Newsticker Archiv Mai 2005

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29.05.2005
Zeulenroda: Plötzlich Totalabriss statt Rückbau
Es grummelt mächtig unter den Anwohnern der Plattenbau-Hauseingänge 2 bis 7. Die Gewitterstimmung ist durch ein Rundschreiben der Wohnbau ausgelöst worden, in dem den Mietern am Donnerstag ohne jegliche Vorwarnung offeriert wird, dass sie in diesem Jahr ihre Wohnungen räumen sollen. Weil der Block abgerissen werden soll.Das war aber so gar nicht geplant und dürfte wohl auch im Widerspruch zu dem stehen, was bislang übers Stadtentwicklungs- und Sanierungskonzept immer öffentlich bekundet wurde. Denn danach war ein Totalabriss für den Stadtbachring 8 bis 19 geplant. Beim Plattenbau 2 bis 7 war dagegen immer nur von einem gezielten Rückbau - und das sogar unter bewohnten Bedingungen - die Rede. Drei Etagen sollten stehen bleiben, der Rest abgetragen werden. Besonders pikant an den auf dieses seltsame Weise publik gewordenen Abrissplänen der Wohnbau ist aber der Umstand, dass eben in diesen Block insgesamt sieben Mieter eingewiesen wurden, die zuvor in den bereits abgerissenen Stadtbachring-Häusern wohnten. Sie zogen 2003 um. Und das in dem guten Glauben, dass sie hier ihre neue Bleibe auf Dauer finden. Und jetzt wird´s richtig heikel. Denn wie OTZ-Recherchen ergaben, wurde die Freilenkung der bisher abgerissenen Blöcke mit der saftigen Gesamtsumme von 500 000 Euro für die Mietparteien unterstützt. Und dabei wurde der Umzug für jene, die in den jetzigen Abriskandidiaten-Block 2 bis 7 zogen, mit 95 000 Euro begleitet. Unverständnis herrscht auch beim Netzwerk des Diakonievereins, das im Hauseingang 7 im Erdgeschoss eine Bleibe fand. Auch dieser passgerechte Umbau von Wohnraum wurde mit Stadtumbau-Ost-Geldern unterstützt. Über 20 000 Euro wurden für das neue Diakonie-Domizil in den zwei Ex-Wohnungen investiert. Völlig irre wird die jetzige Abriss-Idee, wenn man dann erfährt, dass im Januar nach dem Brand in einer Wohnung im Stadtbachring 6  in allen Wohnungen des Hausaufganges komplett alle Installationen und auch das Treppenhaus erneuert wurden, obwohl man da ja zumindest schon fest wusste, dass zumindest sechs Wohnungen in den oberen Etagen abgetragen werden.
www.otz.de

26.05.2005
Eisleben: Dachgeschosse werden abgetragen
Die Stadt Eisleben will Baumaßnahmen der Eisleber Wohnungsbaugesellschaft in der Raismeser Straße Nummer 23-33 sowie Raismeser Straße Nummer 35-43 unterstützen. Die bewilligte Gesamtsumme beträgt 115 000 Euro. Dabei handelt es sich um den Eigenanteil der Stadt, der aufgebracht werden muss, um Fördermittel des Landes aus dem Programm zum "Stadtumbau Ost" in Anspruch nehmen zu können.  Für das Gebäude Raismeser Straße 23-33 ist Frau Kirchner zufolge vorgesehen, das fünfte Geschoss komplett abzutragen. Das vierte Geschoss soll lediglich in den Häusern 27 und 29 erhalten bleiben. "Somit werden 20 Wohneinheiten zurückgebaut", so die Stadtplanerin weiter. Durch Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen unter anderem am Dach und der Fassade des Gebäudes soll sich die Wohnqualität verbessern. Auch im Gebäude Raismeser Straße 35-43 werden insgesamt 20 Wohneinheiten weichen. Geplant ist in diesem Bereich, das gesamte vierte und fünfte Geschoss des Hauses abzureißen. Wie in der Raismeser Straße 23-33 werden Dach und Fassade des Hauses ebenfalls instand gesetzt und modernisiert.
In beiden Bereichen sollen außerdem im Zuge der Arbeiten die Außenanlagen und Freiflächen neu gestaltet werden.

