Newsticker Archiv Juni 2003

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28.06.2003
Trotz Abrissen nicht weniger Wohnungen
Der Abriss von leerstehenden Wohnungen hat in Thüringen bislang offenbar noch nicht zu einer spürbaren Entlastung des Wohnungsmarktes geführt. Wie das Landesamt für Statistik gestern mitteilte, kamen im vergangenen Jahr etwa so viele neue Wohnungen hinzu wie wegfielen – jeweils rund 13600. Genau 13604 Wohnungen verschwanden, 13658 wurden neu gebaut. In der Statistik bemerkbar machen sich die staatlich geförderten Abrisse im Rahmen von Städtebauprojekten aber schon. Gegenüber den Vorjahren liege die Zahl der weggefallenen Wohnungen deutlich höher, so die Statistiker.
Für das Jahr 2003 werden den Angaben zufolge zehn bis 15 Prozent neue Wohnungen weniger erwartet. Dass die neuen Wohnungen vor allem in Einfamilienhäusern entstehen, zeigt sich daran, dass die Zahl der erfassten «Gebäude mit Wohnungen» um 0,7 Prozent auf knapp 504000 anstieg.
Bei knapp 1,2 Millionen Wohnungen hat jeder Thüringer durchschnittlich 37,1 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung. Dabei liegen die kleineren Wohnungen – im Durschnitt 66,6 Quadratmeter – in den kreisfreien Städten, während Land-Bewohner mit durchschnittlich 78,8 Quadratmetern mehr Platz in der Wohnung haben.
Die durchschnittlich Wohnfläche je Einwohner war laut Statistik knapp fünf Quadratmeter größer als 1995. Während die Zahl der Wohnungen seitdem um 81000 gestiegen sei, habe sich die Einwohnerzahl gleichzeitig um 112000 verringert.

www.freies-wort.de

28.06.2003
Schwerin: Wohnforum zog eine positive Bilanz
Die Entwicklung des Wohnungsmarktes und Ergebnisse der Haushaltsbefragung 2003 zur Wohnsituation waren Thema des 6. Schweriner Wohnforums, dass am Donnerstagabend im neuen Veranstaltungsraum der Astrid-Lindgren-Schule in Neu Zippendorf stattfand.
Der Leiter des Amtes für Bauen, Naturschutz und Denkmalpflege Hans-Hermann Bode informierte die anwesende Fachöffentlichkeit über die Wohnungsmarktprognose 2017 und aktuelle Tendenzen auf dem Wohnungsmarkt.
Positives Fazit seines Beitrages: Das Stadtumbauprogramm zeigt erste Erfolge. Der Wohnungsleerstand wächst nicht weiter an. Die Zufriedenheit der Schweriner mit ihrem Wohnumfeld ist gegenüber den Vergleichsbefragungen in 1997 und 2000 weiter gewachsen. Die Einwohnerverluste durch Wanderungen ins Umland stagnieren.
Die Innenstadt als Wohnstandort wird auch für Familien mit kleinen Kindern immer beliebter. Insbesondere für die Schelf- und Feldstadt sprechen alle Informationen für eine stabile Entwicklung. Die umfangreiche Sanierung der vergangenen Jahre in diesen beiden Stadtteilen habe den Ausschlag gegeben, dass immer mehr junge Familie dorthin ziehen wollen. Dieses konnte Barbara Genschow vom Marktforschungsinstitut WIMES aus Rostock bestätigen.
www.svz.de

28.06.2003
Bei Kürzung öffentlicher Gelder drohen Geisterstädte

Der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) hat vor katastrophalen Folgen bei einer Kürzung öffentlichen Gelder für die Wohnungssanierung und Städtebauförderung gewarnt. Würden die zur Verfügung stehenden Mittel von 64 Millionen Euro deutlich reduziert, konsolidiere sich das Land zu Lasten des äußeren Entwicklungsraumes, sagte BBU-Vorstand Ludwig Burkhardt am Freitag in Potsdam.
Der Stadtumbau finde aber in den Randregionen statt. Dort entstünden bei zunehmendem Leerstand „Geisterstädte“. Nach den neuesten Prognosen über einen unverminderten Rückgang der Brandenburger Bevölkerung ist laut Burkhardt mit einer Verschärfung der Situation zu rechnen.
Bei einer Einsparung der als Kredit zu vergebenden Mittel 2004 würden auch Gelder der Unternehmen in Höhe von rund 30 Millionen wegfallen. Dies wiederum bekomme die regionale Wirtschaft zu spüren. Für den notwendigen und geplanten Abriss leer stehender Gebäude sei die Bereitstellung alternativer Wohnungen wichtig, denn in der Regel seien die zum Abriss anstehenden Häuser nicht völlig entmietet.
Wenn Wohnungen nicht mehr modernisiert würden, könnten auch keine Mieter mehr umgesetzt werden. Die Eigenfinanzierung notwendiger Maßnahmen aus den Mieten ist nach Burkhardts Darstellung kaum möglich. Zudem hätten sich die privaten Banken weitgehend aus der Finanzierung des ostdeutschen Wohnungsbaus zurückgezogen. Von den 150 000 leer stehenden Wohnungen liegen laut BBU rund 120 000 im äußeren Entwicklungsraum.
www.tagesspiegel.de

27.06.2003
Greiz: Stadtrat vertagt Stadtentwicklungskonzept
Eine politische Entscheidung hatte Bürgermeister Dr. Andreas Hemmann von den Stadträten Mittwochabend zum Stadtentwicklungskonzept gefordert: "Sie haben es in der Hand, die Zukunft unserer Stadt mit zu gestalten". Eine Verantwortung, die der Stadtrat sehr ernst nahm, wie sich zeigen sollte. Denn angesichts der "Zielkonflikte, an denen es noch zu arbeiten gilt", wie Hemmann einräumte, auch angesichts der ungeklärten Rechtsfragen und wohl auch angesichts der Tatsache, dass man mit den Wohnungsgesellschaften und anderen Eignern noch weit entfernt von einer Einigung zum großflächigen Abriss ist, vertagte der Stadtrat seine Entscheidung.
Harald Jatho (SPD), dem es ungeeignet scheint, dieses Konzept zum Wahlkampfspektakel zu machen, hält es für dringend geboten, einer Verdopplung des Wohnungsleerstandes in Greiz entgegen zu wirken. Gezielter Rückbau und Aufwertung der Flächen bringe mehr Wohnqualität, erinnert er an die Siebenhitze/Hohe Gasse. Doch beim Studium des Konzeptentwurfes seien immer wieder neue Fragen aufgetaucht, auch die Parkgasse - davon ist Jatho persönlich überzeugt, müsse im Sanierungsgebiet belassen werden. Deshalb beantragte er für die SPD die Gründung einer Arbeitsgruppe Stadtumbau unter Regie des Stadtbauamtes, in der die Workshop-Teilnehmer und Fraktionsvertreter mindestens halbjährlich öffentlich tagen. In dieser Arbeitsgruppe soll das Konzept weiter bearbeitet werden.
Des Weiteren soll in der Stadtverwaltung eine Anlaufstelle für die Bürger geschaffen werden, in der sie über das Konzept als auch über Fördermittel informiert werden. Und schließlich forderte Jatho, die Aufwertungsgebiete konkreter mit Zielstellungen zu untersetzen.
"Greiz braucht ein Stadtentwicklungskonzept", stellt Jürgen Frantz (CDU) grundsätzlich fest. Aber, um alle Fragen zukunftsweisend und ohne parteipolitische Querelen klären zu können, brauche man einfach mehr Zeit. Seit Donnerstag habe er das umfangreiche Papier im Fach, für solch weitreichende Problematik zu wenig - zumal die vielen Fremdwörter und die Größe der Schrift ein Problem am Rande seien. Die CDU schließt sich dem Jatho-Antrag an, will das Konzept in den neu zu bildenden Ausschuss verweisen.
Für Reiner Vogel und die PDS ist ganz klar, ein Konzept für die Stadt kann nur mit den Bürgern umgesetzt werden, hier liege der größte Nachholebedarf. Die meisten fühlen sich übergangen, fand die PDS in einer eigenen Umfrage heraus. Deshalb lobt Vogel den SPD-Vorschlag, einen Anlaufpunkt für Bürgerinformation zu schaffen. "Greiz soll Greiz bleiben - mit Neu-, Altstadt und mit Neubaugebiet - ein Spagat, der Kompromisse braucht". Das vorliegende Papier zeige keinerlei Alternativen, wie dem Bevölkerungsschwund entgegen zu wirken sei, kritisiert Vogel. Statt mit der Abrissbirne den Wohnungsmarkt zu bereinigen, sollte kreativer Umbau mit neuen architektonischen Lösungen integriert werden. Die Pläne in der Raunerstraße und im Hasental seien eine Unverschämtheit gegenüber den Bürgern, die ihre Wohnung gekauft haben, unterstreicht der PDS-Fraktionschef. Er plädiert dafür, diese Ausführungen als erste Lesung zu sehen, gründlich weiter zu diskutieren und später zu beschließen.
"Wir werden eine Kleinstadt, reden nur von Rückbau", begründet Jens Geißler sein Nein zum Stadtentwicklungskonzept, das für ihn nur ein Abrisskonzept ist. Der IWA-Chef fordert ein Strategiepapier zur Wirtschaft und betont, dass hier seiner Ansicht nach über Wert und Vermarktbarkeit fremden Eigentums beschlossen werden soll. Die Banker werden Immobilienwerte nach unten korrigieren, ist Geißler überzeugt. Planer Hermann Sträb allerdings gibt zu bedenken, dass die Wertminderung bereits da sei, weil sie mit der Marktsituation und nichts mit dem Konzept zu tun habe.
Auch Mario Walther (CDU) spricht sich für Vertagung aus. Das Papier ist keine Entwicklungskonzeption, enthalte keine Visionen. Die Nuschke-Straße ist sowohl als Aufwertungs- als auch als Abbruchgebiet aufgeführt, macht er aufmerksam und betont nochmals, dass die Parkgasse Sanierungsgebiet bleiben müsse. Mehr Zeit wollen sowohl Walther als auch Holger Steiniger (PDS) für das Konzept. Abriss und Ausschluss von Fördertöpfen- das ist für Steiniger "moderne Enteignung".
Der Wohnungsmarkt müsse wieder ins Gleichgewicht gebracht werden, rundet Hermann Sträb vom Dresdner Planungsbüro die Debatte ab. Sträb hatte Grundzüge des Konzepts zu Beginn der Sitzung noch einmal dargestellt. 25 Prozent des privaten Wohnungsbestandes sei Gegenstand von Rückbau.

www.otz.de

26.06.2003
Abrisskündigung ist als allerletztes Mittel zulässig
Eine Kündigung wegen Abriss des Wohnblocks ist grundsätzlich zulässig, wenn die Wohnungsgesellschaft den Mietern zuvor Ersatzwohnraum, Abfindung und Umzugskosten angeboten hat.
Das ist im Kern der Tenor der Urteilsbegründung der ersten Zivilkammer des Landgerichts Gera zur Klage der Wohnungsgesellschaft (SWVG) gegen das Ehepaar Schmidt. Die Geraer Richter bestätigten damit ein Urteil des Amtsgerichtes Jena, das die Schmidts zur Räumung der Wohnung verurteilt hatte.
Der Vorsitzende Richter Klaus Sommer konnte keine Verwertungskündigung erkennen, da die SWVG durch den Abriss nur betriebswirtschaftlichen Schaden durch Leerstand von sich und den Mietern abwende. Bis zum 31. Juli hat das Ehepaar Schmidt nun Zeit, auszuziehen.
Wie Heidrun und Dirk Schmidt gestern gegenüber OTZ sagten, werden sie auf jedem Fall in Revision gegen das Urteil vor den Bundesgerichtshof (BGH) ziehen. Diese Möglichkeit hat das Landgericht Gera wegen des öffentlichen Interesses des Falls ausdrücklich eingeräumt.

