Newsticker Archiv Januar 2004

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31.01.2004
Altenburg: Was jetzt geschieht, ist nur ein Vorspiel
Als 2001 das Programm "Stadtumbau Ost" beschlossen wurde, gab es viele gute Vorsätze. Die ostdeutschen Städte sollten attraktiver gemacht werden, damit sie mehr Investoren und Bürger anlocken können, sollten Plattenbauten loswerden und historischen Bestand zurückgewinnen. Doch in der Praxis sieht manches anders aus. Ein Beispiel ist die Stadt Altenburg im Osten Thüringens.
Wer noch vor wenigen Jahren Altenburg besuchte, kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Eine Welt aus reizvollen Straßen und Stiegen erschloß sich, an denen sich reichverzierte Bürgerhäuser, glanzvolle Gründerzeitvillen und imposante Gerichtspaläste aneinanderreihten. Daneben gab es ein prächtiges Theater, das nach einem Entwurf Gottfried Sempers errichtet worden war, und Museen mit bemerkenswerten Beständen, von denen das bedeutendste, das Lindenau-Museum, über eine wertvolle Sammlung frühitalienischer Tafelbilder verfügte.
An jeder Ecke taten sich neue Schätze auf: der italienisch anmutende Marktplatz mit seinem prächtigen Renaissance-Rathaus aus dem sechzehnten Jahrhundert, der Brühl mit seinen reich dekorierten Barockpalästen des Altenburger Baumeisters Johann Georg Hellbrunn - und schließlich die Teichstraße mit ihrer einzigartigen Ansammlung von Bürgerhäusern aus den Zeiten der Renaissance, des Barock, des Klassizismus und des späten neunzehnten Jahrhunderts. Über allem thronte das mächtige Barockschloß, das mit dem Schloßpark, der Orangerie und dem Marstall einen eigenen Bezirk bildete. Hier residierten einst die Herzöge des bis 1920 währenden Kleinstaates Sachsen-Altenburg, ohne die der bauliche und kulturelle Reichtum der Residenzstadt Altenburg kaum möglich gewesen wäre.
All diese Vielfalt, die auch den Zweiten Weltkrieg fast unbeschadet überstanden hatte, war noch vor wenigen Jahren fast vollständig vorhanden. Zwar waren viele Gebäude sanierungsbedürftig, aber damals schien es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis auch sie wieder intakt sein würden. Um so schmerzlicher ist der Niedergang, den Altenburg in den letzten Jahren erleiden mußte. Die Bevölkerung, ursprünglich vierzigtausend, hat sich seit 1990 um ein Fünftel verringert, die Arbeitslosenquote liegt bei über zwanzig Prozent, das Theater, die Museen und die Stadterneuerung müssen Jahr für Jahr mit sinkenden Zuschüssen auskommen, es mangelt an Investoren und an Nutzern. Die Instandsetzung der sanierungsbedürftigen Gebäude, die rund sechzig Prozent der 1500 Altstadthäuser ausmachen, ist unter diesen Bedingungen eine Illusion. Statt dessen rücken immer öfter Abrißbagger an, um denkmalgeschützte Gebäude dem Erdboden gleichzumachen.
In besonders drastischer Form kann diese Tragödie in der Teichstraße besichtigt werden, die noch 1990 ein geschlossenes Straßenbild bot. Heute zeugen zahlreiche Brachen von den Abrissen, die sich in einem immer schnelleren Tempo vollziehen. Verschwunden sind das opulente spätbarocke Bürgerhaus Teichstraße 2 und weitere Wohnhäuser aus der Ära des Barock und des Klassizismus. Ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte die Vernichtung im vorigen Jahr mit dem Abbruch von vier denkmalgeschützten barocken und klassizistischen Gebäuden sowie einem stattlichen Renaissancehaus von 1576.
Von den Häusern, die noch stehen, laufen viele Gefahr, das gleiche Schicksal zu erleiden: Ein wuchtiges Renaissancewohnhaus aus der Zeit um 1600 etwa rottet schon seit Jahren ungenutzt vor sich hin. Seine Fassaden sind mittlerweile von bedenklichen Rissen und bröckelnden Putzornamenten gezeichnet. Aber auch in anderen Straßen der Stadt, wie der Schmöllnschen Straße, der Johannisstraße oder der Pauritzer Straße, üben der Verfall und die Abrißbirne ihre zerstörerische Doppelherrschaft aus.
Wer glaubt, daß diese Abrisse Folge von Gleichgültigkeit seien, der irrt. Die Stadt kämpft durchaus für die Rettung ihres Stadtbildes und macht dabei auch vor ungewöhnlichen Aktionen nicht halt. Beispielsweise hat die städtische Wohnungsgesellschaft 2003 leerstehende Gebäude an sanierungswillige Nutzer für einen Euro verkauft. Zudem versucht Altenburg, mit seinen knappen Sanierungsgeldern wenigstens besonders markante Gebäude, wie das Schloß, das Theater, den Brühl, zu pflegen. Doch das ist eine Sisyphusarbeit, da die ohnehin schon niedrigen städtischen Einnahmen Jahr für Jahr zurückgehen und zu alledem auch noch die Fördermittel für die Stadtsanierung reduziert werden.
Wann das Ende des Niederganges erreicht sein wird, weiß niemand. Zwar behaupten die beruhigenden Stimmen zum Stadtumbau Ost oft, daß die Städte nur auf eine "gesunde", rentable Größe zurückschrumpfen würden. Doch was ist eine rentable Größe für eine Stadt, die ihren Aufstieg vor allem ihrer Funktion als repräsentative Residenzstadt samt umfangreichem Beamtenapparat und subventioniertem Kulturbetrieb verdankte? Nach den Prognosen der Bevölkerungswissenschaftler jedenfalls könnte der jetzige Niedergang nur ein harmloses Vorspiel auf die Zeit nach 2015 sein, wenn aufgrund der demographischen Entwicklung die wirklich dramatischen Einbrüche bei den Haushaltszahlen zu erwarten sind.
Was dann von all dem Reichtum Altenburgs noch übrigbleiben wird, möchte man sich besser nicht vorstellen. Was etwa wird aus dem prächtigen Theater, wenn es immer weniger Bürger gibt, die es besuchen können? Welche Museen wird sich die Stadt dann noch leisten können? Und wie viele der wertvollen Gebäude werden dann noch Nutzer finden?
Das Stadtumbau-Ost-Programm gibt auf diese Fragen keine Antworten. Zwar beinhaltet es auch Aufwertungsmittel. Doch diese werden nur gewährt, wenn gleichzeitig abgerissen wird. Zudem muß die finanziell klamme Stadt diese Gelder auch noch kofinanzieren. Doch das, was in vielen Städten der neuen Länder nötig wäre - Konzepte etwa zur Stärkung der regionalen Wirtschaft und zur Sicherung des Kulturangebotes oder wenigstens die Umwandlung der Abwanderungsprämien für die Abwanderer in Bleibeprämien für die Seßhaften - wird nicht geleistet. Deshalb wird die Politik wohl auch in Zukunft die Abrißzahlen wie Erfolgsmeldungen verkünden - und könnten jahrhundertealte Kulturlandschaften eines Tages verschwunden sein. faz

31.01.2004
Annaberg-Buchholz: Wegen Restitution teilweise 80 Prozent Leerstand
Mit der Reduzierung von ehemals 50 auf nur noch zwölf Beschäftigte will die Städtische Wohnungsgesellschaft Annaberg (SWA) die Kurve kriegen. Bis Mitte des Jahres soll der Personalabbau abgeschlossen sein. „Nicht alle werden entlassen, es gibt Umstrukturierungen und Ausgliederungen“, erklärt SWA-Geschäftsführer Peter Horler.
Die wirtschaftliche Situation verlange es, nach neuen Wegen zu suchen. „Die Abwanderung, also den Bevölkerungsverlust, merken wir zuerst“, meint Horler angesichts der jetzt 18 Prozent Leerstand in den 2148 SWA-Wohnungen. Der Großteil sei auf den hohen Altbaubestand zurückzuführen, denn die sanierten Neubau-Wohnungen seien überdurchschnittlich gut ausgelastet. Mit 95 Prozent sei eine stattliche Quote zu verzeichnen.
„Die Planungen und Prognosen sagten früher aber etwas anderes als das, was eingetreten ist. Wir haben deshalb viel investiert. Und darum stehen wir jetzt vor dem Problem, einen hohen Kapitaldienst leisten zu müssen“, zieht der Geschäftsführer eine Zwischenbilanz.
Ganz schwer zu schaffen machen der SWA die Gebäude, auf denen Restitutionsansprüche liegen. „Dort verzeichnen wir einen Leerstand von über 80 Prozent. Das belastet uns enorm. Denn einerseits nehmen wir keine Miete ein, andererseits aber bleiben die Kosten für Grundsteuern, Frostschutz, Versicherung oder Beräumung an uns kleben“, macht Horler deutlich. Ein Beispiel sei das große Haus am Theaterplatz 1. „Solange die Vermögensverhältnisse nicht geklärt sind, können wir nichts tun.“
Dies betreffe viele Häuser, obwohl die fristgerechte Einreichung der Eigentumsansprüche bis zum 31. Dezember 1992 erfolgen musste. Mehr als elf Jahre später seien aber viele nicht entschieden, gebe es viele Einsprüche. Und: „Manchmal auch von uns“, meint Horler.

www.freiepresse.de

31.01.2004
Schleiz: Einwohnerschwund in der Kreisstadt hält an
Auch im vergangenen Jahr ging die Einwohnerzahl in Schleiz weiter zurück: Die jetzt aktuelle Zahl von 9056 ist um 115 niedriger als die Zahl des Jahres 2002. Der Rückgang hält seit 1990, als Schleiz noch 9978 Einwohner hatte, stetig an.
Von den 9056 Schleizern sind 4709 Frauen oder Mädchen und 4347 Männer bzw. Jungen. 131 Ausländer sind gegenwärtig Schleizer Einwohner; das entspricht einem Anteil von 1,4 Prozent. 60 Geburten in Schleizer Familien standen im vergangenen Jahr 121 Sterbefälle gegenüber, bei 333 Zuzügen gab es 385 Wegzüge. Das heißt, dass der Rückgang der Einwohnerzahl in einem größeren Maße in den Sterbefällen als der Abwanderung begründet ist. Auch diese Tendenz ist seit Jahren zu beobachten. 2002 ergab das Verhältnis Geburten - Sterbefälle sogar ein Manko von 60 Einwohnern, das Verhältnis Zuzüge - Wegzüge dagegen nur einen Verlust von zwölf Einwohnern. Auch für die Geburtenzahl markiert das Jahr 1990 in Schleiz einen deutlichen Einschnitt: Wurden bis dahin immer über 100 Schleizer Kinder geboren, ging die Zahl danach sprunghaft zurück und pegelte sich auf ungefähr 60 ein.
Die Tendenz zum Zusammenleben ohne Heiratsurkunde und gleichzeitig der Weggang vor allem junger Leute aus der Region spiegelt sich in der Heiratsstatistik von Schleiz wider. Sowohl im Jahre 2002 als auch 2003 wurden im Schleizer Standesamt lediglich 37 Ehen geschlossen. In den Jahren 1989 und 1990 waren es noch 118 bzw. 115.

www.otz.de

31.01.2004
Erfurt: Brachflächen zu Landschaften
Eine Minigolfanlage für die Freifläche hinter den Stadtwerken, eine Grünanlage mit aus Abrissschutt gebildeten Steinelementen, in Parks verwandelte Brachflächen, eine Rollschuhbahn für den Steigerwald, ein neu gestalteter Südpark - auf den Entwürfen der Studierenden des Fachbereichs Landschaftsarchitektur der Erfurter FH lässt sich träumen, wie Erfurt einmal aussehen könnte. Zwölf derartige Arbeiten können dort noch werktags von 9 Uhr bis 12 Uhr im Foyer der Gewächshäuser in der Leipziger Straße bestaunt werden.
Alle Arbeiten zum Thema "Brachflächen und Grüngürtel in Erfurt" entstanden in Abstimmung mit Stadtentwicklungsamt, dem Amt für Stadterneuerung, Umwelt- und Naturschutzamt, Tiefbauamt und dem Amt für Verkehrswesen - womit realistische Vorlagen zur Verfügung standen und den Studenten ein extrem praxisnahes Arbeiten ermöglichten. Und dies war laut Professor Horst Schumacher, Fachbereichsleiter Landschaftsarchitektur, auch Sinn und Zweck des Projektes: "Wir erfüllen damit den Lehrplan, fördern das selbstständige Arbeiten und liefern Stoff für öffentliche Diskussionen. Denn für uns ist es wichtig zu wissen, was gefragt ist, was auf Ablehnung stößt."
Die Ergebnisse der "Ideenschmiede" in der Leipziger Straße dürften für reichlich Gesprächsstoff sorgen - auch wenn sie vermutlich nie realisiert werden. Anders sieht es bei Entwürfen aus, die von den angehenden Landschaftsarchitekten (kostenpflichtig) für konkrete Projekte erarbeitet werden. Viel wurde für den Wettbewerb "Entente Florale" im vergangenen Jahr gemacht, Zu den interessantesten "Bestellungen" die derzeit auf den Zeichentischen der Studenten liegen, zählt Professor Schumacher u.a. den "Energiegarten Stotternheim", der im Rahmen des Entwicklungskonzeptes "Erfurter Seen" irgendwann das Freizeit- und Erholungsangebot im Norden der Landeshauptstadt ergänzen soll. Und vielleicht war gestern ja Erfurts Beigeordneter für Stadtentwicklung, Ingo Mlejnek von der einen oder anderen Idee zu begeistern. Vielleicht wird eine der Visionen doch noch Wirklichkeit.

www.tlz.de

31.01.2004
Stadtumbau Ost kämpft mit Leerstand
Nach zwei Jahren Laufzeit des Programms Stadtumbau Ost hatte das Bundesbauministerium rund 300 Praktiker aus Kommunen und Wohnungswirtschaft zum Erfahrungsaustausch diese Woche nach Potsdam geladen.
Vor zwei Jahren brachten Bund und Ländern ein Stadtumbau-Programm Ost auf den Weg. Es sieht den Abriss von 350000 Wohnungen und die Sanierung der erhaltenswerten Quartiere vor und soll bis 2009 abgeschlossen sein. Nach dem Bau-Boom nach der Wende machte sich Ernüchterung breit. Über eine Million leer stehende Wohnungen, verfallende Häuser, überflüssige Straßen und Stadtquartiere machten eine völligen Wechsel in der Stadtentwicklungspolitik unumgänglich. Der Erfahrungsaustausch der Praktiker zeigte: Der Weg ist richtig, das Ziel jedoch noch fern. Maren Kern, Geschäftsführerin von DOMUS Consult, einem Tochterunternehmen des Verbandes der Berlin-Brandenburgischen Wohnungsunternehmen drückte in Potsdam es aus: Die Wirklichkeit des Leerstandes hat die Prognosen des Jahres 2000 überholt. Im Land Brandenburg sei der Wohnungs-Leerstand auf 18,7Prozent angestiegen.
Mit dem im letzten Jahr in Gang gekommenen Prozess – rund 35000 Wohnungen vor allem bei kommunalen und genossenschaftlichen Wohnungsunternehmen wurden »vom Markt genommen« – konnte die Leerstandsentwicklung zwar gedämpft, jedoch nicht gänzlich gestoppt werden. Jede weitere Verzögerung beim Abriss, so der einhellige Tenor, vergrößert die Kosten und die Probleme der Städte. Das Stadtumbauprogramm und auch die Stadtentwicklungskonzepte müssten angepasst und fortgeschrieben werden.
Für die Wohnungsunternehmen verursachen dauerhaft leer stehende Wohnungen hohe Verluste durch Mietausfall, Erhalt und Sicherung dieser Gebäude. Die Stilllegung allein ist deshalb keine Lösung. Denn die auf den leer stehenden Wohnungen lastenden Altschulden müssten trotz allem bedient werden. Erst nach Abriss ist durch eine Härtefallregelung im Altschuldenhilfegesetz der Schuldenerlass möglich. Doch die Antragsfrist ist Ende 2003 ausgelaufen und eine Reihe von Wohnungsunternehmen konnten die notwendigen Kriterien für den Erlass bisher nicht erfüllen. Hier ist ein weitergehender Erlass, wie ihn die PDS seit Jahren in Bund und Ländern fordert, unverzichtbar.
Manfred Wilke von der Wohnbauten mbH aus Schwedt erläuterte die bisherigen Ergebnisse des langfristig angelegten Stadtumbaukonzeptes. In der Modellstadt sei es gelungen, durch umfangreiche Rückbaumaßnahmen und Sanierungen, den Anbau von Fahrstühlen und Terrassen aus Plattenbauten des Tys P 2 attraktive Wohnungen herzustellen.
Die Umbauten werden in drei Preiskategorien angeboten: Standard, mit Fahrstuhl oder Grundrissänderung mit Terrasse. Für diese Wohnungen Mieter zu finden, sei kein Problem. Dank der Landesfördermittel konnten die Mietpreise für Umsetzmieter auf maximal 4,67 Euro pro Quadratmeter gekappt werden. Die Wohnungsgesellschaft übernimmt zudem die Umzugskosten und garantiert den Mietern die Fortführung ihres langjährigen Mietvertrages zu bestehenden Konditionen.
Margitta Faßl, Geschäftsführerin der Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda berichtete, dass ihr Wohnungs-Unternehmen durch den Abriss von 3000 leer stehenden Wohnungen eine jährliche Entlastung allein von Altschulden in Höhe von 625000 Euro erzielt. Diese Mittel würden jetzt in die Aufwertung und den Umbau der erhaltenswerten Quartiere gesteckt.
Fazit: Für den Stadtumbau ist ein langer Atem erforderlich. Das bis zum Jahre 2009 ausgelegte Stadtumbau-Programm Ost muss weitergeführt, von bürokratischen Hürden entschlackt und finanziell solide ausgestattet werden.
Die Härtefallregelung und die Entlastung von Altschulden sind – gerade nach der jüngsten Sperrung der Haushaltsmittel in Bundes- und Landeshaushalten unzureichend. Der Ruf nach Landes- und Bundesbürgschaften wird immer lauter. Denn der langfristige, der demographischen Entwicklung angepasste Stadtumbau ist nicht allein den Wohnungsunternehmen aufzubürden, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Vertreter der Wohnungsunternehmen wiesen zur Recht darauf hin, dass sie sich im letzten Jahrzehnt mit rund 17 Milliarden Euro als zuverlässige Investoren vor Ort erwiesen hätten. Die soziale Funktion in Städten und Regionen dürfe nicht durch die in den Haushalten angekündigten pauschalen Kürzungen von Bundes- und Landesmitteln aufs Spiel gesetzt werden, zumal die Kommunen meist nicht mehr in der Lage wären, ihren Beitrag zu leisten.

