Newsticker Archiv Oktober 2003

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31.10.2003
Ostdeutsche Bauminister wollen mehr Altschuldenhilfe
Die ostdeutschen Bauminister erwarten vom Haushaltsausschuss des Bundestages eine Zustimmung zur vorgesehenen Aufstockung der Altschuldenhilfe für Wohnungsunternehmen. Nur bei mehr Entlastung könnten sich die Wohnungsunternehmen weiterhin am notwendigen Stadtumbau beteiligen, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung nach einem informellen Treffen in Potsdam. Der Bundestagsausschuss für Bauen, Wohnen und Verkehr hatte kürzlich beschlossen, die Mittel für die Altschuldenhilfe um 375 Mio. Euro aufzustocken.
www.welt.de

31.10.2003
Mecklenburg-Vorpommern: "Haben keine starke Lobby"
In den Wohnungsunternehmen der Region nichts wesentlich Neues: Bei einem Stammtisch in Torgelow, zu dem Maria-Theresia Odendall, Geschäftsführerin der Ferdinandshofer und Löcknitzer Wohnungsgesellschaften, und Vertreter der Torgelower Wohnungsgenossenschaft eingeladen haben, wurde dies erneut deutlich. Probleme erwachsen den Unternehmen nach wie vor aus dem Wohnungs-Leerstand, aus dem Altschuldenhilfe-Gesetz sowie aus dem Verhalten der Banken, sagte Maria-Theresia Odendall. "Die Kreditinstitute arbeiten nicht mit, sondern gegen uns", erklärte die Geschäftsführerin. Diese Erfahrung habe sie bei mehreren Banken machen müssen. Wenn die Finanzleute hören, dass ein Wohnungsunternehmen einen Kredit aufnehmen möchte, sei das Gespräch meistens schon beendet. "Und die Kommunen scheuen sich, Bürgschaften zu übernehmen", sagte die Geschäftsfrau. Bernd Neumann, Chef der Ueckermünder Wohnungsbaugenossenschaft (UWG), sieht sich mit den gleichen Problemen konfrontiert. Seiner Ansicht nach sei es zwar gut, dass Schwerins Bauminister Helmut Holter  die Altschulden gestrichen haben möchte. Doch das sei ein frommer Wunsch, denn die Wohnungsunternehmen haben keine starke Lobby. "Und die ist nötig, um Politiker zu bewegen", sagte Neumann.
Amtskollegin Ursula Rosenberg von der Torgelower Wohnungsbaugesellschaft kritisierte die "undurchsichtige Bilanzpolitik der Banken". Die Kreditinstitute gingen keine Kompromisse ein, was den Unternehmen die Arbeit erschwere.
Ein Großteil der wirtschaftlichen Schwierigkeiten ergibt sich für die Wohnungsunternehmen aus dem Leerstand. Der liegt im Bereich der UWG bei etwa 22 Prozent, sagte Neumann. Im Bereich Altwigshagen, Wilhelmsburg und Leopoldshagen sei die Leerstandsquote bei durchschnittlich 14,5 Prozent angelangt, sagte Maria-Theresia Odendall. In Torgelow habe sich von 2000 bis 2002 der "Leerstand verdoppelt, bis 2003 seien noch drei bis vier Prozent dazu gekommen", sagte Ursula Rosenberg.
Auf ein Aktionsprogramm haben sich die Teilnehmer der Runde nicht geeinigt, aber auf Vorschläge. So wäre es hilfreich, wenn es eine Subventionierung der Zinsen bei den Altschulden gäbe, sagte Maria-Theresia Odendall. Das Land könnte ihrer Meinung nach Bürgschaften für Umfinanzierungen geben. Ein anderer Weg wäre es, zum Beispiel die Betriebskosten für länger leer stehende Wohnungen zu senken - durch entsprechende Vereinbarungen zum Beispiel mit Energie- und Wasserversorgern oder auch Entsorgungsunternehmen. Im Dezember werden sich die Vertreter der Wohnungsunternehmen erneut treffen. Dann soll es um gemeinsame Strategien gehen, mit denen sie sich bei Landes- und Bundespolitikern Gehör verschaffen können.

www.nordkurier.de

30.10.2003
Greifswald: Wohnungsbaugesellschaft eröffnet Informationsbüro für Mieter
Der Stadtumbau Ost soll im nächsten Jahr im Ostseeviertel beginnen. Die Planungen für das erste Wohnquartier Helsinkiring/ Riemser Weg (A4) sind abgeschlossen. Baubeginn ist das Frühjahr 2004. Aus diesem Grund richtet die Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft mbH Greifswald (WVG) in der Tallinner Straße 7a ein Mieterinformationsbüro ein, das heute um 14 Uhr eröffnet wird. Interessenten können sich die zukünftigen Grundrisse der Wohnungen anschauen und werden von kompetenten Mitarbeitern beraten. Geöffnet hat das Büro heute bis 18 Uhr.
www.OSTSEE-ZEITUNG.DE

