeigen? „Sobald Mittel für den Rückbau zur Verfügung stehen, werden wir ihn auffordern, seine Ernsthaftigkeit nachzuweisen.
www.freiepresse.de

13.01.2003
Rostock: Leerer Kasse zum Trotz

Viele Gäste kamen am Donnerstag zur Ortsbeiratssitzung in Toitenwinkel. Denn die Tagesordnung hatte es in sich.
Finanzsenator Sebastian Schröder informierte über den Ernst der Lage und versuchte, frühzeitig Verständnis für zum Teil unliebsame Maßnahmen zu wecken. Roland Blank, kaufmännischer Abteilungsleiter der Rostocker Gesellschaft (RGS), berichtete über den zweiten Bauabschnitt der Wohnumfeldgestaltung in der Martin-Luther-King-Allee. Zu seiner Unterstützung waren drei Vertreterinnen von Wohnungsgesellschaften und der Wiro erschienen. Und über die Stadtbibliothek sowie die Perspektiven der Zweigstellen im Nordosten sprach deren Leiter Manfred Heckmann.
Senator Schröder erklärte mit Zahlen und Diagrammen, warum es in der Stadt immer schwieriger werde, alle Standards zu halten. Ein Grund sind die sehr geringen Steuereinnahmen, die in nächster Zeit sicherlich nicht enorm steigen werden. Im Haushaltssicherungskonzept von 2002 bis 2005 stehen über 50 Positionen, die Veränderungen der Lage bewirken sollen, erklärte Sebastian Schröder. So sollen in der Stadtverwaltung 700 Stellen abgebaut werden. Was wiederum bedeutet, dass einige Aufgaben aus dem Angebot der Verwaltung wegfallen.
Dass Toitenwinkel in der Frage der Wohnumfeldverbesserung nur Randlage sei, wie ein Bürger vermutete, konnte weder von Senator Schröder noch von Roland Blank von der Rostocker Sanierungsgesellschaft bestätigt werden. Der erste Bauabschnitt in der Martin-Luther-King-Allee wurde im letzten Jahr beendet, der zweite in diesem Jahr fortgesetzt. Die Mittel dazu wurden bestätigt. Toitenwinkel benötigt weiterhin Hilfe, um das Wohnumfeld zu verbessern, damit sich die Bewohner wohlfühlen und nicht wegziehen. In der Martin-Luther-King-Allee gibt es jetzt 500 Pkw-Stellplätze, aber 1000 wären notwendig. Dabei sind die Wohnungsunternehmen, ohne die in diesen Fragen nichts geht, Partner der RGS. Nach den Absprachen wird im Herbst mit den Arbeiten begonnen. Sabine Schünemann von der Wiro informierte schließlich, dass weder in Toitenwinkel noch in Dierkow Häuser abgerissen oder zurückgebaut werden.

www.svz.de

12.01.2003
Pirmasens: Husterhöhe steht für Entwicklung der Stadt
Auf der Husterhöhe entstehe ein Gewerbepark, Sport- wie Wohnpark Husterhöhe nähmen langsam Gestalt an, auch in das schon tot gesagte Banana Building in der Rodalber Straße sei Leben eingekehrt, sagte Krekeler. Gerade im Bereich Husterhöhe sehe man auch den Fortgang der Ausbauarbeiten an der B 10, die gerade im vergangenen Jahr deutliche Fortschritte gemacht haben. "Der tägliche Stau ist passe, es gibt wieder freie Fahrt nach Pirmasens, die Vororte werden zunehmen entlastet", sagte der OB.
Zeichen, dass Pirmasens sich verändere, finde man auch an anderer Stelle. "Der Bahnhof und sein neues Umfeld bieten den Gästen einen freundlichen Empfang, die Neugestaltung der Parks im Strecktal und am Eisweiher macht diese Orte zu einladenden Erholungsgebieten vor der Haustür", meinte Krekeler.
