Newsticker Archiv Januar 2003
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31.01.2003
Gera: Einblick genommen in die Bieblacher Perspektiven
"Perspektiven für Bieblach" ist der Titel des Faltblattes mit
Informationen zum städtebaulichen Rahmenplan für die Wohngebiete Bieblach-Ost
und Bieblacher Hang, das gestern im Stadtteilbüro reißenden Absatz fand. Der Tag
der offenen Tür dort zog von der ersten Schulklasse schon 10 Uhr bis zu den
Kurzvorträgen mit anschließenden Einzelgesprächen ab Uhr 15 und nochmals 17 Uhr
eine stattliche Interessentenschar an. Vor den mit Karten und Plänen
"tapezierten" Wänden wurde lebhaft debattiert.
Kein Wunder, ist doch der wegen der demographischen Entwicklung Geras notwendige
Stadtumbau Thema auch für Bieblach. Dort auf Grundlage eines vom Stadtrat
bereits informell beschlossenen Rahmen- und Sozialplanes. Was dahinter steht,
machte Hermann Straeb vom beauftragten Dresdener Planungsbüro deutlich: Zwar
wollen laut Befragung 78 Prozent der Leute vom Bieblacher Hang und 64 Prozent
aus Bieblach-Ost in ihrem Wohngebiet bleiben, erhalten Wohnumfeld und eigene
Wohnung vielfach positive Bewertung. Und dennoch haben beide Teile von Bieblach
jeweils an die 3000 Einwohner verloren.
Um dem enormen Leerstand Rechnung zu tragen und zugleich den Trend möglichst zu
stoppen, müssen am Hang wie in Ost mit ihrer auch altersmäßig jeweils ganz
anderen Bebauung und Bewohnerschaft maßgeschneiderte Konzepte her.
"Stabilisierbare Kernbereiche" heißen in der Sprache der Planer die von Straeb
erläuterten Zukunftsvorstellungen. Schon konkreter konnten es Vertreter
städtischer Ämter machen, die über den Baubeginn für die Skaterbahn auf dem
Bieblacher Berg, übers künftige Freizeit- und Familienzentrum in der
Kindertagesstätte Fritz-Gießner-Straße 14 oder den noch dieses Jahr startenden
Bau eines Radweges längs der Thüringer Straße informierten. Jede Menge
Debattenstoff also; die Leute aus "beiden Bieblach" griffen ihn gern auf.
www.otz.de
30.01.2003
Potsdam: Abriss - Meyer räumt Stadtumbau trotz Sparzwang
Priorität ein
Trotz des Sparzwangs soll dem Stadtumbau in
Brandenburg auch künftig Priorität eingeräumt werden. Die Programme der Städte-
und Wohnungsbauförderung sollten weitgehend von Kürzungen verschont werden,
sagte Bauminister Hartmut Meyer am Mittwoch im Potsdamer Landtag. Auch die
Parlamentarier sprachen sich für eine weitere intensive Förderung des
Stadtumbaus aus und stimmten einem Antrag der rot-schwarzen Koalition zur
Beschleunigung des Prozesses aus.
Meyer betonte, der Stadtumbau bleibe das Problem der kommenden Jahre. An dem
Prozess seien mehrere Ressorts beteiligt. Allein der Leerstand zwinge zur
Weiterführung der Programme der Städtebauförderung. Allerdings sollten die
Programm neu justiert und damit effizienter gestaltet werden. Dazu liefen
Gespräche mit dem Bund.
Unter anderem setzt sich Meyer dafür ein, dass künftig auch kinderlose
Interessenten beim Erwerb von Wohneigentum in den Städten unterstützt werden.
Zudem sollen die Kommunen bei Aufwertungsarbeiten künftig nur noch einen
Eigenanteil von bis zu 20 Prozent statt wie bislang einem Drittel der Kosten
aufbringen müssen. Wichtig ist dem Minister zudem, dass die
Wohnungsgesellschaften von den Altschulden auf mittlerweile abgerissenen
Wohnraum entbunden werden.
Nach den Worten von Meyer rücken beim Stadtumbau künftig zunehmend «Fragen der
Stadttechnik» in den Mittelpunkt. Bereits im vergangenen Jahr sei damit begonnen
worden, die Auswirkungen der demografischen Veränderungen und der notwendigen
Wohnungsabrisse auf die Anlagen der Wasserver- und -entsorgung und der Fernwärme
zu untersuchen.
Einen weiteren Schwerpunkt der Arbeit sieht der Minister künftig in den Dörfern.
Da bislang keine flächendeckenden Daten über den Wohnungsleerstand im ländlichen
Raum vorliegen, habe das Agrarministerium eine entsprechende Umfrage gestartet.
Ergebnisse erwartet Meyer im Februar. Bereits jetzt würden Möglichkeiten für
einen kombinierten Einsatz der Instrumente der Dorferneuerung sowie der
Wohnungs- und Städtebauförderung ausgelotet.
«Die Städte schrumpfen», sagte Ziel. Deshalb müssten Erleichterungen für
Kommunen und Wohnungsgesellschaften geschaffen werden. Dazu gehöre die Befreiung
von der Grunderwerbssteuer bei Fusionen von schwachen Unternehmen.
Brandenburg habe zurzeit einen Leerstandsanteil von 13,5 Prozent. Das sind 150
000 Wohnungen. Angesichts dieser Entwicklung habe die Union deutlich gemacht,
dass die Kommunen weiterhin förderpolitische Priorität genießen werden. Nach
Angaben von Meyer ist im Zuge des Stadtumbauprogramms bis 2009 der Abriss von 48
000 Wohnungen vorgesehen
www.moz.de
29.01.2003
Chemnitz: Wohnungsunternehmen stimmen Abrisspläne ab
Angesichts von derzeit fast 44.000
leerstehenden Wohnungen in der Stadt haben sich die großen Chemnitzer
Wohnungsunternehmen jetzt auf die nächsten konkreten Schritte für den Stadtumbau
geeinigt. So sollen in den nächsten beiden Jahren insgesamt mindestens 2400
Wohnungen abgerissen werden.
Neben den 9,1 Millionen Euro Fördermittel, die noch kurz vor Weihnachten zur
Verfügung gestellt wurden, stehen jetzt weitere 4,2 Millionen Euro zur
Verfügung. Nach Informationen aus dem Stadtentwicklungsamt fließen die 4,2
Millionen Euro speziell in die Aufwertung des Heckertgebietes und der
Gablenzsiedlung. Die bereits kurz vor Jahreswechsel von der Sächsischen
Aufbaubank bewilligten 9,1 Millionen Euro sind dagegen für den Abriss von
Wohngebäuden im gesamten Stadtgebiet vorgesehen. Insgesamt haben sich die großen
Chemnitzer Wohnungsunternehmen sowie private Einzeleigentümer den Abriss von
10.000 Wohnungen bis 2006 vorgenommen. 16o0 davon verschwanden bereits bis Ende
2002.
Noch im Februar, so die Ankündigung der Stadt, will das Baudezernat mit
Vertretern der Mieterbeiräte und der Bürgerinitiative Hutholz sowie den
Wohnungsgesellschaften und der Stadtumbau GmbH die nächsten Maßnahmen im
Wohngebiet Hutholz-Nord beraten und ein Bürgerforum für den März vorbereiten.
Intensiv einbeziehen in den Stadtumbau will die Stadt in diesem Jahr auch den
Bestand der Wohnungsbaugenossenschaft Chemnitz-Helbersdorf. Das finanziell
angeschlagene Wohnungsunternehmen überarbeitet derzeit ihr Sanierungskonzept mit
den dazugehörigen Bestands- und Abrissplänen. Sobald das Sanierungskonzept
vorliege, können auch die Quartierskonzepte für die Stadtteile Morgenleite,
Markersdorf-Nord, Helbersdorf und Am Flughafen mit den Mietern beraten und
fortgeschrieben werden.
www.freiepresse.de
28.01.2003
Triebes: Angespannte Lage auch bei Triwo zu spüren
Die äußerst angespannte Lage auf dem
Wohnungsmarkt bekommt auch die Triebeser Wohnungsbau GmbH (Triwo) zu spüren.
Darauf machte Bürgermeister Gerhard Helmert aufmerksam, als er vor dem
Stadtrat in der vorigen Woche den Jahresabschluss 2001 für das kommunale
Wohnungsunternehmen präsentierte, in dem der Wohnungsbestand der Städte Triebes
und Hohenleuben bewirtschaftet wird.
Die Geschäftsführung der Triwo nannte die Ergebnisse des Wirtschaftsjahres 2001
zufrieden stellend. Rudolf Theilig machte deutlich, dass der Fehlbetrag
insbesondere auf außerplanmäßige Abschreibungen zurückzuführen sei. Dazu gehören
die so genannten "Kasernen" am Kieferberg und im Hainacker in Triebes. Für die
betreffenden Objekte sei der Abriss beschlossene Sache. Zu den Gebäuden am
Kieferberg soll es in diesen Tagen eine erste Anlaufberatung geben, informierte
der Triwo-Geschäftsführer. Für den so genannten Rückbau seien Förderzusagen im
Rahmen Stadtumbau Ost/Städtebauförderung gegeben worden, erläuterte Theilig. Und
so werde sich neben den laufenden Instandhaltungen die Investitionstätigkeit der
Triwo in diesem Jahr im Wesentlichen auf diese Rückbaumaßnahmen beschränken.
Nach Helmerts Ansicht sollte die schon vor Jahren ins Auge gefasste Fusion der
Wohnungsbaugesellschaften von Auma, Langenwetzendorf, Pausa, Mühltroff und
Triebes nicht adacta gelegt werden. Sie sei ein wirksames Mittel, um die
wirtschaftliche Situation der kommunalen Wohnungsunternehmen weiter zu
stabilisieren. Ein im Moment unüberwindlicher Hemmschuh dabei bleibe die im
Falle der Fusion zu zahlende Grunderwerbssteuer, so Helmert abschließend.
www.otz.de
28.01.2003
Cottbus: Abriss von 560 Wohnungen an der Gelsenkirchener
Allee
In Sachsendorf sollen kurzfristig weitere 560 unsanierte Wohnungen abgerissen
werden, um den Leerstand in der Stadt Cottbus zu reduzieren. Betroffen ist jetzt
das Wohnungsquartier rund um die Gelsenkirchener Allee. Am Dienstag, 28. Januar,
informieren die Stadtverwaltung Cottbus sowie die Vermieter Gebäudewirtschaft
Cottbus (GWC) und Gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft «Stadt Cottbus» (GWG)
die Bewohner über die Planungen für Vorhaben in den nächsten Monaten. Nach den
ersten Erfahrungen beim Projekt in der Turower Straße soll das nun fertige
Konzept für die Gelsenkirchener Allee vorgestellt werden. Die morgige
Bürgerversammlung beginnt um 18 Uhr in der Aula der 8. Gesamtschule,
Schwarzheider Straße 7. Im Zuge des Stadtumbaus werden nicht nur Wohnungen
abgerissen, sondern auch neue Grün- und Parkflächen geschaffen. Noch in diesem
Jahr sollen die Arbeiten beginnen, die mit Fördermitteln von Bund und Land,
städtischen Geldern sowie Eigenmitteln der Unternehmen realisiert werden. Im
Zuge des Stadtumbaus werden nicht nur in Sachsendorf Wohnungen abgerissen. In
den nächsten Jahren setzt sich der Prozess in Schmellwitz sowie anderen
Stadtteilen fort.
www.lr-online.de
27.01.2003
Berlin:
Schwerpunkt Umbau, nicht Abriss von Marzahn-Nord
Die Einwohner von Marzahn-Nord sind nicht
grundsätzlich gegen das Programm »Stadtumbau Ost«. Das ergab eine
Einwohnerversammlung am Sonnabend. 350 Bewohner der Havemann-, Niemeker- und
Wörlitzer Straße waren gekommen, um Informationen über geplante Baumaßnahmen zu
erhalten – aber gerade die bekamen sie nicht. Einig waren sich Senatsvertreter,
Bezirkspolitiker und Wohnungswirtschaftler darüber, dass 1000 Wohnungen
»rückgebaut«, also abgerissen werden müssen. Einen Zeitplan gibt es dafür noch
nicht. Aber die Mieter sind durch Mitteilungen der WBG Marzahn verunsichert,
fühlen sich zum »freiwilligen« Auszug aus Marzahn-Nord bewegt.
Alles hänge vom Geld ab, betonte Frau Schürmer-Strucksberg, Referatsleiterin in
der Senatsbauverwaltung. Das Geld für den Abriss von rund 1000 Wohnungen in der
Region sei schon da, aber das sei nur der eine Teil, wenn denn wirklich der
Umbau im Mittelpunkt stehen solle. Über die Finanzen zur Sanierung und
Modernisierung der noch verbleibenden 500 Wohnungen habe der Senat sich noch
nicht einigen können.
Inzwischen ziehen immer mehr Menschen weg. In einigen Wohngegenden hat sich der
Leerstand seit Oktober auf 56 Prozent erhöht. Insgesamt sollen in Marzahn 2284
Wohnungen abgerissen werden.