www.otz.de

26.06.2003
Gotha: Pläne für besseres Wohnen

Mit Wohnungsleerstand hat auch der Gothaer Spar- und Bauverein zu kämpfen. Rund 20 Prozent der Wohnungen in der ältesten Wohnungsbaugenossenschaft der Stadt - 1908 gegründet - sind ohne Mieter. Größtes Sorgenkind dabei ist die Steinstraße. Von den 80 Wohnungen, die die Genossenschaft dort hat, stehen 52 leer. Jedoch gibt es Pläne, die Wohnungen aufzuwerten. Ein Wettbewerb im Rahmen der Aktion Stadtumbau Ost hat es dafür schon gegeben. Danach sollen die Häuser an der Südseite durch Rückbau, auch terrassenartig auf zwei bis drei Etagen, an Attraktivität gewinnen, erklärt Rüdiger Schaller, geschäftsführender Vorstand, gegenüber dieser Zeitung. So würde auch die Schluchtenwirkung der Straße beseitigt und den Häusern an der Nordseite mehr Licht gebracht. Andere Aktivitäten wie die Auslagerung des Kleingewerbes und die Verkehrsberuhigung als Anliegerstraße seien in dem Konzept ebenfalls berücksichtigt. Das werde aber nicht heute oder morgen geschehen können. Schaller spricht von einem Zeitraum von fünf bis zehn Jahren. Denn vorher gebe es noch viele Hürden zu nehmen und Voraussetzungen zu schaffen, zu deren Lösung die Stadt mit beitragen müsse. Insgesamt besitzt der Gothaer Spar- und Bauverein 480 Wohnungen, meist im Osten der Stadt, die einst für Arbeiter errichtet worden waren: im Quartier Herbsleber-, Pfullendorfer und Vereinsstraße, aber auch an der Romillystraße, der Seebergstraße und der Schönen Aussicht. Seit der Wende hat die Genossenschaft rund zehn Millionen Euro in die Sanierung ihrer Objekte gesteckt. Ganze Straßenzüge erstrahlen seitdem im neuen Glanz.
www.thueringer-allgemeine.de

26.06.2003
Wurzen: 2015 nur noch 13 000 Wurzener

Über 1743 leere Wohnungen gibt es in Wurzen - Tendenz steigend. Diese und andere Tatsachen kamen gestern beim Forum "Stadtumbau im Mudldentalkreis" zur Sprache.
Doch nicht die Plattenbauten im Norden sind unbewohnt. Zumindest die Wohnungsgenossenschaft Wurzen eG kann, bei nur rund fünf Prozent freistehendem Wohnraum, nicht klagen. "Über die Hälfte der leeren Räume befinden sich in privatem Besitz. Meist sind das unsanierte Altbausubstanzen im östlichen Stadtkern", so Bauamtsleiter Hans-Otto Jurich im Plenarsaal des Stadthauses. Hierhin hatte die AG Siedlungsentwicklung und soziale Infrastruktur eingeladen. Impulse für den Stadtumbau im Muldentalkreis sollten von dieser Veranstaltung ausgehen sowie die Diskussion um die künftige Ausrichtung der Wohnbauentwicklung zum Bundeswettbewerb "Stadtumbau Ost" eingeleitet werden.
Jurich wartete mit konkreten Zahlen auf. Denn auch die Bevölkerungsentwicklung in der Muldestadt sei weiter rückläufig: 15 Prozent (knapp 3000) weniger Einwohner seit 1990. Und vertraut man den neuesten Erhebungen des statistischen Landesamtes, setzt sich dieser Trend bis 2020 mit jährlich einem Prozent minus fort. Wurzen muss davon ausgehen, 2015 nur noch 13 000 Einwohner zu haben.
Jurich betonte, dass der Rückbau von leer stehendem Wohnraum eine der Maßnahmen ist, mit der sich Wurzen auf die veränderte Situation einstellt. "Von den Privateigentümern ist, obwohl ihnen der überwiegende Teil der betroffenen Gebäude gehört, keine Zusage zu erwarten. Sie warten ab", so der Bauamtsleiter. Vielmehr müsse die Stadt selbst die Vorreiterrolle übernehmen. Denn die Gebäude- und Wohnungsgesellschaft mbH, als stadteigene Gesellschaft, weist über 33 Prozent Leerstand auf. "Wir haben schon mit dem Abriss begonnen. Aber wie die Experten richtig darstellten, gibt es noch viele Unklarheiten über Altlasten und Förderrichtlinien", so OBMJürgen Schmidt. Er betonte, dass Stadtumbau nicht nur Abriss bedeutet. Vielmehr gehe es um die Gestaltung der Stadt entsprechend der Bedürfnisse. "Dazu gehört für uns auch der Ausbau der Muldenbrücke." Die Verkehrssituation habe viele bauwillige Leute vor Wurzen gehalten. Schmidt hofft, das sich die Wurzener aktiv in den Stadtumbau einbringen.
www.lvz-online.de

24.06.2003
Jena: Schmidts wollen in der Platte wohnen bleiben
Marode wirkt der elfstöckige Plattenbau im Straßenbild des sanierten Neubauviertels in Jena-Lobeda. Drei Viertel der Fenster fehlen, dahinter hängt Tapete von den Wänden. Die Fugen zwischen den Betonplatten sind größtenteils herausgekratzt, die Verschalungen an der Seite des Blocks abgerissen. Das Haus ist mit Baugitter eingezäunt, dahinter liegt Müll im Unkraut. Billige Spanplatten ersetzen die Haustüren. 43 von 44 Klingelschildern am Eingang zum Block 7 sind leer. Nur an einem steht ein Name: Schmidt. "Wir gehen hier nicht freiwillig raus", sagt Heidrun Schmidt. Das Landgericht Gera entscheidet an diesem Mittwoch, ob die 50- Jährige und ihr Mann Dirk (50) der Abrissbirne tatsächlich trotzen können.
Es ist das erste Berufungsverfahren dieser Art und könnte daher Signalwirkung für den gesamten Osten haben. Wie die anderen neuen Ländern hat Thüringen mit einem massivem Überangebot an Wohnraum zu kämpfen. Nach Angaben des Verbandes Thüringer Wohnungswirtschaft stehen 120 000 von 1,1 Millionen Wohnungen leer. In Zukunft sollen pro Jahr 6000 Wohnungen abgerissen werden. Das ist Teil des "Stadtumbaus Ost", mit dem die Städte trotz Abwanderung und zu wenig Geburten attraktiv bleiben sollen. Dass es Probleme mit unwilligen Alt-Mietern gibt, hängt mit den Mietrechts-Sonderregelungen des Einigungsvertrags zusammen. "Anders als im Westen sind Abrisskündigungen für DDR-Mietverträge ausgeschlossen", erklärt Verbandschef Norbert Nareyke.
"Die Entscheidung über den Abriss des Elfgeschossers in Lobeda haben wir zusammen mit der Stadt und einem Stadtplanungsbüro gefällt", sagt Stefan Wosche-Graf. Er ist Geschäftsführer der Städtischen Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft Jena (SWVG), der das Haus gehört. Die Wohnungen seien wegen fehlender Fenster in Bad und Küche unbeliebt gewesen. "Ein Viertel der Wohnungen stand leer." Allen Mietern seien gute Ersatzwohnungen angeboten worden. "In dem zu dicht bebauten Viertel soll anstelle des Blocks eine Wiese mit Spielplatz entstehen." Wosche-Graf will vor allem Rechtssicherheit für die Zukunft. "Sonst heißt es für uns vielleicht Stadtumbau adé."
Der Sichtweise ihres Vermieters entgegnet Schmidt ein schlichtes "Es geht ums Prinzip". Sie lebt seit 30 Jahren in dem Plattenbau. "Es geht uns gar nicht so sehr um diese Wohnung. Auch war das Jahr im Schmutz und Dreck nicht gerade optimal." Das Innere des "Geisterblocks" ist alles andere als einladend. Über halb abgebrochene Treppenstufen geht es durch Gänge, in denen Drähte aus der Wand hängen, Fenster mit Plane verklebt sind und Heizkörper herausgerissen wurden. Die meisten Türen sind mit Spanplatten zugespaxt, in den offenen Wohnungen liegen die Reste der Abbruch-Vorbereitungen. "Aber kann eine kommunale Gesellschaft so brutal vorgehen?", fragt Schmidt.
Vor der Tür ihrer kleinen Dreiraumwohnung im fünften Stock blitzt der graue PVC-Boden vor Sauberkeit. An der Tür kündet ein roter Luftballon von einem Geburtstagfest vor wenigen Tagen. "Die angebotenen Ersatzwohnungen waren deutlich schlechter, sie hatten nicht diesen traumhaften Blick über das Saaletal." Ferner habe die SWVG schon vor Ablauf der Kündigungsfrist mit Abbruch-Vorarbeiten begonnen. "Im Winter war es Horror: die Heizung war abgestellt, wir mussten mit Strom heizen, trotzdem sind die Wasserrohre eingefroren." Wegen eines Lochs im Dach habe Schnee auf dem Treppengeländer gelegen.
"Ich bin nicht gegen den Stadtumbau", sagt Schmidt. Gegen die SWVG aber will sie weiterhin kämpfen. Ihre Hoffnung auf einen Sieg am Mittwoch sind zwar gering, aber: "Dann gehen wir vor den Bundesgerichtshof - hundertprozentig."

www.tlz.de

23.06.2003
Demmin:  Pläne für den "Stadtumbau Ost" nehmen Formen an
Die praktische Umsetzung der Entwicklungskonzeption im Rahmen des Förderprogramms "Stadtumbau Ost" nimmt in Demmin jetzt Gestalt an. Nach dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt bestätigte in dieser Woche auch der Hauptausschuss der Stadtvertretung die Festlegung von Fördergebieten, die wiederum als eine der Grundvoraussetzungen gelten, um Fördermittel über das Bundesprogramm zu beantragen.
Vorerst fünf Fördergebiete wird es auf Vorschlag des hansestädtischen Bauamtes in Demmin geben: Neben der Innenstadt sind dies die Ernst-Moritz-Arndt-Straße, Woldeforst, Meisengrund und Meyenkrebs. Auf Basis des Stadtentwicklungskonzeptes müssten nun bis Ende Oktober die Förderanträge für 2004 gestellt werden, so der Bauamtschef Dietmar Schmidt vor dem Hauptausschuss. Mindestens ein konkretes Vorhaben gibt es bereits: Die Wohnungsbau- und verwaltungs GmbH plant, zwei Wohnblöcke aus DDR-Zeiten in der Woldeforst abreißen zu lassen.
Soziale Problempunkte Das vom Bund finanzierte Programm "Stadtumbau Ost" orientiert sich im Gegensatz zur klassischen Städtebauförderung vor allem auf die Brennpunkte deutscher demokratischer Bausünden - die bis heute so genannten "Neubaugebiete". Immer mehr Mieter ziehen trotz Sanierungs-Offensive aus den Wohnblocks aus, die dadurch vielerorts zu sozialen Problempunkten werden.
Das neue Programm fördert daher sowohl den Abriss leer stehender Blocks als auch die Aufwertung solcher Wohnquartiere, etwa durch das Anlegen von Grünflächen, den Abbau ganzer Etagen, die Montage von Balkonen oder ähnliches. Voraussetzung für die Förderung ist aber, dass die Kommune mit einem Entwicklungskonzept aufzeigt, wohin die Reise gehen soll.
Die Einteilung der Fördergebiete könne jederzeit aktualisiert oder erweitert werden, erläuterte Dietmar Schmidt. Die derzeitige Liste, in der einige Areale der Hansestadt wie etwa Vorwerk gänzlich fehlen, orientiere sich an der Finanzkraft der Hansestadt: "Wir könnten theoretisch gleich die ganze Stadt in die Liste der Fördergebiete aufnehmen. Aber so viele Mittel haben wir ja gar nicht."
www.nordkurier.de