Der Oberbürgermeister gestand durchaus ein, dass viele Projekte nicht realisierbar wären ohne Zuschüsse der europäischen Union, des Bundes und des Landes. Dazu gehöre das Pilotprojekt "Stadtumbau West" mit Zuschüssen von rund sieben Millionen Euro für den Rheinberger sowie die Neugestaltung und Anbindung der Messe. "Insgesamt werden in diesem Jahr 31 Millionen Euro in öffentliche Projekte investiert", kündigte Krekeler an.
Kummer bereitet dem Oberbürgermeister auch die Bevölkerungsentwicklung. Um einem weiteren Rückgang entgegen zu wirken, habe die Stadt die Erschließung neuer Wohngebiete in Angriff genommen, als Beispiele nannte Krekeler Erlenbrunn und Hengsberg sowie Imserbühl.
Um die Menschen in Pirmasens zu halten, bedarf es auch der entsprechenden wirtschaftlichen Infrastruktur. Auch da habe sich einiges getan. Der Technopole-Park der Wissenschaften nehme konkrete Formen an, auf "Bunker Hill" entstehe zudem ein Baukompetenzzentrum. Und das Prüf- und Forschungsinstitut ziehe Ende des Monats in sein neues Domizil.
www.ron.de

11.01.2003
Torgelow: Stadt trifft strategische Entscheidungen

Mit mehreren Entscheidungen stellte die Stadtvertretung Torgelow jüngst die Weichen für weitere wichtige Entwicklungen in der Stadt. Obwohl die Abstimmungen wie üblich in diesem Kommunalparlament jeweils kurz und bündig sowie einstimmig über die Bühne gingen, sind die Auswirkungen langfristiger Art. Denn gleich sieben Beschlüsse wurden zur Aufstellung von Bebauungsplänen (B-Plänen) in verschiedenen Gebieten Torgelows gefasst.
Bürgermeister Ralf Gottschalk  stellte aber klar, dass mit den Beschlüssen nicht sofort Baurecht geschaffen wird. "Wir reden hier über so genannte Eröffnungsbeschlüsse", verdeutlichte er. Nun würde sukzessive entschieden, welche B-Pläne höchste Priorität haben. Die Erarbeitung der einzelnen Pläne sei zudem recht langwierig, sagte Gottschalk.
Die Aufstellungsbeschlüsse umfassen Gebiete am Spartakusstadion, in Drögeheide, der südlichen Borkenstraße, in Spechtberg (Hauptstraße/Mozartstraße), der Bahnhofstraße, der Eggesiner Straße sowie dem Terrain zwischen Wilhelmstraße, Wiesenstraße und Fabrikstraße.
So hält das Rathaus mit der Überplanung der zwei Flurstücke rund um das Spartakusstadion an der Idee eines Naherholungsgebietes fest. Im Zusammenhang mit der Diskussion um die Errichtung eines Naturparkes sei die Stadt durch den Uecker-Randow-Kreis darauf aufmerksam gemacht worden, dass Torgelow zu wenig Übernachtungskapazitäten aufweist, "insbesondere für die Unterbringung von Reisegesellschaften, die mit Bussen in die Region kommen", wie es in dem Beschlussentwurf heißt.
Um etwas grundsätzlich anderes geht es bei den Planungen für die Bahnhofstraße. Durch die Aufstellung des B-Planes sollen die Voraussetzungen für die Umgestaltung des Neubauviertels geschaffen werden, die unter anderem auch den Abriss von Plattenbauten beinhaltet. "Der Rückbau von Wohnungen zur Entdichtung der Baustruktur, die Reduzierung der Geschossigkeit und die Aufwertung der Freiräume", sind Ziele, die in dem Beschluss der Stadtvertretung genannt werden. Gedacht wird auch an die Installation von Aufzügen, um das Wohnen für Senioren und Behinderte zu ermöglichen.
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11.01.2003
Leinefelde:  1350 Wohnungen sind ohne Mieter

Der Wohnungsleerstand in der Leinefelder Südstadt hat eine dramatische Höhe erreicht. 1330 Wohnungen (!) stehen zurzeit in dem zu DDR-Zeiten erbauten Plattenbaugebiet leer. Um die Reduzierung des Bestandes durch weitere Rückbauten und Abrisse komme man nicht umhin. Exakte Vorgaben gebe der seit 1994 entwickelte Rahmenplan und das Entwicklungskonzept. "Wir gehen davon aus, dass wir bis zum Jahr 2010 etwa 1450 Wohnungen vom Markt nehmen müssen bei gleichzeitiger hochwertiger Modernisierung des vermietbaren Restbestandes und einer weiteren offensiven Eigenheimpolitik", so Bürgemeister Reinhardt.
