Newsticker Archiv November 1. Hälfte 2002

15.11.2002
Erfurt: Brachflächen wieder genutzt
Über neue Chancen durch die Aktion "Stadtumbau Ost" diskutieren am heutigen Freitag in Erfurt rund 60 Teilnehmer aus allen Teilen Thüringens. Die Landesentwicklungsgesellschaft LEG hat sämtliche Bürgermeister sowie Vertreter des Gemeinde- und Städtebundes, des Landesverwaltungsamtes sowie des Innenministeriums zu einem Expertentreffen mit dem Thema Zukunft Stadt eingeladen. Dabei gehe es u. a. um die Revitalisierung von innerstädtischen Brachflächen. Bauland konnte laut LEG-Geschäftsführer Frank Krätzschmar "sehr erfolgreich auf vormals gewerblich-industriell genutzten Flächen geschaffen werden. So nannte er Erfurt-Brühl, Suhl-Röderfeld, Meuselwitz und Saalfeld-Beulwitz. Dort wurden Baulücken geschlossen und damit außerstädtische Flächenversiegelungen verhindert.
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14.11.2002
Greifswald: Mietergespräche beginnen im Frühjahr
In vier Wochen geht es um die Wurst. Wenn die Bürgerschaft Mitte Dezember den Rahmenplan für das Ostseeviertel Parkseite fortschreibt, steht dem „Stadtumbau Ost“ in jenem Ortsteil nichts mehr im Wege, erhalten die WVG und WGG als federführende Wohnungsgesellschaften auch offiziell grünes Licht für ihre Rückbau- und Sanierungspläne.
Die sind indes weit fortgeschritten. Zum Glück, wie Hans-Georg Falck, Vorstandsvorsitzender der Wohnungsbau-Genossenschaft Greifswald (WGG), auf der Ortsratssitzung am Dienstagabend betonte: „In Schwerin wurde unser Konzept als gut bewertet. Wir sind bislang die einzigen, die ein in sich so schlüssiges Papier vorlegen konnten.“ Insofern seien die Hoffnungen auf eine gute und schnelle Förderung aus dem Topf „Stadtumbau Ost“ berechtigt. Eine Förderung, die für das Gesamtvorhaben unabdingbar ist, auch wenn im Einzelnen noch nicht über Kosten und also auch noch nicht über künftige Mieten geredet werden kann.
Das aber soll geschehen, wenn die Entwurfsplanung En
de März 2003 steht und sich die Genehmigungsplanung anschließt.
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13.11.2002
Barth: Preisgekrönter Plan mit schonungsloser Analyse
Auf der letzten Stadtvertretersitzung in Barth lieferten Abgeordnete Beispiele dafür, wie kontrovers man etwas auslegen und dabei das Thema durchaus verfehlen kann. Thema war das „Integrative Stadtentwicklungskonzept“, für das die Stadt Barth beim Bundeswettbewerb Städteumbau Ost einen Preis erhalten hatte. In dem über 50 Seiten starken Papier wird die Entwicklung des Ortes kurz-, mittel- und langfristig in verschiedenen Szenarien, abhängig von der angenommenen Bevölkerungsentwicklung, prognostiziert.
Zitierte Zahlen sind, die im Falle des Eintretens der „pessimistischsten“ Variante der Bevölkerungsentwicklung bis zum Jahre 2011 zum Tragen kämen. Dem Konzept nach müssten dann etwa 170 Wohnungen rückgebaut werden. Dafür und für entsprechende Aufwertungsmaßnahmen würden rund 6,3 Millionen Euro gefördert werden. Die Stadt müsse dabei einen Eigenanteil von 1,9 Millionen, die Wohnungsunternehmen von 1,3 Millionen Euro aufbringen.
Auch Bürgermeister Mathias Löttge äußerte sich zur Diskussion. „Sicherlich ist das Programm Stadtumbau Ost erst einmal ein Armutszeugnis. Es beschäftigt sich nicht mit Wirtschaftsförderung, sondern mit Rückbau“. Das Konzept sei aber andererseits eine schonungslose Analyse der Zustände.  Und auch die von Abgeordneten verbreitete „Untergangsstimmung“ war überflüssig – wer ausführlich liest, stellt fest: Hier wurden ehrliche Analysen getroffen, die die Chance bieten, Städtebauliches in die richtige Richtung zu bringen.