29.10.2003
Wittenberge: Firmen"spritze" für Pflegearbeiten
Das Wohnhaus mit der Bäckerstraße 20a und b hat, als es noch stand, ob seiner Mieter für so manches Problem gesorgt. Jetzt ist es abgerissen, die Abbruchfläche muss gepflegt werden. Auch das ist nicht unproblematisch.
Willige Nachbarn rechts und links gibt es. Ernst Hessler auf der Seite zum Packhof und Angelika Thielert auf der Seite zur Bürgerstraße kümmern sich schon, damit aus der Abrissfläche keine Brache auf Dauer wird. Das wäre schließlich auch keine Lösung für sie, die ja ihre Grundstücke in direkter Nachbarschaft haben. Aber ganz auf sich gestellt, ohne wohlwollende Unterstützung aus der Kommune, wolle er nicht tätig werden, so hatte Ernst Hessler dem "Prignitzer" gegenüber seine Position dargestellt (die Redaktion berichtete am 21. Oktober). Auch Angelika Thielert sagt zur Pflege ja, erwartet aber, dass die Pflegenden unterstützt werden.
Das Haus in der Bäckerstraße 20a und b ist nicht einfach so abgerissen worden. Sein Abbruch gehörte zum Stadtumbau - und der wird bekanntlich gefördert. Gefördert werden über dieses Programm auch Aufwertungsmaßnahmen in den Stadtgebieten, erklärt der Architekt Wolf Kaufmann, bei der BIG Städtebau zuständig für die Stadtsanierung in Wittenberge.
Auch eine Grünfläche statt eines maroden Hauses und die ständige Pflege - nur dann gedeiht das Grün nämlich auf Dauer gut - werten eine Straßenecke, ein Gebiet auf: So logisch dieser Gedanke ist, aus der Aufwertungsförderung könne derzeit die Instandhaltung von Abbruchflächen nicht finanziert werden. Auch für eine Zwischenlösung, weil eine Abrissfläche beispielsweise später wieder bebaut werden soll, gebe es kein Fördergeld, so Kaufmann.
Die BIG Stadtbau, die ihren Hauptsitz in Kiel hat, und die Firma Eggers, wollen im Fall der Bäckerstraße die Pflegenden unterstützen: Die BIG in Kiel mit einer finanziellen Spritze für 2003 und 2004, so erklärte es Wolf Kaufmann. Auch die Firma Eggers, die beim Stadtumbau mit Aufträgen im Boot ist, zeigt sich spendabel. Der Wittenberger Geschäftsführer Rainer Schmidt teilte Ernst Hessler mit, dass das Unternehmen für einen Rasenmäher, für Saat und Dünger aufkommen wird. Spenden, die im Fall der Bäckerstraße weiterhelfen. Eine dauerhafte Lösung sei es nicht, sagt Ernst Hessler, denn die Pflegenden seien dauerhaft belastet. Worte von Gewicht, wenn man bedenkt, dass es ja mittlerweile eine ganze Reihe von ähnlichen Flächen in der Stadt gibt.
Das städtische Bauamt hatte versucht, einen Förderweg zu finden. Aber, so gestern der stellvertretenden Bauamtsleiter Hubert Mackel, alle Versuche beim Land seien gescheitert.
Deshalb sei es eben auch so wichtig, dass sich Bürger des Geländes annehmen, so wie es hier in vorbildlicher Manier geschehe.

www.svz.de

29.10.2003
Freital: Abrissbirne eingepackt - Fördertopf ist leer
17 leerstehende und marode Häuser wollte die Wohnungsgesellschaft Freital (WGF) in diesem Jahr abreißen. „Tatsächlich verschwunden sind nur zwei, drei Objekte“, sagt WGF-Geschäftsführer Uwe Rumberg. So zum Beispiel das Hotel Oehme.
Der Grund sind fehlende Gelder. Die WGF hatte Anfang des Jahres einen Förderantrag beim Land gestellt. Für den Stadtumbau, was in den neuen Bundesländern vor allem Abriss bedeutet, stellen Bund und Land Gelder zur Verfügung. Der Topf war allerdings schnell leer. „Wir hatten schon gehofft, Fördergelder zu erhalten, zumal wir den Antrag gleich am Anfang des Jahres gestellt hatten“, sagt Rumberg. Doch die WGF ist leer ausgegangen. Deshalb muss für dieses Jahr die Abrissbirne wieder eingepackt werden. „Denn die Beseitigung der 17 Objekte hätte uns rund eine halbe Million Euro gekostet, die können wir nicht aus eigener Kraft aufbringen, es sei denn, zu Lasten unserer Mieter“, erläutert Rumberg. Denn Gelder, die in den Abriss fließen, stehen nicht für die Modernisierung und Instandsetzung zur Verfügung.
Die Wohnungsgesellschaft hofft nun auf nächstes Jahr. „Denn nötig ist der Abriss angesichts der 29 Prozent Leerstand“, sagt Rumberg. 20 Prozent des WGF-Wohnungsbestande würden nämlich nicht wegen fehlender Mieter leer stehen, sondern wegen des maroden Zustandes. Bei den Häusern lohnt eine Sanierung einfach nicht. Zum einen, weil die Bausubstanz kaum mehr zu retten ist. Zum anderen stehen die Gebäude oft an Standorten, wo kein Mieter hinziehen will. „Uns bleibt da auf Dauer gesehen nur der Abriss“, so Rumberg.
Sollten auch in den nächsten Monaten keine Fördermittel fließen, dann werde die Gesellschaft das Problem wohl oder übel mit eigenen Mitteln angehen müssen. Rumberg: „Denn Leerstand ist auf Dauer auch teuer.“
www.sz-online.de