Der Leerstand bereitet der Wohnungsbau- und Verwaltungs GmbH Leinefelde. (WVL) nach den Worten von Geschäftsführer Peter Moos große Schwierigkeiten. Die Fortführung des Stadtumbauprogramms sei dringend geboten. Es gehe um Reduzierung des Bestandes durch Abriss bzw. Rückbau hin zu einer zufrieden stellenden Größenordnung und um die Modernisierung und ein angenehmes Wohnumfeld. Die bisherigen Aktivitäten hätten gezeigt, dass dieses Konzept richtig sei, damit wieder mehr Menschen in die Leinefelder Südstadt ziehen. Im aktuellen Gesamtbestand der WVL einschließlich der unsanierten Wohnungen liege der Leerstand noch über 20 Prozent. Von den sanierten Wohnungen seien weniger als zehn Prozent leer.
Der hohe Wohnungsleerstand in Leinefelde widerspiegelt auch den enormen Einwohnerschwund der Stadt. Seit der Wende verlor sie allein in der Kernstadt 5000 Einwohner. Derzeit, so Bürgermeister Reinhardt, betrage die Einwohnerzahl 14 500. Der Einwohnerverlust sei aber nicht mit Wegzügen gleichzusetzen, sondern sei ,,im Besonderen in unserer jungen Stadt auch ein Ergebnis des deutlichen Geburtenrückganges". Zudem verweist Reinhardt auf neue Arbeitsorte, familiäre Ursachen sowie individuellere Wohnmöglichkeiten im näheren und weiteren Umfeld Leinefeldes
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11.01.2003
Strasburg: Nur wenig "Luft" für Stadtsanierung im Jahr 2003
Keine "großen Sprünge" bei der Städtebausanierung kann die Stadt Strasburg in diesem Jahr machen. Ursache dafür sei die marode Finanzsituation in der Kommune, wie Bürgermeister Norbert Raulin (SPD) gestern sagte. Die Stadtvertreter hätten beschlossen, Gelder aus dem Vermögenshaushalt der Stadt vor allem zur weiteren Sanierung der beiden Schulen einzusetzen. Für Maßnahmen der Stadtsanierung sei die finanzielle Lage sehr angespannt, bestätigte das Anklamer Büro der BIG Städtebau als zuständiger Sanierungsträger Strasburgs. Als eines der wenigen Projekte plane man in diesem Jahr den Abriss des Hauses 63 in der Langen Straße. Das Objekt sei mit einem vertretbaren Aufwand nicht mehr zu sanieren. Die Denkmalschutzbehörde habe dem Abbruch bereits zugestimmt, informierte die BIG Städtebau weiter. Die Stadt stehe bei dem Grundstück in der Pflicht der Sicherung, was Kosten verursache. Mit dem Abriss werde das städtische Grundstück wieder bebaubar gemacht oder könne veräußert werden.
Auch im privaten Bereich wird sich nach Angaben der BIG im Jahr 2003 nicht allzu viel tun. Zwar gebe es Anträge von privaten Bauherren auf Städtebau-Fördermittel. Ob diese aber bewilligt werden können, sei wegen der angespannten Haushaltslage unklar. Die Kommune müsse Eigenmittel zusteuern, was gegenwärtig aber nicht möglich sei.
Dem Sanierungsträger zufolge sind auch Fördermittel über das Stadtumbau-Programm Ost beantragt worden. Dies sei über das städtische Wohnungsunternehmen erfolgt. Eine Zusage über die Bewilligung der Gelder liege aber noch nicht vor.
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10.01.2003
Fürstenberg/Havel: In der Altstadt steht jede dritte Wohnung leer
Mit erheblichem Leerstand bei Wohnungen und Gewerbeflächen haben nicht nur Kommunen der Uckermark ihr Problem, sondern auch die benachbarte Havelstadt Fürstenberg im Landkreis Oberhavel.