www.mz-web.de

25.05.2005
Wenn das Abwasser nicht mehr abfließt und stinkt
Norbert Walter ist Chefvolkswirt der Deutschen Bank wird wird gern gefragt, wenn es um ökonomische Einschätzungen geht. Mit einem Referat über den "Einfluss der Demografie auf die Immobilienmärkte" sollte er den 1. Stuttgarter Immobiliengesprächen einen hörbaren Startschuss geben. So stellt Walter auf der einen Seite einen "Remanenzeffekt" fest. Anders gesagt: alte Bäume pflanzt man nicht um; alte Leute wollen aus ihrer angestammten Umgebung nicht mehr weg.
Sie bleiben in den großen Wohnungen lieber allein, statt in angemessene Wohnungen umzuziehen. Neue Nachfrage entsteht erst, wenn ein Altenheimplatz gesucht werden muss. Auf der anderen Seite werden in 30 Jahren die Alten ärmer sein, als es die heutigen sind. Deshalb "wird der Remanenzeffekt ökonomisch immer schwerer durchzuhalten". Die Alten werden womöglich mobiler werden müssen. Wie drückt sich das aus? Wollen sie näher an die Einkaufszentren und die kulturellen Einrichtungen heranrücken?
Damit ist die Dimension der Infrastruktur berührt. Heute bereits, erzählte Walter, müssen manche Gemeinden Frischwasser durch ihre Abwasserkanäle pumpen, weil das Abwasseraufkommen angesichts der gesunkenen Einwohnerzahl so gering ist, dass es nicht mehr abfließt und anfängt zu stinken. Was passiert mit den Kindergärten, in die immer weniger Kinder gehen? Was passiert mit den Schulen? "Der demografische Faktor wird sich bis zu den Universitäten durcharbeiten", so Walter. Müssen künftig Universitäten geschlossen werden, "oder verstehen wir Bildung endlich als Exportartikel und machen Deutschland zu einem attraktiven Standort für ausländische Studenten?" Zu glauben, dass mangels Menschen für die Verkehrsinfrastruktur weniger getan werden müsse, sei allerdings "ziemlich unrealistisch". Wegen der zentralen Lage Deutschlands sei ein "Ausbau dringend angesagt".
Die Immobilienleute hörten"s mit Interesse. Richtig nachdenklich wurden sie, als Walter konkret auf ihre Branche kam. Er schätzt, dass trotz wachsenden Flächenbedarfs des Einzelnen - er nennt 45 bis 47 Quadratmeter pro Kopf als künftigen Durchschnitt, im Südwesten liegt er derzeit bei 41,2 Quadratmetern - von 2020 an die Nachfrage nach Wohnungen sinkt. Von 2030 an werde nur noch der Ersatzbedarf von jährlich 100 000 Wohnungen in Deutschland erstellt werden, so seine These. Mehr ist für die Unternehmer im Wohnungsbau nicht zu tun.

www.stuttgarter-zeitung.de

24.05.2005
Ende der Immobilien-Krise in Sicht
Der Traum von der eigenen Immobilie: Selten war er so günstig zu verwirklichen wie heute. Die Preise für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser sind in den vergangenen Jahren rapide gesunken, und die Hypothekenzinsen haben mit durchschnittlich 4,2 Prozent ein Rekordtief erreicht. Das günstige Preisniveau geht mit einem enormen Wertverlust bei Wohnimmobilien in den vergangenen zehn Jahren einher. Besonders betroffen waren nach einer Feri-Analyse Ostdeutschland und strukturschwache Regionen im Westen. So sanken die Preise für Eigentumswohnungen zwischen 1994 und 2004 um bis zu acht Prozent. Lag der Quadratmeterpreis beispielsweise in Magdeburg 1994 im Schnitt bei 1831 Euro, waren es 2004 nur noch 791 Euro, und in Kassel gab es einen Rückgang von 1559 auf 822 Euro. Nicht viel besser sah es den Angaben zufolge bei Einfamilienhäusern aus, wo jährliche Preisrückgänge bis zu 4,8 Prozent verzeichnet wurden. So fiel der Durchschnittspreis in Berlin von 480 000 auf 292 000 Euro, in Offenbach wurde ein Einbruch von 397 000 auf 269 000 Euro registriert. Doch es gab auch Gewinner. Überdurchschnittliche Wertsteigerungen erzielten Immobilien beispielsweise in Bonn, Dortmund, Krefeld und Saarbrücken.
www.welt.de

24.05.2005
Immer mehr Single-Haushalte in deutschen Großstädten

Wiesbaden - In deutschen Großstädten gibt es immer mehr Single-Haushalte. Hinter jeder zweiten Wohnungstür in Städten über 500 000 Einwohnern lebte 2004 ein Mensch allein. In den vergangenen 30 Jahren ist die Zahl der Einpersonenhaushalte in den Großstädten damit nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stark gestiegen: Lag ihr Anteil 1974 noch bei 37 Prozent, stieg er auf 45 Prozent Mitte der 80er Jahre und auf 49 Prozent im vergangenen Jahr.
In Gemeinden mit weniger als 5000 Einwohnern gab es dagegen nur 28 Prozent Single-Haushalte. Bundesweit lag deren Anteil 2004 bei 37 Prozent - ebenso hoch wie 2003. Das Statistische Bundesamt zählte in Deutschland 14,6 Mio. Einzelhaushalte bei einer Gesamtzahl von 39,1 Mio.
www.welt.de

