Newsticker Archiv Mai 2004

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28.05.2004
Laubusch: Keine Sanierung mehr, nur noch Abriss
Die Situation der Laubuscher Wohnungsgenossenschaft (WG) ist weiter dramatisch angespannt: Rund 27 Prozent ihrer Wohnungen stehen leer, sagte WG-Vorstandsvorsitzende Kerstin Sauer am Mittwoch während der Einwohnerversammlung. In den unsanierten Häusern sind es sogar 77 Prozent. Experten gehen davon aus, dass ein Wohnungsunternehmen ab 25 Prozent Leerstand akut in seiner Existenz bedroht ist.
Die WG hat auf die Probleme im vergangenen Jahr erstmalig mit Abriss reagiert. Werden in diesem Jahr erneut Fördermittel für den „Stadtumbau Ost“ ausgereicht, soll der Abriss 2004 fortgesetzt werden. „70 bis 80 Wohnungen“ hat die WG laut Kerstin Sauer geplant. Betroffen sind in der Kolonie die Häuser Oststraße 4, 9, 10, 11, 14, die Nordstraße 8, eventuell die Südstraße 4, in der Siedlung der unsanierte Block Hauptstraße 48/49, in den Heimstätten die Bergmannstraße 1,6,8, die Bebelstraße 13 sowie die Mühlenstraße 24 und eventuell die 19. „Der Freizug läuft beziehungsweise steht kurz bevor“, sagte Kerstin Sauer.
Saniert werden sollen dagegen die Gebäude um die Sonnenuhr an der Nordstraße. Falls aus dem Umbau-Ost-Programm auch Gelder für Aufwertungsmaßnahmen fließen. Weitere Sanierungen sind nicht geplant. Es gebe bei der Leerstandsquote keine Rechtfertigung für die Aufnahme neuer Kredite, sagte Kerstin Sauer.
Alle Pläne für Abriss und Umbau in Laubusch sind im Integrierten Stadtentwicklungskonzept (insek) nachzulesen. In diesem Zusammenhang beklagte Kerstin Sauer, dass sich andere Lautaer Großvermieter bei der Erstellung des Papiers sehr zurückgehalten und der WG die Arbeit überlassen hätten. Die WG hatte 900 Wohnungen. Zwischen November und Januar wurden die ersten 86 Wohnungen abgerissen.
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28.05.2004
Leipzig: Osten im Aufwind
Der Stadtumbau im Leipziger Osten schreitet planmäßig voran. Am 26. Mai übergab Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee das erste Teilstück des "Dunklen Waldes" an der Wurzner Straße der Öffentlichkeit. Es umfast rund 5300 m² und kostete insgesamt 605 000 Euro, gefördert aus dem Bund-Länder-Programm "Soziale Stadt". Gepflanzt wurden vor allem Ahorn und Esche mit rund 20 cm Stammdurchmesser. Die Abbrucharbeiten begannen im August 2003.
Wo noch vor einem Jahr unansehnliche Ruinen standen, wächst jetzt ein Stück innerstädtisches Grün heran. Der "Dunkle Wald" und der ebenfalls an der Wurzner Straße geplante "Lichte Hain" werten diesen bislang desolaten Bereich auf unkonventionelle Weise auf. Hier wird eine Schwerpunktmaßnahme des Stadtumbaus im Leipziger Osten realisiert. Die beiden anderen großen Projekte sind der Umbau der Eisenbahnstraße und ihre Revitalisierung als Geschäftsstraße sowie die Erweiterung und Neugestaltung des Stadtteilparks Rabet und seiner Randbereiche sowie des Freizeittreffs.
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26.05.2004
Brandenburg: Alles auf Anfang
Das Schreiben eines komplett neuen Stadtumbaukonzeptes schlägt Carsten Hagenau vor. Der Moderator zwischen Verwaltung, Wohnungsunternehmen und privaten Hausbesitzern sieht in dem seit Frühjahr 2002 von der Verwaltung verfolgten Konzept schwere Mängel: "Es basiert nicht einmal auf aktuellen, verlässlichen Zahlen. Zudem wird die Rolle vieler Akteure im Stadtumbau nicht berücksichtigt. Stadtumbau ist nicht nur Abriss."
Ursprünglich sollten die Stadtverordneten heute der in der Bauverwaltung erarbeiteten Fortschreibung des Papiers zustimmen, doch hat Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) die Vorlage kassiert, nachdem ihre Frage, ob diese von der Wohnungswirtschaft mitgetragen sei, verneint worden war.
Hagenau schlägt nun eine Hauruck-Aktion vor, die er selber plakativ mit "Kriegskommunismus", versöhnlicher mit "Notstandsregelung" beschreibt.
Das Szenario könnte ungefähr so aussehen: Das Erstellen eines neuen Stadtumbaukonzeptes gemeinsam mit allen Beteiligten dauere fünf bis zehn Monate. In dieser Zeit sollten nur wenige Grundregeln gelten, die von allen anerkannt werden. Dazu zählt das Konzentrieren auf die beiden lokalen Schwerpunkte des Stadtumbaus Hohenstücken und Innenstadt.
Nur dort sollen Abrisse und nachfolgende Aufwertungsmaßnahmen realisiert werden, auch Fördermittel für Modernisieren und Instandsetzen von Wohnungen sollen ausschließlich in diese Gebiete fließen.
Parallel müsse als Grundlage aller weiteren Planungen erst einmal ein Wohnungskataster erstellt werden, in dem alle Quartiere erfasst sind nach Kenngrößen wie Besitzverhältnisse, Belegung, Größe, Sanierungszustand. Aber auch nach Wanderungsbewegungen - welche Gebiete haben Einwohner verloren, welche gewonnen? Alle diese Erhebungen münden in ein wohnungswirtschaftliches Konzept, in das die Wohnungswirtschaft ihre Unternehmensdaten einbringt. "Es ist ein großer Fortschritt, dass die Gesellschaften mittlerweile erkennen, dass die Hälfte von ihnen sterben wird, wenn sie den Stadtumbau nicht konsequent angehen", sagt Hagenau.
Deshalb sei das neue Konzept immer nur im Konsens mit den Beteiligten zu erreichen, man müsse allen das Gefühl geben, überschaubare Aufgaben zu definieren und zu meistern. Dabei seien Schwerpunkte festzulegen und alle Beteiligten zu motivieren, "um die große Aufgabe bewältigen zu können". Hagenau-Mitarbeiterin Nicole Kirschbaum formuliert es kurz: "Der Weg ist das Ziel." Wichtig sei das gemeinsame Wollen. "Der Baubeigeordnete Krombholz hat immer nur Papiere entwickelt, nie einen Konsens", resümiert Hagenau.
Für das Begleiten und Beraten der privaten Hauseigentümer in der Innenstadt schlägt er deshalb eine Konstruktion vor, die nicht im Bauressort angesiedelt ist. Die Stabsstelle im Büro der Oberbürgermeisterin wird unter Führung von Kurosch Arastéh zu einer Art Querschnittsamt, in dem Baufachleute, Juristen und Finanzplaner angesiedelt sind.
Denkbar sei zudem ein ausgegründetes Sanierungsträger-Modell, in dem Mitarbeiter arbeiten, die vom Rathaus in die freie Wirtschaft wechseln wollen. Das Ganze würde als kleines Unternehmen arbeiten, für das auch wirtschaftliche Anreize beispielsweise über Erfolgsmodelle geschaffen werden könnten. "Diese Mitarbeiter müssen rausgehen, müssen den Eigentümern praktisch nachlaufen, sie beraten und unterstützen. Das lässt sich auf Verwaltungsebene überhaupt nicht bewerkstelligen", sagt Kirschbaum.
Zugleich könnte der "Sanierungsträger" in Prozesse des Abrisses und Sanierens praktisch als Projektsteuerer eingebunden werden, um eine wirtschaftliche Basis zu haben.

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25.05.2004
Freital: „Wir reden mit allen“
Die Wohnungsgenossenschaft Freital (Gewo) feiert am Freitag ihr 50-jähriges Bestehen. Die SZ sprach mit den Vorständen Sonja Schmidt und Dieter Vodak.
Über rund 2 400 Wohnungen verfügt die Gewo in und um Freital. Wie hat sich der Bestand entwickelt?
D. Vodak: Gegründet wurde unsere Genossenschaft als „AWG Edelstahlwerk 8. Mai 1945“ im VEB Pressenwerk Freital. Damals wurde kleinteiliger gebaut als man heute annimmt. Es wurde begonnen mit Reihenhäusern und Vier-Familien-Häusern. Erst später kamen die größeren Blockbauten dazu.
S. Schmidt: Bis Ende der 60er Jahre erreichte die Genossenschaft eine Größenordnung von 1 400 Wohnungen und wurde eine Kreis-AWG. Ab Mitte der 70er Jahre bekamen wir noch einmal 1 500 Plattenbau-Wohnungen dazu. 1990 hatten wir letztendlich 2 940 Wohnungen im Bestand hatten. Durch Verkäufe – siehe Altschuldenhilfegesetz – hat sich das auf heute 2 417 Wohnungen reduziert. Den Namen Gewo gibt es erst seit 1990.
Viele davon sind sanierungsbedürftig. Was ist in der nächsten Zeit geplant?
D. Vodak: In Wilsdruff und Bannewitz wurden und werden mehrere Treppenhäuser auf Vordermann gebracht beziehungsweise neu gemalert. In Zauckerode läuft derzeit die Sanierung der Fassaden an der Glückauf-Straße 9 a bis e, 11 a bis d und an der Heinrich-Heine-Straße 2 a bis e.
Außerdem werden in der Heinrich-Heine-Straße 25 Balkone angebaut. Um den Leerstand zu reduzieren, beginnen wir im Juni mit dem ersten Abriss in der Moritz-Fernbacher-Straße 3. Die Fläche wird hinterher begrünt.
Großen Aufruhr gibt es wegen des geplanten Abrisses auf der Straße der Stahlwerker. Der Gewo wurde unter anderem Arroganz im Umgang mit den Mietern vorgeworfen. Würden Sie aus heutiger Sicht alles noch einmal genauso machen?
S. Schmidt: Unbestritten ist, dass das Karree – so wie es damals erbaut worden ist – mit den geschlossenen Eckbereichen keine attraktive Wohnform mehr darstellt. Der Leerstand hat sich dort zunehmend konzentriert. Schlecht beraten ist man, wenn man gar nichts tut. Gut beraten ist man, wenn man sich im Hinblick auf die Bevölkerungsentwicklung in Sachsen und auf Grundlage der unsicher werdenden Fördermittel sehr zeitnah für die Umsetzung des Stadtentwicklungskonzepts entscheidet. Und egal was man tut, überall wird es betroffene geben.
Die Mieter selbst sahen sich nicht mit bedrückendem Leerstand konfrontiert …
S. Schmidt: Das stimmt so nicht. Nicht bloß in den Eckbereichen, die wir abreißen wollen, gibt es Beispiele dafür. Leerstand gibt es quer durch den ganzen Bestand.
Sie betonen immer wieder, für die Mieter ein offenes Ohr zu haben. Andererseits sagen manche, dass Sie nur mit denjenigen reden, die bereit sind, freiwillig umzuziehen.
S. Schmidt: Die Einsicht wächst und damit sind wir zufrieden. Wir reden zwar nicht in Gruppen miteinander, aber wir führen zielorientierte Einzelgespräche. Wenn Sie in einer Wohnung für drei Euro Miete pro Quadratmeter gewohnt haben, können Sie in eine Wohnung mit drei Euro Miete umziehen, mit vergleichbarem Standard.
Und wenn jemand nicht bereit ist, seine alte Wohnung aufzugeben?
S. Schmidt: Wir reden mit allen und wir bieten auch allen die Gespräche immer wieder an.
Gibt es dann ein Wahrnehmungsproblem?
S. Schmidt: Jeder, der zu uns kommt, bekommt innerhalb von drei Tagen einen Termin.
Durch den Abriss sollen die 180 im Karree verbleibenden Wohnungen aufgewertet werden – es entsteht ein aufgelockertes Gesamtbild. Werden die Mieten steigen?
S. Schmidt: Es gibt einen Beschluss in der Genossenschaft, wonach eine Fassadensanierung, die ebenfalls vorgesehen ist, keine Mieterhöhung nach sich ziehen darf.
In der Robert-Koch-Straße, dort hat die Gewo rund 200 Wohnungen, ist von einem dramatischen Leerstand die Rede. Wie reagieren Sie darauf?
S. Schmidt: Wir erwarten eine generelle Diskussion mit dem Rathaus zur Stadtentwicklung. Es geht darum, welche Priorität Stadtenwicklung in dieser Stadt hat. Alle, die etwas für das Stadtbild tun, sollten nicht bloß mit Schelte überzogen werden. Die sich derzeit in Häme üben, beteiligen sich nicht am Stadtumbau. Wir sollten dieses Thema gemeinsam öffentlich diskutieren.
Am Freitag wird erst einmal im Stadtkulturhaus gefeiert. Wer ist eingeladen?
S. Schimdt: Die Vertreter der Genossenschafter aus den einzelnen Wohngebieten, Mitglieder des Aufsichtsrates, alte Vorstände, Versorgungsunternehmen, andere Großvermieter und die zehn Gewinner unseres Wissensquiz. Auch der Oberbürgermeister hat sein Kommen zugesagt. Das Programm besorgt der Schauspieler Friedrich-Wilhelm Junge.
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25.05.2004
Schwerin: SWG - Stadtumbau wird fortgesetzt
Wohnungsbaugenossenschaft finanziell solide / Mieten erhöht, Anteilspreise gesenkt
Schwerin Gute Nachricht für 20000 Mieter: Erstmals seit fünf Jahren schreibt die Schweriner Wohnungsbaugenossenschaft (SWG) wieder schwarze Zahlen. Damit seien die weitere Sanierung und der Umbau des Wohnungsbestandes für Mieter mit kleinen und mittleren Einkommen in den kommenden Jahren gesichert, gab der zweitgrößte Anbieter in der Landeshauptstadt gestern bekannt.
Niedrige Zinsen für die laufenden Kredite, weniger Reparaturkosten durch den mittlerweile bei 70 Prozent liegenden Bestand an sanierten Wohnungen und durchschnittliche Mieterhöhungen um elf Cent pro Quadratmeter - drei entscheidende Gründe für die positive Bilanz der SWG im vergangenen Jahr, die mit einem Überschuss von 45000 Euro abgeschlossen werden konnte.
So konnte die SWG ihre aus Altschulden und Darlehen resultierenden Verbindlichkeiten in Höhe von rund 180 Millionen Euro um knapp 2 Millionen verringern. Sogar der durch den Leerstand entstandende Verlust habe ausgeglichen werden können, sagte Margitta Schumann, Kaufmännischer Vorstand der Genossenschaft.
Für knapp 1500 ihrer insgesamt mehr als 10000 Wohnungen hatte die SWG im Dezember 2003 keine Mieter. Zahlen, die SWG-Vorstandsvorsitzenden Wilfried Wollmann dennoch hoffen lassen: "Eine Trendwende ist noch nicht absehbar, aber der Leerstand nimmt nicht mehr so stark zu."
Neben dem zwar fortdauernden, aber gebremsten Einwohnerschwund macht die SWG für diese Entwicklung auch den Abriss von 197 Wohnungen - etwa in der Pecser Straße - verantwortlich. Bis 2009 sollen noch einmal fast 700 Einheiten abgerissen oder rückgebaut werden. Durch Grundrissveränderungen und Zusammenlegungen will die SWG weitere 80 Wohnungen vom Markt nehmen.
Ein Geheimnis des Erfolges sieht der SWG-Chef auch im Angebot des Unternehmens. Das Interesse an saniertem Wohnraum zu moderaten Preisen sei ungebrochen: Wollmann: "Mit einer Größe von im Schnitt 56 Quadratmetern bieten wir Wohnungen vor allem für Ein- bis Drei-Personen-Haushalte an
- und die sind in Schwerin besonders nachgefragt."
Um weitere Mieter gewinnen zu können, hat die SWG die Preise für Genossenschaftsanteile um etwa die Hälfte gesenkt. "Die Kosten entsprechen jetzt den auf dem übrigen Markt üblichen Kautionen", so Wollmann. Die Anteile könnten auch in Raten gezahlt werden.
Aufgrund der guten Finanzsituation blicken die SWG-Verantwortlichen zuversichtlich in die Zukunft: "Alle geplanten Modernisierungsvorhaben sind gesichert." Allein in diesem Jahr wird die SWG insgesamt 18 Millionen Euro investieren.