28.10.2003
Weißwasser und Niesky: Weniger Mieter auf mehr Raum
Rein rechnerisch wohnen die Menschen im Landkreis immer komfortabler. Das geht aus Zahlen, die das Statistische Landesamt in Kamenz veröffentlicht hat, hervor. Danach hat jeder Einwohner im Schnitt 3,5 Quadratmeter mehr zur Verfügung als vor vier Jahren. Auch die durchschnittliche Wohnungsgröße hat danach zugenommen. Insgesamt gibt es heute rund 130 Wohnungen mehr im Landkreis als noch 1998.
Die Situation in den beiden größten Städten im Landkreis – in Weißwasser und Niesky – ist durchaus unterschiedlich. „Bei uns hat sich die Wohnungsgröße kaum verändert“, betont Andreas Taugs, Vorstand der Wohnungsbaugenossenschaft Weißwasser (WGW). „90 Prozent unserer Wohnungen sind nach wie vor Drei-Raum-Wohnungen mit 58,5 Quadratmetern.“
Dass der einzelne Mieter heute im Schnitt mehr Quadratmeter zur Verfügung hat, kann er sich allerdings schon vorstellen. „Wenn die Kinder aus dem Haus sind, bleiben die Eltern meist in ihrer alten Wohnung. Und Alleinstehende nehmen sich heute, wo die Wohnungen nicht mehr zugeteilt werden, lieber eine größere Wohnung, sofern sie es sich leisten können.“ Durch die hohe Anzahl an leerstehenden Wohnungen – rund ein Viertel der von der WGW verwalteten Wohnungen stehen leer – wächst die Wohnfläche, die theoretisch pro Einwohner zur Verfügung stünde, zusätzlich.
Während in der Wohnungsbaugenossenschaft Weißwasser der Zuschnitt der Wohnungen weitgehend unverändert blieb, wurde bei der Wohnungsbaugesellschaft in Niesky in vielen Fällen kräftig Hand angelegt. „Wir haben aus mehreren Drei-Raum- Zwei-Raum-Wohnungen gemacht oder zwei Wohnungen zu einer zusammengelegt. Da wo vorher drei oder vier Personen wohnten, ziehen heute Alleinstehende oder Paare ein. Der Anbau von Balkonen hat den Wohnraum zusätzlich vergrößert“, bestätigt Geschäftsführer Wilhelm Fischer. Mit dem Leerstand von Wohnungen hat er weniger zu kämpfen. „Da liegen wir schon seit Jahren bei relativ konstanten sechs Prozent.“ Deshalb gibt es in Niesky auch nicht die Notwendigkeit, in großem Stil Wohnungen abzureißen. „Wir haben insgesamt etwa 40 abgegeben, indem wir aus zweien eine gemacht haben.“ Dagegen hat die WGW seit 2002 nach Aussage von Andreas Taugs rund 800 Wohnungen „rückgebaut“. Er schätzt, dass in Weißwasser in dieser Zeit rund 2 000 Wohnungen abgerissen wurden.
Neben dem Bevölkerungsverlust der großen Kreisstadt zieht es einen Teil der Einwohner aufs Land. „Wir verlieren schätzungsweise 40 Familien im Jahr, die sich im näheren Umfeld von Weißwasser ein Eigenheim angeschafft haben“, sagt der Vorstand. Dieses Phänomen gibt es in Niesky auch, belastet aber die Statistik der Wohnungsbaugesellschaft nicht nennenswert. Wilhelm Fischer: „Das hält sich in etwa die Waage mit denjenigen, die vom Land in die Stadt ziehen, zum Beispiel ältere Leute, die ihr Haus an die Kinder weitergegeben haben.“

www.sz-online.de

27.10.2003
Die Zukunft des Eigenheims liegt in der Stadt
Die Frage scheint noch immer absurd. Wohnen im Eigentum in der Stadt? Gibt es das überhaupt? Ist es zeitgemäß? Und ist es bezahlbar? Die Wüstenrot-Stiftung hat jetzt die Probe aufs Exempel gemacht und 400 Experten aus Kommunalverwaltung, Planung, Wohnungs- und Kreditwirtschaft sowie Wissenschaft zu einem Hearing nach Ludwigsburg geladen. Und siehe da! Es gibt nicht nur vereinzelte Beispiele, sondern sogar einen Trend. Der Stadtumbau in Zeiten der Schrumpfung begünstigt offenbar die zentrumsnahen Lagen. Die grüne Wiese, auf die noch viele Kommunalverwaltungen aus Faulheit zum Umdenken, mangelndem Sach- und Fachverstand oder Fehleinschätzung setzen, ist out.
Noch freilich dominieren die negativen Trends. "Es wandern insbesondere junge leistungsstarke Haushalte mit Kindern ins Umland und dort vorwiegend in das selbst genutzte Wohneigentum, weil es keine entsprechend zugeschnittenen Angebote in den Städten gibt", konstatierte Marie-Therese Krings-Heckemeier vom Berliner Empirica-Institut. Und sie beschrieb die verheerenden Folgen. Mit abnehmender Einwohnerzahl bricht die Finanzierungsbasis der Städte zusammen. Wachsende Leerstände an unattraktiven Standorten, schwache Kaufkraft, hoher Ausländeranteil und Unterauslastung der Infrastruktur führen zum Kollaps des städtischen Blutkreislaufs.
Doch es mehren sich die Zeichen der Umkehr. Viele Innenstädte werden zu "jungen" Städten. Die Zahl der Haushaltsgründungen von 15- bis 25jährigen überwiegt bei weitem die der "stadtflüchtigen" Haushalte dieser Altersgruppe. Immer mehr Städte - zum Beispiel im Ruhrgebiet - legen konkrete Programme und "Baulandpolitiken" zur Rückgewinnung der Bevölkerung auf. In Städten wie Frankfurt/Main, Hamburg, Stuttgart oder Düsseldorf werden ganze Neubausiedlungen im zentrumsnahen Bereich mit hohem Eigentumsanteil entwickelt - und finden Akzeptanz.
Selbst die Fachpresse steuert um: "Bauen oder ein Haus in der Stadt kaufen? Zu teuer, ist die landläufige Meinung", schreibt das Dresdner Immobilienblatt, und macht eine Gegenrechnung auf: "Auf dem Land sind zumeist die Grundstücke wesentlich größer. Außerdem entstehen Nebenkosten: der Zweitwagen, um die Kinder in die Schule zu bringen ... Der teurere Anfahrtsweg für den Waschmaschinen- und Fernsehmonteur. Oder das Taxi, wenn man doch mal mit Freunden einen Schluck getrunken hat und kein Bus mehr fährt. Und wenn sich die Lebensumstände ändern? Wenn die Kinder aus dem Haus sind oder in Bayern wohnen? Wenn man wieder den Komfort in der Stadt sucht, weil 800 qm Rasen zuviel Arbeit machen? Niemand kann eine Garantie geben, dass man dann das Haus auf dem Land zum Anschaffungspreis verkaufen kann. Zwischen 2030 und 2050 werden 1,3 Mio. neue Wohnungen weniger nachgefragt als heute."
In Ludwigsburg machte der Stuttgarter Planungswissenschaftler Prof. Franz Pesch bereits heute eine Trendumkehr aus: "85 Prozent der Abwanderer können sich vorstellen, zurückzukommen." Intelligent konzipierte neue Stadtteile mit Nutzungsmischung, auf kleinen Parzellen, mit straffen, klar gefassten öffentlichen Räumen, in attraktiver Lage (Wohnen am Wasser), mit "besonderer Atmosphäre" (historistisches Fassadendekor) und zeitnahen Lifestyle-Konzepten (Lofts) ließen sich schon jetzt "ohne jedes Problem vermarkten."
Dabei gewinnt der Faktor "Qualität" zunehmende Bedeutung. Denn, so der Karlsruher Architekturprofessor Bernd Scholl, "die Konkurrenz der Städte um Einwohner wird sich bei abnehmender Bevölkerungszahl verschärfen." Scholl plädierte für neue Ausbildungsgänge, die auf den Innenstadtbereich fokussieren: "Wir sind im Denkmuster Stadterweiterung erzogen, Innenentwicklung und Stadtsanierung sind an den Hochschulen ein Nebengebiet und werden vielfach überhaupt nicht gelehrt. Jetzt müssen wir erstmals zeigen, was wir innen können."
Für die innerstädtischen Wohnwünsche im Eigentum stellten Christina Simon und Gerd Kuhn anhand einer Studie für die Wüstenrot-Stiftung Kriterien auf: Die Projekte müssen zielgruppenorientiert und signifikant sein, Maßstäblichkeit wahren und Monotonie vermeiden, Privatheit sichern und Dichte bieten, Lagegunst aufweisen und Wertbeständigkeit garantieren, plurale Wohnformen und individuelle Vorstellungen ermöglichen. Dann -so die Beispiele aus vielen Städten - sind sie gefragt.
Georg Adlbert, Geschäftsführer der Wüstenrot-Stiftung, zog ein positives Resümee. "Die gesellschaftliche Bedeutung des persönlich genutzten innerstädtischen Wohneigentums nimmt zu. Flächenpotentiale für ein zielgruppenorientiertes Angebot sind vorhanden. Jetzt kommt es darauf an, dass die Städte die Entwicklung fördern und steuern. Der Schlüssel dazu sind eine professionelle Bodenpolitik und ein aufgeklärtes Baumanagement."

