Newsticker Archiv November 2004
30.11.2004
Dorsten: Stadtumbau in Barkenberg ist fast gesichert
"Die Neue Stadt Wulfen wird in die Projektliste des
Landesprogramms Stadtumbau West aufgenommen und kann bis 2008 mit einer
Landesförderung von rund 12,5 Millionen Euro rechnen und ist damit das größte
Vorhaben im Programm", teilte Röken gestern mit. Bereits im nächsten Jahr, so
heißt es weiter, sollen 4,3 Millionen Euro fließen. Röken, zu dessen Wahlkreis
auch Dorstens Süden gehört, ist Vorsitzender des Landtags-Ausschusses für
Städtebau und Wohnen.
Mit dem "Programm Stadtumbau West" reagiert auch der Bund auf den
Erneuerungsbedarf der westdeutschen Städte. Er stellt 12 Millionen, das Land 18
Million Euro.
Mit den 4,3 Millionen Euro, die im kommenden Jahr fließen können, rückt der
Abriss der Hochhäuser an der Dimker Allee als erster Schritt in Reichweite. Die
LEG hatte als Eigentümer bereits grundsätzliche Zustimmung signalisiert, ihre
Entscheidung allerdings von der Höhe der Fördermittel abhängig gemacht
Zur Freigabe der Mittel für das Projekt Barkenberg ist außerdem noch ein
Gutachten erforderlich, dass vom Düsseldorfer Planungsbüro Schuster erstellt
werden soll. Es soll aufzeigen, an welchen Punkten Umgestaltungen im Ortsteil
erforderlich sind.
Einer Antwort bedarf noch die Frage, wie die Stadt ihren Eigenanteil in Höhe von
20 Prozent finanzieren soll. Da wird derzeit noch intensiv nach einer Lösung
gesucht, weil eine solche Summe weder für Dorsten noch für andere Kommunen zu
stemmen wäre. Über den Umfang des Eigenanteils sei "das letzte Wort noch nicht
gesprochen", sagt Wolfgang Röken. Auch die baupolitischen Sprecher der übrigen
Parteien haben signalisiert, dass an der Frage des Eigenanteils kein
Stadtumbau-Projekt scheitern werde.
www.waz.de
28.11.2004
Sachsen: schrumpft um eine Großstadt wie Dresden
Immer weniger Einwohner in Sachsen, aber immer mehr
Sozialhilfeempfänger. Diese Bilanz zog gestern Irene Schneider-Böttcher,
Präsidentin des Statistischen Landesamtes. Ende Juli dieses Jahres lebten noch
4,304 Millionen Einwohner in Sachsen. Dies waren rund 460 000 und damit zehn
Prozent weniger als noch Ende 1990. Damit sei Sachsen um eine Großstadt wie
Dresden geschrumpft, sagte Schneider-Böttcher. 1950 hatte Sachsen noch 5,682
Millionen Einwohner – 1,38 Millionen mehr als heute.
Die Hauptursache für den Bevölkerungsrückgang ist das Geburtendefizit gegenüber
den Gestorbenen. So gab es 2003 rund 18 600 Todesfälle mehr als Geburten. 32 079
Babys kamen auf die Welt. Von Januar bis August dieses Jahres waren es 21 656,
davon 3056 in Dresden und 2640 in Leipzig. Das Wanderungsminus lag dagegen nur
bei 9000 Personen.
Kinder und Jugendliche machen allerdings einen immer größeren Teil unter der
wachsenden Zahl von Sozialhilfeempfängern aus. 38 Prozent der 133 700 Bezieher
von Hilfe zum Lebensunterhalt waren unter 18 Jahren. Gegenüber dem Jahr 2002 ist
die Zahl der Sozialhilfeempfänger um 5,4 Prozent (6850 Personen) gestiegen. 3,1
Prozent aller Sachsen bezogen damit Leistungen vom Sozialamt. Bundesweit waren
es 3,4 Prozent.
Mit Ausgaben von 158 Euro pro Einwohner war Sachsen 2003 dennoch Schlusslicht in
der bundesweiten Tabelle. Grund dafür ist der neben Thüringen und
Mecklenburg-Vorpommern bundesweit niedrigste Sozialhilfesatz von 282 Euro.
Landesweit wurden rund 685 Millionen Euro an Sozialhilfeleistungen ausgezahlt.
Die Zahl der Schulanfänger steigt weiter an: Zum neuen Schuljahr gab es 30 800
Schulanfänger, damit besuchen 6,5 Prozent mehr Kinder die Grundschulen in
Sachsen. Insgesamt ging die Schülerzahl jedoch um sechs Prozent zurück. 363 000
Kinder und Jugendliche drücken noch die Schulbank. 1992 waren es 618 000.
Inzwischen kommt auf 10,8 Schüler ein Lehrer, von zwölf Jahren waren es 15
Schüler. Im gleichen Zeitraum ging indes die Zahl der Schulen um 646 auf 1653
zurück. 89 der 519 Gemeinden haben bereits keine Mittelschule mehr.
9,4 Prozent der Schüler machten im vorigen Schuljahr keinen Abschluss.
1,9 Millionen Menschen waren durchschnittlich 2003 in Sachsen erwerbstätig: der
niedrigste Stand seit 1993. 403 000 Menschen waren durchschnittlich arbeitslos
gemeldet. Im Baugewerbe gab es erstmals seit 1996 wieder ein Plus von 1098
Baugenehmigungen gegenüber 2002. Insgesamt waren es 12 130 Baugenehmigungen,
darunter 9900 im Wohnungsbau.
www.lr-online.de
27.11.2004
Sachsen: AG Stadtumbau gegründet
Wie die Online-Ausgabe der Immobilienzeitung aktuell berichtet,
wurde in Sachsen eine „Arbeitsgemeinschaft Stadtumbau“ gegründet.
Ihr gehörten insgesamt 18 Städte an, darunter Bautzen, Chemnitz, Dresden,
Hoyerswerda, Leipzig, Zittau und Zwickau. Den Vorsitz habe Karsten Gerkens,
Leiter des Amtes für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung der Stadt Leipzig,
übernommen.
In einer ersten Stellungnahme habe die Arbeitsgemeinschaft den Freistaat Sachsen
dazu aufgefordert, den Anteil der Stadtumbau-Fördermittel, der für
Aufwertungsmaßnahmen eingesetzt werden muss, zu erhöhen. Bislang müssten 80
Prozent der Fördermittel des Programms Stadtumbau Ost für Abriss- und nur 20
Prozent für Aufwertungmaßnahmen eingesetzt werden. Zudem müsse ein Drittel der
Aufwertungsmittel von den Gemeinden beigesteuert werden, wozu nach Angaben der
Arbeitsgemeinschaft viele Kommunen angesichts der dramatischen
Haushaltssituation nicht mehr in der Lage seien.
web1.bbu.de
26.11.2004
Finsterwalde: "Keine Abrissbirne im Langen Hacken"
Entschieden wenden sich Vertreter der Finsterwalder
Wohnungsgenossenschaft vom Wohngebiet Am Langen Hacken gegen die Rathauspläne
zum "Stadtumbau". Ziel sei es darin, "den Langen Hacken mittelfristig bis auf
vier Wohnblöcke abzureißen", wie es in einem Offenen Brief an die
Stadtverordnetenversammlung heißt – dazu sei die Stadt nicht berechtigt.
Das Eigentum der Wohnungsgenossenschaft sei bei der Bank als Sicherheit
eingetragen. Ein Abriss entsprechend der Empfehlung der Stadt "treibt die
Wohnungsgenossenschaft mit Sicherheit in die Insolvenz", wird festgestellt. Alle
Eingriffe in die Besitzverhältnisse der Genossenschaft könnten nur durch einen
Beschluss der Vertreterversammlung erfolgen, die Stadt könne nicht über
genossenschaftliches Eigentum verfügen. "Das Wohngebiet Am Langen Hacken ist
eines der schönsten und attraktivsten Wohngebiete in Finsterwalde. Es wurde nach
der Wende mit viel Geld durch die Genossenschaft aufwändig saniert." Für die
Bewohner und Vertreter der Genossenschaft sei es nicht nachvollziehbar, dass ein
saniertes Wohngebiet zum Abriss freigegeben werden soll, "obwohl sanierter und
preiswerter Wohnraum dringend benötigt wird", heißt es in dem Brief – und
weiter: "Wir werden keine Zustimmung geben, dass die Abrissbirne Wohnungen der
Genossenschaft vernichtet". In dem Brief wird von den Stadtverordneten erwartet,
die Stadtumbaukonzepte noch einmal zu überarbeiten. Von der
Wohnungsgenossenschaft habe bei der Stadt keiner verlangt, Wohnungen abzureißen
– "das zu entscheiden, liege einzig und allein im Ermessen des Unternehmens", so
Bürgermeister Johannes Wohmann in dieser Woche in einem Pressegespräch. In ihren
Konzepten hätten die Abgeordneten lediglich Leitlinien für einen längeren
Zeitraum festgelegt, wie sich Finsterwalde – angesichts weiter abnehmender
Einwohnerzahlen – entwickeln sollte, damit die Stadt als Stadt lebensfähig
bleibe.
www.lr-online.de
25.11.2004
Opladen: Der grüne Professor empfiehlt den Rückbau
Professor Thomas Rommelspacher schaute sich Opladen an.
Sein Fazit: Die Bahnstadt wäre ein Fall für das Projekt „Stadtumbau West“.
Bereits 1965 beklagte der Sozialpsychologe Alexander Mitscherlich die
„Unwirtlichkeit unserer Städte“. Bedingt durch die Zerstörung gewachsener
Strukturen in der Stadtentwicklung der Nachkriegszeit bildeten Wohnen, Arbeiten
und Freizeit keine Einheit mehr; Stadtrandsiedlungen nahmen die Gestalt von
Gettos an. 40 Jahre später ist die Verödung den städtebaulichen Kehrtwenden zum
Trotz nicht zu übersehen. Der Niedergang der Innenstädte scheint unaufhaltsam.
Auch in Leverkusen und seinen Zentren Opladen und Wiesdorf gibt es
Geschäftsaufgaben, Leerstände und Billiganbieter zuhauf. Vergleichsweise
glimpflich kommt noch Schlebusch davon.
Professor Thomas Rommelspacher, Grünen-Sprecher für Stadtentwicklung und Wohnen
im nordrhein-westfälischen Landtag, machte in Begleitung der Leverkusener
Grünen-Fraktionschefin Roswitha Arnold jetzt einen Spaziergang durch Opladen.