www.nd-online.de

31.01.2004
Geithain: "Wir sind kurz vor dem Ziel noch gescheitert"
Ein Insolvenzverfahren gegen die Wohnungsgenossenschaft Geithain/Bad Lausick e. G. ist beantragt. LVZ sprach gestern mit Vorstand Peter Reinbach.
Frage: Was ist aus Ihrer Sicht Ursache der Insolvenz?
Peter Reinbach: Ein hoher Wohnungsleerstand bei einem hohen Verschuldungsstand des Unternehmens.
Was wird jetzt passieren?
Eine gute Frage. Unsere Angelegenheiten sind geordnet. Es ist nicht so, dass sich dem Insolvenzverwalter nun ein Chaos auftut. Rechtsanwalt Rüdiger Bauch wird ein Gutachten anfertigen. Ich gehe davon aus, dass das Insolvenzverfahren frühestens am 1. März eröffnet wird. Dann müssen wir sehen, wohin die Entwicklung geht, ob so saniert werden kann, dass die Genossenschaft weiterbesteht.
Sind die Genossenschaftsanteile der Mitglieder in Gefahr?
Das kann man zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Das hängt davon ab, wie sich die Situation weiter entwickelt.
Wie geht es für die Mieter weiter?
Für sie ändert sich nichts. Wie vermieten auch weiterhin neu. Ein großes Problem ist hier der Reparaturstau. Wir hätten im Januar deutlich mehr vermieten können, wenn es möglich gewesen wäre, die Wohnungen zu renovieren. In Bad Lausick hatten wir im Januar erstmals sieben Zuzüge mehr als Wegzüge. Das stellt die Entwicklung der letzten zwei Jahre auf den Kopf.
Ist das eine Trendwende?
Nein, das denke ich nicht. Es wird auch künftig sehr, sehr schwer werden, Wohnungen zu vermieten. Ich denke nicht, dass Geithain um die Reduzierung von Wohnraum herumkommen wird. Auch deshalb halte ich es für so wichtig, die Eigenverwaltung der Genossenschaft zu bewahren. Das ist aus meiner Sicht die Voraussetzung für konstruktive Lösungen wie sie für einen Stadtumbau erforderlich sind.
Wir hatten uns im Sommer 2002 über Probleme wie Leerstand, Rückstände bei der Bezahlung von Energielieferungen und der zögerlichen Auszahlung von Genossenschaftsanteilen an ausgeschiedene Mitglieder unterhalten. Sie hatten damals betont, dass der Konsolidierungsprozess noch nicht abgeschlossen sei und in einem Konsolidierungsprogramm münden soll. Was ist seitdem geschehen?
Wir befinden uns nun schon seit mehreren Jahren in Konsolidierungsverhandlungen. Bei den Gläubigern handelt es es sich hauptsächlich um Banken und vier Versorger. Sie haben seit über einem Jahr Sanierungsbeiträge geleistet. Banken haben auf Sanierungsteile verzichtet - unter der Maßgabe, dass ein tragfähiges Sanierungskonzept längerfristig den Fortbestand der Genossenschaft sichert. Seit über zwei Jahren wirkt die Wohnungsbaugenossenschaft Kontakt Leipzig betreuend an der Konsolidierung. Ziel war die Sanierung der Wohnungsgenossenschaft Geithain/Bad Lausick um ihren Fortbestand zu sichern. Ermöglicht werden sollte damit auch, dass in den vergangenen Jahren unterlassene Instandhaltungen und Instandsetzungen wieder planmäßig erfolgen können. Auch eine Fusion zwischen der Leipziger und der Geithain/Bad Lausicker Genossenschaft wäre möglich gewesen.
Dazu ist es nicht gekommen. Warum?
Am 18. Dezember hat in den Räumen der Leipziger Gesellschaft eine Sanierungsrunde stattgefunden. Dort wurde das Sanierungskonzept vorgestellt. Grundsätzlich waren alle Gläubiger bereit, einen Sanierungsanteil zu leisten. Das kam klar zum Ausdruck. Eine der Grundbedingungen war, dass alle einheitlich zustimmen. Die formelle Zustimmungsfrist endete am 5. Januar. Zu diesem Zeitpunkt waren nicht alle vorbehaltlosen Zustimmungen bei uns eingegangen. Wenige Tage vor Ablauf der Frist unterbreitete die Leipziger Genossenschaft ein Fusionsangebot. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Hauptgläubigerbank die Zwangsverwaltung jedoch schon beantragt. Das ist dann einfach ein Formalismus der abläuft.
Sind Sie enttäuscht?
Da grundsätzlich alle Gläubiger die Insolvenz der Genossenschaft verhindern wollten, konnten wir schon davon ausgehen, dass ein gemeinsames Konzept auf den Weg gebracht wird. So kurz vor dem Ziel noch zu scheitern, war eine schreckliche Erfahrung. Wir haben bis zum letzten Tag daran gearbeitet, die einheitlichen Zustimmungen zu erreichen. Am 23. Januar musste der Vorstand den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens stellen.

www.lvz-online.de

30.01.2004
Rostock: Vom Grundstück bis zum Reihenhaus
Die Wohnungsgesellschaft Wohnen in Rostock (Wiro) bietet seit zehn Jahren nicht nur Grundstücke für Eigenheime, sondern auch bezugsfertige Reiheneigenheime innerhalb der Stadtgrenzen von Rostock an. Obwohl am Stadtrand gelegen, kann man von hier aus doch alle Vorzüge einer Großstadt genießen. In den neuen Wohngebieten Evershagen-Süd, Kassebohm, Hang Alt Bartelsdorf, Brinckmanshöhe und im Wohnpark Tannenweg erwarten schlüsselfertige Reiheneigenheime ihre neuen Besitzer. Zu dem "Wiro-Klassiker", dem Multifunktionshaus in Kassebohm haben sich mittlerweile drei weitere Reihenhaustypen hinzugesellt. In zwei Varianten biete das Atrium-Haus mit einem offenen bzw. geschlossenen Hof hohen Wohnkomfort auf einer Ebene in Evershagen- Süd, so ein Wiro-Sprecher. Das Reiheneigenheim mit der größten Wohnfläche - ca. 156 m2 - ist das Panorama-Haus mit seinem unverwechselbaren Design am Hang von Alt Bartelsdorf. Wer nicht so viel Platz benötige, finde im Medi-Haus in Evershagen-Süd oder im Tannenweg das Passende.
www.svz.de

30.01.2004
Greifswald: Genossenschaft schließt Sanierung in der Altstadt ab
Die Wohnungsgenossenschaft Greifswald wird in diesem Jahr ihre Sanierungsarbeiten in der Altstadt abschließen. 14 Wohnungen in der Franz-Mehring-Straße 19/20, die unter Denkmalschutz stehen, werden derzeit umgestaltet. „Das ist nicht einfach, vor allem wegen der Auflagen zum Denkmalschutz. So mussten wir Dachgauben mit so genannten Dohlenfenstern versehen, um den Tieren entsprechenden Schutz zu geben“, berichtet Dr. Gudrun Jäger, Geschäftsführerin der WGG.
Die Wohnungen selbst erhalten alle einen neuen Grundriss, werden so moderner und sind den Wünschen der Mieter angepasst. „Der Komfort dieser Genossenschaftswohnungen ist dann auf dem neuesten Stand. Glücklicherweise gibt es genügend Interessenten“, so Dr. Jäger und fügt hinzu, dass man wegen der großen Nachfrage bereits eine Warteliste anlegen musste. Geplant ist auch, in diesem Umfeld in der Mehringstraße die Grünanlagen neu zu gestalten und 20 Pkw-Stellflächen zu errichten. Dazu wurde eine grundsätzliche Einigung zur Gestaltung des Straßenraumes mit der Stadtverwaltung und der WVG erzielt. Die Umgestaltung des Außenbereiches soll noch in diesem Jahr begonnen werden, wird aber bis ins kommende Jahr andauern.

www.OSTSEE-ZEITUNG.DE

30.01.2004
Delitzsch: Die Platte weicht der Pflanzenwelt
Die Reste alter Plattenbauten in Delitzsch-West sind weg, bald soll an dieser Stelle Grün sprießen. Abrissflächen der Wohnungsgenossenschaft werden wieder städtisches Eigentum, da ist sich Jörg Fischer "so gut wie sicher". Der Geschäftsführer der Wohnungsbaugenossenschaft Aufbau, der die Grundstücke bis jetzt gehören: "Kurz nach der Wende wurden uns diese Flächen kostenlos übertragen und in absehbarer Zeit sollen sie zu gleichen Konditionen an die Stadt zurückgegeben werden." Stadtplanungschef Karl-Heinz Koch ergänzt: "Die Übergabe muss nur noch durch den Stadtrat bestätigt werden." Er denkt, dass das noch im Frühjahr dieses Jahres entschieden wird.
Eine Grobplanung über die Aufwertung des Gebiets existiert bereits. "Wir haben vor, die Flächen mit Wildblumenwiesen zu begrünen, die bereits vorhandene Baumallee zu ergänzen und einen Bolzplatz zu schaffen", sagt Koch. Er meint damit nicht nur die Flächen, wo einst Genossenschaftsbauten standen. Denn außer der Straße der Freundschaft 4 bis 10, Loberaue 30 bis 36 und Monheimer Straße 19 bis 27 (150 Genossenschaftswohnungen), hat auch der zweite und nunmehr einzige Großvermieter in West, die Wohnungsgesellschaft, etliche Wohnungen "ausgelichtet". Damit verschwanden in West insgesamt acht Blöcke mit zusammen 300 Wohnungen, so Koch. 400 Wohnungen bewirtschaftet damit künftig die Delitzscher Wohnungsgesellschaft noch als einziger Großvermieter in diesem Wohngebiet.
Wie der Abriss wird auch die Wohnumfeldgestaltung durch Fördermittel finanziert. Laut Koch "muss die Wiederaufwertung des Geländes zu je einem Drittel die Gemeinde, der Bund und das Land tragen". Weil Gelder aber nur begrenzt zur Verfügung stehen, werden die Pläne in den kommenden Jahren schrittweise angegangen. In diesem Jahr soll für 40000 Euro im Bereich Securiusstraße die Begrünung voraussichtlich im Herbst starten.

www.lvz-online.de

30.01.2004
Olbersdorf: Der Block 18 wird aus der Mitte herausgenommen
Über die Vorhaben dieses Jahres und die wirtschaftlichen Ergebnisse 2002 informierte kürzlich der Geschäftsführer der kommunalen Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft Olbersdorf die Gemeinderäte. Der Leerstand von über 200 Wohnungen kostete die KWV Olbersdorf im Jahr 2002 eine Menge Geld. Neben fehlenden Mieteinnahmen von über 400.000 Euro musste die Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft zusätzliche Abschreibungen vornehmen lassen und schloss mit einem erheblichen Jahresfehlbetrag ab. Einen solchen Einschnitt wie den durch die buchmäßige Abwertung der betroffenen Häuser wird es so schnell nicht wieder geben. Im vergangenen Jahr konnte die Leerstandsquote auf 15,5 Prozent gesenkt werden. Einen gewissen Leerstand kalkuliert das Unternehmen schon mit Blick auf die Bevölkerungsentwicklung weiter ein. Dennoch möchte man den finanziellen Schaden mindern, den zum Beispiel weiter laufende Heiz- und Betriebskosten in leeren Wohnungen verursachen. Bei den in diesem Jahr geplanten Modernisierungs- und Instandhaltungsvorhaben werden zum Beispiel die ohnehin zu erneuernden Heizungsstränge in einigen Blöcken anders gelegt. So wäre es möglich, die jeweils obere Etage abzuklemmen und die Wohnungen umzunutzen, wenn keine Mieter mehr in den Wohnungen sind. Sogar ein späterer Rückbau wäre dann einmal möglich. Insgesamt werden im laufenden Jahr knapp eine Million Euro für Sanierung und Erhaltung der Bausubstanz investiert. Einen Block, die Nummer 18, will die KWV sogar komplett abreißen. „Dieser Block ist nachträglich mitten in die Neubausiedlung gesetzt worden“, sagt KWV-Geschäftsführer Wolfgang Horn. Ursprünglich war der Abriss erst für das Jahr 2006 geplant, aber vor allem mit Rücksicht auf die überwiegend betagten Mieter wolle man nicht so lange warten. Im Block wohnen Menschen, die zwischen 60 und 90 Jahre alt sind. Mit ihnen gemeinsam sind bereits Gespräche zur Auswahl einer neuen Wohnung geführt worden. Bei der Gemeinde erbat sich der KWV-Geschäftsführer Unterstützung bei der Beschaffung von Pflegeheimplätzen im Olbersdorfer Alten- und Pflegeheim für einige Hausbewohner, die sich nicht mehr in einer Mietwohnung behelfen könnten.
www.sz-online.de

30.01.2004
Ebersbach: Zwei weitere Blöcke sollen abgerissen werden
Die Wohnungsbaugenossenschaft Oberland setzt in diesem Jahr den Rückbau von Wohnungen fort. In dem gleichnamigen Ebersbacher Wohngebiet soll der Bestand um insgesamt 90 Wohnungen verringert werden. Es handelt sich dabei um zwei Blöcke in der Oswald-Schmidt-Straße mit 36 bzw. 54 Wohnungen. Ursprünglich war der Abriss eines der beiden Blöcke erst für das Jahr 2005 vorgesehen. Die Vorbereitungen für den Abbau sind jedoch günstiger verlaufen als geplant war. Wie der Vorstand der Genossenschaft informiert, sind bereits 95 Prozent der Mieter in andere Wohnungen umgezogen. Auch liegen die Abbruchgenehmigungen bereits vor. Wichtigste Voraussetzung, heißt es, ist jedoch der Bescheid der Aufbaubank über die Bereitstellung finanzieller Mittel. Erst dann könnte der Rückbau der beiden Objekte beginnen. Die Wohnungsbaugenossenschaft hat bereits im Jahr 2002 beim Rückbau auf dem Hofeweg 64 Wohnungen „vom Markt genommen“. Im vergangenen Jahr wurden dort die Freiflächen fertig gestellt. Damit, so der Vorstand, konnte die „bisher aufwendigste Baumaßnahme der Genossenschaft in den letzten Jahren erfolgreich abgeschlossen werden“. Trotz wiederum gestiegenen Wohnungsleerstandes und geringerer Einnahmen wurden im vergangenen Jahr auch alle anderen geplanten Vorhaben realisiert, so der Vorstand. Die Genossenschaft erhofft sich nun durch den weiteren Rückbau finanzielle Entlastungen. Die Mittel könnten dann für andere Zwecke verwendet werden. So hat die Genossenschaft in Neugersdorf 40 bislang städtische Wohnungen gekauft. Die Wohnungen sollen in den nächsten zwei, drei Jahren modernisiert werden. Die Genossenschaft will damit ihren Bestand um Wohnungen erweitern, für die sichtliche Nachfrage vorhanden ist. Im Ebersbacher Wohngebiet Oberland selbst, so der Vorstand, komme mit dem Rückbau der einstigen Neubaublöcke der „Stadtumbau Ost“ gut voran. Auch der Mitbewerber, das Ebersbacher Wohnungsunternehmen, führt den Abriss und die Freiflächengestaltung weiter. An der Sachsenstraße soll nun bald die so genannte „Stadtmauer“ mit 190 Wohnungen gänzlich von der Bildfläche verschwinden. Danach werden ebenfalls in der Sachsenstraße an einem Block noch einmal 30 Wohnungen abgetragen. Die drei Eingänge, die es betrifft, sind bereits leer gezogen. Doch damit ist auch noch nicht Schluss. Weitere Vorstellungen des Ebersbacher Wohnungsunternehmens reichen bis 2007 und sollen so, wie die Fördermittel fließen, umgesetzt werden.
www.sz-online.de