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24.05.2004
Nauen: Insolvenz abgewendet
Die Gefahr einer Insolvenz der Nauener Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft (Gewogena) ist abgewendet. Wie die Chefin des 2229 Wohnungen vermietenden Unternehmens, Manuela Aßmus, informierte, befinde sich das Unternehmen in einer langen Sanierungsphase. Für 2004 hätten sechs große Geschäftsbanken die Tilgungen ausgesetzt. Bis aber alle Verbindlichkeiten vom Tisch wären - Mitte vergangenen Jahres war von 85 Millionen Euro gesprochen worden - müssten Jahre vergehen.
Als Beruhigung an die Mieter gedacht, die Mitte 2003 von der Misswirtschaft der einstigen Gewogena-Geschäftsführung erfahren hatten, bekräftigte Manuela Aßmus, dass das Sanierungskonzept nicht auf den Rücken der Mieter ausgetragen werde. Zu veränderten Mieten komme es nur bei Abschluss neuer Verträge. Diesen gingen in der Regel Neubewertungen der Wohnungen voraus, was in der Folge höhere oder tiefere Mieten bedeuten könne.
Die Chefin sprach von "Neuorientierung des Unternehmens", um die Schulden abbauen zu können. Dazu gehöre die Übernahme von Dienstleistungen wie das Verwalten fremder Immobilien sowie das Erschließen neuer Geschäftsfelder, die es aber noch festzulegen gelte. Neubau in oder außerhalb von Nauen käme vorerst nicht mehr in Frage.
Notwendig seien zudem strukturelle Veränderungen, worunter ein geringerer Unternehmensaufwand zu verstehen sei. Einer weiteren "Personalanpassung" komme dabei die größte Bedeutung zu. Auch bliebe nichts unversucht, belastende Verträge zu beenden. Doch schon das Beispiel "Kaffeeautomat", den die einstige Geschäftsführung für 8000 Euro pro Jahr leaste, verdeutliche die Schwierigkeit. Man könne diese Maschine wohl zurückgeben, die Vertragsdauer aber bliebe, und dementsprechend lange müsse gezahlt werden.

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24.05.2004
Brandenburger sind zufriedene Mieter
Plattenbausiedlungen könnten, so eine Expertensorge, wegen das dramatischen Wegzugs ihrer Bewohner zu Geisterstädten werden. Um so überraschender ist das Ergebnis einer neuen repräsentativen, bislang unveröffentlichten Untersuchung im Auftrag des Potsdamer Bauministers Frank Szymanski, in der die Mietenentwicklung im Land und die Wohn-Zufriedenheit der Brandenburger untersucht wurde. Befragt wurden 2000 Märker, darunter 1000 Bewohner von Plattenbausiedlungen.
Danach sind selbst in diesen problembehafteten „Stadtumbau-Siedlungen“ 30 Prozent der Befragten mit ihrer Wohnqualität „zufrieden“ und weitere 39 Prozent „recht zufrieden“. Die Wohnzufriedenheit in der „Platte“ ist damit kaum geringer als im gesamten Land: Denn laut Befragung sind 36 Prozent der Brandenburger, egal, ob sie im Altbau, im Einfamilienhaus oder in der „Platte“ leben, mit ihrer Wohnqualität „zufrieden“ und 37 Prozent „recht zufrieden“. Auch die Zahl der Unzufriedenen hält sich in und außerhalb der Stadtumbau-Quartiere mit sieben Prozent bzw. acht Prozent etwa die Waage. Fazit: Wer heute in der „Platte“ wohnt, den stört offenbar wenig, dass die Leerstände rapide wachsen. In den Plattenbau-Quartieren sollen in den nächsten Jahren rund 50 000 leerstehende Wohnungen abgerissen werden.
Mit den eigenen vier Wänden scheinen die Brandenburger nach der Untersuchung überhaupt ganz glücklich zu sein: 81 Prozent Befragten finden ihre Wohnung „gut“ und „sehr gut“ – nur 34 Prozent waren das noch 1996.
Auffällig sind deutliche regionale Unterschiede. Die höchsten Netto-Kaltmieten werden demnach in Wachstumskommunen des „Speckgürtels“ fällig – in Städten mit durchschnittlich rund 5,07 Euro je Quadratmeter, in Gemeinden sogar mit 5,19 Euro je Quadratmeter. Zum Vergleich: In Städten mit „negativer Dynamik“, was die Regel in den an Einwohnerverlusten leidenden berlinfernen Regionen ist, sind es nur 3,89 Euro je Quadratmeter. Sichtbar ist dieses Wohlstandsgefälle auch bei den großen Städten. In Potsdam, die einzige große Stadt Brandenburgs mit Einwohnerzuwachs, beträgt die durchschnittliche Netto-Kaltmiete 4,99 Euro, wobei sie in Ein- und Zweifamilienhäusern (5,24 Euro) und nach 1991 errichteten Mehrfamilienhäusern (5,26 Euro) sogar noch höher liegt. In Cottbus, Frankfurt (Oder) und Brandenburg an der Havel, wo die Bevölkerung abnimmt, liegt das Mietniveau mehr als ein Euro geringer – bei 3,50 Euro je Quadratmeter. Für die Bewohner dort ein echter Vorteil, der sich in klingender Münze auszahlt In diesen drei Städten werden nur 25 Prozent des Haushaltseinkommens für die Miete fällig, in Potsdam beträgt die Belastung dagegen 37 Prozent. Bleibt den Potsdamer Haushalten nach Abzug der Miete im Durchschnitt ein „Resteinkommen“ von 1058 Euro, sind es in Frankfurt, Cottbus und Brandenburg immerhin 1337 Euro. In den boomenden Kommunen des Speckgürtels verfügen die Mieter sogar über ein Resteinkommen von 1515 Euro bis 1776 Euro.

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22.05.2004
Konkurrenz der Städte
Städte und Gemeinden brauchen mehr politische und finanzielle Spielräume – sie müssen zum einen mit ihren Bürgern sowie der Wirtschaft und zum anderen mit den Nachbar-Kommunen kooperieren. Das ist das Fazit des II. Nationalen Städtebaukongresses dieser Tage in Bonn.
Mehr als 76Prozent der bundesdeutschen Bevölkerung wohnt in Städten. Deren Erhalt und Entwicklung ist für Bundesbauminister Manfred Stolpe (SPD) von entscheidender Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Deutschland, wie er kürzlich auf dem II. Nationalen Städtebaukongress sagte. Stolpe verwies auf das seit Ende April geltende neue Baugesetzbuch. Mit diesem würden Umweltbelange und Mitwirkungsrechte der Öffentlichkeit gestärkt, das Baurecht vereinfacht sowie die Instrumente des Stadtumbaus und der Sozialen Stadt in das Gesetz integriert.
Das war auch dringend nötig. Dass schrumpfende Städte kein allein ostdeutsches Problem mehr sind, darauf verwies in Bonn Helmut Holter, Vorsitzender der Bauministerkonferenz sowie Bau- und Arbeitsminister in Mecklenburg-Vorpommern. Auch westdeutsche Städte spürten bereits deutlich die Wirkungen rückläufiger Einwohnerzahlen. Dies bedeute, Stadtgefüge mit kurzen Wegen und langen Öffnungszeiten zu schaffen, mit kleinen Verwaltungen und kreativen Freiräumen. Holter sprach sich für eine »Abrisskultur« aus. Der Stadtumbau sei mit dem Thema Baukultur zu verknüpfen, damit schrumpfende Städte von den Bürgern angenommen würden.
Holter plädierte wie andere für eine engere Zusammenarbeit der öffentlichen Hand mit der Wirtschaft. Dabei müsse die Wirtschaft akzeptieren, dass die demokratisch legitimierte Vertretung der Öffentlichkeit der Seniorpartner ist. Allianzen mit der Wirtschaft dürften nicht zu Lasten der Bürgerbeteiligung gehen. Ob für den Anspruch, dass die Kommune der Herr des Verfahrens in der Stadtplanung und bei der öffentlich-privaten Kooperation bleibt, rechtliche Vorschriften allein reichen, bleibt fraglich. Notwendig sind eine Finanzausstattung, die den Kommunen ihre Handlungsfähigkeit zurückgibt, kompetente kommunale Verwaltungen und vor allem eine engagierte Bürgerschaft.
Dennoch: Das Kräfteverhältnis zwischen öffentlicher Hand und privater Wirtschaft verschiebt sich immer weiter zu Gunsten der Unternehmen. Während Kommunen unter Finanznot, Bevölkerungsrückgang und Arbeitslosigkeit leiden, verweisen vor allem große Unternehmen auf ihre fehlende Standortbindung. Zwangsläufig wächst die Konkurrenz zwischen den Städten und Gemeinden. Herbert Schmalstieg, Vizepräsident des Deutschen Städtetages und Oberbürgermeister von Hannover, plädierte dementsprechend für eine enge Kooperation vor allem zwischen Kernstädten und Umlandgemeinden.
Kontroversen gab es auf dem Kongress um diverse Förderprogramme. So stünden noch immer Zuschüsse für den Wohnungsneubau (Eigenheimzulage) sowie für den Wohnungsabriss aus dem Stadtumbauprogramm Ost in den Kommunen nebeneinander. Wolfgang Kunz, Stadtplanungsamtsleiter in Leipzig, verwies darauf, dass in Leipzig 14Prozent der Wohnungen nach 1989 gebaut wurden. Viele davon seien nicht bedarfsgerecht und verschärften die Leerstandsprobleme.
Raum zu bieten für das Wohnen, ist die wichtigste Funktion der Städte. Deswegen wird aus Sicht von Lutz Freitag, Präsident des Bundesverbandes deutscher Wohnungsunternehmen, der bestehenden Stadt und ihren Wohnquartieren künftig mehr Aufmerksamkeit zu widmen sein als dem Neubau. Dazu gehörten Wohnumfeldverbesserungen und das soziale Quartiersmanagement. Noch immer werden übrigens täglich in der Bundesrepublik 105 Hektar Boden neu in Anspruch genommen. Dies ist zwar weniger gegenüber den 130Hektar im Jahr 2000, aber bei rückläufiger Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung auch kein Ruhmesblatt, wie Achim Großmann, Staatssekretär im Bundesbauministerium, feststellte. Das habe mit einer nachhaltigen Stadtentwicklung wenig zu tun.
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21.05.2004
Hoyerswerda: Öffnung für 400 Meter lange Häuserzeile
Im Rahmen des Stadtumbaus wird der Wohnkomplex IX langfristig gesehen eine große Wandlung erleben. Eine Vielzahl der Gebäude dürfte abgerissen werden. Was in einigen Jahren überhaupt bleiben wird, weiß derzeit noch niemand. Und so wird der gesamte Wohnkomplex zunächst erst-einmal von der Bebauung her aufgelockert. Für eines dieser mittelfristig angelegten Stadtumbau-Projekte in diesem Gebiet übernimmt die LebensRäume-Genossenschaft jetzt die Vorreiterrolle: Die langen geschlossenen Häuserzeilen entlang der großen Erschließungsstraßen werden schrittweise geöffnet. Das soll durch den Rückbau einzelner Häuser innerhalb dieser Zeilen erfolgen. Den Auftakt bildet entlang der doppelspurigen Stauffenberg-Straße das Haus Scharnhorststraße 44-47. Der Freizug ist seit langem abgeschlossen. Seit wenigen Tagen wird der Plattenbau entkernt, reißt man sämtliche Einbauten, Türen, Fenster, Kellerverschläge und ähnliches raus. Anschließend soll der Plattenbau abgerissen werden.
Am südlichen Ende der Häuserzeile wird in diesem Jahr auch noch die Wohnungsgesellschaft aktiv werden und den Elfgeschosser Scharnhorststraße 4/5 abreißen. Das Bindeglied zur restlichen Häuserzeile, die einstige Bauverwaltung, war von der Stadtverwaltung Hoyerswerda bereits vor zwei Jahren entfernt worden.
Der Wohnkomplex IX wurde im Wesentlichen in den Jahren 1972 bis 1975 errichtet. Die meisten der etwa 2 700 Wohnungen befanden und befinden sich in Fünfgeschossern. Der Rückbau erreichte den Wohnkomplex vor vier Jahren, als die Schwimmhalle abgerissen wurde. Es folgten bislang eine Kindereinrichtung, drei Wohnblöcke und ein großer Teil des Schillstraßen-Hochhauses.
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20.05.2004
Berlin: Degewo plant Abriss weiterer Plattenwohnungen
Im Norden Marzahns und in Biesdorf sollen weitere Häuser mit etwa 2500 Plattenwohnungen zurückgebaut, 1200 davon abgerissen werden. Die Degewo-Unternehmensgruppe prüft vier Wohnquartiere, in denen viele Elfgeschosser noch nicht saniert sind und der Leerstand bis zu 30 Prozent beträgt. "Es handelt sich um die Schorfheidestraße, die Karl-Holtz-Straße, das Viertel um die Ringkolonnaden an der Mehrower Allee und die Cecilien/Wuhlestraße", sagte gestern Sprecherin Birgit Hoplitschek.
Als Motivation diene das derzeitige erste große Berliner Stadtumbau-Ost-Projekt "Ahrensfelder Terrassen" im Karree Havemannstraße/Rosenbecker Ring/Eichhorster Straße. Dort werden elfgeschossige Blocks zu Stadtvillen mit drei bis sechs Etagen umgebaut. Von 1670 Wohnungen bleiben 409 umgestaltete übrig, darunter 45 Apartments mit Dachgärten. Kosten: 30 Millionen Euro. Die Degewo hofft, dass der Senat bei dem neuen Projekt wieder mindestens zehn Millionen Euro beisteuert.

