Newsticker Archiv Juni 2005

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29.06.2005
Sachsen: Tausenden ALG-II-Empfängern droht Umzug
Sachsens Sozialministerin Orosz hat erstmals Zahlen über Zwangsumzüge wegen Hartz IV genannt. Ihren Angaben zufolge müssen sich landesweit mehrere tausend ALG-II-Empfänger eine kleinere Wohnung suchen. Allein die Stadt Görlitz rechne mit mindestens 750 Fällen, Plauen gehe von bis zu 150 Umzügen aus. In den Landkreisen Aue-Schwarzenberg und Leipziger Land werde die Zahl der Wohnungswechsel auf jeweils rund 1.000 geschätzt. Seit Einführung von Hartz IV legen die Kommunen fest, in welcher Höhe sie die Miete von ALG-II-Empfängern übernehmen. Wird der "angemessene Wohnraum" überschritten, droht der Zwangsumzug.
www.mdr.de

29.06.2005
Land Brandenburg: Die Abrissbirne reicht nicht mehr
Wie das Kabinett ankündigte, soll der Entwurf eines entsprechenden Masterplans im November vorliegen. Zuvor werde die Stadtentwicklungs- und Wohnungspolitik "auf ihre Zukunftsfähigkeit überprüft". Die Folgen abnehmender Bevölkerung wird besonders in den Städten sichtbar. Schon sei die "Funktionsfähigkeit ganzer Stadtteile gefährdet", hat die Regierung analysiert. Zu den nachhaltigsten Resultaten gehören Wohnungsleerstand sowie die Tatsache, dass Infratstruktureinrichtungen nicht mehr wirtschaftlich sind.
Zwar macht der Stadtumbau Ost in Brandenburg Fortschritte, doch können mit ihm nach Einschätzung der Landesregierung allenfalls die drängendsten Probleme gelöst werden. Nach wie vor wird an familien- und kinderfreundlichen Städten und Wohnumfeldern gearbeitet. Laut Bauminister Frank Szymanski (SPD) wurden in der letzten drei Jahren 82 Millionen Euro für den Abriss und über 66 Millionen für Aufwertungsmaßnahmen ausgegeben.
Zwischen 2002 und Februar diesen Jahres fielen über 16 000 Wohnungen in Brandenburg der Abrissbirne zum Opfer. Über acht Prozent der leer stehenden Wohnungen wurden bisher abgerissen. Doch ist das erst ein Zehntel der heute ca. 165 000 leeren Wohnungen in der Mark.
Der Finanzbedarf beim Häuserabriss in Brandenburg beträgt nach rasanter Leerstandszunahme jetzt insgesamt fast 200 Millionen Euro. Laut Bauminister müssten mit diesem Geld ca. 55 000 Wohneinheiten beseitigt werden. Hinzu kommt noch einmal ein Finanzbedarf von 292 Millionen Euro für nachfolgende Aufwertungsmaßnahmen in den Abrissregionen.

www.svz.de

27.06.2005
Lübbenau: Plattenbau wird Energiespar-Haus
In Lübbenau im Spreewald wird jetzt ein Plattenbau aus den 60er Jahren in ein Niedrigenergiehaus umgerüstet. So ein Umbau ist bisher in Brandenburg einmalig. Das Modellprojekt könnte aber zukunftsweisend sein, was den künftigen Stadtumbau Ost angeht. Das so genannte "Niedrigenergiehaus" in Lübbenau bekommt neben der besonderen Wärmedämmung - normal sind heute acht bis zehn Zentimeter - eine sehr gute Wärmeschutzverglasung und modernste Haustechnik wie eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Damit wird laut der Deutschen Energie-Agentur (Dena), die das Projekt initiiert hat, der Energiebedarf auf jährlich 60 Kilowattstunden pro Quadratmeter gesenkt. "Das sind 70 Prozent weniger Energie als vorher oder 44 Prozent weniger als ein vergleichbarer Standartneubau", so Ute Czylwik, zuständige Projektleiterin bei der Dena.
Doch erst einmal ist die Umrüstung in Lübbenau 200 000 Euro teurer als eine gewöhnliche Sanierung. Die Gesamtkosten betragen laut WIS Wohnungswirtschaft insgesamt 1,9 Millionen Euro. "Doch es handele sich nicht um ein Prestige-Projekt, sondern es ist auch wirtschaftlich", betont WIS-Geschäftsführer Michael Jakobs. Das Haus soll im Dezember fertig sein. 43 der 48 neuen Wohnungen mit sechs verschiedenen Grundrissen sind schon vermietet