24.05.2005
Wuppertal: Schöner wohnen
Da will Wuppertal den Anschluss nicht verpassen und bewirbt sich mit "sechs Bausteinen aus vier Quartieren" um Mittel aus dem Programm "Stadtumbau West". Große Sprünge kann die Stadt nicht erwarten, geht es doch um eine Summe von einer Million Euro im Jahr plus 30 Prozent städtischem Eigenanteil (10 Millionen Euro bis 2010). Für den Abriss ganzer Häuserzeilen soll das Geld nicht ausgegeben werden im Gegenteil. "Wir wollen Wohnquartiere attraktiver machen, die besonders unter dem Bevölkerungsschwund leiden", sagte Stadtentwicklungsdezernent Thomas Uebrick gestern. Das Konzept beinhaltet eine Vielzahl von Maßnahmen in den Stadtteilen Arrenberg, Elberfelder Nordstadt, Unterbarmen sowie im kommenden Jahr Oberbarmen/Wichlinghausen Süd.  Beispiel Schule Simonstraße: Im Rahmen des Stadtumbaus soll "aktiv darüber nachgedacht werden", was aus dem für den Schulbetrieb nicht mehr benötigten Gebäude werden soll. Dazu wird es eine Machbarkeitsstudie geben, die die Vermarktungschancen klären soll. Vielversprechender klingt da schon der Titel "Offensive Zukunft Arrenberg". 500 Hausbesitzer wurden zur Attraktivität des Viertels befragt. Das wenig überraschende Ergebnis: Es besteht Handlungsbedarf. Handeln soll nun ein Arbeitskreis, der wiederum einen Verein der Hausund Grundeigentümer anschieben soll, der sich dann um die Immobilien des Stadtteils kümmert. Die Zwischennnutzung leer stehender Ladenlokale oder die Gestaltung von Hinterhöfen sind weitere Punkte, die mit dem Programm vorangebracht werden sollen. Zum Beispiel am Hombücheler Platz, wo alte und junge Menschen gemeinsam bei der Gestaltung mitarbeiten.
Ganz ausgeklammert werden soll das Thema Abriss aber nicht.

www.wz-newsline.de

24.05.05

19.05.2005
Essen: Mieter bleiben skeptisch
Der Verkauf des Essener Wohnungsunternehmens Viterra treibt Mieterverter und die hieisge Immobilienwirtschaft um. "Wer so viel Geld bezahlt, muss auch viel Geld damit verdienen", so Petra Leonartz. Als Sprecherin des Mieternetz-werks Essen-Nord vertritt sie vor allem Viterra-Mieter. Sie werden ihre Miete künftig der Deutschen Annington überweisen müssen. Für negative Schlagzeilen hat die Düsseldorfer Immobiliengruppe bislang nicht gesorgt. Dennoch bleibt Petra Leonartz skeptisch: "Die Privatisierung wird weitergehen. Möglicherweise steigen auch die Mieten. Die Rendite muss schließlich stimmen." Auch die Arbeitsgemeinschaft der Wohnungsunternehmen reagiert zurückhaltend auf den Verkauf des Essener Unternehmens. Die Gesellschaften bewirtschaften insgesamt 80 000 Wohnungen. Mehr als ein Drittel sind nun in der Hand von am Kapitalmarkt orientierten Unternehmen, betont Allbau-Vorstand Dietrich Goldmann, stellvertretender Sprecher der Arbeitsgemeinschaft. Inwieweit der Stadtumbau gemeinsam angegangen werden kann, muss sich erst noch erweisen.
www.nrz.de

19.05.2005
Gera: Die Bodenpreise in Gera rutschen deutlich ab
Der Grundstücksmarkt in Gera rutscht weiter ab: Die aktuellen Bodenwerte erleben den bislang größten Rückgang seit der Wende. "Im Schnitt sind die Bodenpreise um 20 Prozent gefallen", fasst Bruno Dietel vom Thüringer Landesamt für Vermessung und Geoinformation in Gera (ehemals Katasteramt) die jüngste Erhebung zusammen. Aller zwei Jahre legt der Gutachterausschuss für Grundstückswerte neue Bodenrichtwertkarten vor, die die Kaufpreisentwicklung für bebaute und unbebaute Grundstücke widerspiegeln.Inzwischen allerdings ist der Markt so eingefroren, dass die Gutachter Probleme bei der Erhebung haben. Auf gerade mal 1 800 Kaufverträge aus den vergangenen zwei Jahren konnten sie sich stützen. In Spitzenzeiten wurde in Gera doppelt soviel ver- und gekauft. In manchen Gebieten wechselte kein Grundstück den Eigentümer. So wären viele weiße Flecken geblieben. Um den Trend trotzdem darstellen zu können, zogen die Mitarbeiter erstmals in einer Modellrechnung Bevölkerungsentwicklung, Immobilien- und Mietpreise, den Leerstand bei Wohnen und Gewerbe, die Auslastung in ausgewiesenen Baugebieten, die Zahl der Zwangsversteigerungen sowie die Entwicklungen deutschland- und thüringenweit heran.In Gera, ein Hochpreisgebiet in der Region, ist in der 1a-Lage zwischen unterer Sorge, Elster Forum und Gera-Arcaden der Preis seit 2002 von 900 auf 700 Euro pro Quadratmeter gesackt. Zu Hoch-Zeiten wurden auf der Sorge 2400 D-Mark gezahlt. "Eine 1b-Lage, die vom Glanz der 1a-Lage profitiert, ist kaum noch auszumachen", sagt Dietel. Am ehesten zählen dazu Zschochern, Kornmarkt und Humboldtstraße. Der Preis sank hier um 150 auf 300 Euro/mý. Schon die obere Sorge aber ist heute Normallage. Für Gewerbestandorte ist der Bodenpreis von 35 auf 25 Euro gesunken, für Geschosswohnungsbau von 120 auf 95 Euro. Eigenheimstandorte haben einen Rückgang von 95 auf 80 Euro zu verkraften.
www.tlz.de