www.welt.de

25.10.2003
Cottbus: Bis 2005 Abriss von 2.750 Wohnungen
In den nächsten zwei Jahren werden in Cottbus mindestens weitere 1.450 Wohnungen abgerissen. Die Finanzierung dafür durch das Land sei klar, erklärte Brandenburgs Bauminister Frank Szymanski gestern. Hinzu kommen die 1.300 Wohnungen, die in diesem Jahr insgesamt abgerissen werden. Damit präzisierte Szymanski verschiedene Angaben, die in den letzten Wochen teilweise zu Irritationen führten. So stehe für 2004 das Geld für den Abriss von 800 Wohnungen bereit. 2005 sollen dann mindestens 650 Wohnungen folgen. "Dafür ist das Geld gesichert" , so der Cottbuser Szymanski. Weitere Abrisse seien möglich, wenn die planerischen Voraussetzungen durch die Stadt, die Vermieter sowie die Ver- und Entsorger gesichert werden. Bis 2010 sollen in Cottbus insgesamt 9.000 Wohnungen "vom Markt genommen" werden. Baudezernentin Marietta Tzschoppe erklärte, die Stadt sei mit den Vermietern in entsprechenden Abstimmungen. In den nächsten zwei Wochen soll es außerdem weitere Gespräche zwischen Ministerium, Stadt und Vermietern zum Stadtumbau geben.
www.lr-online.de

25.10.2003
Dortmund: Abriss ist denkbar
Die CDU-Fraktion im Planungsausschuss fordert "keinerlei Denkverbote", wenn es um den Gesamt- oder Teilabriss unattraktiver Wohnhäuser geht.
Als Reaktion auf das vom Meinungsforschungsinstitut "empirica" erstellte Gutachten zur Dortmunder Wohnungswirtschaft der Zukunft  abzeichnenden Wohnungsleerstand schon früh entgegenzuwirken. Was die Fraktion unter anderem darunter versteht: siehe oben.
Sowohl das Hochhaus an der Kielstraße 26 - das so genannte "Horrorhaus" - als auch der "Hannibal" in Dortmund seien zwei Objekte, über deren Abriss man nachdenken sollte, so CDU-Ratsfrau Gerda Horitzky. Darüber hinaus sollten "vielgeschossige Gebäude" gegebenenfalls um einzelne Stockwerke reduziert worden - einen entsprechenden Vorschlag hatte die CDU bereits Ende der 80er für die Siedlung Neuscharnhorst gemacht.
Was die CDU auch will: dass sich das Wohnungsangebot stärker an den Wünschen der Mieter orientiere. Meint: Der Weg, mehrere kleinere Wohnungen zu einer großen Wohnung zusammenzulegen, sollte ebenso weiter beschritten werden wie auch der Ausbau von Wohnungen auf die Bedürfnisse älterer oder in ihrer Mobilität beeinträchtigter Menschen.
Wobei die CDU dabei nicht nur auf die großen Wohnungsgesellschaften schielt, sondern auch auf die privaten Hausbesitzer. Diese müssten ihren Beitrag dazu leisten, unattraktive Wohngebiete attraktiver zu machen.