www.moz.de

27.06.2005
Braunschweig: 18 Millionen für den westlichen Ring
Die Stadt Braunschweig will sich um weitere Fördermillionen für das Westliche Ringgebiet bemühen. Aus dem Fördertopf "Stadtumbau-West" sollen in den nächsten 10 Jahren 18 Millionen Euro in das Sanierungsgebiet fließen.Groß waren die Erwartungen, als einst das Programm "Soziale Stadt" im Westlichen Ringgebiet anlief. 38 Millionen Euro sollten fließen. Doch heute ist selbst Optimisten klar, dass dieses Geld nie kommen wird. Bleibe es bei dem Fördertempo, so die Verwaltung, werden nicht 38, sondern nur 12 Millionen Euro fließen. Im Rathaus ist man darum auf die Suche nach anderen Fördertöpfen gegangen und fündig geworden.
"Stadtumbau West" scheint die Möglichkeiten zu bieten, die Aufwertung des Westlichen Ringgebiets wieder zu beschleunigen. 600 000 Euro jährlich will die Verwaltung in den Haushalt einstellen, die um identische Summen von Land und Bund aufgestockt werden sollen.
Mit den Programmmitteln will die Verwaltung Folgen des Strukturwandels begegnen. In den neuen Bundesländern, wo das Programm getestet wurde, ist in erster Linie der Abriss leerer Plattenbauten finanziert worden, um den Wohnungsmarkt zu stabilisieren.
Die Finanzierung der Projekte scheint gesichert. Der städtische Anteil käme von der Haushaltsstelle "Soziale Stadt". Dort stand stets mehr Geld zur Verfügung, als gegenfinanziert wurde. Unklar ist jedoch, ob das Land seinen Betrag leistet. Zuletzt wurden die Mittel aus Kostengründen eingespart.

www.newsclic.de

27.06.2005
Rudolstadt: Individuelles Wohnen ihm ehemaligen Plattenbau
 Zum thüringenweiten Tag der Architektouren fanden sich auch am Sonnabend am Wohnblock Bernhardtsgraben 10 bis 16 in Gorndorf Interessenten ein. Das Haus gehört der Wobag und war Anfang der 80-er Jahre als Fünfgeschosser in Plattenbauweise errichtet worden. Vom Juni bis September 2003 erfolgte im Rahmen der Initiative Stadtumbau Ost der Rückbau der Anlage mit ihren einstmals kleinen Küchen und Bädern. Aus 40 Wohnungseinheiten wurden nun 24, statt fünf Etagen hat das Haus jetzt nur noch vier. Wie die Technische Leiterin der Wobag, Cordula Wiegand und der Architekt Thomas Erfurt wissen ließen, wurden für den Umbau 1, 4 Millionen Euro ausgegeben. Sie informierten, dass das Planungskonzept nach dem Wohnraumbedarf und den Wünschen der Mieter entstand mit dem Ziel, die Wohnungen komfortabler zu gestalten. So sind die Wohnungen individuell gestaltet, kaum eine ist wie die andere.E s kam vor allem in der Vorphase zu einem zähen Ringen zwischen Mieter und Architekt um die Gestaltung der Wohnungen zwischen Möglichem, Machbarem und Finanzierbarem. Mit der Veranstaltung sollte die Aufmerksamkeit auf das "tägliche Bauen" gerichtet werden.
www.otz.de