Durchreisenden wird die Angelegenheit bereits links und rechts der B 96 an etlichen gardinenlosen Wohnungen, dekorationsfreien Schaufenstern und seit Jahren offenen Baulücken ersichtlich. In Fürstenberg stehen 17 Prozent der Wohnungen leer, in der Altstadt sind es sogar 30 Prozent. Dem trug man insofern Rechnung, als innerhalb des Wettbewerbes "Stadtumbau Ost" ein Stadtentwicklungskonzept vorgelegt wurde. Bei diesem Wettbewerb ging Fürstenberg zwar leer aus, aber immerhin wurden die Kosten für das Konzept gefördert. In diesem Papier werden nun zur Abänderung dieses Zustandes unter anderem Vorschläge unterbreitet, sich von unvermietbaren Wohnungen bzw. Häusern zu trennen. In konkreten Fällen könnte das Abriss heißen, ohne dass die Baulücken wieder bebaut würden. Der so gewollte Freiraum hieße dann nach Konzept "Auflockerung von Wohnzonen". In der Wallstraße soll demnächst der Straßenausbau beginnen.

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10.01.2003
Saalfeld: Genossenschaft will Wohnblöcke stilllegen

Erstaunt und befremdet reagierten Mieter der Saalfelder Wohnungsgenossenschaft (WG), als sie zum Weihnachtsfest ein Schreiben ihres Vermieters in den Händen hielten, in dem er ihnen gern eine neue Wohnung anbieten will.
Die Genossenschaft denkt daher an eine vorübergehende Stilllegung des Hauses, denn ein höherer Vermietungsgrad scheint der Genossenschaft derzeit unrealistisch.
Im Stadtentwicklungskonzept wird der Abriss von Häusern am Stadtrand wie eben Am Lerchenbühl empfohlen. Der Abriss des genannten Blockes sei derzeit aber kein Thema,  schon weil es keinen Beschluss des Aufsichtsrates gäbe.
Weil die Mieter u. a. höhere Heizkosten hätten, weil sie leere Wohnungen mitheizen müssen, erhalten sie einmalig einen Heizkostenzuschuss von 100 Euro.
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09.01.2003
Auerbach: Stadtrat muss sich mit Sorgenkind befassen
Mit dem Sanierungskonzept für die Auerbacher Wohnungsbau GmbH (AWO) wird wieder mal eines der „Sorgenkinder“ des Stadtrates auf der Tagesordnung stehen.
Friedrich Fuchshatte zunächst darauf gedrängt, am regulären Sitzungstermin festzuhalten und zusätzlich eine Sondersitzung einzuberufen. „Das Thema ist zu wichtig, als dass wir es unter dem Druck einer langen Tagesordnung behandeln“, hatte Fuchs dem OB entgegnet, der dem Stadtrat den Vorschlag unterbreitet hatte, den Sitzungstermin zu verlegen. Erst als Johannes Graupner versicherte, die Tagesordnung bleibe überschaubar und so ausreichend Zeit, das AWO-Sanierungskonzept zu diskutieren, lenkte die SPD-Fraktion ein. Zuvor hatte auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Joachim Otto für eine Verlegung plädiert. „Eine Sondersitzung würde zusätzlich Geld kosten“, lautete sein Argument.
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08.01.2003
Rostock: Schule in Dierkow seit Sommer leer

Sinkende Schülerzahlen bedeutet Fusion von Schulen, was wiederum nicht mehr benötigte Gebäude nach sich zieht. In Dierkow steht eines bereits seit dem Sommer leer.
Die Gutenberg-Schule, ein klassischer Plattenbau zwischen Tessenow- und Gutenbergstraße, wird seit Monaten nicht mehr benötigt. "Wir verhandeln mit Interessenten, aber es geht nicht so recht voran", beschreibt Sabine Kahle, Leiterin des Rostocker Liegenschaftsamtes, den aktuellen Stand. Das Problem: Bei der Nutzung des Gebäudes oder Areals schwebte ihr eher eine gewerbliche Nutzung irgendeiner Art vor. Gespräche mit potenziellen Investoren hätten aber gezeigt, dass eher Wohnungsbau, vielleicht in Richtung betreutes Wohnen, favorisiert werde.