30.01.2004
Spremberg: Mieterbund kritisiert Wohnungsunternehmen
Nach Ansicht von Albrecht Papenroth, dem Vorsitzenden des Mieterbundes Niederlausitz, werden die Mieter bei den örtlichen Wohnungsunternehmen nicht genügend über ihre Rechte im Zuge der notwendigen Maßnahmen beim Stadtumbau Ost informiert. Bis 2010 werden etwa 2.000 Wohnungen in Spremberg abgerissen. Papenroth behauptet, dass die Mieter "ausgetrickst" würden. "Viele Mieter müssen in eine neue Wohnung umziehen" , sagt Albrecht Papenroth. Jedoch würden die Wohnungsunternehmen die Mieter durch eine langfristige Bekanntgabe eines Abrisstermines dazu veranlassen, dass die Mieter frühzeitig und ohne Kündigung seitens des Wohnungsunternehmens umziehen würden. Dadurch würden diese Mieter auf Ansprüche wie Umzugskosten und anderweitige Entschädigungen verzichten. "Nach unserer Erkenntnis ziehen viele Mieter in Unkenntnis über die ihnen zustehenden Ansprüche viel zu früh aus ihren Wohnungen aus und haben durch diesen Umzug finanzielle Einbußen" , sagt Mieterlobbyist Albrecht Papenroth. Es könne nicht sein, dass die betroffenen Mieter indirekt noch finanziell am Stadtumbau Ost beteiligt würden. "Wir sind nicht für die Rechtsaufklärung der Mieter zuständig" , sagt Ronald Fratzscher, der Geschäftsführer der Gesellschaft für Wohnungsbau Spremberg (Gewoba). Allein bei der Gewoba werden etwa 1.000 Wohnungen in den nächsten sechs Jahren abgerissen. Es gebe einen fairen Umgang mit den Mietern, sagt Fratzscher. "Wir reden mit den Leuten." Es sei jedoch richtig, dass Gelder wie Umzugskosten vermieden werden sollen. "Da müssen wir wirtschaftlich denken" , so der Gewoba-Geschäftsführer. Die Mieter werden etwa zwei Jahre im voraus über den Abriss eines Hauses informiert. Das sei ein "vernünftiger" Zeitrahmen, sagt Fratzscher. Derzeit bestehe beispielsweise noch keine Notwendigkeit die Mieter auf dem Schomberg massiv umziehen zu lassen, da dort erst in einigen Jahren Häuser abgerissen werden. "Es geht darum, die Häuser zu einem richtigen Zeitpunkt leer zu haben" , so Fratzscher. Die Gewoba sei darauf eingestellt, den Mietern unter die Arme zu greifen. "Wir sind auf einen materiellen Aufwand eingestellt" , sagt Ronald Fratzscher. Nur die derzeitige Devise sei es, Kündigungen zu vermeiden und im Gespräch mit den Mietern Lösungen zu finden. "Wir wollen unsere Mieter halten" , sagt der Gewoba-Geschäftsführer. Man werde den Mietern keine pauschalen Entschädigungen versprechen. Das müsse individuell abgeklärt werden. "Warum sollen wir jemandem die Gardinen bezahlen, wenn er gar keine hat" , so Fratzscher. Man sei bei der Gewoba auch darauf eingestellt, notfalls die Mieter herauszuklagen, wenn deren Forderungen zu hoch sind. Ronald Fratzscher unterstützt die Forderung des Mieterbundes, in die Arbeitsgemeinschaft "Wohnungsleerstand" aufgenommen zu werden. Die AG koordiniert den Stadtumbau Ost in Spremberg. Es gehe um eine konstruktive Zusammenarbeit aller Beteiligten. Die Vorbereitungen und die Information der Mieter sei bisher in Spremberg vorbildlich gelaufen, sagt Hildegard Kretschmann vom Vorstand der Lausitzer Berarbeiterwonungsgenossenschaft (Bewoge). Bei der Bewoge bestehe momentan kein Handlungsbedarf, da kein akuter Abriss eines Gebäudes bevorstehe. Kretschmann wirft dem Mieterbund vor, Politik zu betreiben, wenn er behauptet, das Mieter ausgetrickst würden. Frank Petraus von der Spremberger Wohnungsbaugenossenschaft (SWG) sagt klipp und klar, dass die Mieter Umzugskosten erstattet bekommen. Frühestens Ende diesen Jahres würden die ersten Wohnungen bei der SWG abgerissen. Im Februar und März werde es Gespräche mit den entsprechenden Mietern geben. Es seien bei der Genossenschaft Gelder für Sachleistungen eingestellt worden.
www.lr-online.de

28.01.2004
Sachsen-Anhalt: Abwanderung nach Westen verlangsamt sich

Der Bevölkerungsschwund in Sachsen-Anhalt hält zwar an, verlangsamt sich aber. Das geht aus dem neuen Statistischen Jahrbuch für das Jahr 2002 hervor, das am Dienstag in Halle vorgestellt wurde. Demnach verlor das Land im Vergleich zu 2001 im vergangenen Jahr insgesamt 31715 Bürger, sagte der Direktor des Statistischen Landesamtes, Manfred Scherschinski.
Das entspreche dem Verlust von einer Stadt wie Bernburg. Er machte aber auch "Licht am Ende des Tunnels" aus: Die Bevölkerungszahl sei im ersten Halbjahr 2003 nur noch um 8000 gesunken, verglichen mit 11000 im ersten Halbjahr 2002. Die Ursachen für den Bevölkerungsrückgang sind die Abwanderung in andere Bundesländer, die niedrige Geburtenrate und die Zahl der sterbenden Menschen. So wurden im letzten Jahr 465 Babys weniger geboren als 2001, über 500 Menschen starben mehr, jeder zweite an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Der Abwanderungsverlust betrug 2002 absolut 19173 Menschen - im Jahr 2001 waren es noch 23201 Wegziehende.
"Vor allem die jungen Menschen gehen weg, verstärkt auch die jungen Frauen", erläuterte Scherschinski und prognostiziert wachsenden Altersdurchschnitt und Fachkräftemangel im Land. Insgesamt lebten Ende 2002 rund 2,55 Millionen Menschen in Sachsen-Anhalt.

www.mz-web.de

28.01.2004
Sachsen: verliert weniger Einwohner
Der Rückgang der Bevölkerung in Sachsen hat sich weiter abgeschwächt. Zum 30. September 2003 lebten 4,327 Millionen Menschen im Freistaat, 21 585 weniger als noch zum Jahresende 2002, teilte das Statistische Landesamt in Kamenz gestern mit.
Im gleichen Zeitraum des Vorjahres sank die Zahl der in Sachsen lebenden noch um knapp 30 000 Menschen. Hauptursache für den Rückgang ist weiterhin das anhaltende Geburtendefizit. So starben 38 043 Menschen, während nur 23 754 Kinder geboren wurden.
Die Kluft zwischen zugezogenen und abgewanderten Menschen ist ebenfalls kleiner geworden. So hat sich der Wanderungsverlust von 35 auf 17 je 10 000 Einwohnern reduziert. Insgesamt verließen 7255 Menschen mehr das Land, als sich ansiedelten. Nur Dresden und Leipzig konnten ihre Einwohnerzahlen im Vergleich zum Dezember 2002 leicht steigern (plus 0,4 Prozent). Besonders empfindlich traf der Bevölkerungsrückgang erneut die kreisfreie Stadt Hoyerswerda (minus 2,2 Prozent).
www.lr-online.de

28.01.2004
Wittenberge: Städtenetz steht auf der Kippe
Das Städtenetz Prignitz steht auf der Kippe. Kyritz hat sich zum Jahresende aus dem Verbund verabschiedet. Die gemeinsame Internetseite ist abgeschaltet, die Geschäftsstelle in Pritzwalk geschlossen. Der Grund: Geldmangel. Eine Vollzeitkraft in der Geschäftsstelle und externe Beratung durch die Potsdamer Gesellschaft für Kommunalberatung (Complan) können die sieben Prignitzstädte nicht mehr finanzieren. Beim Treffen des Bürgermeisterrats und der Lenkungsgruppe Anfang Februar in Pritzwalk soll nun die Zukunft des Verbunds geklärt werden.
Das Netz der sieben Prignitzstädte Wittstock, Wittenberge, Pritzwalk, Bad Wilsnack, Kyritz, Lenzen und Perleberg war ein freiwilliger Zusammenschluss. Er wurde 1996 gegründet, die gemeinsame Vereinbarung zur Zusammenarbeit in Kyritz unterzeichnet. Es folgten zahlreiche eigene Projekte. So ging es um "Regionalmarketing", es gab eine gemeinsame Internetpräsentation, der Sanierungswettbewerb "Beispielhaft saniert" wurde ins Leben gerufen. Es entstand ein Werbefilm über die Prignitz, der hundertfach verkauft wurde. Es gab Prignitzer Unternehmertreffen. Neu dazu kam das Projekt "Gesunde Stadt", und das Bauministerium unterstützte Untersuchungen über die Bevölkerungsentwicklung in der Prignitz. Doch das alles kostete Geld. Zweifel kamen auch an der Effektivität des Verbunds auf.
So bemängelte der Kyritzer Hauptausschuss schon im Juni 2002, dass es nur eine Zusammenarbeit der Verwaltungen gebe, nicht aber der Kommunalpolitik. Der Stadtanteil von 6660 Euro für die Koordinierungsstelle sei in Kyritz besser aufgehoben, hieß es. Zum Jahresende 2003 trat Kyritz aus dem Verbund aus.
"Es muss eine andere Form der Zusammenarbeit gefunden werden", sagt Rainer Greve, stellvertretender Pritzwalker Bürgermeister und Mitglied der Lenkungsgruppe des Städtenetzes. Und ein Vorschlag liegt bereits auf dem Tisch: Das Städtenetz soll erhalten bleiben, aber ohne Budget auskommen. Aufgaben und Projekte werden einfach auf die Mitgliedsstädte verteilt, Geld für die Arbeit zahlt keiner mehr.
Auch Wittstocks Bürgermeister Lutz Scheidemann wirbt für Erhalt von Verbund und Geschäftsstelle. Über Finanzierungsengpässe könne geredet werden. Aber von einer beabsichtigten "Rotation der Geschäftsstelle" mit jährlich wechselndem Standort hält er beispielsweise nichts.
"Die Prignitz braucht eine gemeinsame Stimme", sagt Rainer Greve von der Lenkungsgruppe. So soll der Landesentwicklungsplan in Potsdam wieder auf die Tagesordnung. Dann geht es auch um die Einteilung in Ober-, Mittel- und Unterzentren. Und bewährte Projekte des Städtenetzes wie "Beispielhaft saniert" sollten in jedem Fall fortgeführt werden.
Trotz allem gibt es kritische Stimmen enttäuschter Bürgermeister. Weil sie keinen Wirtschaftsaufschwung in der Prignitz erkennen können, stellen sie auch das Städtenetz in Frage. Dazu komme Futterneid auf vermeintlich bevorzugt geförderte Städteprojekte, wie den Wittstocker Stadtumbau, vermutet Scheidemann. Beim Treffen am 4. Februar in Pritzwalk will er nochmals deutlich für den Zusammenhalt werben und Fragen "offen ansprechen", die bisher vermieden worden seien. Auch der Kyritzer Bürgermeister ist dazu eingeladen.

www.MaerkischeAllgemeine.de

28.01.2004
Frankfurt: Die Küche ist im Kinderzimmer
Stadtumbau - wer ihn bislang erlebte und sich informierte, musste fast ausschließlich feststellen, dass er in Frankfurt bisher aus dem Abriss von Wohnhäusern besteht. Doch Stadtumbau ist mehr. Er umfasst auch die Gestaltung von Freiflächen, die Neubebauung beispielsweise mit kleineren Wohnhäusern, die Reduzierung von Gebäuden um einige Etagen und die Sanierung vorhandener Plattenbauten. Die Wohnbau gab im Herbst den Startschuss für die aufwändige Sanierung von Häusern im Spartakusring.
Die Wohnbau Frankfurt drückt wie auch die Wohnungswirtschaft das Problem, dass mehrere tausend Wohnungen leer stehen, die dennoch Geld kosten. Also wird auch im Auftrag der Wohnbau abgerissen. Aber: Die Genossenschaft geht auch einen anderen Weg und hat ein Pilotprojekt im Spartakusring gestartet. Und dort zeigt sich deutlich der Spagat, der hinter dem Begriff Stadtumbau steckt.
Denn verschwunden sind im Spartakusring die Blocks 37 bis 43 und 34 bis 36. Eine riesige Fläche ist entstanden. "Dieses Areal wollen wir im Frühjahr gestalten. Ein kleiner Spielplatz wird entstehen, Grünanlagen für unsere Mieter", erzählt Wohnbau-Sprecherin Martina Mucker. Direkt gegenüber dieser Noch-Brache ist der Block Spartakusring 1 bis 10 eingerüstet und erkennt auch der Laie: Hier wird von grundauf saniert, also Dach, Fassade, Fenster, Türen, Fußböden, Elektroanlagen und Loggien.
"Die Wohnungen in den fünften Etagen zu vermieten ist deshalb so schwierig, weil es keine Aufzüge in den Häusern gibt", erzählt Martina Mucker. Deshalb habe sich die Wohnbau entschlossen, in die so genannten Treppenaugen Aufzüge einzubauen und auf diese Weise auch die fünfte Etage an den Mann oder die Frau zu bringen. Derzeit sind die Bauarbeiter dabei, die letzten alten Fensterrahmen rauszutragen. Neue Heizungen sind bereits installiert, Fußböden teilweise drin, die Bäder gefliest, die Stränge für die Sanitärbereiche ausgetauscht. Kurz vor der Übergabe des Wohnblocks im Frühsommer dieses Jahres werden die Aufzüge eingebaut.
Damit nicht genug, startet am 1. März die Sanierung des Nachbarblocks Spartakusring 11 bis 18 und am 8. März die des Würfelhauses mit der Nummer 19. Und das unter bewohnten Bedingungen. 83 Wohnungen von 193 in den Blocks 1 bis 18 sind bewohnt. Im Würfelhaus leben 24 Familien, insgesamt gibt es dort 28 Wohnungen. "Wir wollen den Mietern, die aus ihren Blocks wegen des bevorstehenden Abrisses ausziehen müssen, eine Alternative bieten können", erklärt Martina Mucker. Etwas besonderes ist auch, dass in einigen Wohnungen die Grundrisse verändert und so aus Drei-Zimmer-Wohnungen Zwei-Zimmer-Wohnungen werden. Das ehemalige Kinderzimmer wird zur Küche mit Fenster. Die ehemalige Küche verkleinert und zum Gäste WC und dadurch die Wohnstube größer, weil die Durchreiche verschwunden ist.
Ende April will die Wohnbau zwei weitere Objekte nach umfassender Modernisierung und Instandsetzung übergeben. Zum einen die Bergstraße 176 bis 180. Dort werden in den 64 Wohnungen vergleichbare Arbeiten wie im Spartakusring ausgeführt. Am Werkeln sind die Fachleute auch bereits im Thomas-Müntzer-Hof 1 mit 43 Wohnungen und in der Franz-Mehring-Straße 15 bis 17 mit 129 Wohnungen.
Insgesamt investiert die Wohnbau in diesem Jahr rund 12,5 Millionen Euro in etwa 450 Wohnungen. Der Einbau der Aufzüge wird übrigens vom brandenburgischen Bauministerium mit öffentlichen Geldern gefördert. Denn dort will man wissen, ob sich die Vermietungschancen für Wohnungen in den fünften Etagen erhöhen.