Er setzt einen Schwerpunkt auf die alten DDR-Mietverträge: Wenn Mieter durch die
Umbaupläne der WBG ihre Wohnungen verlassen müssen, sollen für das neue
Mietverhältnis die Bedingungen weiter gelten. Zu den ungeklären Fragen gehört
die Zukunft der ehemaligen Gastsstätte Marzahner Krug. Oder: Warum sollen jetzt
Häuser abgerissen werden, die vor drei Jahren mit Fördermitteln teilweise
saniert worden sind? Warum werden die Mieter während der Bauphase nicht in
Ausweichquartiere umgesetzt und können anschließend in ihre alte Wohngegend
zurück?
www.nd-online.de
25.01.2003
Berlin: Kopfstand in Schulsporthallen ohne Schule
Unterricht ist nicht alles, was sich in
Berliner Schulsporthallen abspielt. Wenn es Abend wird, tummeln sich hier
Vereine und Sportgruppen. Nun gibt es aber immer weniger Kinder und infolge
dessen werden Schulen geschlossen. Das Berliner Sportfördergesetz verpflichte
dazu, die Turnhallen für die Vereine offen zu halten, so Marzahn-Hellersdorfs
Bildungsstadträtin Marlitt Köhnke . Dafür sind aber Baumaßnahmen erforderlich,
denn in der Regel ist die Versorgung der Turnhallen mit Strom, Wasser und Wärme
an die inzwischen leer stehenden Schulgebäude gekoppelt, die zumeist abgerissen
werden sollen. Köhnke schätzt die Umbaukosten auf 150000 Euro pro Turnhalle. Die
Stadträtin möchte die Gelder aus dem Topf »Stadtumbau Ost« nehmen. Zwölf
Millionen Euro erhielt der Bezirk aus diesem Programm. Da müsste genug Geld für
die Turnhallen abfallen, findet Köhnke. Derzeit besteht das Problem für zehn
Turnhallen im Bezirk, darunter die der ehemaligen 3. Realschule am Teterower
Ring und der 2. Hauptschule an der Landsberger Allee.
Bis zum Schuljahr 2006/2007 sollen stadtweit noch einmal mindestens 20 Schulen
geschlossen werden, davon zehn in Lichtenberg. Nach Angaben von Bildungssenator
Klaus Böger benötigen Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf 1,65 Millionen Euro,
um Turnhallen von Schulen abzutrennen.
www.nd-online.de
24.01.2003
Eggesin: erhält langsam neues Gesicht
Land und Bund haben endgültig grünes Licht
für den Abriss von 13 Neubaublöcken in Eggesin gegeben. Nachdem die Randowstadt
Ende vergangenen Jahres über das Programm "Stadtumbau Ost" eine Förderung in
Höhe von 3,78 Millionen, gültig bis zum Jahr 2006, bewilligt bekommen hatte,
gingen im Rathaus jetzt die 13 Einzelbewilligungsbescheide vom Land ein, sagte
der Leiter des Eigenbetriebes Wohnungswirtschaft, Bernd Grothmann, auf
Nordkurier-Anfrage.
Denn selbst wenn die 13 Platten bereits leer gezogen waren, haben die Häuser den
Eigenbetrieb immer noch wirtschaftlich belastet. So seien unter anderem
Grundsteuern, Versicherungsbeiträge sowie Kosten für regelmäßig notwendige
Sicherungsarbeiten angefallen, erklärte Grothmann.
Abgerissen werden die bereits leeren Blöcke Zlotower Straße 13 bis 20 sowie die
Platten in der Adolf-Bytzeck-Straße. Bis zum Sommer soll der Rückbau beendet
sein, versprach Grothmann.
Er freue sich, dass nach den bereits in der zweiten Jahreshälfte 2002 gelaufenen
Abrissmaßnahmen in Eggesin nun bald "fast alle Schandflecke beseitigt" sind,
sagte Brauer. "So langsam bekommt unsere kleine Stadt ein neues Gesicht", ist
der Vize-Bürgermeister überzeugt.
Insgesamt sollen mit der bewilligten Förderung in Höhe von 3,78 Millionen Euro
1000 Wohnungen abgerissen werden. Mit dem Rückbau dieser leerstehenden Quartiere
würden sich aber längst noch nicht alle Probleme der Wohnungswirtschaft in
Eggesin erledigen, stellte Brauer klar. Denn der Kapitaldienst für die Kredite,
die Eggesin einst für den Kauf der Wohnungen vom Bundesvermögensamt aufgenommen
hatte, läuft nach wie vor - auch für die Wohnungen, die abgerissen werden.
www.nordkurier.de
23.01.2003
Potsdam: Koalitionsfraktionen fordern schnelleren
Stadtumbau
Die Koalitionsfraktionen SPD und CDU fordern
eine Beschleunigung des Stadtumbaus in Brandenburg. Mit dem bis 2009 laufenden
Programm «Stadtumbau-Ost» würden lediglich die dringendsten Maßnahmen
eingeleitet, heißt es in einem gemeinsamen Antrag, der am Donnerstag im Landtag
vorlag. Die Landesregierung solle prüfen, ob auch Förderprogramme anderer
Ministerien zu Unterstützung dieses Vorhabens herangezogen werde können.
Genannt wurde eine mögliche Öffnung von EU-Programmen zugunsten des Stadtumbaus.
Zudem sollten eine Verlängerung der Investitionszulage des Bundes über das Jahr
2004 hinaus sowie eine Förderung des Kaufs von Eigentumswohnungen auch bei
kinderlosen Interessenten angestrebt werden. Die Abgeordneten forderten das
Kabinett auf, im Bundesrat entsprechend aktiv zu werden.
Binnen eines Jahres ist laut Bauministerium die Wohnungs-Leerstandsquote in
Brandenburg von 12,6 auf 13,5 Prozent angestiegen. Bei einem Leerstand von 15
Prozent sei ein Wohnungsunternehmen vor die Existenzfrage gestellt.
www.moz.de
23.01.2003
Rostock: Kolumbusring als Magistrale gestalten
Das Programm Stadtumbau Ost bietet Chancen
für Schmarl. Das verdeutlichte Thorsten Gebhards von der RGS. Mit dem Tempo der
Wünsche kann es allerdings nicht Schritt halten.
Das liegt daran, dass in Jahresscheiben gefördert wird, erklärte Gebhards.
Einiges ist bereits auf den Weg gebracht worden, wie der Fuß- und Radweg am
Schmarler Damm. Anderes wird erst nach der IGA realisiert. Zum Beispiel setzt
Gebhards auf eine Aufwertung des Bereiches Kolumbusring. Der Stadtplaner sieht
diesen Straßenzug perspektivisch als eine Magistrale vor sich. Dafür muss nicht
nur das Umfeld des Schmarler Landgangs vom Müll und Dosen befreit werden, die
das Areal als Schandfleck erscheinen lassen, sondern insgesamt eine Veränderung
der Situation z. B. auch durch das Neuanlegen des alten Teiches und ähnliches
vorfenommen werden.
Das von der RGS beauftragte Planungsbüro Planiver steuert eine Verbesserung der
Sport- und Freizeitmöglichkeiten an; das Haus 12 soll inhaltlich erweitert
werden. Auch Spielplätze vertragen einen Qualitätsschub. Die bewerteten Plätze
erhielten das Prädikat "Nicht ausreichend". Die Qualität der Freiräume ist
ebenfalls unbefriedigend. Hier sieht das Förderprogramm eine Verbesserung der
Möglichkeiten vor.
Hier dämpfte Gebhards die Hoffnungen: Bis zur IGA wird nicht alles zu schaffen
sein, nach der IGA geht der Prozess der Umgestaltung weiter .
www.svz.de
22.01.2003
Neubrandenburg: Bauvorpläne, die in der Schublade
blieben
Das Hochhaus Am Anger 17 in der Südstadt wird
als erster Plattenbau in der Viertorestadt abgerissen. Ende März soll die
Abrissbirne anrollen, geht aus einer Ausschreibung der Neubrandenburger
Wohnungsgesellschaft hervor.
Im Zusammenhang mit der Projektierung des Kaufhofes Süd wurde in den Jahren 1959
und 1960 auch ein Grundprojekt für die Errichtung eines elfgeschossigen Gebäudes
entworfen. Dieses sollte am Standort des jetzt zum Abriss vorgesehenen
Hochhauses errichtet werden und die Angerbebauung abrunden. Vorgesehen waren im
Hauptgebäude Wohnungen in unterschiedlichen Wohnungsgrößen mit schräggestellten
Balkonen und einer Dachterasse. Im angegliederten zweigeschossigen Flachbau war
eine großzügig bemessene Gaststätte mit überdachter Freiterrasse vorgesehen.
Dieser Flachbau sollte den typischen Charakter des Kaufhofes aufnehmen.
Unterhalb und neben der Freiterasse der Gaststätte, die über Freitreppen zu
erreichen war, sollten Teichanlagen und Grünflächen zum Wohlbefinden der Bürger
beitragen.
Dieser Entwurf kam nicht zur Ausführung, da aus Kostengründen und einer
effektiveren weichen musste.
Die Projektierung des Kaufhauses Innenstadt erfolgte in drei Bauabschnitten, von
denen nur die beiden Bauabschnitte Turmstraße und Stargarder Straße im Jahre
1960 fertiggestellt wurden. Der 3. Bauabschnitt in der Neutorstraße wurde nie
realisiert. Nur das gemeinsame Treppenhaus für den Abschnitt 2 und 3 erinnert in
der Neutorstraße an das unvollendete Bauvorhaben. I
Das Grundprojekt Wohnungsbau und Kino zwischen Hotel und Dümperstraße in der
Treptower Straße mit einem Kino für ca. 500 Zuschauer im Innenhof
Waagestraße/Treptower Straße sah eine viergeschossige Bebauung mit Steildach in
Anpassung an die traditionelle Bauweise der umgebenden Innenstadtbebauung vor.
Dieses Grundprojekt wurde zugunsten der Marktbebauung mit dem Haus der Kultur
und Bildung und dem Vorhaben Baustelleneinrichtung (späteres Kosmosgebäude)
aufgegeben. In der Waagestraße erfolgte dann die Errichtung des Hochhauses. Das
steht heute noch, muss aber als städtebaulicher Missstand gewertet werden.
www.nordkurier.de
22.01.2003
Parchim: Optimismus - Signale für Erlass der Altschulden
Durchaus optimistisch geht die Geschäftsführung der WOBAU Parchim ins neue Jahr.
Das Land Mecklenburg-Vorpommern habe signalisiert, dass dem bereits 2001
gestellten Antrag auf Erlass der Altschulden zugestimmt werde. Das größte
Wohnungsunternehmen der Kreisstadt kommt somit in den Genuss von
Komplementärmitteln in Höhe von knapp 2,3 Millionen Euro für die Instandhaltung
und Sanierung des Wohnungsbestandes. Diese Summe entspricht dem Betrag an
Altschulden und ist Grundvoraussetzung für den Erlass der Belastungen aus der
Vergangenheit.
Die WOBAU, so Geschäftsführer Gerd Beyer, habe dafür ein langfristiges
Entwicklungskonzept erarbeitet, das schwerpunktmäßig auf Rückbau, Sanierung und
Modernisierung des Wohnungsbestandes abzielt und eine Gesundung des Unternehmens
ermögliche. Allein der Rückbau von 620 Wohnungen bis in das Jahr 2008 - die
WOBAU verfügt selbst über 3500 Wohnungen, 1000 weitere unterliegen ihrer
Verwaltung - trage erheblich zur Entlastung des Betriebes bei und wirke dem
immensen Leerstand spürbar entgegen, der sich bei der WOBAU bereits bei rund 15
Prozent eingependelt hat.
Beyer betont, dass innerhalb der Wohnungsunternehmen Fragen zur
Altschuldenproblematik nach wie vor ein akutes Thema seien. "Es könnte alles
viel schneller gehen und auch mit einem wirtschaftlichen Aufschwung verbunden
sein, wenn die Politik dieses Problem endlich lösen würde." Die alten
Belastungen machen es vielen Wohnungsunternehmen unmöglich, in moderne,
zeitgemäße Unterkünfte für ihre Mieter zu investieren. Die Folge seien
Insolvenzen, unzufriedene Mieter, ein noch größerer Leerstand. Das sei absolut
nicht zu akzeptieren, so der Geschäftsführer.
www.svz.de
22.01.2003
Arnstadt: Der Platte geht es an die Substanz
Die
Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Arnstadt GmbH (WBG) hat 4400 Wohnungen in
ihrem Bestand. Dazu zählen auch die Gebäude der ehemaligen Garnison Rudisleben
und die Chema-Blöcke. Eine Leerstandsquote von derzeit 15 Prozent und einen
Mietrückstand von insgesamt einer Million Euro gab Geschäftsführer Andreas Adolf
gestern bekannt.
Auf Grund der hohen Abwanderung vor allem junger Menschen aus Arnstadt und nach
einer aktuellen Prognose zur demographischen Entwicklung würde sich der
Leerstand weiter erhöhen. Adolf rechnet damit, dass im Jahre 2015 für mindestens
2400 Wohnungen die Mieter fehlen. Vor diesem Hintergrund erstellte die WBG ein
Unternehmenskonzept, das bereits Eingang in das städtebauliche
Entwicklungskonzept von Arnstadt fand. Im Juni des vergangenen Jahres fasste der
Stadtrat den Beschluss dazu. Danach müssen im Jahr 2004 die ersten Plattenbauten
weichen. Es handelt sich um 60 Wohnungen am Floraweg 2 bis 12. Ein Großteil der
Mieter sei bereits ausgezogen, für die Übrigen wäre entsprechender Wohnraum im
Angebot. Das Ziel sei es, das Haus bis zum Ende des Jahres frei zu ziehen. Die
Wohnungsbaugesellschaft hofft nun auf die Bewilligung der in Aussicht gestellten
Landesförderung für diesen Abriss. Ein Bescheid liegt noch nicht vor. Es sei
nicht das schönste Wohnungsgebiet am Floraweg, der an einer Ausfallstraße liege
und neben einem Industriebetrieb, betonte Adolf. Die Nachnutzung dieser dann
abgeräumten Fläche stelle jedoch kein Problem dar. Die in der Nachbarschaft
ansässige Firma Arnstädter Büromöbel GmbH & Co. KG hätte Interesse am Erwerb des
Grund und Bodens signalisiert. Eine Erweiterung dieses Firmengeländes würde für
das Büromöbelwerk den Standort für die nächsten Jahrzehnte sichern können.
www.thueringer-allgemeine.de
22.01.2003
Zschopau: Chancen auf zusätzliche Gelder für
Wohnblock-Abriss
Für den in diesem Jahr vorgesehenen Abriss
des Neubaublocks am Meixnerweg in Zschopau mit 120 Wohnungen scheint es noch
Hoffnung zu geben. Ursprünglich sollten statt der 510.000 nur 170.000 Euro
Fördermittel fließen. Damit wäre das für das im Frühjahr geplante
Abriss-Unternehmen im August-Bebel-Gebiet nicht möglich gewesen.