22.06.2003
Plattenbau-Schüler in der Kita

Die Bildungslandschaft Ost ist vermintes Gelände. Dabei sieht es an der Oberfläche gar nicht schlecht aus. In den fünf neuen Ländern gelang der Wechsel vom DDR-Schulsystem zu Modellen vom Typ "Westen". Teilweise sind die Standards im Bildungswesen sogar besser als in den alten Ländern: kleinere Klassen, bessere Kitaversorgung. Doch die Zeitbomben ticken.
Der Rostocker Stadtteil Groß Klein ist gepflegt und grün. Wie ein Schandfleck mittendrin wirkt das Gebäude der Gesamtschule. Lehrerin Brigitte Braun: "Ein typischer DDR-Schulbau in 5-MP-Plattenbauweise. Rostock hat 44 davon. Sie wurden seit Anfang der 70er Jahre hochgezogen für junge Familien im boomenden Rostocker Norden." Die jüngsten Gebäude, Jahrgang 1981, sind die schlechtesten. Dazu gehört die Gesamtschule in Groß Klein. Die Innenräume wirken schäbig: Mehrere Schichten Tapeten sind sichtbar, ramponierter Linoleumboden, schiefe Leuchtstoffröhren. Das Gebäude ist verlassen. Nur ein Hausmeister ist da, um Vandalismus zu verhindern.
Eltern und Lehrer setzten Hoffnung auf den Schulentwicklungsplan. Wenn klar wäre, welche Schulen Bestand haben, würden wenigstens diese saniert werden. Jetzt ist der Plan da: Von 97 Schulen, die es noch 1991 gab, bleiben 2010 nur 45 übrig. Derzeit verfügt die Hansestadt über 70 Schulen. Aber lediglich 14 sind komplett saniert. "Immer wieder sind andere Projekte den Politikern wichtiger", bedauert Rudolf Kalina vom Rostocker Stadtelternrat. Mal seien es Straßen und Brücken, mal die Landesgartenschau, mal ein Theaterneubau für 50 bis 60 Millionen Euro. Jetzt sei Rostock im Olympiarausch. Wenn Leipzig 2012 die Spiele ausrichten darf, bekommt Rostock-Warnemünde die Segelwettbewerbe. "Wir hätten solche Projekte auch gern. Aber wir können doch dafür nicht unsere Schulen aufs Spiel setzen", meint Kalina.
Der Geburtenknick nach der Wende erschütterte die in der DDR-Zeit aufgebauten Vorschuleinrichtungen. Horte und Kitas leerten sich. In der Folge verloren allein in Mecklenburg-Vorpommern 12 000 Menschen ihre Jobs im Sozialbereich. Überwiegend Frauen. Mit ihnen, die oft die einzigen Verdiener waren, wanderten ihre Familien in andere Bundesländer ab. 35 000 Menschen verließen das dünn besiedelte Mecklenburg-Vorpommern. Inzwischen gibt es wieder mehr Vorschulkinder. Doch das ehemals flächendeckende Kitanetz ist rissig geworden. Die Belegschaften sind überaltert. Viele Erzieher werden in Teilzeit gezwungen, ihr Einkommen nähert sich dem Existenzminimum, häufig sind ihre Stellen nur befristetet.
Im dünn besiedelten brandenburgischen Landkreis Uckermark werden Jahr für Jahr 50 Klassen weniger aufgemacht. In Schwedt, der Chemiestadt direkt an der Grenze zu Polen, schließt demnächst eine Grundschule. In spätestens zwei Jahren folgt eine weitere. Dass die verbleibenden vier Bestand haben mögen, hofft Lutz Herrmann, Beigeordneter der Stadt Schwedt. Der Einzugsbereich einer Grundschule schnellte in der Region von 50 auf über 60 Quadratkilometer hoch. Zum Vergleich: In Schleswig-Holstein umfasst er nur 27 Quadratkilometer.
Die örtlichen Schulplaner wirken hilflos und verbergen die Dramatik hinter technisierten Begriffen. Sie reden vom "Rückbau von Kapazitäten", Schulen "scheiden aus dem System aus", Schließungszeiträume werden "nach vorn korrigiert". Sie nennen die Schulplanung einen "konstruktiven pragmatischen Umsetzungsprozess der Realitäten". In Wahrheit ist es ein Aderlass nie gekannten Ausmaßes.
"Inhaltliche Kriterien spielen bei der Entscheidung über einen Schulstandort so gut wie keine Rolle", räumt Uwe Falke ein. Der Leiter des Schulverwaltungsamtes im Landkreis Uckermark muss sich an formale Kennziffern halten - Mindestschülerzahl, Mindestklassenzahl, Fixkosten pro Kopf. Kosten für Schülerbeförderung.

www.fr-aktuell.de

22.06.2003
Die Thüringer werden immer weniger
Die Zahl der Thüringer wird immer geringer. Im Vorjahr verlor der Freistaat im Schnitt täglich 53 Menschen, teilte das Statistische Landesamt in Erfurt mit. Insgesamt lebten Ende 2002 noch 2,39 Millionen Menschen in Thüringen. Das sind 19 350 weniger als Ende 2001. Auf 1,17 Millionen Männer kamen 1,21 Millionen Frauen.
Hauptgrund für die rückläufige Bevölkerungszahl ist nach Auskunft der Statistiker der Fortzug in andere Bundesländer oder ins Ausland. Der Verlust durch Abwanderung fiel mit 10 280 Menschen jedoch 2002 nicht so hoch aus wie ein Jahr zuvor mit 11 700 Menschen. Dafür hat sich aber das Geburtendefizit leicht erhöht. Etwa 17 000 Kinder wurden 2002 geboren, 344 weniger als im Jahr zuvor. Mit 26 000 Verstorbenen gab es im vergangenen Jahr 8900 mehr Sterbefälle als Geburten. Gegenüber 2001 hat sich die Zahl der Gestorbenen um 501 erhöht.
Bis auf Weimar und Eisenach verloren alle Landkreise und kreisfreien Städte einen Teil ihrer Bevölkerung. Die höchsten prozentualen Rückgänge wurden für die kreisfreien Städte Suhl (-2,6 Prozent) und Gera (-1,7 Prozent) registriert. Der Landkreis Altenburger Land hat 1,4 Prozent weniger Menschen.

www.tlz.de

21.06.2003
Torgau: Wohnungsbaugenossenschaft zog Bilanz
Der Vorstand der Wohnungsbaugenossenschaft (WBG) Torgau zog Mittwochabend vor der Vertreterversammlung Bilanz über das Jahr 2002. Vorsitzender Ulrich Niekler erklärte den Anwesenden die Schwierigkeiten, mit denen derzeit auch die WBG zu kämpfen hat.
Das wirkt sich unter anderem auch im derzeitigen Leerstand von Wohnungen aus. Insgesamt hat die WBG einen Leerstand von 6,7 Prozent zu verzeichnen, der auch seit einiger Zeit konstant bleibt. Der Sachsendurchschnitt liegt bei 13,5 Prozent. Nimmt man allerdings die einzelnen Wohngebiete der WBG unter die Lupe, so ist allein in Nordwest ein Leerstand von zirka 15 Prozent zu verzeichnen, in Dommitzsch null Prozent.
Der Trend des Leerstandes wird sich allerdings vergrößern, wenn man bedenkt, dass Torgau in den nächsten Jahren etwa bis auf 18 000 Einwohner schrumpfen wird. Um den Mietausfall bzw. die Verluste abzufangen, erwägt man in der Genossenschaft beispielsweise die 5. Etagen stillzulegen, wie das schon im Lerchenweg praktiziert wurde. Diese Räume könnten den Mietern als Bodenräume zur Verfügung gestellt werden.
Man denkt auch an Rückbau der 5., 4. oder teilweise der 3. Etagen nach. Alte unsanierte Gebäude könnten abgerissen werden. Das wird sich allerdings über Jahre hinstrecken und wird über das Städteumbauprogramm realisiert.

www.hier-leben.de

21.06.2003
Kronskamp: Wohnungsgesellschaft gibt drei Blöcke auf
Alle notwendigen Zustimmungen für den Abriss von drei Blöcken der Laager Wohnungsgesellschaft (LWG) in Kronskamp liegen jetzt vor, darüber informierte Bürgermeister Uwe Heinze. LWG-Geschäftsführer, Karl-Heinz Schwarz, präzisiert: die baurechtliche Genehmigung, die Zustimmung des Bundesvermögensamtes, das einst an die Stadt verkaufte, und die Zusage des Landesförderinstitutes. Das gibt 600 000 Euro für den Abriss der Blöcke Nummer 59 bis 73 mit 150 Wohnungen. "Da es doch eine größere Maßnahme ist, beginnen jetzt die ingenieurtechnischen Vorbereitungen, dann kommt die Ausschreibung", kündigt Schwarz an. Gespannt ist er, in welchem finanziellen Rahmen sich die Angebote bewegen werden. "Wir haben unseren Verwalter, die Bützower Wohnungsgesellschaft, beauftragt, sich im Süden, dort, wo der Abriss schon gelaufen ist, darüber zu informieren, wie die Angelegenheit am kostengünstigsten hinzubekommen ist", lässt der LWG-Geschäftsführer wissen. Der Abriss soll in diesem Jahr erfolgen. '
 

21.06.2003
Artern: Genossenschaft will 102 Wohnungen abreißen
Als die Wende kam, führten die Wohnungsgesellschaften ellenlange Wartelisten. Inzwischen bleiben an vielen der einst heiß begehrten Neubauwohnungen die Fenster schwarz. Auch bei der Arterner Wohnungsbaugenossenschaft AWG drücken knapp 100 leere Wohnungen aufs Budget. Hier denkt man inzwischen laut über Abriss nach. Bereits im vergangenen Jahr stellte Artern bei der Erarbeitung seines Entwicklungskonzepts für das Förderprogramm "Stadtumbau Ost" fest, dass man auf 200 Wohnungen dauerhaft verzichten könnte. Dieses Abrissvolumen sollen sich die städtische Wohnungsgesellschaft Aratora und die AWG teilen. Letztere würde gern 102 Wohnungen vom Markt nehmen - allesamt im erst zur Wendezeit fertig gestellten Neubaugebiet Königstuhl. Dafür gibt es mittlerweile schon recht konkrete Pläne, wie AWG-Geschäftsführer Stefan Albe gegenüber dieser Zeitung erklärte. So ist der Wohnblock Goethestraße 4 bis 6 nicht mal mehr zur Hälfte belegt und damit ein klarer Abrisskandidat. Auch der Block Schwedenstraße 1 bis 3 soll komplett verschwinden. Weitere 36 Wohnungen will die AWG zurückbauen, indem sie von Fünfgeschossern in der Goethe- und Schwedenstraße die beiden obersten Etagen abtragen lässt. Der Beginn dieser Maßnahmen ist momentan für das Jahr 2006 ins Auge gefasst. "Aber vielleicht müssen wir darüber nachdenken, ob man sie nicht noch etwas vorzieht", meinte Albe. Immerhin könne heute noch niemand sagen, wie es in drei Jahren um die Fördermittel für den Stadtumbau bestellt ist. Ohnehin gebe es bei den Abriss-plänen zwei noch ungeklärte Finanzierungsfragen: einmal die der Abrisskosten selbst, zum anderen die der Altschulden von knapp 128 Euro je Quadratmeter, die das Unternehmen weiter belasten, wenn die Wohnungen schon gar nicht mehr existieren. Erlassen werden sie momentan nur Vermietern mit mehr als 15 Prozent Leerstand - bei der AWG beträgt er knapp 11 Prozent. Mit dem Abtragen von Etagen wird man wohl noch "abwarten, wie es Ende des Jahrzehnts aussieht", so Albe. Denn wenn man attraktive Dachlösungen gestalte, müssten sicher auch die darunter liegenden Wohnungen modernisiert werden. Auf jeden Fall wolle man die von Abriss betroffenen Mieter bei der Genossenschaft halten und sich bei den Umzugsmodalitäten sehr kulant zeigen
www.thueringer-allgemeine.de