www.moz.de

28.01.2004
Zittau: Idee: „Dreistadt“ über Grenzen
Kritisch hat sich jetzt Zittaus Wirtschaftsförderer Holger Knüpfer zu Fragen des Stadtumbaus und der Gemeindegebietsreform geäußert. „Da ist manches schief gelaufen“, sagte er während der ersten Gesprächsrunde der neuen SZ-Talk-Reihe im Hotel „Dreiländereck“.
Manchmal kann der Wirtschaftsförderer regelrecht traurig werden. Zum Beispiel, wenn er an die Mandaukaserne denkt. „Schade, da hätte eine Einrichtung wie das Landratsamt prima hineingepasst“, sagt Holger Knüpfer. „Oder auch in das alte Finanzamt direkt am Markt.“ Traurig sei es, dass die Landkreisverwaltung nicht direkt in der Stadt zu finden sei. Beifall gibt es für diese Worte von Mitgliedern der hiesigen Werbegemeinschaft.
Eine „Fehlentwicklung“ sei das Ganze, setzt der Wirtschaftsförderer noch eins drauf. „Wozu“, so fragt er, „braucht Zittau ein nagelneues Arbeitsamt? Das ist einfach nicht nachvollziehbar!“ Bedauerlich finde er, dass die Stadt keinerlei Einflussmöglichkeiten auf derartige Entscheidungen habe.
„Noch nicht ganz gelungen, aber auf gutem Weg“, sieht Holger Knüpfer den Stadtumbau. „4 000 leer stehende Wohnungen sind nicht gerade ein Aushängeschild“, sagt er. Bis 2009 müsse der Stadtumbau wesentlich vorankommen. Später gebe es dafür keine Gelder mehr. Von außen nach innen laufe der Umbau in Zittau. „Die Innenstadt ist leer, weil das Umfeld nicht stimmt“, so der Wirtschaftsförderer. Das Prinzip „Rückgabe vor Entschädigung“ habe sich negativ ausgewirkt. „Ein Haus ist saniert, daneben das nicht. So etwas wirkt nicht gerade anziehend“, sagt Holger Knüpfer. Attraktiv werde die Stadt, wenn man ganze Quartiere saniere. Der erste Schritt zum Stadtumbau, der Abriss des Blocks an der Gerhart-Hauptmann-Straße sei nicht überzubewerten – aber ein Schritt in die richtige Richtung. Eines sieht Holger Knüpfer schon kommen: „Es werden nicht alle Denkmale zu erhalten sein.“
Ähnlich kritisch sieht er die Problematik der Gemeindegebietsreform. „Wir hatten ein Konzept mit drei Varianten ausgearbeitet“, erzählt er. Vom Innenministerium habe es dafür jedoch keinerlei Unterstützung gegeben. „Zittau ist umgeben von einem Speckgürtel. Es gibt keinen Bewegungsspielraum. Das ist fast ein Todesstoß“, so der Wirtschaftsförderer. So habe er große Probleme, bei Ansiedlungswünschen von Unternehmen, Grundstücke bereitzustellen. „Es wäre besser, wenn die Umlandgemeinden gemeinsam mit der Stadt entsprechende Flächen entwickeln würden“, sagt Holger Knüpfer.
Ihm schwebe zudem die Idee einer „Dreistadt“ mit gemeinsamer Verwaltung vor: Bogatynia, Hradek, Zittau. Pläne, erste Ansätze gebe es bereits, etwa einen abgestimmten Investitionsplan. „Schwieriger, als die Polen und Tschechen ist es wohl“, so Holger Knüpfer, „die deutschen Nachbargemeinden mit ins Boot zu holen“.

www.sz-online.de

27.01.2004
Schwedt: reißt "Schloss" ab
Der Bagger hat schon ganze Arbeit geleistet: Zu drei Vierteln ist das Amtshaus des Schwedter Ortsteils Heinersdorf bereits eingerissen. Am Montagvormittag steht nur noch der einstige Gartensaal des denkmalgeschützten Gebäudes, das die rund 700 Einwohner des Dorfes "Schloss" nennen. Der Baggerfahrer ist zuversichtlich: Am Abend wird seine Arbeit erledigt sein - und das gut 200 Jahre alte Amtshaus nur noch Schutt.
Entsetzt verfolgt Sibylle Badstübner-Gröger, was in Schwedt passiert. Die Berliner Kunsthistorikerin ist Vorsitzende des Freundeskreises "Schlösser und Gärten der Mark". Dessen knapp 200 Mitglieder setzen sich seit Jahren für den Erhalt bedrohter Adelssitze in Brandenburg ein, auch für das Heinersdorfer Amtshaus wurden mit einem Benefizkonzert 5 000 Euro gesammelt. "Wir können nicht verstehen, dass auch im Jahr 2004 Baudenkmale so chancenlos, wie vergleichsweise in unseligen DDR-Zeiten, geopfert werden", sagt die Kunsthistorikerin.
Ministerium: "Bislang beispiellos"
Zwischen 1945 und 1989 sollen in Brandenburg rund 700 der einst gut 1 600 Schlösser, Guts- und Herrenhäuser abgerissen worden sein - darunter das im Krieg schwer beschädigte Schwedter Stadtschloss.
Die Vorsitzende des Freundeskreises wirft der Stadt "mangelndes historisches Bewusstsein" vor. Und befürchtet, dass der Abriss des Amtshauses - den Kulturministerin Johanna Wanka  genehmigt hat - eine Lawine auslöst, der noch weitere Denkmale zum Opfer fallen. Schließlich seien viele Kommunen, die nach der Wiedervereinigung Besitzer von Schlössern und Herrenhäusern wurden, mit deren Erhalt überfordert. Laut Landesdenkmalamt sind allein 300 der 500 bedeutenden Adelssitze in ihrem Bestand bedroht.
"Bislang beispiellos" ist der Fall des Heinersdorfer Amtshauses auch für Uwe Koch, den zuständigen Referatsleiter im Kulturministerium. Jahrelang habe es intensive Bemühungen gegeben, das Baudenkmal zu erhalten. "Aber die Stadt hat alle unsere Angebote ausgeschlagen." Die Kommune sei nicht bereit gewesen, Geld als Eigenanteil für Notsicherung des Gebäudes aufzubringen. Parallel dazu schlugen die Privatisierungsversuche der Stadt fehl: Immer wieder bekam sie das Gebäude von den einstigen Käufern zurück - und immer in einem schlechteren Zustand. Zum Schluss war das "Schloss" eine Ruine, die für Anwohner eine Gefahr darstellte und die einzustürzen drohte. Mindestens 500 000 Euro wären notwendig gewesen, nur um es baulich zu sichern, sagt Uwe Koch. Geld, das keiner aufbringen konnte. "Da blieb uns nichts Anderes übrig, als dem Abbruchantrag zuzustimmen. Auch wenn es ein Jammer ist", sagt Koch, der für Denkmalschutz zuständige Referatsleiter.
"Es tränt mir das Herz, dass ein einst so wunderschönes Gebäude eingerissen wird", sagt Irmgard Schulz-Oqueka. Die Heinersdorfer Ortsbürgermeisterin wohnt im Pfarrhaus, das Teil des denkmalgeschützten Ensembles ist, zu dem neben dem Amtshaus noch die Kirche gehört. "Aber es gab keine Alternative zu dem Abriss", beteuert die Frau, die für die SPD auch in der Schwedter Stadtverordnetenversammlung sitzt. "Wir haben in gutem Glauben auf Investoren gesetzt und sind jedes Mal bitter enttäuscht worden", sagt die Ortsbürgermeisterin. Schon 1990 sei das Amtshaus in einem schlechten Zustand gewesen: "Die Sünden sind im Sozialismus passiert", sagt sie.
Der Schwedter Bürgermeister Peter Schauer  gibt der "katastrophalen Finanzausstattung der Kommunen" die Schuld daran, dass das Amtshaus nicht zu halten war. "Unser Geld reicht eben nicht für alles." Der Stadtumbau - die Umgestaltung von Schwedts großen Plattenbausiedlungen - verschlinge große Summen. Diese Investitionen würden aber den Menschen, die dort leben, zugute kommen. "Es wäre niemandem zu erklären gewesen, wenn wir in das Heinersdorfer Amtshaus viel Geld gesteckt hätten, ohne dass es anschließend genutzt werden kann", sagt Schauer. "Wir mussten Prioritäten setzen."

www.berlinonline.de

27.01.2004
Wittenberge: Genossenschaft reißt 130 Wohnungen ab
Bis 2015 sollen in der Stadt insgesamt 2400 Wohnungen abgerissen werden. Allein für dieses Jahr ist der Rückbau von 900 Wohnungen geplant. So sieht es das Stadtumbaukonzept vor, an dessen Erarbeitung auch Vermieter beteiligt waren.
Die Wohnungsgenossenschaft "Elbstrom" gehört mit 3345 Wohnungen zu den großen Vermietern in der Stadt, ist aber mit vergleichsweise wenig Quartieren am Rückbauprozess beteiligt. Der "Prignitzer" sprach darüber mit Karsten Korup vom Geschäftsführenden Vorstand der Genossenschaft.
Wo und in welchem Umfang wird die Genossenschaft Wohnungen rückbauen?
Unsere ursprüngliche Planung sah vor, in diesem Jahr 100 Wohnungen vom Markt zu nehmen und im nächsten Jahr dann noch einmal 30. Aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus hat sich die Genossenschaft aber entschlossen, in diesem Jahr die gesamten 130 Wohnungen herunter zu nehmen. Das geschieht im Horning und betrifft die Häuser mit den Eingängen 45 bis 47 und die Eingänge 48 bis 53. Die Häuser sind bis auf 14 Wohnungen leer und warten quasi auf den Abbruch.
Gemessen an der Anzahl der Wohnungen, die die Wohnungsbaugesellschaft als der andere große Vermieter in der Stadt abbricht - in Perleberger Straße, in der Stein-Hardenberg-Straße, in der Zollstraße - erscheint das wenig ...
Ja, sicher ist das so. Aber dafür gibt es natürlich auch handfeste Gründe. Wir als Genossenschaftsvorstand sind unseren Mitgliedern verpflichtet. Jeder Abriss vernichtet deren Eigentum. Das muss man bei jeder Entscheidung bedenken. Deshalb sieht der Vorstand seine Aufgabe auch darin, das Eigentum zusammen zu halten, so lange das wirtschaftlich ist.
Wohnungen, die leer stehen, sind doch aber nicht wirtschaftlich?
Wir haben derzeit weniger als 15 Prozent Leerstand. Das bedeutet, dass die Genossenschaft beim Rückbau von Wohnungen nicht von den Altschulden, die auf diesen Wohnungen liegen, entlastet wird. Sie werden vielmehr auf den Bestand verteilt. Das Altschuldenhilfegesetz hat diese Grenze von 15 Prozent gesetzt und somit den Handlungsspielraum stark eingeschränkt.
Was geschieht im nächsten und in den folgenden Jahren in Sachen Stadtumbau und da konkret beim Rückbau?
Nach dem gegenwärtigen Stand der Dinge werden wir bis 2008 keine weiteren Wohnungen herunter nehmen können bis dahin werden wir anhand der Situation weitere Entscheidungen treffen. Diese werden sich, das will ich ausdrücklich unterstreichen, an den Wohnbedürfnissen unserer Mitglieder und der Leerstandsentwicklung orientieren.
An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass die Wohnungsgenossenschaft "Elbstrom" mit der Errichtung der Theaterarkaden im Stadtzentrum bereits einen großen Beitrag zum Stadtumbau und zur Stärkung der City geleistet.

www.svz.de

27.01.2004
Thüringen: Gesicht der Innenstädte nicht dem Abriss opfern
Unsere Innenstädte sollen durch unkontrollierten Abbruch nicht ihr Gesicht verlieren. Vor dem Hintergrund steigender Antragszahlen auf Abbruch von denkmalgeschützten Gebäuden im Landkreis Greiz - 37 davon sind 2003 in Greiz, Weida und Zeulenroda von der Unteren Denkmalbehörde genehmigt worden - und drastisch reduzierter Fördermittel im Denkmalschutzbereich sowie besserer Förderung aus dem Städtebautopf auf Landesebene kam vergangenen Donnerstag im Greizer Landratsamt eine Gesprächsrunde der Landkreisbehörden mit Vertretern des Landesamtes für Denkmalpflege sowie des Innenministeriums mit den Bürgermeistern von Greiz, Ronneburg, Weida und Zeulenroda zusammen, um das Spannungsfeld zwischen Stadtentwicklung und Denkmalpflege näher zu beleuchten.
"In einer offenen Problemdiskussion", so Dr. Horst Gerber, Abteilungsleiter im Landratsamt, sei man sich darüber einig gewesen, dass die Situation Kompromisse erfordere. "Denkmalschutz muss sich integrieren in Stadtumbau und Wirtschaftsförderung, wirtschaftliche Erhaltung von Kulturdenkmalen und die Zumutbarkeit für den Eigentümer müssen in ein ausgewogenes Verhältnis gebracht werden. Nur so sind unkontrollierte Abbrüche auch zu vermeiden".
Die Nutzungsnachfrage in denkmalgeschützter Substanz, davon können die Bürgermeister ein Lied singen, geht drastisch zurück. Allein in Ronneburg erreicht der Leerstand im Zentrum fast 75 Prozent.
Vor allem die Stadtentwicklungskonzepte sollen hier Klarheit bringen darüber, was man sich künftig leisten kann und will. Ronneburgs Bürgermeister Manfred Böhme hatte klar gemacht, dass man sich auf das Areal innerhalb der Stadtmauer konzentrieren werde, auch der Greizer Bürgermeister verwies auf die Vorrangstellung von Alt- und Neustadt in Greiz. "Alternative Vorgehensweisen zur Nutzung von Denkmalen werden gebraucht", fasst Dr. Gerber die Erkenntnisse des Gedankenaustauschs zusammen. Nicht die Frage Komplettsanierung oder Abriss stehe zur Entscheidung, sondern vielmehr Kompromisse zur Erhaltung des Denkmals unter Beachtung der Rentierlichkeit. Solch ein Kompromiss sei beispielsweise am Weidaer Markt 9 gefunden worden. Die Stadt habe die Außenhaut des Gebäudes saniert, während der Nutzer das Innenleben seinen Bedürfnissen anpasste.
In den Innenstädten, so eine weitere Überlegung, sollten sich die Wohnungsunternehmen stärker engagieren, für sich ein weiteres Standbein schaffen.
Einerseits sei die "Inflation" von Denkmalbestimmungen kritisch zu hinterfragen, andererseits sollten Zeitzeugen nicht der Abrissbirne geopfert werden, weil kurzfristig keine Nutzung in Aussicht stehe.

www.otz.de

24.01.2004
Annaberg: Bevölkerung sinkt dramatisch
Bis 2020 muss der Kreis Annaberg mit einem Einwohnerrückgang von weiteren 14.000 Personen rechnen. Seit 1990 verlor er bereits 13.000 Menschen, die Kreisstadt im gleichen Zeitraum 5000. „Nackte Tatsachen, die überall in Sachsen so ähnlich zu registrieren sind. Im Freistaat gab es 1990 bis 2002 einen Bevölkerungsschwund von 563.000 Menschen“, erklärte Gabriele Köster vom Statistischen Landesamt Kamenz am Donnerstagabend bei einem Forum in der Annaberger „Goldenen Sonne“. Drei Fünftel sind auf das Geburtendefizit zurückzuführen, zwei Fünftel auf die Abwanderung.
„Wie weiter?“ So lautete deshalb die Frage. Denn die „Abmagerung“ wird sich auf alle Lebensbereiche dramatisch auswirken. „Die Gründe wegzugehen sind exakt die gleichen, um nicht wiederzukommen“, meinte Landtagsabgeordneter Karl Nolle. Er fordert eine Mittelstandsoffensive, beispielsweise um die 130.000 Ost-West-Berufspendler „einzufangen“. Und er appelliert, dass Firmen unbedingt Arbeitskräfte aquirieren müssen: „Wer glaubt, dass er nichts in die Menschen investieren muss, wird scheitern.“ Nolle zieht seine Erkenntnis daraus, dass bis 2020 die erwerbsfähige Bevölkerung in Sachsen um ein Viertel sinkt, weil die demografische Alterung dramatisch zunimmt.
Zudem sei alarmierend, dass Sachsen zwar von der Industrie lebe, aber sich nur neun Prozent der Schulabgänger für eine Ausbildung in diesen Gewerbebranchen interessieren. „Die Abschaffung des Zweiges ,Beruf mit Abitur‘ war ein schwerer Fehler“, meint Nolle.
www.freiepresse.de