„Wir haben zwar keine hundertprozentige Zusage bekommen, aber das
Bankunternehmen hat uns mit relativ großer Sicherheit noch Gelder für dieses
Jahr in Aussicht gestellt“, berichtet Thomas Berger, Sachgebietsleiter für
Stadtplanung im Zschopauer Bauamt. Ob die Mittel in Höhe von 340.000 Euro
fließen, soll jedoch frühestens im April feststehen. Sachsens Innenministerium
sowie der Bund müssen noch ihre Zustimmung geben. „Zschopau hat relativ große
Chancen, in den Genuss der Mittel zu kommen, weil die abrissbereiten Wohnungen
relativ schnell freigezogen werden“, weiß Berger.
„Unser letzter Mieter wird am 28. Februar ausziehen“, erklärt Siegfried Kulleck,
Vorsitzender der Wohnungsgenossenschaft Zschopau. Ab Mai wäre der Block seinen
Worten zufolge abrissbereit. „Natürlich entstehen uns Kosten, wenn der Block
leer steht. Aber diese halten sich im Rahmen. Die Versorgungsleitungen werden
Schritt für Schritt gekappt.“
Der Abriss selbst soll dann relativ schnell vonstatten gehen. „Innerhalb von
vier bis acht Wochen ist das erledigt“, erläutert Siegfried Kulleck.
www.freiepresse.de
22.01.2003
Dranske: Bagger soll heute der Platte zu Leibe
rücken
Statt betongrau sehen sie in den Plänen der
Gemeinde schon grün aus, jene Flächen, auf denen heute noch die Neubaublöcke aus
DDR-Zeiten stehen. „Werden Entwicklungsflächen der Gemeinde, die Investoren
angeboten werden können“, zitiert der Dransker Bürgermeister Uwe Ahlers aus den
besagten Plänen. Und könnte möglicherweise das Gras schon wachsen hören. „Denn
mit dem Abriss weiterer drei Plattenbauten soll begonnen werden“, so Ahlers
weiter.
„Schon heute“, kann Frank Lange ergänzen. Der ist Bauleiter der in Mukran
ansässigen Gollan Recycling GmbH, die den Zuschlag für diese Arbeiten erhalten
hat. Ausgeführt werden die von 12 Beschäftigten der Firma. Für die Dranske kein
Neuland ist. Denn das Unternehmen hat bereits die Blöcke 1 und 9 dem Erdboden
gleich gemacht. Ende Dezember 2001 war von denen nichts mehr zu sehen. „Seit dem
9. Dezember vergangenen Jahres sind wir hier wieder im Einsatz“, weiß Frank
Lange. Ein Block sei in den zurückliegenden Wochen entkernt worden, „damit der
Greifer ab heute die Platte Stück für Stück abtragen kann“. Die werde an Ort und
Stelle zerbröselt, um auf dem Recyclinghof des Unternehmens in Mukran
schließlich zu Baustoffen für den Straßenbau weiterverarbeitet zu werden.
„Abgerissen“, so Bürgermeister Ahlers, „werden die Blöcke 2, 3 und 4 mit jeweils
70 Wohneinheiten.“ Das Ganze erfolge innerhalb des Programms Stadtumbau Ost.
1,75 Millionen Euro habe die Kommune von Bund und Land dafür bekommen. Die
Übernahme des DDR-Erbes liegt dem Bürgermeister noch heute schwer im Magen, denn
der akute Leerstand der Plattenbauten belastet den Haushalt der Gemeinde. Die
hatte die Blöcke in den 90er Jahren für rund 8,7 Millionen Mark vom Bund
gekauft. In immer mehr Wohnungen gingen nach und nach aber die Lichter aus. „Der
Leerstand hat zu siebenstelligen Verlusten geführt“, erinnert Uwe Ahlers auch an
die daraus resultierende Zwangsverwaltung der Kommune, die 2001 jedoch wieder
aufgehoben worden ist. Deshalb mische sich auch Grün in die Dransker Zukunft.
Doch bis es grünt, hat der Bagger noch oft in die Platte zu greifen. „Urlauber
werden von den drei Blöcken im Sommer aber schon nichts mehr sehen. Bis Juni
sollen die platt gemacht sein“, tupft der Bürgermeister schon mal in den
Farbtopf.
www.ostsee-zeitung.de
21.01.2003
Gotha: Abriss - Wie auf ´nem Pulverfass
Unmut begleitet den geplanten Abriss von
Plattenbauten in Gotha-West. Das bekamen Stadtplaner und Wohnungswirtschafter
jüngst bei einer Einwohnerversammlung zu spüren. Sie setzen Aufklärung dagegen.
Stadtplaner Roland Adlich versichert, dass ein langfristiger Prozess eingeleitet
wurde, der öffentlich begleitet werde.
Ein Grundübel: Genaue Abrisstermine stehen nicht definitiv fest, weil
Fördermittelzusagen fehlen. So lautet die Formel: Sanieren, Umzug, dann leere
Plattenbauten abreißen. "Eigentlich sollte der Prozess schon viel weiter sein",
sagt Inge Hoffmann von der Wohnungsbaugenossenschaft Gotha. Doch das langwierige
Genehmigungsverfahren verzögere den Ablauf. Das Abrissprogramm erstreckt sich
bis 2010. Mittlerweile stapeln sich Aktenberge beim Landesverwaltungsamt Weimar.
Aus planerischer Sicht habe es keinen Sinn, Lücken in die Struktur zu reißen,
sagt Adlich. Abriss soll an Randzonen wie am Schafrasen erfolgen. Anwohner
sagen, dass damit nur Platz für Eigenheime geschaffen werden. "Eine derartige
spätere Nachnutzung ist durchaus denkbar", räumt Adlich ein. Doch sei das nicht
der Anstoß zum Abriss, sondern der zunehmende Leerstand. Für Einfamilienhäuser
gebe es Bedarf, zudem sei die Wohndichte dort viel geringer.
Wunschdenken bleibt, wieder mehr Mieter in leere Plattenbauten zu bekommen. Denn
inzwischen kämpfen Unternehmen um Mieter. Kaum ein Block ist voll belegt.
Aufgabe der Stadt: Sie koordiniert, wo saniert und wo abgerissen wird. Vom
Abriss Betroffene fühlen sich wie auf einem Pulverfass: "Wohnen ist ein Stück
Lebensqualität. Wenn ich aber auf einem Pulverfass sitze, ist das keine
Lebensqualität."
Den Wohnungsunternehmen erschweren Altlasten die Arbeit. Geld zum Modernisieren
fehlt, ebenso Mieter, um Kredite abzubezahlen. Bleibt nur Abriss, um ein Teil
des Problems zu bereinigen
www.tlz.de
19.01.2003
Schwerin: Wohnungsbaugenossenschaft für
Mieterfreundlichkeit ausgezeichnet
Schwerin Die Schweriner
Wohnungsbaugenossenschaft (SWG) zeigt starkes soziales Engagement in den
Stadtteilen. Für die gemeinnützige Arbeit in den sechs Nachbarschaftstreffs im
ganzen Stadtgebiet wurde sie jetzt mit dem bundesweit bedeutsamen
Klaus-Novy-Preis für Innovationen beim genossenschaftlichen Bauen und Wohnen
geehrt.Die
Jury des Wettbewerbs - Vertreter aus Wissenschaft und Wohnungswirtschaft -
entschied sich bei der Preisvergabe für die Schweriner
Wohnungsbaugenossenschaft, weil "die SWG konsequent dem Genossenschaftscharakter
von Solidarität und Mitverantwortung verpflichtet auf die Bedürfnisse der
Mitglieder eingeht". Und das ist ganz im Sinne des Preis-Namensgebers Klaus Novy.
Weil das nachbarschaftliche Zusammenleben nachweislich eine wesentliche Rolle in
der Unternehmensphilosophie darstellt, ging der Preis an die Schweriner
Wohnungsbaugenossenschaft e. G., hieß es weiter in der Begründung. Um der
Tendenz der zunehmenden Vereinsamung der Menschen entgegenzuwirken, hatte die
SWG bereits 1999 den Verein "Hand in Hand - nachbarschaftliches Wohnen in der
SWG" ins Leben gerufen. Gemein- und Nachbarschaften in den Wohngebieten werden
durch die Arbeit des Vereins gefördert und Maßnahmen der Alten- und Jugendpflege
unterstützt. Eine wichtige Rolle spielen dabei die fünf Nachbarschaftstreffs in
den Stadtteilen Mueßer Holz, Weststadt und Neu Zippendorf. "Der Anstieg von
Haushalten mit geringem Einkommen und die zunehmende Kommerzialisierung der
Freizeitmöglichkeiten erlauben es immer weniger Schwerinern, am
gesellschaftlichen Leben teilzunehmen", sagt Jürgen Wörenkämper von der
Abteilung für Soziales Management der SWG. Die Möglichkeiten, Kontakte zu
Mitmenschen zu knüpfen, sind dadurch besonders für Ältere oder Alleinerziehende
immer stärker eingeschränkt.In den Nachbarschaftstreffs "Nebenan" können die
Bewohner die Räumlichkeiten zum einen in ungezwungener Atmosphäre nutzen.
Regelmäßig treffen sich Schweriner aller Altersgruppen zu Kaffee- und
Spielenachmittagen, Skatturnieren, Handarbeitszirkeln und sorgen so fast täglich
für gute Unterhaltung. Zum anderen bietet der Verein "Hand in Hand" eine
Vielzahl nichtkommerzieller und vor allem wohnungsnaher Freizeitaktivitäten und
insbesondere auch gemeinwohlorientierte Dienstleistungen wie beispielsweise
einen Frühstücks-Service, Seniorensport oder Kinderbetreuung an.
www.svz.de
19.01.2003
Neustrelitz: Denkmalschutz verzögert Abriss
Ärger mit dem Denkmalschutz: Die Stadt
Neustrelitz möchte in diesem Jahr gern mehrere aus ihrer Sicht nicht mehr
sanierungsfähige Gebäude abreißen. Der Abrissauftrag für die vorrangig auf
Hinterhöfen der Neustrelitzer Innenstadt befindlichen Gebäude ist bereits
vergeben. Das in Greifswald ansässige Bauunternehmen steht sozusagen in der
Warteschleife, hieß es auf der jüngsten Bauausschusssitzung in dieser Woche.
Denn die Rechnung wurde ohne den Wirt gemacht. Die Kreisverwaltung als
Genehmigungsbehörde auch für den Abriss verwehrt das Vorhaben bislang. Nach
Darstellung des Neustrelitzer Baudezernenten Friedhelm Zerbel hat sich die beim
Landkreis angesiedelte Untere Denkmalschutzbehörde gegen den Abriss der meisten
Gebäude ausgesprochen. Begründet werde dies mit der
Denkmalschutzbereichsverordnung. Die Denkmalschützer verlangen von der Stadt
Gutachten, die die Abrisswürdigkeit der Häuser beweisen.
Baudezernent Friedhelm Zerbel sieht das Ganze als Missachtung der Fachkompetenz
im Rathaus an. Die Gebäude seien von mehreren Mitarbeitern aus dem Bauamt
besichtigt worden. Anschließend sei die Entscheidung über den nur noch in Frage
kommenden Abriss gefällt worden. Zerbel sieht das Vorgehen der Denkmalschützer
auch im Widerspruch zu dem von der Stadt Neustrelitz bereits verabschiedeten
Integrierten Stadt-Entwicklungskonzept (ISEK), das in der Innenstadt unter
anderem den Rückbau zahlreicher Gebäude und Gestaltungsmaßnahmen auf den
Hinterhöfen vorsieht.
Zudem sei mit dem Abriss auch ein Rückbau von seit Jahren leer stehenden
Wohnungen beabsichtigt, ebenfalls ein ISEK-Anliegen. Die vorwiegend Nebengebäude
und Stallanlagen stellten schließlich Schandflecke im Neustrelitzer Stadtbild
dar, hieß es.
Das städtische Bauamt setzt jetzt auf ein für den 23. Januar geplantes Gespräch
beim Landkreis.
Sollten sich dabei die Denkmalschützer nicht "erweichen" lassen, fallen durch
die geforderten Gutachten zusätzliche Kosten für die Stadt an, die man anderswo
schon wieder in die Reparatur von Gebäuden stecken könnte, machten Friedhelm
Zerbel seinem Unmut in der Bauausschusssitzung der Stadtvertretung Luft.
Abgerissen werden sollen Gebäude bzw. Gebäudeteile auf dem Hof der Glambecker
Straße 26, in der Strelitzer Straße 6 auf dem Hof, am Töpferberg 3a, in der
Zierker Nebenstraße 8 eine Baracke. In der Mühlenstraße 2 ist der Teilabbruch
eines Hofgebäudes und in der Mühlenstraße 21 eines Stalls vorgesehen.