20.06.2005
Neues Leben für die Platte

Vielen Plattenbauten in Ostdeutschland droht ein hartes Schicksal: Abriss. Als Alternative zur Option, als Schotter im Straßenbau zu landen, lotet ein vom Bund gefördertes Projekt Recyclingmöglichkeiten für die Platte aus.
Schicke Häuschen, ein bis drei Etagen, Flachdach oder Spitzdach, Atrium und Dachterrasse. Klare, einfache Architektur - ein bisschen wie Bauhaus - dazu kostengünstig und ökologisch. Nicht gerade der erste Gedanke, bei einem Blick auf die endlosen Wohnsilos, die sich in Marzahn, ganz im Osten Berlins erstrecken. Und doch eine Vision, die aus der Platte kommt. Waren die Neubauwohnungen mit Zentralheizung und integrierter Nasszelle vor der Wende heiß begehrt, sind sie heute von Leerstand bedroht.
Weil die Bevölkerungszahlen im Osten drastisch zurückgehen, sind - nach Angaben des Bundesbauministeriums - mehr als eine Million Wohnungen in den östlichen Bundesländern unbewohnt. In Plattenbausiedlungen stehen durchschnittlich 15 Prozent der Wohnungen leer. Um die Lebensqualität dort aufzuwerten und soziale Brennpunkte zu entschärfen, plant das Ministerium, 350.000 Wohneinheiten bis 2010 rückzubauen.
Den vorläufigen Projekt-Höhepunkt bildete der Aufbau eines Gebäudes im Rohbau, das vergangenes Wochenende bei der Langen Nacht der Wissenschaften in Berlin gezeigt wurde. Überzeugen wollen die Berliner vor allem mit den Vorzügen des recycelten Hauses: Die Platten müssen nicht mehr hergestellt, sondern nur bereitgestellt und bearbeitet werden. So ließen sich bis zu einem Drittel der Rohbaukosten sparen. "Optimierungspotenzial gibt es jetzt noch in der Logistik", sagt Asam.
So gut die bisherige Bilanz ist - "es fehlt noch die Nachfrage", sagt Hans Sander, Geschäftsführer der Bundesvereinigung Recycling-Baustoffe. "Es ist aber ein hochaktuelles Thema, gerade für die Stadtumgestaltungen der östlichen Länder." Angelika Mettke von der BTU Cottbus gibt zu bedenken: "Der Wettbewerb im Fertighausbau in Deutschland ist sehr groß." Das Plattenbaurecycling ist auch ihr Forschungsgebiet. Sie untersucht, ob die Platte für Lärmschutzwände oder im Deichbau taugt. Für den Wohnungsbau sieht sie das Potenzial eher in Osteuropa.

www.fdt.de

20.06.2005
Lübeck: Ein Hochhaus wird abgerissen
171 Wohnungen, sechs Hauseingänge, rund 700 Menschen, bis zu 24 Nationen: Das ist das Hochhaus im Lübecker Stadtteil Bunte Kuh, einer Neubausiedlung, die nach dem Krieg in der Hansestadt entstanden ist.Der Plattenbau im Pinassenweg war das letzte große Bauprojekt dort, es ist das erste, das abgerissen wird - nach nur 35 Jahren.
Gründe dafür gibt es viele: Seit Jahren hat die stadteigene Grundstückgesellschaft Trave nicht genügend Mieter gefunden. Immer mehr Wohnungen standen leer, die Konflikte unter den Bewohnern häuften sich, das Haus bekam immer mehr das Image eines Ghettos. Eine dringende Sanierung hätte 12 Millionen Euro gekostet.
Deshalb entschied die Trave 2001, das Haus im Zuge des vom Bund geförderten Programms "Stadtumbau West" abzureißen. Für alle Mieter, die zum Teil von Beginn an dort lebten, bedeutete dies: Sie mussten unfreiwillig umziehen. Umzugsmanager standen vor der Mammutaufgabe, für alle Mieter neue Wohnungen zu organisieren. Das Ende des Pinassenhochhauses bedeutete auch das Ende einer Idee: Die Architektur der großen Wohnsiedlungen war gescheitert.
www.spiegel.de