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13.11.2002
Zwickau: Wie Zwickau im Jahr 2015 aussehen wird
Die Zwickauer Einwohnerzahl wird bis ins Jahr 2015 um rund 10.000 auf etwa 90.000 Bürger sinken: Welche Auswirkungen hat die Entwicklung auf die Stadt? Und überhaupt: Wie wird Zwickau in den kommenden n Jahren aussehen? Antwort auf diese und auf etliche anderen Fragen gibt das neue Stadtumbau-Konzept. Es liegt am Dienstag dem Bau- und Verkehrsausschuss in dessen nicht öffentlicher Sitzung zur zweiten Lesung vor.
Das mehr als 200 Seiten umfassende Werk gilt als Weiterführung des Zwickauer Leitbildes und des integrierten Stadtentwicklungskonzepts. Ausgangspunkt aller Überlegungen zum Stadtumbau ist dabei die Frage: Wie viel Stadt ist im Jahre 2015 erforderlich, um alle städtischen Funktionen zu gewährleisten, den Bewohnern eine wirtschaftliche Basis zu bieten sowie als Wohnstandort attraktiver zu werden?
In die Erarbeitung des Papiers hatte die Stadtverwaltung die großen Vermietungsunternehmen sowie die Ver- und Entsorgungsfirmen von Zwickau mit einbezogen.

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12.11.2002
BBU: Stadtumbau Ost klemmt - Leerstand wächst
Auf 1,4 Millionen ist die Zahl der leer stehenden Wohnungen im Osten inzwischen angewachsen. Das erklärte BBU-Vorstand  Burkhardt gestern auf dem 98. Verbandstag des BBU in Cottbus. Damit wachse der Leerstand schneller, als der Stadtumbau vorankomme.
Vertreter aus 396 Wohnungsunternehmen Berlins und Brandenburgs diskutieren seit gestern in Cottbus über Wohnungsleerstand und Stadtumbau. "Der Stadtumbau Ost muss endlich eine durchgreifende Dynamik erhalten", forderte Lutz Freitag, Präsident des Bundesverbandes deutscher Wohnungsunternehmen (GdW).
"Die Probleme wachsen viel schneller als deren Lösung", machte Burkhardt deutlich. Seit Beginn der Diskussion über wirksames Gegensteuern gegen den Leerstand im Osten vor vier Jahren sei die Zahl der leer stehenden Wohnungen von einer auf 1,3 Millionen Wohnungen gestiegen. "Inzwischen sind wir bei 1,4 Millionen angekommen", erklärte Burkhardt mit Verweis auf eine Blitzumfrage bei den BBU-Mitgliedsunternehmen, die 1,2 Millionen Wohnungen verwalten.
Demnach stehen im Schnitt 15 Prozent der Wohnungen in Brandenburg leer (2001: 12,2 Prozent). "Die Talsohle ist noch nicht erreicht", betonte Burkhardt und forderte ebenso wie GdW-Chef Freitag Korrekturen an den in der nachgebesserten Koalitionsvereinbarungen festgeschriebenen Steuerplänen.
Der Erhalt einer Grundförderung beim Erwerb von Wohneigentum sei zwar zu begrüßen. Allerdings soll diese nach jetzigen Plänen Singles und kinderlosen Ehepaaren nicht zugänglich sein.  Eine schnellere Altschuldenentlastung könnte den Stadtumbau beschleunigen helfen. "Wenn auf Vermögen noch Verbindlichkeiten aus Altschulden lasten, ist doch keiner zu bewegen, Vermögen abzureißen", so Freitag.
Wohnungsunternehmen, die im Zuge des Stadtumbaus fusionieren, sollten von der Grunderwerbssteuer befreit werden. Überdacht werden sollten die Pläne bei Abschreibungen und Spekulationssteuer. Hier bestehe die Gefahr, dass private Investoren, die dringend gebraucht würden als Partner der Kommunen beim Stadtumbau, verprellt werden