17.05.2005
Duisburg: Die Stadt - das zu große Kleid
"Duisburg wird bald das erleben, was Halle oder Schwedt längst hinter sich haben", ist man sich in der Brandenburger Staatskanzlei sicher. "Ach was", kontern die Duisburger Stadtentwickler, "wir haben das Problem seit 30 Jahren." "Das Problem" sind alternde Menschen, leere Häuser, stillgelegte Betriebe und vertrocknende Wasserleitungen. Kurz, wie ein zu groß geratener Mantel hängt die Stadt um ihre weniger werdenden Einwohner. Und sowohl Schwedt im östlichen Brandenburg als auch Duisburg im westlichen Ruhrgebiet versuchen, den Mantel anzupassen.
Geblieben sind Alte und Sozialhilfeempfänger, gekommen sind Menschen aus Anatolien. "Von den Sozialdaten her ist die Lage in Bruckhausen katastrophal, es ist der schlimmste Stadtteil Europas", sagt Michael Fröhling. Als Sozialarbeiter und Manager des "Kulturbunkers" versucht er, Deutsche und Türken für Kultur zu interessieren. Knapp 70 Prozent der Einwohnenden sind Migranten und Eingebürgerte. Manch Großfamilie konnte sich eines der heruntergekommenen, billigen Backsteinhäuser leisten. Darin betreiben sie Döner-Bratereien, Lebensmittelhandel, Reisebüros und Hochzeitsgeschäfte. Die Insellage Bruckhausens, eingekeilt zwischen Hüttenwerken und der Autobahn, sei eine Chance, findet Michael Fröhling, der Sozialarbeiter. Trotz Leerstand, hoher Arbeitslosigkeit und Armut habe man rechtzeitig angefangen, miteinander zu reden. Seit 1998 besprechen Sozialarbeiter, die Vertreterin der städtischen Entwicklungsgesellschaft, Imame, Pfarrer und Priester alle Stadtteilinitiativen an einem runden Tisch. Wo muss ein Spielplatz hin, welches leer stehende Gebäude darf abgerissen werden? Diese Fragen werden diskutiert, so entsteht ein Gefühl der Gemeinschaft. Den demografischen Wandel und die globalisierte Wirtschaft könne man nicht beeinflussen, sagen die Stadtplaner. Vorerst bleibt ihnen nur, leer stehende Gebäude abzureißen oder zu sanieren, Grünflächen zu schaffen und dabei zu helfen, dass es günstige Gewerbeimmobilien gibt. Aber Duisburg habe das Schlimmste schon hinter sich, glauben alle und hoffen, dass mit dem "Stadtumbau West" hier nun ein lebenswerter Ort entsteht.

www.taz.de

15.05.2005
Vorschlag: Mieten drastisch senken
Mit provokanten Thesen konfrontierte Donnerstagabend der Volkswirt Dr. Kristof Dascher die Teilnehmer der öffentlichen SPD-Fraktionssitzung. Diese stand unter der Frage: "Löst Abriss Leerstands-Probleme?" Einer von Daschers Ansätzen lautet: "Die Mieten sind zu hoch. Sie sollten um 1,50 Euro pro Quadratmeter gesenkt werden. Damit kann man den Leerstand nicht komplett beseitigen, aber langfristig wird es Reaktionen geben." Er kritisierte, dass die finanzielle Schere zwischen nichtmodernisierten und modernisierten Wohnungen zu gering sei. Daraus folge, dass es eine Querfinanzierung gebe. Mieter in nichtmodernisierten Wohnungen zahlten so für modernisierte mit. Und: "Es ist unklar, warum sich bei einem solch hohen Leerstand die Mieten auf einem solch hohen Niveau bewegen." Außerdem: "Beim Stadtumbau geht es um die Stadt, nicht um die Wohnungsunternehmen. Die Stadt muss darüber die Kontrolle übernehmen, was passiert." Den lautesten Widerspruch - vor allem von Ronald Schürg, Geschäftsführer der Wohnungswirtschaft, und von Michaela Schmitz-Schlär, Vorstandsvorsitzende der Wohnbau - gab es nach der Überlegung von Dascher, "ob es wirklich schlimm wäre, wenn die beiden Großvermieter in die Insolvenz gingen." Zu klären sei dann von den Abgeordneten, was mit den Schulden des Unternehmens passiere. Im Sinne der Mieter würden im schlimmsten Fall die Mieten fallen, was wiederum gut wäre.
Ronald Schürg setzte dem entgegen, dass sich die Arbeit seines Unternehmens am Kunden orientieren würde und wirtschaftlichen Vorgaben unterworfen sei. "Wir befragen unsere Mieter alle zwei Jahre. Von 2000 Bögen erhalten wir 500 ausgefüllte zurück." Und er fügte an: "Die Mieten steigen so lange, bis sie kostendeckend sind." Michaela Schmitz-Schlär: "Wohnungen sind Wirtschaftsgüter, deren Preise sich nach Ausstattung, Lage, Arbeitsnähe richten." Dass es einen Querverbund zwischen modernisierten und nichtmodernisierten Wohnungen gebe, bezeichnete sie als Gerücht. Nichtmodernisierte Wohnungen seien oft deutlich preiswerter als modernisierte. "Ich glaube nicht, dass ich jemanden, der sich für ein Eigenheim entscheiden will, durch eine geringere Miete mobilisieren kann, in einem Plattenbau zu bleiben."