20.06.2003
Sömmerda: Fusion geplant
Die Wohnungsbaugenossenschaften Sömmerda und Kölleda bereiten ihre Verschmelzung vor. In der Vertreterversammlung der Sömmerdaer Genossenschaft wurden Vorstand und Aufsichtsrat in dieser Woche damit beauftragt, die Fusion zu prüfen und notwendige Schritte vorzubereiten. Gleichzeitig wurde ein neuer Aufsichtsrat gewählt.
Mit der komplexen Modernisierung von 31 Wohnungen verbesserten sich im Jahr 2002 die Wohn- und Wohnumfeldbedingungen für weitere Mieter der Genossenschaft in Sömmerda, die damit auch den zunehmenden Leerständen entgegenwirken will. Im Jahr 2003 wurden insgesamt 1,2 Millionen Euro für die Instandhaltung und über 1,5 Millionen Euro für Modernisierungsmaßnahmen eingesetzt.
Trotz verschlechterter Rahmenbedingungen bieten die wirtschaftlichen Verhältnisse der Wohnungsbaugenossenschaft eine gute Voraussetzung für die Aufgaben der Folgejahre, wurde eingeschätzt. Vorstand und Aufsichtsrat erhielten für das Geschäftsjahr 2002 die Entlastung. Zuvor hatte der Vorstandsvorsitzende Manfred Hölzer ausführlich über die Entwicklung der Sömmerdaer Genossenschaft berichtet.

www.thueringer-allgemeine.de

20.06.2003
Ein leeres Land mit leeren Wohnungen
„Die Demografie ist eine Zeitbombe, die die Politik seit Jahren zu verdrängen scheint“, sagt Joachim Wege, Direktor des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen. 43 000 Menschen zogen 2001 weg aus Mecklenburg-Vorpommern, nur 31 500 kamen her. Bis 2020 wird die Einwohnerzahl von jetzt 1,76 Millionen auf 1,51 Millionen sinken.
Vor allem junge Leute zwischen 15 und 25 Jahren verlassen das Land, das ihnen keine Perspektiven bietet. „Die Wohnungswirtschaft ist unmittelbar betroffen“, räumt Wege ein, dessen Verband mit Leerstand und Mietausfällen zu kämpfen hat. 13 Prozent der Wohnungen in M-V stehen leer. „Die Leerstandsquote unserer 167 Mitgliedsunternehmen, die ein Drittel aller Wohnungen im Land bewirtschaften, liegt leicht darunter, bei 10,8 Prozent“, erklärt der Verbandsdirektor. Höchstwerte gäbe es in Schwerin, Wismar und Parchim mit 14 Prozent Leerstand, wogegen in Nordwestmecklenburg und Vorpommern Quoten von sechs Prozent erreicht würden. Gründe seien vor allem die Wirtschaftsflaute, Abwanderung und starker Neubau in den Nachwendezeit.
Inzwischen ist der Wohnungsneubau rückläufig. Wurden 1997 noch 16 900 Wohnungen neu errichtet, hat sich die Zahl binnen fünf Jahren halbiert. 2002 waren es noch 8600 Wohnungen, größtenteils in Ein- und Zweifamilienhäusern. 2002 wurden nur noch 8000 neue Wohnungen genehmigt, 19 Prozent weniger als im Vorjahr.
Die Mitgliedsfirmen in M-V haben frühzeitig auf Bestandserhaltung und Modernisierung gesetzt. Von den 285 Millionen Euro Gesamtinvestition 2002 flossen 85 Prozent in diese Bereiche, um die Vermietbarkeit der Wohnungen zu verbessern.
Um die Leerstände abzubauen und ganze Stadtviertel wieder attraktiver zu machen, müssten Wohnblöcke zurückgebaut und aufgewertet werden. „Wir unterstützen das von der Bundesregierung aufgelegte Programm: Stadtumbau Ost“, betont Wege. Aus diesem Programm entfallen in diesem Jahr 26,3 Millionen Euro auf Mecklenburg-Vorpommern. „Abriss ist aber kein Allheilmittel“, räumt der Verbandschef ein. 2002 haben die Verbandsunternehmen in M-V 950 eigene Wohnungen vom Markt genommen. In den nächsten Jahren planen 35 Mitgliedsunternehmen im Nordosten den Abriss von weiteren 120 Gebäuden mit 3400 Wohnungen – insgesamt 174 000 Quadratmeter Wohnfläche.

www.OSTSEE-ZEITUNG.DE

20.06.2003
Der Kampf um die Mieter beginnt
Vermieter schlagen Alarm: leeres Land, leere Wohnungen, MV als demografische Zeitbombe, jährliche Mietausfälle von 100 Millionen Euro. Ein Kampf um Mieter steht bevor. Jene können zwar auf sinkende Preise hoffen; doch der Branche droht der Kollaps.
Der Chef norddeutscher Wohnungsunternehmen, Joachim Wege, warnte gestern auf dem Verbandstag in Warnemünde: Die Leerstandsrate steige jährlich weiter, derzeit sollen 3400 Wohnungen abgerissen werden. Das sei aber kein Allheilmittel, räumte Wege ein. Stadtviertel müssten parallel dazu entwickelt und aufgewertet werden, um Einwohner zu halten. Nicht die Wohnungen seien Schuld an der Abwanderung. Die Leute zögen der Arbeit hinterher. "Die Demografie ist eine Zeitbombe, doch die Politik hört sie nicht ticken." Der Immobilienbranche stehe somit ein regelrechter Kampf um Mieter bevor.
Zwar liegt der Leerstand in MV mit 13 noch deutlich unter dem Ost-Durchschnitt von 18 Prozent, doch Abwanderung und Geburtenrückgang sorgen für düstere Prognosen. Und: Diese doppelte Dynamik sei kaum mehr zu stoppen, so der Rostocker Demograph Reiner Dinkel. Schon jetzt kündigten 70 bis 80 Prozent der Schulabgänger an, das Land verlassen zu wollen.
Auch Investitionen stünden laut Wege auf dem Prüfstand: Diese rechneten sich nur, wenn eine Wohnung langfristig vermietet werden kann. Er regte eine Altschuldenbefreiung für Abrisswohnungen im Osten an und wandte sich gegen staatliche Förderung von Neubauten.
Landesbauminister Helmut Holter (PDS) forderte von der Bundesregierung die versprochene Initiative "Kommunale Infrastruktur Ost", um finanziellen Handlungsraum zu schaffen.
Die 319 Unternehmen im Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) bewirtschaften etwa 780 000 Wohnungen in Hamburg, Schleswig-Holstein und MV. In die 314 000 VNW-Wohnungen im Land wurden seit der Wende 7,7 Milliarden Euro investiert, 80 Prozent ganz oder teilweise modernisiert.

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18.06.2003
Zwickau: 23500 Zwickauer weniger
Immer mehr Bürger kehren Zwickau den Rücken: Im Jahr 2001 waren es 3881. Demgegenüber vermeldet das Amt für Statistik 3215 Personen, die sich im gleichen Jahr in der Stadt niedergelassen haben. Und: Seit 1990 ist die Einwohnerzahl um 18,7 Prozent gesunken. Demnach leben heute 23.500 Menschen weniger in Zwickau als vor 13 Jahren. Sachsen selbst hat in der gleichen Zeitspanne neun Prozent der Bevölkerung verloren.
In Zwickau ist die Einwohnerzahl seit Ende 1990 von 123.641 Bürgern auf 100.500 zu Beginn dieses Jahres zurückgegangen. Auch die Eingemeindungen von Cainsdorf, Mosel, Schlunzig, Oberrothenbach, Mosel, Hüttelsgrün und der Freiheitssiedlung halfen der Stadt nur wenig: Sie wuchs damit nur um 6500 Einwohner. Dafür hat sich Zwickaus Fläche zuletzt fast verdoppelt: von 57 auf 103 Quadratkilometer. Hält der Abwanderungstrend an, werden 2015 lediglich noch 88.000 Menschen in Zwickau leben. Wie jüngste Umfragen gezeigt haben, verlässt allerdings kaum ein Sachse seine Heimat, weil diese ihm etwa nicht gefalle. Die Menschen gehen vielmehr dorthin, wo sie auch Arbeit finden. Diese Entwicklung geht einher mit steigendem Wohnungsleerstand. So sind in Zwickau 14.00o Wohnungen verwaist. Um den Leerstand zu reduzieren, sollen in den nächsten Jahren 4000 Wohnungen abgerissen werden.
Mit dem Einwohnertrend und den Konsequenzen befasst sich ein Bürgerforum am Mittwoch nächster Woche, 18 Uhr, im Gasometer, zu dem die Stadt einlädt. Nach einem Vortrag von OB Dietmar Vettermann können die Bürger über all die Probleme aufgrund der schrumpfenden Stadt diskutieren. „Der Einwohnerverlust und die dramatische Finanzlage erfordern neue Konzepte und Strategien“, so Vettermann

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18.06.2003
Eisenach: Erster Plattenbau in Nord fällt

In Eisenach-Nord haben Arbeiter gestern, 10 Uhr, begonnen, den allerersten Platten-Wohnblock in der Stadt abzureißen. Es handelt sich um den Fünfgeschosser in der Ziegeleistraße 58 bis 64. Auch sein unmittelbarer Nachbar 50 bis 56 "wird niedergemacht", wie sich Baggerfahrer Jürgen Schulze ganz unsentimental ausdrückte. Kein Wunder, der Bauarbeiter aus Guthmannshausen bei Sömmerda, hat mit seiner Riesenschere schon mehr als vierzig Wohnblocks "pulverisiert", also ganze Häuser zerbröselt. Zum Beispiel in Erfurt, Mühlhausen und Sömmerda.
"Ende Juli wollen wir schon Gras ansäen." Bis dahin sollen die beiden Blocks (Baujahr 1979 mit insgesamt 80 Wohnungen) verschwunden sein, sagte Edgar Lautenbach. Er ist Vorstandsmitglied in der Allgemeinen Wohnungsbaugenossenschaft. Die AWG ist das erste Eisenacher Unternehmen, das Blockabrisse nicht nur plant, sondern in die Tat umsetzt. Allerdings wurde der bereits im Sommer vor drei (!) Jahren gefasste Entschluss zum Niederlegen der Blocks durch bürokratische Unstimmigkeiten vor allem auf Landes- und Bundesebene bis jetzt verzögert.
In Eisenach-Nord stehen laut AWG-Angaben von 3600 Wohnungen etwa 1000 leer.
Ob es bald weitere Abrisse geben kann, entscheidet sich möglicherweise am 1. Juli. "Da ist Verkündungstermin vor dem Oberlandesgericht in Jena", sagte Bürgermeister Christian Nielsen (CDU) gestern. Es geht um die so genannten Treuhand-Blöcke in Eisenach-Nord. Die Stadt Eisenach klagt darauf, sie in die SWG zurück kaufen zu dürfen, um sie abzureißen.