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12.11.2002
Neustadt: Wohnungsgenossenschaft will die ersten beiden Wohnblöcke abreißen
Eine Karte zeigt  zwei rote Blöcke in der Neubausiedlung an der Friedrich-Engels-Straße. Die stehen bereits völlig leer und werden noch in diesem Jahr abgerissen. Doch was ist mit dem rot gestrichelten Gebäude? Mit Schrecken mussten die Bewohner der Friedrich-Engels-Straße 36 bis 46 in der Legende lesen: Auch ihr Haus soll im nächsten Jahr dem Erdboden gleichgemacht werden.
Es seien schon etwa zwölf Gespräche mit Mietern geführt worden, sagt Thomas Schöne vom Umzugsteam der Genossenschaft. Die kamen bisher jedoch aus eigener Initiative, weil sie wissen wollten, wie es weiter geht.
Er verteidigt deshalb den Abrissplan. „Es gibt wirtschaftlich keine Alternative.“ Alles andere wäre für die Genossenschaft „tödlich“. Denn die Betriebskosten bleiben auch bei Leerstand, für den so genannten „Stadtumbau Ost“ gibt es dagegen Fördergelder. Die Bedingung hierfür, über 15 Prozent Leerstand, ist mit 16,6 Prozent (ohne Bad Schandau) erreicht. Deshalb sollen zunächst 170 Wohnungen verschwinden. Doch weiter geht es erst, wenn die Fördergelder bewilligt sind.
„Was hier geschieht, ist Kahlschlag. Es gibt ja kaum noch Industrie“, begründet auch Bernd Hartig die schwindenden Mieterzahlen mit dem Jobmangel. Gerade junge Leute und Familien würden wegziehen. So blieben die Vierzimmer-Wohnungen leer: „Wir reißen nur dort ab, wo der Leerstand am größten ist.“ Und das sei zur Zeit der Block, in dem nur noch 25 von 60 Familien wohnen würden. Der Wohnungs-Chef verspricht allerdings attraktive Umzugsangebote. „Wir wollen schließlich was von den Leuten“, sagt er.
www.sz-online.de

11.11.2002
Plauen: Stadt steckt Preisgeld in planerische Arbeit
Das mit dem ersten Preis im Wettbewerb Stadtumbau Ost für Plauen verbundene Preisgeld in Höhe von 50.000 Euro steckt die Stadt in die weitere Qualifizierung des Verkehrskonzepts. Der Betrag deckt nur einen Teil der benötigten Summe, hieß es am Donnerstag in der Sitzung des städtischen Finanzausschusses.
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11.11.2002
BBU: 98. Verbandstag in Cottbus
Der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V., der größte immobilienwirtschaftliche Verband in den neuen Bundesländern, dessen 396 Mitglieder ca. 1,2 Millionen Wohnungen verwalten, führt seinen 98. Verbandstag am 11. und 12. November 2002 in Cottbus durch. Tagungsort ist das Hotel Radisson SAS-Hotel in der Vetschauer Straße 12.
Im Mittelpunkt des öffentlichen Teils am 11. November 2002, ab 15.00Uhr werden die Leerstandsentwicklung und der Stadtumbau Ost stehen.