www.moz.de

siehe dazu auch Anmerkung des bbu: Pressemitteilung

14.05.2005
Bayern: Neun Städte und Gemeinden schaffen Interkommunales Entwicklungskonzept
Bürgermeister Helmut Ritter begrüßte als Hausherr die Bürgermeister aus den beteiligten Städten und Gemeinden von Kirchenlamitz, Röslau, Schönwald, Weißenstadt und Marktleuthen (alle Landkreis Wunsiedel) sowie aus Oberkotzau, Schwarzenbach/Saale, Sparneck und Zell (alle Landkreis Hof).
Wie der für dieses Vorhaben federführende Bürgermeister der Stadt Schwarzenbach, Alexander Eberl, in einem Pressegespräch ausführte, „ergeben sich durch die Schließung zahlreicher Unternehmen – insbesondere der Porzellan- und Textilindustrie und des steinverarbeitenden Gewerbes – für die Kommunen des nördlichen Fichtelgebirges enorme Probleme“. Verschärft werde diese Problematik durch die Nähe zum Niedriglohnland Tschechien und den Höchstfördergebieten Sachsen und Thüringen, die Neuansiedlungen in unserem Gebiet schwierig machten. Hinzu komme neben dem demographischen Wandel die verstärkte Abwanderung der jungen Generation, bedingt durch das fehlende Angebot an Arbeits- und Ausbildungsplätzen. Darunter ist nach Meinung von Eberl auch die katastrophale Entwicklung durch die Schließung von Geschäften und Läden, das Leerstehen von Industrie- und Gewerbebauten, die Probleme bei der Anwerbung neuer Gewerbetriebe und die sinkende Attraktivität der Städte zu sehen. „Dies führt auch dazu, dass die Städte und Gemeinden Schwierigkeiten haben, wichtige Einrichtungen wie Schulen, Hallenbäder und Büchereien sowie die Infrastruktur mit der Wasserversorgung, Abwasserbeseitigung, Straßen und Baugebiete weiterhin zu unterhalten und neu zu schaffen.“ Aus dieser Erkenntnis heraus hätten sich die Städte und Gemeinden entschlossen, enger zusammen zu arbeiten und ein interkommunales Entwicklungskonzept für das nördliche Fichtelgebirge in Auftrag zu geben.
Insgesamt lebten im Untersuchungsraum rund 35 000 Einwohner. Bei diesem Pilotprojekt in Oberfranken geht es nach Eberl zum einen um die Frage, in welchen Bereichen der Raum überhaupt noch Entwicklungspotenziale besitzt wie in Wirtschaft und Tourismus, die gemeinsam erschlossen werden könnten, und zum anderen um die Frage, wie durch eine vertiefte Zusammenarbeit Synergieeffekte erzielt werden könnten, um die knappen Ressourcen für die Zukunft gezielt einsetzen zu können. Das Entwicklungskonzept soll nach der Meinung aller beteiligten Städte und Gemeinden folgende Leistungsbestandteile abdecken: Es wird eine Analyse des Raumes mit einer integrierten Strategie für die Bereiche Wirtschaft, Gewerbe, Handwerk, Einzelhandel, Tourismus, Freizeit, Kultur, Bildung, Jugend und Beschäftigung sowie Belebung der Ortskerne erstellt. Die verschiedenen Projektvorschläge werden dann für eine interkommunale Verwaltungszusammenarbeit aufbereitet und geeignete Sofortmaßnahmen sowie ausgewählte Leitprojekte weiter verfolgt. Den beteiligten Städten und Gemeinden sei nach übereinstimmender Meinung sehr daran gelegen, „keinen Papiertiger zu produzieren“, sagte Eberl. Die Gutachter erarbeiteten ein entsprechendes Entwicklungskonzept für jede einzelne beteiligte Gemeinde.  Wie der Vertreter der Regierung von Oberfranken, Baurat Ingo Schätz, hierzu versicherte, „wird dieses Projekt aus Mitteln des Programms ,Stadtumbau West’ mit 80 Prozent der förderfähigen Kosten durch die Regierung gefördert“. Der restliche Betrag werde unter den beteiligten Gemeinden nach Einwohnerzahl aufgeteilt.