Rommelspacher hörte sich die Geschichte der ehemaligen Kreisstadt an, wohin
einstmals Besucherströme aus Solingen und Remscheid kamen, als die Bahnstadt
noch blühte. Und nach wenigen Schritten durch die City mit ihren toten
Seitenarmen der Bahnhof- und der Goethestraße stand für ihn schon fest: Die
Passage ist zu lang, es gibt ein Überangebot an Handy- und Klamottenläden,
Bäckereien und Apotheken. Der Markt, so Rommelspacher, sei unmissverständlich
auf eine Schicht ausgerichtet, die nur wenig im Geldbeutel habe. Erstaunen rief
indes die Nennung der Ladenmieten beim Fachmann für Stadt- und Regionalökonomie
hervor. Schnell errechnete er einen Quadratmeterpreis von 90 Euro. Stattliche
Preise seien das.
Doch Rommelspacher macht klar, dass Opladen kein Einzelfall sei. Auf ein
Hervorbrechen mit fantastischen Visionen - was manchen Architekten zu eigen ist
- wartet man vergebens. Rommelspacher entwickelt für Opladen keinen Entwurf aus
dem Stegreif, hat kein Patentrezept. Das Pässler-Projekt mit einem weiteren
Schwerpunkt für das Seniorenwohnen könne die Fußgängerzone nicht retten, sagt
er. Andererseits sei der Alterungsprozess der Gesellschaft eine Tatsache. Besser
sei es, Senioren einzubeziehen und nicht auf die grüne Wiese zu setzen.
Das, was Rommelspacher dann allerdings vorbringt, klingt wie eine Rosskur:
Rückbau der Innenstadt um ein Drittel, Begrünung, Reduzierung, aber auch
Qualifizierung des Angebots im Einzelhandel. Vorbild seien die USA, die mit
gezielten städtebaulichen Einschnitten, die Bedeutung der Geschäfte wieder
aufwerten konnten. Hierzulande versuche man diesen Spagat mit dem Projekt
„Stadtumbau West“ - der Name stehe in bewusster Abgrenzung zum Einreißen
ostdeutscher Plattenbauten. Begleitend zur neuen Gestaltung der Stadt müssten
regionale Absprachen über die Ansiedlung von Gewerbe und Einzelhandel greifen.
Ansonsten gebe es zu viel Konkurrenz und gemäß der Devise „noch ein Schüppchen
drauf“ weiterhin Dumpingangebote. Erfahrungsgemäß liege das größte Problem bei
den Eigentümern, die sich verständlicherweise nur schwer mit Rückbauten
anfreunden könnten. Doch gebe es - unter anderem wegen der Ersparnis aus der
gedrosselten Eigenheimzulage - Geld aus der Landesförderung, sofern eine Kommune
im Verbund mit Einzelhändlern, Eigentümern und Anwohnern gute Ideen vorlege.
„Moderieren kann eine solche Diskussion nur die Stadt“, sagt Rommelspacher.
www.ksta.de
22.11.2004
Cuxhaven: bildet Arbeitskreis Wohnungswirtschaft
Im Rahmen der Stadtentwicklungsplanung für Cuxhaven ist
vor kurzem ein ‚Arbeitskreis Wohnungswirtschaft‘ initiiert worden, an welchem
sich die große Mehrzahl der in der Stadt vertretenden Wohnungsgesellschaften
beteiligen. Für alle Wohnungsunternehmen ergibt sich die Notwendigkeit, sich auf
demographische Veränderungen einzustellen. Der Verwaltungsausschuss der Stadt
Cuxhaven hat die Vorgehensweise einstimmig bestätigt. Er folgte damit einer
Empfehlung des Ausschusses "demografischer Wandel".
Der Verwaltungsausschuss der Stadt Cuxhaven hatte aufbauend auf das Leitbild
schon vor geraumer Zeit einen Beschluss zur Aufstellung eines
Stadtentwicklungskonzeptes gefasst. Wandel". Ein solches Konzept dient als
abgestimmte inhaltliche Zielplanung für den mittelfristig notwendigen Stadtumbau
und die damit einhergehende vorbereitende baurechtliche Gesamtplanung der Stadt
(Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes).
Zielsetzung und Aufgabe des Arbeitskreis Wohnungswirtschaft ist es, pragmatisch
eine auf ökonomischem und planerischem Fachverstand begründete Aufarbeitung der
Grundlagen und Rahmenbedingungen zu erstellen. Auf der Basis gemeinsam von der
Stadtverwaltung, der Wohnungswirtschaft und der Politik getragener
Einschätzungen und daraus abgeleiteter Strategien sollen zielgerichtet
nachhaltige Quartiersentwicklungen und Investitionen abgestimmt werden.
Für die Wohnungsunternehmen ergibt sich die Möglichkeit, die aus ökonomisch
begründeter Betrachtungsweise bestehenden Zielsetzungen, Zwänge und
Notwendigkeiten frühzeitig in den Diskussionsprozess einbringen zu können, mit
dem positiven Begleiteffekt, die Stadtentwicklung keinesfalls am zukünftigen
Bedarf vorbei auszurichten und gemeinsam Weichenstellungen für die spätere
Ausführung sich gegenseitig befruchtender Stadtumbaumaßnahmen vorzubereiten. Der
Arbeitskreis Wohnungswirtschaft arbeitet den Fachausschüssen/Gremien der Stadt
Cuxhaven fachlich / inhaltlich zu.
www.ebelteam.de
22.11.2004
Wurzen: 133 Wohnungen weichen der Abrissbirne
Die Abrissbirne schwingt weiter. Diese Woche war ein
ausgewohntes Mehrfamilienhaus im Crostigall ihr planmäßiges Opfer. Planmäßig
laut Programm Stadtumbau Ost der Wurzener Gebäude- und Wohnungsgesellschaft (WGW),
einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft der Stadt.
WGW-Geschäftsführerin Heike Pönicke bestätigt, dass die Stadt beim Umbau Ost im
Plan für 2004 ist. "In diesem Jahr werden 133 Wohnungen abgerissen. Das macht
insgesamt eine Fläche von rund 7000 Quadratmetern aus." Umfang und Tempo des
Rückbaus maroder und nicht erhaltenswerter Wohnungen werde übrigens von der
Zuteilung mit Fördermitteln bestimmt. "Und diese ist wiederum von der
Bundesregierung in der so genannten Schuldnerhilfeverordnung festgelegt. Mit
anderen Worten: Wir werden von unseren Schulden nur entlastet, wenn wir Abrisse
vornehmen." Die Geschäftsführerin meint, man sollte daher die Rückbaukonzeption
auch durchaus positiv sehen. "Wir können unsere Altschulden nur auf diesem Wege
abbauen." Im 2004er Tempo werde es aber im nächsten Jahr nicht weiter gehen,
meint Heike Pönicke. Sie könne das deshalb mit großer Bestimmtheit sagen, weil
die Fördermittelbescheide für die Jahre 2005/2006 bereits vorlägen. "Sie reichen
lediglich für die halbe Größenordnung, verglichen mit 2004."
Dazu komme, dass auch die Höhe der Förderung selbst zurück gehe. "Bisher haben
wir 70 Euro je Quadratmeter Abriss zugeschossen bekommen. Ab Januar 2005 beträgt
die Förderung nur noch 60 Euro."
www.lvz-online.de
22.11.2004
Kulmbach: Für das Kulmbacher Jugendhotel winken satte
Fördermittel
Für das geplante Jugendhotel auf dem ehemaligen
Spinnereigelände kann die Stadt Kulmbach wahrscheinlich mit sehr hohen
Zuschüssen rechnen. Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am Donnerstag
beschlossen, dieses Projekt bei der Regierung zur Aufnahme in ein
Städtebauförderungsprogramm anzumelden. Da es sich hierbei um einen neuen
Geldtopf handelt, könnten erfahrungsgemäß bis zu 80 Prozent der Kosten
übernommen werden, so Oberbürgermeisterin Inge Aures. Die Stadt müsste dann nur
noch relativ wenig eigene Fördermittel einbringen.
Das Jugendhotel soll der erste Schritt eines größeren „Stadtumbaus“ sein. Genau
diese Zielrichtung hat nämlich das in diesem Jahr erstmals aufgelegte Programm
„Stadtumbau-West – Wandel als Chance“, das vom Bund und den Ländern getragen
wird. Die Regierung von Oberfranken hat angeregt, dass Kulmbach insgesamt in
dieses Fördeprogramm aufgenommen wird.
Ziel von „Stadtumbau-West“ ist es, innerörtliche Quartiere zu stärken, Altbauten
zu erhalten und alte Anlagen umzunutzen. Die Stadt ist nach Einschätzung der
Regierung vor allem wegen der vielen Brachflächen gut geeignet, bei dem
Förderprogramm zum Zuge zu kommen.
Einzelne Sanierungsgebiete und Schwerpunktmaßnahmen sollen durch Untersuchungen
und Workshops festgelegt werden. Um Fördergelder zu bekommen, müsste Kulmbach
auch ein Gesamtkonzept erstellen und sich grundsätzlich bereit erklären,
industriegeschichtlich wichtige Gebäude zu erhalten. Mit dem Jugendhotel auf dem
früheren Spinnereigelände ist der Einstieg in das Programm in die Wege geleitet.
www.frankenpost.de
22.11.2004
Ideen für die schrumpfenden Städte
Auch den Architekten in Ostdeutschland ist klar geworden,
dass sie es zunehmend mit schrumpfenden Städten zu tun haben. "Wir müssen uns
aber darum kümmern, was bleibt", sagte gestern in Erfurt der Präsident der
Architektenkammer von Sachsen-Anhalt, Ralf Niebergall.
Dass er nicht in Magdeburg, sondern in Thüringens Landeshauptstadt darüber
spricht, hat den Grund in einer Premiere: Die Kammern der drei Länder Sachsen,
Sachsen-Anhalt und Thüringen trafen sich im neuen Grandhotel am Dom zum ersten
Mitteldeutschen Architektentag. "Wer seine Kräfte bündelt, wird besser gehört",
freute sich der Vizepräsident der Bundesarchitektenkammer, Joachim Brenncke,
über die neue Form der Zusammenarbeit. Damit werde in Erfurt ein Zeichen
gesetzt, das bis Berlin gesehen wird.
Aus Architektensicht ist das bitter nötig. Nach Jahren der Städtebauförderung,
die durchweg als Erfolgsstory betrachtet wird, sehen sich die mitteldeutschen
Fachleute am Wendepunkt. Einerseits wird der Geldstrom merklich dünner. Der Bund
plant die Streichung der Investitionszulage Bau, der Fördertopf Städtebau Ost
soll von 112 Millionen Euro auf 92 Millionen im Jahr 2006 verkleinert werden,
und gleichzeitig wird beim städtebaulichen Denkmalschutz um zwölf Millionen Euro
gekürzt. Besonders stark werde sich aber der finanzielle Aderlass im Programm
Stadtumbau Ost bemerkbar machen, prophezeien die Architekten. Von 153 auf 89
Millionen in 2006, das könne den gesamten Stadtumbau in Frage stellen.