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10.11.2002
Gröditz: Plant Verkauf der Wohnungsgesellschaft
Aufsichtsrat und Stadtrat spielen mit dem Gedanken, die Kommunale Wohnungsgesellschaft Gröditz mbH (KWG) zu verkaufen. Die SZ sprach darüber mit Andreas Bölke, Aufsichtsratsvorsitzenden der KWG und Bürgermeister.
Bisher war immer nur die Rede von einer Fusion der drei Gröditzer Wohnungsunternehmen. Weshalb jetzt dieser Schritt, der ein Novum im Landkreis wäre?
Es ist richtig. Meine Fusions-Überlegungen, die von vielen mitgetragen wurden, sind durch die Medien gegangen und sorgten für Wirbel in den Wohnungsunternehmen. Aber auf Grund eines Zahlenspiegels ist der Zusammenschluss aller drei Unternehmen definitiv vom Tisch. Obwohl ich nach wie vor überzeugt davon bin, dass es für die Stadtentwicklung städteplanerisch und zukunftsorientiert die richtige Lösung gewesen wäre. Doch die Geschäftsführer der Wohnbau eG, der Wohnungsgenossenschaft und der KWG sind da eben anderer Meinung.
Also keimte in der Stadtverwaltung die Idee, weshalb nicht den Versuch starten, die Kommunale Wohnungsgesellschaft zu verkaufen?
Ist das Scheitern der Fusion der einzige Grund für die Verkaufsgedanken?
Nein, Hauptgrund ist, dass eine Kommune nicht primär die Aufgabe hat, einen großen Wohnungsbestand zu verwalten. Egal ob als Stadt selbst oder als hundertprozentiger Gesellschafter, wie in unserem Fall. Zwar kostet es der Kommune nichts, aber es bringt ihr auch nichts, die insgesamt 864 Wohnungen zu verwalten. Während der Verkauf einen wichtigen Effekt für den städtischen Haushalt hätte.
Also Verkauf auf Biegen und Brechen, nur um den Haushalt aufzubessern?
Keinesfalls! Wir wollen diese Sache nicht übers Knie brechen, sondern es ruhig angehen lassen.
Beispielsweise erst einmal analysieren, was auf dem ostdeutschen Wohnungsmarkt als Kaufpreis erzielbar ist. Deshalb haben wir auch keine offizielle Ausschreibung gestartet, sondern zielgerichtet 14 Wohnungsunternehmen und andere Institutionen aus der Region angeschrieben.
Gibt es schon Kaufangebote?
Nein. Wie gesagt, die Schreiben sind erst vor etwa zwei Wochen verschickt worden. Und wir selbst prüfen ja noch, was erzielbar ist. Denn unsere KWG ist kein Unternehmen, das schlecht da steht, sondern stets gute Bilanzen vorweisen konnte. Ein derzeitiger Wohnungsleerstand von nur 3,4 Prozent unterstreicht eigentlich die gute Geschäftsführung. Sollte es zu keinem akzeptablen Verkaufspreis kommen, lassen wir die Finger davon und alles beim Alten.