morgenpost.berlin1.de

20.05.2004
Sachsen-Anhalt will längere Frist

Sachsen-Anhalt will die derzeit einjährigen Vereinbarungen über die Bereitstellung von Bundesmitteln für den Städte- und Wohnungsbau durch mehrjährige ersetzen.
Eine entsprechende Initiative will das Land im Bundesrat starten und hofft dabei auf die Unterstützung anderer Länder, teilte das Bauministerium am Mittwoch in Magdeburg mit.
Bauminister Karl-Heinz Daehre (CDU) verwies darauf, dass sich die Bauminister der Länder bereits bei ihrer Konferenz im November 2002 einstimmig für die Rückkehr zu dem bis 1994 praktizierten Verfahren ausgesprochen haben. "Eine solche Regelung würde den bürokratischen Aufwand deutlich verringern und zugleich den Kommunen mehr Planungssicherheit geben", sagte Daehre. Ungeachtet dessen beabsichtige der Bund auch 2004 nur eine Übereinkunft mit einjähriger Geltungsdauer abzuschließen. Bis 2009 stehen aus dem Bund-Länder-Programm "Stadtumbau Ost" etwa 435 Millionen Euro für den Abriss dauerhaft leer stehender Wohnungen sowie für Aufwertungsmaßnahmen zur Verfügung. In Sachsen- Anhalt sind seit 2002 45,3 Millionen Euro für Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes und 56,5 Millionen Euro für den Rückbau bewilligt worden. Damit können etwa 17 000 Wohnungen vom Markt genommen werden. Bislang wurden knapp 8 200 leer stehende abgerissen.
In den vergangenen Jahren ist es bei der Vereinbarung über das Bund-Länder-Programm, dem alle Länder zustimmen müssen, immer wieder zu Verzögerungen gekommen. Im vergangenen Jahr wurde es erst Ende Juli verabschiedet. Als einziges Bundesland hatte Sachsen-Anhalt eigene Gelder vorgestreckt, um Verzögerungen zu vermeiden. Nach Angaben des Bundesbauministeriums ist die Zunahme des Wohnungsleerstandes in den neuen Ländern weitgehend gestoppt. Das habe eine Umfrage unter 61 Wohnungsunternehmen ergeben, teilte das Ministerium am Mittwoch mit.

www.mz-web.de

19.05.2004
Rheinland-Pfalz: verweigert sich der resignativen Immobiliendebatte
Immobilienwahrheit und Immobilienfiktion liegen in dem großen Umbruch, den die deutsche Baupolitik zurzeit durchleidet, dicht beieinander. Das hat etwas mit dem unterschiedlichen Kenntnisstand und Erfahrungshorizont zu tun, der oft von Stadt zu Stadt, ja von Stadtteil zu Stadtteil wechselt. Es hat mit der Ungleichzeitigkeit von Entwicklungen zu tun, die - wenn die Demografen Recht behalten - alle Städte und Gemeinden früher oder später ereilen werden. Es hat mit unterschiedlichen Ideologien zu tun, die ein und dieselbe Entwicklung bald rabenschwarz, bald rosarot erscheinen lassen. Und es ist Ausfluss der Tatsache, dass es regionale Sonderentwicklungen gibt, die spezifische Antworten verlangen.
Wenn es daher in diesen Tagen zu zahllosen Konferenzen kommt, die alle um das Thema Überalterung, Bevölkerungsschwund und Leerstand kreisen, so spiegelt sich darin vorrangig eines: die Suche nach dem eigenen Standort, nach regionalen und lokalen Chancen und Perspektiven, aber auch nach Steuerungsinstrumenten, mit denen der Stadtumbau gelenkt werden kann. Eine Veranstaltung dieser Art mit Modellcharakter war das "Bauforum Rheinland-Pfalz" in Trier mit der konkreten Aufgabenstellung: "Wohnstandort im Wandel - Bevölkerungsentwicklung, Wohnungsmarkt und kommunale Infrastruktur".
Und hier kam Sonderbares, fast Kurioses zu Tage. Das Bundesland an der deutschen Westgrenze nimmt an der Leerstandsdiskussion nicht teil. Denn hier - so die Referenten - ist die Welt noch weitgehend in Ordnung. "Es gibt kein uns vorgegebenes Schicksal, dass in den kommenden fünfzig Jahren die Bevölkerung um über eine Million abnimmt", so Staatssekretär Ingolf Deubel. Und weiter: "Für Rheinland- Pfalz erwarte ich in den nächsten 15 bis 20 Jahren noch eine Bevölkerungszunahme. Deutsche-Bank-Research spricht von einem Wachstum von 4,2 Prozent."
Das klingt euphemistisch, doch die Gastgeber konnten mit Fakten aufwarten. Rheinland-Pfalz und besonders die Grenzregionen um Trier profitieren von Pendlern aus Luxemburg und Lothringen. Rainer Richarts, Leiter des Bauforums und der Landestreuhandstelle Rheinland-Pfalz (TRP), zieht einen kühnen Vergleich: "Während früher die Nationalstaaten gefährliche Einrichtungen wie Kernkraftwerke oder Sondermülldeponien gern an die Grenze setzten, erleben wir nun, dass um Luxemburg herum Wohngebiete platziert werden. Es entsteht offenbar ein Speckgürtel um dieses reiche Land."
Was der Vertreter des Nachbarlandes dazu anmerkte, klang eher wie ein Hilferuf: "Unsere Bevölkerung, " so Luxemburgs Mittelstands-Ministerialrat Daniel Miltgen, "wächst um 1,5 Prozent/Jahr, seit 1980 hat sich die Einwohnerzahl um 24 Prozent erhöht, die Zahl der Haushalte in zehn Jahren um 18 Prozent. Mit der Folge, dass die Bodenpreise explodieren - und der Markt stagniert. Wir verzeichnen einen Rückgang der Baugenehmigungen in den letzten acht Jahren um 36 Prozent. Es mehren sich die Stimmen, die warnen: Das Boot ist voll. Ich hoffe auf grenzüberschreitende Lösungen."
Diesseits der Grenze allerdings blieb das Echo auf derlei Darlegungen schwach. "Wir haben eben noch Fläche und Entwicklungspotenzial", konstatierte Regierungsvertreter Deubel. Und Jürgen Leif von der Sparkassen-Service Gesellschaft Rheinland-Pfalz veranschaulichte es am Beispiel des Dorfes Echternacherbrück: Hier haben 16 Deutsche und 19 Luxemburger Eigenheime errichtet - für Leif ein Beispiel von "Dorfentwicklung", für Kritiker des Flächenverbrauchs in Deutschland, wie sie auf dem II. Nationalen Städtebaukongress in Bonn vor einer Woche zu Wort kamen, ein Musterfall von "Suburbanisierung".
"Bis 1870 hat unser damals armes Land noch Jahr für Jahr Tausende in die Auswanderung getrieben, weil es seine Menschen nicht mehr ernähren konnte. Jetzt, wo es uns besser geht als mancher anderen Region, lassen wir uns die Butter nicht vom Brot nehmen", bekräftigt Bauforumschef Richarts, aber Leerstände, das räumt er ein, gibt es - "vereinzelt" - auch schon im glücklichen Rheinland-Pfalz. Doch wie hatte schon der Staatssekretär gesagt? Wir setzen uns "bewusst von aktuellen sprachlichen Übertreibungen ab, von fast hysterisch zu nennenden öffentlichen Debatten über die Zukunft."

www.welt.de

19.05.2004
Halle: Hoffnung sprießt aus Brachen
Der Osten leert sich. Sachsen-Anhalt zum Beispiel soll nach jüngsten Prognosen im Jahr 2050 nur noch 1,1 Millionen Einwohner zählen, das sind halb so viele wie heute. Eine sichtbare und nicht einmal die dramatischste Folge ist der Leerstand. 200000 Wohnungen sind derzeit ohne Nachfrage. Wie die anderen neuen Länder hat Sachsen-Anhalt das Programm "Stadtumbau Ost" aufgelegt, mit dem der Abriss von etwa der Hälfte dieses Überschusses bis zum Jahr 2010 massiv gefördert werden soll.
2010 ist auch das Stichjahr für die "Internationale Bauausstellung (IBA) Stadtumbau". Inhaltlich unter der Ägide des Dessauer Bauhauses, das für sein IBA-Büro prestigeträchtig die teuer restaurierten Räume des einstigen Gropius-Architekturbüros eingerichtet hat, will das Land beispielhafte Lösungen auf die Frage suchen: Was folgt aus der Schrumpfung der Städte? Für das flache Land gibt es eine vergleichbare Denkfabrik noch nicht, obwohl die Auguren das Verschwinden ganzer Dörfer und entvölkerte Landstriche wie nach dem Dreißigjährigen Krieg vorhersagen. Diese Tendenz wird sich durch den politischen Willen, Förderung auf "Leuchttürme" zu konzentrieren, noch verstärken.
Der Druck auf den städtischen Wohnungsmarkt ist enorm, weil die Existenz der ostdeutschen Wohnungsgesellschaften durch den Leerstand bedroht ist. Deren Interesse am Abrissprogramm wächst ferner dadurch, dass damit auch ein Teil der Altschulden vom Staat übernommen wird.
Trotz IBA und anderen Initiativen ist bis jetzt noch in keinem Umbau-Ostland ein Rezept dafür gefunden worden, wie die Städte schrumpfen und dabei an Qualität noch gewinnen können. Eben das wünschen sich die Vordenker einer "Entwicklung ohne Wachstum". Tatsächlich herrscht auf den Podien zu diesem Thema meist eher Ratlosigkeit als Aufbruchsstimmung.
Die Plattenbaustädte und Großsiedlungen aus DDR-Zeiten sind da noch in einer relativ einfachen Position, weil sie mit Bausubstanz hantieren, die von begrenztem Denkmalwert ist. Nirgends wurde durch architektonisch ambitionierten Um- und Rückbau so viel erreicht wie im thüringischen Leinefelde. Die ehemalige Bergarbeiterstadt gilt heute als Vorzeigemodell für vielfältige neue Wohnformen im typisierten Wohnungsbau der 60er und 70er Jahre. Derlei bauliche Experimente sind anderswo nach einzelnen Initiativen stecken geblieben und es ist angesichts schwindender Fördermittel fraglich, ob sie nennenswert Nachahmung finden. Quartiersabrisse sind unvermeidlich geworden.
Doch genau da stellt sich die Frage, was anschließend aus den Brachen wird. Dessau hat als IBA-Projekt ein "Grünes Band" vorgeschlagen: Geplante Abrissflächen sollen zu Landschaftszügen mit geringer Pflegeanforderung und hohem Freizeitwert zusammengefügt werden. Eine Kunstinitiative in einem geplanten Abrissgebiet von Halle-Neustadt wiederum will die Bewohner umliegender Quartiere dazu animieren, auf der Brache Gärten nach eigenem Gusto anzulegen.
Was aber wird mit den Innenstädten? Dort grassiert der Leerstand genauso und bedroht historische Bausubstanz - und damit das überlieferte Bild der alten Stadt. Erklärtermaßen will Stadtumbau Abriss und Aufwertung zugleich sein. Die Frage ist nicht entschieden, ob die "Perforation" - das Herausnehmen einzelner Bauten oder Quartiere - dem Problem gerecht wird oder die "konzentrische Schrumpfung". Tatsächlich könnten rechnerisch in vielen mittleren Städten wie etwa Aschersleben die Kerne belebt werden, wenn die Bewohner der Plattenquartiere umzusiedeln wären. In einer Großstadt wie Leipzig sieht es anders aus, weil viele Gründerzeitviertel aufgrund hoher Verkehrsbelastung mit keiner Nachfrage mehr rechnen können.
Abgesehen von der schwachen wirtschaftlichen Basis sehen sich aber die Innenstädte vor allem mit dem Wunsch nach modernen und familiengerechten Lebensformen konfrontiert. IBA-Projekte etwa in Wittenberg und Köthen wollen durch die Konzentration auf Themen Nischen von Wachstum fördern. Eisleben entkernt ein Quartier, um verbleibenden Bewohnern mehr Raum für Entfaltung zu geben. Stadtumbau, so ist mittlerweile im Landesbauministerium zu hören, muss sich aber stärker als bisher von üblicher Stadtsanierung erkennbar abheben. Das Experiment auf dem Weg zu einem neuen Bild der Städte steht noch aus.