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18.06.2003
Crimmitschau: Mehrere Häuser müssen weichen
Die Stadträte im Technischen Ausschuss beschlossen auf ihrer jüngsten Sitzung den Rückbau mehrerer Objekte im Rahmen des Programms Stadtumbau Ost für das Jahr 2003 vorbehaltlich der Erteilung eines Zuwendungsbescheides durch die Sächsische Aufbaubank.
Hierbei handelt es sich vorrangig um mehrere Gebäude in der Friedrichstraße, der Glauchauer Landstraße, Unter den Weiden, der Werdauer sowie der Wiesenstraße. Zudem sollen Einzelobjekte in der Carthäuser Straße 30, der Kantstraße 6, der Kirschbergstraße 1, der Leipziger Straße 95, der Nischwitzer Straße 13 und der Zwickauer Straße 58 rückgebaut werden. Insgesamt zehn Gebäude befinden sich im Privatbesitz, bei acht Rückbauobjekten ist der Eigentümer die Crimmitschauer Wohnungsgesellschaft (CWG), bei einem Gebäude die Stadt Crimmitschau.
Wie von der Geschäftsbereichsleiterin für Bau der Stadtverwaltung, Anett Wihan, zu erfahren war, wurde ein Großteil der Eigentümer der Rückbauprojekte bereits über das Vorhaben informiert. Die Kommune hatte Ende 2002 einen Aufnahmeantrag zum Förderprogramm Stadtumbau für die Gebiete Südstadt, Nordstadt, Westbergstraße und Glauchauer Landstraße bei der Sächsischen Aufbaubank eingereicht. Grundlage hierzu bildete unter anderem der Beschluss des Stadtrates zur Abgrenzung von Stadtumbaugebieten vom 29. August des zurückliegenden Jahres
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15.06.2003
Kundiger Begleiter
Eine nachhaltige Stadtentwicklung ist das Ziel des Konzeptes, das 38 Kommunen in Thüringen im Rahmen des bundesweiten Programms "Stadtumbau Ost" erarbeitet haben. Dabei kommt es der Arbeitsgruppe "Begleitforschung" unter Federführung der Stadt Leinefelde zu, den Stadtumbauprozess zu begleiten, Empfehlungen abzuleiten und Erfahrungsaustausche der Städte untereinander zu organisieren. "Wir beobachten den Prozess auch deshalb so genau, um gegenüber dem Bund bei Bedarf den effizienten Einsatz der Fördergelder belegen zu können", so Hermann Sträb, der Beauftragte des Landes Thüringen für die Begleitforschung. Sträb nahm am Donnerstag in der Obereichsfeldhalle an der Jahreskonferenz der Arbeitsgruppe teil. Vertreter von Kommunen, der Wohnungswirtschaft und des Thüringer Innenministeriums werteten die Gutachten der Stadtumbaukonzepte aus und stellten ein so genanntes Monitoringkonzept vor.
Experten aus vier Fachdisziplinen - Stadtplanung (federführend), Wohnungswirtschaft, Sozialplanung, Infrastruktur - hatten im Vorfeld die Konzepte unter die Lupe genommen. Ein am Donnerstag mitgeteiltes Fazit: Es gebe gewisse Zweifel, ob der in den Konzepten geplante Rückbau von Wohnungen ausreicht, um das Leerstandsproblem in den Griff zu bekommen. Wohnungsabriss ist eine der Maßnahmen der nachhaltigen Stadtentwicklung und betrifft längst nicht nur - wie im Fall Leinefelde - den Plattenbau.
In dem bei der Tagung besprochenen Monitoringkonzept geht es um die Erfassung der Entwicklungsdaten der Kommunen. Die Arbeitsgruppe will mit Blick auf nötige Entscheidungen auf zeitnahe Daten zurückgreifen können.
Stellvertretend für alle 44 in das Forschungsprogramm aufgenommenen Kommunen hat Leinefelde im Namen des Innenministeriums die Regie bei der Begleitforschung übernommen. Die Stadt, so Sträb, sei deutschlandweit im Themenfeld der nachhaltigen Entwicklung führend.

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14.06.2003
Parchim: Stadt gibt Fördermittel für Städtebau zurück
I
n diesen Tagen wird die Stadt Parchim Städtebaufördermittel in Höhe von 557000 zurückgeben.
"Ich bin nicht gerade glücklich darüber, dass wir uns von dem Geld, das eigentlich dringend in der heimischen Wirtschaft gebraucht wird, trennen müssen. Doch noch größer wäre das Desaster, wenn es in einigen Jahren samt Zinsen von uns zurückfordert wird, weil es nicht zweckentsprechend eingesetzt wurde", sagt Bürgermeister Bernd Rolly.
Jeder Förder-Euro muss zwingend projektgebunden verwendet werden, also nur für die Maßnahme, für die er einmal beantragt wurde.
Doch was einst an Vorhaben - auf einer mittelfristigen Finanzplanung basierend - noch möglich erschien, ist unter den heutigen Gegebennheiten in einigen Fällen nicht mehr realisierbar. Es fehlt ganz einfach das Geld in der Kasse, um das nötige Eigenkapital aufbringen zu können. Und die Situation wird immer drastischer. So sieht sich die Stadt u. a. mit massiven Einbrüchen bei der Gewerbesteuer als auch bei der Einkommenssteuer konfrontiert: Allein im ersten Quartal dieses Jahres machte die Zuweisung des Einkommenssteueranteils 56000 Euro weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Einnahmeverluste in Größenordnungen müssen auch die Wohnungsunternehmen aufgrund des Leerstands verkraften. Außerdem so Rolly, stehe man im Zusammenhang mit der Bündelung der Städtebauförderprogramme ohnehin vor einer Neudefinition der Ziele bei der Umgestaltung von Plattenbaugebieten.

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14.06.2003
Marktbereinigung durch Abriss?
Der Deutsche Mieterbund hat auf seinem 60. Mietertag in Erfurt für intelligente Lösungen beim Stadtumbau plädiert. Doch leider fehlt mal wieder das Geld.
Der deutsche Mieterbund spricht sich für differenzierte Lösungen beim Stadtumbau aus. Zwischen den Problemen von Ballungsräumen wie München und von Einwohnerschwund gebeutelten ostdeutschen Kommunen lägen Welten, sagte Mieterbund-Präsidentin Anke Fuchs gestern in Erfurt. Zum Rückbau-Problem sagte Fuchs, es dürfe dabei nicht darum gehen, den Abriss als Mittel der Marktbereinigung zu nutzen. Vielmehr müsse es um »mehr Stadt« gehen. Dazu gehörten auch Lösungen für eine kindergerechte Umwelt. Vor allem aber bedürfe es vernünftiger kommunaler Konzepte – aber gerade die fehlten.
Fuchs beklagte, dass die für den Stadtumbau vorgesehenen Bundesmittel nicht im erforderlichen Umfang zur Verfügung stünden. Gerade jetzt werde das Geld aber benötigt, um die Stadtumbauprozesse einmal in Gang zu bringen. Die Mieterbundpräsidentin plädierte deshalb für eine Zwischenfinanzierung. Höchst ärgerlich ist aus ihrer Sicht auch, dass bisher noch nicht einmal die Verwaltungsvorschrift für den Fluss der Gelder zwischen Bund und Ländern abgeschlossen sei. Auch deshalb seien die Mittel derzeit noch blockiert.
Thüringens Mieterbundchef Thomas Damm nannte Zahlen: Für den Freistaat seien 147 Millionen Euro Stadtumbau-Mittel vorgesehen – bisher sei aber noch nichts geschehen. Auch die stellvertretende Vorsitzende des Mieterbundes, Ellen Schultz, sieht schwarz bezüglich der Bundesmittel. Diese könnten vielfach nicht fließen, weil den Wohnungsgesellschaften und Kommunen das Geld zur Gegenfinanzierung fehle.
In der von Bauwirtschaft, Banken und Bausparkassen angezettelten »Schlusslichtdebatte«, der zufolge Deutschland beim Wohnungsneubau im europäischen Vergleich ganz hinten liegt, sieht der Mieterbund die rücksichtslose Vertretung von Eigeninteressen. In Deutschland würden derzeit keine 600000 neuen Wohnungen pro Jahr gebraucht, heißt es in einer Presseerklärung. Die Hälfte reiche aus wohnungspolitischer Sicht völlig aus. Fuchs hält es deshalb auch für nötig, Abschied von der Eigenheimzulage zu nehmen.

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13.06.2003
Stolpe kündigt Bundesgelder für Stadtumbau West an
Bundesbauminister Manfred Stolpe  will den Wohnungsleerstand auch in Westdeutschland abbauen. «Wir werden deshalb im nächsten Bundeshaushalt hierfür finanzielle Möglichkeiten bereithalten», sagte er am Freitag auf dem Deutschen Mietertag in Erfurt. Es gebe etwa im Emsland und im nördlichen Ruhrgebiet Leerstandsprobleme. Der Stadtumbau Ost werde trotz knapper Kassen beibehalten. Den Vorschlag des Mieterbunds nach einer Umwandlung der Eigenheimzulage will er prüfen. Das sei aber auch eine Geldfrage.
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13.06.2003
Salzgitter: Von Schmuckkästchen und Leerständen

"Salzgitter", sagt Ursula von der Leyen gleich am Anfang, "gilt für mich schon lange nicht mehr als eine Industrie-, sondern als eine Familienstadt." Damit gehört die Niedersächsische Ministerin für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit wohl zu den wenigen Auswärtigen, die sich der Stadt nicht mit einem Naserümpfen nähern.
Und fast scheint es so, dass sie ihren gestrigen Besuch in Salzgitter so inszenierte, dass dieser gute Eindruck lange erhalten bleibt. Denn schrittweise näherte sich die Politikerin den großen Problemen der Stadt, nahm zuvor im Mütterzentrum Bad und im gerade entstehenden Medienzentrum im Alten Dorf in Lebenstedt viele positive Eindrücke auf.
Salzgitter, berichtet Günter Klatt, Chef des Referats für Stadtentwicklung, blute in einigen Stadtteilen von innen aus. Während der Bau von Eigenheimen auf der grünen Wiese massiv gefördert werde, gebe es in den alten Siedlungen immer mehr Wohnungs-Leerstände, die bis zu 34 Prozent betragen. Beispielhaft seien der Fredenberg in Lebenstedt sowie die Ost- und Westsiedlung in Salzgitter-Bad.
Der Referatsleiter führt weiter aus, dass sich Salzgitter an dem Pilotprojekt "Stadtumbau West" beteilige. Im Rahmen dieses Projekts werde nach Lösungen gesucht, die alten, von Leerständen geprägten Quartiere attraktiver zu gestalten. Dabei sei es wichtig, die Mieter stark einzubeziehen. Denkbar sei, so Klatt, dass in ein paar Jahren einige Häuser abgerissen, in anderen Gebäuden dagegen die Grundrisse verändert würden. 72 000 Euro habe der Bund überwiesen, damit in Salzgitter ein Konzept erarbeitet werden kann.