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09.11.2002
Rathenow: Einigungsprozess zum Stadtentwicklungskonzept
Zehn Prozent fehlen, um den Einigungsprozess zum Stadtentwicklungskonzept zwischen Stadt, KWR und RWG zu beenden. Das klingt erfreulich, und man möchte meinen, die verbleibenden drei Wochen, die sich die Beteiligten noch geben, müssten dafür ausreichen.
Doch so leicht wird es nicht werden. Erfahrungsgemäß hebt man sich bei Verhandlungen die schwierigen Brocken bis zum Schluss auf. So ist es auch beim Stadtentwicklungskonzept. Es geht um Fragen, in denen sich Stadt und Wohnungsbaugesellschaften - hier die KWR - nur sehr langsam aufeinander zu bewegen können. Denn für die Wohnungsbaugesellschaft muss sich das Geschäft auch nach Abschluss des Stadtumbaus lohnen. Städtebauaspekte, die von der Stadt in den Vordergrund gestellt werden, dürfen für die KWR nicht immer die wichtigste Rolle spielen.
Andererseits ist die Stadt Rathenow Alleingesellschafter der Kommunalen Wohnungsbaugesellschaft. Das Interesse an einem gut funktionierenden Unternehmen sollte also vorhanden sein. Da sowohl Stadt als auch KWR Interesse am Stadtumbau haben, müssen beide Kompromisse finden.
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09.11.2002
Oldenburg: Land-Stadt-Gefälle auf dem Wohnungsmarkt
Die reine Versorgungsorientierung auf dem Wohnungsmarkt ist Vergangenheit. Wohnungswirtschaft bedeutet zunehmend Dienstleistung und Kundenservice. Dies sagte Renate Szameitat, Geschäftsführerin des Gewos Instituts für Stadt-, Regional- und Wohnforschung, gestern bei einer Veranstaltung.In ihrem Vortrag widmete sich Szameitat dem Zusammenhang von Bevölkerungsentwicklung und Tendenzen auf dem Wohnungsmarkt. Die niedrige Geburtenrate in Deutschland führe in den nächsten Jahren zu deutlichen Angebotsüberhängen, da mehr Wohnungen vorhanden sein werden als nötig. Dies könne durch die steigenden Zahl der (Single)-Haushalte nur bedingt aufgefangen werden. „Die einzige Gruppe die ständig wächst, ist die der Senioren.“
Dem Deutschland-Trend entgegen sei in der Region Weser-Ems die Geburtenrate höher, wenn auch mit einem Land-Stadt-Gefälle. „Der Wohnungsmarkt in der Region wird daher sehr heterogen sein“, prognostizierte Szameitat. Leichte Angebotsdefizite werde es vor allem im Süden des Oldenburger Landes geben, während in den Städten weiterhin ein Überangebot zu erwarten sei.
Ein nahezu gesättigter Markt erfordere ein Umsteuern in der Wohnungswirtschaft: „Sie muss stärker auf Nachfragen der völlig unterschiedlichen Zielgruppen eingehen und die Mieter längerfristig binden.“ Der Wettbewerb nehme zu, die Planungssicherheit ab. Was für andere Wirtschaftszweige schon länger gelte, habe jetzt auch die Wohnungswirtschaft erreicht.

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08.11.2002
Erfurt: Szenarien für den Stadtumbau
"Szenarien für den Stadtumbau" heißt eine Ausstellung mit Arbeiten von Studenten der Bauhaus-Universität Weimar, die jetzt im Informationszentrum der Erfurter Bauverwaltung in der Löberstraße zu sehen ist. Die Entwürfe zeigen, am Beispiel des Wohngebietes "Roter Berg", dass eine Plattenbausiedlung Chancen für zukunftsfähiges Wohnen, Arbeiten und Erholen bieten kann. "Ich freue mich, dass ich endlich mal wieder, etwas leben-digere Pläne sehen kann", lobte Erfurts Baubeigeordneter Rainer Wiesmaier. Ein gewichtiger Grund dafür: Die aktuelle Realisierbarkeit war bei der Aufgabe nicht entscheidend.So spiegeln die neun gezeigten Arbeiten ein breites Spektrum von Lösungsansätzen wider, vom behutsamen Rückbau bis zum kompletten Abriss des Plattenbaugebietes und sich anschließender Neubebauung mit dörflichem Charakter. "Grandios scheitern ist auch eine Eins", forderte der betreuende Prof. Christ Kreativität ein.Der Mangel an landschaftlicher Qualität und an Orientierung in diesem Wohngebiet bestimmte eine Vielzahl der insgesamt 30 Arbeiten der Studenten aus dem vierten Semester.
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07.11.2002
Frankfurt (Oder): Städte an Ostgrenze schrumpfen
Einwohnerschwund führt zu lähmender Depression - Forscher fordern Rückbesinnung auf Innenstädte
Den Städten an Deutschlands Ostgrenze laufen die Menschen weg. Die sinkenden Einwohnerzahlen in den neuen Ländern machen sich nahe Oder und Neiße besonders stark bemerkbar. Städte wie Schwedt, Frankfurt (Oder), Guben oder Görlitz haben seit der Wende bis zu 20 Prozent ihrer Bewohner verloren. Frankfurt hatte 1988 noch 88 000 Einwohner, heute sind es unter 70 000. Die Menschen ziehen ins Umland oder der Arbeit hinterher in den Westen.
Schon ist die Rede von sterbenden Städten. Bevölkerungsrückgang und Abwanderung überlappen sich und führen zu Wohnungsleerstand und Brachflächen. Doch Wissenschaftler und Kommunalpolitiker mahnen, den Einwohnerschwund nicht nur als Problem zu sehen, sondern auch als Chance zu begreifen. In vielen ostdeutschen Städten handele es sich vor allem um eine «Krise in den Köpfen der Menschen», das wirke sich negativ auf ihr Lebensgefühl aus, sagt der Regionalforscher Ulf Matthiesen aus Erkner bei Berlin. Dabei sei die «Schrumpfung» eine Art Normalität.
Unterdessen lenkt Frankfurts Oberbürgermeister Martin Patzelt den Blick nach Osten. «Es ist dumm, wenn wir Wohnungen abreißen, und in der polnischen Nachbarstadt Slubice herrscht Wohnungsnotstand», sagt er. Hier müsse man weiterdenken, auch wenn im Moment die europäische Integration noch nicht so weit sei. Matthiesen bezweifelt allerdings, ob dieser Ausgleich über die Grenzen hinweg klappt. Denn auch die Städte östlich der Oder würden in absehbarer Zeit schrumpfen.
Patzelt betont, dass Stadtumbau mehr als der Abriss von 6500 Wohnungen ist. «Frankfurt muss so umgestaltet werden, dass kein Flickenteppich entsteht, sondern die Lebensqualität steigt», sagt er.