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19.05.2004
Aschersleben: Eine «Platte» wird wieder salonfähig
Der lange Arm des Krans weist den Weg zu einer kleinen Sensation in Aschersleben. Zumindest ist das, was die Wohnungsgenossenschaft "Einigkeit" mit ihren Wohnungen in der Fritz-Knape-Straße vorhat, bisher einmalig in der Einestadt. Seit Dienstag gwird die "Platte" salonfähig gemacht, Baulärm erfüllt das Areal.
Wenn Krane, Bagger und Bauarbeiter Anfang Dezember abgezogen sind, dann soll der Wohnblock kaum wiederzuerkennen sein. Gekürzt, an mehreren Stellen um zwei Stockwerke gekappt, mit schmückenden Elementen wie gläsernen Loggias und runden Balkonen versehen - soll er sich zeitgemäß präsentieren und vor allem komfortabel für seine Bewohner sein.
Denn auch innen wird sich allerhand tun: Aus ehemals 60 Wohnungen werden 34 - in sieben verschiedenen Varianten zugeschnitten: von niedlich-kleinen 45 Quadratmetern über 80 Quadratmeter bis hin zum luxuriösen Penthouse hoch oben über dem Dach.
"Die Genossenschaft beweist hier Mut und Kreativität, denn hier wird abgerissen und gleichzeitig aufgewertet", so Ronald Meißner, Direktor des Verbandes der Wohnungsgenossenschaften. So werde das Thema Stadtumbau "mit Leben erfüllt", meint auch der verantwortliche Architekt Peter Schaltke.
Insgesamt fließen 2,16 Millionen Euro in das Projekt, davon sind rund 330 000 Euro Fördermittel. Weitere 84 000 Euro aus dem Programm zur Abrissförderung, die bereits 2002 und dann noch einmal 2003 beantragt worden sind, wurden bis jetzt noch nicht bewilligt. "Wir mussten aber jetzt anfangen, um die Investitionszulage in Höhe von 187 000 Euro nicht zu gefährden", erklärt Peter Schröter, Chef der Wohnungsgenossenschaft. Viele der Mieter, die vor Beginn der Bautätigkeit vorübergehend in eine andere Wohnung gezogen sind, wollen zurückkommen, haben sich "ihr" neues Zuhause bereits vormerken lassen - trotz der höheren Miete, die nach der Sanierung auf sie zukommt. Lag der Mietpreis vor der Sanierung bei 3,60 Euro pro Quadratmeter, wird er danach bei 4,80 Euro landen.
"Das Interesse ist groß, die Leute kommen, gucken und fragen", weiß auch Bauunternehmer Achim Jahn aus Frose, dessen Firma als Generalauftragnehmer mit der Bauausführung beauftragt wurde. Weihnachten sollen sie schon in ihren neuen "alten" vier Wänden feiern können.

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19.05.2004
Frankfurt: In der Kritik: Forum Stadtumbau
Seit dem 2. Dezember 2003 gibt es in der Scharrnstraße 18 das Forum "Stadtumbau". Zeit, um ein knappes halbes Jahr nach Eröffnung Bilanz zu ziehen, was gut läuft, wo die Vorhaben zu hoch gesteckt waren, was verändert werden muss.
Stadtumbaumanager Frank Strohecker bringt es auf den Punkt: "Wir haben uns viel vorgenommen. Doch ein Teil der Aufgaben können wir nicht leisten." Als Beispiel - da ist er sich mit Wilfried Redlich aus der Abteilung Stadtentwicklung einig - nennt er die so genannte Härtefallbetreuung. "Die muss Sache von Vermietern und Versorgungsämtern sein", betont auch Wilfried Redlich. Die Erarbeitung von sozialen Begleitmaßnahmen und das Forum als Anlaufstelle für Beschwerden, waren auch eher Wunschkinder als in der Realität umsetzbar.
Ursache dafür, dass jetzt noch einmal die Aufgaben näher unter die Lupe genommen werden, ist die Tatsache, dass rund 260 Menschen zwar im Forum bislang betreut wurden, aber nicht alle wirklich zufrieden waren mit den Antworten. Darüber beschwerte sich auch Hartmut Höhne vom Mieterverein in einem offenen Brief.
Für manchen Vorwurf können die Mitarbeiter jedoch nichts. Denn das Forum soll, so steht es auch im Werbeflyer, ein neutraler Anlaufpunkt für alle sein, die einen Überblick über die Umgestaltung, die Abrisse in der Stadt haben wollen. "Diesen Überblick können wir geben, aber nicht, welche Wohnblocks sicheren Bestand haben", räumt Strohecker ein häufig kritisiertes Manko ein.
Abhilfe soll es bald geben, sagt Redlich. So wird den Stadtverordneten im Juni eine Fortschreibung des Stadtumbaukonzeptes vorgelegt. Vorgeschlagen wird darin, flächenhaft Abrissgebiete darzustellen. "Damit bliebe Spielraum für Vermieter und Mieter. Erstere haben eine Option und die Mieter wissen, welche Gebäude unsicher im Bestand sind", argumentiert Redlich.
Wichtig empfinden beide Gespräche mit Bürgern, die ihnen persönliche Sorgen mitteilen. Manchmal häufen sich die Beschwerden über einen geplanten Abriss aus ganz bestimmten Ecken. "Das sind wichtige Hinweise für uns, zu schauen, ob die Abrissliste verändert werden muss", so Strohecker.

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19.05.2004
Görlitz: Fensterbauer Schlegel hat bald freie Sicht
Seit 2001 wird in Görlitz intensiv über Stadtumbau – Abriss von Gebäuden, Umgestaltung und Aufwertung von Stadtquartieren – diskutiert. Erste Maßnahmen sind erfolgt. Auch im Sanierungsgebiet Gründerzeitviertel tut sich einiges. Die Abrissbirne wird jetzt zwei marode Wohnhäuser auf der Cottbuser Straße entfernen.
Im Sanierungsgebiet Gründerzeitviertel drehen sich zurzeit Baukräne – auf der Bautzener Straße und der Mittelstraße, wo ein Gewerbezentrum beziehungsweise ein Kindergarten entstehen. In zwei Wochen wird in dem Quartier auch die Abrissbirne zu Werke gehen. Auf der Cottbuser Straße 26 und 27. Die maroden Wohnhäuser von Fensterbauer Manfred Schlegel werden abgerissen.
Der Unternehmer geht mit dieser Information vorsichtshalber in die Öffentlichkeit. Damit nicht jemand denkt, seine Firma sei jetzt weg vom Fenster. Manfred Schlegel hat dem Abriss zugestimmt, weil sein Hinterhofdasein dann beendet und er mit seinem Firmensitz von der Straße aus besser zu sehen ist. Hinter Ruinen versteckt zu sein, ist für ihn auf Dauer nicht so angenehm. Denn nach der Insolvenz vor vier Jahren ging und geht es mit der Firma weiter. Mieter hatte Manfred Schlegel in seinen Wohnhäusern zuletzt in den 80er und in den 90er Jahren. Die Hoffnung auf Haussanierung sei geschwunden, berichtet der Grundstückseigentümer. Auch die rückgängigen Einwohnerzahlen und die Schwierigkeiten vieler Vermieter, sanierte Wohnungen an den Mann zu bringen, haben ihn zum Abriss tendieren lassen. Auf seiner Skizze ist zu sehen, wie es hier an der Straße künftig aussehen könnte. Zwei Reihen Bäume sollen die Straße säumen. Dahinter sollen noch einige Parkplätze dazukommen. Manfred Schlegel verspricht sich eine Aufwertung seines Firmenumfeldes. Und er erzählt, dass zwei weitere Häuser auf der Rauschwalder Straße weichen sollen.
Der für die Sanierungsgebiete zuständige Stadtplaner Hartmut Wilke weist darauf hin, dass jetzt nur von Manfred Schlegel Anträge auf Abriss vorliegen. Trotz Förderung des Abrisses mit 70 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche würden sich Grundstücksinhaber im Gründerzeitquartier nicht um Abriss reißen. Das sei auch nicht Sinn der Sache. Denn nicht die Sanierungsgebiete seien Schwerpunkte des Rückbaus, sondern Stadtteile wie Königshufen, Weinhübel und Rauschwalde. In der Innenstadt würden punktuell zur Aufwertung der Gebiete Häuser zum Abriss freigegeben, „wenn die Grundstücksbesitzer es wollen“. Die Stadt mache Vorschläge, beschließe aber konkret keinen Abriss und werde niemanden dazu nötigen. Die Veränderung im Bereich Cottbuser Straße/Rauschwalder Straße sei eine der Ausnahmen, die das Viertel mit Begrünung attraktiver machen soll. Ein weitere Begründung für die Abriss-Genehmigung führte Hartmut Wilke ins Feld: Die Sanierung der Cottbuser Straße 26/27 wäre wegen der Baugrundprobleme kaum finanzierbar gewesen. Die beiden und weitere Häuser seien hier auf einer aufgefüllten Grube gebaut worden.
Stadtplaner Wilke bedauert, dass beim Rückbau nur 20 Prozent der Förderung für die Aufwertung zur Verfügung stehen. Von den 20 Prozent würde ein Großteil (80 Prozent) für die technische Infrastruktur aufgewendet werden müssen. „Für die Neugestaltung der Flächen bleibt leider nicht viel übrig“, sagt er. Die Stadt hoffe, dass es am Ende nicht nur zum Rasen einsäen auf der freien Fläche reicht.