Mit dem man schon jetzt nicht zufrieden ist. Eigentlich habe der Stadtumbau zwei
Komponenten, erinnert Niebergall: Abriss und Aufwertung. Dass die Gelder bislang
fast hundertprozentig in den Abriss flossen, sei angesichts hoher Leerstände
zwar verständlich. Aber man müsse verhindern, stimmt Thüringens Kammerpräsident
Hartmut Strube zu, "dass die Leute vor dem Stadtumbau flüchten".
Gute Beispiele gibt es. Die Aufwertung der Leipziger Gründerzeitviertel etwa
oder das Thüringer Programm "Genial zentral". Solche Ideen will der
Mitteldeutsche Architektentag austauschen und regional zuschneiden. Attraktive
Innenstädte seien ein besonderer Ehrgeiz der Architekten, sagt Strube. Und wenn
dadurch die Konsumtempel auf grüner Wiese wieder eingehen sollten, halte sich
ihr Mitleid in Grenzen.
www.otz.de
19.11.2004
Borken: Im Ort kein Kind unter fünf Jahren
175 Gäste, darunter 40 Bürgermeister, drängten sich
gestern im Borkener Bürgerhaus. Zu einer Tagung hatten das Land Hessen und der
Zweckverband Schwalm-Eder-West eingeladen.
Thema waren der Stadtumbau und der demographische Wandel, also die Veränderungen
in der Bevölkerung. Sieben Vorträge und eine Diskussionsrunde standen auf dem
Programm.
Zum Auftakt sprach der hessische Wirtschaftsminister Dr. Alois Rhiel über das
Förderprogramm Stadtumbau West. Dafür ist der Zweckverband Schwalm-Eder-West ein
Modellprojekt. Jedes Bundesland habe ein solches Modell vorgestellt, erläuterte
der Minister. Schwalm-Eder-West sei dabei bundesweit das einzige Vorhaben im
ländlichen Raum.
Dr. Rhiel gab in Borken bekannt, welche Kommunen in das Förderprogramm
Stadtumbau West aufgenommen werden: Kassel-Oberzwehren, Eschwege und Bensheim in
Südhessen.
Der Strukturwandel zwinge dazu, sich an die Entwicklung anzupassen, sagte der
Minister. Nach Schätzung könne die Bevölkerung in Nordhessen um 19 Prozent
schrumpfen. Diese Schätzung könne aber als Herausforderung für eine positive
Entwicklung verstanden werden.
Wenn Menschen abwanderten, blieben vor allem ärmere und ältere Menschen, so
Rhiel über die Berechnungen. Der Ausländeranteil werde vermutlich steigen. Höher
Qualifizierte verließen die Region oft, um Arbeit zu bekommen.
Die Stärke von Schwalm-Eder-West seien die endogenen Potenziale, das heißt die
Möglichkeiten aus sich selbst, sagte Borkens Bürgermeister Bernd Heßler. Die
könnten durch die Kooperation besser genutzt werden.
Die Politik habe den demographischen Wandel zu lange vernachlässigt, sagte sein
Jesberger Amtskollege Günter Schlemmer. Er betonte, dass der Zweckverband keine
neue Gebietsreform bedeute. Die Eigenständigkeit der Gemeinden bleibe erhalten.
Michael Köhler, Bad Zwesten, lobte, dass die Politik über das Tagesgeschäft
hinaus denke.
Zu den aktuellen Ideen der Bürgermeister gehören eine gemeinsame Kasse,
Personalverwaltung sowie Tourismusvermarktung. Das könne auf lange Sicht auch
eine Stelleneinsparung bedeuten, räumten die Verwaltungschefs ein.
Bürgermeister Heßler macht mit Zahlen die dramatische Situation deutlich. Die 43
Ortsteile der Schwalm-Eder-West-Gemeinden wurden untersucht. Dabei kam heraus,
dass viele Gebäude leer stehen. Außerdem gebe es Ortsteile, in denen kein Kind
unter fünf Jahren lebt.
www3.hna.de
17.11.2004
Frankfurt (Oder): Nach Abriss geförderter Neubau
Auf einer Infoveranstaltung am 2. Dezember will die
Stadtverwaltung das Wohnbauförderungsprojekt der Stadt vorstellen. Danach
bekommen Familien, die auf bestimmten Parzellen im südöstlichen Stadtzentrum ein
Reihenhaus errichten, einen kommunalen Zuschuss in Höhe von 2500 Euro. Diese
Grundförderung erhöht sich um 2500 Euro pro Kind. Der Abriss des alten
IHP-Gebäudes an gleicher Stelle beginnt in den nächsten Tagen.
Wohnen im eigenen Häuschen, fast ländlich und doch mitten in der Stadt, gerade
mal zwei Gehminuten vom Zentrum entfernt? Das wird in Frankfurt in wenigen
Monaten möglich sein. Potenziellen Bauwilligen stellt die Stadt das Vorhaben
vor. "Das Land fördert das selbstgenutzte Wohneigentum in Innenstädten. Und auch
die Abgeordneten haben sich entschieden, Bauwillige in ihrem Vorhaben zu
bestärken", erklärt Mark Isken aus der städtischen Sanierungsstelle.
Bei der Förderung geht es um 19 Parzellen an der Lehmgasse und in der
Fischerstraße. Die Stadt fördert jede Familie, die dort baut, pauschal mit 2500
Euro. Pro Kind kommen noch einmal 2500 Euro hinzu. Die Stadt will damit das
Bauen im Zentrum attraktiver machen, einen Ausgleich für die im Vergleich zu den
Ortsteilen höheren Grundstückspreise schaffen. Auf den Parzellen, die gefördert
werden, sollen Reihenhäuser - entsprechend der Bebauung in der Fischerstraße -
errichtet werden. Die angebotenen Baugrundstücke haben eine Größe zwischen 190
und 400 Quadratmeter.
Außerdem - und auch darüber will Mark Isken am 2. Dezember bei der
Infoveranstaltung hinweisen - gibt es über die Wohneigentumsrichtlinie des
Landes Brandenburg verschiedene Baudarlehen und Zuschüsse. So kann die
Eigenheimzulage mit bis zu 10 000 Euro vorfinanziert werden, gibt es
Ausgleichsbeiträge von 10 448 Euro durch das Land wegen der angekündigten
Kürzung der Eigenheimzulage. In einigen Kommunen, dazu gehört Frankfurt, gibt es
noch einmal 5000 Euro Unterstützung pro Grundstück.
Nicht zurückgezahlt werden müssen die Zuschüsse, die über die
Wohneigentum-Stadtumbau-Richtlinie gewährt werden. Alle Darlehen und Zuschüsse
werden dann gewährt, wenn Singles oder Familien ein bestimmtes Jahreseinkommen
nicht überschreiten. "Es lohnt sich auf alle Fälle, zur
www.moz.de
17.11.2004
Essen: Stadtumbau in Gefahr: Ärger um Moderator
Schöner wohnen in Essen - das ist das große Ziel.
100 Millionen Euro wollten die Wohnungsunternehmen in den nächsten fünf Jahren
zusätzlich in die Modernisierung von Wohnungen und des Wohnumfeldes investieren.
Jetzt gerät das Projekt in Gefahr. Der Vorwurf geht in Richtung Stadtverwaltung.
"Dort lässt man uns vor die Wand fahren", klagt Ulrich Büchner,
Vorstandssprecher der Gewo-Bau und 16 Jahre lang Sprecher der
Wohnungsunternehmen in Essen. Die einzige Forderung der Unternehmen an die Stadt
sei gewesen, dass man ihnen einen Moderator aus der Verwaltung zur Verfügung
stelle. Eine Fachkraft, die sich auskennt, die Türen öffnet, die den Durchblick
hat. "Man stelle sich etwa vor, wir errichten neue familienfreundliche Wohnungen
und dann wird in dem Bezirk der letzte Kindergarten geschlossen." Ein Moderator
sei unabdingbar. Seit genau einem Jahr, so Büchner, warte man nun auf diese
Kraft. Vergeblich.
Inzwischen, so Büchner, ständen mehrere Wohnungsunternehmen dem Ganzen skeptisch
gegenüber. "Ich weiß nicht, ob die Zusage, 100 Millionen zu investieren, noch zu
halten ist." Einzelne Unternehmen gingen inzwischen dazu über, Wohnungen zu
verkaufen statt zu sanieren, zu vergrößern, den Marktwünschen anzupassen. All
das sollte ursprünglich geschehen, so wie derzeit in Vogelheim.
Was nach Ansicht von Planungsdezernent Hans-Jürgen Best vorbildlich abläuft. Er
lobt die Wohnungsunternehmen ausdrücklich, gibt aber zu bedenken: "Ich muss mich
auch um die 60 Prozent der Wohnungen kümmern, die in privater Hand sind." Best
baut darauf, den Umbau mit allen zu meistern und will für Planungssicherheit
sorgen. Gespräche mit den Unternehmen, so Best, habe es mehrfach gegeben.
Auf der Politik-Seite wurde das Anliegen der Wohnungswirtschaft nach
anfänglichem Zögern inzwischen verstanden. CDU und Grüne wollen die
Stadterneuerung zum Schwerpunkt machen. "Wir werden offensiv auf die
Wohnungswirtschaft zugehen", betont der Landtagsabgeordnete Thomas Rommelspacher
von den Grünen. Das Land werde in den nächsten Jahren 7,25 Millionen Euro
bereitstellen.
Am Handlungsbedarf besteht kein Zweifel. Die deutlich gestiegene Zahl von leer
stehenden Wohnungen, die keiner mehr mieten will, macht den Wohnungsunternehmen
zu schaffen. "Wir müssen über Abrisse nachdenken, über das Zusammenlegen von
Wohnungen, über altengerechtes Wohnen, über Mehr-Generationen-Wohnen", sagt die
Fraktionsvorsitzende der Grünen, Hiltrud Schmutzler-Jäger. Sie plädiert für eine
Projekt-Steuerungsgruppe, die den Stadtumbau managt.
Alle großen Parteien wollen zudem das Wohnumfeld verbessern. Mehr Grün, wo
derzeit nur Häuserwände zu sehen sind, mehr Freiräume, mehr Spielflächen lauten
die Ziele. "Das muss", sagt Hiltrud Schmutzler-Jäger, "nicht teuer sein".
www.waz.de
16.11.2004
Querfurt: Alte Bibliothek wird fallen
Lange Zeit spielte in der Stadt Querfurt das Thema
Stadtumbau zur Beseitigung des Leerstandes nur eine untergeordnete Rolle. "Erst
1995 etwa setzte auch bei uns der Trend des Wohnungsleerstandes ein", erklärt
Ekkehardt Tutschka, Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft, die etwa 1 110
eigene und rund 500 fremde Wohnungen verwaltet.