www.moz.de

06.11.2002
Kirchberg:  Stadt greift mit Nachtragshaushalt auf Rücklage zu - Allein Viertelmillion für „Stadtumbau Ost“
Im Vergleich zu anderen sächsischen Kommunen, die wegen ihrer Schuldenlast längst handlungsunfähig sind, kann Kirchberg noch immer auf ein funktionierendes Finanzsystem vertrauen.
Mit rund einer halben Million Euro aus der allgemeinen Rücklage geht Amtsleiterin Ingrid Taggeselle von der Planung her ans Eingemachte. Damit schrumpfen die kommunalen Geldreserven die Stadt auf etwas mehr als eine Million Euro zusammen.  Der Großteil der Summe aus der Rücklage, rund eine Viertelmillion Euro, fließt als Eigenanteil in das Programm „Stadtumbau Ost“. Für die Aufwertung des Ortsbildes hat die Verwaltung insgesamt eine Dreiviertelmillion für das laufende Jahr eingeplant, weitere 590.000 Euro für den Rückbau von Gebäuden.

www.freiepresse.de

06.11.2002
Minden: Leerstand über 10%
"Wir haben eine Leerstandsquote von zehn Prozent", bestätigt Geschäftsführer Bernhard Köbe einen MT-Bericht vom Oktober. Darin hatte Ostwestfalens Wohnungswirtschaft über die schwierige Lage auf dem heimischen Markt geklagt. Minden verzeichnete dabei die höchste Leerstandsquote in OWL. Der Grund liegt, nach Annahme der Wohnungsfirmen, in der Vergangenheit der Stadt.
"Beim Abzug der britischen Streitkräfte kamen von heute auf morgen weit über 1000 Wohnungen auf den Markt", sagt Klaus Wiese, Geschäftsführer der Wohnhaus Minden. Auch eine stagnierende Einwohnerzahl und die schwierige wirtschaftliche Lage sind nach Aussage der Geschäftsführer ursächlich für die Marktlage. "Gerade junge Leute sind zurückhaltend", sagt Köbe.
Während vor zehn Jahren 18-Jährige noch geschaut hätten, so früh wie möglich aus den heimischen vier Wänden auszuziehen, hielten heutige Jugendliche ihr Geld lieber zusammen. "Das Hotel Mama ist sicherer", vermutet Köbe. Die Zahl der jungen Singlehaushalte nähme zwar weiter zu, aber die Singularisierung sei bei der GSW ins Stocken geraten.
Anders sieht der Trend bei der Wohnhaus Minden aus. "Bei den Ein- bis Zweizimmerwohnungen von 40 bis 50 Quadratmetern haben wir noch immer die wenigsten Leerstände", so Wiese. Da die Wohnhaus aber mehrheitlich größere Wohnungen anbietet, schlägt sich diese positive Zahl nicht auf das Endergebnis nieder. Zwar liegt die Leerstandsquote bei der Wohnhaus um einiges niedriger als bei der GSW, doch mit einer Zahl um die vier Prozent ist man auch hier nicht zufrieden. "Von unseren 2957 Wohnungen stehen 117 leer", sagt Wiese.