23.01.2004
Zeitz: URBAN 21 und Stadtumbau Ost
Über den Stand der Umsetzung der Landesinitiative URBAN 21 und des Stadtumbaus Ost informierte Stadtplanungsamtsleiter Christian Villiers. Zunächst einmal stellte er voran, dass URBAN 21 bis 2006 zu Ende geführt wird, es werden nur keine neuen Maßnahmen mehr vom Land bewilligt.
Für Zeitz betrifft das zwei kleinere Projekte, die noch nicht bewilligt waren: Ein Pavillon am Abschlagsgraben zur Weißen Elster und eine Rendezvous-Haltestelle für Busse an der Fischstraße. Alle anderen investiven Maßnahmen aus dem Zeitzer URBAN-Konzept sind finanziell abgesichert und werden umgesetzt. Einzige Ausnahme ist das Franziskanerkloster. Es wird zwar saniert, aber auf Einbauten für die ursprünglich geplante Nutzung durch das Theater verzichtet man solange die künftige Nutzung ungeklärt ist. Die Bushaltestelle am Altmarkt soll nun umgesetzt werden, wenn der Altmarkt mittelfristig saniert wird.
Abgeschlossen ist die Sanierung der Kindertagesstätte „Kleine Strolche“ und der Auebrücke. In diesem Jahr folgen die URBAN-Projekte historische Klinkerhallen (am Freitag übergeben), Nikolaistraße 6 und Kalkstraße 32. Am Albrechtschen Palais wird mit Hochdruck gearbeitet, um bis zur Landesgartenschau zumindest die Außenansicht und Teile des Gebäudekomplexes fertig zu stellen. Im hinteren Anbau wird das Bauministerium des Landes seine Ausstellung präsentieren. Für rund 70 % der übrigen Flächen wurden bereits Mieter für die langfristige Nutzung gefunden. In bezug auf die Vermietung der restlichen Flächen ist man auch für eine geeignete gewerbliche Nutzung offen.
Für die 10 Zeitzer URBAN-Projekte URBAN 21 sollen insgesamt rund 6,6 Millionen Euro an Fördermitteln der Europäischen Union nach Zeitz fließen. Nach Angaben der zuständigen Bearbeiterin Steffi Pinkert sind über 50 % davon bereits abgerufen.
Auch im Programm Stadtumbau Ost gibt es erste sichtbare Schritte. So wurde der erste Block in Zeitz-Ost abgerissen. Der umstrittene Abenteuerspielplatz soll allerdings nun an anderer Stelle entstehen, wo keine Anwohner gestört werden. Für die freie Fläche in der Sebald-Waldstein-Straße will man nach verträglichen Lösungen suchen. Ohnehin hat sich beim Abriss des Blocks herausgestellt, dass die hallesche Monolith-Bauweise es nicht zuließ, das Kellergeschoss zu erhalten.
Weitere Blöcke sollen im Rahmen des Programms bis 2006 abgerissen werden: zunächst die Geußnitzer Straße 34a und die Käthe-Niederkirchner-Straße 58. Christian Villiers verwies nicht ohne Stolz darauf, dass es gelungen sei, mit nur 24.000 Euro Eigenmitteln rund 300.000 Euro Fördergelder für den Stadtumbau nach Zeitz zu holen. Sicher sei nicht alles ohne Probleme gelaufen, aber Stadtumbau sei neu für die Stadtplaner in der Bundesrepublik. Bisher hat man immer aufgebaut, nun muss auch rückgebaut werden. Dazu liegen noch keinerlei Erfahrungen vor. Immerhin habe man mit Erfolg versucht, Kinder und Jugendliche als die künftigen Bewohner der Stadt mit einzubeziehen und will das auch weiter tun.

www.supersonntag-web.de

22.01.2004
Dessau: Suche nach den Stellschrauben
Es war der zweite gemeinsame Neujahrsempfang, zu dem die drei großen Wohnungsunternehmen - Dessauer Wohnungsbaugesellschaft, Wohnungsgenossenschaft und Wohnungsverein - am Donnerstagabend in das nh-Hotel eingeladen hatten, und schon sprachen Gastgeber und Gäste von einer guten Tradition.
Als "moderne Dienstleister der Wohnungswirtschaft" haben sich die drei Unternehmen aktiv in den Prozess des Stadtumbaus Ost, dem tragenden Thema der Wohnungswirtschaft, eingebracht und als Partner der Stadt an der Erarbeitung des Stadtentwicklungskonzeptes mitgearbeitet. "Stadtentwicklung ist nicht nur Abriss, sondern die Chance für einen Umbau in neuer Qualität", betonte DWG-Geschäftsführer Joachim Schlichter, in seiner Ansprache. Er machte gleichzeitig darauf aufmerksam, dass sein Unternehmen die Hauptlast beim Rückbau zu tragen habe. Im Jahr 2002 habe die DWG den ersten Block abgerissen, weitere seien inzwischen gefolgt. "Wir haben hier eine große Verantwortung den Bürgern gegenüber, der wir mit größtmöglicher Transparenz gerecht werden wollen."
23 000 Wohnungen werden von den drei Unternehmen verwaltet. "Auch dafür gebührt ihnen Dank, denn ihre Arbeit steht für sozialen Frieden", anerkennt Ronald Meißner, Direktor des Verbandes der Wohnungsgenossenschaften. Vieles in Dessau habe sich zum Guten gewendet, und da habe die Wohnungswirtschaft mit ihren nicht unerheblichen Investitionen zu beigetragen. Für Instandsetzung und Modernisierung wurden seit 1990 von den drei Unternehmen mehr als 500 Millionen Euro investiert, 309 Millionen davon stehen bei der DWG zu Buche. "Der Stadtumbau hat noch nicht die nötige Fahrt angenommen", stellte Joachim Gottschalk, Staatssekretär im Ministerium für Städtebau, Wohnungswesen und Verkehr, in seiner Rede fest und sagte damit den Anwesenden wohl nichts Neues. Die Gründe für den Verzug sieht der Magdeburger Politiker auf "allen Ebenen"."Wir sollten uns aber darauf konzentrieren, was wir gemeinsam bewegen können." In diesem Punkt erntete er vollste Zustimmung von Ronald Meißner. Nicht öffentliche Schuldzuweisungen brächten die Sache voran, sondern die Suche nach den Stellschrauben. "Wir sollten über das reden, was uns hemmt."
Beim Vorhaben "Stadtumbau" scheint vieles noch nicht in dem richtigen Topf. "Es ist nicht einfach", beschreibt Hans Tschammer, Vorstandsvorsitzender der Wohnungsgenossenschaft e.G. am Rande der offiziellen Reden beim Neujahrsempfang die Situation. "Die Landesregierung forciert den flächendeckenden Abriss, damit hat Dessau aber ein Problem, weil der Bedarf hier nicht da ist", nennt er einen strittigen Punkt. Die größten Differenzen gebe es aber bei den Finanzen. Fördermittel stünden nämlich nur anspruchsberechtigten Unternehmen zur Verfügung. Die Kriterien habe bisher in Dessau nur die DWG erfüllt, der Wohnungsverein stellte im vorigen Jahr einen Antrag. "Der Abriss muss vorfinanziert werden, wir brauchen also Banken als Kreditgeber." Für die Anträge, die 2003 gestellt wurden, seien erst im November die Fördermittelbescheide ausgereicht worden. "Da war nichts mehr zu realisieren." Hinzu komme, dass das von Bund und Land zur Verfügung gestellte Geld "hinten und vorne" nicht reiche

www.mz-web.de

22.01.2004
Werdau: Es gibt nichts anderes als Rückbau
„Ein anderes Ergebnis als den teilweisen Rückbau des Wohngebietes Sorge gibt es nicht“, betonte Oberbürgermeister Volkmar Dittrich am Dienstagnachmittag vor den Stadträten des Verwaltungsausschusses. Dort hatte der Werdauer Werner Häupl nochmals den Erhalt des Wohngebietes gefordert, nachdem er im Februar vorigen Jahres die geplanten Abrissmaßnahmen kritisierte. „Um den Rückbau nicht mehr benötigter Wohnhäuser kommt keine Stadt herum“, unterstrich Dittrich seine Aussage.
Seinerzeit forderte Häupl, die DDR-Neubauten „umgehend den Großbetrieben in unserer Region Werdau-Zwickau als Werkswohnungen kostenlos anzubieten“. Unternehmen wie VW oder Kögel würden dadurch in die Lage versetzt, die „besten Arbeitskräfte und Lehrlinge aus ganz Deutschland kostengünstig unterzubringen“. „Die Stadt Werdau könnte hier Pionierarbeit leisten“, hatte Häupl betont und regte ein Bündnis mit Städten, Gemeinden, ansässigen Unternehmen und dem Arbeitsamt zur Steigerung der Ausbildung und Beschäftigung junger Leute an.
Nachdem Ende letzten Monats die ersten beiden Blöcke des Wohngebietes an der Alexander-Lincke-Straße dem Erdboden gleich gemacht worden waren, wandte sich Werner Häupl abermals an den Werdauer OB. Schließlich könne der aufgrund seiner Stellung in der Region entscheiden, „wie es in Zukunft mit der Ausbildung der Jugend in Deutschland weitergehen könnte“. Zudem hätte Dittrich in seiner bisherigen Amtszeit gute Projekte auf den Weg gebracht – mit Ausnahme des Sorge-Abrisses. Aber noch seien die Voraussetzungen gegeben, den Abriss zu stoppen und das Wohngebiet entsprechend seines Vorschlages zu nutzen. Häupl unterbreitete Dittrich sogar detaillierte Aspekte unter anderem für den Umbau und die Nutzung der Wohnblöcke. Hier lag auch eine Aufstellung des von ihm errechneten „volkswirtschaftlichen Schadens“ allein schon durch den erfolgten Abriss der beiden Blöcke, der sich in zehn Jahren um die 400.000 Euro belaufen würde. „Dieser Schaden ist bereits entstanden, weil die Wohnungen nicht ordnungsgemäß ausgeschrieben und zum Verkauf angeboten wurden“, meinte Häupl.
Und da Werner Häupl seine Unterlagen mit einer kurzen ablehnenden Bemerkung aus dem Rathaus zurückbekam, suchte er das Landratsamt auf. Dort sprach er beim zuständigen Fachbereichsleiter Thomas Haller vor, der die Problematik zum Leerstand von Wohnungen sowie den Stadtbauprogramme und die Ursachen für den Rückbau umfangreich erklärte. Trotzdem bestand Werner Häupl auf eine Weiterleitung seiner Vorstellungen an das Chemnitzer Regierungspräsidium, wo über die Fördergelder zum Rückbau entschieden wurde.

www.freiepresse.de

22.01.2004
Eisleben: Neues Leben hinter Mauern

Auch Eisleben will bei der "Internationalen Bauausstellung" mit einem Projekt dabei sein. Ob mit Erfolg, wird sich nach einem Jahr zeigen, wenn es wie die in elf weiteren Städten begonnenen auf seine Vorzeigbarkeit geprüft wird. Das ist kein bloßer Ideenwettbewerb - es geht auch um Fördermittel, die erst mit dem Segen der IBA fließen. Somit wird gerade in diesen Tagen im tiefsten Kern der historischen Altstadt, in der Lutherstraße nahe beim Geburtshaus des Reformators, ein Exempel statuiert. Und der Schock bleibt nicht aus, angesichts einschneidender Abrisse mitten im dichtesten Geflecht der mittelalterlich geprägten Häuserstruktur. Zu besichtigen ist im Augenblick der Umbau in seiner härtesten Phase.
Soll in Eisleben etwas beschönigt werden, wenn diese Zerstörung unter dem Motto "K3: Kleiner, klüger, kooperativ" läuft? So etwas ist Marketingdeutsch für das, was Leipzig offensiv die "Perforierte Stadt" genannt hat: Ausdünnen, dass die verbleibenden Bewohner mehr Fläche, mehr Grün, mehr Licht haben. Einige glauben, dass damit die Eigenschaften des Wohnens auf der Grünen Wiese auf die Altstädte übertragen werden können. Genau besehen ist es aber der Wortschatz der Moderne, der auf die historische Stadt angewendet wird. Doch der Veränderungsdruck ist real, und Eisleben macht keine untypische Erfahrung. Höchster Leerstand bei zugleich schlechtestem Bauzustand: Darunter leidet die Altstadt. Ihre Hoffnung ruht auf Individuen und Institutionen, die sie neu beleben wollen. Im Fall des Quartiers zwischen Lutherstraße und Badergasse wächst das IBA-Projekt aus dem Zusammenspiel eben solcher Akteure.
Die IBA spricht vornehm vom "Labor": Hauseigentümer, Mieter und die mittelbar betroffene Stiftung Luthergedenkstätten sitzen an einem Tisch mit Planern, Architekten, Denkmalpflegern und dem IBA-Büro vom Dessauer Bauhaus. Es geht um Grundstückstausch und Interessensabgleich. Das Ziel aber ist der Abbruch kleiner, immer schon bescheidener und durch langen Leerstand verfallener Handwerkerhäuser, um damit den Nachbarn bessere Bedingungen zu ermöglichen. Betroffen sind zwar keine bedeutende kulturhistorischen Werte, wohl aber maßstäbliche Gegenpole zu den Patrizierhäusern in besser situierten Nachbarstraßen.
So kann jetzt auf einem Grundstück altersgerechtes Wohnen, auf einem anderen der Freisitz für eine Gaststätte entstehen. Ein anderes Haus kann zur Giebelseite Balkone bekommen und sanitäre Anlagen verbessern. Das Lutherhaus will sein Grundstück zu einem benachbarten, derzeit ungenutzten Gasthof aufschließen. Und natürlich: Es wird auch Parkplätze geben.
Damit aber die Freiflächen nicht als Brachen wahrgenommen werden und die Altstadt ein zusammenhängendes Gefüge bewahrt, setzen jetzt lokale Büros gestalterischen Ehrgeiz in die Einfriedungen - die "neue Stadtmauer", wie sie die Planer nennen. Durch diese verbindenden Elemente anstelle der einstigen Häuser hofft man durch Material, Leuchtkörper und Grün ebenso wie durch Gliederung dem Viertel altstädtische Struktur einpflanzen zu können.
Die ersten Entwürfe reichen von strengem Minimalismus zu einer Komposition kleinstädtischer, modernistisch angehauchter Motive. Künftige Nachahmer werden neugierig auf dieses Experiment einer in der Not geborenen neuen Art von Städtebau schauen. Ob mehr als schmückendes Beiwerk dabei herauskommt, bleibt am konkreten Ergebnis zu beurteilen.

www.mz-web.de

22.01.2004
Staßfurt: füllt die Leere Mitte

Auf Leerstand in jedem Wortsinn blicken die Architekten, Stadt- und Landschaftsplaner aus Sachsen-Anhalt, die in zwölf Dreier-Teams im Laufe dieser Woche die alte Bergstadt zur "Internationalen Bauausstellung (IBA)" hinführen wollen. Sie tagen öffentlich in einem stillgelegten Kaufhaus: Symptom eines Einwohnerschwunds von 20 Prozent seit 1989 sowie der durchschnittlichen Arbeitslosigkeit von 25 Prozent.
Leerstand auch in anderer Hinsicht macht die vormalige Kreisstadt zum ungewöhnlichsten der elf IBA-Projekte aus zwölf Städten in Sachsen-Anhalt. Lange bevor das Land die IBA als erprobtes Instrument kreativer Stadtgestaltung für das Zieljahr 2010 aufgegriffen hatte, gab es in Staßfurt schon mal Stadtumbau. Der allerdings hatte den Charakter einer Naturkatastrophe. Das Ergebnis ist die "Leere Mitte".
Dort, wo einst die Altstadt stand und um 1900 der Kalibergbau tief darunter zu Ende gegangen war, taten sich Schlünde auf. Ein Labyrinth von Stollen war zu 25 Millionen Kubikmeter Hohlräumen ausgewachsen. Zum Vergleich: Die Talsperre Kelbra fasst 35 Millionen Kubikmeter. War der allmählichen Senkung des Bodens schon Ende des 19. Jahrhunderts die Burg, 1948 das Schiff der Stadtkirche zum Opfer gefallen, so brach das Niveau in den 60er Jahren bis zu siebeneinhalb Meter ein. Das bedeutete den Kahlschlag einer im Sinne ihres Erscheinungsbildes musterhaft "europäischen Stadt". Abgerissen wurden das Rathaus, der schiefe Turm der Stadtkirche - damals ein Wahrzeichen Staßfurts - und obendrein 850 Wohnhäuser. Heute noch blickt man auf das versunkene Areal, das kein Haus mehr trägt außer ein paar, die gleichmäßig mit dem Untergrund absackten.
Staßfurt steht aber nicht nur leer, es ist auch zerrissen: dreigeteilt durch die Bode und die Bahnlinie in die Vorstadt, in Leopoldshall und die Rumpf-Altstadt. Dennoch ist dies keine Stadt, die die Frage aufwirft, ob sie noch zu retten ist. Immer noch identifizieren sich Bürger mit dem, was Staßfurt bewahrt hat, vor allem von seinem Kern.
Das Interesse an den Gedankenspielen am Planertisch ist rege. Man schaut durch die Schaufenster und diskutiert mit, wenn abends die Ideen in gemeinsamer Runde besprochen werden. Eine Schulklasse hat sich angemeldet. Die Medien sind präsent.
So ist es auch für die Beteiligten des IBA-Projekts - die angereisten ebenso wie die städtischen Planer - zunächst einmal der Prozess, der den Kopf frei macht für Lösungen jenseits von Wachstum und Neubau. Es heißt, Staßfurt müsse die Brüche seiner Entwicklung akzeptieren. Vom Herausschälen der prä-industriellen Baugeschichte ist die Rede. Von neuer Wertschätzung des Bestandes und qualitätvoller Gestaltung von Brachen.
Und die "Leere Mitte"? Dazu erhofft sich die Stadt wohl am meisten einen Impuls aus der Planerwerkstatt. Ist schon die Altstadt unwiederbringlich verloren, so soll ihr Areal nicht zur Ödnis verkommen. Keine Idee ist tabu. Auffüllen zur "Wasserwelt" schlagen einige vor und sprechen davon, das Element auch anderswo in die Stadt hereinzuholen. Andere wollen die "Erlebniswelt" schaffen und einen Geschichtsparcours einrichten. Die ganze Fülle der Geistesblitze soll morgen Abend zum Abschluss des Workshops präsentiert werden. Die überarbeiteten Entwürfe sind dann in einer Ausstellung zu sehen, die am 13. Februar am selben Ort, im leeren Kaufhaus in der Steinstraße 21, eröffnet wird.