20.06.2005
Bundestag gibt 41,3 Mio. Euro für die Altschuldenentlastung frei
Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat die bisher gesperrten Kassenmittel in Höhe von 41,3 Mio. Euro zur Altschuldenentlastung der im Rahmen des Stadtumbaus Ost zum Abriss vorgesehenen Wohnungsbestände freigegeben. "Dies ist ein wichtiger Beitrag für den weiteren Erfolg des Stadtumbaus Ost", sagte Lutz Freitag, Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen. Der GdW begrüße diese Entscheidung und den dahinter stehenden Willen, die im Rahmen des Stadtumbaus Ost durchzuführende Marktbereinigung konsequent und mit Nachdruck zu unterstützen, so der GdW-Präsident. Ohne diese Entsperrung hätten in diesem Jahr keine Kassenmittel mehr zur Verfügung gestanden und der Abriss von dauerhaft leer stehenden Wohngebäuden wäre ins Stocken geraten, obwohl die Altschuldenentlastung vom Parlament bereits beschlossen wurde und entsprechende haushaltsrechtliche Verpflichtungsermächtigungen zur Verfügung gestellt worden waren. Freitag: "Für die Entlastung von den Altschulden aus der Zeit der DDR-Wohnungsbaufinanzierung, die Voraussetzung dafür ist, dass die Wohnungsunternehmen ihre leer stehenden Gebäude abreißen können, braucht man bares Geld, Verpflichtungsermächtigungen führen noch nicht zur Tilgung der Altschulden." Die erfolgte Entsperrung von 41,3 Mio. Euro ermöglicht es den Unternehmen, geplante Abrisse nun auch zu realisieren", erklärte Freitag. Dies unterstütze den seit 2002 feststellbaren Trend sinkender Leerstandsquoten aufgrund erfolgreicher Marktbereinigung. "Der Stadtumbau Ost zeigt nachhaltig Wirkung", sagte der GdW-Chef. Laut aktueller GdW-Statistik sank die durchschnittliche Leerstandsquote in den neuen Ländern auf 15,0 Prozent im letzten Jahr. Ohne die erfolgten Abrisse wäre die Leerstandsquote heute 18,5 Prozent.
www.iw-magazin.de

14.06.2005
Magdeburg: Tempo auf der größten Abrissbaustelle
Das Ende eines Wohnviertels: Bagger legen großes „U“ flach
Auf Magdeburgs größter Baustelle, dem Rennebogen, läuft der Abriss von insgesamt fast 1500 Wohnungen auf Hochtouren. Das gigantische Rückbauvorhaben ist Teil des Stadtumbau-Ost-Programms, mit dem tausende leer stehende Wohnungen vom Markt genommen werden. Täglich verändert das Geisterviertel von Olvenstedt sein Gesicht. Nächstes Jahr, wenn die Bagger abrücken, wird hier kein Stein mehr auf dem anderen stehen. Sondern Gras drüber wachsen. Gebaut werden könnte am Rennebogen aber durchaus wieder. Wenn auch ein paar Nummern kleiner – von Reihenhäusern ist die Rede.
Neu-Olvenstedt. „Das ist wirklich ein beeindruckendes Bild“, findet Hans-J ürgen Röhr. Gerade hat er „seiner Baustelle“ am Rennebogen wieder einen Besuch abgestattet und blickt zufrieden drein. „Es läuft wie am Schnürchen“, sagt der Mitarbeiter der WBG Magdeburg Stadtfeld eG. Binnen 14 Tagen sind drei zusammenhängende Blöcke, das „große U“ am Rennebogen, zu Boden gegangen. Die Platten wurden mit Spezialbaggern abgetragen. Übrig blieben gewaltige Schutthaufen. Die Werkstoffe müssen sauber getrennt werden. Stahl, Beton und die als giftig geltende Dämmwolle Kamilit. Letztere hatte auf der Baustelle schon für einigen Wirbel gesorgt . „Die Dämmwolle wird aufwändig geborgen, extra verpackt und als Sondermüll entsorgt“, betont Bauleiter Röhr. Das bedeutet zusätzlichen Aufwand: „Wir können die Platten nicht einfach runterreißen, und ab in den Schredder damit“, so Röhr. Vielmehr werden zum Beispiel die mit Dämmwolle gespickten Dachplatten per Spezialkran vorsichtig abgehoben und auf ein Sandpolster gelegt. Dort geht die Sortierung weiter. „
Was soll aus den Flächen werden? Fürs Erste wird Gras darüber wachsen, erklären WBG Stadfeld und Wobau unisono. Aber: Wohnungsbau ist an dieser Stelle wieder denkbar. In bescheidenerer Form, etwa als Reihenhäuser. „Da müssen wir sehen, wie die Nachfrage sich künftig entwickelt“, sagt Wobau-Sprecher Prusseit.