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18.05.2004
Bremen: Pilotprojekt für den Stadtumbau in Bremen begonnen
In Bremen hat die erste komplette Neugestaltung eines Stadtteils inklusive Abriss von Plattenbauten in Westdeutschland begonnen. Nach vorbereitenden Arbeiten wird in der Hochhaussiedlung Tenever bis Ende September ein erstes von vier Häusern mit insgesamt 650 Wohnungen abgerissen. Andere Wohnblocks werden in den kommenden Jahren im großen Stil saniert.
Insgesamt kostet die Projekt 72 Millionen Euro. Der Bund fördert die Neugestaltung mit drei Millionen Euro aus dem Programm «Experimenteller Wohnungs- und Städtebau» nach Vorbildern aus den neuen Bundesländern. Das Vorhaben in Bremen ist das erste von elf geplanten «Stadtumbau West»-Projekten. Grund für die Neugestaltung seien Wohnraum-Überkapazitäten sowie die Verwahrlosung der Wohnungen in der Siedlung, sagte Ralf Schumacher von der Projektgesellschaft OTG. Ziel sei, Fehlplanungen zu korrigieren.
Die Hochhaussiedlung mit insgesamt 2.700 Wohnungen war in den 70er Jahren als so genanntes Demonstrativbauvorhaben des Bundes entstanden. Dahinter stand Schumann zufolge die Vorstellung, dass Bremen um die Jahrtausendwende mehr als 800.000 Einwohner haben werde. Auch habe damals die verdichtete Bauweise als modern gegolten.

de.news.yahoo.com

18.05.2004
Sebnitz: Rathaus geht in die Offensive
Das Sanierungsgebiet in Sebnitz soll erweitert werden. Derzeit laufen vorbereitende Untersuchungen. Die Befragung von Hauseigentümern über geplante Bauvorhaben ist ein Teil davon. Außerdem hat Sebnitz eine neue Offensive gestartet, um Grundstücksbesitzer für das Stadtumbau Ost-Programm begeistern zu können.
Schon seit Jahren nutzt Sebnitz ein spezielles Förderprogramm zur Innenstadtsanierung für Hauseigentümer. Bislang flossen über 8,8 Millionen Euro in umfangreiche Sanierungsvorhaben, sowohl in private als auch in öffentliche.
Etwa 5,8 Millionen Euro gaben Bund und Land dazu. Die Stadt Sebnitz investierte 2,9 Millionen Euro an Eigenmitteln. Doch bislang war das Sanierungsgebiet nur auf die Innenstadt beschränkt. Das soll sich ändern. Bereits im letzten Jahr gaben die Stadträte grünes Licht, das Sanierungsgebiet zu erweitern.
Inzwischen laufen die Untersuchungen dafür. Geplant ist unter anderem, den bislang ausgesparten Bereich an der Langen Straße, die Promenade, den Randweg, die Finkenbergstraße zu erweitern. Außerdem soll künftig auch die Böhmische Straße sowie das gesamte Gebiet Weberstraße mit aufgenommen werden. Die Grundstückseigentümer in diesem Bereich erhielten im April Post aus dem Rathaus. In Fragebögen sollten sie Auskunft geben über ihre geplanten Bauvorhaben. „Wir wollen die Erweiterung des Sanierungsgebietes gezielt steuern. Deshalb haben wir auch alle betreffenden Hauseigentümer angeschrieben“, sagt der Sebnitzer Oberbürgermeister Mike Ruckh (CDU) zum Ziel der Aktion. Die Fragebögen werden nun im Rathaus ausgewertet und letztlich auch der Bedarf ermittelt.
Auch im Programm Stadtumbau Ost ging die Stadt jetzt erneut in die Offensive. So wurden in den letzten Wochen Häuser an prägnanten Stellen unter die Lupe genommen. An die 55 Hauseigentümer bekamen dann Post aus dem Rathaus. Darin wurden sie auf die Fördermöglichkeiten für verschiedene Baumaßnahmen hingewiesen. Entscheiden müssen die Grundstücksbesitzer aber selbst, denn zu jeder Baumaßnahme gehört auch ein Eigenanteil. „Das Stadtumbau Ost-Programm kann ein Konjunkturprogramm sein. Als solches verstehen wir es auch und gehen deshalb auch offensiv an die Hauseigentümer ran“, so OB Ruckh. Zudem wurden an die 40 Handwerker und Architekten angesprochen, damit auch sie Bauwillige über Fördermöglichkeiten informieren können.
Die Stadt erhofft sich von dieser Aktion noch einmal einen weiteren Zuwachs an Anträgen. Seit Programmbeginn bewilligte der Stadtrat inzwischen über 516 000 Euro Fördermittel. Das entspricht letztlich einer Investitionssumme von über 2,2 Millionen Euro für die verschiedensten Vorhaben. Bislang wurden insgesamt 1,8 Millionen Euro für den Programmteil Aufwertung bewilligt, etwa 1,2 Millionen Euro davon steuerten Bund und Land bei. Die Restsumme musste die Stadt Sebnitz aus dem eigenen Haushalt locker machen.
Günstiger kommt Sebnitz im Programmteil Rückbau. Dort muss die Stadt keine Eigenmittel investieren. Von Bund und Land wurden bislang an die 863 000 Euro bewilligt
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18.05.2004
Berlin: Grün statt Platte
Es gibt in der Großsiedlung Hohenschönhausen Gebäude, die haben zwar die Wende überstanden, doch schon lange keine Nutzer mehr. Das Institut für Lehrerbildung "Clara Zetkin" (IFL) an der Wustrower Straße gehört dazu. In dem Komplex mit Hörsälen waren bis zur Wende Unterstufenlehrer, Pionierleiter und Heimerzieher ausgebildet worden. Vor zwölf Jahren gingen in dem Vorzeigebau von DDR-Volksbildungsministerin Margot Honecker die Lichter aus. Nur vereinzelt nutzte der Bezirk noch Räume dort. Seit einigen Monaten ist das Ensemble komplett verwaist - denn es wird in den nächsten Wochen dem Erdboden gleichgemacht.
Das IFL steht auf der Abrissliste von Lichtenbergs Stadtentwicklungsstadträtin Katrin Lompscher. Im Rahmen des Programms Stadtumbau Ost kann der Bezirk allein für das Plattmachen der Lehrer-Schmiede eine Million Euro ausgeben. Insgesamt gibt es in diesem Jahr 3,2 Millionen Euro. Neben dem IFL sind Mittel für sechs Schulen und drei Kindertagesstätten bewilligt worden. "Wenn es für solche Häuser keine Nachnutzung gibt, ist der Abriss die beste Lösung", sagt Lompscher. In den meisten Fällen bedeute die Beseitigung der zum Teil seit Jahren leer stehenden Gebäude eine Aufwertung für die Wohngebiete. Denn statt Neubauten entstehen teilweise Grünflächen oder Parks, einige Grundstücke gehen aber auch an den Liegenschaftsfonds.
Anders als in Marzahn-Hellersdorf werden in Lichtenberg aber nur öffentliche Einrichtungen abgerissen - bis auf eine Ausnahme. Das 18-geschossige Wohnhaus an der Frankfurter Allee wird seit Dezember Platte für Platte demontiert. Jetzt steht von dem Koloss nur noch die erste Etage. "Bis Ende Juli haben wir an der Stelle eine Grünfläche angelegt", sagt Angela Reute, Sprecherin der Wohnungsbaugesellschaft Howoge. Ihr gehört das Grundstück, auf dem langfristig ein Wohn- und Geschäftshaus entstehen wird.

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18.05.2004
Rostock: Spielplätze und Rückbau gefördert
Lange hat Groß Klein auf diesen Durchbruch gewartet: 12,2 Millionen Euro Städtebauförderung flossen ins Gebiet. Morgen wird der zweite von drei Bauabschnitten freigegeben.
So profitieren drei Schulen im Rostocker Stadtteil Groß Klein mit einer riesigen gemeinsamen Grünfläche von dem Vorhaben: Über 17 300 Quadratmeter Fläche des Gesamtschulkomplexes Takler- und Gerüstbauerrings werden mit Hilfe von 2,2 Millionen Euro aus dieser Förderung umgestaltet. Damit übernimmt das Land 2,8 Millionen Euro.
"Das Areal soll einerseits Schulhof, andererseits öffentliche Erholungsfläche für die Anwohner sein", erklärt Bauminister Helmut Holter. "Ziel ist es, dass es alle Altersgruppen nutzen können."
Verschiedene Sitzmöglichkeiten entstanden. Ein Themenspielplatz "Wasser und Schiffe" bietet ein Schiffswrack. "Ziel ist es, dass das Gelände von Kindern bis Senioren genutzt werden kann".
Groß Klein wird seit 1993 aus dem Wohnumfeldprogramm, seit 1999 aus dem Förderprogramm Soziale Stadt und seit 2002 aus dem Programm Stadtumbau Ost finanziell unterstützt. In diesem Zusammenhang wurde der Jugendklub "224" mit 248 000 Euro und eine Einrichtung für Betreutes Wohnen für körperlich und geistig behinderte Jugendliche mit 32 000 Euro gefördert.
Darüber hinaus sind 343 Wohnungen in Groß Klein mit Rückbauzuschüssen abgerissen worden. Weil die Kommune Veränderungen in dieser Dimension nicht allein bewältigen kann, sind Förderprogramme daher weiterhin wichtig, betonte Minister Holter.

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16.05.2004
Nordrhein-Westfalen: Große Lösungen für Problem-Stadtteile
Die Wohnungsunternehmen im Ruhrgebiet sorgen sich um ihren Wohnungsbestand. Sie fürchten, schrumpfende Bevölkerung, zunehmende Leerstände und soziale Probleme könnten zu riesigem Wertverlust führen, die Mieten drücken und Investitionen erschweren.
Die Größe des Problems zeigt sich in Herne. Die Stadt könnte bis 2015 rund 12 000 Einwohner verlieren, prognostiziert das Landesamt für Statistik. Die Herner Wohnungsfirmen gaben deshalb beim Institut für Wohnungswesen der Uni Bochum eine Marktprognose in Auftrag. Resultat: Bis 2015 hat Herne 3500 Wohnungen zu viel. Um den Markt stabil zu halten, müssten jährlich bis zu 270 Wohnungen abgerissen werden.
Vor ähnlichen Perspektiven stehen auch andere Städte. Die Wohnungsunternehmen stellen sich auf die Lage ein. Essens Wohnungsfirmen vereinbarten, eng zu kooperieren: 100 Mio Euro wollen sie jährlich investieren, um 20 000 Wohnungen zu modernisieren.
Der Erneuerungsbedarf ist groß im Revier. Viele Häuser stammen aus den 50er und 60er Jahren. Die Unternehmen wollen sanieren, modernisieren, aber auch abreißen und neu bauen. "Das tun wir längst", sagt THS-Geschäftsführer Karl-Heinz Cox. Er verweist auf Essen-Vogelheim. Dort polieren THS, Allbau und Wohnbau Westfalen ihre Bestände in enger Kooperation auf. "Das reicht aber nicht. Wir brauchen große Lösungen."
Das meint auch Allbau-Chef Dietrich Goldmann. Massive Anstrengungen seien nötig, "ähnlich wie in der Nachkriegszeit". Gefährdete Stadtteile seien nur zu retten, wenn Land, Städte und Unternehmen kooperierten, meint Cox. Gagfah-Geschäftsführer Hen-drik Jellema fügt hinzu: "Die Viertel zu stabilisieren ist eine Gemeinschaftsaufgabe."
Allbau, THS, Gagfah, Viterra, LEG, RAG Immobilien und VBW drängen Land und Städte zur Kooperation. Die Firmen sind bereit, in Dortmund-Scharnhorst, Bochum-Hustadt, Essen-Vogelheim, Duisburg-Hagenshof und in zwei weitere Viertel Essens und Bottrops zu investieren, wenn Land und Städte mitziehen.
Die Unternehmen wollen ferner schmucke Grünanlagen anlegen, Spielplätze bauen, die Viertel vom Schwerverkehr entlasten und sie besser mit öffentlichem Nahverkehr versorgt sehen. Ebenfalls sei denkbar, dass Mieter ortsnah betreut werden. Die Stadtverwaltungen erhielten dann vor Ort Stützpunkte, in denen Bürger Wohngeld oder Sozialhilfe beantragen können, in denen Unterstützung für alte Menschen und das Freizeitangebot für Jugendliche organisiert werden. Dortmunds Planungsdezernent Ulrich Sierau sieht sogar Bedarf für Stadtteil-Marketing, um das Image gefährdeter Viertel zu verbessern.
Wie schwierig Abriss werden kann, erlebt die THS derzeit in Herne. An der Schloss-Strünkede-Straße will sie zwei dutzend Häuser durch Neubauten ersetzen. Seit langem wehren sich dort Mieter. Sie haben viel in ihre Wohnungen investiert. Die Neubau-Mieten sind ihnen zu hoch. Seit die THS ihre Pläne bekannt machte, schallt ihr entgegen: "Wir gehen hier nicht weg."

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16.05.2004
Luckenwalde: Denkmalschutz kontra Stadtumbau
Ginge es nach Rita Mohr de Pérez, könnte die Stadt Luckenwalde auf die Weltkulturerbe-Liste gesetzt werden. Ein Raunen ging durch den Saal, als die Leiterin der Unteren Denkmalschutzbehörde des Kreises dies am Donnerstag auf der Sitzung des städtischen Bauausschusses kundtat. Luckenwalde habe aus denkmalpflegerischer Sicht die Voraussetzungen, sagte sie, wie zum Beispiel eine lückenlose Widerspiegelung einzelner Epochen, das "Weltklasse-Denkmal Mendelsohnhalle" oder wichtige Sozialgebäude aus früherer Zeit.
Aber es gehe beim Denkmalschutz nicht um ihre persönlichen Vorlieben, sondern um klar definierte Kriterien, sagte sie. Rita Mohr de Pérez und auch der Leiter der Unteren Bauaufsicht, Norbert Jurtzik, versuchten im Ausschuss klar zu machen, dass Denkmalpflege keine Ermessensfrage sei, sondern eine staatliche Aufgabe im öffentlichen Interesse. "Der Denkmalschutz hat zwei Aufgaben: historische wissenschaftliche Quellen zu sichern und dies mit den Bedürfnissen der Gegenwart zu vereinbaren", so Mohr de Pérez.
Rund 700 Denkmale gibt es im Kreis, etwa 100 in Luckenwalde. Unter "Denkmalverdacht" stehen in der Stadt noch weitere 130 bis 150 Gebäude. Kurz nach der Wende seien in Luckenwalde kaum Häuser unter Schutz gestellt worden, erklärte Mohr de Pérez einen Nachholbedarf. "Schönheit ist kein Kriterium für ein Denkmal", räumte sie mit einem möglichen Vorurteil auf und erklärte, warum auch scheinbar uninteressante Gebäude einen Denkmalwert haben. Eine ganze Häuserreihe in der Heidestraße repräsentiere zum Beispiel verschiedene Zeitepochen. Eine Wohnung im Haag sei denkmalwürdig, weil sie als einzig bekannte noch eine "schwarze Küche" habe. Der Rundbau-Kindergarten sei zwar recht neu, aber ein markantes Beispiel für DDR-Baukultur.
Die Ausschussmitglieder zeigten dennoch zum Teil Unverständnis über den Inhalt der Denkmalliste. Olrik Meißner (sachkundiger Einwohner) monierte, dass mit der Unterschutzstellung des Hauses Beelitzer Straße 18 eine vernünftige Verkehrsführung blockiert werde.
Der Beigeordnete Thomas Winkler und Planungsamtsleiter Peter Mann gaben zu bedenken, dass die Unterschutzstellung zum Teil dem Stadtumbauprogramm entgegenstünde. Von 50 geplanten Abrisshäusern sind inzwischen sechs vorläufig unter Schutz gestellt. "Wir haben einen Überhang von 2500 Wohnungen", sagte Winkler. Der geplante Rückbau dürfe nicht gefährdet werden. Neben dem Denkmalwert müssten auch wirtschaftliche Aspekte betrachtet werden. "Wir müssen gemeinsam eine Lösung finden" appellierte er.