www.waz.de

25.10.2003
Apolda: Es sind alle mit im Boot
Mit einer direkt dem Thüringer Innenministerium unterstellten Arbeitsgruppe soll jetzt der Stadtumbau Ost angekurbelt werden. Das sagte Apoldas Baudezernent Konrad Heinemann in einem TA-Gespräch. Die Gruppe von Architekten und Stadtplanern (GRAS) traf sich in der vergangenen Woche erstmals in Apolda zu einer Bestandsaufnahme.
Dabei gab es laut Heinemann großes Lob für den Stand der Planungen. Die Besonderheit in Apolda: Alle Beteiligten sind mit im Boot und arbeiten aktiv an der Vorbereitung mit. So planen die Versorgungsträger wie Wasser GmbH und EVA schon strategisch, wo sich größere Investitionen nicht mehr lohnen. Immerhin: Ein Zeitfenster von 20 Jahren sollte für den Stadtumbau veranschlagt werden - schließlich gehe es buchstäblich um einen völligen Stadtumbau. Dabei werden Entscheidungen, die vielleicht vor dreißig Jahren korrekt waren, den neuen Gegebenheiten angepasst, indem man ihre Auswirkungen korrigiert.
So gliedert sich der Stadtumbau in drei Bereiche. Zum einen das so genannte Rückbaugebiet Paul-Schneider-Straße. Es entstand, als die für das ehemalige TO dringend benötigte Arbeitskräfte angesiedelt werden mussten. Günstig für die Stadt ist dabei nicht nur die geschlossene Fläche am Rande des bebauten Gebietes. Günstig ist auch, dass die beiden Eigentümer, die WGA und die AWG, zum Abriss bereit sind.
Teil zwei des Stadtumbaus ist das Rahmenplangebiet Apolda-Nord. Hier gelte es laut Heinemann, die laufende Wohnumfeldverbesserung voran zu treiben und einzelne Gebäude zu entfernen um die Siedlungsdichte aufzulockern. So könne man erreichen, dass sich der Wegzug verringere und vielleicht wieder Zuzug einsetzt.
Als dritten Bereich nannte Heinemann das Bahnhofsviertel als Aufwertungsgebiet. Entkernung, Sanierung und Lückenbebauung soll das Wohnen in diesem Bereich attraktiver werden lassen. Dabei gelte es, nicht die Förderung im Vordergrund zu sehen, sondern die Eigentümer zu Investitionen zu motivieren.
Insgesamt legen Heinemann und die GRAS größten Wert auf gleichzeitig verknüpfte Maßnahmen. Erst abreißen und dann aufbauen wäre völlig falsch, meint der Dezernent. Klaus JÄGER

www.thueringer-allgemeine.de

25.10.2003
Wurzen: Stadtumbau: Abrissbirne pendelt langsam
 "Ein bisschen Hoffnung macht der Brief schon", freut sich Hans-Otto Jurich, Bauamtsleiter der Stadt Wurzen, über ein Schreiben der Sächsischen Aufbaubank. In diesem sichert die Institution zu, dass die Fördergelder für den Stadtumbau Ost noch bis zum Jahresende fließen.
"Darauf kann sich Wurzen verlassen", so Andreas Schumann, stellvertretender Pressesprecher im Dresdener Innenministerium. Unabhängig vom gestoppten Länderbauprogramm laufe der Stadtumbau planmäßig weiter. Denn hier bündeln Freistaat und Bund die Hilfspakete. "Wurzen ist vom Aus des Landesrückbauprogramms weniger betroffen, da wir eher die Bund-Länder-Offerte nutzen", erklärt Jurich.
Doch auch hier laufe es nicht ohne Holperer. Deshalb reiste Heike Pönicke, Geschäftsführerin der Wurzener Gebäude-und Wohnungsgesellschaft mbH (WGW), gestern zur Konferenz "Stadtumbau Ost". Dem Fragezeichen im Motto"Stadtumbau Ost: auf gutem Weg?" misst Heike Pönicke große Bedeutung zu. "Da denkt sich jeder seinen Teil." Sicher laufe das Programm und werde hoffentlich auch den geplanten Umfang beibehalten. Doch auf dem Weg zu einer attraktiven Stadt seien leider nicht nur die Steine der Abrisshäuser zu beräumen. Zu lange warten die Unternehmen auf die Fördermittelbescheide.
Damit der Wurzener Umbauplan nicht gänzlich ins Trudeln gerät, sei die WGW auch schon in Vorleistung für den Abriss gegangen. "70 Euro bekommt man pro Quadratmeter rückgebauter Fläche", nennt Hans-Otto Jurich Zahlen. Doch das Geld reiche, angesichts des Zustandes der Häuser, selten. "Die Unternehmen riskieren wirtschaftliche Schwierigkeiten." "Die kommen auch, wenn der Umbau sich insgesamt verzögert oder er beschränkt wird", macht Heike Pönicke klar. Sie will das auch dem zur Konferenz anwesenden Staatssekretär Albrecht Buttolo sagen. Das Innenministerium beruhigt: "Für 2003 stehen 13 Millionen Euro mehr im Bund-Länder-Programm."

www.lvz-online.de

25.10.2003
Wittenberg: Neugierig auf die «Aufwertung»
Einfamilienhäuser statt Plattenbau, altersgerecht wohnen statt Treppen steigen: Die Veränderungen im Neubaugebiet nördlich der Annendorfer Straße werden in den nächsten zehn Jahren kräftig sein. Geht es nach dem Rahmenplan, den Stadt und die großen Vermieter vereinbart haben, bleibt teilweise kaum ein Stein auf dem anderen. 200 Einfamilien- und Reihenhäuser sollen zum Beispiel die Wohnsilos westlich der Schulstraße ersetzen - sofern der Stadtumbau Ost auch tatsächlich zu finanzieren ist.
Darin liegt derzeit nämlich das größte Problem. "Wir haben heute noch keinen einzigen Fördermittelbescheid - nicht einmal für die Blöcke, die bereits abgerissen sind", sagt der Vorstandsvorsitzende der Wittenberger Wohnungsbaugenossenschaft (wbg), Hans Keller. Die Folge: Die Vermieter müssen derzeit für den "Stadtumbau Ost" in Vorleistung gehen. Allein für 2004, hat Keller ausgerechnet, müsste die wbg eine Millionen Euro vorfinanzieren.
Und das gilt nur für den Abriss. Von "Aufwertung" ist da noch gar nicht die Rede. Der Hausbau selbst könnte ja von privaten Bauträgern ausgeführt werden. Aber ein Drittel der Kosten, die für die Aufstellung des Bebauungsplans und "nachhaltige Erschließung" fällig werden, muss die Stadt selbst bezahlen. "Angesichts der Haushaltssituation wird das schwer zu erreichen sein", meint Jochen Kirchner, der Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung bei der Stadtverwaltung. Zwar gebe es einen Vorschlag dreier Städte - zu denen auch Wittenberg gehört - diesen Eigenanteil von "Dritten" finanzieren zu lassen, geklärt ist die Frage allerdings noch nicht. Und so hängt es laut Kirchner "stark von den Fördermitteln ab", ob, wie und wann das Ziel zu erreichen ist.