Ob das an dieser Stelle jedoch überhaupt gewünscht wird, dazu müssten Abstimmungen innerhalb der Verwaltung, mit den Stadtplanern erfolgen, erläutert Sabine Kahle. Danach, und falls bis dahin kein Käufer gefunden wurde, könnte es eine erneute Ausschreibung geben. Vermutlich Mitte Februar. Sabine Kahle ist an einer schnellen Lösung interessiert, denn ungenutzte Gebäude kosten die Stadt Geld. Und ein Abriss durch die Stadt wäre die ungünstigste Variante. "Die Suche nach einem Investor hat absoluten Vorrang", signalisiert Sabine Kahle sogar einen gewissen Verhandlungsspielraum.
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08.01.2003
Leinefelde: Weitere Abrisse in der Südstadt
Der Wohnblock Herschelstraße 39 bis 61 in der Leinefelder Südstadt  wird jetzt mit schwerer Technik dem Erdboden gleichgemacht. Diese weitere Rückbaumaßnahme sei erforderlich auf Grund des Wohnungsleerstandes in Leinefelde und erfolge im Rahmen des städtischen Stadtumbauprogramms, sagte Barbara Wagner von der Geschäftsleitung der Wohnungsbau- und Verwaltungs GmbH Leinefelde (WVL) dem Tageblatt.
Das über Eck errichtete Gebäude enthielt 120 Wohneinheiten. Die Mieter seien zu 70 Prozent in modernisierte Wohnungen des WVL-Bestandes eingezogen, so Wagner. Der in dem Gebäude bislang mit untergebrachte Friseursalon befindet sich nun unweit vom früheren Standort im Verwaltungsgebäude der WVL. Für die frei werdende Fläche, so Wagner, sei vorerst keine andere Bebauung geplant.
Der Startschuss für die nächste Abbruchmaßnahme der Leinefelder Wohnungsbaugenossenschaft (LWG) wird am morgigen Donnerstag gegeben. Ersatzlos "zurückgebaut" werden in der Beethovenstraße die vor 25 Jahren gebauten 40 Wohnungen der Eingänge 18 bis 24. Wie LWG-Vorstand Paul Schmidt berichtet, erfolgt an den Seiten ein geordneter Rückbau, da die jeweils direkt anschließenden Eingänge erhalten bleiben. Die Bausubstanz im mittleren Bereich werde zertrümmert. Das Ganze werde einschließlich der Sicherung der Nachbar-Giebelwände bis Ende Februar geschehen sein. Vorgesehen ist, die künftig offene Fläche ab dem Frühjahr zu einer Grünanlage mit Palisaden und Bepflanzung zu gestalten. Somit werde hier das Wohnumfeld aufgewertet, erklärt Schmidt.
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08.01.2003
Meerane: Wohnungsleerstand und kein Ende abzusehen

2003 wird ein schwieriges Jahr, da ist sich Jürgen Prée vom Vorstand der Westsächsischen Wohnbaugenossenschaft sicher. Der ohnehin schon hohe Leerstand ist das bestimmende Thema. Etwa 300 der insgesamt 800 Wohnungen dort sind zurzeit unbewohnt. Jürgen Prée geht davon aus, dass das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist.
Dieser Situation muss gegengesteuert werden, ist sich der Vorstand einig. Deshalb wird in der Geschäftsstelle der Genossenschaft in der Ringstraße weiter an einem neuen Unternehmenskonzept gearbeitet. Grundlage ist eine Neubewertung des Gesamtwohnungsbestandes nach Lage, finanzieller Ertragskraft und baulichem Zustand. Ein wesentlicher Bestandteil des Konzeptes sind die Abrisspläne für die Gebäude Oststraße 50 bis 84. Mit dem Freizug wurde bereits im vergangenen Jahr begonnen. Bisher sind 190 der 216 Wohnungen leergezogen. Bis Ende 2003 sollen die letzten 26 Familien mit adäquaten Wohnraum versorgt sein. Im Frühjahr 2004, so der Zeitplan, will man dann die ersten Platten abtragen.