www.frankenpost.de

11.05.2005
Magdeburg: Wobau lässt Zehngeschosser in der Agnetenstraße, Ecke Sieverstorstraße abreißen
Die 72 Einraumwohnungen hinter der Fassade des Zehngeschossers an der Agnetenstraße sind seit Jahren verwaist und die Bausubstanz längst veraltet. „Hohe Sanierungskosten und städtebauliche Gründe“ zwingen die Wobau als Eigentümer des 44 Jahre alten Zehngeschossers in der Agnetenstraße 20 das Haus platt machen zu lassen. Noch in diesem Jahr soll es fallen, die Planungen laufen bereits auf Hochtouren. Fördermittel sind bereits bewilligt
Torsten Prusseit: „Die öffentliche Ausschreibung der Bauarbeiten ist erfolgt. Die Auftragserteilung an die Firmen erfolgt in Kürze.“ Erfreulich für die Wobau: „Die Fördermittel für den Abriss sind bewilligt.“ Mit 60 Euro pro Quadratmeter wird das kostenintensive Projekt über das Programm „Stadtumbau Ost“ finanziell unterstützt
„Der Abriss ist nicht nur wegen der besonderen Bauweise und der Lage des Grundstücks anspruchsvoll. Es müssen weiterhin Straßensperrungen und die Umverlegung einer Straßenbahnhaltestelle durchgeführt werden. Aus diesen Gründen werden wir mit den Fördermitteln allein das Gebäude nicht abreißen können“, erklärt Torsten Prusseit und fügt hinzu: „Doch über die Hälfte der Gesamtkosten werden wir mit eigenen Mitteln bestreiten.“
Ist der Zehngeschosser gefallen, macht er Platz für ein 700 Quadratmeter großes Grundstück. Das werde zunächst urbar gemacht, Rasen angesät und stehe zum Verkauf.

www.volksstimme.de

06.05.2005
Jena: Abriss in Lobeda trifft die Stadt jetzt als Bumerang
Gerade sind die letzten Betonplatten von weiteren 440 abgerissenen Wohnungen am Lobedaer Allendeplatz gefallen, da hat der Sozialausschuss gestern Abend den Wohnungsnotstand für die Stadt ausgerufen. Mindestens 1 000 Wohnungen fehlen, um vor allem alleinstehende Empfänger des Arbeitslosengeldes II mit angemessenem Wohnraum zu versorgen, der den Richtlinien der Stadt entspricht. Insgesamt verfügen laut Johanna Kühn, Werkleiterin von "Jenarbeit", 1 800 sogenannte "Bedarfsgemeinschaften" über zu viel oder zu teuren Wohnraum. In 800 Fällen handelt es sich aber um Familien, denen eine Überschreitung von zehn Prozent zugestanden wird oder um nur geringfügig zu große Wohnungen. "Entgegen unserer ersten Annahmen betragen die Differenzen zwischen 100 und 200 Euro und sorgen schon jetzt für viel höhere Kosten zu Lasten der Stadt", so Johanna Kühn. Nach Gesetzeslage werde die Überzahlung nur für längstens sechs Monate übernommen, bis dahin müsse der ALG II-Empfänger in eine günstigere Wohnung umziehen oder die Geldleistung werde um den Differenzbetrag gekappt. "Eine andere Wahl lässt uns das Gesetz nicht, auch wenn kein geeigneter Wohnraum gestellt werden kann", so die Werkleiterin. Sozialdezernent Dr. Albrecht Schröter bestätigte, dass die Stadt vor einem echten Problem stehe, da der Wohnungsleerstand nur noch zwei Prozent in der in Jena betrage. Die Stadt komme nicht umhin, selbst günstigen Wohnraum zu schaffen. "Kurzfristig gibt aber nur 100 bis 200 leere Wohnungen, die wir mit einfachen Mitteln sanieren könnten", so der Dezernent. Deswegen müssten als weiteres Mittel die Ermessensspielräume ausgeweitet oder gegebenenfalls die Mietpreisgrenze von 6,10 Euro warm anghehoben werden. "Statt der geplanten 15,6 Millionen Euro laufen dann 2005 für die Stadt aber rasch 18 bis 20 Millionen Euro an Kosten für Unterbringung auf", warnte Schröter.
Stadtrat Jürgen Haschke  sagte, dass Jena nun das Stadtumbauprogramm-Ost auf die Füße falle: "Erst reißen wir die günstigen unsanierten Wohnungen ab und jetzt legen wir ein neues Wohnungsbauprogramm auf." So ist die Zahl der Bedarfsgemeinschaften laut Johanna Kühn von ursprünglich angenommenen 3 800 auf 5 750 geklettert. Hinter dieser Zahl stehen 8 500 Einzelpersonen, die vom ALG II leben. Pro Monat kommen etwa 400 neue Anträge hinzu, während Vermittlungen in den ersten Arbeitsmarkt die Ausnahme bleiben.