Ein erarbeitetes Stadtentwicklungskonzept zeigte die Perspektiven deutlich auf.
"Was dort für 2010 angenommen wird, dass nämlich die Einwohnerzahl in der
Kernstadt auf etwa 8500 zurückgeht, das haben wir heute schon erreicht", so
Tutschka. Deshalb sehe er auch das Stadtumbauprogramm eher als Perspektive auch
für die Wohnungsunternehmen an. "Wir nutzen ja den Abriss auch, um die Stadt zu
verschönern."
Dazu komme ein hoher Sanierungsumfang. Immerhin habe sein Unternehmen bisher
rund 27 Millionen Euro in die Instandhaltung und Modernisierung gesteckt. Allein
im Jahre 2003 waren es 1,3 Millionen. Und dieses Geld floss nicht nur in die
Neubauten von Querfurt-Süd. Umfassend saniert wurden auch alte Bürgerhäuser in
der Innenstadt, wie der Graben 8, der Markt 5 oder die Merseburger Straße 49 /
51. Dazu wurde jeweils auch das Wohnumfeld gestaltet. In Planung befindet sich
jetzt das Gebäude Klosterstraße 1 (ehemals Roßmanns). das 2005 saniert werden
soll.
Abgerissen wird jetzt der erste Block der Gesellschaft in Süd. Das sind 40
Wohnungen in der Ahornstraße 3 bis 9. Die Entkernung ist abgeschlossen, bis
Weihnachten soll der Block verschwunden sein. "Das Terrain soll vorerst auch
nicht wieder bebaut werden", erläutert der Geschäftsführer. Abreißen werde man
auch die Gebäude, die den Querfurtern als Rödgers Gut bekannt sind. Dort
befanden sich einst die Bibliothek und eine mit Wohnungen ausgebaute Scheune.
Abgerissen wird auch die ehemalige Physiotherapie am Döcklitzer Tor. "Am
Freimarkt könnte ich mir vorstellen eine grüne Verbindung zum Karlstadter Platz
zu schaffen", schaut Tutschka in die Zukunft.
Er wisse auch, dass in der Bevölkerung der Abriss von Wohnungen nicht unbedingt
auf Akzeptanz stoße. Doch auch er müsse, wie sein Kollege Rolle von der
Wohnungsbaugenossenschaft, dafür sorgen, dass leer stehender Wohnraum nicht zu
viel Kosten mache. Derzeit sind etwa 200 Wohnungen ohne Mieter. Allein die
Heizung einer solchen Wohnung koste die Unternehmen etwa 400 Euro im Jahr. Ein
einstmals angedachter etagenweiser Rückbau der Blocks zu Reihenhäusern rechne
sich nicht. Natürlich bringe der Abriss auch Nachteile. So könne man nun aus dem
1994 rekonstruierten Heizhaus, das für etwa 2000 Wohnungen konzipiert war,
weniger Wärme verkaufen. Dennoch, so unterstrich Tutschka, stehe das Unternehmen
auf gesunden Füßen.
www.mz-web.de
16.11.2004
Königs Wusterhausen: Abwanderung kaum zu stoppen
"Im Stadtumbau müssen neue Prämissen gesetzt werden",
stellte Markus Terboven, Geschäftsführer der Firma Innova, auf der jüngsten
Sitzung des Bauausschusses fest. Das Unternehmen erarbeitet gegenwärtig
gemeinsam mit Silke Weidner von der Universität Leipzig eine Untersuchung zur
Entwicklung des gesamten Stadtgebietes.
Den aktuellen Hintergrund dazu bildet vor allem das in zähen Verhandlungen mit
den Banken in diesem Jahr von den Stadtverordneten beschlossene
Sanierungskonzept der hochverschuldeten kommunalen Wohnungsbaugesellschaft (Wobauge).
Darin verpflichtet sich die Stadt, jährlich eine halbe Million Euro zur
Aufwertung des Neubaugebietes einzusetzen. Bauamtschef Jörg Glase: "Wir wollen
mit diesem Konzept punktgenaue Erkenntnisse gewinnen, wo wir mit möglichst
geringem finanziellen Aufwand möglichst große Wohlfühl-Effekte erzielen."
In der Kernstadt rechnet Terboven entgegen den ursprünglichen Erwartungen in den
nächsten 15 Jahren mit keinem Einwohnerzuwachs. Im Gegenteil, es sei sogar ein
Rückgang um fünf Prozent nicht auszuschließen. Schon jetzt zeichnet sich ab,
dass das Neubaugebiet, in dem 55 Prozent der Alt-KWer wohnen, von der
Abwanderung besonders stark betroffen ist. "Dieser Trend ist nicht mehr
umkehrbar", so Terboven, "sodass der Abriss einiger Wohnungen unvermeidlich
ist." In Absprache mit den Banken werden langfristig Wohnblocks ausgesucht, die
allmählich freigezogen werden, ehe sie in einigen Jahren der Abrissbirne zum
Opfer fallen. Die Leerstandsquote bei der Wohnungsbaugesellschaft liegt schon
jetzt bei 8,5 Prozent. "Eine Entwicklung", die Weidner zufolge, "in den nächsten
Jahren auch die Genossenschaften erreicht, deren Mieter einen hohen
Altersdurchschnitt aufweisen." 81 Prozent aller Sozialhilfe-Empfänger der Stadt
wohnen im Neubaugebiet. Hier konzentrieren sich auch drei Viertel aller in der
Stadt lebenden Ausländer.
"Mit dieser Untersuchung", so Weidner, "wollen wir mehr Optimismus in dieses
Gebiet bringen." So ergaben Mieterumfragen, dass sich die Einwohner in der
Goethe- und Herderstraße sehr wohlfühlen. Ein größerer Handlungsbedarf ist
hingegen am Fontaneplatz sowie rund um die Märkische Zeile gegeben.
Im nächsten Jahr soll daher mit der Umgestaltung der Freiflächen am Fontaneplatz
begonnen werden. Auf den kommunalen Flächen werden vor allem die Wegebeziehungen
bürgerfreundlicher gestaltet. Ausgangspunkt der Überlegungen ist, dass der Platz
zukünftig auch für Behinderte durchgängig befahrbar wird. Jetzt hingegen müssen
viele Treppen überwunden werden. Zukünftig werden die Wege auch nicht mehr
unmittelbar am Balkon vorbeiführen. Die beiden Punkthochhäuser der Wobauge
werden bereits saniert: Die Fassaden erneuert und Fahrstühle angebaut. Später
sollen rund um den Platz neue Längs-Parkflächen entstehen.
www.maerkischeallgemeine.de
14.11.2004
Sachsen: Privatvermieter stärker in den Stadtumbau
einbinden
Bislang sei der Abriß von leer stehendem Wohnraum
ausschließlich von kommunalen Wohnungsunternehmen und -genossenschaften getragen
worden, stellt der Direktor des Verbandes Sächsischer Wohnungsunternehmen (VSWU),
Reinhold Ostendorf, fest. Im Rahmen des Stadtumbaus Ost seien in Sachsen
mittlerweile rund 25 000 von 400 000 leerstehenden Wohnungen abgerissen worden.
Durch gemeinsame Anstrengungen mit den Kommunen sei es gelungen, den weiteren
Anstieg der Leerstände zu stoppen, sagt Ostendorf. Dies sei um so
bemerkenswerter, als jährlich 5000 neue Wohnungen gebaut würden und die
Abwanderung aus Sachsen andauere.
Dennoch seien zusätzliche Anstrengungen nötig. "Wir bekommen den Abriß nur in
Gang, wenn sich zunehmend auch die Privaten dieser Herausforderung stellen",
sagt Ostendorf. "Man muß ihnen klar machen, daß der Stadtumbau alternativlos
ist", ergänzt der Präsident des Verbandes Sächsischer Wohnungsgenossenschaften,
Axel Viehweger. Die Einsicht, daß auch leerstehende Wohnungen Geld kosten, müsse
sich noch stärker als bisher durchsetzen.
"Insgesamt zufrieden" äußerte sich Ostendorf über den Koalitionsvertrag von CDU
und SPD. Entscheidend sei der darin festgeschriebene Wille, die
Städtebauförderung auf den Stadtumbau zu konzentrieren. Insbesondere lobte der
VSWU-Präsident die Absicht, das Wohnraumförderprogramm zur Sanierung bestehender
Wohnungen zu nutzen.
www.welt.de
13.11.2004
Kitzscher: Drittklassiges gibt es bei uns nicht
Weniger als 70 Prozent der 1250 Wohnungen der Stadtbau
Kitzscher GmbH sind vermietet. Mit Wohnungsabriss, Instandsetzungsarbeiten,
altersgerechten Wohnungen und der Senkung der Betriebskosten will das
Unternehmen Mieter gewinnen. Wir sprachen dazu mit Geschäftsführer Klaus
Potschek.
Bis vor wenigen Tagen stand noch ein Sechsgeschosser in der Trageser Straße.
Warum musste der Koloss weichen?
Klaus Potschek: Wir erhielten Fördermittel aus dem Bund-Länder-Programm
Stadtumbau-Ost. Diese ermöglichten uns den Abriss in einem Umfang von 100 000
Euro. 23 Leute aus dem Gebäude mit 60 Wohnungen mussten zuvor umgelenkt werden.
Dadurch konnten wir weiteren Wohnungsleerstand abbauen. Ende November wird an
Stelle des Sechsgeschossers nur noch eine Fläche für Grünland übrig sein. Dafür
sorgt gegenwärtig die Zeitzer-Abbruch GmbH. Es kam zu Zeitverzögerungen, da sich
unter der Dämmung Asbestbinden befanden.
Konnte Ihr Unternehmen in diesem Jahr investieren?
150.000 Euro standen uns für Wohnungsmodernisierungen zur Verfügung. Dieser
Betrag ließ nur kleine Verschönerungsschritte zu. So wurden die Hauseingänge 3,
9 und 10 in der Straße der Einheit und der Hof der August-Bebel-Straße neu
gestaltet. Das ist wichtig, da sich neue Mieter als erstes das Wohnumfeld
ansehen.
Bürger, die Rentner werden, suchen spezielle Angebote für altersgerechtes
Wohnen. Können Sie diese Klientel bedienen?