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13.06.2003
Gotha: Vom Umbau der Stadt
Der Stadtumbau Ost ist mehr als ein wohnungswirtschaftliches Problem. Er ist auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, von deren Gelingen die Zukunft der ostdeutschen Städte abhängt. Davon ist Heike Backhaus, technischer Vorstand der Gothaer Wohnungsbaugenossenschaft (WBG), überzeugt.
Die Genossenschaft wird in den nächsten Wochen mit einem Pilotprojekt im Sinne der Gemeinschaftsaufgabe von Bund, Land, Stadt und WBG beginnen und den Wohnblock 8 bis 26 in der Fritzelsgasse sanieren. Die Stadt habe sich nun eindeutig zu diesem Vorhaben positioniert und stellt sogar Fördermittel dafür bereit, informierte Backhaus.
Für dieses Jahr sind jedoch nur tiefbautechnische Verlegungsarbeiten von Leitungen sowie eine Geländemodulierung geplant, erläutert Uwe Theuerkauf vom zuständigen Ingenieurbüro. Dabei müssen die Bauleute rund 1500 Kubikmeter Erde abtransportieren. Deshalb kommt es zeitweise zu Verkehrsbehinderungen in der Bürgeraue. Mit der Stadt, der Feuerwehr und den Rettungsdiensten sei alles besprochen.
Die Fritzelsgasse muss auf 1,5 Meter Breite aufgerissen werden, um die Leitungen für Wasser und Abwasser, Fernwärme, Elektrik, Gas und Telefon verlegen zu können.
Der Umbau selbst soll nächstes Jahr beginnen. Dabei entsteht auch ein Parkdeck mit zwei Ebenen und 36 Stellplätzen. Vier Bäume werden in Abstimmung mit dem Grünamt versetzt, die große Kastanie jedoch bleibt stehen. "Nur attraktive Städte mit hoher Wohn- und Lebensqualität sichern ein gutes soziales Zusammenleben und bieten potenziellen Investoren die nötigen Anreize", sagt Heike Backhaus.

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11.06.2003
Oer-Erkenschwick: Kleiner ist feiner
221 Wohnungen, angeordnet in drei Häuserblocks, die höchsten Gebäude überragen die Stadt um das dreifache, wenige Schritte vom Zentrum entfernt. Die Gegend ist sozialer Brennpunkt. Ab Oktober wird sie umgekrempelt - inklusive der Mieterschaft.
In drei Jahren soll die Siedlung in frischem Weiß erstrahlen. Vor allem aber: Filetiert. Auf die drei höchsten Häuser wartet die Abrissbirne, alle anderen werden auf höchstens drei Stockwerke gestutzt und mit einem Penthouse gekrönt. Geordneter Teilrückbau heißt das in der Fachsprache. Ein Projekt beim "Stadtumbau West". 120 Wohnungen sollen übrig bleiben. "Je weniger, je besser", sagt Jörg Bernau, Kundebetreuer der Vestisch-Märkischen Wohnungsbaugesellschaft (VMW). Er steht am obersten Treppengeländer in der zwölften Etage der Halluinstraße 4 und blickt auf die Siedlung. "1975, Original", sagt Bernau, wie jemand der an einem Gebrauchtwagen wenigstens etwas Gutes hervorheben will. Unter sich Fassaden mit verblassten Farben an kastenförmigen Flachdach-Konstrukten. Hinter den Fenstern gähnt vielfach schwarze Leere.
"Die Siedlung war von Anfang an ein Fremdkörper" erinnert sich Bernd Immor, technischer Beigeordneter der Stadt: Klein im Vergleich mit wirklichen Trabantenstädten, aber für Oer-Erkenschwick selbst in den wirtschaftlich noch relativ prosperierenden 70-er Jahren "schon zu groß geplant".
Abreißen ging aber nicht, wegen der Sozialbindung, sagt Immor. Der Bau war öffentlich gefördert. Und die Mieter wurden zunehmend öffentlich hinein befördert. Bis gar nichts mehr passte, 17 Nationen, vor allem aus Ost-Europa, auf engstem Raum hausten, mit statistisch 2,6 Kindern je Wohnung.
"Das ist ein Ghetto", sagt Jörg Bernau, der vor neun Jahren als Hausmeister in der Siedlung angefangen hat. Was der 36-Jährige seitdem erlebte, gibt er mit einem Kopfschütteln wieder: "Da wurde Müll aus Fenstern auf die Wiesen zwischen den Häusern geschmissen", erinnert sich Bernau; Kinder und Jugendliche streunten durch die Gegend, reagierten sich ab an Fluren und Fassaden, keiner kümmerte sich um den anderen - "Hochhaus-Mentalität eben", sagt Bernau.
Hinzu kam, dass die Siedlung kaum mehr wirtschaftlich zu betreiben war: Mit "mindestens 70 Rohrbrüchen" hatte Bernau zu kämpfen. "Und die Heizung", sagt er, "ist total hinüber". Daher wurde schon vor zwei Jahren überlegt, was man ändern könnte. Die Pläne scheiterten am Geld - bis das Bundesbauministerium Pilotkommunen für den "Stadtumbau West" suchte. Dakonnte die VMW sofort ein Konzept aus der Schublade ziehen.
Denn Oer-Erkenschwick steht besser da, als andere in NRW: Während etwa Essen in den kommenden zwölf Jahren zwischen 80 und 83 000 Einwohner verlieren wird - so prophezeien es die Demografen - hat die frühere Bergbaustadt am Nord-Rand des Reviers mit ihren zurzeit 32 000 Einwohnern stets von der Stadtflucht profitiert und seit 1991 gut 5000 Einwohner gewonnen. Während sich in anderen 70-er-Jahre Siedlungen - in Marl, Dortmund oder Mönchengladbach - ähnlicher Wohnraum selbst zum Sonderangebot kaum noch vermieten lässt, war die Halluinstraße stets ausgebucht.
Mittlerweile sind 106 Wohnungen leer, deren Mieter auf andere Siedlungen verteilt. Das soll so bleiben, damit die Extremfälle "nicht mehr so konzentriert sind", sagt Jörg Achim Schwenzfeier, Geschäftsführer der VMW. Alle müssen ´raus, weil der Umbau zu gefährlich ist. Zurückkommen soll nicht mehr jeder: "40 Mietparteien wollen wir auf jeden Fall halten", sagt Schwenzfeier.

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11.06.2003
Lobenstein: Leere Wohnungen bereiten Wohnbau Lobenstein Sorgen
"Etwa 200 Wohnungen stehen zur Zeit leer. Und in der nächsten Zeit werden es eher mehr als weniger", befürchtet Dr. Bernd Müller, Geschäftsführer der Wohnbau Lobenstein. Als Grund nennt er die sinkende Einwohnerzahl und verweist auf ein Stadtentwicklungskonzept, das im Lobensteiner Rathaus vorliegt. Eine Sachverständige aus Gera hat errechnet, dass bis zum Jahr 2010 es etwa 250 Haushalte weniger in Lobenstein geben wird, die gegenwärtig Mieter der Wohnbau sind. Sollten sich die Prognosen bewahrheiten, dann hätte in sieben Jahren allein die Wohnbau einen Leerstand von 450 Wohnungen. "Zur Existenzsicherung unseres Unternehmens wurde ein Konzept erarbeitet", führte der Geschäftsführer aus. Dieses sehe vor, die Hälfte dieser 450 Wohnungen zu beseitigen. Das bedeute den Abriss von Blöcken. Es gebe aber bisher noch keine Festlegungen, welcher der erste sein wird.
Die ersten Blöcke entleeren sich von selbst. So sind zum Beispiel an vielen Fenstern von Wohnungen im Unterlemnitzer Weg schon keine Gardinen mehr zu sehen. "Es werden auch sanierte Blöcke dabei sein", gestand Dr. Müller ein. Als kleines Trostpflaster solle es mit dem Abriss auch eine Regelung bei der Altschuldenproblematik geben. Die Wohnbau würde von einem Teil ihres Kapitaldienstes befreit.
Für den Stadtumbau Ost hat die Bundesregierung ein eigenes Programm aufgelegt. Mit diesem fördert es den Abriss von Wohnblöcken in den neuen Bundesländern. Über die Verwendung der Fläche nach dem Abriss gebe es noch keine Festlegungen. Doch es sei denkbar, dass hier Eigenheime oder Reihenhäuser entstehen.
Bei der Privatisierung von Wohnungen hat das Unternehmen, deren Gesellschafter die Städte Lobenstein, Wurzbach und Lehesten sind, gute Ergebnisse erreicht. Nach Auskunft des Geschäftsführers sollen im Birkenweg weitere Wohnungen privatisiert werden. Noch kein Termin könne für den Beginn der Sanierung von zwei Blöcken am Oßlaberg in Wurzbach gemacht werden. Der Antrag auf Fördermittel sei bereits im Januar 2001 gestellt worden.

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11.06.2003
Trotz Abriss weiter hoher Leerstand
Rund 120 000 Wohnungen in Thüringen stehen zurzeit leer – der gezielte Abriss soll das Überangebot begrenzen. Doch die Finanzierung des so genannten Rückbaus sorgt für Streit. Bis zum Jahr 2010 können nach Angaben von Thüringens Innenstaatssekretär Manfred Scherer  mit dem Förderprogramm der Bundesregierung zum Stadtumbau Ost im Freistaat lediglich etwa 45 000 bis 50 000 Wohnungen verschwinden: „Das reicht aber nicht“, kritisierte Scherer gestern.
Angesichts des vorhergesagten Bevölkerungsrückgangs stehe Thüringen bei diesem Tempo in sieben Jahren vor der gleichen Situation wie heute mit 120 000 leeren Wohnungen.
„Es war nie das Ziel, alle leer stehenden Wohnungen abzureißen“, hält dem die Staatssekretärin im Bundesbauministerium, Iris Gleicke entgegen. So solle lediglich etwa ein Drittel der Wohnungen tatsächlich abgerissen werden, sagte sie. Auch mit anderen Maßnahmen könne die Zahl der ungenutzen Quartiere verringert werden, etwa indem aus zwei kleinen eine größere Wohnung werde.
Für Streit sorgt die Verteilung der Milliarden-Kosten des Stadtumbau-Programms. Bislang teilen sich Bund, Länder und Kommunen zu jeweils einem Drittel die Finanzierung. Ein Absenken der kommunalen Anteils scheiterte am Widerstand des Bundesfinanzministeriums.
Die Kommunen können laut Gleicke dennoch mit mehr Fördergeldern rechnen. So sei die bisher geltende Begrenzung, dass nur bis zu 50 Prozent der Stadtumbau-Gelder für den Abriss eingesetzt werden dürfen, wegggefallen. Für Projekte der Stadt-Modernisierung gebe es jetzt zusätzliche Mittel aus dem Sonderprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).
Mit einer gemeinsamen Bundesratsinitiative mit Sachsen will Thüringen laut Scherer auch die so genannte Abrisskündigung in das Mietrecht aufnehmen. Damit sollen die Wohnungsunternehmen schneller die Chance erhalten, ihre auch leer noch kostspieligen Bauten abzureißen.