www.mz-web.de

21.01.2004
Weimar: Abriss mit Zubrot
Durch einen Zuwendungsbescheid aus dem städtebaulichen Bund-Länder-Programm "Stadtumbau Ost" kann in diesem und im kommenden Jahr der Abriss im Landfried beginnen. Der Rückbau ist eine von drei geförderten Maßnahmen in Weimar. Im ersten Bauabschnitt sollen zwischen Buttelstedter, Kromsdorfer und Karl-Borchert-Straße Gebäude mit 99 Wohnungen verschwinden. Sie entstanden nach dem Ersten Weltkrieg als Notwohnungen und befinden sich inzwischen in desolatem Zustand.
Für die Wohnstätte als Eigentümer wäre eine Rekonstruktion mit einem wirtschaftlich nicht mehr vertretbaren Aufwand verbunden, hieß es gestern im Rathaus. Die Wohnsubstanz entspreche nicht heutigem Standard. Konkrete Planungen für die Neubebauung (TA berichtete) befänden sich jedoch noch in der Abstimmung zwischen der Wohnstätte und Stadtverwaltung.
Mit der Musäusstraße 2 und der Warschauer 30a/b liegen für zwei weitere Standorte Zuwendungsbescheide aus dem Förderprogramm vor. Es will damit auf Veränderungen in der Wohnungswirtschaft, der Bevölkerungsentwicklung und der Wirtschaft in den ostdeutschen Kommunen reagieren. Ziel ist ein vorsichtiger Rückbau von Gebäuden und Wohngebieten, um die Entwicklung der Städte zu stabilisieren. Voraussetzung ist in jedem Fall ein Stadtentwicklungskonzept.
Die Musäusstraße 2 wurde bereits 2003 abgerissen und soll durch ein Mehrfamilienhaus nach heutigem Standard ersetzt werden. Der Abriß der Warschauer Straße 30a/b mit ihren 260 Ein- und Zwei-Raum-Wohnungen läuft. Mit der entstehenden Fläche sollen das Wohnumfeld attraktiver und Probleme des ruhenden Verkehrs geklärt werden. Aus Rathaussicht hilft die Förderung der Abrissmaßnahme so, den Stadtteil Weimar West wieder etwas aufzuwerten.

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20.01.2004
Freital: Viel Futter für den Abrissbagger
Unverhoffter Geldregen über der Wohnungsgesellschaft Freital. Die Stadttochter hatte ihre Abrisspläne für 2003 bereits begraben, doch zum Nikolaustag flatterte ihr ein Fördermittelbescheid in die Post. Jetzt rollen die Abrissbagger.
Die Freitaler werden immer weniger – das macht dem größten Vermieter der Stadt, der Wohnungsgesellschaft Freital (WGF), zu schaffen. Denn Leerstand kostet Geld und belastet damit die Kasse des Unternehmens. Die Lösung liegt auf der Hand: Die Abrissbirne soll es richten.Doch die WGF musste ihren Plan, noch im vergangenen Jahr 17 Häuser abzureißen, zunächst begraben. Obwohl der Fördermittelantrag bereits im September 2002 und damit rechtzeitig gestellt wurde, ging das Rathausunternehmen leer aus.
Umso größer war die Überraschung, als die Post Anfang Dezember doch noch einen Bewilligungsbescheid brachte. Somit kann die WGF zur Tat schreiten. In diesen Tagen verschwinden zum Beispiel die Gebäude Dresdner Straße 254, Rabenauer Straße 4 und August-Bebel-Straße 4.
Nach den Worten von Freitals Baubürgermeister Ulrich Kretzschmar ( flossen bisher rund 642 000 Euro Fördermittel in den Abriss. „Das Geld kommt aus dem Topf Stadtumbau Ost sowie aus dem Sanierungsprogramm für Potschappel und Deuben.“ Zusätzlich zu den 17 WGF-Gebäuden wurden sieben private Häuser platt gemacht und damit insgesamt 170 Wohnungen beseitigt. In diesem Jahr sollen es etwas weniger sein .
Doch Stück für Stück soll es mit dem Abbruch-Programm bis Ende 2008 weitergehen. Auf der Abschussliste der Stadtplaner stehen noch 715 Wohnungen. Nicht selten stößt das bei den Mietern auf Unverständnis. Sie müssen ihre vertrauten vier Wände aufgeben und umziehen, weil das im wirtschaftlichen Interesse ihres Vermieters steht.
Durchaus zumutbar, findet die sächsische Regierung und bringt jetzt in den Bundesrat eine Gesetzesinitiative ein, die Abriss-Kündigungen ermöglichen soll. Danach kann der Hauseigentümer kündigen, wenn ein Wohngebäude überwiegend leer steht und nach einem städtebaulichen Konzept der Gemeinde vollständig oder teilweise beseitigt werden soll. Im Gegenzug muss er dem Mieter „verfügbaren Wohnraum vergleichbarer Art, Größe und Ausstattung“ anbieten. Betroffen wären davon allein in Freital Hunderte Mieter.
So bangen zum Beispiel in der Straße der Stahlwerker in Zauckerode 38 Familien um die Zukunft ihrer Plattenbau-Wohnungen.
www.sz-online.de

20.01.2004
Crimmitschau: Häuser abgerissen, 30 Wohnungen weniger
Aufgrund des hohen Leerstandes bei Wohnungen durch Abwanderung – etwa 200 Bürger zogen voriges Jahr aus Crimmitschau weg – und des Geburtendefizites wurde die Crimmitschauer Wohnungsgesellschaft (CWG) in den zurückliegenden Jahren mit dem Rückbau von Häusern konfrontiert. Deshalb hat sich die Tätigkeit auch auf den gezielten Abriss von nicht mehr sanierungswürdigen Wohnraum verlagert. Das im vergangenen Jahr beschlossene Unternehmenskonzept sah vor allem vor, im Jahre 2003 insgesamt weitere 30 Wohnungseinheiten (WE) rückzubauen. Das gesteckte Ziel wurde mit den Abbrüchen der Häuser Unter den Weiden 25/26, Kantstraße 6, Annenstraße 14, Leipziger Straße 95, Breitscheidstraße 9, Carthäuser Straße 30 und im Bereich der Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft mit der Glauchauer Landstraße 71 bis 75 erreicht. Damit verschwanden gleichzeitig etliche Schandflecke aus dem Stadtbild.
Insgesamt wurden in den vergangenen Jahren bereits 150 WE mit 7500 Quadratmetern vom Markt genommen, wie sich der Geschäftsführer der CWG, Reinhard Zill, ausdrückte. Da jedoch die Fördergelder erst sehr spät überwiesen wurden, musste die CWG mit 400.000 € Euro in Vorleistung gehen. Zill bedankte sich ausdrücklich bei den Mietern, welche durch ihre Bereitwilligkeit zum Umzug die Maßnahmen unterstützten. Bisher wurden auch 53 WE mit einer Wohnfläche von etwa 3500 Quadratmetern an verschiedenen Einzelstandorten im unsanierten Zustand verkauft. Durch Privatinitiative seien diese Häuser aufgewertet worden. Und: Erfreulich sei, dass das Stadtentwicklungskonzept identisch mit dem Unternehmenskonzept der CWG ist. Damit habe die CWG eine Vorreiterrolle übernommen.
In diesem Jahr beschränkt sich das kommunale Unternehmen vor allem auf die Werterhaltung seiner Gebäude. Entsprechend der Bereitstellung von Fördermitteln geht auch der Rückbau von Gebäuden weiter.
Außerdem seien weitere Wohnraumprivatisierungen und damit eine Liquiditätssteigerung der CWG vorgesehen, sagte Zill. Zu diesem Zweck wurden für die Herrengasse 1 bis 9 sowie Mühlgasse/Parkgasse 2 und 4 bzw. 13 und 15 zwei Wohneigentümergemeinschaften gegründet. Im innerstädtischen Bereich werden Ein- bis Vierraumwohnungen zwischen 32 und 80 Quadratmetern Fläche angeboten, zu erfragen bei der CWG.
Als problematisch bezeichnete Zill die Erhöhung der Anschlussgebühren seitens der Wasserwerke Zwickau, die die CWG unvorbereitet trafen. Nunmehr würden mit den Wasserwerken die Anschlusswerte vor allem in den großen Wohnhäusern überprüft, um sie eventuell auf das richtige Maß zu reduzieren. Dies soll die Gebühren für die Mieter und Eigentümer in einem erträglichen Rahmen halten.

www.freiepresse.de

20.01.2004
Gera: Abriss von weiteren Plattenbauten geplant
Im Geraer Stadtteil Lusan sollen in den kommenden Monaten mehrere Plattenbauten ganz oder teilweise abgerissen werden. Die Wohnungsbaugesellschaft Gewo will ihren Bestand um rund 100 Wohnungen verringern.
Das Projekt ist nach Angaben von Geschäftsführer Richter vom Montag Bestandteil des Stadtumbau-Programms der ostthüringischen Kommune. Gemeinsam mit mehreren Genossenschaften will die Gewo zwei Wohnquartiere in dem Neubaugebiet umgestalten. Dabei sollen Wohnhäuser beispielsweise durch den Einbau von Fahrstühlen komfortabler gemacht werden, außerdem sind Verbesserungen des Wohnumfeldes vorgesehen.
In den vergangenen zwei Jahren hat die Gewo in Lusan fast 400 Wohnungen abgerissen sowie fast 600 modernisiert und saniert. Mit den derzeit laufenden Maßnahmen sind nach Richters Worten bald 52 Prozent des Wohnungsbestandes des Unternehmens teil- oder vollsaniert.

www.mdr.de

20.01.2004
Görlitz: Altstädte ziehen vor allem junge Bewohner an
Wie lässt sich der Stadtumbau Ost mit den Wohnwünschen der Stadtbewohner in Einklang bringen? Die Frage hat der Soziologin Gisela Thiele keine Ruhe gelassen - und siehe da: Was bei der Befragung von 1500 Einwohnern der deutschen Grenzstadt Görlitz herauskam, das setzte dann doch die Planer in Staunen. Die Professorin hat die Ergebnisse in einer Studie unter dem Namen "Sozialstruktur, Wohnzufriedenheit, urbane Lebensqualität" zusammengefasst, die weit über Görlitz hinaus für Aufsehen sorgen wird. Vor allem aber erhitzt sie erst einmal die Gemüter der Görlitzer. Und das aus gutem Grund. Denn die Ergebnisse decken sich nicht mit landläufigen Meinungen.
Der erste und Aufsehen erregendste Befund: Die Innenstadt von Görlitz, eine der besterhaltenen Altstädte Deutschlands, wird immer "jünger". Denn hier in den Häusern aus allen Bauepochen bis zurück in die Renaissance und Gotik siedeln sich bevorzugt jüngere Einwohner an, während sich der Rentneranteil in Plattenbausiedlungen wie Königshufen seit 1999 von 25 auf 40 Prozent erhöht hat.
Noch ein zweiter Befund zeichnet die Altstadt aus: Zuzügler aus anderen Regionen wählen bevorzugt den Altstadtkern als Wohnort. Düster dagegen sieht die Entwicklung in den Plattenbaugebieten aus. Hier konzentriert sich mehr und mehr die Bevölkerung, die in Bezug auf Schulbildung, Tätigkeit und Einkommen den geringsten sozialen Status aufweist.
So sind es auch vor allem Bewohner der "Platte", die sich von der Studie der Sozialwissenschaftlerin brüskiert fühlen. Dagegen sieht sich die Stadtverwaltung in ihrer Strategie bestätigt, die Quartiere der Innenstadt zu beleben, die Plattenbauviertel aber für den Rückbau vorzusehen. Der Görlitzer Baubürgermeister Stefan Holthaus : "Wir haben keine Probleme mit den Daten und arbeiten in der Lenkungsgruppe Stadtumbau mit ihnen."
Die "Abstimmung mit dem Möbelwagen" liefert für diese Einschätzung unmissverständliche Daten. Danach steigt die Einwohnerzahl der historischen Altstadt seit 1995 kontinuierlich an. Betrug sie 1999 noch 1857 Einwohner, so waren es 2001 1969 und im September 2003 bereits 2132. Mit beschleunigter Tendenz. In einem einzigen Jahr ist sie um 5,9 Prozent gestiegen. In den Plattenbauvierteln dagegen ging sie im gleichen Zeitraum um 5,3 Prozent zurück. Eine Mittelstellung nimmt die Innenstadt mit ihrem breiten Gürtel qualitätvoller Gründerzeithäuser ein. Hier nahm die Bevölkerung zwar seit 1999 noch von 14201 auf 13704 Einwohner ab. Doch der Rückgang verlangsamt sich. Im letzten Jahr lag er nur noch bei 0,1 Prozent.
Genau dies hat die Studie vorausgesagt. Auf die Frage nach den "Wohlfühl-Wohnwünschen" gaben viele Bewohner aus Königshufen an, dass sie in andere Stadtteile wegziehen wollen, während umgekehrt kaum noch einer erklärte, dass er in die "Platte" will. Franz Josef Keul vom Görlitzer Stadtplanungsamt: "Das deckt sich mit unserer Strategie für den Stadtumbau. Wir wollen Görlitz von außen nach innen zurückbauen - und die Innenstadt erhalten."