Wir versuchen, den Wünschen von zukünftigen Mietern zu entsprechen. Das beginnt
bei Haltegriffen im Bad-Bereich und endet bei Hobbyräumen. Wir sind auch bereit,
bei Bedarf mehreren Mietern einen Raum für regelmäßige Treffs zur Verfügung zu
stellen. Damit wollen wir erreichen, dass sich die Betagten heimischer fühlen
und Kontakte pflegen können. Aufgrund des derzeitigen Wohnungsleerstandes ist es
auch möglich, dass sich Bürger leerstehende Räume als Hobbyräume anmieten.
Wie steht es um die Betriebskosten?
2,30 bis 2,80 Euro zahlen die Mieter pro Quadratmeter. Damit liegen wir im guten
Durchschnitt. 2003 konnten wir den Grundpreis für die Heizkosten um 25 Prozent
reduzieren. Durch die Einführung des Chipsystems bei der Müllentsorgung
entlasteten wir die Mieter ebenso um 30 Prozent bei den Verkippungskosten.
Erwarten Sie eine Umzugswelle durch Hartz IV?
Unsere Mieter zahlen zwei bis 4,20 Euro pro Quadratmeter. Deshalb besteht nicht
die Gefahr, dass Bürger ihre Wohnungen aufgeben müssen. Es wird bei uns keine
drittklassigen Wohnungen oder Ghettos für Arbeitslose geben.
www.lvz-online.de
13.11.2004
Wurzen: Neues Gelände für Eigenheime
Vier bis sechs neue Häuschen könnten auf dem städtischen
Grünland im Roitzscher Weg - vis-à-vis der Kita Märchenland - entstehen. Darüber
informierte gestern Oberbürgermeister (OB) Jürgen Schmidt, der zugleich
Vorsitzender des Aufsichtsrates der Wurzener Gebäude- und Wohnungsgesellschaft
(GW) ist. Denn aus der GW-Aufsichtsratssitzung am Donnerstag stammen die Pläne,
dass etwa 3000 Quadratmeter große Flurstück, einst Gärten, zu einem
Mini-Eigenheimstandort zu erschließen.
"Die Vorbereitungen dafür sollen möglichst noch in diesem Jahr abgeschlossen
werden", verkündete Schmidt weiter. Als Grund fürs aktuelle Vorhaben nannte der
OB das Scheitern des vorherigen Projektes. "An und für sich war an dieser Stelle
der Bau eines mehrgeschossigen Wohnmietsgebäudes angedacht."
Die Wohnungsgesellschaft wurde übrigens am 1. Januar 1994 in das heutige
kommunale Unternehmen umgewandelt und verwaltet etwa 35 Prozent des gesamten
Wohnungsbestandes in der Muldestadt. Durch Bevölkerungsverluste und dem damit
verbundenen Wohnungsleerstand verbuchte die WGW im Jahr 2002 einen Bilanzverlust
von 1,178 Mio. Euro.
www.lvz-online.de
13.11.2004
Rendsburg: Parksiedlung soll schöner werden
Schon einen Tag nach der Ratsversammlung zum Abschied der
Bundeswehr aus Rendsburg wurden gestern Weichen für die Zukunft gestellt. In
einem Gespräch zwischen Bürgermeister Andreas Breitner, Wirtschaftsminister
Bernd Rohwer, zahlreichen Wirtschaftsvertretern und den Fraktionsvorsitzenden
wurde unter anderem die so genannte Konversion geplant, die Umwandlung der
Bundeswehr-Gelände in städtisches oder privates Eigentum. Die Stadt will so
schnell wie möglich einen professionellen Konversionsmanager einstellen, der
sich in einer "kleinen Stabsstelle" um dieses Thema kümmert. "Wir wüssen so
schnell wie möglich reagieren - je schneller gute Ideen auf den Tisch kommen,
desto größer die Chance, von Mitteln des Regionalprogramms zu profitieren. Der
Fonds des Landes, so hatte Rohwer verkündet, werde um fünf Millionen Euro
aufgestockt und beeinhalte jetzt 20 Millionen Euro. Der Minister sagte zudem
Unterstützung bei den Verhandlungen über die Bundeswehr-Liegenschaften zu. "Für
einen Euro würde ich sie sofort nehmen", so Breitner. Konkrete Pläne zur Nutzung
der Feldwebel-Schmid-Kaserne (42 Hektar), der Eiderkaserne (19 Hektar) und
Standortverwaltung (10 Hektar) gibt es zurzeit noch nicht.
Nur wenig später traf Bürgermeister Andreas Breitner mit Innenminister Klaus Buß
zusammen - der hatte einen Bewilligungsbescheid über 400 000 Euro aus dem
Stadtumbau-Programm West dabei - Geld, das für die Modernierung, Aufwertung und
Förderung einzelner Wohngebiete genutzt werden soll. In Rendsburg ist das die
Parksiedlung. "Unser Ziel ist es, den Stadtteil so umzugestalten dass, wie
ursprünglich in den 60-er Jahren geplant, eine Parksiedlung wieder entsteht."
Dafür sollen insgesamt 3,6 Millionen Euro ausgegeben werden.
Die Einrichtung eines Bürgerbüros, die Umgestaltung der Grünzone an der
Obereider und der Außenanlagen der Christian-Timm-Realschule gehören zu den
ersten Maßnahmen, zu denen die Stadt selbst 200000 Euro beisteuert. Bis 2007
sollen zudem der ruhende Verkehr neu geordnet, zu groß geratene Verkehrsflächen
reduziert, ein zentraler Kinderspielplatz gebaut und eine Verbesserung des
Einzelhandels-Angebots erreicht werden. Auch der Bau einer stationären
Pflegeeinrichtung ist geplant.
Der Innenminister bezeichnete die Förderung als Trendwende in der
Stadtentwicklung von Rendsburg und Büdelsdorf: "Im Mittelpunkt steht nicht mehr
die Steuerung des Wachstums. Vielmehr gilt es, sich für die Gestaltung einer
Stadtentwicklung ohne Wachstum zu öffnen", sagte Buß. Und das gemeinsam: "Die
Zusammenarbeit von Gemeinden und Städten ist ein Gebot wirtschaftlicher und
politischer Vernunft.
www.shz.de
11.11.2004
Leuna: Zu viele Häuser stehen leer
Das Thema Stadtumbau, wohinter sich im Grunde Abriss und
Umgestaltung leer stehender Häuser verbirgt, ist nun auch für Leuna aktuell und
interessiert die Bürger. Rund 100 waren am Montag zu einer Einwohnerversammlung
gekommen, um mehr darüber zu erfahren. Ein entsprechendes
Stadtentwicklungskonzept hatte der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung bereits
verabschiedet (die MZ berichtete).
Vertreter der Planungsbüros stellten Statistiken über rückläufige
Einwohnerzahlen und Anzahl der Wohnungen vor. Während der Leerstand jetzt
bereits bei 14 Prozent liegt, rechnet man in sechs Jahren mit 20 und 2015 gar
mit fast 25 Prozent - das wäre jede vierte Wohnung in Leuna.
Dieser düsteren Vision sollen mit Abriss, Teilabriss und Umbau Alternativen
entgegen gesetzt werden. Die letzte Entscheidung treffen freilich die Eigentümer
der Gebäude, und an sie würden auch die eigens dafür beantragten Fördermittel
gehen. Gespräche mit den größeren Wohnungsunternehmen der Stadt fanden bereits
statt, man sei auf Interesse gestoßen, sagte Bürgermeisterin Dietlind Hagenau.
Etliche Bürger wollten wissen, was konkret mit bestimmten Objekten passiert -
doch diese Fragen konnten noch nicht beantwortet werden. Relativ fest steht
allerdings der Abriss der beiden seit langem unbewohnten Blöcke in der
Kötzschener Straße im nächsten Jahr.
Ob bei der Umgestaltung auch an betreutes Wohnen oder Altenheime gedacht worden
sei, fragten andere. Bisher sei es - außer der Leuwo - leider noch nicht
gelungen, Investoren dafür zu interessieren, bedauerte Hagenau und versprach,
dass sich die Stadt weiter bemühen werde. Geeignete Flächen direkt im Zentrum
seien vorhanden. "Was wird mit dem Plattenbauten am Nelkenweg, sollen die weg?",
wollte eine besorgte Bewohnerin wissen. Klare Antwort: Nein, daran sei
gegenwärtig nicht gedacht. In den Blöcken sind alle Wohnungen vermietet, und
solange der Bedarf besteht, sollen sie bleiben. Man werde die Entwicklung dort
beobachten. Das Vorhaben insgesamt beurteilten die Anwesenden unterschiedlich,
wobei die grundsätzliche Zustimmung überwog. Zur Sprachen kamen weitere
Probleme, vor allem aus dem Bereich Straßenbau.
www.mz-web.de
11.11.2004
Kommunen müssen sich auf Bevölkerungsschwund
einstellen
Drei Jahrzehnte lang spukte das Phänomen allenfalls
schemenhaft wie ein Gespenst in den Hinterköpfen von Wissenschaftlern und
Politikern herum. Jetzt klopft es teilweise schon laut vernehmbar an die
Rathaustüren der Städte und Gemeinden - das Phänomen des demografischen Wandels.
Die Bevölkerungszusammensetzung in den Kommunen ändert sich immer stärker, der
Alterdurchschnitt der Menschen steigt. Und dieser Trend wird sich nach Angaben
des Instituts für Entwicklungs- und Strukturforschung (IES) in Hannover in den
kommenden Jahren noch verstärken.
Die Kommunen stünden vor einer "echten Herausforderung", betont Thomas
Schleifnecker, der beim IES die Studie zur Strukturentwicklung mit erarbeitet
hat. Die Städte und Gemeinden müßten vor Ort "schauen, wie sie mit dem Wandel
zurechtkommen". Es gebe "keine Patentrezepte von übergeordneter Stelle",
erläutert Schleifnecker. Fest stehe aber, daß die Infrastruktur den veränderten
Bedürfnissen angepaßt werden müsse.
Die Auswirkungen des Wandels sind teilweise schon heute sichtbar. "Ich bin
neulich durch Straßenzüge gegangen, die waren total leer", berichtet Bernd
Meyer, Direktor des Verbands der Wohnungswirtschaft Niedersachsen-Bremen (vdw).
Der Verbandsfunktionär macht sich dafür stark, den zu erwartenden
Schrumpfungsprozeß konstruktiv zu gestalten: "Wir müssen die Schrumpfung als
Chance begreifen." Wohnungswirtschaft, aber vor allem auch die Kommunen seien
dabei gefordert. Dort verschließe die Politik vielfach die Augen vor dem
Problem. Es dürfe jedoch nicht erst mit konkreten Planungen für den Umbau der
Infrastruktur begonnen werden, wenn die Leerstandsquote bei den Wohnungen einen
Höchststand erreicht habe, betont Meyer.