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14.05.2004
Meißen: Stadt macht zu wenig Druck auf Ruinenbesitzer
Fast 200 verlotterte Gebäude und ehemalige Fabrikanlagen gibt es in Meißen. Doch die Stadt schaut dem Verfall nur tatenlos zu, statt die Eigentümer zur Verantwortung zu ziehen.
Von der Flaniermeile Burgstraße und vom Markt aus scheint Meißen eine heile Welt zu sein. Doch an der Peripherie der sanierten Altstadt verfallen die Häuser und verlottern Fabrikgebäude. 196 Ruinen gibt es in der Stadt. Vom verwahrlosten Wohnhaus im Triebischtal bis zum zugewachsenen Plattenwerk auf der Fabrikstraße reicht die Palette. „Wir können mit unseren fünf Mitarbeitern nur einschreiten, wenn Bauteile herabfallen oder das Areal zur Müllhalde verkommt“, sagt Roland Dittmann vom Ordnungsamt. In diesem Fall rücken die Bauhofmitarbeiter an, nageln Fenster zu, verschließen Türen. Mehr könne die Stadt angeblich nicht tun.
„Das ist viel zu wenig“, sagt Rechtsanwalt Andreas Maier von der Kanzlei Hoffmann & Maier. Die Stadt habe Mittel in der Hand, um die Eigentümer zu zwingen, ihre Häuser und Anlagen in Ordnung zu bringen. So können die Stadtmitarbeiter auf den so genannten Verunstaltungsparagrafen in der Sächsischen Bauordnung pochen. Dort steht, dass Gebäude so mit ihrer Umgebung in Einklang zu bringen sind, dass sie weder das Straßen-, das Orts- noch das Landschaftsbild verschandeln dürfen. „Und mehr Verunstaltung als die Ruine am ehemaligen Kaufhaus Fischer kann es ja wohl nicht mehr geben“, sagt Maier empört. „Es ist einfach nur blamabel.“ In anderen historischen Städten wären die Verantwortlichen, die so etwas dulden, davongejagt worden, so der Anwalt. Zudem könnte Meißen noch ein anderes Druckmittel einsetzen, mit dem die Eigentümer in die Pflicht genommen werden können: Eine Gestaltungssatzung müsse her. „Doch in Meißen fehlt die Entscheidungsfreudigkeit dafür“, so Maier.
Eine Gestaltungs- und Werbesatzung gibt es seit 1995 – allerdings nur für drei Ortsteile: für die historische Altstadt, die Triebischvorstadt und das Elbtal mit den angrenzenden Hanglagen. In dieser Satzung findet sich kein Wort darüber, dass Besitzer ihre Häuser nicht verfallen lassen dürfen. Stattdessen ist beispielsweise festgehalten, dass die Fassaden nicht in reinen Farben angestrichen und die Dächer ausschließlich mit unglasierten roten Ziegeln gedeckt werden müssen.
Eine neue Satzung als Druckmittel helfe aber nicht, so Steffen Wackwitz, der Leiter des Bauamtes. „Wir können die Eigentümer erstens nicht zwingen, Gebäude abzureißen. Das grenzt nämlich an Enteignung“, sagt er. „Zweitens haben einige der Besitzer nicht genügend Geld zum Sanieren, oder sie sind nicht auffindbar.“ Wackwitz hält auch nichts davon, sich vor Gericht mit den Ruinenbesitzern zu streiten. „Einmal haben wir das getan. Wir wollten den Eigentümer des Hauses Marktgasse 7 zur Instandsetzung zwingen.“ Das Ergebnis: Die Immobilie ging an die Stadt zurück. „Das ist nicht in unserem Interesse“, sagt der Bauamtsleiter. Wackwitz hofft jetzt, durch Geld aus dem Förderprogramm „Stadtumbau Ost“ die Eigentümer zum Abriss ihrer Häuser zu bewegen. Die Gebäude Fabrikstraße 23, 24, und 26 sollen demnächst fallen. Etwa 80 Ruinen können durch das Förderprogramm abgerissen werden. Für die verfallenen Fabrikgebäude weiß er keinen Rat.

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14.05.2004
Aschersleben: Stadtumbau nimmt erste konkrete Formen an
Ein riesiger Bohrer an einem Kettenfahrzeug zog am Donnerstag die Aufmerksamkeit von Autofahrern und Passanten in Aschersleben auf sich. Hinter dem Zoll 1 fraß er sich sechs Meter tief in die Erde und spuckte gleichzeitig eine Mischung aus Wasser und Zement ins immer tiefer werdende Erdloch. Nach kurzer Zeit senkte sich ein tonnenschwerer Eisenträger ins Erdreich - so weit, dass nur noch das Ende herausschaute; auf ihm und mehreren "Träger-Kollegen" werden später die Grundplatten für sechs Meter hohe Stahlgerüste aufgeschraubt, die die Baulücken an dieser Straße füllen und an denen große Netzvinylplanen befestigt werden. Graffitikünstler sind derzeit dabei, die Planen zu gestalten . Die Bauarbeiten kennzeichnen den Beginn der Aufwertungsmaßnahmen für die Flächen, die nach dem Abriss mehrerer Häuser der Ascherslebener Gebäude- und Wohnungsgesellschaft (AGW) innerhalb des Stadt entstanden sind. Der Stadtumbau, den viele bisher mit Abriss gleichgesetzt hatten, nimmt nun erste konkrete Formen an. Martin Krems vom IBA-Büro (Internationale Bauausstellung), der Aschersleben am Donnerstag einen Besuch abstattete, freut sich darüber, "dass man nun endlich sieht, dass IBA nach all den vielen Planungsbesprechungen nun tatsächlich was mit Bauen zu tun hat". Wieder einmal sei Aschersleben als IBA-Stadt weit vorn bei der Realisierung der Projekte.
Die Baulücken Hinter dem Zoll sind nicht die einzigen, an denen sich bis zum Landesfest etwas tun wird: In der Geschwister-Scholl-Straße entsteht ein Informations-Satellit, an der Heinrichstraße soll das Lärm-Problem für die "zweite Reihe" angegangen werden: mit Hilfe von Grün und einer Lärmschutzwand, die vom Handwerkerbildungszentrum gestaltet wird.

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12.05.2004
Frankfurt: Ghettos werden entstehen
Jörg Faulhaber, der im Bürgerforum Stadtumbau als freier Mitarbeiter tätig ist, geht davon aus, dass es in Zukunft eine soziale Durchmischung in den Frankfurter Wohngebieten nicht mehr geben wird. Das habe unter anderem damit zu tun, dass für den Abriss bestimmter Wohnblocks wohnungswirtschaftliche, wohnungspolitische, förder- und stadttechnische Belange entscheidend sind, nicht aber die soziale Herkunft der Bewohner. Um eine Ballung bestimmter Klientel in bestimmten Wohnquartieren werde Frankfurt kaum herum kommen. Um Konfliktpotenzial so früh wie möglich zu reduzieren, sollten Möglichkeiten gesucht werden, wie sich Bewohner besser mit ihrem Gebiet identifizieren könnten, Verantwortung übernehmen.
Der ehemalige Abgeordnete der Grünen muss sich vorkommen wie der Rufer in der Wüste, der umsetzen soll, was er selbst seit langem anmahnt. Denn er wurde jetzt aufgefordert, seine immer wieder vorgebrachte Forderung, die soziostrukturellen Belange beim Stadtumbau zu beachten, selbst zu untersetzen. Das zumindest ist ein Beschluss, den der Stadtentwicklungsausschuss gefasst hat. Doch was steckt hinter dem komplizierten Begriff soziostrukturell und was hat das mit dem Stadtumbau zu tun?
Um es knapp zu fassen: Es geht um die soziale Mischung der Bürger in Quartieren. Die Entmischung, so Jörg Faulhaber, laufe seit 15 Jahren und habe durch den Stadtumbau nur noch mehr an Schwung gewonnen. Wer es sich leisten kann, zieht aus den Plattenbauten weg. Wer bleibt übrig? Menschen, die seit Jahren in diesen Gebieten leben. Gern leben und pünktlich ihre Miete zahlen. Und: eine zweite, wachsende Gruppe. Die der so genannten Transferfamilien, also Menschen, die von Beihilfen leben, sich nur eine billige, unsanierte Wohnung leisten können. Faulhaber lehnt es ab, von Ghettobildung zu sprechen. Aber er sagt deutlich: "Wir müssen uns von der Klischeevorstellung, eine soziale Durchmischung in den Gebieten zu halten, endgültig verabschieden." - was im Endeffekt nichts anderes heißt.
Wie wird sich die Stadt entwickeln, wo werden die Familien leben, die auf öffentliche Hilfe angewiesen sind? Und dort, so Faulhaber, liegt die Crux. Denn: "Die Wohnungsunternehmen schreiben ihre Abrisslisten über Jahre fort. Das bedeutet, dass im Grunde heute schon 6500 Wohnungen vom Markt genommen sind. Weil sie bereits leer stehen oder weil sie nicht mehr vermietet werden. Daraus folgt, dass in ein bis zwei Jahren die Versorgungsschere soweit auseinander klafft, dass es zu einem Problem wird, Transferhaushalten Wohnungen bieten zu können", schaut er in die Zukunft. Denn die Abrisslisten wurden bisher ausschließlich danach erarbeitet, wo es aus stadttechnischen, wohnungswirtschaftlichen, wohnungspolitischen und förderrechtlichen Gründen möglich ist, abzureißen. Bislang wurden ausschließlich unsanierte Wohnungen abgerissen. Die fehlen in ein, zwei Jahren für die Transferfamilien. Soziale Belange spielten bei den Überlegungen keine Rolle.
Schwierig ist zudem, dass es zwar Abrisslisten, aber keine sicheren Bestandslisten gibt. Doch ohne die ist es undenkbar, soziale Durchmischungen beeinflussen zu können. Außerdem wird es kaum noch möglich sein, dass betroffene Bürger innerhalb ihres gewohnten Gebietes umziehen können.
Dennoch gibt Faulhaber nicht auf, will versuchen, Wege zu finden, dass aus den bleibenden Wohngebieten keine Ghettos werden. "Wer Verantwortung erhält und sie annimmt, identifiziert sich ganz anders mit seinem Quartier. Wohnungsunternehmen sollten mit Hauswarten, sozialen Trägern und ehrenamtlichen Gremien moderierte Werkstattgespräche führen. Das führt zu Veränderungen in den Verantwortungsbereichen. Die Identifikation mit dem Quartier beginnt mit wachsender Gemeinschaftsverantwortung der Mieter", ist sich Jörg Faulhaber sicher.