www.welt.de

17.01.2004
Land Brandenburg: Millionen-Risiko beim Wohnungsbauvermögen
Die Darlehnspolitik des Landes zugunsten von Wohnungsgesellschaften führt zu einem Millionenrisiko. Wie Städtebauminister Frank Szymanski  auf eine parlamentarische Anfrage mitteilte, stuft die Landes-Investitionsbank Kredite mit einer Gesamthöhe von
165 Millionen Euro als "ausfallgefährdet" ein.
Dies entspreche bei einem Gesamtdarlehn von 5,5 Milliarden Euro rund 3,5 Prozent. Laut Minister wird durch die zu erwartende weitere Abwanderung und den Wohnungsleerstand das Ausfallrisiko beim Landeswohnungsbauvermögen steigen. "Der Umfang der mittel- und langfristig zu erwartenden Ausfälle kann nicht abgeschätzt werden."
Durch den weiteren Rück- und Umbau von Städten soll Szymansik zufolge dieser Tendenz entgegen gewirkt werden. Ein koordinierter Einsatz der Mittel des Bundes und aus der Wohnungbauförderung unterstütze dieses Anliegen nachhaltig. Der Wirtschaftsplan 2004 sieht laut Szymanski für das Wohnungsbauvermögen eine maximale Nettokreditaufnahme von 7 Millionen Euro vor. Die Zinsen für die zwischen 1997 und 2002 ausgereichten Kredite lägen durchschnittlich bei knapp 5,5 Prozent.
Laut Bauministerium existiert die Gefahr, dass Rückzahlungen ausfallen, wenn Wohnungsgesellschaften Konkurs anmelden. In diesem Falle würden jedoch Einnahmen fehlen, mit denen das Land gerechnet hatte.
Ein Viertel dieser Unternehmen ist laut Ministeriumsangaben in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Das betreffe von 221 Unternehmen, die im Brandenburgischen Verband der Wohnungsunternehmen zusammengeschlossen sind, immerhin 53. Bei diesen Unternehmen liege der Leerstand inzwischen bei mehr als 15 Prozent, was in Deutschland als Signal für drohende Zahlungsunfähigkeit gelte. 25 der bedrohten Unternehmen haben diesen Angaben zufolge sogar mit einem Leerstand über 20 Prozent zu kämpfen und "in Einzelfällen sogar über 30 Prozent".
Landesweit stehen derzeit etwa 150 000 Wohnungen leer, was den Unternehmen vor allem in berlinfernen Regionen 58 Millionen Euro entzieht und einer durchschnittlichen Leerstandsquote von 12 Prozent entspricht.
Fachleute befürchten, dass Insolvenzen kommunaler oder genossenschaftlicher Wohnungsunternehmen das Problem verschärfen werden, denn die dann folgenden Billig-Aufkäufe würden den Mietmarkt weiter unter Druck bringen.
Das Verhalten von Banken hat in der Vergangenheit nach den Worten von Szymanskis Vorgänger Hartmut Meyer den notwendigen Abriss von leerstehenden Wohngebäuden behindert. Doch seien solche Maßnahmen flächendeckend erforderlich, um die Wohnungsunternehmen zu sanieren. "Die Banken versuchen, die Erbringung eines eigenständigen Sanierungsbeitrags zu umgehen", hatte er geklagt.

www.svz.de

17.01.2004
Land Brandenburg: Stadtumbau nützt den Architekten
Die brandenburgischen Architekten profitieren vom Stadtumbau. "Es ist kein tradiertes Thema, mit dem sich die Kollegen aus dem Westen seit 20 Jahren befassen", sagte gestern der Präsident der brandenburgischen Architektenkammer, Bernd Schuster - in Anspielung auf die Zeit nach der Wende, als viele Ost-Architekten einen schweren Stand hatten. Wie viele der 1200 märkischen Architekten sich konkret an Stadtumbau-Projekten beteiligen, konnte der Kammerpräsident indes nicht beziffern.
Mit einem Positionspapier will die Architektenkammer in dem seit drei Jahren laufenden Prozess Farbe bekennen. Bauminister Frank Szymanski betonte, dass die Planungen in hoher Qualität ausgeführt werden müssten. "Nur mit einem hohen baukulturellen Niveau wird es gelingen, die Städte attraktiv und lebenswert zu erhalten", forderte der Minister. Zugleich betonte er, dass Qualität keine Frage des Geldes sei, sondern auch vom Wissen und der Kreativität der Beteiligten abhänge.
Dabei haben Bund, Land und Kommunen in Brandenburg im Jahr 2002 mit 38,1 Millionen Euro mehr Geld für die Aufwertung ausgegeben als für den Abriss von Wohnungen (25,4 Millionen Euro). Ein großflächiger Abriss sei aber künftig nötig, sagte Schuster. Bislang sind 7000 Wohnungen zu Schutt zerlegt worden, in diesem Jahr sollen weitere 7000 hinzu kommen.

www.MaerkischeAllgemeine.de

17.01.2004
Görlitz: Wohnungen in Polen als Konkurrenz
Der Görlitzer Wohnungsbaugesellschaft (WBG) erwächst mit dem polnischen EU-Beitritt neue Konkurrenz durch den Zgorzelecer Wohnungsmarkt. Darauf hat WBG-Geschäftsführer Gerd Kolley hingewiesen.
„In Görlitz stehen 10 000 Wohnungen leer“, sagte Kolley am Rande eines Forums zum Stadtumbau. Da es aber auch in Zgorzelec viele freie Wohnungen gibt, rechnet der WBG-Chef damit, dass seinem Unternehmen mit dem polnischen EU-Beitritt neue Konkurrenz von jenseits der Neiße erwächst.
Dies liegt auch daran, dass die Einwohnerzahl in Zgorzelec stetig abnimmt. Habe die Einwohnerzahl 1996 bei 39 000 gelegen, so seien es derzeit laut Kolley nur noch 36 000. Bis 2020 sinke die Zahl auf unter 30 000. Dies gehe aus einer Prognose von Wissenschaftlern eines polnischen Demoskopie-Instituts hervor.
Für Görlitz selbst erwartet das Statistische Landesamt in Kamenz bis 2020 einen Rückgang der Einwohnerzahl auf 44 000 bis 46 000, teilte dessen Mitarbeiterin Ines Espe auf Anfrage mit.
Gisela Thiele, Soziologie-Professorin an der Hochschule Zittau/Görlitz, hat derweil von einer Erhebung gehört, nach der im Zuge des EU-Beitritts ab Mai dieses Jahres 5 000 polnische Bürger nach Görlitz ziehen möchten.

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16.01.2004
Wolfen: Auf 1140 Wohnungen wartet die Abrissbirne
In Wolfen-Nord sollen in diesem Jahr weitere 1 140 Wohnungen abgerissen werden. Das Land finanziert die Arbeiten mit 3,75 Millionen Euro. Der Bewilligungsbescheid liege mittlerweile vor, sagte Harald Rupprecht, Geschäftsführer der Erneuerungsgesellschaft Wolfen-Nord (EWN), am Donnerstag bei einem Besuch von Vertretern der Ingenieurkammer Sachsen-Anhalt.
In der Paracelsusstraße 1-23 informierten sich Präsident Klaus Hoppe und weitere Kammer-Mitglieder über den Fortgang der Arbeiten. Der Block, den sie besichtigten, ist einer der nächsten, die wegkommen. Zurzeit wird das Haus, dessen Eigentümer die Wohnungs- und Baugesellschaft Wolfen (WBG) ist, entkernt. 26 Erwerbslose haben über eine Vergabe-ABM für ein Dreivierteljahr Arbeit gefunden.
"Ende des zweiten Quartals soll der Block weg sein", sagte Rupprecht, ebenso diejenigen Häuser aus der Jeßnitzer Wende, die auf der Abbruchliste stehen (Übersicht siehe Infokasten). Allerdings müssten die Arbeiten von den beiden Wohnungsgesellschaften, der WBG und der Wohnungsbaugenossenschaft Wolfen, teilweise mit Krediten vorfinanziert werden. Der Bewilligungsbescheid des Landes erstrecke sich nämlich über fünf Jahre.
Rupprecht erklärte, der Abriss müsse als Aufwertung des gesamten Quartiers begriffen werden. Die Wohnungsunternehmen erhielten so finanziellen Spielraum, um ihren Bestand attraktiver zu machen. Kammer-Präsident Hoppe sagte, Wolfen nehme beim Stadtumbau in Sachsen-Anhalt eine Vorreiterrolle ein. Die hier gesammelten Erfahrungen könnten auch in schrumpfenden Städten im Westen genutzt werden. Laut EWN standen 20 Prozent der im Land bisher abgebrochenen 7 500 Wohnungen in Wolfen-Nord. Das sei neben Halberstadt und Wernigerode der höchste Anteil.

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15.01.2004
Land Brandenburg: Konzepte für die Schrumpfung
Angesichts des anhaltenden Bevölkerungsrückgangs in der Region Berlin-Brandenburg müssen die Zentren auf den Prüfstand gestellt werden. Das fordert Gerd Gebhardt, Chef der Gemeinsamen Landesplanungsbehörde von Berlin und Brandenburg. Der inzwischen acht Jahre alte Landesentwicklungsplan für die zentralörtliche Gliederung Brandenburgs muss laut Gebhardt in der kommenden Legislaturperiode dringend überarbeitet werden. Vorrangiges Ziel sei es, die Schrumpfung der Städte im äußeren Verflechtungsraum zu berücksichtigen. Dabei werden Einschnitte vor allem auf die Städte in den Berlin-fernen Regionen zukommen. "Im Leitbild der dezentralen Konzentration müssen wir in Zukunft mehr Wert auf die Konzentration legen" sagte Gebhardt.
Jedes einzelne Angebot der Zentren, wie Krankenhäuser, Schulen und Gewerbegebiete werde zur Debatte stehen. Es gehe künftig nicht mehr um "Etiketten", wie Mittelzentren oder Entwicklungszentren, sondern um konkrete Einrichtungen. Auch bei der Fördermittel-Vergabe sollte umgedacht werden, forderte Gebhardt. "In den vergangenen Jahren haben wir Strukturen aufgebaut, In Zukunft müssen wir sehen, was von dem Aufgebauten noch zu halten sein wird." Berlin-Brandenburg übernehme hier eine bundesweite Vorreiterrolle: Bisher haben sich die Landesplaner fast ausschließlich mit Wachstum beschäftigt, jetzt gehe es erstmals darum, die Schrumpfung zu planen.
Die Probleme der Speckgürtel-Gemeinden um Berlin, in denen weiterhin der Zuzug dominiert, wollen die Planer dabei nicht vernachlässigen. Aber Gebhardt stellt klar: "Der Auftrag, mit der Schrumpfung fertig zu werden, hat Priorität."

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15.01.2004
Templin: Fünfgeschosser werden gekappt
Leer stehende Wohnungen, sinkende Einkommen, Wegzug von Menschen - Probleme, mit denen vor allem die Wohnungsunternehmen in Ostdeutschland zu kämpfen haben. Alle reden zumeist über den spektakulären Abriss von DDR-Plattenbauten in Eisenhüttenstadt oder Schwedt. Dass es aber auch ganz anders, und zudem ohne Fördermittel und Sonderprogramme geht, beweist zum wiederholten Mal die Wohnungsbaugenossenschaft "Uckermark" e. G. in Templin.
Geschäftsführerin Anke Füchsel ist stolz, dass ihr Konzept, den Stadtumbau mit einem Teilrückbau von leer stehenden Wohnungen zu kombinieren, inzwischen auf ein immenses Echo bei Fachleuten in ganz Deutschland stößt. Fachleute aus Hamburg, Dresden und Berlin, Studenten des Bauwesens oder auch das Bauministerium in Potsdam sind interessiert. Fast täglich gibt es neue Anfragen.
"Auch wir mussten uns den harten Realitäten stellen", so Füchsel. "Von 994 eigenen Wohnungen in unserem Bestand sind 866 in Großplattenbauten. Der Leerstand ist von 7,5 Prozent im Jahr 1997 auf 15 Prozent im Jahr 2003 gestiegen. Insgesamt stehen 150 Wohnungen leer, vor allem in Boitzenburg sowie in Templin. Deshalb werden wir auch künftig, falls es finanziell machbar ist, weiter Wohnungen vom Markt nehmen müssen. Wer es sich leisten konnte, hat sich seit der Wende ein Haus gebaut oder anderweitig Wohneigentum erworben. Wir merken das an der gestiegenen Nachfrage nach kleinen Wohnungen, dem Wunsch nach kleinen Mieten sowie an einem gestiegenen Beratungsbedarf für Mietschuldner."
In der einstigen Plattenbau-Siedlung Lychener Straße in Templin hat sich in den letzten Monaten bereits ein zweiter trister WBS 70-Wohnblock zu einem schmucken Mehrfamilienhaus gemausert. Der einstige Fünfgeschosser ist kaum wieder zu erkennen. Auf drei Etagen und im Mansardendach haben Architekt Wolfgang Grieger, die Wohnungsbaugenossenschaft und die beteiligten Baufirmen nach individueller Planung mit den Mietern aus einst 44 nunmehr 35 Wohnungen in "ländlich-romantischem Stil" entwickelt. Dabei erfolge der Rückbau äußerst geordnet, Platte für Platte werde abgetragen und sofort auf Container verladen, sagte Füchsel. "Hinsichtlich Komfort und Wohnungsquerschnitt sind kaum Wünsche offen geblieben. Da wurden einstige Kinderzimmer zu Bädern mit WC oder Küchen mit Fenstern. In vielen Wohnungen sind die einstigen Standard-Querschnitte nicht mehr zu erkennen. Jede hat einen, manche gar zwei Balkone. Es gibt Abstellräume und Speisekammern." Auch die Außenanlagen sollen sich ins Stadtbild einfügen.
Finanziert wurde die beiden Teilrückbau-Projekte über den freien Geldmarkt, zum Teil über KfW-Kredite, zum Teil über die Investitionszulage, aber zu 40 Prozent auch über Eigenkapital der Wohnungsbaugenossenschaft. Die Gesamtinvestitionssumme für den jetzt fertig gestellten zweiten Block bezifferte Anke Füchsel auf rund 1,3 Millionen Euro. Davon machten die Rückbaukosten 57 600 Euro aus. "Pro Quadratmeter Wohnfläche kamen Baukosten in Höhe von 623 Euro zusammen. Jeder Quadratmeter rückgebaute Wohnfläche hat rund 122 Euro gekostet. Vor der Sanierung mussten monatlich 2,93 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter gezahlt werden. Mit dem erhöhten Wohnkomfort werden jetzt 4,86 Euro fällig", rechnet Füchsel vor.
Und die Wohnungsbaugenossenschaft will in der Nachbarschaft weitermachen mit dem Teilrückbau. "Für den nächsten Block haben wir mit den Planungen begonnen, die ersten Gespräche mit den Mietern laufen. Aus 53 Wohnungen sollen 35 werden." Dazu werde der vorhandene Fünfgeschosser ebenfalls um zwei Stockwerke gekappt.

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14.01.2004
Hoyerswerda: Vertreiben wir das Schlossgespenst!
Ein Gespenst geht um in Europa. Nein, nicht (mehr) das Marx’sche des Kommunismus, sondern „das von statistik-gestützten Agenturen errechnete des endgültigen Untergangs von Hoyerswerda“. Mit diesem ironischen Seitenhieb konterte Hoyerswerdas Oberbürgermeister Horst-Dieter Brähmig gestern bei seinem Neujahrsempfang auf dem Schloss die mancherseitigen Versuche, zu prognostizieren, wann der letzte Hoyerswerdaer das Licht ausmachen würde – und den Wunsch derselben Kreise, solche unseriösen Vorhersagen in den Rang einer öffentlichen, also zutreffenden Meinung zu erheben. „Das ist wie mit dem Schlossgespenst: Keiner hat es gesehen – aber alle lassen sich davon terrorisieren.“ Solchem Unfug müsse man eine klare, an den Realitäten orientierte Absage erteilen. Auch zum Versuch der Bundesregierung („Zumutung“), die Langzeitarbeitslosigkeit „finanziell zu kommunalisieren“, fand Brähmig spitze und treffende Worte: Es könne dies nur der „Ausdruck des grenzenlosen Vertrauens des Bundes in seine Kommunen“ sein...
Doch gebe es 2003 auch viele Stichpunkte, die gerade Hoyerswerda zu Optimismus berechtigten: Investitionen, die schon Gestalt angenommen hätten oder auf dem besten Wege seien – wie die Zentrale Abfahrtsstelle der Omnibusse am Lausitzer Platz, der Untersuchungs- und Behandlungs-Trakt des Klinikums, die Baumaßnahmen an der Körperbehindertenschule, das Sozialgebäude am Jahnsportplatz; Ereignisse wie die Brigitte-Reimann-Ausstellung oder die Lausitzer Gewerbemesse; das ehrenamtliche Engagement vieler Hoyerswerdaer; der Einsatz junger Leute gegen Rechts, und gegen den Irak-Krieg sowie (am Beispiel des „populario“-Vereins) für mehr Kultur in der Stadt; da war die Verleihung der Konrad-Zuse-Plakette an Altbundespräsidenten Roman Herzog, da war der Start der Scheibe-Entwicklungsgesellschaft...
Man könne und (müsse!) sagen, dass Hoyerswerda „als soziales Gesamtwesen stabil“ geblieben sei. Dennoch dürfe man nicht die Augen davor verschließen, dass es enorme Probleme zu schultern gebe: „Der Wohnungsleerstand ist eine konstante Größe von brisanter Dimension geworden.“ Um eine unvermietete Wohnung finanziell aushalten zu können, müsse man die Einnahmen vierer vermieteter Wohnungen zu Rate ziehen... Darum sei der Stadtumbau Notwendigkeit, Herausforderung – und Chance. Und, das betonte Brähmig sehr deutlich: „Er darf keine penetrante Pädagogik werden, bei der uns «Oberhirten» etwas vorgeben, was keiner will; er darf keine Kanalisierung des Geistes im Gefolge haben.“ Sondern müsse dafür sorgen, dass Hoyerswerda eine lebens- und liebenswerte Stadt für alle ihre Bürger sei – und werde.