www.mt-online.de

04.11.2002
Jena:  Großvermieter zahlt Kautionen zurück
Die Städtische Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft (SWVG) Jena überweist ab nächster Woche 5700 Mietparteien vier Millionen Euro Kautionen inklusive Zinsen.
Die seit 1992 erhobenen Sicherheitszahlungen in Höhe von drei Kaltmieten nannte SWVG-Geschäftsführer Stefan Wosche-Graf "finanzielle Geiselnahme". Sie sei besonders für junge Familien erschwerend und zeige sich zunehmend als Vermietungshindernis. Die Inanspruchnahme durch die SWVG wegen Mietzahlungs-Säumigkeit oder als Sanierungsausgleich bei Auszug sei marginal. Die SWVG, mit rund 14 600 Wohnungen größter Vermieter in Jena, ist die erste Wohnungsgesellschaft in Thüringen, die Kautionen zurück erstattet.

www.otz.de

03.11.2002
BBU: Materialien Leerstands- und Vermietungssituation in Berlin im Jahr 2002
Der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. (BBU) präsentiert mit seiner neuen Materialien umfassende Erkenntnisse zur Leerstands- und Vermietungssituation in Berlin und beleuchtet diese detailliert für die ehemaligen Berliner Bezirke. Grundlage für diese differenzierte Marktbeobachtung war eine Umfrage unter den 148 Berliner Mitgliedsunternehmen des BBU, die zur Zeit etwa 750.000 Mietwohnungen verwalten. In die Befragung flossen Daten zu etwa 575.000 Wohnungen ein. Die Befragung konzentriert sich auf den Zeitraum vom 30.06.2001 bis 30.06.2002.
Die BBU-Materialien enthalten Informationen zur aktuellen Leerstandsentwicklung und erfasst Mieterwechsel- und Wiedervermietungszahlen. Kündigungsgründe von Mietern werden deutlich und Maßnahmen der Unternehmen zur dauerhaften Vermietung werden aufgezeigt.

www.nc5.de

03.11.2002
Gotha: Realität stoppt Stadtumbau
Als die ersten Ideen zum Stadtumbau und vor allem Reduzierung des Wohnungsbestands in der Kreisstadt die Runde machten, da hätte wohl der Nachbarschaft von Kaserne und Bundesstraße in der Schlegelstraße und den 90er-Hausnummern der Ohrdufer Straße niemand eine Perspektive gegeben.
"Abriss" schien seinerzeit als einzige Perspektive, aber selbst Stadtplaner Roland Adlich musste inzwischen einräumen, dass Theorie und Praxis in diesem Wohnquartier weit auseinander liegen. Kerstin Jöck, die im Mai 2001 mehrere Blocks von der Bundesvermögensverwaltung übernahm, schwört auf ihre Blocks. Seit die Sanierung der Blocks in Nachbarschaft des Bundeswehr-Krankenhauses in Gang gekommen ist, hat es erheblichen Zuzug gegeben. Größtenteils aus dem Umland an den Gothaer Stadtrand und nur wenige Umzüge innerhalb des Stadtgebiets. Sogar aus Erfurt gab es Zuzüge. Das Makel "Abrissgebiet" müsse in den Entwürfen zum Stadtumbau geändert werden. An den noch unsanierten Blocks will sie mit teilweisem Rückbau weiteren attraktiven Wohnraum schaffen.