Am Hundehof 1 soll eine Scheune abgerissen werden. Verschwinden soll auch das
Haus Glambecker Straße 11. Dies ist das einzige Vorderhaus, das abgerissen
werden soll, betonte Friedhelm Zerbel.
www.nordkurier.de
18.01.2003
Gotha: Unsicherheiten wegen Abriss
Die Abrisspläne in Gotha-West haben bei den
Bewohnern der Plattenbausiedlung große Unsicherheiten ausgelöst. Denn niemand
kann genau sagen, wann mit der Abrissbirne angerückt wird. Mit einer
Einwohnerversammlung im Stadtteilzentrum Humboldtstraße versuchten
Wohnungswirtschaftler und Stadtplaner dem entgegenzutreten. "Wir wollen für mehr
Klarheit sorgen", sagt Moderator Mario Rund vom Verein Kommpottpora.
Inge Hoffmann, Geschäftsführerin der Wohnungsbaugenossenschaft räumt ein: "Ich
kann nicht sagen, wann der Abriss beginnt, weil die Fördermittelzusagen fehlen."
Ohne Zuschuss geht es nicht, beschreibt die WBG-Chefin das Dilemma. Mit 70 Euro
pro Quadratmeter Abriss will der Bund die verschuldeten Unternehmen stützen.
Allein die WBG drücken noch 20 Millionen Euro "Altschulden".
Abriss ist angesichts von Leerstand und Bevölkerungsrückgang unausweichlich. In
Gotha leben nur noch 47 000 Einwohner, 2010 werden es voraussichtlich 45 000
sein. Von den etwa 24 000 Wohnungen in der gesamten Stadt stehen derzeit 16
Prozent leer, erklärt Stadtplaner Roland Adlich; die Tendenz ist steigend. In
Gotha-West und -Ost sind es noch mehr leere Wohnungen. Am Stadtrand sollen in
den nächsten zehn Jahren Plattenbauten weichen, etwa am Schafrasen, auch in der
Bohnstedtstraße oder in der Fritzelsgasse. Der Elfgeschosser in der Moßlerstraße
fällt auf sechs Geschosse, dann muss das Haus leer geräumt werden. Nur: Wann?
Inge Hoffmann verweist auf die Rechtslage: Vorm Abriss müssen den Mietern neun
Monate Zeit zum Auszug bleiben.
Während WBG den Abriss angekündigt hat, hüllen sich andere in Schweigen. "Wenn
die ,9. Grundbesitz´ andere Informationen streut, ist das Taktik, damit keine
Mieter ausziehen", sagt Stadtplaner Roland Adlich. Deren Mieter ziehen bereits
in sanierte Blöcke anderer Wohnungsunternehmen. Die Stadtverwaltung führt
regelmäßig Gespräche mit der "9. Grundbesitz", um Schaden zu vermeiden.
www.tlz.de
17.01.2003
Land Brandenburg: 48 000 Wohnungen sollen verschwinden
Bis zum Jahr 2009 plant die Landesregierung
den Abriss von 48 000 Wohnungen im Land. Wie Bauminister Hartmut Meyer (SPD)
weiter mitteilte, sollen dafür insgesamt 173,2 Millionen Euro zur Verfügung
stehen. Die Mittel würden je zur Hälfte von Bund und Land getragen. Für jeden
Quadratmeter abgerissener Wohnfläche würden 60 Euro Unterstützung berechnet.
Damit soll laut Minister dem zunehmenden Wohnungsleerstand begegnet werden, der
heute im Land schon ca. 150 000 Wohnungen erfasst hat. Außerdem gelte es, die
wirtschaftliche Situation der Wohnungsunternehmen zu stabilisieren, die mit
hohen Leerstandsquote zu kämpfen haben. Landesweit sei die Leerstandsquote auf
13,6 Prozent gestiegen, bei 15 Prozent und mehr gelten Wohnungsunternehmen laut
Meyer als existenzgefährdet.
Weiterhin wurde Meyer zufolge für «stadtbaubezogene Aufwertungsmaßnahmen» ein
Zuschussprogramm in Höhe von 259 Millionen Euro auf den Weg gebracht, das
allerdings zu einem Drittel von den Kommunen aufgebracht werden müsse. Damit
könne der Gebäudebestand aufgewertet werde, der vor 1949 errichtet worden war.
Außerdem dient das Programm zur Verbesserung des Wohnumfeldes. Ob aufgrund des
geforderten Eigenanteils der finanzschwachen Kommunen dieses Programm allerdings
wirksam werden kann, wird von den kommunalen Spitzenverbänden bezweifelt.
Jüngste Prognosen gehen beispielsweise davon aus, dass Wittenberge (Prignitz)
innerhalb der kommenden 15 Jahre mit einer Halbierung seiner Einwohnerzahl
rechnen muss. In Guben und Frankfurt (Oder) begann in den vergangene Tage der
großflächige Abriss von Plattenbauten aus DDR-Tagen.
Laut Meyer stehen von 221 Unternehmen, die im Brandenburgischen Verband der
Wohnungsunternehmen zusammengeschlossen sind, 53 vor einer Existenzgefährdung.
Im Schnitt kostet eine leere Wohnung das Unternehmen einen halben Euro pro
Quadratmeter und Monat. «Es ist zu erwarten, dass Insolvenzen kommunaler oder
genossenschaftlicher Wohnungsunternehmen das Problem verschärfen werden» ,
befürchtet der Minister und verwies darauf, dass die dann folgenden
Billig-Aufkäufe den Mietmarkt weiter unter Druck bringen würden.
Seit Ende vergangenen Jahres gilt eine Entlastung für Wohnungsunternehmen, deren
Leerstand über 15 Prozent liegt und die in ihrer wirtschaftlichen Existenz
bedroht sind. Solche Unternehmen werden von Altschulden für abgerissene
Wohnungen befreit. Die Bundesregierung hat Ende November beschlossen, die Mittel
für dieses Programm um 300 Millionen Euro auf 658 Millionen aufzustocken. Meyer
zufolge will die Landesregierung im Bund erreichen, dass diese Härtefallregelung
der Entwicklung der Leerstände angepasst wird und so eine weitere Aufstockung
erfährt.
Der so genannte Stadtumbau, das heißt der Abriss von Wohngebieten und der Ausbau
der Stadtkerne, habe weiterhin Priorität. Zwar habe die Landesregierung keinen
Einfluss darauf, dass der Bund die gestrichenen Mittel für die Eigenheimzulage
in den Stadtumbau fließen lässt, schränkt Meyer ein. Doch sei auf jeden Fall
auch seitens des Bundes eine «Umverteilung zugunsten des Stadtumbaus erfolgt»
.
www.lr-online.de
17.01.2003
Malchin: Selbstbedienung im verlassenen Wohnblock
Vor mehr als einem
Jahr hat der letzte Mieter den Wohnblock an der Malchiner Teichstraße verlassen.
Eigentlich sollte das Gebäude im vergangenen Jahr bereits abgerissen werden.
Kein billiges Vorhaben, knapp 100 000 Euro kostet solch ein Abriss, weshalb die
Stadt auch auf Fördermittel wartet. Bisher vergebens.
So scheint der abrissreife Block jetzt erst einmal noch eine letzte Funktion zu
erfüllen - als Baumaterial- oder Ersatzteil-Quelle. Zunächst waren es nur
Lichtschalter oder Teile aus den Zählerschränken der Hauseingänge, die
verschwanden. Seitdem aber jemand ganz offiziell gleich fünf Fenster samt Rahmen
ausbauen durfte, ist in dem Haus nichts mehr sicher. So seien jetzt auch bereits
Heizkörper gestohlen worden, berichtet Herbert Mehl, Geschäftsführer der
Malchiner Wohnungsgesellschaft (Wogema), die den Wohnblock einst vermietete. Da
sei offenbar etwas schief gelaufen, kommentiert Mehl die Erlaubnis zum Ausbau
der Fenster. Wobei sich offenbar auch nicht mehr ganz klären lässt, wer nun
eigentlich diese Erlaubnis gegeben hat.
Die Stadtverwaltung sei es jedenfalls nicht gewesen, stellte Rathaus-Sprecher
Thomas Koch gestern klar. Das verlassene Haus gegen Eindringlinge zu sichern,
sieht die Wogema als zu kostspielig an, zumal alles versucht werden soll, dass
der Block dieses Jahr nun wirklich verschwindet, wie Bürgermeister Jörg Lange
unlängst ankündigte.
Bis dahin müsse man wohl in Kauf nehmen, dass sich immer mal wieder Personen in
dem Haus aufhalten, vielleicht sogar übernachten, wie Herbert Mehl vermutet.
www.nordkurier.de
17.01.2003
Eisenhüttenstadt: wird immer kleiner
In
Hütte leben immer weniger Menschen. Seit der Wende sank die Einwohnerzahl um 10
000. Jetzt werden die ersten Wohnungen abgerissen. Rund 3500 sollen es insgesamt
werden.
Der Bau der Wohnstadt des Eisenhüttenwerkes war im Juli 1950 vom 3.
SED-Parteitag beschlossen worden. Im Februar 1951 wurde der Grundstein für die
ersten beiden Wohnblöcke gelegt. Die am Reißbrett entworfene heutige Innenstadt
stammt vornehmlich aus den 50er Jahren.
Seit der Wende sank die Einwohnerzahl auf gut 40 000 Menschen. Rund 18 Prozent
der Wohnungen stehen leer. Eisenhüttenstadt legte deshalb ein Stadtumbauprogramm
auf. Dieses sieht den Abriss von rund 3500 Wohnungen vor. Die ersten 1340 sollen
bis 2006 wegfallen. 6700 Wohnungen - vor allem in der Innenstadt und in
angrenzenden Wohnvierteln - sollen saniert werden.
Die Abrisskosten werden von der Stadtverwaltung auf 24 Millionen Euro geschätzt.
30 Millionen sollen in die Aufwertung des Stadtbildes fließen.
www.berlinonline.de
17.01.2003
Neubrandenburg: Finanzierung des Stadtumbaus noch
unklar
Die schönste Vision nutze nichts, wenn
ihre Realisierung nicht finanzierbar sei, darüber waren sich die Teilnehmer des
Workshops "Stadtumbau Ost - Von der Vision zur Umsetzung" gestern Abend einig.
Zwar wollten sie nicht übers Geld reden, sie kamen aber letztlich immer wieder
darauf zu sprechen.
Eingeladen zur Diskussion im Vorfeld der Fachtagung Domizila hatte die
Neubrandenburger Firma Bau-Regie, die in den vergangenen Jahren bereits Konzepte
zur Revitalisierung einzelner Standorte entwickelte und umsetzte und einmal die
Chancen für Neubrandenburg abklopfen wollte. Neben Wohnungswirtschaftlern und
Bankern kamen Stadtvertreter, Mitarbeiter aus dem Rathaus und Vertreter von Ver-
und Entsorgungsunternehmen. Ihnen allen werde der Stadtumbau viel abverlangen,
so Frank Nötzel, Geschäftsführer von Bau-Regie.
Leerstand koste Geld, Abriss auch. Doch der sei letztlich eine
Zukunfts-Investition, so Gerhard Pfotenhauer, Moderator des Workshops. "Wir
könnten in Neubrandenburg Insellösungen schaffen", sagte Jörg Metelmann aus dem
Bauverwaltungsbereich des Rathauses.. Die starre Handhabung alter
Förderprogramme lasse derzeit keine komplexen Lösungen zu. "Mit dem
Stadtumbauprogramm haben wir keine neuen Fördergebiete ausgewiesen bekommen."
Die scheibchenweise Zuordnung von Förderung sei ein weiteres Problem bei der
Umsetzung des Programms Stadtumbau Ost, pflichtete ihm Gerhard Pfotenhauer bei.
Er arbeitet für die Berliner Gesellschaft der behutsamen Stadterneuerung. Diese
hatte die bundesweit rund 270 Konzepte Stadtumbau Ost auf dem Tisch. Pfotenhauer
verwies auf eine weitere Fachtagung im März in Halle, wo es speziell um
Finanzierungsfragen gehen soll.
"Zentraler Aspekt des Stadtumbaus ist der Mieter. Er ist das schlagkräftigste
Argument - er kann gehen", fasste der Moderator den Workshop zusammen. Die
vorgelegten Konzepte zum Stadtumbau hätten "Ansätze, aber keine
Verbindlichkeit", machte er deutlich. Für den bevorstehenden Prozess der
Umsetzung - Pfotenhauer veranschlagte dafür weit über zehn Jahre - brauche es
einen Moderator von außen. Dieser müsse versuchen, bei den verschiedenen
Interessen von Eigentümern, Kommune und Mietern einen Kompromiss zu finden.
www.nordkurier.de
17.01.2003
Neukieritzsch/Lobstädt: Wegzüge oft durch fehlende
Jobs
Der Einwohnerschwund macht um Neukieritzsch
und den durch eine Verwaltungsgemeinschaft verbundenen Nachbarort Lobstädt
keinen Bogen. Deren Zahl sank im Vorjahr in Neukieritzsch und den Ortsteilen
Lippendorf und Kieritzsch von 3769 auf 3722. In Lobstädt, einschließlich der
Ortsteile Großzössen und Kahnsdorf, ging sie um 52 auf 2705 zurück.
164 Neukieritzscher verließen im vergangenen Jahr den Ort. In Lobstädt waren es
165. Diese fanden beispielsweise in Borna, Groitzsch, Rötha, Deutzen, Böhlen,
Zwenkau, Frohburg und Geithain eine neue Heimat. Einige zogen in die alten
Bundesländer, so nach Augsburg, München, Freising, Essen und Schwäbisch Hall.
Im gleichen Zeitraum wurden in Neukieritzsch 135 Zuzüge registriert, in Lobstädt
117. Die Betreffenden kamen zum Beispiel aus Borna, Kitzscher, Groitzsch, Pegau,
Deutzen, Regis-Breitingen, Markranstädt und Schkeuditz. Vereinzelt wohnten sie
zuvor in Haselbach, Lucka, Zeitz oder Erfurt.