www.volksstimme.de

13.06.2005
Stadtumbau Ost und West wird angeglichen
Die Städtebauförderung Ost und West wird schrittweise angeglichen. Nach jahrelanger Konzentration auf die Städtebauförderung Ost zeigt sich ein wachsender Finanzbedarf auch für die Städte in den alten Bundesländern, sagte Bundesbauminister Manfred Stolpe auf der Bauministerkonferenz der Länder in Stralsund. Es sei zunehmend Prävention auch in den westlichen Kommunen nötig. Einigkeit besteht bei den Bauministern, daß die allgemeine Städtebauförderung des Bundes, die bislang zu 80 Prozent den Städten im Osten zugute kam, bis 2008 jeweils zur Hälfte in die alten und neuen Bundesländer fließen soll. Laut Haushaltsplan stehen in diesem Jahr insgesamt 522 Mio. Euro für die Städtebauförderung zur Verfügung. Im Zuge der Städteentwicklung ist in den nächsten Jahren unter anderem bundesweit ein Rückbau von 300 000 Wohnungen vorgesehen.
Nach den Worten Stolpes hat sich das Programm Stadtumbau Ost bisher bewährt. Das bis 2009 laufende Programm sei eine wirkliche Hilfe für den Erhalt der Städte in Ostdeutschland. Größtes Problem vieler Kommunen sei die Abwanderung junger Menschen, erklärte Stolpe nach der Konferenz der Länderminister. "Der Stadtumbau Ost ist alternativlos. Wenn wir nicht alle Kraft darauf richten würden, die Städte zu erhalten, dann können wir das Licht gleich ausmachen." Der Vorsitzende der Bauministerkonferenz, Helmut Holter, sprach sich dafür aus, das Stadtumbau-Ost-Programm nach 2009 auf westdeutsche Städte auszudehnen. Angesichts des großen städtebaulichen Bedarfs in westdeutschen Städten werde ein Programm für ganz Deutschland gebraucht, sagte der Bauminister Mecklenburg-Vorpommerns. Der Minister sprach sich dafür aus, einen Teil der geplanten Einsparungen bei der Eigenheimzulage für die Altschuldenentlastung von Wohnungsunternehmen zu verwenden.

www.welt.de

08.06.2005
Delitzsch: Der Abrissbagger nagt an gähnend leeren Plattenbauten
Stadtplaner Karl-Heinz Koch erläuterte auf der jüngsten Stadtratssitzung anschaulich an Hand von Fakten und Zahlen die Umsetzung des Programmes Stadtumbau Ost in Delitzsch. Die Schrumpfprozesse müssten einzeln kalkuliert werden. "Strategisch geht es darum, die Altstädte zu erhalten", so Koch. Auflockerung, flächenhafter Abriss, Stilllegung seien die drei Schienen zur Reduzierung der Wohnungsbestände in Sachsen.
Dafür greift der Freistaat tief in die Tasche. 53,75 Millionen Euro waren es 2002, vor zwei Jahren über 84 Millionen und im vorigen Jahr 77,6 Millionen Euro. Die Zuwendungen werden jedoch bei allgemein knappen Kassen geringer.
Leerstehende Wohnungen sind ein schlechtes Aushängeschild und bereiten Kosten. Die großen Wohnungsanbieter in der Kreisstadt, die Wohnungsgesellschaft Delitzsch (WGD) und die Wohnungsbaugenossenschaft (WBG) mussten deshalb handeln. Hätte die WGD zum Beispiel nicht den Abrissbagger arbeiten lassen, wären im vorigen Jahr 485 Wohnungen ohne Mieter gewesen. So war es nur die Häfte. Die Planer gehen davon aus, dass sich der Wohnungsüberhang bis zum Jahr 2015 auf 3000 verdoppeln könnte.
Koch erläuterte die Entwicklung im Delitzscher Stadtteil Nordwest. Im Jahr 1990 wohnten hier 11.556 Delitzscher. Heute sind es 7698. Und es werden noch weniger. Allein hier könnten in zehn Jahren 1500 Wohnungen gähnend leer sein. Auch in den Stadtgebieten Südwest und Südost gibt es Einwohnerschwund. Hingegen hat die Altstadt zugelegt. 5850 Mieter waren es 1990, heute sind es 5935. Auch nach dem Bau von Eigenheimen am Stadtrand gab es einen Schub, in Nordost von 1237 auf 2217 Bewohner.