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08.06.2003
Thüringen will bei Geld für Stadtumbau nicht kürzen
Thüringen will nach Angaben von Innenstaatssekretär Manfred Scherer trotz der äußerst angespannten Haushaltslage beim Geld für Stadtumbau-Projekte nicht sparen. Das Bund-Länder-Programm »Stadtumbau Ost« würde weiter anteilig aus der Landeskasse finanziert, sagte er am Samstag in Erfurt. Erstmals 2002 sei in Thüringen der Wohnungsleerstand im Freistaat nicht weiter angestiegen.
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07.06.2003
Stadtumbau geht Mietern zu langsam
Der Stadtumbau Ost geht dem Mieterbund in Thüringen nicht schnell genug voran. "Die Menschen in Ostdeutschland haben den Eindruck, dass trotz vieler Ankündigungen nichts passiert oder nicht schnell genug gehandelt wird", sagte der Landesvorsitzende des Mieterbundes, Thomas Damm. Der Abriss von nicht mehr benötigtem Wohnraum und die Neugestaltung von Innenstadtbereichen ist eines der dominierenden Themen beim Deutschen Mietertag, der nächste Woche in Erfurt stattfindet.
Damm warnte davor, dass der Stadtumbau an der Zahlungsunfähigkeit von Ländern oder Kommunen scheitern könnte. Er verlangte Erleichterungen und mehr Flexibilität, falls der bisher vorgesehene 50-Prozent-Anteil der Länder in der Praxis den Stadtumbau blockiere oder verhindere.
Ein klares Nein sagte Damm zu den von einigen ostdeutschen Ländern, darunter auch Thüringen, ins Gespräch gebrachten Abrisskündigungen. Eine solche Vorgehensweise verlangen auch die Wohnungsunternehmen.
Die größten Probleme für die Mieter in Thüringen sind derzeit die Abrechnungen der kalten und warmen Betriebskosten. Nach Angaben von Damm kommen in einigen Mietervereinen fast die Hälfte der Mieter deshalb in die Beratungsprechstunde. Schwierigkeiten gibt es, so Damm in der Mieterzeitung, auch mit der Rückzahlung der Kaution, wenn die Mieter ausziehen.

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07.06.2003
EU-Gelder auch für den Abriss
Gute Nachricht für ostdeutsche Kommunen: Sie können künftig beim Abriss leer stehender Wohnungen auf europäische Fördergelder zurückgreifen. Unter bestimmten Bedingungen seien die EU- Regionalhilfen für diesen Zweck verwendbar, teilte EU-Regionalkommissar Michel Barnier mit. Voraussetzung dafür sei, dass alle 15 EU-Mitgliedstaaten das Geld zum Wohnungsabriss verwenden könnten, nicht nur Ostdeutschland.
Dabei geht es um einen großen Topf: Von 2000 bis 2006 fließen aus Brüssel rund 20 Milliarden Euro Regionalfördergelder nach Ostdeutschland. Mit diesen so genannten Strukturfonds will die EU die wirtschaftliche Kluft zwischen reichen und armen Regionen in Europa verringern. Die Regionen können bisher mit dem EU-Geld Schulen und Straßen bauen, kleinen Firmen unter die Arme greifen, Arbeitsplätze schaffen oder Umweltprojekte fördern. Künftig wäre auch der Abriss alter Wohnhäuser förderfähig. Der Magdeburger EU-Abgeordnete Ulrich Stockmann (SPD) hatte in einem Brief an Barnier auf den Bevölkerungsrückgang und die rund 1,3 Millionen leer stehenden Wohnungen in Ostdeutschland hingewiesen. In Sachsen-Anhalt betreffe das fast ein Viertel aller Wohneinheiten, schrieb Stockmann. Die Sanierung, der Abriss und die Demontage von Gas- und Wasserleitungen treibe Kommunen und Wohnungsunternehmen in den Ruin.
Auch in Thüringen ist der Stadtumbau in vollem Gange. Die EU-Gelder können gut verwendet werden, denn schon jetzt sind sämtliche Förderprogramme überbucht. Allein in Thüringen sollen in diesem Jahr etwa 5000 Wohnungen abgerissen werden. Ziel des Stadtumbaus ist es, Wohngebiete attraktiver zu machen und Innenstädte aufzuwerten.

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06.06.2003
Die Lausitz immer dünner besiedelt
182 000 Einwohner weniger wird Brandenburg nach der neuesten Prognose im Jahr 2020 haben. Fast die Hälfte dieses Verlustes, nämlich knapp 83 000, steuern die Stadt Cottbus sowie die Kreise Elbe-Elster (EE), Oberspreewald-Lausitz (OSL) und Spree-Neiße (SPN) bei. Im Raum Lausitz-Spreewald, der einer von fünf Planungsregionen ist und zu dem neben Cottbus und den genannten Kreisen noch der Landkreis Dahme-Spreewald gehört, wird die Tendenz des Wachsens und Ausblutens in Brandenburg besonders deutlich.
Während die Regionen rund um die Bundeshauptstadt durch Zuwanderungen sogar um 63 000 Einwohner wachsen, müssen die Gebiete ferner von Berlin einen Bevölkerungsschwund von insgesamt 244 000 Menschen befürchten. Besonders hart betroffen ist der OSL-Kreis. Er verliert aller Voraussicht nach in diesem Zeitraum knapp 26 000 Menschen. Cottbus schrumpft von 106 000 Einwohnern im Jahr 2001 weit unter die Großstadtgrenze (100 000 Einwohner). 87 500 sagen die Experten für das Jahr 2020 voraus. Damit bleibt Cottbus zwar zweitgrößte Stadt in Brandenburg nach Potsdam, das weiter anwächst, wird aber mehr an Einwohnern verlieren als die anderen kreisfreien Städte Brandenburg an der Havel und Frankfurt (Oder).
Hauptgrund ist ein anhaltender Trend zur kinderlosen oder Ein-Kind-Familie. Zwar ist der Tiefpunkt aus dem Jahr 1993 überwunden, als in Brandenburg die Geburtenrate bei 737 Kindern je 1000 Frauen lag, die Kinderwünsche bleiben dennoch beträchtlich hinter der Vorwende-Zeit zurück. Die Zahl der Geburten Brandenburger Frauen lag 1989 bei 1531 Kindern je 1000 Frauen. Im Jahr 2020 rechnen die Statistiker mit 1300 Geburten. Der Ersatz der Elterngeneration wäre aus brandenburgischem Kindersegen damit nur zu zwei Dritteln gewährleistet.
Bei rückläufiger Bevölkerungszahl und höherer Lebenserwartung leben künftig immer mehr «graue Panther» in der Region. Der Lausitzer Lebensbaum gleicht zunehmend einer Kiefer, dem Baum, der hier zu Lande die karge Landschaft symbolisiert: Wenig Kinder bilden den schlanken Stamm, viele alte Menschen eine große Krone. Die Cottbuser, so die Prognose, sind im Jahre 2020 im Durchschnitt 47,3 Jahre alt. Im Jahr 2001 waren sie noch 5,7 Jahre jünger. Am «ältesten» wird der Kreis Oberspreewald-Lausitz mit durchschnittlich 49,1 Jahren (plus 6,1), dicht gefolgt von Spree-Neiße mit 49 Jahren (plus 6,9) und der Region Elbe-Elster mit 48,9 Jahren (plus 6,2).
Die Prognosen weisen für Städte außerhalb des Speckgürtels von Berlin teils heftige Verluste aus. Besonders betroffen sind Senftenberg, Guben und Lauchhammer.
Senftenberg, das einstige Herz der ostdeutschen Braunkohleindustrie, verliert am deutlichsten an Einwohnern, nämlich über 6000. Guben schrumpft um rund 5600, Lauchhammer um 4800 Personen. Auch in Finsterwalde, Forst und Spremberg werden künftig insgesamt knapp 11 000 Menschen weniger leben als heute.
Überall stehen den Geburten höhere Sterbezahlen gegenüber. Zudem verlassen in Guben, Senftenberg und Lauchhammer mehr Menschen die Städte, als neue hinzukommen. Hauptursache dürften fehlende Arbeitsmöglichkeiten sein, denn Cottbus, Guben, Senftenberg und Lauchhammer verlieren auffallend viele Personen im Alter von 15 bis 65 Jahren.
In Sachsen liegt die Bevölkerungsprognose bis in das Jahr 2020 noch nicht vor. Sie ist nach Auskunft des Statistischen Landesamtes Ende dieses Monats fertig. Blickt man auf die Voraussagen der Experten bis zum Jahre 2015, ist eine ähnliche Entwicklung im Freistaat ablesbar. Er verliert im Zeitraum zwischen 2002 und 2015 rund 215 000 Bewohner.
Der kreisfreien Stadt Hoyerswerda kehren die Menschen weiterhin den Rücken. Einst, mit dem damaligen Kombinat Schwarze Pumpe von 7000 Einwohnern in den 50-er Jahren auf über 75 000 Einwohner drei Jahrzehnte später explosionsartig angewachsen, schrumpft sie seit der Wende ständig. In diesem Jahr wird die Stadt an der Schwarzen Elster die 50 000-Einwohner-Grenze unterschreiten. Für 2015 rechnen die Experten mit 41 000 Einwohnern.
Jeweils etwas über 4000 Bewohner weniger werden die Landkreise Kamenz und der Niederschlesische Oberlausitzkreis mit der Stadt Weißwasser bis dahin haben. Vor allem die Anzahl der Frauen und Männer zwischen 20 und 50 Jahren verringert sich auffallend stark.

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05.06.2003
Jena: Der Schrumpfprozess trifft Jena nicht ganz so hart
Auch an Jena gehen die Probleme, welche die demografische Entwicklung in Thüringen mit sich bringt, nicht vorbei. Allerdings gehört die Stadt zu den guten Standorten im Freistaat, so dass die Auswirkungen nicht so dramatisch werden wie in anderen Ostthüringer Kommunen, so z.B. Altenburg, Greiz oder auch Gera."
Diese Prognose gab gestern Prof. Peter Sedlacek ab, als er seinen bevölkerungsgeografischen Atlas über "Die demografische Entwicklung in Thüringen" vorstellte. Der Inhaber des Universitäts-Lehrstuhls für Wirtschaftsgeografie und Regionalentwicklung sieht auf Thüringen schwierige Zeiten zu kommen: Eine stetig abnehmende Einwohnerschaft mit einem immer größer werden Anteil an Älteren. Bis 2050 wird die Bevölkerung von 2,478 Millionen (1997) auf 1,730 Millionen Einwohner geschrumpft sein. Der Anteil der über 65-Jährigen wird von 40 Prozent (1998) auf rund zwei Drittel steigen. Die deutlich zu niedrige Geburtenrate wird durch die Abwanderung von jungen und zum Teil hochqualifizierten Leuten verschärft.
"Verlierer sind die großen Städte", sagte Sedlacek. So reduzierte sich die Einwohnerschaft Lobedas innerhalb von fünf Jahren bis zum Jahr 2000 um ca. 7000 Leute, und man ist froh, dass dieser Trend zur Zeit etwas gestoppt ist. Aber abgesehen von "Speckgürteln" wie z.B. mit Eigenheimgebieten auch um Jena wird auch der ländliche Raum massiv an Bewohnern verlieren. Sedlacek sieht schon Dörfer, vorwiegend kleine, zu Wüstungen werden, weil sie auf Grund von Überalterung nicht mehr zu halten sind. "Die Politik muss sich überlegen, ob die Förderung z.B. mit Dorferneuerungsprogrammen noch richtig ist. Wenig sinnvoll ist es auch, in teure Infrastrukturmaßnahmen für Gemeinden zu investieren, die es in zwei, drei Generationen vermutlich nicht mehr geben wird." Alle demografischen Fakten sprächen gegen die Politikmeinung "Das kann sich auch wieder ändern!"
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05.06.2003
Wohnungsunternehmen warnen vor Kürzungen bei Zuschüssen
Der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) warnt vor weiteren Kürzungen bei den Landeszuschüssen. Das Potsdamer Kabinett wolle im Zuge der Haushaltskonsolidierung auch bei wohnungswirtschaftlichen Förderprogrammen den Rotstift ansetzen, sagte BBU-Vorstand Ludwig Burkardt am Mittwoch in Berlin. Dies wäre «eine Katastrophe für die Zukunft des Landes».
Insbesondere der Stadtumbau Ost in Brandenburg würde dadurch vor dem Scheitern stehen, warnte Burkardt. Die Entwicklung der Städte würde «abgeschnitten» und der Erfolg des gerade begonnenen Stadtumbaus Ost aufs Spiel gesetzt.
Bereits für dieses Jahr habe das Land Kürzungen von 29 Millionen Euro bei der Stadtentwicklung und beim Wohnungswesen beschlossen. Für das kommende Jahr seien weitere drastische Einschnitte zu befürchten. Die Förderung des Städtebaus, der Modernisierung des Wohnungsbestandes und der Wohneigentumsbildung stünde dadurch ganz oder teilweise in Frage. Erstmals könnten dadurch auch Bundes- und EU-Mittel nicht mehr in Anspruch genommen werden. Die BBU-Mitgliedsunternehmen bewirtschaften rund 35 Prozent aller Wohnungen in Brandenburg.