Beide Bürgermeister sehen den Hauptgrund für die Wegzüge in der schlechten
wirtschaftlichen Lage der Region und dem damit verbundenen Mangel an Jobs und
Lehrstellen. Dennoch bleiben sie Optimist. Das Neukieritzscher Gemeindeoberhapt
Henry Graichen verweist darauf, dass die Tendenz des Negativsaldos rückgängig
ist, da im Jahr 2001 sogar 224 Einwohner die Koffer packten, denen lediglich 100
"Neubürger" gegenüberstanden. "Damit stieg die Zahl der Zuzüge gegenüber 2001 um
etwa ein Drittel. Das resultiert daraus, dass wir das Wohnungsangebot qualitativ
und quantitativ verbesserten." Davon ausgehend gelte es, mit einer guten
Infrastruktur die Voraussetzungen für Industrieansiedlungen zu schaffen
sowie im Rahmen des Programms "Stadtumbau Ost" und durch Investitionen für ein
attraktives Wohnumfeld zu sorgen. "Es ist natürlich nicht schön, wenn die
Gemeinde Einwohner verliert, vor allem Jugendliche", so sein Lobstädter
Amtskollege Wolfram Seiffert. Dennoch sei die Einwohnerzahl seit 1994 nicht so
gravierend wie in anderen Orten zurückgegangen.
In Neukieritzsch wurden im Vorjahr 42 (2001: 44) und in Lobstädt 28 (23)
Sterbefälle registriert. Dem stehen jeweils 24 Geburten gegenüber (2001: je 23).
Dabei haben 27 Mädchen die Nase vorn. Einmal erblickten auch Zwillinge das Licht
der Welt.
www.lvz-online.de
17.01.2003
Leipzig: LWB reißt 1500 Wohnungen ab
- doppelt so viele wie im Vorjahr
Die LWB drückt jetzt beim Stadtumbau auf Tempo. In diesem Jahr sollen mindestens
doppelt so viele Wohnungen wie 2002 abgerissen werden. Erstmals sind auch
Hochhäuser außerhalb Grünaus dabei. Langsamer gehen es die
Wohnungsgenossenschaften an. Weil sie meist anspruchsvollere Projekte als nur
reinen Abriss verfolgen, stehen die Finanzierungszusagen noch aus.
"Wir sind auf dem richtigen Weg", meint LWB-Sprecher Gregor Hoffmann. Das
kommunale Unternehmen habe im vergangenen Jahr 705 Wohnungen abgerissen: zumeist
in Altbau-Ruinen. Mit dem Hochhaus Ludwigsburger Straße 30, das gleich neben dem
Allee-Center stand, musste aber auch ein Neubaublock dran glauben.
In diesem Jahr sollen nun 1500 bis 2000 Wohnungen folgen - das wären mehr als
doppelt so viele. "Bei dem Thema kehrt fast schon Routine ein. Wir wissen jetzt,
wie lange eine Entmietung dauert und wie die Finanzierung läuft", sagt Hoffmann.
Die LWB hatte im vergangenen Jahr zehn Grünauer Hochhäuser leer geräumt. Von
diesen 1300 Wohnungen sind heute nur noch 20 belegt. "Erfreulicherweise sank im
selben Zeitraum unsere Leerstandsquote im sanierten Bereich von 8 auf 6
Prozent."
2003 erhalte der Abriss von Neubaublöcken deutlich mehr Gewicht. Die Altbauten -
dort soll es annähernd 100 Ruinen in ganz Leipzig an den Kragen gehen - machten
höchstens noch die Hälfte der Aktivitäten beim Thema Stadtumbau aus.
Dieses Jahr wolle die LWB fünf 16-Geschosser und einen 9-Geschosser aus
DDR-Zeiten schleifen - darunter erstmals auch zwei Hochhäuser außerhalb Grünaus
in Mockau und in Schönefeld. Außerdem werden weitere 759 Wohnungen in
Neubaublöcken leer geräumt, für die es noch keinen Abrisstermin gibt. "Zurzeit
sind davon 365 Wohnungen belegt. Alle betroffenen Mieter sind schon informiert
und werden von uns umfassend betreut", versichert Hoffmann. Nur bei wenigen
Ausnahmen habe man keine gute Lösung gefunden. Rechtlich besehen bleiben jedoch
viele Unklarheiten. So liegt bis heute keine inhaltliche Stellungnahme des
Amtsgerichts zur Kündigung der letzten verbliebenen Familie in einem Grünauer
Abriss-Hochhaus vor .
Trotzdem betonen auch die großen Wohnungsgenossenschaften, Betroffene würden
meist viel Verständnis für unabwendbare Umzüge zeigen. So hat die Wogetra die
Zahl der Mieter in ihrem Elfgeschosser an der Uranusstraße inzwischen so weit
gelichtet, dass der Umbau zu einem treppenförmigen Terrassenhaus beginnen
könnte.
An diesem Tag hat Leipzigs Chefplaner Engelbert Lütke Daldrup die Spitzen der
wichtigsten Wohnungsgesellschaften, von Sächsischer Aufbaubank und Ministerien
ins Rathaus eingeladen. "Für reinen Abriss und das Umfeld sind die Fördermittel
klar", so der Beigeordnete. Es fehlten aber dringend Sanierungszuschüsse - wenn
jemand einen Block verkleinern und zugleich aufwerten will.
Das plant die Lipsia mit ihrem riesigen Karree im Grünauer Wohnkomplex (WK) 8.
Vorstand Wilhelm Grewatsch hofft, im Herbst könne das Mega-Projekt starten. Auch
die Unitas wartet nur noch auf den Förderbescheid. "Wir nehmen dieses Jahr auf
jeden Fall den Sechsgeschosser An der Lautsche 16 weg", so Vorstand Dieter
Thomas. In etwa zwei Jahren komme die Saturnstraße 71 an die Reihe. "Dort planen
wir einen großen Rodelberg für die Kinder aus den Nachbarhäusern."
www.lvz-online.de
16.01.2003
Mecklenburg-Vorpommern: Stadtumbau Ost“ gegen teure
Leerstände
Für DDR-Bürger fiel beim Umzug in die lange
ersehnte Neubauwohnung oft Weihnachten und Ostern zusammen. Doch hat das „Wohnen
in der Platte“ mit den seit der Wende existierenden Alternativen deutlich an
Attraktivität verloren. Vor allem junge Familien zieht es in Eigenheime am
Stadtrand – oder gleich in den Westen. Abwanderung und Umzug verwandelten die
einstigen Prestigeprojekte vielerorts zu tristen, leer stehenden Altlasten.
In Mecklenburg-Vorpommern, das seit 1990 mehr als zehn Prozent seiner
Bevölkerung verlor, erhöhte sich der Wohnungs-Leerstand nach Angaben der
Landes-Arbeitsgemeinschaft der Wohnungsunternehmen auf derzeit rund elf Prozent.
Betroffen sind aber nicht nur Plattenbauten. Ein drastisches Beispiel ist
Dranske im Norden der Insel Rügen. Der nahe gelegene Marinestützpunkt auf der
Halbinsel Bug wurde geschlossen, die Einwohnerzahl sank seit der Wende von 3760
auf 1826 Menschen. Mit dem Exodus der NVA verwaisten auch die zuvor von
Offizieren bewohnten Plattenbauten. „Obwohl im vergangenen Jahr schon zwei
Häuser abgerissen worden sind, liegt der Leerstand bei 56,1 Prozent, Tendenz
steigend“, sagt Bürgermeister Uwe Ahlers.
In Dranske fließen 1,75 Mio. Euro in den so genannten „Rückbau“. Drei weitere
Häuser werden bis zum Frühjahr abgerissen. „Die leer stehenden Häuser sind eine
schwere finanzielle Belastung für die ohnehin unter Druck stehende Gemeinde“,
sagt Ahlers. Im Haushalt für 2003 klaffe ein Loch von etwa 500 000 Euro. Davon
gingen allein 230 000 Euro auf den Leerstand zurück.
Die Todesglocke für die „Platte“ schlägt nach Ansicht von Dieter Vetter,
Geschäftsführer der Stralsunder Wohnungsbaugesellschaft (SWG), noch lange nicht.
Zwei Drittel der von der SWG verwalteten 13 500 Wohnungen seien Plattenbauten,
Leerstand vier Prozent. „Sie sind nach wie vor eine wohnliche und gut bezahlbare
Alternative, von einer Flucht kann keine Rede sein.“ Die Miete liege bei zwei
bis 6,50 Euro je Quadratmeter. „Davon können Mieter andernorts nur träumen.“
Auch das größte Rostocker Wohnungsunternehmen Wiro konnte den Wegzug aus der
Platte stoppen. Die Zahl der unvermieteten Wohnungen sinke seit dem Frühjahr
sogar, sagt eine Sprecherin. Drei Prozent der rund 30 000 sanierten Wohnungen
stehen noch leer. Vor allem in den Stadtteilen Schmarl und Groß Klein seien
Wohnungen wegen der Internationalen Gartenbauausstellung (IGA) 2003 gefragt. Bei
den etwa 3500 unsanierten Wohnungen der Wiro liege die Leerstandsquote dagegen
zwischen 15 und 20 Prozent. Mit Hilfe des neuen Programms sollen auch hier bis
2009 insgesamt etwa 2200 Wohnungen verschwinden.
Mecklenburg-Vorpommerns Bauminister Helmut Holter (PDS) stemmt sich allerdings
gegen Kahlschlags-Szenarien und die Furcht vor Abrissorgien. „Die Platte wird
nicht schonungslos der Abrissbirne geopfert. Rückbau gibt es nicht nur in der
Platte und auch da nur dort, wo er notwendig ist.“
www.welt.de
16.01.2003
Pirmasens: Stadionabriss
Insgesamt 4,2 Millionen Euro kostet es, das Gelände des Städtischen Stadions,
des Lippertschen Anwesens und des MTV Pirmasens entlang der Zweibrücker Straße
für die Firma Kömmerling baureif zu machen. Einen entsprechenden
Kostenvoranschlag verabschiedete der Hauptausschuss gestern in nicht
öffentlicher Sitzung.
Alleine der Abriss der Gebäude inklusive des Städtischen Stadions kostet demnach
2,7 Millionen Euro. Mit den Arbeiten soll im Frühjahr begonnen werden. Im
Spätsommer soll die Firma Kömmerling dann das komplett baureife Gelände in Form
einer ebenen Fläche vom jetzigen Firmengelände bis zur B 270 übernehmen können.
Für 1,5 Millionen Euro verbuddelt die Stadt in dieser Zeit auf dem Gelände
außerdem noch Versorgungsleitungen und ein Regenrückhaltebecken, das wegen der
Firmenerweiterung nötig sein wird. Außerdem wird in der Zweibrücker Straße in
Höhe des Städtischen Stadions eine zweite Werkszufahrt für den
Kunststoff-Hersteller gebaut. Im kommenden Jahr wird Kömmerling auf dem Gelände
neue Produktions- und Lagerhallen bauen. Als Ersatz für die wegfallenden
Sportanlagen wird mit dem Bau des Sportparks auf der Husterhöhe begonnen, in
dessen Rahmen auch ein Fußball- und Veranstaltungsstadion für 10 000 Zuschauer
entstehen soll.
Der größte Teil der Kosten wird durch Landes- und Bundeszuschüsse getragen.
www.pz.pimasens.de
15.01.2003
Pößneck: verliert seit 50er Jahren Einwohner
Die Einwohnerzahl von
Pößneck geht bereits seit den 50er Jahren kontinuierlich zurück. Der Bau von
Pößneck-Ost konnte die negative Tendenz nicht aufhalten und eine Trendwende ist
nicht absehbar. Das sagte Ulrich Weibler in einem OTZ-Gespräch zu den jüngst
veröffentlichten demografischen Daten der Stadt. Der Pößnecker
Unternehmensberater prognostiziert auf Grund von Berechnungen, die er im Rahmen
einer Studie zum Stadtumbau Ost in Pößneck erstellt hat, für das Jahr 2020 etwa
10 250 Einwohner in Pößneck.
Ungünstig für die Stadt ist allerdings, dass sie "sehr viel stärker" überaltert
ist als der Saale-Orla-Kreis oder Thüringen und die Zahl der Senioren weiter
zunehmen wird. Die Menschen im Alter ab 65 Jahren machen derzeit 22,4 Prozent
der Pößnecker Bevölkerung aus, im Jahr 2010 wird diese Quote bei 29,3 Prozent
liegen und im Jahr 2020 bei 34,5 Prozent. Parallel dazu "sackt der Anteil der
erwerbsfähigen Personen dramatisch ab", von 67,4 Prozent heute auf 53,6 Prozent
im Jahr 2020, so Ulrich Weibler. Das bedeutet u. a., dass in Pößneck die Zahl
der Menschen, die einen neuen Haushalt bilden können, zurückgeht bzw. sich
halbiert.
Ungünstig für die Stadt ist nicht zuletzt, dass - wie übrigens in ganz Thüringen
- seit Jahren verstärkt Frauen im reproduktionsfähigen Alter wegziehen, was die
Chancen auf ein natürliches Bevölkerungswachstum schmälert. "Vielleicht ist es
hier für junge Frauen schwierig, einen adäquaten Arbeitsplatz zu finden", sagt
Ulrich Weibler zur bedenklichen Entwicklung. Ein in Umfang und Qualität
unzureichendes Ausbildungsplatzangebot für junge Frauen hatte in der Region in
den vergangenen Jahren die Jugendberufshilfe festgestellt.
www.otz.de
14.01.2003
Rathenow: Abrissbagger nehmen den ersten
Plattenbau auseinander
Obwohl das Konzept zum Stadtumbau in Rathenow
(Landkreis Havelland) erst demnächst verabschiedet wird, hat die Rathenower
Wohnungsbaugenossenschaft (RWG) mit dem Abriss von Wohnungen begonnen. Seit
gestern früh brechen Abrissbagger drei große Wohnblöcke Stück für Stück
auseinander. In den Blöcken befanden sich 48 der insgesamt 2400 RWG-Wohnungen.