www.otz.de

06.05.2005
Oer-Erkenschwick: Hallenbad soll verschwinden
Unten verbrettert, oben zerdeppert: Das alte Hallenbad hat schon bessere Zeiten gesehen. Die SPD stellt den Antrag, das 1930 eröffnete Gemäuer abzureißen. Damit wollen Stadtverbandsvorsitzender Andreas Krebs und Fraktionsvorsitzender Klaus Schild, die gestern zu einem Gesprächstermin vor Ort einluden, möglichen Investoren den Weg ebnen. Diese sind jedoch bislang weit und breit nicht in Sicht. Die Fläche solle vom Hallenbad befreit werden, um sie zusammen mit dem Kirmesplatz innerhalb des Programmes "Stadtumbau West" besser vermarkten zu können, meinen die Sozialdemokraten. Dieser Wunsch ist nicht neu, doch die SPD will jetzt Dampf machen, "damit endlich etwas passiert", so Schild. Die Stadt habe viel zu lange auf das falsche Pferd gesetzt, im wahrsten Sinne des Wortes. Die MGG (Montangrundstücksgesellschaft der Ruhrkohle) müsse jetzt in dem gemeinsam mit der Verwaltung gegründeten Arbeitskreis neue Ideen entwickeln und Investoren locken. Um das Hallenbadgelände attraktiver zu machen, müsse die Stadt sozusagen in Vorkasse treten. Wie hoch die Abrisskosten sind, ließe sich allerdings schwer sagen, erklärten Krebs und Schild. Das sei auch ein Unsicherheitsfaktor für Interessenten. Beide gehen davon aus, dass die Kommunalaufsicht (die Kreisverwaltung) mitspielt. Denn die Stadtkasse ist leer, Oer-Erkenschwick muss zuerst den Haushalt konsolidisieren, bevor es wieder eigenhändig entscheiden darf.

www.waz.de

05.05.2005
Thüringen: Trotz Leerstands und Finanzproblemen keine Pleitewelle
Trotz erster Insolvenzen kommunaler Unternehmen droht nach Ansicht der Thüringer Wohnungswirtschaft keine Pleitewelle im Freistaat. "Es handelt sich hierbei um Einzelfälle und keine Massenerscheinung", sagte der stellvertretende Direktor des Verbandes Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, Hans-Joachim Ruhland. In Ostthüringen mußten in diesem Jahr die Wohnungsbaugesellschaft "Holzland" mit Sitz in Hermsdorf und die Wohnungsgesellschaft Gößnitz im Kreis Altenburger Land Insolvenz anmelden.
In beiden Fällen wurde die wirtschaftliche Schieflage mit Leerständen und Mietausfällen begründet. "Zur Insolvenz kam es, als die Banken bei beiden Gesellschaften Kreditzusagen zurückzogen", sagte Ruhland. Allgemein sei zwar die Finanzlage der Wohnungsunternehmen in Thüringen angespannt. "Der finanzielle Spielraum ist aber von Standort zu Standort unterschiedlich." Die größte Last seien die Altschulden. Diese beliefen sich durchschnittlich auf rund 70 Euro je Quadratmeter Wohnfläche. Deshalb werde eine erweiterte Altschuldenregelung gefordert.
Alle Unternehmen, die sich am Stadtumbauprogramm beteiligten, müßten nach erfolgtem Wohnungsabriß unabhängig von Fristen und Kriterien entschuldet werden, verlangte Ruhland. Von den rund 325 000 Wohnungen, die die Mitgliedsunternehmen des Verbandes bewirtschafteten, hätten im vergangenen Jahr 47 000 leergestanden. Im Jahr 2003 waren noch 51 000 ohne Mieter. "Das zeigt, daß sich das Stadtumbauprogramm Ost positiv auswirkt."
Auf Grund des Leerstandes gingen den Wohnungsunternehmen laut Ruhland im vergangenen Jahr rund 112 Mio. Euro an Einnahmen verloren. Hinzu kämen Mietschulden von etwa 50 Mio. Euro pro Jahr. Nach Angaben des stellvertretenden Verbandsdirektors werden jährlich rund 6000 Wohnungen abgerissen.