www.lvz-online.de

08.06.2005
Chemnitz: Arbeitslose musste umziehen - und wurde dafür noch bestraft
Steffi Beyer (42), Hartz-IV-Empfängerin, ärgert sich maßlos über die ARGE. Die will Frau Beyers Miete nicht mehr in voller Höhe übernehmen. Begründung: Nach ihrem Umzug sei ihr Wohnraum unangemessen. Steffi Beyer: „Dabei bin ich nur umgezogen, weil der Block, in dem ich gewohnt habe, abgerissen wird. Das ist ungerecht.“
Die seit fast zwei Jahren arbeitslose Köchin hatte in der Hoffmannstraße 57 gewohnt - 46 Quadratmeter für 275 Euro warm. Vermieter: die Chemnitzer Siedlungsgemeinschaft (Sg). Die will den Block im nächsten Jahr abreißen. Vorstandsmitglied Ullrich Löschner (54): „Die Anträge dafür sind gestellt.“ Die Sg bot Steffi Beyer die Albert-Schweitzer-Straße 86 an: 47 Quadratmeter, 330 Euro warm. Mitte April zog sie ein.Nun schlug die ARGE zu, verweigerte die Mietzahlung. Das war auch richtig. Denn im April galt noch, dass der Mietzuschuss für Hartz-IV-Empfänger bei einem Umzug in der neuen Wohnung niedriger ist als in der alten. Damit wollte man vermeiden, dass Hartz-IV-Mieter die Wohnung wechseln, weil sie in der alten Wohnung nicht den vollen Mietzuschuss ausnutzen. Nun ist den Stadträten aber eingefallen, dass es etwa 400 Mieter geben wird, die wegen des Stadtumbaus umziehen müssen. Rene Deschner : „Wer sich weigert, umzuziehen, könnte den Stadtumbau behindern. Das wollen wir nicht und wir wollen auch nicht, dass die Betroffenen bestraft werden.“ Also wurde im Mai beschlossen: Wer wegen Stadtumbaus umziehen muss, bekommt die alten, höheren Mietzuschüsse.
www.sz-online.de

06.06.2005
Stadtumbau Ost: Geld fließt - aber viele Infrastrukturprobleme
Die Abriß-Birnen können anrollen: Für den "Rückbau" von 177 590 leerstehenden Wohnungen hat der Bund Mittel aus dem Programm "Stadtumbau Ost" bewilligt. Bis Ende Februar war der Abriß von 79 480 Einheiten bereits vollzogen. Die Zahlen nennt die Parlamentarische Staatssekretärin im Bauministerium, Iris Gleicke, in ihrer Antwort auf eine kleine Anfrage der CDU-Abgeordneten Henry Nitzsche, Volkmar Uwe Vogel und Dirk Fischer. Bis hierher ist rein zahlenmäßig die Bilanz des Stadtumbaus Ost durchaus ansehnlich. Zusammen mit den aus Ländertöpfen geförderten Abrissen ergibt sich ein Saldo von 101 519 Wohnungen, die seit dem Start des Programms im Jahre 2002 vom Markt verschwunden sind. Das Plansoll liegt bei insgesamt rund 350 000 Abrissen.
Probleme mit der Ver- und Entsorgungsinfrastruktur seien der Bundesregierung nicht bekannt, heißt in den Antworten auf die Anfrage. Darüber hinaus wird auf die Ergebnisse eines "Bauforschungsgutachtens" zu dem Themenkomplex "Technische Infrastruktur in demographischen Wandlungsprozessen" verwiesen, die "voraussichtlich im Herbst 2005 veröffentlicht werden".