Die Arbeitsgemeinschaft, in der die Stadtverwaltung Rathenow, die RWG und die
Kommunale Wohnungsbaugesellschaft Rathenow (KWR) an einem Stadtumbaukonzept
arbeiten, ist sich einig darüber, dass der Abriss der drei Gebäude in der
Brandenburger Straße erst der Anfang ist. Bis zum Jahr 2013 sollen in Rathenow
etwa 2000 Wohnungen vom Markt genommen werden.
Die Wohnungsunternehmen müssen auf die Bevölkerungsentwicklung in Rathenow
reagieren. Zurzeit leben hier noch 26 000 Menschen, im Jahr 2013 werden es nur
noch 22 000 sein.
Das RWG-Vorstandsmitglied Uwe Hummel erklärte am Montag, seine Genossenschaft
gehe mit dem Abrissvorhaben "in Vorleistung", der Beschluss zum
Stadtumbaukonzept fehle noch. "Der Hauptgrund für den schnellen Abriss ist, dass
uns vom MSWV Zuschüsse zugesagt wurden." Nur mit diesen Zuschüssen sei es der
RWG möglich, Wohnungen in größerer Zahl abzureißen. Hummel bestätigte einen
Fördersatz von etwa 60 Euro je Quadratmeter. "Die RWG", so Hummel weiter, "setzt
in ihrem Konzept nicht nur auf den Rückbau, sondern vor allem auf sehr
ehrgeizige Modernisierung."
www.maerkischeallgemeine.de
14.01.2003
Pößneck: Keiner will Häuser für eine Mark
Als vor einiger Zeit Handwerker am Tor des
Weißen Rosses in Pößneck gesehen wurden, hieß es in der Stadt: "Der Wagner
richtet endlich das Weiße Ross".
Nico Wagner, Chef der Pößnecker Rosenbrauerei, ließ die ehemalige Gastwirtschaft
in der Pößnecker Fußgängerzone allerdings nicht sanieren. Er versperrte nur die
Einfahrt des Weißen Rosses ordentlich, weil sie als Deponie und Abort
missbraucht wurde.
Zur Rosenbrauerei gehören eine ganze Reihe Immobilien, darunter zwölf
Gastwirtschaften zwischen Auma und Goßwitz, Linkenmühle und Orlamünde. Fünf
Wirtshäuser stehen allein in Pößneck. Die Freude sei groß gewesen, als diese
Häuser rückübertragen wurden, gibt Nico Wagner zu verstehen. Doch dann habe sich
herausgestellt, dass diese Immobilien einen "negativen Wert" hätten, weil sie
nicht rentabel zu bewirtschaften seien.
Die Beseitigung einiger teils verkommener Häuser bringe auch nichts, denn der
Abriss sei jeweils viel teurer als der Wert der Grundstücke. Einzelne Häuser,
darunter auch den Rosengarten in Pößneck, habe er Kommunen oder privaten
Interessenten "für eine Mark schenken" wollen, zugeschlagen habe keiner.
Gerade zum Weißen Ross gebe es "ordnerweise Planungen", sagt Nico Wagner. Doch
noch keine dieser Planungen habe gezeigt, "dass ich das Geld, das ich da
reinstecke, zu meinen Lebzeiten wieder sehe". Kostendeckende Pachten seien in
Pößneck nicht zu erzielen. Deshalb werde sich beispielsweise auch am Rosengarten
in Pößneck-Öpitz baulich nichts tun. Lehrgeld in sechsstelliger Höhe habe er in
Orlamünde, wo der Stern wieder leer stehe, genug gezahlt.
www.otz.de
14.01.2003
Rostock: Flucht aus der Platte ist vorbei
Jeder
Fünfte ist weg: Zum Jahresende 1998 zählte Toitenwinkel noch 18 646 Einwohner.
Bis Ende September vergangenen Jahres sank die Zahl auf 14 635, so die Zahlen
aus der Stadtverwaltung.
Dass der Stadtteil Einwohner verliert, ist nicht zu übersehen, aber noch kein
Grund zur Sorge, urteilt Ortsamtsleiter Wolfgang Westphal. In erster Linie sieht
er den derzeitigen Trend als eine Folge der Altersentwicklung. Die Kinder, die
hier zunächst mit einzogen, sind jetzt flügge geworden. „Jugendliche, die in
Toitenwinkel aufwuchsen, gehen jetzt in die Berufsausbildung oder zum Studium.
Damit schrumpft die Einwohnerzahl automatisch“, erläutert der Ortsamts-Leiter.
Eltern orientieren sich häufig neu, wenn die Kinder aus dem Haus sind, suchen
sich kleinere Wohnungen – möglicherweise auch in anderen Stadtteilen.
Die „Flucht aus der Platte“ hat es in Toitenwinkel nach Westphals Beobachtungen
auch gegeben – diesen Prozess hält er allerdings für abgeschlossen. Die
Tatsache, dass jetzt in Toitenwinkel die Sanierung der Wohnungen in vollem Gange
ist, könnte noch einmal zu einer Fluchtbewegung geführt haben. „Das kehrt sich
aber um, wenn die Wohnungen fertig sind.“
Das Bundesprogramm „Stadtumbau Ost“ soll Kommunen die Chance geben, „dauerhaft
leerstehenden Wohnraum“ gegebenenfalls auch abzureißen. In Toitenwinkel scheint
dies zunächst kein Thema zu sein. Westphal weiß, dass einige Wohnungsunternehmen
planen, mehrere kleine Wohnungen zu großen zusammenzulegen. Um Freiflächen,
Spielplätze und andere Anlagen im Wohngebiet kümmert sich die Rostocker
Gesellschaft für Stadterneuerung (RGS). „Das Programm Stadtumbau Ost ist
gedacht, um lebensfähige, lebens- und liebenswerte Stadtteile zu schaffen“,
erläutert Roland Blank von der RGS.
www.ostsee-zeitung.de
14.01.2003
Zwickau: Schule
verkommt zur Müllhalde
„Meine Enkeltochter ist hier bis vor zwei Jahren zur Schule gegangen.“ Evi Weiß
steht vor dem Gebäude am Eckersbacher Lunikweg. Sie zeigt auf die
eingeschlagenen Fensterscheiben der ehemaligen Komarowschule und schüttelt den
Kopf. „Entweder hat es eine Explosion gegeben oder jemand wusste nicht wohin mit
seiner Kraft. Weitere Passanten gesellen sich dazu: „Das Gelände verkommt immer
mehr zur Müllhalde. Hoffentlich fällt das Haus nicht mal zusammen.“
Zumindest diese Bedenken kann Hans-Christian Hecker, der Leiter des
Liegenschaftsamtes, zerstreuen. „Wir haben Untersuchungen gemacht. Das Objekt
ist von der Tragkonstruktion her standsicher. Aus dieser Sicht kann nichts
passieren“, versichert er. Trotzdem bietet es ein Bild des Jammers. Obwohl die
Türen zugemauert sind, herrschen auch im Inneren chaotische Zustände.
Eigentlich hätte die Komarowschule im Rahmen des Projektes Stadtumbau Ost
abgerissen werden sollen. Doch plötzlich stand ein Investor aus dem
Altenpflegebereich auf der Matte, der Interesse an dem Plattenbau zeigt. „Da
wäre natürlich ideal, wenn jemand das Gebäude so nimmt, wie es ist. Aber im
Moment sind wir immer noch im Stadium der gegenseitigen Absprachen“, so der
Liegenschaftsamtschef zum Stand der Dinge. Und wie lange hat jener Investor
Zeit, sein Interesse zu zeigen? „Sobald Mittel für den Rückbau zur Verfügung
stehen, werden wir ihn auffordern, seine Ernsthaftigkeit nachzuweisen.
www.freiepresse.de
13.01.2003
Rostock: Leerer Kasse zum Trotz
Viele Gäste kamen am Donnerstag zur Ortsbeiratssitzung in Toitenwinkel. Denn die
Tagesordnung hatte es in sich.
Finanzsenator Sebastian Schröder informierte über den Ernst der Lage und
versuchte, frühzeitig Verständnis für zum Teil unliebsame Maßnahmen zu wecken.
Roland Blank, kaufmännischer Abteilungsleiter der Rostocker Gesellschaft (RGS),
berichtete über den zweiten Bauabschnitt der Wohnumfeldgestaltung in der
Martin-Luther-King-Allee. Zu seiner Unterstützung waren drei Vertreterinnen von
Wohnungsgesellschaften und der Wiro erschienen. Und über die Stadtbibliothek
sowie die Perspektiven der Zweigstellen im Nordosten sprach deren Leiter Manfred
Heckmann.
Senator Schröder erklärte mit Zahlen und Diagrammen, warum es in der Stadt immer
schwieriger werde, alle Standards zu halten. Ein Grund sind die sehr geringen
Steuereinnahmen, die in nächster Zeit sicherlich nicht enorm steigen werden. Im
Haushaltssicherungskonzept von 2002 bis 2005 stehen über 50 Positionen, die
Veränderungen der Lage bewirken sollen, erklärte Sebastian Schröder. So sollen
in der Stadtverwaltung 700 Stellen abgebaut werden. Was wiederum bedeutet, dass
einige Aufgaben aus dem Angebot der Verwaltung wegfallen.
Dass Toitenwinkel in der Frage der Wohnumfeldverbesserung nur Randlage sei, wie
ein Bürger vermutete, konnte weder von Senator Schröder noch von Roland Blank
von der Rostocker Sanierungsgesellschaft bestätigt werden. Der erste
Bauabschnitt in der Martin-Luther-King-Allee wurde im letzten Jahr beendet, der
zweite in diesem Jahr fortgesetzt. Die Mittel dazu wurden bestätigt.
Toitenwinkel benötigt weiterhin Hilfe, um das Wohnumfeld zu verbessern, damit
sich die Bewohner wohlfühlen und nicht wegziehen. In der
Martin-Luther-King-Allee gibt es jetzt 500 Pkw-Stellplätze, aber 1000 wären
notwendig. Dabei sind die Wohnungsunternehmen, ohne die in diesen Fragen nichts
geht, Partner der RGS. Nach den Absprachen wird im Herbst mit den Arbeiten
begonnen. Sabine Schünemann von der Wiro informierte schließlich, dass weder in
Toitenwinkel noch in Dierkow Häuser abgerissen oder zurückgebaut werden.
www.svz.de
12.01.2003
Pirmasens: Husterhöhe steht für Entwicklung der
Stadt
Auf der Husterhöhe entstehe ein Gewerbepark,
Sport- wie Wohnpark Husterhöhe nähmen langsam Gestalt an, auch in das schon tot
gesagte Banana Building in der Rodalber Straße sei Leben eingekehrt, sagte
Krekeler. Gerade im Bereich Husterhöhe sehe man auch den Fortgang der
Ausbauarbeiten an der B 10, die gerade im vergangenen Jahr deutliche
Fortschritte gemacht haben. "Der tägliche Stau ist passe, es gibt wieder freie
Fahrt nach Pirmasens, die Vororte werden zunehmen entlastet", sagte der OB.
Zeichen, dass Pirmasens sich verändere, finde man auch an anderer Stelle. "Der
Bahnhof und sein neues Umfeld bieten den Gästen einen freundlichen Empfang, die
Neugestaltung der Parks im Strecktal und am Eisweiher macht diese Orte zu
einladenden Erholungsgebieten vor der Haustür", meinte Krekeler.
Der Oberbürgermeister gestand durchaus ein, dass viele Projekte nicht
realisierbar wären ohne Zuschüsse der europäischen Union, des Bundes und des
Landes. Dazu gehöre das Pilotprojekt "Stadtumbau West" mit Zuschüssen von rund
sieben Millionen Euro für den Rheinberger sowie die Neugestaltung und Anbindung
der Messe. "Insgesamt werden in diesem Jahr 31 Millionen Euro in öffentliche
Projekte investiert", kündigte Krekeler an.
Kummer bereitet dem Oberbürgermeister auch die Bevölkerungsentwicklung. Um einem
weiteren Rückgang entgegen zu wirken, habe die Stadt die Erschließung neuer
Wohngebiete in Angriff genommen, als Beispiele nannte Krekeler Erlenbrunn und
Hengsberg sowie Imserbühl.
Um die Menschen in Pirmasens zu halten, bedarf es auch der entsprechenden
wirtschaftlichen Infrastruktur. Auch da habe sich einiges getan. Der
Technopole-Park der Wissenschaften nehme konkrete Formen an, auf "Bunker Hill"
entstehe zudem ein Baukompetenzzentrum. Und das Prüf- und Forschungsinstitut
ziehe Ende des Monats in sein neues Domizil.
www.ron.de
11.01.2003
Torgelow: Stadt trifft strategische Entscheidungen
Mit mehreren Entscheidungen stellte die Stadtvertretung Torgelow jüngst die
Weichen für weitere wichtige Entwicklungen in der Stadt. Obwohl die Abstimmungen
wie üblich in diesem Kommunalparlament jeweils kurz und bündig sowie einstimmig
über die Bühne gingen, sind die Auswirkungen langfristiger Art. Denn gleich
sieben Beschlüsse wurden zur Aufstellung von Bebauungsplänen (B-Plänen) in
verschiedenen Gebieten Torgelows gefasst.