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07.01.2003
Land Brandenburg: Fast jede sechste Wohnung steht leer
Der Bevölkerungsrückgang in vielen Regionen Brandenburgs bringt Wohnungsunternehmen in wirtschaftliche Gefahr. Ein Viertel dieser Unternehmen ist von der Pleite bedroht, stellt das Wohnungsministerium jetzt fest. In Ferbellin (Ostprignitz-Ruppin) und Peitz (Spree-Neiße) mussten im vergangenen Jahr bereits zwei ländliche Unternehmen den Gang zum Konkursrichter antreten.
Von 221 Unternehmen, die im Brandenburgischen Verband der Wohnungsunternehmen zusammengeschlossen sind, stehen 53 vor einer Existenzgefährdung, warnte Minister Hartmut Meyer (SPD). Bei diesen Unternehmen liege der Leerstand inzwischen bei mehr als 15 Prozent, was in Deutschland als Signal für drohende Zahlungsunfähigkeit gelte. Laut Meyer haben 25 der bedrohten Unternehmen sogar mit einem Leerstand über 20 Prozent zu kämpfen und »in Einzelfällen sogar über 30 Prozent«. Landesweit stehen derzeit ca. 150000 Wohnungen leer, was einer durchschnittlichen Leerstandsquote von zwölf Prozent entspricht. Im Schnitt kostet eine leere Wohnung das Unternehmen einen halben Euro pro Quadratmeter und Monat.
Wohnungsunternehmen mit einem hohen Altbauanteil sind tendenziell stärker gefährdet als solche mit Neubauten, hält der Minister fest. Er führt das auf den höheren Instandsetzungsbedarf zurück. Sanierungskosten und Belastungen aus Kreditaufnahmen seien bei diesen Unternehmen höher. Wenn dann noch ein bedeutender Wohnungsleerstand hinzukomme, sei die Gefährdung vorhanden.
Eine Insolvenzwelle würde ihre Wirkung auch auf die Haushalte der Kommunen nicht verfehlen, fährt Meyer fort. Zum einen wären sie direkt betroffen, weil sie sich vielfach durch die Übernahme von Bürgschaften für Altschulden, Modernisierungskredite oder andere Formen der Mithaftung an das Schicksal der Unternehmen gebunden haben. Indirekt würde eine Pleitewelle deshalb Auswirkungen haben, weil die Wohnungsunternehmen für die staatlichen Stellen eigentlich der Hauptpartner bei der vorgesehenen Gestaltung des Stadtumbaus seien.

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07.01.2003
Oschatz: Abriss von unsanierten Häusern gestartet
In seiner Neujahrsrede hat es Oberbürgermeister Andreas Kretschmar auf den Punkt gebracht: Am Abriss und Umbau ungenutzter Wohnungen führt in Oschatz kein Weg vorbei. Nach seinen Angaben gibt es derzeit im gesamten Stadtgebiet 1500 leer stehende Wohnungen. Die wirken sich nicht nur negativ auf das Stadtbild aus, sondern bringen oftmals auch die Hauseigentümer in wirtschaftliche Schwierigkeiten.
Ein Abrisskonzept soll die Wohnungssitutation in Oschatz nun mittelfristig verbessern. Als städtisches Unternehmen geht die Oschatzer Wohnstätten GmbH den ersten Schritt und lässt derzeit in der Bahnhofstraße 44 ein Mehrfamilienhaus abreißen. "Das ist unser erstes Haus innerhalb des Programms Stadtumbau Ost, das abgerissen wird", bestätigte gestern Wohnstätten-Geschäftsführerin IngeburgFahl auf OAZ-Anfrage. Noch in diesem Jahr sollen neun weitere Wohngebäude in der Bahnhofstraße verschwinden. "Wenn die Mittel fließen", schränkte die Wohnstätten-Chefin ein. Bisher ist nur Geld für den laufenden Abriss in der Bahnhofstraße 44 vorhanden. OBM Kretschmar drängt deshalb darauf, dass nun weitere Fördermittel fließen, um das Konzept zügig umsetzen zu können.