www.mz-web.de

24.10.2003
Meißen:  können beim Stadtumbau loslegen
Die Stadt Meißen kann beim Stadtumbau Ost loslegen. Die beantragten Fördermittel sind in voller Höhe bewilligt worden. Dies sagte gestern der Bundestagsabgeordnete Peter Jahr (CDU) der SZ. In diesen Tagen gehen die Bewilligungsbescheide raus.
Noch in diesem Jahr kann nach Jahrs Worten der Wohnungsabriss in Meißen-Triebischtal beginnen. Hierfür wurde mit exakt 211 400 Euro die höchste Summe bewilligt. Die anderen Gelder werden erst ab dem Jahr 2005 ausgezahlt. Dies sind im Einzelnen für Meißen-Cölln 102 130 Euro, für die Fischergasse in Meisatal 66 640 Euro, für die Niederauer Straße Süd 68 950 Euro und für Niederfähre und Vorbrücke 99 540 Euro.
„Auf die Stadt Meißen kommen keine Kosten hinzu, weil die Kommunen bei diesem Förderprogramm keinen Eigenanteil zahlen müssen“, so Jahr. Das Land übernimmt auch die Altschulden, die auf den Gebäuden lasten.
Mit dem Programm „Stadtumbau Ost“ reagieren Bund und Länder auf den strukturellen Wohnungsleerstand in Ostdeutschland. Damit werden von 2002 bis 2009 insgesamt rund 2,7 Milliarden Euro für die Stadterneuerung zur Verfügung gestellt.
Gefördert werden mit dem Programm der Abriss leer stehender und langfristig nicht mehr benötigter Wohngebäude und die Aufwertung städtischer Quartiere in Ostdeutschland.

www.sz-online.de

24.10.2003
Mecklenburg-Vorpommern: Abriss oder Modernisierung
In Mecklenburg-Vorpommern stehen mehrere 10 000 Plattenbauwohnungen vor dem Abriss. Beim Bund-Länder-Programm „Stadtumbau Ost“ sind für Rückbauanträge allein aus den Jahren 2002 und 2003 rund 34 Millionen Euro Fördermittel vorgesehen. Bis 2009 reichen die Mittel für den Abriss von 32 000 Wohnungen. Bei den großen Wohnungsgesellschaften liegt der Anteil der „Platte“ am Gesamtbestand bei 70 bis 90 Prozent. Die Wohnungen sind dennoch je nach Modernisierungsgrad, Lage und Baujahr heiß begehrt.
www.OSTSEE-ZEITUNG.DE

24.10.2003
Gotha: Mit Abriss der Platte Leerstand verringern
Vor einem Jahr hat das Stadtplanungsamt das "Integrierte Stadtentwicklungskonzept" aus der Taufe gehoben. In Zusammenarbeit mit den Wohnungs- und Versorgungsunternehmen der Stadt soll insbesondere auf den Leerstand an Wohnungen reagiert werden. Momentan beträgt die Leerstandsquote in der Residenzstadt 17 Prozent. Um diesen Leerstand stoppen zu können, muss ein Rückbau von Plattenbauten erfolgen. Da ziehen die städtische Baugesellschaft und Wohnungsbaugenossenschaft an einem Strang, sagt Stadtplaner Roland Adlich.
Die Wohnungsunternehmen haben die Möglichkeit, Fördermittel aus dem Programm "Stadtumbau" zu beantragen. Adlich geht davon aus, dass die beantragten Fördermittelanträge für den Abriss bewilligt werden. Um die Quote auf zehn Prozent zu senken, müssen aus dem Gesamtwohnungsbaubestand von 29 000 Wohnungen 2400 abgerissen werden, erklärt Adlich. Dies soll bis 2010 abgeschlossen sein. Bisher wurde mit dem Abriss erst am Wiegwasser begonnen. Weitere Plattenbauten sollen ab 2004 folgen unter der Voraussetzung, dass die Fördermittel genehmigt werden.
Die Baugesellschaft hat beispielsweise beantragt, in der Galettistraße 76 Wohneinheiten, am Hohen Sand drei Wohneinheiten und das leerstehende Haus in der Gartenstraße 23 abzureißen. Die Wbg hat in ihrem Konzept den Plattenbau am Wiegwasser mit 160 Wohnungen aufgenommen. Auch die Neunte Grundbesitz beteiligt sich am Stadtumbau und will die Moßlerstraße 4-8 mit 226 Wohnungen plattmachen.
Auf den freiwerdenden Flächen sollen längerfristig einmal Einfamilienhäuser gebaut werden, um diese Gebiete attraktiver zu gestalten, sagt Roland Adlich. Der Stadtplaner ist zuversichtlich, dass das Stadtentwicklungskonzept erfolgreich umgesetzt wird. Nur somit könne dem anhaltenden Einwohnerrückgang begegnet und Stadtgebiete aufgewertet werden, ist sich Adlich sicher.