In Wilhelmshaven ist der Diskussionsprozeß über Anpassungsstrategien bereits in
vollem Gange. Die Hafenstadt ist eine von vier Pilotstädten im Nordwesten, die
Geld aus dem Programm "Stadtumbau West" erhält, um auf die sich abzeichnende
Entwicklung zu reagieren. Für insgesamt rund vier Mio. Euro sollen die
Stadtteile Siebethsburg und Fedderwardergroden aufgewertet werden, um den
Einwohner-Exodus zu stoppen.
In Siebethsburg wird eine Anlage für betreutes Wohnen gebaut und eine
Kindertagesstätte erweitert. In Fedderwardergroden wird ein Wohnhaus für junge
Mütter gebaut. Die denkmalgeschützte Gartenstadtsiedlung und die Trabantenstadt
aus den vierziger Jahren leiden seit längerem unter Bevölkerungsabwanderung.
Zwar seien die beiden Projekte vergleichsweise klein, doch sei mittlerweile eine
breite gesellschaftliche Diskussion entstanden, sagt Michael Glatthaar vom
Planungsbüro des Stadtumbauprojektes und fügt hinzu: "Am Thema Schrumpfung kommt
bei uns inzwischen keiner mehr vorbei".
In Bremen, einer weiteren Pilotstadt des "Stadtumbaus West", geht es derweil
handfester zur Sache. Seit Mitte Mai werden dort im Stadtteil Osterholz-Tenever,
einer Hochhaussiedlung aus den siebziger Jahren, zwei Wohnblocks mit 650
Wohnungen abgerissen. Weitere 650 Wohnungen sollen saniert werden. Das Projekt
kostet insgesamt etwa 72 Mio. Euro. Spätestens im Jahr 2008 sollen die Arbeiten
abgeschlossen werden. Weitere geförderte Stadtumbau-Projekte gibt es in
Salzgitter und Bremerhaven.
www.welt.de
09.11.2004
Wittenburg: Jüngster Plattenbau vor dem Abriss
Ironie des Schicksals. Der Wohnblock auf dem
Friedensring, der als letzter 1990 gebaut wurde, steht jetzt vor dem Abriss. Die
Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft erhofft sich von dem Rückbau
wirtschaftliche Effekte.
Der Wohnblock Friedensring 71 bis 74 wird abgerissen, das ist beschlossene
Sache. Voraussichtlich beginnen die Arbeiten am 15. November. Der Zeitplan ist
eng für die Spezialfirma aus Hamburg, die nach der öffentlichen Ausschreibung
den Zuschlag für den Abriss erhalten hat. Bereits zu Weihnachten soll nichts
mehr an den Wohnblock erinnern außer einer planierten Fläche.
Nach den Worten von Jan Zimmer, Geschäftsführer der Wittenburger Wohnungsbau-
und Verwaltungsgesellschaft, werden die Arbeiten mit Mitteln des "Stadtumbau
Ost" finanziert. Mit dem Abriss des Wohnblocks bereinigt das kommunale
Unternehmen die nach wie vor hohe Leerstandsquote auf dem Friedensring auf einen
Schlag und entzieht dem Markt 50 Wohnungen. Damit entfallen die
Leerstandskosten. Aufgrund des Umzuges der Mieter aus diesem Haus in sanierte
Wohnungen, meistens auf dem Friedensring, wird der Leerstand in den anderen
Häusern minimiert.
"Durch die Komprimierung des Leerstandes auf diesen einen Block, der bald nicht
mehr existiert, ist unser Leerstandsproblem zu einem großen Teil gelöst", sagte
Jan Zimmer unter Hinweis darauf, dass die Leerstandsquote auf dem Friedensring
dann auf unter zehn Prozent fallen wird.
Doch bis es soweit ist, gilt es noch etliche Tonnen Beton, Stein und
Stahlgeflecht zu zerkleinern. Der 14 Jahre, und im Vergleich zu den anderen
Blöcken, junge Plattenbau, der in der Vergangenheit den Mietern auch zugige
Fugen bescherte, wird plattenweise zurückgebaut. Das übernimmt die
WiWa-Wilko-Wagner GmbH aus Hamburg. Bauleiter Wiktor Blatz machte darauf
aufmerksam, dass zunächst eine Entkernung des Gebäudes erfolgt.
Ein Spezialabbruchbagger, dessen Ausleger eine Höhe von 25 Metern erreicht,
beginnt dann, die einzelnen Platten abzutragen. Ein kleinerer Bagger, ein
Betonbeißer, ergänzt den Maschinenpark an der Abrissstelle. Das abgebrochene
Material soll per Lastkraftwagen kontinuierlich abtransportiert werden. Die
Belästigung durch Lärm und Staub soll sich nach den Worten des Bauleiters in
Grenzen halten. Voraussichtlich beginnt die Entkernung am 15. November, eine
Woche später rollen dann die Bagger an.
www.svz.de
09.11.2004
Eilenburg: Nach Abriss wird jetzt aufgewertet
Das Wohnviertel, in der Eilenburger Innenstadt, das durch
die Leipziger Straße/Rinckartstraße/Wallstraße und die Eckartstraße begrenzt
wird, soll schöner werden. Entsprechende Aufträge, die vorangegangene Arbeiten
fortsetzen, sollen bis 15. Dezember erledigt sein. 75000 Euro sind hier laut
Aussage von Birgit Bendix, Geschäftsführerin der Eilenburger Wohnungsverwaltung
(EWV), bereits in die Aufwertung geflossen, für weitere 120000 Euro ist nach
entsprechenden Beschlüssen im Eilenburger Stadtrat nun der Weg frei. Mit
Rückenwind durch das Bund-Länder-Programm Stadtumbau-Ost (bei der Aufwertung
zahlen Stadt, Land und Bund je ein Drittel) wird jetzt nicht nur vor der
Karlstraße 2/3 saniert, sondern auch vor der Rollenstraße 5 und 6 der Gehweg neu
gebaut, eine Klärgrube zurückgebaut, gefällt, gerodet und neu gepflanzt.
"Nachdem wir in diesem Bereich die Rollenstraße 21/22 und die Rinckartstraße
18/20 abgerissen haben, liegt jetzt der Schwerpunkt auf der Aufwertung. Mit den
jetzt zugesicherten Mitteln können wir die Rollenstraße fertig machen. Wenn es
2005 weitere Fördermittel geben sollte, arbeiten wir uns in Richtung
Eckartstraße/Wallstraße vor."
Neben diesem Wohnviertel in der Stadt profitiert in Eilenburg-Ost das
Musikerviertel vom Stadtumbau-Ost-Programm. Nachdem in der Mozartstraße die
Blöcke 1 bis 4 und 5 bis 8 durch die EWV saniert wurden, stehen nun auch die
Eingänge 9 bis 16 vor der Vollendung. Bendix: "Damit haben wir bis zum Ende des
Jahres ein saniertes Eckviertel. Zwei Millionen Euro flossen hier in die
Verschönerung, davon 350 000 Stadtumbau-Ost Mittel. Insgesamt 160 Wohnungen
werden damit aufgewertet. Dem gegenüber stehen in unmittelbarer Nachbarschaft
140 abgerissene."
Neben der bereits geschliffenen Beethovenstraße 9 bis 12 mit insgesamt 40
Wohnungen betrifft dies die Johann-Sebastian-Bach-Straße 1 bis 10. Für diese 100
Wohnungen rollt 2005 der Abrissbagger an.
www.lvz-online.de
09.11.2004
Oer-Erkenschwick: Prognose zur Wohnsituation
Das Essener Büro für Kommunal- und Regionalplanung (BKR)
erstellt für Oer-Erkenschwick bis zum Frühjahr 2005 eine
Wohnungsbedarfsprognose. Das teilten gestern Bürgermeister Hans-Joachim Menge
und Technischer Beigeordneter Bernd Immohr mit.
Denn die Wohnsituation in der Stadt, die Frage wie viele Häuser oder Wohnungen
in welcher Größe in einigen Jahren gebraucht werden, ist ein wichtiger Punkt des
Stadtentwicklungskonzeptes. Das wiederum ist Teil des bundesweiten
Pilot-Projektes Stadtumbau West. Insgesamt erhält die Stadt 6,8 Mio Euro an
Fördermitteln, von denen die meisten in den Umbau der Halluinstraße zum
Schillerpark fließen.
Von ca. 100 000 der 6,8 Mio Euro allerdings wird das Stadtentwicklungskonzept
erstellt. Kosten für die Wohnungsbedarfsprognose kommen jetzt noch hinzu. "Sie
werden im fünfstelligen Bereich liegen", schätzte Immohr. Die Stadt jedoch wird
die Finanzierung nicht übernehmen müssen.
Zur Prognose: Ziemlich klar ist, dass die Wohnungen der Siedlungen aus den 50er
Jahren nicht mehr gefragt sein werden. Das betrifft die Häuser rund um das
Schulzentrum. Immohr weiter: "Es wird immer mehr ältere und zudem weniger
Menschen geben." Da die wenigen Leute aber oft in kleinen Haushalten leben
werden, braucht man nicht unbedingt weniger Wohnungen.
Was den Stadtumbau West betrifft, haben die Beteiligten die Bestandsaufnahme
abgeschlossen. "Wir sind jetzt an dem Punkt, an dem wir Ziele entwickeln,
überlegen wo wir hin wollen", sagte Immohr. "Wohnungsbesitzer größeren Maßstabs
sollen bei der Erstellung der Prognose einbezogen werden." Menge: "Sie dürften
ein Interesses daran haben, wo es hingeht."
www.waz.de
06.11.2004
Finsterwalde: Wackeln die Würfelhäuser?
Die Würfelhäuser im Finsterwalder Südkomplex seien "ein
städtebauliches Unglück an dieser Stelle", machte jetzt Bürgermeister Johannes
Wohmann erneut kein Hehl aus seiner bekannten Meinung, dass diese drei Gebäude
unmittelbar in Schlossnähe eher abgerissen als aufgewertet werden sollten. So
äußerte er sich dieser Tage erneut dazu, als die Abwägung zum
Flächennutzungsplan kontroverser Gegenstand der Stadtverordnetenversammlung war.
Dabei wandten sich einige Abgeordnete gegen den Versuch der Stadt, das Terrain
westlich des Schlosses, wo die drei Würfelhäuser stehen, als so genanntes
"Mischgebiet" auszuweisen. Der Hintergrund: Die Verwaltung wollte damit die Zahl
der Wohnungen in diesen Gebäuden "behutsam durch Umnutzung" reduzieren. So
sollte es im Mischgebiet künftig möglich sein, dass in den unteren zwei, drei
Etagen auch Arzt- und Anwaltspraxen sowie Fitnessstudios, Büros oder anderes
Gewerbe untergebracht werden können. Die Stadt ging in ihren Überlegungen –
angesichts des zunehmenden Wohnungsleerstandes im Südkomplex in den nächsten
Jahren – sogar so weit, ein Würfelhaus langfristig zu einem Büro- bzw. Ärztehaus
umzuwandeln. Diese Überlegung sorgte allerdings für Meinungsstreit im Parlament.