Im Rahmen des Programms Stadtumbau Ost kann der Abriss ungenutzter Wohngebäude mit maximal 70 Euro pro Quadratmeter gefördert werden, die der Bund und Sachsen übernehmen. Ein zusätzlicher Abriss-Anreiz für die Wohnungsunternehmen ist, dass sie teilweise von den Altschulden aus dem Wohnungsbau befreit werden sollen - mit ebenfalls 70 Euro pro Quadratmeter. "Das ist für uns ganz wichtig", schätzte Ingeburg Fahl ein. Und was passiert mit den Abrissgrundstücken, wenn die Wohngebäude verschwunden sind. Dann sollen sie für Kaufinteressenten attraktiv hergerichtet werden.
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05.01.2003
Sachsen-Anhalt: Bevölkerungsschwund macht radikalen Stadtumbau nötig
Der komplexe Umbau der Städte wird nach Ansicht von Sachsen-Anhalts Bauminister Karl-Heinz Daehre zunehmend an Bedeutung gewinnen. Schrumpfende Städte seien wegen der demographischen Entwicklung jedoch zunehmend auch ein Problem Westdeutschlands. Der Leerstand hier lag bei steigender Tendenz Ende vergangenen Jahres durchschnittlich bei rund 3,2 Prozent. Das Thema „zu viel Architektur und zu wenig Menschen“ gehöre auch hier auf die Tagesordnung.
In Ostdeutschland stehen derzeit rund eine Million Wohnungen leer, allein in Sachsen-Anhalt mit über 200000 etwa 15 Prozent des Gesamtbestandes. Etwa die Hälfte davon müsse abgerissen werden, je 50 Prozent in Plattenbausiedlungen beziehungsweise in den Altstädten, erklärte Daehre. Während einige Städte mit unter zehn Prozent betroffen seien, gebe es in anderen Kommunen bereits Leerstände von 20 Prozent und mehr.
Der Minister forderte für das kommende Jahr nach der Devise „Klotzen statt Kleckern“ ein Umsteuern im millionenschweren Bund-Länder-Programm „Stadtumbau Ost“, für das zu Jahresbeginn der Startschuss gegeben wurde.
Der Politiker forderte mehr Mut: „Ganze Quartiere müssen unter die Abrissbirne. Das hat den größten städtebaulichen Effekt.“ Die dann freien Flächen sollten zunächst mit Erde und Rasen belegt werden, das sei „die kostengünstigste Variante“. Später könnten die Kommunen hier Einfamilienhaussiedlungen bauen lassen oder Parks anlegen.
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03.01.2003
Grimmen: Miet- und andere Schulden drücken
Wie  sieht die Bilanz der beiden Wohnungsunternehmen der Stadt aus – der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft Grimmen (GWG) und der Wohnungsgenossenschaft. OZ fragte GWG-Geschäftsführer Bodo Ludewig und Kornelia Thymian, geschäftsführender Vorstand der Genossenschaft.
Ludewig will gar nicht so recht auf den wunden Punkt zu sprechen kommen, der ihm nicht nur eine schlaflose Nacht bereitet haben dürfte – die zig Millionen Kreditlast, die die GWG – deren hundertprozentiger Gesellschafter die Stadt ist – drückt.
Die Modernisierung der Wohnblöcke sei im wesentlichen abgeschlossen, erklärte Ludewig. Den Leerstand der Wohnungen bezifferte er auf fünf Prozent, was nach Möglichkeit gehalten werden soll. Ein Problem sei aber, die Wohnungen in der 4. und 5. Etage zu vermieten. Der Einbau von Fahrstühlen könnte daran sicher etwas ändern, doch aus Kostengründen stellt sich die Frage gar nicht. Private Wohnungsanbieter seien zweifellos ein Konkurrent – zumal sie andere Wohnungsschnitte offerieren. Doch auch eine solche bauliche Veränderung kostet – zuviel.
Wie Ludewig betonte, sei, den Kapitaldienst für die aufgenommenen Kredite zu bedienen, eine schwierige Aufgabe, zumal die Hauteinnahmequelle die Mieten seien, an denen aber nicht gedreht werden soll. Sie bleiben stabil, versicherte der Geschäftsführer, etwas anderes gebe die Situation in Grimmen gar nicht her.