www.welt.de

03.05.2005
Torgau: Weitere Wohnblöcke werden 2006 weichen
Insgesamt 492 Wohnungen wird die Wohnstätten GmbH über dieses Förderprogramm "rückbauen", voraussichtlich im Zeitraum bis 2008. Noch weiter wachsender Wohnungsleerstand wäre die Folge, wenn man jetzt nichts unternähme. Und jeder Quadratmeter Leerstand kostet schließlich auch Geld, das dann anderswo fehlt und nicht investiert werden kann.
Doch nicht nur die aktuelle Leerstandslage auf dem Wohnungsmarkt ist Grund dafür, sondern auch die Prognosen für die weitere demografische Entwicklung. Für das Jahr 2015 geht diese Prognose in einer ungünstigen Variante von nur noch rund 17 250 Einwohnern in Torgau aus - zum Jahresende 2004 lag die Einwohnerzahl bei 18 812. Der weitere Rückgang wird natürlich auch Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt mit sich bringen. "Wir müssen bereits heute die Weichen stellen für die wirtschaftliche Arbeit des Unternehmens in diesen prognostizierten Zeiten", erklärt Andreas Huth, Geschäftsführer der Wohnstätten GmbH die Notwendigkeit des Abrisses aus unternehmerischer Sicht. Diese geht konform mit dem Torgauer Stadtentwicklungskonzept, das sich den mit sinkender Einwohnerzahl verbundenen Prämissen aus städtebaulicher Sicht stellt und den Abriss mit einer Aufwertung, mit der Schaffung von mehr Wohn- und Lebensqualität sowie einer Aufwertung der Innenstädte als Ziel verbindet. Sachsenweit stehen über 414 000 Wohnungen leer, auf den Rückbau von 250 000 Wohnungen einigten sich CDU und SPD im Koalitionvertrag. Innenminister Thomas de Maizière sprach anlässlich des 3. Mitteldeutschen Immobilientages sogar von der jetzt anstehenden "zweiten Hälfte des Aufbau Ost", in der als wesentliche Aufgabe gesetzt sei, "intelligente Schrumpfungsprozesse mit qualitativem Aufschwung zu verbinden." Für die Torgauer Wohnstätten GmbH ist mit dem Förderprogramm und dem Abriss von Wohnungen aus ihrem Bestand zugleich ein Altschuldenerlass in Höhe von 1,9 Millionen Euro verbunden.

www.torgauerzeitung.com

3.05.2005
Hagen: Jeder dritten Schule droht das Aus
Um 16,3 Prozent, das sind etwa 33 000 Menschen, soll die Zahl der Hagener Einwohner nach Berechnungen des Landesamts für Statistik bis 2020 abnehmen. Und zwar im Wesentlichen durch den sogenannten Wanderungsverlust. Während der Sterbeüberschuss bis 2020 mit 11 500 errechnet wurde, soll Hagen im selben Zeitraum 21 000 Menschen durch Fortzüge verlieren. Ein Großteil davon ins Umland, wo viele kleinere Gemeinden schon seit Jahren mit günstigen Baulandofferten locken. Nach Erhebungen der Amtsstatistiker werden, sofern dieser Trend nicht abgemildert werden kann, folglich insbesondere die 30- bis 49-Jährigen Hagen den Rücken kehren - bis zu 40 Prozent.
Schon in den vergangenen zehn Jahren verlor Hagen mehr als 3500 Menschen - im Wesentlichen aus der genannten Altersgruppe - ans Umland. An der Spitze lag dabei Iserlohn. Während seit 1994 2916 Iserlohner nach Hagen zogen, wählten 4087 Hagener den umgekehrten Weg. Ein Plus für Iserlohn also von 1171. Herdecke meldet einen Zugewinn aus Hagen von 445 Personen, Breckerfeld von 414, Wetter von 396 und Schwerte von 345. Einzig gegenüber Dortmund verbuchte Hagen einen Gewinn von 74 Zuwanderern.
Für die jetzt begonnene Diskussion, die das Ziel einer bevölkerungspolitischen Trendwende hat, haben die Verwaltungsexperten ausgerechnet, welche Folgen ein anhaltender Schrumpfungsprozess haben könnte. Ein Verlust von 30 000 Einwohnern würde beispielsweise nach dem derzeitigen Stand zu einem Einnahmeverlust bei den Schlüsselzuweisungen von 21 Millionen Euro pro Jahr führen. Zugleich würde der Finanzbedarf zur Aufrechterhaltung der kommunalen Infrastruktur steigen. Konkret: Die Entwässerungs- und Müllabfuhrgebühren müssten beispielsweise um ca. 20 Prozent angehoben werden.
Weitere Folgen: Aus dem befürchteten Minus von 1500 Kindern (26 Prozent) im Kindergartenalter folgern die Statistiker einen Rückgang der Nachfrage um 60 Gruppen, durch die Verringerung der Zahl der Grundschulkinder (Minus 30 Prozent) sowie der Schüler in der Sekundarstufe I (Minus 35 Prozent) wird zudem jeder dritte Schule in Frage gestellt. Schlimme Folgen werden auch für die Stadtbücherei erwartet, deren Leserschaft sich zu 40 Prozent aus Kindern und Jugendlichen rekrutiert sowie für die Sportvereine. Derzeit sind 16 000 der 50 000 Hagener Sportvereinsmitglieder noch keine 18 Jahre alt.

www.westfalenpost.de