www.tlz.de

02.11.2002
Wismar: Aufwertung von Stadtquartieren und  Wohneigentum in innerstädtischen Altbauquartieren
Neben dem Wettbewerb zur Aufstellung Integrierter Stadtentwicklungskonzepte  gehören zum Programm „Stadtumbau Ost“ noch die Programmteile Aufwertung von Stadtquartieren, der Rückbau dauerhaft leer stehender Wohnungen und nicht zuletzt das Wohneigentum in innerstädtischen Altbauquartieren. Die Stadtteile Friedenshof, Wendorf und Wismar-Ost sowie Altstadt waren bereits als Schwerpunktgebiete für den Stadtumbau auf der Grundlage des ISEK ausgewählt und mit einem Bürgerschaftsbeschluss im August dieses Jahres bestätigt worden. Inzwischen steht aber auch der Programmteil „Aufwertung von Stadtquartieren“, zu dem es ausführliche Diskussionen in den städtischen Ämtern und in den Bürgerschaftsausschüssen gab.  Speziell für den Friedenshof, für Wendorf und Wismar-Ost steht für das kommende Jahr der Programmteil „Aufwertung von Stadtquartieren“. 4 886 000 Euro Fördermittel sind speziell dafür beantragt worden, wozu es im Einzelnen eine umfangreiche Auflistung von Vorhaben gibt. Wenn die Fördermittel bewilligt werden, muss die Stadt Eigenmittel von über 33 Prozent aufbringen.
Allein für Wendorf, umfasst die Liste sechs Vorhaben zur Freiraumgestaltung, sieben zur Wohnhofgestaltung, sechs Anlagen für Sport und Freizeit, sieben für Spielplätze oder Spielpunkte, 24 zum Um- und Ausbau von Verkehrsanlagen, fünf zur Errichtung bzw. Verbesserung von Fuß- und Radwegeverbindungen und vier zur Errichtung bzw. zum Umbau von Stellplätzen.

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01.11.2002
Tutow: Millionen für Wohngebiet-Umgestaltung?
Strategiepapier zum Stadtumbau-Programm sieht am Flugplatz maximal noch Dreigeschosser vor
In der Gemeinde Tutow wird derzeit über ein Konzept zur Zukunft des Wohngebietes am Flugplatz diskutiert, das den Einsatz von mehreren Millionen Euro Fördermitteln im Rahmen des Stadtumbauprogrammes-Ost anvisiert. Ginge das Ganze auf, wäre die sich momentan immer mehr zu einer Art Slum entwickelnde Ansammlung von elf WBS-70-Blöcken am Rand des Dorfes im Jahr 2010 kaum wieder zu erkennen: Elf in zwei Karrees angeordnete Reihenhäuser mit maximal drei Geschossen und Satteldächern, an den modern zugeschnittenen Wohnungen Balkone und vor den Häusern gepflegte Nebenanlagen. Und das alles eingebettet in ein Ensemble aus üppigen Grünanlagen.
Weiter sinkender Bedarf Amtsverwaltung und Gemeinde erwarten, dass dieser Trend zu leeren Fensterhöhlen längst nicht das Ende erreicht hat. "Wir gehen davon aus, dass Tutow im Jahre 2010 mit zirka 300 Wohnungen auskommen wird", heißt es in dem jetzt vorgestellten Dorfumgestaltungs-Konzept. Momentan existieren insgesamt 576 kommunaleigene Wohnungen in Tutow.
Erster Block: 460 000 Euro Immerhin wären von 2003 bis 2009 insgesamt 6,03 Millionen Euro nötig, um die in dem Konzept-Entwurf enthaltenen Ideen umzusetzen. Schon nächstes Jahr sollte demnach im Pommernring der Rückbau des ersten Wohnblockes auf drei Etagen starten, gleichzeitig begänne der anschließende Neuaufbau eines ordentlichen Daches sowie die Modernisierung des verbleibenden Wohnraumes. Dabei geht es unter anderem um den Umbau der Bäder, neue Wasserleitungen, Fenster, Türen und Fußböden sowie Malerarbeiten. Hinzu käme noch der Anbau von mehreren Balkonen und die Außenanlagengestaltung.

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