www.tlz.de

24.10.2003
Hohenstein-Ernstthal: Zukunftsplan setzt auf Erhalt der Altstadt
Die knappen Kassen der Karl-May-Geburtsstadt haben auch ihr Gutes: Weil nämlich in den kommenden Jahren nicht auf Teufel komm raus, umgebaut, abgerissen und saniert wird, bleibt die historische Altstadt nahezu unberührt – und damit erhalten. Denn was die alte Bergstadt an historischer Bausubstanz zu bieten hat, ist nach Ansicht der Dresdner Stadtentwicklung Südwest gemeinnützige GmbH (Steg) und ihren angeschlossenen Planungsbüros derart wertvoll, dass der Kern auf Jahrzehnte bewahrenswert ist. Ein komplizierter Vorgang, denn Hohenstein-Ernstthal laufen die Bürger weg. Um jährlich 100, so zeigt es eine „Freie Presse“ vorliegende statistische Berechnung, schrumpft Bevölkerungszahl in der Stadt bis zum Jahr 2015. Doch weniger Menschen bedeuten auch einen höheren Leerstand an Wohnraum, so dass die Stadt an einem Abriss in den Wohngebieten nicht vorbei- kommen wird.
Im historischen Kern jedoch soll dies nach Empfehlungen der Planer nur vereinzelt erfolgen. Zwar gilt das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (Insek), das gleichzeitig als der Hohenstein-Ernstthaler Beitrag zum in den neuen Ländern ausgelobten Wettbewerb „Stadtumbau Ost“ gewertet wird, nicht als Gesetz, soll die Entwicklung der Stadt in kommenden Jahren aber dennoch bestimmen. So sehen die Verfasser des Papiers eine der wichtigsten Aufgaben im Erhalt des Gymnasiums, um die Stadt dynamisch zu gestalten und den Zuzug junger Familien zu fördern. Besagter Rückbau rangiert in der Prioritätenliste auf Platz zwei. Eine innerstädtische Chance sieht man im Insek auch in der Aufwertung des Areals der ehemaligen Weberei Berends. Hier sollte ein Spielplatz entstehen.
Um Touristen und Gästen der Stadt einen besseren Eindruck zu bieten, sei eine Aufwertung des Bahnhofsvorplatzes enorm wichtig – zumal die südliche Stadt durch den Ausbau der Bundesstraße 173 eine ganz neue Bedeutung bekommt.
Um der steinernen Dominanz von Ernstthal zu begegnen, haben Planer auch das Goldbachtal unter die Lupe genommen und sehen hier Potenziale einer aufgewerteten Grünzone bis hin zum Fuchsgrund. Wichtig für die kommenden Jahre sei es, die Stadt, die 1948 im wesentlichen drei Siedlungsgebiete aufwies, im Zentrum zusammenzuhalten. Ein klarer Stadtrand, wie etwa in Oberlungwitz zu erkennen, werde bei Hohenstein-Ernstthal durch die äußere Siedelung auf der grünen Wiese zunehmend aufgelöst. Dieser Trend soll gestoppt werden.

www.freiepresse.de

23.10.2003
Sonderschutz für Ost-Mieter fällt
Der besondere Kündigungsschutz für viele Ost-Mieter wird fallen. Darüber sind sich die Bundesregierung und der Bundesrat einig. Demnach soll die so genannte Verwertungskündigung künftig auch für DDR-Mietverträge möglich sein. Das Mietrecht räumt dem Vermieter die Möglichkeit zu kündigen ein, wenn er das Objekt abreißen oder nicht mehr für Wohnzwecke nutzen will. Diese Regelung ist im Osten jedoch per Gesetz aus dem Jahr 1994 außer Kraft gesetzt. Die Landesregierungen von Sachsen und Sachsen-Anhalt haben nun beantragt, das Gesetz aufzuheben. Der Bundestag wird sich am Donnerstag erstmalig mit dem Antrag beschäftigen.
Ziel des Sonderschutz-Gesetzes war es, preiswerten Wohnraum im Osten zu erhalten. In den vergangenen Jahren hat sich die Situation auf dem ostdeutschen Wohnungsmarkt jedoch grundlegend gewandelt. Heute stehen dort 1,3 Millionen Wohnungen leer. Nach Auffassung der Antragsteller gibt es heute in den neuen Ländern keinen Mangel an preiswertem Wohnraum. Stattdessen würde der wachsende Leerstand die Wohnungsunternehmen finanziell stark belasten.
Der Unterhalt von fast leer gezogenen Häusern ist teuer. Für viele Wohnungsunternehmen scheint daher der einzige Ausweg der Abriss zu sein. Dieser wird jedoch durch die Sonderregelung für den Osten häufig verhindert. Sobald einer der verbliebenen Mieter einen Mietvertrag aus der Zeit vor dem 3. Oktober 1990 besitzt, gilt der Bestandschutz. Das halten die Vermieter für unzumutbar. Wohnungsunternehmen haben sich für die Aufhebung der jetzigen Regelung stark gemacht. Im Antrag des Bundesrates wird sie für verfassungsrechtlich bedenklich gehalten.
Kritiker wie der Deutsche Mieterbund dagegen warnen davor, das Mietrecht von der aktuellen Lage auf dem Wohnungsmarkt abhängig zu machen. Mieterbund-Direktor Rips hält den Antrag der CDU-geführten Länder schlicht für einen Etikettenschwindel. Seiner Meinung nach rechtfertigen Abrisspläne keine Verwertungskündigung. Ersatzloser Abriss sei keine wirtschaftliche Verwertung
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www.mdr.de

23.10.2003
Hessen: Stadtumbau West - Zuschlag für fünf Gemeinden
Die Stadt Borken und die Gemeinden Bad Zwesten, Jesberg, Neuental und Wabern im Schwalm-Eder-Kreis sind als einzige in Hessen in das Programm Stadtumbau West des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen aufgenommen worden. Bis 2007 stellen Bund und Land Hessen je zwei Millionen Euro bereit, um Folgen des Strukturwandels abzumildern. Die Gemeinden selbst steuern eine Million Euro bei, um für brachliegende Flächen und leer stehende Gebäude neue Nutzungen zu finden.
Die fünf Gemeinden hatten bereits am Projekt Vision 2030 des Bundesforschungsministeriums teilgenommen und für den Raum Schwalm-Eder West mit großer Bürgerbeteiligung Konzepte für die Entwicklung von gewerblicher Wirtschaft, Tourismus und Landwirtschaft entwickelt. Die Zusage der Fördermittel bedeutet, dass nun einige dieser Ideen verwirklicht werden können. Neue Nutzungsmöglichkeiten sollen etwa für das Bahnhofsareal in Wabern, die leer stehende Molkerei in Borken und das renovierungsbedürftige Schloss des Landgrafen Maximilian in Jesberg gefunden werden.