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04.06.2003
Keine Mark mehr in den Abriss investieren ?
Der millionenfache Wohnungsleerstand stellt die Planer vor eine Herausforderung, wie sie seit dem Dreißigjährigen Krieg nicht bestanden hat. Erstmals muss nicht für Wachstum, sondern für eine "Stadtentwicklung rückwärts ..." geplant werden.
Am Lehrstuhl von Klaus Selle, Planungstheorie und Stadtplanung an der RWTH Aachen, hat man es begriffen und dem Thema nicht nur Lehrveranstaltungen und auch bereits einen Dokumentenband (AGB-PT-Bericht No.52, Dortmunder Vertrieb für Bau- und Planungsliteratur, 360 S.), sondern jetzt auch eine Fachtagung gewidmet. Denn, so Martin Karsten, Projektleiter Forschungsagentur Stadtumbau-West, Oldenburg: Der extreme Strukturwandel lasse nicht erwarten, "dass noch irgendeine Förderung greift."
Die Fakten sind inzwischen Allgemeingut: Rasanter Bevölkerungsschwund, 1,4 Mio. leer stehende Wohnungen im Osten, wachsende Leerstände auch in "schwierigen Großsiedlungen" im Westen sowie eine sich schon jetzt als immer aussichtsloser abzeichnende Lage insbesondere der Trabantenstädte der 60er- und 70er-Jahre. Kann es angehen, so Birgit Schmidt von der WohnBund-Beratung Dessau, unter diesen Rahmenbedingungen "krampfhaft die Bestände der Wohnungsbaugesellschaften zu halten, nur weil da soviel Mittel der Wohnungsbauförderung reingeflossen sind?"
Volker Lindner, Stadtbaurat von Herten, malte ein apokalyptisches Szenarium: "Es geht ja nicht um die Wohnungsbestände allein. Wir nehmen stückweise Abschied von der Infrastruktur. Keine neuen Theater, keine Schulen mehr. Wer heute als junger Planer in die Verwaltung geht, der wird sein ganzes Leben lang nur mit Schrumpfung und Haushaltskonsolidierung zu tun haben."
Gregor Moss, Baudezernent in Bielefeld, verwies auf einen neuen Trend: "Wir beobachten, dass die Innenstädte eine Renaissance erleben. Innerstädtische Wohnlagen sind deutlich gesucht." Aber was soll mit den Wohnsilos am Stadtrand geschehen? Nicht einmal mit Fördermitteln, so wurde das Beispiel Zittau zitiert, lässt sich die Insolvenz der Wohnungsunternehmen abwenden.
"Liegen lassen!" Die provokante Antwort gab Karl Ganser, der weit über die Grenzen der Region mit seiner IBA Emscherpark Epoche in Sachen Umsteuerung gemacht hat. "Keine Mark mehr in den Abriss investieren, das wäre ja der helle Wahnsinn", riet er und brachte sein IBA-Rezept ins Spiel: "Der Markt sortiert aus. Lasst die Siedlungen einfach stehen, nehmt auch noch die brach fallenden Gewerbegebiete mit rein, zahlt eine Ablösesumme und tut alles in einen Grundstücksfonds."
Und wie reagierten die Planer? Erstaunlich aufgeschlossen. "Das Geld reicht nicht, um durch physischen Abriss die Leerstandsproblematik zu lösen. Daher keine Erhaltungssubventionen - die Mittel könnte man viel sinnvoller einsetzen", empfahl Birgit Schmidt. "Auf die Weise behält man eine Entwicklungsperspektive", so Klaus Selle. "Liegenlassen als Strategie - das hat auch in Hamburg bei den Bunkern aus dem Zweiten Weltkrieg funktioniert. Vielleicht eine Zwischennutzung zulassen - so kriegen wir Spielräume für spätere Ideen", ergänzte Rainer Danielzyk vom Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung des Landes NRW.
Nur einer sah das Gespenst von "Ruinen neben bewohnten Nachbarschaften" heraufziehen. Doch Bernd Hunger, GdW-Städtebaureferent, stand mit seiner Skepsis allein. "Gewiss, auf dem Weg von Schrumpfhausen nach Bad Schlankstadt brauchen wir gute Beispiele", begütigte Manfred Fuhrig vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Bonn, "aber die Wahrheit ist doch, dass wir bisher nur rumeiern und viel zu zaghaft sind. Und eins steht fest: Am schlechtesten sind die beraten, die meinen, es wird alles wieder gut."

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04.06.2003
Jena: Neun große Vermieter mit gemeinsamer Erklärung
Eine gemeinsame Erklärung der neun in Lobeda vertretenen Wohnungseigentümer soll dazu beitragen, "Eine Zukunft in Lobeda" zu gestalten und zu sichern.
Gestern wurde das Papier im Stadtteilbüro in Lobeda-West präsentiert. Mit ihm reagieren die Wohnungsgesellschaften und -genossenschaften auf die Bevölkerungsentwicklung in Jenas größtem Stadtteil, der von 1995 bis 2000 rund 7000 Einwohner verlor und jetzt noch ca. 23 000 Lobedaer hat. Dass der Negativ-Trend in den letzten zwei, drei Jahren gestoppt werden konnte, schrieb Bürgermeister Christoph Schwind den Bemühungen zu, die Stadt und Wohnungseigentümer beim Stadtumbau gemacht haben. Diese Gemeinsamkeit, zu der sich die großen Vermieter mit rund 13 000 Wohnungen nun auch untereinander bekennen, müsse im Sinne Lobedas verstärkt fortgeführt werden, unterstrich Ortsbürgermeister Volker Blumentritt. Das sicherte Stefan Wosche-Graf, Chef des größten Eigentümers SWVG zu, der dabei sowohl die soziale als auch die ökonomische Komponente dieses abgestimmten Handelns hervorhob. Verbesserte Wohnquartiere mit nachfragegerechtem Wohnungsangebot und aufgewertetem Wohnumfeld sollen das Resultat sein, mit dem die Vermieter Lobedas Attraktivität erhöhen wollen. Zur Bestandsstabilisierung gehört auch der Abriss von kurzfristig 331 und in den nächsten Jahren noch einmal 820 Wohnungen.

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04.06.2003
Im Osten sollen 350.000 Wohnungen abgerissen werden
Zur Bekämpfung des Wohnungsleerstands in Ostdeutschland sollen bis zum Jahr 2009 rund 350000 Wohnungen abgerissen werden. Rund 50000 Abrisse seien bereits von Bund und Ländern genehmigt worden, sagte Bundesbauminister Stolpe zum Auftakt des Kongresses "Lebenswerte Städte - Zukunft unseres Landes" in Leipzig.
Der notwendige Stadtumbau solle aber nicht zu einem reinen Abriss verkommen, betonte Stolpe. "Ziel muss eine vernünftige Stadtentwicklung sein, die die Altbauten in den Städten stärkt." Die Kreditanstalt für Wiederaufbau unterstützt dieses Vorhaben eigenen Angaben zufolge bis 2004 mit einem Wohnraummodernisierungs-Programm von rund acht Milliarden Euro und einem Infrastruktur-Programm über sieben Milliarden Euro. Allein in der in der 500000-Einwohnerstadt Leipzig stehen rund 58000 Wohnungen leer, davon etwa 29 Prozent bei den Gründerzeitbauten und zwölf Prozent bei den Plattenbauten.

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03.06.2003
Leipzig: Leere Wohnungen -Leipzigs Osten ist neues Sorgenkind
Leichte Erholung auf dem Wohnungsmarkt in Leipzig - aber die alten Arbeiterbezirke im Osten sind das neue Sorgenkind. Das geht aus einer Analyse der Stadt hervor, die vor allem für Grünau erfreuliche Nachrichten enthält. Dort hat sich 2002 die Zahl der Wegzüge halbiert.
Mit dem "Monitoringbericht 2002" informiert das Rathaus zugleich über die Wohnungssituation und über die Bevölkerungsentwicklung in einzelnen Stadtteilen. Rings um den Auwald gibt es weiter viele Zuzüge, lautet der Trend. In sehr beliebten Vierteln wie Südvorstadt und Connewitz übersteigt die Zahl der Geburten sogar bereits die Zahl der Sterbefälle.
Insgesamt ging der Wohnungsleerstand in Leipzig etwas zurück: von zuletzt 62 000 auf 58 000 im Sommer 2002. Dies sei aber fast nur darauf zurückzuführen, dass immer mehr Leute allein leben. Singles machen jetzt 45 Prozent aller Haushalte aus.
"Die Gründerzeitquartiere sind nach wie vor der große Gewinner bei den Umzügen innerhalb der Stadt, die Neubaugebiete verlieren", erklärte Chefplaner Engelbert Lütke Daldrup. Allerdings sei die Abwanderung aus Grünau nicht mehr so dramatisch wie in den Vorjahren, als jeweils rund 5000 Einwohner die Großsiedlung verlassen hatten. 2002 gab es nur 2500 Wegzüge. "Wenn sich Leipzig insgesamt weiter stabilisiert, dann ist mir auch um Grünau nicht bange", sagte Lütke Daldrup.
Schlechter als erhofft entwickelten sich laut dem Bericht jedoch weite Gebiete im Osten der Stadt, vor allem die alten Arbeiterbezirke aus den 20er und 30er Jahren. So liegt der Wohnungsleerstand in Schönefeld-Abtnaundorf, Volkmarsdorf und Neustadt-Neuschönefeld bei über 30 Prozent und damit weitaus höher als in Grünau. Zudem ging es in einigen Nachbarvierteln, die im Stadtentwicklungsplan vor zwei Jahren noch als stabil eingestuft waren, bergab.
Im Leipziger Neuen Rathaus veranstaltet das "SPD-Forum Ost" heute von 10 bis 15 Uhr einen öffentlichen Kongress zum Stadtumbau, bei dem auch Ost-Minister Manfred Stolpe sprechen wird. Die hiesige Wohnungswirtschaft erhofft sich von dem Besuch Stolpes klare Aussagen, wie es bei dem Thema in Leipzig - vor allem vor dem Hintergrund der Olympia-Bewerbung - weitergehen soll.

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