Bei der Wohnungsgenossenschaft ist im Verlauf dieses Jahres viel innerhalb des Wohnungsbestandes getan worden – im Gegensatz zu früheren Jahren, wo vor allem die äußere Hülle der Blöcke verschönert wurde, sagte Kornelia Thymian. In den Jahren 2001 und 2002 wurden insgesamt 1,03 Millionen Euro für Modernisierungen ausgegeben.
Seit August verfügt die Genossenschaft in der Leningrader Straße 72 auch über zwei Gästewohnungen – eine Zweieinhalb- und eine Zweiraumwohnung. Dieses Angebot werde schon rege genutzt, berichtete sie.
Der Leerstand der Wohnungen ist nach ihren Worten angestiegen und liegt derzeit bei über 7,5 Prozent. Auch die Genossenschaft hat Schwierigkeiten, die Wohnungen in den oberen Etagen zu vermieten. Als ein Problem bezeichnete sie die Altersstruktur der Bewohner. „Unsere Mitglieder werden immer älter, aber es kommen keine neuen, jüngeren nach“, stellte sie fest. Die Bemühungen zielen darauf, die Mitglieder zu halten und neue zu gewinnen. Doch mit Letzterem sehe es schlecht aus. „Die jungen Leute gehen dorthin, wo die Arbeit ist.“

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02.01.2003
Greifswald: Hansestadt besitzt seit gestern nur noch ein kommunales Wohnungsunternehmen
Die Umsetzung der Fusion wurde mit der Beurkundung der notariellen Verträge im Dezember abgeschlossen. OZ sprach mit Fritz Richter, der die Geschicke der verbleibenden WVG führt.
OSTSEE-ZEITUNG: Seit dem 1. Januar 2003 greift der Geschäftsbesorgungsvertrag zwischen WVG und GWH. Was versteht man darunter?
Fritz Richter: Die Aufsichtsräte beider Unternehmen hatten für die Zusammenführung eine Anteilsübertragung empfohlen. So kam es auch: Die WVG hält 94,5 Prozent an Anteilen der GWH, die restlichen Anteile liegen bei der Stadt. Das bedeutet, rein juristisch gibt es noch eine GWH – mit ihrem Immobilienbesitz. Sie tritt jedoch nach außen hin nicht mehr in Erscheinung.
OZ: Und warum dieser Weg?
Richter: Weil damit nur ein Gesellschafterwechsel erfolgt, aber kein Eigentümerwechsel. Die optimale Lösung wäre ein Verschmelzen beider Unternehmen gewesen. Doch da es hier um einen erheblichen Grundbesitz ging, wäre eine Grunderwerbssteuer von rund 3,5 Millionen Euro fällig gewesen.
OZ: Der geplante Stadtumbau bezieht sich auch auf den steigenden Wohnungsleerstand. Wie sieht der insgesamt aus?
Richter: Bei der GWH lag er bei neun bis zehn Prozent und ist mit dem unsrigen vergleichbar.
OZ: Glauben sie angesichts der Finanzlage bei Bund und Land noch an den Umbau des Ostseeviertels Parkseite?
Richter: Wenn wir noch etwas schaffen, dann ist es dieses Gebiet. Hier haben wir Planungsvorlauf, woanders nicht.
OZ: Der Umbau soll so verlaufen, dass die Mieten noch finanzierbar sind. Generell heißt es von Greifswald, dass wir sehr hohe Mieten haben.
Richter: In Schwerin, Rostock und anderswo sind die Mieten kommunaler Unternehmen eher höher als bei uns. Sicher haben wir an einigen Orten vergleichsweise hohe Mieten. Aber es gibt auch noch preiswerte Wohnungen. Die Spanne reicht bei der WVG von 2 bis 6,50 Euro.
OZ: Betrachten Sie die Zusammenlegung mit der GWH für die WVG als gute Partie?
Richter: Nun, die GWH ist für die WVG nicht unbedingt ein Gewinn. Aber für die Stadt war es eine richtige Entscheidung.
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