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12.05.2004
Hoyerswerda: Vorbildlicher Stadtumbau
Die Kreisfreie Stadt hat gleich bei zwei sächsischen Ministerien ein Stein im Brett. Das wurde am Dienstagabend auf dem vom Bildungswerk für Kommunalpolitik Sachsen organisierten Stadtumbau-Gesprächsforum im Saal der Lebensräume-Genossenschaft deutlich. Sowohl Vertreter des Innen- als auch des Wirtschaftsministerium bestätigten der Kreisfreien Stadt, beim Umgang mit dem Leerstand, der Vorbereitung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes und aller damit einhergehenden Dinge gute Arbeit geleistet zu haben. Denn der Freistaat vergibt über das Innenministerium Gelder an die Kommunen für den Stadtumbau und das Wirtschaftsministerium hat den Wettbewerb „Ab in die Mitte“ ausgelobt, an dem sich Hoyerswerda mit seinem Beitrag „Ab in die zwei Mitten“ beteiligt. Genauer konnte Baubürgermeister Stefan Skora bei der Gelegenheit zu diesem Vorhaben nicht werden, denn die offizielle Präsentation des Projektes erfolgt erst am Freitag, zumal es vorrangig von zwei Vereinen und eben nicht von der Stadt oder den Großvermietern erarbeitet wurde. Staatssekretärin Andrea Fischer war sich sicher, dass das Hoyerswerdaer Projekt zumindest auf einem der vordersten Plätze zu finden sein wird. Seitens des Innenministeriums und der Sächsischen Aufbaubank signalisierte man, dass Hoyerswerda dank seines „ausgefeilten, ehrlichen und realitätsnahen Stadtentwicklungskonzeptes“ wahrscheinlich alle beantragten Gelder für den Stadtumbau wie für die damit einhergehenden Aufwertungsmaßnahmen genehmigt bekommt, nur nicht unbedingt in der angedachten Zeitschiene und freilich immer unter der Voraussetzung die notwendigen Eigenmittel beisteuern zu können.
Der Stadtumbau wird Thema bleiben, nicht nur um die künftige Form der Stadt sondern auch den Inhalt seiner geplanten Ausrichtung. Falls es nicht gelingen sollte, hier Arbeit anzusiedeln, dann, so sagte Andrea Fischer, müsse es gelingen, die Menschen zur Arbeit zu bringen. Womit in erster Linie der „Leuchtturm“ Dresden gemeint ist.
Die nächste große öffentliche Diskussion im Rahmen des Stadtumbaus kündigte Stefan Skora für dieses Jahr an – dann wird es um den Flächennutzungsplan der Kreisfreien Stadt gehen und somit darum, was aus den Rückbauflächen werden soll, vor allem denen, wo man großflächig Gebäude abreißen will – vorrangig in den WK’s 8, 9 und 10.
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11.05.2004
Oer-Erkenschwick: Offizieller Startschuss für Umbau
Bagger und Bauarbeiter haben die Hochhäuser an der Halluinstraße bereits Mitte April "erobert". Der offizielle Startschuss für den Umbau der Häuser zum "Schillerpark" fiel gestern.
Und dafür ging dann sogar der Parlamentarische Staatssekretär vom Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen in die Luft. Achim Großmann fuhr im Korb eines Krans zum obersten Balkon eines der Häuser, um quasi beinahe "eigenhändig" bei dessen Abbau mitzuhelfen.
Denn, um den Rückbau der Häuser geht es ja bei der 18 Mio Euro teuren Aktion, einem von 16 Pilotprojekten des Landes. Diese Projekte des Forschungsfeldes Stadtumbau West sollen zeigen, wie man die Städte im Westen des Landes wieder attraktiver macht. Einen Stadtumbau Ost gibt es bereits flächendeckend. Der sei jedoch, so Großmann, etwas völlig Anderes als ein Stadtumbau West. Deshalb die Pilotprojekte, denen im kommenden Jahr ein eigenständiges Umbauprogramm folgen soll.
Ausgewählt wurden Städte, die jeweils ihre eigenen Anforderungen an einen Stadtumbau stellen. Oer-Erkenschwick, das ist eben die Stadt, die sich im Strukturwandel befindet. Die sich auf ihre eigenen Stärken besinnen müsse, wie Bürgermeister Clemens Peick gestern erklärte. Eine der Stärken der Stadt ist ihre besonders reizvolle Lage am Rande der Haard, die sie zur idealen Wohn- und Freizeitstadt macht.
Dass nun aus den Häusern an der Halluinstraße, dem Sorgenkind der Vestisch-Märkischen Wohnungsbaugesellschaft (VMW), mit Hilfe eines finanziellen Zuschusses von sieben Mio Euro von Bund und Land der "Schillerpark" wird, trägt zur Aufwertung des Stadtbildes bei.
Jörg Schwenzfeier, Geschäftsführer der VMW, bedankte sich auch noch einmal bei Peick und anderen Vertretern der Stadtspitze, die die VMW bei ihren Plänen immer unterstützt hätten.
Begleitet wurde der Start der Baumaßnahmen auch von Ministerialdirigent Dr. Hans-Dieter Krupinski und Prof. Dr. Ing. Karl-Heinz Cox, Vorsitzender des Aufsichtsrates der VMW. Letzterer erinnerte sich an den Bau der Häuser in den 70er Jahren. "Damals war jeder stolz, wenn er Hochhäuser hatte", so Cox. Jetzt spräche man von den Sünden der Vergangenheit.

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11.05.2004
Schwerin:  Plattenbauten sind jetzt Wohnhöfe im Grünen
Der Stadtumbau Ost geht in Schwerin voran: Die Plattenbauten und Hochhausblöcke des Stadtteils Neu Zippendorf werden rückgebaut, Wohnungen mit individuellen Grundrissen gestaltet und die Plätze und Anlagen im Umfeld neu gestaltet. Ein wichtiger Teil, die Wohnhöfe in der Neubrandenburger und der Pecser Straße, ist nun fertig und wird am kommenden Dienstag (11. Mai 2004) eröffnet.
"Rund eine Million Euro Städtebaufördermittel sind allein für den Abriss von zwei Wohnblöcken mit 180 Wohnungen und für die Neugestaltung der Freiflächen eingesetzt worden", informierte Helmut Holter, Minister für Arbeit, Bau und Landesentwicklung. Insgesamt wurden für das Fördergebiet Neu Zippendorf bereits mehr als 7,5 Millionen Euro bewilligt. Der Schweriner Stadtteil befindet sich in den Förderprogrammen Stadtumbau Ost und Soziale Stadt. Er wird in den Programmteilen Rückbau sowie Aufwertung gefördert.
"Mit den Wohnhöfen ist hier eine neue Qualität des Wohnens entstanden", so der Minister. Nach dem Leitbild "Wohnen zwischen Wald und See" seien um die Gebäude auf einer Fläche von 30.000 Quadratmetern Grünflächen und Plätze für Aktivitäten und zum Entspannen geschaffen worden. "Der Wohnwert und der Erholungswert sind deutlich gestiegen", erklärte Holter.
Das Gebiet ist im Rahmen des Stadtentwicklungskonzeptes "Wohnen in Schwerin 2010" überplant worden. Ziel ist es, den Wohnungsleerstand in den Plattenbauten durch Rückbau zu verringern und den Wohnraum sowie das Umfeld aufzuwerten. Landesweit sollen aus dem Programm Stadtumbau Ost etwa 30.000 Wohnungen in Plattenbauten abgerissen werden
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11.05.2004
Halle: Kletterfans aus dem Osten zieht es in die Region
Das Klettern hat in Sachsen-Anhalt Tradition. In jüngster Zeit verzeichnet der Sport enormen Zulauf. Für den Nachwuchs soll nun in Halle-Neustadt der höchste Kletterturm Mitteldeutschland entstehen.
Gerald Krug hat es gut getroffen. Wenn der 33-Jährige nach vorn aus seiner Wohnung schaut, glitzert die Saale in der Mai-Sonne, rechts oben rundet die Burg Giebichenstein den Postkartenblick ab. Und doch liegt der Hauptgrund für den Umzug in die Talstraße im halleschen Stadtteil Kröllwitz hinter dem Haus.
Direkt an den Hof schließt sich ein grauer Porphyrfelsen an, den Freunde der horizontalen Fortbewegung nicht unbedingt schön finden müssen. Anders Gerald Krug. Ihm bietet der Blick aus dem Küchenfenster "einen Ausschnitt vom Paradies".
Krug gehört einer Spezies an, die sich in jüngster Zeit stark zu vermehren scheint: Frauen und Männer, die - wenn nötig - an allem herum klettern, was nur steil genug gen Himmel ragt. Und da hat gerade der Großraum Halle-Leipzig einiges zu bieten, das Enthusiasten aus dem gesamten mittleren Osten der Republik Wochenende für Wochenende an die Saale pilgern lässt. Mit 18 Steinbrüchen, die sich zum Kraxeln eignen, bildet das Grenzland zwischen Sachsen-Anhalt und Sachsen das größte Klettergebiet zwischen Berlin und dem Elbsandsteingebirge.
Eine Attraktion, die die 60 Mitglieder der 1995 gegründeten IG Klettern nicht nur jubeln lässt. "Wenn die Leute aus der Hauptstadt kommen, sieht es häufig aus wie nach einer kleinen Love Parade", so Vereinschef Krug. Den Berlinern mangele es an der Erkenntnis, dass in der Natur nicht die Stadtreinigung für die Müll-Beseitigung zuständig sei. "Deshalb wird bei uns nicht nur geklettert, sondern auch regelmäßig aufgeräumt."
Obgleich Halle mit dem Heine-Felsen und dem Galgenberg einige traditionsreiche Klettermöglichkeiten bietet, liegt das Zentrum des eng mit dem Deutschen Alpenverein (DAV) zusammenarbeitenden Vereins im Saalkreis. Der Löbejüner Aktienbruch gilt seit der Sprengung des bis dahin bevorzugten Paarschbruchs als Aushängeschild der IG Klettern. Dass der Porphyrfels einige interessante Routen in festem, bis zu 40 Meter hohem Gestein zu bieten hat, ist unter den Anhängern der so genannten Leistenkletterei mittlerweile bekannt. "Zur Zeit gibt es etwa 200 Routen, und es wuseln immer noch Erstbegehungslemminge durch unberührte Wandfluchten", heißt es auf der Internet-Seite des Vereins.
Dass es in erster Linie Stadtkinder wie Krug sind, die sich am Seil an hohen Wänden vergnügen, hat die organisierten Kletterer auf eine ehrgeizige Idee gebracht. Krugs Vereins und die 600 Mitglieder zählende DAV-Sektion Hallen wollen noch in diesem Jahr in Halle-Neustadt den mit 25 Metern höchsten Kletterturm Mitteldeutschlands aus dem Boden stampfen. Der künstliche Felsen in Kristallform soll Schicht für Schicht aus den Beton-Resten abgerissener Plattenbauten entstehen.
Carmen Hartmann, die zu den 20 Prozent Frauen in der Klettergemeinde gehört, sieht in dem ausschließlich aus Spenden finanzierten Projekt nicht nur einen kreativen Beitrag zum Stadtumbau. "Der erste Kletterturm, der schon länger in Halle steht, kann den Ansturm der Interessenten kaum noch verkraften", so die Sprecherin der IG Klettern. "Vor allem junge Leute werden derzeit enorm von diesem Sport angezogen."
Und so bietet das Projekt gleich mehrere Vorteile: ein Angebot nicht nur für die Neustädter Jugend, eine deutschlandweit einmalige Sportanlage, ein architektonischer Blickfang im Herzen Neustadts, die Aufwertung des Stadtteils als Sport- und Erholungsstandort. Die Betonmasse eines 16-stöckigen Hochhauses wird für den künstlichen Felsen benötigt. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft hat bereits zugesagt, die Platten zu spendieren. "Noch allerdings steht die 200 000 Euro teure Finanzierung des Kletter-Kristalls erst zu gut zwei Dritteln", sagt Gerald Krug. Die Sponsoren-Suche laufe deshalb auf vollen Touren.

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10.05.2004
Frankfurt: Bürger sollen über Umbau im Kiez mitreden
Um die Einbeziehung der Bürger in die Prozesse des Stadtumbaus drehten sich auf der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag mehrere Debatten. Doch Anträge dazu wurden zunächst in Ausschüsse verwiesen oder vertagt.
Eine Stadt schrumpft von außen. Die Innenstadt muss verdichtet und belebt werden, meinen Heinz Dieter Wachner und seine Mitstreiter vom Bürgerbündnis. Deshalb sollte ihrer Meinung nach der bereits begonnene Abriss von Wohnblöcken im Zentrum gestoppt werden. Es gebe mehrere erhaltenswerte Gebäude, die auf der Abrissliste stünden, so Wachner, und über die im Zusammenhang mit einer Aufwertung des Zentrums neu nachgedacht werden sollte. Da aber die weiteren Abrissmaßnahmen dort erst 2006 geplant seien, so Beigeordneter Peter Edelmann, könne dieser Antrag auch mit der Fortschreibung des Stadtumbaukonzeptes in den kommenden Wochen diskutiert werden. Am 17. Juni sollen die Stadtverordneten darüber entscheiden.
Auch die FDP-Fraktion konnte sich nicht im ersten Anlauf mit ihrem Antrag durchsetzen, betroffene Bürger an der Gestaltung ihres Stadtviertels im Zuge des Stadtumbaus stärker zu beteiligen. Vehement hatte Michael Kaspar für die Fraktion erläutert, dass Bürger das sichere Gefühl bräuchten, mit ihren Anliegen Gehör zu finden und auch nach Umzug und Umbau in ihrer Stadt einen Platz zu haben, an dem sie gut aufgehoben sind. "Sie müssen wissen, wie die Zukunft ihres Stadtteiles aussehen soll", sagte er. Ein Anliegen, dem sich auch andere Abgeordnete nicht verschließen wollten. Doch da es mit Stadtteilkonferenzen, Stadtumbauforum und -manager mehrere Beteiligungsgremien gebe, sollte konkreter gesagt werden, was zu tun sei. Deshalb wurde der Antrag in den Ausschuss für Stadtentwicklung überwiesen.
HEP-Manager Wolfgang Kohlberg schließlich forderte in der Bürgerfragestunde eine Beteiligung der Wirtschaft, denn auch Einkaufszentren z. B. hätten Auswirkungen des Stadtumbaus zu tragen. Edelmann lud ihn zum Gespräch im Amt ein. Und OB Martin Patzelt versicherte: Neuberesinchen hat eine Zukunft, allerdings in anderer Struktur.