Bürgermeister Ralf Gottschalk stellte aber klar, dass mit den Beschlüssen
nicht sofort Baurecht geschaffen wird. "Wir reden hier über so genannte
Eröffnungsbeschlüsse", verdeutlichte er. Nun würde sukzessive entschieden,
welche B-Pläne höchste Priorität haben. Die Erarbeitung der einzelnen Pläne sei
zudem recht langwierig, sagte Gottschalk.
Die Aufstellungsbeschlüsse umfassen Gebiete am Spartakusstadion, in Drögeheide,
der südlichen Borkenstraße, in Spechtberg (Hauptstraße/Mozartstraße), der
Bahnhofstraße, der Eggesiner Straße sowie dem Terrain zwischen Wilhelmstraße,
Wiesenstraße und Fabrikstraße.
So hält das Rathaus mit der Überplanung der zwei Flurstücke rund um das
Spartakusstadion an der Idee eines Naherholungsgebietes fest. Im Zusammenhang
mit der Diskussion um die Errichtung eines Naturparkes sei die Stadt durch den
Uecker-Randow-Kreis darauf aufmerksam gemacht worden, dass Torgelow zu wenig
Übernachtungskapazitäten aufweist, "insbesondere für die Unterbringung von
Reisegesellschaften, die mit Bussen in die Region kommen", wie es in dem
Beschlussentwurf heißt.
Um etwas grundsätzlich anderes geht es bei den Planungen für die Bahnhofstraße.
Durch die Aufstellung des B-Planes sollen die Voraussetzungen für die
Umgestaltung des Neubauviertels geschaffen werden, die unter anderem auch den
Abriss von Plattenbauten beinhaltet. "Der Rückbau von Wohnungen zur Entdichtung
der Baustruktur, die Reduzierung der Geschossigkeit und die Aufwertung der
Freiräume", sind Ziele, die in dem Beschluss der Stadtvertretung genannt werden.
Gedacht wird auch an die Installation von Aufzügen, um das Wohnen für Senioren
und Behinderte zu ermöglichen.
www.nordkurier.de
11.01.2003
Leinefelde: 1350 Wohnungen sind ohne Mieter
Der Wohnungsleerstand in der Leinefelder Südstadt hat eine dramatische Höhe
erreicht. 1330 Wohnungen (!) stehen zurzeit in dem zu DDR-Zeiten erbauten
Plattenbaugebiet leer. Um die Reduzierung des Bestandes durch weitere Rückbauten
und Abrisse komme man nicht umhin. Exakte Vorgaben gebe der seit 1994
entwickelte Rahmenplan und das Entwicklungskonzept. "Wir gehen davon aus, dass
wir bis zum Jahr 2010 etwa 1450 Wohnungen vom Markt nehmen müssen bei
gleichzeitiger hochwertiger Modernisierung des vermietbaren Restbestandes und
einer weiteren offensiven Eigenheimpolitik", so Bürgemeister Reinhardt.
Der Leerstand bereitet der Wohnungsbau- und Verwaltungs GmbH Leinefelde. (WVL)
nach den Worten von Geschäftsführer Peter Moos große Schwierigkeiten. Die
Fortführung des Stadtumbauprogramms sei dringend geboten. Es gehe um Reduzierung
des Bestandes durch Abriss bzw. Rückbau hin zu einer zufrieden stellenden
Größenordnung und um die Modernisierung und ein angenehmes Wohnumfeld. Die
bisherigen Aktivitäten hätten gezeigt, dass dieses Konzept richtig sei, damit
wieder mehr Menschen in die Leinefelder Südstadt ziehen. Im aktuellen
Gesamtbestand der WVL einschließlich der unsanierten Wohnungen liege der
Leerstand noch über 20 Prozent. Von den sanierten Wohnungen seien weniger als
zehn Prozent leer.
Der hohe Wohnungsleerstand in Leinefelde widerspiegelt auch den enormen
Einwohnerschwund der Stadt. Seit der Wende verlor sie allein in der Kernstadt
5000 Einwohner. Derzeit, so Bürgermeister Reinhardt, betrage die Einwohnerzahl
14 500. Der Einwohnerverlust sei aber nicht mit Wegzügen gleichzusetzen, sondern
sei ,,im Besonderen in unserer jungen Stadt auch ein Ergebnis des deutlichen
Geburtenrückganges". Zudem verweist Reinhardt auf neue Arbeitsorte, familiäre
Ursachen sowie individuellere Wohnmöglichkeiten im näheren und weiteren Umfeld
Leinefeldes.
www.tlz.de
11.01.2003
Strasburg: Nur wenig "Luft" für Stadtsanierung im
Jahr 2003
Keine "großen Sprünge" bei der
Städtebausanierung kann die Stadt Strasburg in diesem Jahr machen. Ursache dafür
sei die marode Finanzsituation in der Kommune, wie Bürgermeister Norbert Raulin
(SPD) gestern sagte. Die Stadtvertreter hätten beschlossen, Gelder aus dem
Vermögenshaushalt der Stadt vor allem zur weiteren Sanierung der beiden Schulen
einzusetzen. Für Maßnahmen der Stadtsanierung sei die finanzielle Lage sehr
angespannt, bestätigte das Anklamer Büro der BIG Städtebau als zuständiger
Sanierungsträger Strasburgs. Als eines der wenigen Projekte plane man in diesem
Jahr den Abriss des Hauses 63 in der Langen Straße. Das Objekt sei mit einem
vertretbaren Aufwand nicht mehr zu sanieren. Die Denkmalschutzbehörde habe dem
Abbruch bereits zugestimmt, informierte die BIG Städtebau weiter. Die Stadt
stehe bei dem Grundstück in der Pflicht der Sicherung, was Kosten verursache.
Mit dem Abriss werde das städtische Grundstück wieder bebaubar gemacht oder
könne veräußert werden.
Auch im privaten Bereich wird sich nach Angaben der BIG im Jahr 2003 nicht allzu
viel tun. Zwar gebe es Anträge von privaten Bauherren auf
Städtebau-Fördermittel. Ob diese aber bewilligt werden können, sei wegen der
angespannten Haushaltslage unklar. Die Kommune müsse Eigenmittel zusteuern, was
gegenwärtig aber nicht möglich sei.
Dem Sanierungsträger zufolge sind auch Fördermittel über das Stadtumbau-Programm
Ost beantragt worden. Dies sei über das städtische Wohnungsunternehmen erfolgt.
Eine Zusage über die Bewilligung der Gelder liege aber noch nicht vor.
www.nordkurier.de
10.01.2003
Fürstenberg/Havel: In der Altstadt steht jede
dritte Wohnung leer
Mit erheblichem Leerstand bei Wohnungen und
Gewerbeflächen haben nicht nur Kommunen der Uckermark ihr Problem, sondern auch
die benachbarte Havelstadt Fürstenberg im Landkreis Oberhavel.
Durchreisenden wird die Angelegenheit bereits links und rechts der B 96 an
etlichen gardinenlosen Wohnungen, dekorationsfreien Schaufenstern und seit
Jahren offenen Baulücken ersichtlich. In Fürstenberg stehen 17 Prozent der
Wohnungen leer, in der Altstadt sind es sogar 30 Prozent. Dem trug man insofern
Rechnung, als innerhalb des Wettbewerbes "Stadtumbau Ost" ein
Stadtentwicklungskonzept vorgelegt wurde. Bei diesem Wettbewerb ging Fürstenberg
zwar leer aus, aber immerhin wurden die Kosten für das Konzept gefördert. In
diesem Papier werden nun zur Abänderung dieses Zustandes unter anderem
Vorschläge unterbreitet, sich von unvermietbaren Wohnungen bzw. Häusern zu
trennen. In konkreten Fällen könnte das Abriss heißen, ohne dass die Baulücken
wieder bebaut würden. Der so gewollte Freiraum hieße dann nach Konzept
"Auflockerung von Wohnzonen". In der Wallstraße soll demnächst der Straßenausbau
beginnen.
www.nordkurier.de
10.01.2003
Saalfeld: Genossenschaft will Wohnblöcke
stilllegen
Erstaunt und befremdet reagierten Mieter der Saalfelder Wohnungsgenossenschaft
(WG), als sie zum Weihnachtsfest ein Schreiben ihres Vermieters in den Händen
hielten, in dem er ihnen gern eine neue Wohnung anbieten will.
Die Genossenschaft denkt daher an eine vorübergehende Stilllegung des Hauses,
denn ein höherer Vermietungsgrad scheint der Genossenschaft derzeit
unrealistisch.
Im Stadtentwicklungskonzept wird der Abriss von Häusern am Stadtrand wie eben Am
Lerchenbühl empfohlen. Der Abriss des genannten Blockes sei derzeit aber kein
Thema, schon weil es keinen Beschluss des Aufsichtsrates gäbe.
Weil die Mieter u. a. höhere Heizkosten hätten, weil sie leere Wohnungen
mitheizen müssen, erhalten sie einmalig einen Heizkostenzuschuss von 100 Euro.
www.otz.de
09.01.2003
Auerbach: Stadtrat muss sich mit Sorgenkind
befassen
Mit dem Sanierungskonzept für die Auerbacher
Wohnungsbau GmbH (AWO) wird wieder mal eines der „Sorgenkinder“ des Stadtrates
auf der Tagesordnung stehen.
Friedrich Fuchshatte zunächst darauf gedrängt, am regulären Sitzungstermin
festzuhalten und zusätzlich eine Sondersitzung einzuberufen. „Das Thema ist zu
wichtig, als dass wir es unter dem Druck einer langen Tagesordnung behandeln“,
hatte Fuchs dem OB entgegnet, der dem Stadtrat den Vorschlag unterbreitet hatte,
den Sitzungstermin zu verlegen. Erst als Johannes Graupner versicherte, die
Tagesordnung bleibe überschaubar und so ausreichend Zeit, das
AWO-Sanierungskonzept zu diskutieren, lenkte die SPD-Fraktion ein. Zuvor hatte
auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Joachim Otto für eine Verlegung plädiert.
„Eine Sondersitzung würde zusätzlich Geld kosten“, lautete sein Argument.
www.freiepresse.de
08.01.2003
Rostock: Schule in Dierkow seit Sommer leer
Sinkende Schülerzahlen bedeutet Fusion von Schulen, was wiederum nicht mehr
benötigte Gebäude nach sich zieht. In Dierkow steht eines bereits seit dem
Sommer leer.
Die Gutenberg-Schule, ein klassischer Plattenbau zwischen Tessenow- und
Gutenbergstraße, wird seit Monaten nicht mehr benötigt. "Wir verhandeln mit
Interessenten, aber es geht nicht so recht voran", beschreibt Sabine Kahle,
Leiterin des Rostocker Liegenschaftsamtes, den aktuellen Stand. Das Problem: Bei
der Nutzung des Gebäudes oder Areals schwebte ihr eher eine gewerbliche Nutzung
irgendeiner Art vor. Gespräche mit potenziellen Investoren hätten aber gezeigt,
dass eher Wohnungsbau, vielleicht in Richtung betreutes Wohnen, favorisiert
werde.
Ob das an dieser Stelle jedoch überhaupt gewünscht wird, dazu müssten
Abstimmungen innerhalb der Verwaltung, mit den Stadtplanern erfolgen, erläutert
Sabine Kahle. Danach, und falls bis dahin kein Käufer gefunden wurde, könnte es
eine erneute Ausschreibung geben. Vermutlich Mitte Februar. Sabine Kahle ist an
einer schnellen Lösung interessiert, denn ungenutzte Gebäude kosten die Stadt
Geld. Und ein Abriss durch die Stadt wäre die ungünstigste Variante. "Die Suche
nach einem Investor hat absoluten Vorrang", signalisiert Sabine Kahle sogar
einen gewissen Verhandlungsspielraum.
www.svz.de
08.01.2003
Leinefelde: Weitere Abrisse in der Südstadt
Der Wohnblock Herschelstraße 39 bis 61 in der
Leinefelder Südstadt wird jetzt mit schwerer Technik dem Erdboden
gleichgemacht. Diese weitere Rückbaumaßnahme sei erforderlich auf Grund des
Wohnungsleerstandes in Leinefelde und erfolge im Rahmen des städtischen
Stadtumbauprogramms, sagte Barbara Wagner von der Geschäftsleitung der
Wohnungsbau- und Verwaltungs GmbH Leinefelde (WVL) dem Tageblatt.
Das über Eck errichtete Gebäude enthielt 120 Wohneinheiten. Die Mieter seien zu
70 Prozent in modernisierte Wohnungen des WVL-Bestandes eingezogen, so Wagner.
Der in dem Gebäude bislang mit untergebrachte Friseursalon befindet sich nun
unweit vom früheren Standort im Verwaltungsgebäude der WVL. Für die frei
werdende Fläche, so Wagner, sei vorerst keine andere Bebauung geplant.
Der Startschuss für die nächste Abbruchmaßnahme der Leinefelder
Wohnungsbaugenossenschaft (LWG) wird am morgigen Donnerstag gegeben. Ersatzlos
"zurückgebaut" werden in der Beethovenstraße die vor 25 Jahren gebauten 40
Wohnungen der Eingänge 18 bis 24. Wie LWG-Vorstand Paul Schmidt berichtet,
erfolgt an den Seiten ein geordneter Rückbau, da die jeweils direkt
anschließenden Eingänge erhalten bleiben. Die Bausubstanz im mittleren Bereich
werde zertrümmert. Das Ganze werde einschließlich der Sicherung der
Nachbar-Giebelwände bis Ende Februar geschehen sein. Vorgesehen ist, die künftig
offene Fläche ab dem Frühjahr zu einer Grünanlage mit Palisaden und Bepflanzung
zu gestalten. Somit werde hier das Wohnumfeld aufgewertet, erklärt Schmidt.
www.tlz.de
08.01.2003
Meerane: Wohnungsleerstand und kein Ende abzusehen
2003 wird ein schwieriges Jahr, da ist sich Jürgen Prée vom Vorstand der
Westsächsischen Wohnbaugenossenschaft sicher. Der ohnehin schon hohe Leerstand
ist das bestimmende Thema. Etwa 300 der insgesamt 800 Wohnungen dort sind
zurzeit unbewohnt. Jürgen Prée geht davon aus, dass das Ende der Fahnenstange
noch nicht erreicht ist.