Gegen eine solche Ausweisung als Mischgebiet erhob die Stadtverordnete Hannelore
Elmer Einspruch: «Wir wollen, dass in diesen Häusern weiter gewohnt wird."
Auch Udo Linde zweifelte den von der Stadt angegebenen hohen Leerstand von
elf Prozent an, er sei tatsächlich wesentlich niedriger. Rainer Genilke spürte
in der Diskussion die "Angst, dass die drei Würfelhäuser weggerissen werden
könnten" – was durchaus auch in einem Mischgebiet nicht ausgeschlossen sei,
"wenn der Eigentümer das will", gibt Genilke zu bedenken. Der
Flächennutzungsplan sei ein perspektivisches Dokument, das für zehn bis 15 Jahre
gelte: "Solange die Wohnungen bewohnt sind, kommt dort kein Gewerbe rein", ist
sich Genilke sicher. Was zunächst überraschte: Bürgermeister Wohmann stimmte
ebenfalls gegen den vorgelegten städtischen Vorschlag – und dafür, das Terrain
nicht als Misch-, sondern weiter als Wohngebiet zu definieren. Allerdings mit
der Voraussicht: Eine reine Wohnnutzung erhöhe den Leerstand und mache die
Würfelhäuser in der Zukunft uninteressanter, argumentierte er. Damit komme man
schließlich "eher zum Ziel" – und einem möglichen Abriss näher? In den Konzepten
zum Stadtumbau spielen die drei Würfelhäuser keine erkennbare Rolle – jedenfalls
gehören sie nicht zu jenen etwa 400 Plattenbauwohnungen, die bis etwa 2020 in
Finsterwalde abgerissen werden sollen.
www.lr-online.de
06.11.2004
Halle: Symposium zur Zukunft Halle-Neustadts
Oberbürgermeisterin Häußler eröffnet heute in
Halle-Neustadt das Symposium «Fragen an die Moderne». Die Saalestadt
veranstaltet zum 40. Geburtstag von Halle-Neustadt das Symposium zum Städtebau
der Nachkriegsmoderne in Kooperation mit der «IBA Stadtumbau 2010». In dessen
Rahmen wird die ab 1964 als Chemiearbeiterstadt errichtete Plattenbausiedlung
als Beispiel «gebauter Utopien» aus dem 20. Jahrhundert diskutiert.
Studenten hatten im Vorfeld in einer «Akademie auf Zeit» unter anderem den
Wohnungsleerstand, die Infrastruktur und die veränderten Lebensgewohnheiten
untersucht. Die entstandenen Projekte sind seit Freitag zu sehen. Das seinerzeit
größte DDR-Städtebauvorhaben am Rande Halles begann am 15. Juli 1964. Damals
wurde im ersten von später acht Wohnkomplexen für die Chemiearbeiterstadt
Halle-West der Grundstein gelegt. Die Wohnungen verfügten über bis dahin
ungewöhnlichen Komfort mit Bad, Balkon und warmen Wasser. In den Folgejahren
wurde aus Halle-West Halle-Neustadt und später eine eigenständige Kommune. 1967
bekam sie das Stadtrecht verliehen. Aus 12 600 Einwohnern 1968 wurden Ende der
80er Jahre 97 000. Heute leben noch etwa 50 000 Menschen in diesem Stadtteil,
der 1990 nach einem Bürgerentscheid wieder zu Halle zurückkehrte.
www.de.news.yahoo.com
06.11.2004
Hermsdorf: Geld soll auch weiter fließen
Die Förderung für den Stadtumbau solle im Wesentlichen so
wie bisher weiter gehen, wobei die Finanzierung stärker auf die Länder verteilt
würde.
Eingeladen zum Thema "Kommunale Zusammenarbeit und Stadtumbau Ost" hatte das
Bundesbauministerium Bürgermeister, Bauamtsleiter, Planungsbüros u.a. aus den
Kommunen, die sich am Bundeswettbewerb Stadtumbau Ost beteiligten. Angesprochen
worden sei unter anderem auch der Leerstand von Wohnraum in den Ost-Kommunen.
Somit müsse man sich mit dem Thema Teil- oder Komplettabriss befassen. 300
Wohnungen sind in Hermsdorf derzeit vom Leerstand betroffen. Um den etwas
abzubauen, sollen noch in diesem Jahr zwei leer stehende Blocks mit insgesamt 48
Wohnungen in der Straße des Friedens abgerissen werden. Am Montag in der
Stadtratssitzung erfolgt dazu die Auftragsvergabe. Ein Haus am Grünstädter Platz
mit 72 Wohnungen solle fürs betreute Wohnen umgestaltet werden. Was Kommunen, so
auch Hermsdorf, dabei unter den Nägeln brennt, sind die Altschulden, die für
Häuser zu bezahlen sind, die aus dem Bestand genommen werden. Altschulden
müssten generell erlassen werden, ist Pillau der Meinung. Bislang gebe es nur
die Möglichkeit eines Teilerlasses, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt seien,
erklärt der Bürgermeister, dass Arbeitslosigkeit, Leerstand und
Bevölkerungsrückgang mehr als 15 Prozent betragen müsse.
www.otz.de
04.11.2004
Leipzig: Grünau will Perspektive
In Grünau sollen ab 2005 fast alle Fördermittel für
bauliche Verbesserungen wegfallen. Die entsprechenden Pläne des Rathauses stoßen
vor Ort jedoch auf heftige Gegenwehr. Bürgervereine, Beiräte und Initiativen
haben sich jetzt auf drei zentrale Forderungen geeinigt. Durch sie soll der
Stadtteil wieder eine bessere Perspektive erhalten.
Ein LVZ-Artikel vom 8. Oktober war der berühmte Tropfen, der das Fass zum
Überlaufen brachte. Unter der Überschrift "Rathaus streicht beim Stadtumbau"
erklärte Amtsleiter Karsten Gerkens, dass es ab 2005 "praktisch gar kein Geld
mehr" für Grünau geben werde. Grund sei die Finanznot der Kommune.
"Bei uns wohnen immer noch mehr als 50F000 Leute, also jeder zehnte Leipziger",
hält nun Peter Neubert vom Bürgerverein Grünau dagegen: "Viele fühlen sich von
der Stadt nicht mehr vertreten." Die Einstellung der Straßenbahnlinie 13 sei ein
negatives Signal gewesen. Auch der Wegfall der Bürgerbeteiligung über das "Forum
Grünau", ergänzt Marion Drya vom Beirat im Wohnkomplex (WK 7). Lehrerin Bärbel
Schenkel beunruhigen die Einschnitte im Schulbereich.
Am schlimmsten aber seien die unklaren Abrisspläne bei Stadt und LWB, so Monika
Nöcker vom Beirat im WK 4. "Mit dem Abriss von 15 Hochhäusern haben wir schon
viel ertragen. Doch immer wieder räumt die LWB neue Häuser leer, ohne was
Genaues mitzuteilen." Auch andere Großvermieter kümmerten sich nicht um den
Stadtentwicklungsplan (STEP), sondern täten nur, was für sie wirtschaftlich am
besten ist, so Sigrid Juhrau.
Andreas Halle vom Bürgerverein ärgert sich, weil die WK 7 und 8 zwar formal zu
Sanierungsgebieten erklärt wurden: "Doch im Haushaltsplan steht dafür kein
Cent." Zurzeit könne man die Rücksichtslosigkeit gegenüber den Bewohnern vor Ort
besonders gut im Jupiterzentrum beobachten, meint Petra May. Dieser Platz wurde
vor vier Jahren für 700 000 Euro komplett neu gestaltet. "Aber jetzt reißt die
Wogetra ausgerechnet den Teil des Elfgeschossers ab, der genau an den teuren
Platz grenzt. Die Bodenskulptur Sonne ist kaputt und wird wohl nie mehr
repariert."
www.lvz-online.de
03.11.2004
Frankfurt (Oder): Wunsch Jung und alt sollen
miteinander leben
"Ältere Mitbewohner und die Stadtentwicklung von
Frankfurt (Oder)" war am Mittwoch Nachmittag eine zweistündige Diskussionsrunde
im Rathaus überschrieben. Arbeitskreis Miteinander leben und Seniorenbeirat
hatten dazu eingeladen und mehr als 80 Frankfurter waren gekommen.
"Wir wollen gemeinsam dafür nachdenken, wie wir die Stadt für ältere Menschen so
attraktiv machen, dass es sich lohnt, hier zu leben", machte gleich zu beginn
Wirtschaftsbeigeordneter Peter Edelmann einen Anspruch deutlich. Immerhin, so
hatte der Seniorenbeirats-Vorsitzende Werner Reim eine aktuelle Zahl
beizusteuern, gibt es inzwischen 14 770 Frauen über 60 und Männer über 65 in
Frankfurt. Und Chefarzt Dr. Klaus Freier wusste zu ergänzen, dass Frauen heute
im Schnitt 80,88 und Männer 75,18 Jahre alt werden.
Darauf gelte es sich einzustellen, auch in Frankfurt. Doch was macht das Leben
für ältere Menschen angenehm und attraktiv? Jede Menge Wünsche und Anregungen
waren in der Runde zu hören. Manches unterscheidet sich nicht von dem, was auch
andere Bewohner wünschen - gut ausgeschilderte und sichere Radwege zum Beispiel,
aber auch weniger Barrieren für Menschen mit Gehbehinderungen. Auf
Kopfsteinpflaster wie am Rathaus hätte jeder, der auf Gehhilfen angewiesen ist,
seine Schwierigkeiten, meinte ein Mann. Jung und alt sollen in Frankfurt
miteinander leben und sich gegenseitig unterstützen, machte einer der Zuhörer
seine Vision deutlich.
Doch es gibt auch ganz spezielle Wünsche der älteren Menschen. Ganz vorn:
Altersgerechte und bezahlbare Wohnungen oder auch betreutes Wohnen. Davon gibt
es in Frankfurt eindeutig zu wenig. Das bestätigte Sozialplanerin Dorothea Zobel
aus dem Amt für Jugend und Soziales. Mit einer Umfrage zur Lebenssituation
älterer Menschen in der Stadt wolle man aber derzeit genauer den Bedarf
erkunden, um dann reagieren zu können.