www.welt.de

05.06.2005
Dessau: Erster Neubau nach dem Abriss
Stadtumbau - bislang war das in Dessau stets verbunden mit Abriss. Wurde neu gebaut, so waren es stets Parkplätze und Kaufhallen. Meist aber blieb die Leerstelle mehr oder minder sich selbst überlassen, die Natur soll die Wunden schließen. Seit Freitag ist das anders. An der Elballee wurde erstmals innerhalb des Stadtumbaus ein Grundstein für neue Häuser gelegt. 17 Doppel- und acht Reihenhäuser sollen dort entstehen, wo einst als Wohngebäude genutzte Kasernen standen. Dass hier neue Wohnungen errichtet werden, ist im Sinne des Stadtumbaukonzepts: Die Wohnlage ist attraktiv, zudem verträgt das an den Rändern ausfransende Neubaugebiet Großes Loos eine Abrundung.
www.mz-web.de

05.06.2005
Eckernförde: Kräfte für die Innenstadt bündeln
Das Ideen-Forum will die zentrale Plattform für die Diskussion zur Entwicklung der Innenstadt werden. I "Die viel wichtigeren Vorgespräche, der Austausch der Gedanken, das Einbringen von Ideen und das Ringen um optimale Vorschläge müssen aber heraus aus den Rathäusern und den geschlossenen Arbeitskreisen", sind sie überzeugt. Dann würden sich mehr Bürger engagieren. Auch Fachverstand will das Forum weiter in den Diskussions-Prozess einbinden. Die Gutachter des Büros STEG, die das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) für Eckernförde im Rahmen des Förderprogramms Stadtumbau West erarbeiten, sollen in die Kieler Straße 77 eingeladen werden. Zahlreiche Vorschläge für eine attraktivere Innenstadt hat das Forum bereits aufgelistet. Hillers warnt vor einer schleichenden Verödung: Ein Drittel der Kieler Straße sei inzwischen nicht mehr mit Verkaufsgeschäften belegt, sondern von Büros.
Die Bürgermeisterin hat kürzlich ein Gespräch mit dem Ideen-Forum und der Stadtmarketing-Gruppe Innenstadt geführt. Vom Bauausschuss wurde die Weiterfinanzierung des Ideen-Forums inzwischen an das Stadtmarketing delegiert, dessen Etat je zur Hälfte von der Stadt und Sponsoren getragen wird. Jeske-Paasch: "Hier müssen die Arbeitsgruppe Innenstadt und die Lenkungsgruppe jetzt entscheiden."
Während das ISEK-Gutachten für das gesamtstädtische Gefüge in Auftrag gegeben ist, kann sich Jeske-Paasch für das Aufpolieren der Optik der Innenstadt auch Sofortmaßnahmen vorstellen: Beispielsweise die Wegnahme der "Panzersperren" in der Kieler Straße, die Erneuerung der Beleuchtung und die Vereinheitlichung von Werbeschildern wären kurzfristig möglich.
www.kn-online.de