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08.05.2004
Frankfurt: reißt in diesem Jahr knapp 1200 Wohnungen ab
Der Stadtumbau in Frankfurt (Oder) kommt auf Touren. In diesem Jahr sollen 1168 Wohnungen abgerissen werden, sagte der Wirtschaftsbeigeordnete Peter Edelmann (SPD) am Donnerstag im Stadtparlament. Die betroffenen Häuser seien im wesentlichen bereits leer. 74 Quartiere seien seit Januar bereits «zurückgebaut» worden. Es handelt sich hauptsächlich um Blocks neben der Grenzbrücke. Noch im Mai beginne der Abbruch zweier weiterer Bauten an der zum Grenzübergang führenden Slubicer Straße.
Seit Verabschiedung des Stadtumbauprogramms im Juni 2002 seien insgesamt 1391 Wohnungen abgerissen worden, sagte Edelmann weiter. Im Juni solle das Stadtparlament einen Beschluss über die Fortschreibung des Programms fassen. Das sei Voraussetzung für Fördermittel vom Potsdamer Bauministerium.
Den Plänen zufolge sollen bis 2015 rund 6500 Wohnungen vom Markt verschwinden. In einigen Stadtteilen wie dem Plattenbauviertel Neuberesinchen stehe ein Viertel der Wohnungen leer. Grund ist der massive Einwohnerschwund. Seit der Wende verließen rund 19 000 Menschen die einst 86 000 Einwohner zählende Stadt.

de.news.yahoo.com

08.05.2004
Weißenfels: Leerstand als große Herausforderung
"Sicher gibt es noch viel zu tun in Weißenfels, aber verschiedene Plätze haben ihren besonderen Charme." Diesen ersten Eindruck gewann die Architektin Katja Helms aus Berlin während einer Führung am Freitag vom Schloss bis zum Markt. Die 28-Jährige, die zum ersten Mal in der Saalestadt weilte, gehörte mit Fachkollegin Beate Glöckner (33) zum Tross der Denkmalschützer, die an der Veranstaltung "Stadtumbau und Denkmalschutz" teilnahmen.
Während einer von Dauerregen begleiteten Führung mit Stadtarchitektin Diana Wagner und Stephan Kujas von der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadtverwaltung konnten sich die Experten ein Bild vom Parkhaus, Schloss, Marktplatz, Jüden- und Saalstraße machen, bevor sich alle anschließend zu einer großen Diskussionsrunde im großen Saal des Kulturhauses zusammenfanden. Siegrid Willems, Stadtarchitektin in Quedlinburg, zeigte sich angetan von der Gestaltung des Spielplatzes in der Fischgasse in Kombination mit einem Parkplatz. "Eine gute städteplanerische Lösung", nickte sie anerkennend. Ihr Kollege Manfred Krebs vom Stadtbauamt der Harz- und Modellstadt staunte über die kombinierte Alt- und Neubauvariante der Kreissparkasse am Markt. Am meisten allerdings interessierte die unter anderem aus Naumburg, Dessau und Eisenhüttenstadt angereisten Teilnehmer der Tagung der Internationalen Bauausstellung (IBA), wie das Schloss und das Fürstenhaus in der Leipziger Straße 9 künftig genutzt werden sollen.
Beide Gebäude würdigte Oberbürgermeister Manfred Rauner als die stadtprägendsten, deren Sanierung in der historischen Altstadt neben dem Marktplatz und der Jüdenstraße als Hauptgeschäftsstraße oberste Priorität hätten. Potenziale zur Erschließung für die Bürger befänden sich am Saaleufer und in der Neustadt. Letztere sei bisher Stiefkind gewesen und soll im Rahmen eines IBA-Projektes einen Grüngürtel erhalten.
45 Millionen Euro sind in den letzten zehn Jahren an Fördermitteln nach Weißenfels für Sanierungen geflossen, berichtete Ernst Isensee vom Ministerium für Bau und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt. Angesichts des hohen Leerstands als neue und große Herausforderung, der nicht nur in Weißenfels aufgrund des Bevölkerungsrückganges vorherrsche, legte Prof. Omar Akbar den Schwerpunkt auf Behutsamkeit. "Wir müssen vor allem beim Abriss sehr behutsam vorgehen und genau hinschauen", legte der gebürtige Afghane, Geschäftsführer des IBA-Büros in Dessau, den Teilnehmern ans Herz. Schließlich gehe es um Städte und nicht um einzelne Gebäude.

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07.05.2004
Finsterwalde: 40 Abriss-Wohnungen nur der erste Schritt
Auf den Kommentar von Uwe Schüler, dem Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung zum gestrigen Beitrag über den Offenen Brief von Eckhard Gleitsmann, amtierender Vorsitzender des Mieterbundes, zur Problematik Stadtumbau in Finsterwalde und zum geplanten Abriss von Wohnungen reagierte Dr. Matthias Baxmann, Mieterberater beim Mieterbund. Mit großer Verwunderung dürften nicht wenige Rundschau-Leser die Reaktion des Finsterwalder Stadtverordnetenvorstehers Uwe Schüler auf den Offenen Brief des Mieterbundes Finsterwalde und Umgebung e. V. zum Stadtumbau in Finsterwalde zur Kenntnis genommen haben. Den sachlichen und konstruktiven Mieterbundbrief als "Populismus" zu diffamieren ist schon ein starkes Stück und zeugt nicht gerade von der angemahnten Sensibilität in der Stadtumbaufrage. Statt froh darüber zu sein, dass sich die größte Mietervereinigung im Südosten des Landes Brandenburg qualifiziert in die Finsterwalder Stadtumbaudiskussion einbringt, versucht Herr Schüler, das berechtigte Anliegen des Mieterbundes zu schmähen. Darüber hinaus stellt der oberste Parlamentarier der Stadt Finsterwalde bewusst oder unbewusst die Tatsachen auf den Kopf, ohne in der Sache auf die Argumente des Mieterbundes einzugehen. Es ist nicht anzunehmen, dass der Stadtverordnetenvorsteher Herr Schüler (CDU) nicht weiß, dass nach dem jetzigen Stand der Planung in Finsterwalde bis 2015 tatsächlich fast 1.000 Wohneinheiten «rückgebaut» werden sollen. Die von ihm genannten 40 Wohnungen, für die die Wohnungsgesellschaft Finsterwalde mbH gegenwärtig im Auftrag der Gesellschafterversammlung eine Abrisskonzeption vorlegen soll, stellt lediglich einen ersten, kurzfristigen Schritt dar, damit auch in Finsterwalde möglichst bald mit dem staatlich geförderten Wohnungsabriss begonnen werden kann. Das dürfte selbst Herr Schüler wissen - oder hat er die bisherigen Papiere zum Stadtumbau doch nicht gelesen?
www.lr-online.de

05.05.2004
Werdau: Abriss und Neugestaltung passieren parallel

Abriss von Neubaublöcken und die Neugestaltung bereits frei gewordener Flächen – diese Arbeiten finden derzeit gleichzeitig im Neubaugebiet „Sorge“ an der Bundesstraße 175 statt. Durch die gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft Werdau (GWG) werden momentan die Plattenbauten in der Alexander-Lincke-Straße 15 bis 53, das sind vier Blocks, abgebrochen. Eine Zwickauer Firma hat mit den Arbeiten nach den Osterfeiertagen begonnen. Bis Ende Juni sollen die Häuser komplett verschwunden sein. Insgesamt 240 Wohnungen fallen damit der Abrissbirne zum Opfer. Leider sei es nicht gelungen, allen vom Rückbau betroffenen Mietern gleichwertigen Wohnraum aus dem Bestand der Genossenschaft anzubieten, bedauert der GWG-Geschäftsführer Jürgen Pammler. „Deswegen haben uns einige verlassen und sich bei anderen Anbietern eine Wohnung gesucht.“ Seit Montag sind auch Firmen im Auftrag der Gebäude- und Grundstücksverwaltung Werdau (GGV) im Neubaugebiet zu Gange. Von der Bundesstraße aus kann man zum Beispiel schon die Veränderungen auf dem großen Parkplatz vor den altersgerechten Wohnblöcken sehen. Hier entsteht ein sogenannter Multifunktionsplatz, wie vom Geschäftsführer des kommunalen Unternehmens, Klaus Müller, zu erfahren war. Das Areal soll dann nicht mehr ausschließlich zum Parken genutzt werden. In Zukunft sei die Durchführung verschiedener Märkte denkbar. Auch ein kleiner Wanderzirkus oder Schausteller könnten hier Station machen. Denn es sollen noch Anschlüsse für Strom und Wasser installiert werden, so dass zum Beispiel die Versorgung der Händler gewährleistet ist. Ebenfalls in Ordnung gebracht wird der kleine Parkplatz, der sich in Verlängerung der Stichartstraße in Richtung Friedenssiedlung befindet. Der zweite große Maßnahmekomplex beziehe sich auf die Neugestaltung der Grünflächen, so Klaus Müller weiter. Wo früher die GGV-Plattenbauten standen, soll bald eine kleine Oase der Erholung entstehen. Bäume und Sträucher werden gepflanzt, eine Sitzgruppe aufgestellt und auch die Wege zwischen den Häusern zum Teil neu angelegt. Einen weiteren Spielplatz wird es nicht geben. Einige Geräte im guten Zustand seien vorhanden, auch ein Sandkasten, so dass die kleinen Sorge-Bewohner herumtoben können. Die derzeit laufenden Arbeiten haben einen Wertumfang von rund 180.000 Euro. Alles werde ausschließlich über Fördermittel finanziert, erklärt Klaus Müller. Mit der Begrünung will man bis Mitte des kommenden Monats fertig sein. Für den Multifunktionsplatz an der Bundesstraße ist zwar der 30. Juni Termin, aber die Fläche soll schon eher nutzbar sein. „Während des Stadtfestes vom 17. bis 20. Juni wird hier ein Parkplatz für die Besucher eingerichtet“, erklärt der Geschäftsführer.
www.freipresse.de

05.05.2004
Eisenhüttenstadt: Eisenhüttenstadt will zusätzliche 1.000 Wohnungen abreißen
Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) will bis zum Jahr 2010 rund 4.500 Wohnungen abreißen. Das sind etwa 1.000 Wohnungen mehr als bislang vorgesehen waren, teilte die Stadtverwaltung gestern mit. Der Wohnungsleerstand sei schneller als erwartet gestiegen, deshalb solle das Tempo des Rückbaus erhöht werden. Noch in diesem Jahr werden 470 Wohnungen vom Markt genommen. In der Stadt leben 37.400 Menschen, 16.000 weniger als zur Wendezeit.
morgenpost.berlin1.de

04.05.2004
Leipzig: Abriss in Grünau kostet Stadtwerke Leipzig Millionen
Der Wohnungsabriss in Grünau macht den Leipziger Stadtwerken zunehmend zu schaffen. Allein durch den Rückbau in den Wohnkomplexen 7 und 8 entstünden dem Unternehmen durch Umlegen und Sichern von Fernwärmeleitungen Kosten in Höhe von jährlich über einer Million Euro, sagte Thomas Severin, technischer Geschäftsführer der Stadtwerke. Er forderte die Politik auf, dies im Stadtumbauprogramm zu berücksichtigen. Vor dem Problem stünden auch andere Stadtwerke im Osten. "Da muss etwas passieren", so Severin.
Dem Leipziger Versorger gingen durch den Abriss zudem Kunden verloren. Laut einer Studie wird sich der Fernwärmebedarf in den beiden Grünauer Wohnkomplexen in den nächsten zehn bis 15 Jahren halbieren. "Den Rückgang fangen wir aber derzeit noch durch Neuabschlüsse vorwiegend in der Innenstadt wieder auf", so Severin. Die im umweltschonenden Kraft-Wärme-Kopplungs-Prozess erzeugte Fernwärme werde nachgefragt. Dank der Investitionen ins Netz in den vergangenen Jahren sei die Versorgung in der City problemlos möglich.
Vor ähnlichen Schwierigkeiten wie die Stadtwerke steht die Energieversorgung Halle (EVH). In der Saalestadt wird knapp die Hälfte der Wohnungen mit Fernwärme versorgt. Der Bevölkerungsschwund von 23 Prozent (seit 1990) traf vor allem die traditionellen Fernwärme-Gebiete. So ging seither im Neubaugebiet Silberhöhe die Einwohnerzahl auf die Hälfte zurück.
Die EVH reagierte auf diese Veränderung: Da das 1972 errichtete Gas- und Dampfturbinenkraftwerk Dieselstraße, das die gesamte Fernwärme für Halle liefert, nur noch bis 2005 betrieben werden darf, baut die Stadt an selber Stelle zwei neue Blöcke, ebenfalls auf Gasbasis. Baubeginn für das 70-Millionen-Euro-Projekt war in dieser Woche. Die Kapazität werde um die Hälfte kleiner, damit garantiere man eine bedarfsgerechte Versorgung mit Fernwärme und Strom, so Matthias Krause von der EVH. Das Festhalten an der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) garantiere weiterhin geringere Schadstoffemissionen.
Dank der gekoppelten Erzeugung von Strom und Wärme werde bei KWK weniger Primärenergie verbraucht und CO2 ausgestoßen. Allein im Jahr 2002 konnte so der Ausstoß von rund zehn Millionen Tonnen verhindert werden, sagte Wolf-Dietrich Kunze, Vorstandsvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Wärme und Heizkraftwirtschaft (AGFW) gestern am Rande der Fachmesse Fern-/Nahwärmetechnik in Leipzig. Trotz der Probleme in Ostdeutschland in den Plattenbaugebieten steige bundesweit die Versorgung mit Fernwärme aus KWK-Anlagen. 2002 lag das Plus bei 0,4 Prozent. Der Anteil der Fernwärme am gesamten Heizungsmarkt betrage derzeit 13 Prozent, 4,5 Millionen Wohnungen würden versorgt.
"Nach unserer Auffassung", so Kunze, "soll im Emissionshandel der Betreiber belohnt werden, dessen Anlagen geringere CO2-Mengen ausstoßen. KWK-Anlagen-Betreiber müssten einen Vorteil gegenüber getrennter Erzeugung haben." Das sei aber nicht der Fall, da sie auf dem Wärmemarkt vorwiegend mit Individualheizungen konkurrieren, die aufgrund ihrer geringen Feuerungsleistung beim Zertifikatehandel nicht berücksichtigt würden. Er forderte deshalb, dass den Betreibern von Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen zusätzliche Zertifikate zugewiesen werden.

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