Auch die großen Wohnungsgesellschaften wissen um den Bedarf aus eigenen
Umfragen. Doch ihre Reaktionen darauf sind unterschiedlich. Sabine Rein, bei der
Wohnbau verantwortlich für Vermietung und Stadtumbau, konnte zumindest auf die
sanierten und mit Fahrstuhl versehenen Blöcke im Spartakusring 19 verweisen.
Dietmar Bartusch, bei der Wowi zuständig für Öffentlichkeitsarbeit und
Stadtumbau, erklärte, dass das Unternehmen zum Beispiel bei der altersgerechten
Umrüstung mit Duscheinbauten oder Anbringen von Stützgriffen im Rahmen dessen,
was die Krankenkassen unterstützen, gern behilflich sei. Für größere
Sanierungsvorhaben mit Fahrstuhleinbau etwa fehle aber das Geld, denn immerhin
müssten mindestens 7000 Wohnungen in der Stadt abgerissen werden.
www.moz.de
02.11.2004
Leuna: Weniger Leute und leere Häuser in Leuna
Leuna schrumpft. Die Stadt hat heute noch 7084 Einwohner,
das sind 1216 weniger als im Jahre 1990 - ein Rückgang um 14,6 Prozent. Diese
Zahlen offerierte Marta Doehler-Behzadi vom Büro für urbane Projekte Leipzig den
Leunaer Stadträten in ihrer jüngsten Sitzung. Dabei ging es um das
Stadtentwicklungskonzept, das für die nächsten Jahre beschlossen werden soll.
Das Leipziger Büro und die Kewog Weißenfels liefern Verwaltung und Räten die
Grundlagen für ihre Entscheidungen. Umfangreiche Untersuchungen und Statistiken
dokumentieren die Bevölkerungsentwicklung und, in Abhängigkeit davon, den Trend
auf dem Wohnungsmarkt. Doehler-Behzadi ließ die Zahlen sprechen: "Die
Entwicklung wird dauerhaft negativ sein." Wobei negativ in diesem Fall für
rückläufig steht.
Nach ihren Schätzungen hat Leuna im Jahr 2010 noch rund 6450 Einwohner, 2020
werden es vermutlich 5600 sein. Dem müsse auf dem Wohnungssektor Rechnung
getragen werden, folgerte sie. Bereits heute stehen 627 der insgesamt 4148
Wohnungen in Leuna leer, das entspricht einem Anteil von 15 Prozent. Besonders
hoch, nämlich bei 22 Prozent, liegt er in Mehrfamilienhäusern. Und obwohl in
Leuna im ersten Halbjahr diesen Jahres mehr Menschen zu- als weggezogen sind,
sank die Zahl der Bevölkerung im Vergleich zum Vorjahr um zwölf. Würde nichts
unternommen, stünde in sechs Jahren ein Fünftel der Wohnungen leer.
"Wir kommen um einen Abriss nicht herum", steht für Bürgermeisterin Dietlind
Hagenau fest. Wo und in welcher Reihenfolge, soll im Stadtentwicklungskonzept
verankert werden. In die Gespräche sind auch die Wohnungsunternehmen mit
eingebunden.
Die ersten Mauern sollen bereits im nächsten Jahr fallen, und zwar in der
Kötzschener Straße. "2005 sollen dort die ersten 146 Wohnungen abgerissen
werden", bekräftigt Hagenau. Die Blöcke unmittelbar in Werksnähe stehen bereits
seit zehn Jahren leer. Bis 2010 sollen weitere 524 folgen. Geprüft werden
Straßenzüge, die seit längerem leer stehen, wie in der Friedrich-Ebert-Straße,
der Albert-Einstein- oder der Rosen- und Liebigstraße, aber auch im Dorf
Göhlitzsch.
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01.11.2004
Halle: Ausflug zum planvollen Abbruch
Samstagnachmittag: Zahlreiche Neugierige jeden Alters
haben sich, geführt von Mitarbeitern des halleschen Stadtplanungsamtes, mit
einer Sonderbahn der Havag auf den Weg durch die "Schrumpfende Stadt" gemacht.
Dass diese als ein Phänomen zu greifen ist, erweist sich an einem Gegensatz. Wo
Stadtplaner Reinhard Wagner entlang der Trasse vom Riebeckplatz durch die
südliche Vorstadt, die Südstadt und das Plattenbauviertel Silberhöhe das Bild
von den "Jahresringen" einer schrittweisen Besiedlung bemühte, waren die
Anzeichen punktueller Implosion in jedem dieser Ringe nicht zu übersehen. Dass
dadurch, wie die Planer hoffen, auch "neue Qualitäten" entstehen, soll sich an
einer geschlossen errichteten Wohnsiedlung der 20er Jahre im Süden erweisen. Das
Gebiet steht komplett hinter Gerüsten. Nirgends wirkt der Stadtumbau
dramatischer als in der Silberhöhe: Schuttberge abgerissener Elfgeschosser
türmen sich inmitten intakter Häuserzeilen. Doch herrschen augenscheinlich
stabile Verhältnisse in Fünfgeschosser-Arealen, wo ein Altersheim gar mit
"schöner Aussicht" wirbt.
In Halle-Neustadt scheint das Verschwinden der Elfgeschosser unauffällig vor
sich zu gehen. Planerin Margit Sachtlebe lenkt den Blick der Tram-Touristen auf
Rasenflächen, die an Stelle abgerissener Hochhäuser angelegt worden sind: "Man
vermisst diese Gebäude gar nicht." Dort, wo demnächst eine ganze Häusergruppe
verschwindet, sollen die Einwohner des ehemaligen Wohnkomplexes Gelegenheit
bekommen, auf öffentlichem Grund nach eigenem Gutdünken Gärten einzurichten.
Modell für ganz Europa sei das, was Halle jetzt erlebe, sagt Sachtlebe. Wird
doch der Bevölkerungsrückgang kraft sinkender Geburtenrate bald überall wirken.
Ob die Zuhörer am Ende von dem Ritt durch die etwas andere Utopie beeindruckt
waren, bleibt offen. Fragen stellte niemand, nur ein vergessener Regenschirm
blieb zurück.
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01.11.2004
Naumburg: Mieterbund rechnet mit Zwangsumzügen
Der Deutsche Mieterbund (DMB) fürchtet, dass es in Folge
von Hartz-IV zu vielen Zwangsumzügen kommt. Das sagten Ellen Schultz,
wiedergewählte Vorsitzende des Landesverbands Sachsen-Anhalt, und DMB-Direktor
Franz-Georg Rips während des Landesverbandstags des Bundes am Samstag in
Naumburg. "Die Betroffenen brauchen schnellstmöglich verbindliche Informationen,
welche Kosten von den Städten als angemessene Wohnkosten akzeptiert werden",
forderte Rips. Er kritisierte, dass die Bundesregierung keinen Gebrauch von
ihren Möglichkeiten mache, eine Verordnung und so eine bundeseinheitliche
Regelung zu schaffen. Deshalb müssten die Städte jetzt zusammen mit
Wohnungsunternehmen und Mietervereinen die Weichen dafür stellen, dass künftig
keine Armutsviertel entstehen.Sachsen-Anhalts Bauminister, Karl-Heinz Daehre
(CDU) forderte, diese Fragen beim Stadtumbau zu berücksichtigen. Bei der
Aufwertung des Wohnungsbestandes sollte nicht das obere Level einer
Luxus-Sanierung angesetzt, sondern ein angemessener Bestand an bezahlbaren
sanierten Wohnungen geschaffen werden.
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30.10.2004
Wittenberg: Erste Projekte für die Aufwertung
Der Abriss ist in vollem Gange, die Aufwertung streckt
ihre zarten Fühler aus. Während Ende des Jahres rund 700 Wohneinheiten vor allem
nördlich der Annendorfer Straße abgerissen sein werden, beginnen Stadt und
Wohnungsgesellschaften konkrete Projekte zur Neugestaltung des Viertels. Während
in der Verwaltung derzeit der Bebauungsplan ausliegt, der das Gebiet westlich
der Schule als Einfamilienhaus-Siedlung ausweisen soll, baut die Wittenberger
Wohnungsbaugenossenschaft (wbg) derzeit 40 Wohnungen in der Lerchenbergstraße
altersgerecht um.
"Es gibt die Aufwertung schon jetzt", sagt der Vorstandsvorsitzende der wbg,
Hans Keller. Ohne Fördermittel werden derzeit die Wohnungen in der
Lerchenbergstraße 86 bis 89 umgebaut. Der Clou an den Wohnungen: Den Bewohnern
sind alle Leistungen des nahe gelegenen Seniorenzentrums - bis hin zur
Langzeitpflege in den eigenen Räumen - garantiert. Im März nächsten Jahres
sollen die Wohnungen fertig sein.
Der von Wohnungsgesellschaften und Stadt gemeinsam finanzierte Plan sieht
Baugrundstücke für Einfamilienhäuser in dem Gebiet vor. "Wir haben vor, das
Gebiet selbst zu vermarkten", sagt Keller. Ein Investor oder Bauträger ist
derzeit jedenfalls nicht in Sicht. Zwar zeigt sich Wiwog-Geschäftsführer
Fritz-Peter Schade, "immer mehr davon überzeugt, dass es ein sehr gutes
Wohngebiet ist", allerdings müsse das zukünftigen Interessenten noch klar
werden. "Das Gebiet mit seiner Infrastruktur und Lage sucht jedenfalls
seinesgleichen."
Ursprünglich wollten beide Unternehmen den Stadtumbau eigentlich mit einer
Aufwertungsmaßnahme beginnen, hieß es am Freitag beim Pressegespräch in der
Stadtverwaltung. Weil aber das Land den Fördertopf, der je zur Hälfte für Abriss
und Aufwertung zur Verfügung steht, in den ersten Jahren allein für den Abriss
vorgesehen hat, sei dies nicht möglich gewesen. Das gilt übrigens auch für
Piesteritz. Dort sind in der Weststraße bereits vier Blöcke abgerissen, die
Förderung für den Abbruch zweier weiterer ist bereits genehmigt. Insgesamt sind
dann über 2,4 Millionen Euro Fördermittel geflossen.
Allerdings nicht für die Stadtwerke. Die rechnen, so der technische Leiter Peter
Lubitzsch, mit rund sechs Millionen Euro Verlust wegen des Stadtumbaus. Doch
selbst mit Förderung kommt der Abriss der Wohnungswirtschaft teuer zu stehen.
"Die Kosten sind doppelt so hoch wie die Förderung", rechnet Keller. Und allein
mit der Tilgung der Altschulden ist es ja auch nicht getan. "Den meist größeren
Teil machen Kredite für die Modernisierung aus", so Keller. Die müssen
abgetragen werden, während das Haus schon lange nicht mehr steht.
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