03.06.2005
Leipzig: Doppelte Kritik an Kommune
Der Verein Haus & Grund hat bei seiner Jahreshauptversammlung gleich zweifach Kritik an der Stadtverwaltung geübt. Ingrid Winter, die Chefin des 2200 Mitglieder zählenden Eigentümer-Verbandes, berichtete über laufende Auseinandersetzungen bei der Erhebung von Ausgleichsbeträgen in Sanierungsgebieten.
Die von der Kommune nun nachträglich erkannte Wertsteigerung der Grundstücke könne der Verein nicht nachvollziehen, erklärte sie: "Wir werden das nicht akzeptieren." Vielmehr müsse die wirtschaftliche Leistungskraft der Betroffenen berücksichtigt werden. Beiträge dürften nur dann fällig werden, wenn eine Immobilie Gewinn bringend verkauft wird. Stefan Gabi vom Amt für Stadterneuerung versicherte, die Kommune werde die Einwände sehr ernst nehmen.
Weiterer Kritikpunkt war die örtliche Umsetzung des Milliardenprogramms "Stadtumbau Ost". Der eigentliche Sinn, durch Abrisse die Funktionsfähigkeit des Wohnungsmarktes und die Wirtschaftlichkeit von Mietshäusern wieder herzustellen, werde in Leipzig bislang nicht erfüllt, so Vereinsgeschäftsführer Henning Mau. "Vielmehr wurden 2002 und 2003 rund zwei Drittel der abgerissenen Wohnungen gleich wieder durch Neubau und Sanierungen ersetzt." Der Geschäftsführer forderte eine Novellierung der Gesetze, damit die Kommunen künftig unter bestimmten Bedingungen auch Baugenehmigungen versagen dürfen.
Die Stadtumbau-Ergebnisse für 2004 würden bereits günstiger ausfallen, so Leo Artmann vom Regierungspräsidium. Er räumte ein, dass die Kommunen bislang nur sehr beschränkte Steuerungsmöglichkeiten - etwa durch die Aufhebung eines ausgewiesenen Baulandes - haben.

www.lvz-online.de

02.06.2005
Brandenburg: Wohnungs- und Gebäudezählung mit überraschenden Ergebnissen
1 500 Wohnungen mehr als vermutet gibt es in der Stadt. Das hat die gerade abgeschlossene Gebäude-, Wohnungs- und Leerstandszählung an den Tag gebracht - demnach gibt es 46 550 Wohnungen im Stadtgebiet.
Erfasst wurden Ein- und Zweifamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser, Geschosswohnungsbau sowie die Wohn- und Geschäftshäuser in der Innenstadt und am Zentrumsring. Gleichzeitig wurde zu jedem Gebäude der Sanierungszustand beschrieben, kategorisiert wurde dieser mit den Begriffen Neubau, vollsaniert, teilsaniert und ruinös. Das Baualter der Häuser hielten die Experten fest sowie den Bautyp - ob aus industrieller Fertigung (Plattenbau) oder Mauerwerk, sagt Domus-Mitarbeiterin Dorothea Wiesner.
Unterschieden wird auch, ob die Wohnungen zu den Gesellschaften gehören, ob sie in Privatbesitz sind oder ob es sich um institutionelle Eigentümer wie die Arbeiterwohlfahrt handelt.
37 732 Wohnungen gibt es im so genannten Geschosswohnungsbau. 7627 Wohnungen stehen derzeit leer, davon gehören etwa 4000 den Wohnungsgesellschaften, die anderen sind in privater Hand. Der höchste Leerstandsanteil herrscht in Hohenstücken und in den gründerzeitlichen Vorstädten mit jeweils rund 30 Prozent, in der Innenstadt ist jede sechste Wohnung nicht bezogen. In den übrigen Stadtteilen bewegt sich der Leerstand zwischen 1,9 und 5,9 Prozent.
Das exakte Erfassen der Daten war notwendig, weil es keine verlässlichen Ausgangswerte gab, 1990 und 1995 war gezählt worden, doch auch dabei war die Basis nicht klar, sagt Maren Kern. Die Stadt hat den Bestand auf der Basis von statistischen Annahmen fortgeschrieben. "Jetzt gibt es absolute Klarheit über die Zahlen, man kann wieder eine Weile fortschreiben." Auf deren Grundlage wird der Stadtumbauplan weiter entwickelt, in dem festgelegt ist, welche Wohnungen und Häuser abgerissen oder teilrückgebaut werden. Dazu haben sich die Wohnungsgesellschaften und -genossenschaften Wobra, WBG, Wofü, "Neuer Weg", "Einheit", "Stahl" und Kirchmöser mit der Stadt in der Arbeitsgemeinschaft Stadtumbau zusammengeschlossen.

www.maerkischeallgemeine.de