Dieser Situation muss gegengesteuert werden, ist sich der Vorstand einig.
Deshalb wird in der Geschäftsstelle der Genossenschaft in der Ringstraße weiter
an einem neuen Unternehmenskonzept gearbeitet. Grundlage ist eine Neubewertung
des Gesamtwohnungsbestandes nach Lage, finanzieller Ertragskraft und baulichem
Zustand. Ein wesentlicher Bestandteil des Konzeptes sind die Abrisspläne für die
Gebäude Oststraße 50 bis 84. Mit dem Freizug wurde bereits im vergangenen Jahr
begonnen. Bisher sind 190 der 216 Wohnungen leergezogen. Bis Ende 2003 sollen
die letzten 26 Familien mit adäquaten Wohnraum versorgt sein. Im Frühjahr 2004,
so der Zeitplan, will man dann die ersten Platten abtragen.
www.freiepresse.de
07.01.2003
Land Brandenburg: Fast jede sechste Wohnung steht
leer
Der Bevölkerungsrückgang in vielen Regionen
Brandenburgs bringt Wohnungsunternehmen in wirtschaftliche Gefahr. Ein Viertel
dieser Unternehmen ist von der Pleite bedroht, stellt das Wohnungsministerium
jetzt fest. In Ferbellin (Ostprignitz-Ruppin) und Peitz (Spree-Neiße) mussten im
vergangenen Jahr bereits zwei ländliche Unternehmen den Gang zum Konkursrichter
antreten.
Von 221 Unternehmen, die im Brandenburgischen Verband der Wohnungsunternehmen
zusammengeschlossen sind, stehen 53 vor einer Existenzgefährdung, warnte
Minister Hartmut Meyer (SPD). Bei diesen Unternehmen liege der Leerstand
inzwischen bei mehr als 15 Prozent, was in Deutschland als Signal für drohende
Zahlungsunfähigkeit gelte. Laut Meyer haben 25 der bedrohten Unternehmen sogar
mit einem Leerstand über 20 Prozent zu kämpfen und »in Einzelfällen sogar über
30 Prozent«. Landesweit stehen derzeit ca. 150000 Wohnungen leer, was einer
durchschnittlichen Leerstandsquote von zwölf Prozent entspricht. Im Schnitt
kostet eine leere Wohnung das Unternehmen einen halben Euro pro Quadratmeter und
Monat.
Wohnungsunternehmen mit einem hohen Altbauanteil sind tendenziell stärker
gefährdet als solche mit Neubauten, hält der Minister fest. Er führt das auf den
höheren Instandsetzungsbedarf zurück. Sanierungskosten und Belastungen aus
Kreditaufnahmen seien bei diesen Unternehmen höher. Wenn dann noch ein
bedeutender Wohnungsleerstand hinzukomme, sei die Gefährdung vorhanden.
Eine Insolvenzwelle würde ihre Wirkung auch auf die Haushalte der Kommunen nicht
verfehlen, fährt Meyer fort. Zum einen wären sie direkt betroffen, weil sie sich
vielfach durch die Übernahme von Bürgschaften für Altschulden,
Modernisierungskredite oder andere Formen der Mithaftung an das Schicksal der
Unternehmen gebunden haben. Indirekt würde eine Pleitewelle deshalb Auswirkungen
haben, weil die Wohnungsunternehmen für die staatlichen Stellen eigentlich der
Hauptpartner bei der vorgesehenen Gestaltung des Stadtumbaus seien.
www.nd-online.de
07.01.2003
Oschatz: Abriss von unsanierten Häusern gestartet
In seiner Neujahrsrede hat es
Oberbürgermeister Andreas Kretschmar auf den Punkt gebracht: Am Abriss und Umbau
ungenutzter Wohnungen führt in Oschatz kein Weg vorbei. Nach seinen Angaben gibt
es derzeit im gesamten Stadtgebiet 1500 leer stehende Wohnungen. Die wirken sich
nicht nur negativ auf das Stadtbild aus, sondern bringen oftmals auch die
Hauseigentümer in wirtschaftliche Schwierigkeiten.
Ein Abrisskonzept soll die Wohnungssitutation in Oschatz nun mittelfristig
verbessern. Als städtisches Unternehmen geht die Oschatzer Wohnstätten GmbH den
ersten Schritt und lässt derzeit in der Bahnhofstraße 44 ein Mehrfamilienhaus
abreißen. "Das ist unser erstes Haus innerhalb des Programms Stadtumbau Ost, das
abgerissen wird", bestätigte gestern Wohnstätten-Geschäftsführerin IngeburgFahl
auf OAZ-Anfrage. Noch in diesem Jahr sollen neun weitere Wohngebäude in der
Bahnhofstraße verschwinden. "Wenn die Mittel fließen", schränkte die
Wohnstätten-Chefin ein. Bisher ist nur Geld für den laufenden Abriss in der
Bahnhofstraße 44 vorhanden. OBM Kretschmar drängt deshalb darauf, dass nun
weitere Fördermittel fließen, um das Konzept zügig umsetzen zu können.
Im Rahmen des Programms Stadtumbau Ost kann der Abriss ungenutzter Wohngebäude
mit maximal 70 Euro pro Quadratmeter gefördert werden, die der Bund und Sachsen
übernehmen. Ein zusätzlicher Abriss-Anreiz für die Wohnungsunternehmen ist, dass
sie teilweise von den Altschulden aus dem Wohnungsbau befreit werden sollen -
mit ebenfalls 70 Euro pro Quadratmeter. "Das ist für uns ganz wichtig", schätzte
Ingeburg Fahl ein. Und was passiert mit den Abrissgrundstücken, wenn die
Wohngebäude verschwunden sind. Dann sollen sie für Kaufinteressenten attraktiv
hergerichtet werden.
www.lvz-online.de
05.01.2003
Sachsen-Anhalt: Bevölkerungsschwund macht
radikalen Stadtumbau nötig
Der komplexe Umbau der Städte wird nach
Ansicht von Sachsen-Anhalts Bauminister Karl-Heinz Daehre zunehmend an Bedeutung
gewinnen. Schrumpfende Städte seien wegen der demographischen Entwicklung jedoch
zunehmend auch ein Problem Westdeutschlands. Der Leerstand hier lag bei
steigender Tendenz Ende vergangenen Jahres durchschnittlich bei rund 3,2
Prozent. Das Thema „zu viel Architektur und zu wenig Menschen“ gehöre auch hier
auf die Tagesordnung.
In Ostdeutschland stehen derzeit rund eine Million Wohnungen leer, allein in
Sachsen-Anhalt mit über 200000 etwa 15 Prozent des Gesamtbestandes. Etwa die
Hälfte davon müsse abgerissen werden, je 50 Prozent in Plattenbausiedlungen
beziehungsweise in den Altstädten, erklärte Daehre. Während einige Städte mit
unter zehn Prozent betroffen seien, gebe es in anderen Kommunen bereits
Leerstände von 20 Prozent und mehr.
Der Minister forderte für das kommende Jahr nach der Devise „Klotzen statt
Kleckern“ ein Umsteuern im millionenschweren Bund-Länder-Programm „Stadtumbau
Ost“, für das zu Jahresbeginn der Startschuss gegeben wurde.
Der Politiker forderte mehr Mut: „Ganze Quartiere müssen unter die Abrissbirne.
Das hat den größten städtebaulichen Effekt.“ Die dann freien Flächen sollten
zunächst mit Erde und Rasen belegt werden, das sei „die kostengünstigste
Variante“. Später könnten die Kommunen hier Einfamilienhaussiedlungen bauen
lassen oder Parks anlegen.
www.weser-kurier.de
03.01.2003
Grimmen: Miet- und andere Schulden drücken
Wie sieht die Bilanz der beiden
Wohnungsunternehmen der Stadt aus – der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft
Grimmen (GWG) und der Wohnungsgenossenschaft. OZ fragte GWG-Geschäftsführer Bodo
Ludewig und Kornelia Thymian, geschäftsführender Vorstand der Genossenschaft.
Ludewig will gar nicht so recht auf den wunden Punkt zu sprechen kommen, der ihm
nicht nur eine schlaflose Nacht bereitet haben dürfte – die zig Millionen
Kreditlast, die die GWG – deren hundertprozentiger Gesellschafter die Stadt ist
– drückt.
Die Modernisierung der Wohnblöcke sei im wesentlichen abgeschlossen, erklärte
Ludewig. Den Leerstand der Wohnungen bezifferte er auf fünf Prozent, was nach
Möglichkeit gehalten werden soll. Ein Problem sei aber, die Wohnungen in der 4.
und 5. Etage zu vermieten. Der Einbau von Fahrstühlen könnte daran sicher etwas
ändern, doch aus Kostengründen stellt sich die Frage gar nicht. Private
Wohnungsanbieter seien zweifellos ein Konkurrent – zumal sie andere
Wohnungsschnitte offerieren. Doch auch eine solche bauliche Veränderung kostet –
zuviel.
Wie Ludewig betonte, sei, den Kapitaldienst für die aufgenommenen Kredite zu
bedienen, eine schwierige Aufgabe, zumal die Hauteinnahmequelle die Mieten
seien, an denen aber nicht gedreht werden soll. Sie bleiben stabil, versicherte
der Geschäftsführer, etwas anderes gebe die Situation in Grimmen gar nicht her.
Bei der Wohnungsgenossenschaft ist im Verlauf dieses Jahres viel innerhalb des
Wohnungsbestandes getan worden – im Gegensatz zu früheren Jahren, wo vor allem
die äußere Hülle der Blöcke verschönert wurde, sagte Kornelia Thymian. In den
Jahren 2001 und 2002 wurden insgesamt 1,03 Millionen Euro für Modernisierungen
ausgegeben.
Seit August verfügt die Genossenschaft in der Leningrader Straße 72 auch über
zwei Gästewohnungen – eine Zweieinhalb- und eine Zweiraumwohnung. Dieses Angebot
werde schon rege genutzt, berichtete sie.
Der Leerstand der Wohnungen ist nach ihren Worten angestiegen und liegt derzeit
bei über 7,5 Prozent. Auch die Genossenschaft hat Schwierigkeiten, die Wohnungen
in den oberen Etagen zu vermieten. Als ein Problem bezeichnete sie die
Altersstruktur der Bewohner. „Unsere Mitglieder werden immer älter, aber es
kommen keine neuen, jüngeren nach“, stellte sie fest. Die Bemühungen zielen
darauf, die Mitglieder zu halten und neue zu gewinnen. Doch mit Letzterem sehe
es schlecht aus. „Die jungen Leute gehen dorthin, wo die Arbeit ist.“
www.OSTSEE-ZEITUNG.de
02.01.2003
Greifswald: Hansestadt besitzt seit gestern nur
noch ein kommunales Wohnungsunternehmen
Die Umsetzung der Fusion wurde mit der
Beurkundung der notariellen Verträge im Dezember abgeschlossen. OZ sprach mit
Fritz Richter, der die Geschicke der verbleibenden WVG führt.
OSTSEE-ZEITUNG: Seit dem 1. Januar 2003 greift der Geschäftsbesorgungsvertrag
zwischen WVG und GWH. Was versteht man darunter?
Fritz Richter: Die Aufsichtsräte beider Unternehmen hatten für die
Zusammenführung eine Anteilsübertragung empfohlen. So kam es auch: Die WVG hält
94,5 Prozent an Anteilen der GWH, die restlichen Anteile liegen bei der Stadt.
Das bedeutet, rein juristisch gibt es noch eine GWH – mit ihrem
Immobilienbesitz. Sie tritt jedoch nach außen hin nicht mehr in Erscheinung.
OZ: Und warum dieser Weg?
Richter: Weil damit nur ein Gesellschafterwechsel erfolgt, aber kein
Eigentümerwechsel. Die optimale Lösung wäre ein Verschmelzen beider Unternehmen
gewesen. Doch da es hier um einen erheblichen Grundbesitz ging, wäre eine
Grunderwerbssteuer von rund 3,5 Millionen Euro fällig gewesen.
OZ: Der geplante Stadtumbau bezieht sich auch auf den steigenden
Wohnungsleerstand. Wie sieht der insgesamt aus?
Richter: Bei der GWH lag er bei neun bis zehn Prozent und ist mit dem unsrigen
vergleichbar.
OZ: Glauben sie angesichts der Finanzlage bei Bund und Land noch an den Umbau
des Ostseeviertels Parkseite?
Richter: Wenn wir noch etwas schaffen, dann ist es dieses Gebiet. Hier haben wir
Planungsvorlauf, woanders nicht.
OZ: Der Umbau soll so verlaufen, dass die Mieten noch finanzierbar sind.
Generell heißt es von Greifswald, dass wir sehr hohe Mieten haben.
Richter: In Schwerin, Rostock und anderswo sind die Mieten kommunaler
Unternehmen eher höher als bei uns. Sicher haben wir an einigen Orten
vergleichsweise hohe Mieten. Aber es gibt auch noch preiswerte Wohnungen. Die
Spanne reicht bei der WVG von 2 bis 6,50 Euro.
OZ: Betrachten Sie die Zusammenlegung mit der GWH für die WVG als gute Partie?
Richter: Nun, die GWH ist für die WVG nicht unbedingt ein Gewinn. Aber für die
Stadt war es eine richtige Entscheidung.
www.OSTSEE-ZEITUNG.de