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13.01.2004
Wildflecken: Chancen für die Zukunft
Die bundesdeutschen Kommunen leiden zunehmend unter wirtschaftlichem und demografischem Wandel. Vor diesem Hintergrund wurde 2002 das Forschungsprogramm „Stadtumbau West“ mit dem Ziel initiiert, durch Auswertung von Veränderungen neue Chancen zur Verbesserung der Lage in den Städten und Gemeinden zu gewinnen. Die Arbeiten der ersten elf Pilotstädte, darunter auch die Marktgemeinde Wildflecken, werden bis Ende 2006 andauern.
Wildflecken  erhält zusammengerechnet zwei Millionen Euro Fördermittel, muss aber auch 500000 Euro Eigenmittel beisteuern. Durch den Abzug der Amerikaner 1994 kam die Entwicklung der Marktgemeinde zu einem jähen Stillstand, 830 zivile Arbeitsplätze gingen verloren. 1995 schloss dann die Rhönkaserne in Oberwildflecken und hinterließ eine Konversionsfläche von etwa 30 Hektar.
Nach dem Abzug großer Teile des Militärs stecken die Infrastruktur und das Wohnraumangebot von Wildflecken für die verbleibenden Einwohner in viel zu großen Schuhen. 30 Prozent der Wohnungen stehen leer, die teilweise noch aus den 40er Jahren stammen, teilweise aber auch für Angehörige der amerikanischen Soldaten erst in den 60er und 70er Jahren erbaut wurden. Die in den 90er Jahren zugewanderten Aussiedler haben den Leerstand zwar etwas reduziert, aber auch zu sozialen Veränderungen beigetragen.
Die zweite Projektwerkstatt fand vor kurzem mit Vertretern der Pilotstädte aus Verwaltung, Politik, Wohnungswirtschaft und Planerschaft statt. Die 2002 in das Forschungsprojekt aufgenommenen elf und die im Jahr 2003 ausgewählten weiteren fünf Städte sind über alle Bundesländer Westdeutschlands verteilt. Ein Blick auf die Karte offenbart, dass ein gemeinsames Merkmal nahezu aller Pilotstädte oder ihrer Projektgebiete ihre Randlage in Westdeutschland fernab von wachsenden Ballungsräumen darstellt. Die Größe der Kommunen und Gemeinden variiert zwischen Großstädten wie Essen mit 600000 oder Gelsenkirchen mit mehr als 270000 Einwohnern und Wildflecken mit einer Einwohnerzahl von rund 3500 Einwohnern.
Schwerpunkte in der bayrischen Marktgemeinde sind neben der Umgestaltung von Fleischhauerstraße und Schlesierstraße auch die Entwicklung der ehemaligen Rhönkaserne zu einem Gewerbegebiet. Die Projektwerkstätten haben bereits begonnen, konkrete Projekte sind aber noch nicht an den Start gegangen. Bürgermeister Alfred Schrenk hofft laut „Main Post“ darauf, dass die Einwohner durch aktive Beteiligung den „Stadtumbau West“ in Wildflecken voranbringen, so dass Entscheidungen im Einvernehmen mit der Bevölkerung getroffen werden.
Zunächst hatte sich Widerstand gebildet, weil viele davon ausgegangen waren, dass das Projekt nur zum Abriss von Gebäuden dienen solle. Diese Ansicht hat sich in den vergangenen Monaten gewandelt. Gleichwohl wird das Programm noch kritisch begleitet. Noch ist unklar, für welche Vorhaben die Fördermittel eingesetzt werden und ob das Geld für große Projekte reichen kann.

www.fuldaerzeitung.de

13.01.2004
Cottbus: Für Stadtumbau mehr Privatinitiative gefragt
Gegenstand der Beratung von Minister, Ministerialbeamten, Oberbürgermeisterin, Bauexperten der Stadtverwaltung, den Chefs der großen Wohnungsunternehmen und Sanierungsträgern war die Stadtentwicklung in den Jahren bis 2009. Wie Minister Szymanski sagte, sollen bis Februar diesen Jahres rund 2000 Wohneinheiten abgerissen werden, in den Folgejahren je 1000. Es sei "vernünftig bei dieser Planung zu bleiben", so Szymanski, auch wenn sich bis 2009 während des laufenden Abrisses weitere Leerstände ergäben. Insgesamt sei von 9000 Eohneinheiten auszugehen, die abgerissen werden müssten.
Daneben werde Wert darauf gelegt, parallel zum Rückbau mit den Aufwertungsmaßnahmen für die bestehende Bausubstanz voran zu kommen. Geplant ist laut Szymanski eine "modellhafte Eigentumsstrategie für die Innenstadt". Bei entsprechenden Investitionen sei mit einer Förderung durch Zuschüsse oder Darlehen zu rechnen. Szymanski: "Die Mittel sind vorhanden." Ziel sei es letztlich, "attraktive Städte als Anker im ländlichen Raum" zu sichern. Das setze voraus, dass ihre Attraktivität als Wohnungs- und Arbeitsschwerpunkte mit entsprechender sozialer Infrastruktur, Bildung und Kultur gesichert würden. In Cottbus zeige sich
folgerichtig, dass gerade im Innenstadtbereich in den zurückliegenden Jahren Bewohnerzuwachs zu verzeichnen sei.
Seit 1991, so der Minister, seien über 94 Millionen Euro in den Cottbuser Stadtumbau geflossen. Das Geld für Rückbau, Instandsetzung und Aufwertung fließe aus verschiedenen Töpfen. Man könne bis 2009 mit weiteren rund 40 bis 50 Millionen rechnen. Oberbürgermeisterin Karin Rätzel unterstrich, dass 2004 das Thema Stadtumbau in Cottbus Priorität habe: "Nummer eins für die Bürger ist, dass sie sich in der Stadt wohlfühlen. Das wird harte Arbeit, denn die öffentlichen Kassen sind überall leer." Die Stadt Cottbus werde dennoch ihren Beitrag zur Mitfinanzierung des Stadtumbaus leisten. Der kommunale Anteil liege etwa bei einem Drittel der von Szymanski genannten Kosten. In Zukunft müsse aber auch verstärkt privates Engagement hinzu
kommen. So sollten Eigentümer von Brachflächen dazu bewegt werden, ihre Grundstücke zu verwerten. Oberbürgermeisterin Rätzel: "Es gibt den Bedarf an anspruchsvollen privaten Eigentumswohnungen in der Innenstadt. Der Kreis, der sich das leisten kann, ist gar nicht so klein."
Zu den Kosten des Stadtumbaus unter der Erde – zum Beispiel des Rückbaus überdimensionierter Kanäle und Zersorgungsleitungen – sagte Bauminister Szymanski, eine Lösung sei nur mit Hilfe des Bundes vorstellbar. Auch die Ver- und Entsorgungsunternehmen müssten zu einer Mitfinanzierung bereit sein. Die Oberbürgermeisterin fügte hinzu, die Stadt habe in Cottbus kaum Gewinne aus ihren Ver- und Entsorgungsbetrieben gezogen, sondern diese den Unternehmen belassen. "Auf keinen Fall" dürften die Bürger zusätzlich belastet werden. Allerdings, so Karin Rätzel, "hat die Stadt noch kein Konzept, was man tun oder lassen soll. Möglicherweise müssen neue Leitungen neben die alten gelegt werden. Erst müssen die Fachleute angehört werden."

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12.01.2004
Sachsen-Anhalt:  Wohnungsgesellschaften  sollten mehr tun
Bauminister Karl-Heinz Daehre fordert mehr Tempo beim Abriss leer stehender Wohnungen: "In diesem Jahr muss beim Abriss der große Durchbruch kommen", sagte er in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Magdeburg. "Am Geld scheitert es nicht, es ist genug da."
Vor allem in den größeren Städten müssten die Wohnungsgesellschaften mehr tun und nicht nur punktuell, sondern ganze Quartiere abreißen, sagte Daehre. "Zudem müssen die Kommunen Fördergelder schneller an die Unternehmen weiterleiten."
In Sachsen-Anhalt stehen mehr als 200000 Wohnungen leer. Bis 2010 sollen mehr als 100000 abgerissen werden. Seit 2002 wurden laut Daehre erst rund 7000 Wohnungen vom Markt genommen. "Das ist nicht befriedigend, es ist für diesen Zeitraum Geld für 15000 da." Recht gut läuft es nach Einschätzung des Ministers etwa in Wolfen, Halberstadt oder Wernigerode, Nachholbedarf hätten etwa Halle, Magdeburg oder Stendal. In diesem Jahr kann mit den bereitstehenden Mitteln der Abriss von weiteren 12000 Wohnungen gefördert werden.
Daehre forderte von den Wohnungsunternehmen mehr Engagement in dieser Frage. "Sie können nicht davon ausgehen, dass der Abriss jeder Wohnung gefördert werden kann. Sie müssen auch auf eigene Kosten abreißen und dürfen nicht nur nach Vater Staat rufen." Dies sei in ihrem eigenen Interesse, fielen doch dadurch Unterhaltungskosten und Altschulden weg. Hier sei marktwirtschaftliches Denken gefragt. "Das Land wird das sehr genau beobachten und bei der Fördermittelvergabe berücksichtigen."
Kritik übte der Minister auch an manchen der 44 Kommunen, die vom Programm Stadtumbau Ost profitieren. Mancherorts dauere es sehr lange, bis das von Bund und Land überwiesene Geld tatsächlich an die Wohnungsgesellschaften weitergereicht werde. "Ich habe den Eindruck, dass bei manchen Stadtverordneten noch nicht angekommen ist, dass der Stadtumbau ein wichtiges Thema ist."
In Sachsen-Anhalt stehen im Rahmen des Programms Stadtumbau Ost seit 2002 jedes Jahr 52 Millionen Euro zur Verfügung. Der Anteil der Gelder, die davon in den Abriss gehen, ist von 24,4 Millionen Euro (2002) über 32 Millionen Euro (2003) auf 42 Millionen in 2004 gestiegen. Der Rest wird etwa für die Aufwertung von Quartieren genutzt. "Wir zeigen mit dieser Gewichtung, dass der Abriss jetzt absolute Priorität hat", sagte Daehre.
Ergänzend wies er darauf hin, dass das Land auch kleineren Kommunen helfen wolle, die nicht im Programm Stadtumbau Ost seien. "Die dürfen wir nicht im Regen stehen lassen, ausgewählte Orte bekommen eine einmalige Unterstützung." In den Genuss der Hilfe sollen in diesem Jahr zunächst etwa zwölf Orte kommen. Betroffen sind zum Beispiel grenznahe Kommunen wie Wefensleben, wo leere Wohnblocks stehen, in denen früher die Familien der Grenztruppen wohnten

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11.01.2004
Ebersbach: Leerstand nimmt weiter zu
Das vergangene Jahr brachte im Wohngebiet Ebersbach-Oberland den bisher umfangreichsten Wohnungsrückbau. In der Sachsenstraße sind zwei Blöcke mit insgesamt 110 Wohnungen verschwunden. Die beiden anderen Häuser der so genannten „Stadtmauer“ sind oder werden zurzeit entkernt. Das sind noch einmal 80 Wohnungen. Der Abriss sollte im November beginnen. Die Anweisung des Geldes allerdings lässt noch auf sich warten.
So kann auch Geschäftsführerin Ingrid Lauermann vom Ebersbacher Wohnungsunternehmen (EWU) zurzeit nicht sagen, wann es weitergeht. Die Wohnungen des schon seit Anfang dieses Jahres leer gezogenen Blocks sind nicht mehr im Bestand des Unternehmens und haben damit auch schon längere Zeit keine Mieteinnahmen gebracht.
„Wenn die Fördermittel geflossen sind, geht es los. Die Firmen warten schon auf das Startsignal“, sagt die Geschäftsführerin.
Auch im nächsten Jahr rechnet die EWU mit einer Abnahme der Mieteinnahmen um vier Prozent. Die rückläufige Entwicklung resultiert aus dem weiteren Abriss und der Zunahme des Leerstandes. Letzterer betrifft nicht nur das Neubaugebiet Oberland, sondern auch die Altstadt von Ebersbach. Das geht aus einem Bericht der Geschäftsführung hervor. Auch die dort durch die Sanierung von Wohnungen begründeten höheren Mieteinnahmen könnten den Verlust aus dem Leerstand nicht ausgleichen.
Dagegen wiegt die Abnahme der Betriebskosten durch den Abriss in der Sachsenstraße um rund 75 000 Euro die an anderer Stelle anfallenden Kosten nicht auf. Für die nächstes Jahr „mieterlosen“ Wohnungen muss die EWU höhere Betriebs- und Heizkosten einplanen.
Auch der Abriss verursacht Kosten, ohne dass überhaupt eine Platte abgehoben ist. So sollen im kommenden Jahr weitere 30 Wohnungen in der Sachsenstraße abgetragen werden. Die drei Eingänge, die es betrifft, sind bereits weitgehend leer gezogen. Geld, was nicht für andere Zwecke eingesetzt werden kann, muss für die Vorbereitung der Abrissarbeiten veranschlagt werden: Für die Umsetzung der Mieter, die Stilllegung und den Abbau von Leitungen und nicht zuletzt für die Abrissanträge. Ein kleiner Trost sind die zirka 100 000 Euro an Zuschüssen, die für den Rückbau in Aussicht gestellt sind.
Ansonsten muss das Ebersbacher Wohnungsunternehmen vor allem auf seine eigenen Mittel setzen, betont Ingrid Lauermann. Sämtliche Maßnahmen sollen ohne Kreditaufnahme finanziert werden. Für den jetzt schon bis 2007 ins Auge gefassten Abriss kann auch noch auf Fördermittel gehofft werden. Modernisierung und Sanierung vom Wohnraum müssen jedoch aus eigener Kraft bestritten werden.
Die Möglichkeiten dafür sind sehr begrenzt. In diesem Jahr wurde die Erneuerung von Türen, Fenstern, von Treppenaufgängen, Hauseingängen und Briefkästenanlagen in der Oberlausitzer Straße planmäßig abgeschlossen. Im kommenden Jahr konzentrieren sich die Arbeiten wieder auf die Altstadt. In der Camillo-Gocht-Straße sollen zwei Mehrfamilienhäuser saniert werden.

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11.01.2004
Görlitz: Stadtwerke drohen mit Notbremse
Karin Krüger liebt ihre Wohnung auf der Lutherstraße – das große Schlafzimmer, den Balkon, den Blick auf die Bäume im Hof. Hier kann sie die schwere Last, die sie trägt, an manchen Tagen vergessen. Frau Krüger ist Diabetikerin, hat einen Herzschrittmacher und muss jeden Tag Unmengen an Medikamenten schlucken. Von ihrer Invalidenrente kann sie sich keine großen Sprünge leisten – und einen Umzug mitten im Winter schon gar nicht.
Doch umziehen hätte sie beinahe müssen, denn für gestern Abend hatten die Stadtwerke dem Haus auf der Lutherstraße ein letztes Ultimatum gestellt. Bis 18 Uhr sollte ein Teil jener Summe für Heizung und Wasser beglichen werden, die das Unternehmen seit Monaten vom Hauseigentümer vergeblich fordert. Weil den Mietern sonst am Montag endgültig der Hahn zugedreht worden wäre, kam es gestern buchstäblich in letzter Sekunde zu einer Einigung, wie die Stadtwerke mitteilten.
Die Hausbewohner sollen ihre gesamte Miete künftig nicht mehr wie bisher an den Eigentümer, sondern direkt an das Versorgerunternehmen zahlen. Die Immobilienfirma mit Sitz in den Alten Bundesländern hatte dafür gegenüber den Stadtwerken ihr schriftliches Einverständnis erklärt.
Doch wie lange diese Regelung die Versorgung sichern wird, ist äußerst ungewiss. „Die Mieter gewinnen Zeit“, meint Marita Körner, Leiterin der Kundenbetreuung bei den Stadtwerken. Wie hoch die Schulden des Eigentümers sind, will sie nicht sagen. Der indessen stritt am Mittwoch jede Verantwortung für die festgefahrene Situation ab.
„Sollen sich doch andere mit den Mietern herumärgern“, zürnt eine gereizte Frauenstimme aus dem Telefon. Seit mehr als einem Jahr seien aus Görlitz keine Mietzahlungen mehr bei ihr eingegangen. Nur deshalb habe man die Rechnungen der Stadtwerke nicht bezahlen können.
Wer hier wem den schwarzen Peter zuschiebt, belegen indessen ihre Kontoauszüge: Die Mieten sind bezahlt worden. Darin enthalten – die anteiligen Vorauszahlungen auf die Betriebskosten, zu deutsch: für Heizung und Wasser.
Wo also ist das Geld geblieben? Hat der Eigentümer den Altbau erst te