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23.10.2003
Zittau: Am Friedensblick kann der Abriss der Häuser beginnen
Breiten Raum in der heutigen Stadtratssitzung nehmen die Jahresabschlüsse der drei städtischen Gesellschaften ein. Mit dem Abriss der Siedlung Friedensblick wird sich der Wohnungsleerstand erheblich verringern.
Drei Mieter haben zuletzt noch in den von der Stadt „aufgegebenen“ Häusern am Friedensblick gewohnt. Inzwischen sind auch sie umgezogen. Für die aus dem vorigen Jahrhundert erbauten Wohnblöcke für die Arbeiter der Jutespinnerei liegen die Abrissgenehmigungen und die Angebote von Firmen mittlerweile vor. 30 Wohnungen, die längst nicht mehr heutigen Standards entsprechen, sollen verschwinden.
Danach wird die Leerstandsstatistik der städtischen Gesellschaft „Bauen und Wohnen“ deutlich freundlicher aussehen. Derzeit verzeichnet man 28 Prozent unbelegten Wohnraum. Ohne die Friedensthal-Blöcke sind es auf einen Schlag nur noch zwölf Prozent.
Doch noch wartet Geschäftsführer Peter Engler auf die Gelder für den Abriss der Siedlung. Sie kommen aus dem Fördertopf für den Stadtumbau. „Bevor die Gelder da sind, wollen wir nicht beginnen“, sagt er. „Aber organisatorisch ist alles so weit vorbereitet, dass es losgehen kann. Nach dem Abriss der Blöcke wird nur eine Freifläche zurückbleiben. Die Idee, eventuell eines der durchaus geschichtsträchtigen Häuser zu sanieren, hat der Geschäftsführer schnell wieder fallen gelassen. „Auch das kostet schließlich Geld, und wir müssen hinsichtlich des Wohnungsbestandes auch mittelfristig den Bedarf bedenken. Derzeit hat Ostritz rund 3 300 Einwohner. Eine Studie zur Bevölkerungsentwicklung sieht für das Jahr 2016 im günstigsten Fall nur noch 2 700, im ungünstigsten Fall nur noch 2 000 Einwohner. Zudem leben immer mehr ältere Menschen in der Stadt, und in wenigen Jahren wird eine ganze Generation völlig fehlen.

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23.10.2003
Der Abriss stockt, bevor er losgeht
Der Leerstand bei Wohnungen ist in Zittau unverändert hoch. Aber selbst die Stadtumbau-Programme des Bundes sind nur bedingt hilfreich. Experten sind deswegen skeptisch, ob der Stadtumbau in Zittau in die Gänge kommt.
Das Ziel ist eindeutig und seit Jahren bekannt. „Stadt der kurzen Wege“, nennt es Stadtentwickler Holger Knüpfer. Oberbürgermeister Arndt Voigt erläutert das Konzept: Kein größerer Abriss innerhalb des Ringes, dafür in den Plattenbaugebieten, vor allem in Süd und Ost. So sieht es im Grunde auch das Zittauer Stadtentwicklungskonzept vor, das bei einem einschlägigen Wettbewerb im vergangenen Jahr einen zweiten Platz unter 100 Kommunen allein aus dem Freistaat belegte.
Doch seitdem ruht der Stadtumbau auf dem Wohnungsmarkt. Während Industriebrachen – wie zuletzt das Federnwerk – dem Erdboden gleichgemacht werden, steigt der Leerstand in Zittau wegen der Abwanderung eher statt zu sinken. Für Thomas Reichart kommt das nicht überraschend. Der Professor für Immobilien und Wohnungswesen an der Zittauer Hochschule ist Mitautor des Zittauer Wettbewerbsbeitrages vom vergangenen Jahr. Im Fachblatt hat Reichart bereits vor zwei Jahren auf die Probleme des Stadtumbaus im Osten Deutschlands hingewiesen. Seitdem hat sich nichts geändert. Reicharts Thesen lauten:
Es besteht die Gefahr, dass der aktuelle Bauzustand ostdeutscher Innenstädte als städtebaulicher Torso auf Dauer bestehen bleiben.
Die Leerstände konzentrieren sich in der Innenstadt, also im historischen Baubestand, weniger in den Plattenbausiedlungen.
Für Reichart verspricht deshalb der Ansatz, die Stadt von außen nach innen zurückzubauen, nur bedingt Erfolg. Er weist auf Probleme hin: „Die Menschen, die in der Platte wohnen, haben meistens nicht die Abneigung gegen ihre Siedlungen wie die Politiker.“ Die Stadtplaner, so sagt Reichart, wollen eine „schöne, kompakte Stadt“. Doch zu wenig würden sie Erkentnisse der Sozialwissenschaft wahrnehmen.
Für den Wissenschaftler gibt es auch ein ökonomisches Problem, das er mit dem „Schwarzen-Peter-System“ umschreibt: Warum sollten Wohnungsgesellschaften Wohnungen abreißen, die vermietet sind und damit eigene Mieter verlieren. „Wer nicht abreißt, hat volle Wohnungen, wer abreißt, hat den Schwarzen Peter“, sagt Reichart. Deswegen plädiert der Hochschullehrer dafür, die Freiflächen in den Innenstädten für Parkplätze, Kindergärten und Kinderspielplätze zu nutzen als neu zu bebauen, Ein- und Zweifamilienhäuser auch auf innerstädtischen Brachen zu errichten, vorhandene Wohnungen zu gefragten Größen umzubauen. Allein der Abriss tut es seiner Meinung nach nicht. Zumal die Förderprogramme nicht alle Kosten ersetzen, die den Unternehmen entstehen. Reicharts Fazit: „Es ist unwahrscheinlich, dass die mit dem Stadtumbau Ost gewünschten Effekte eintreten. Da wird man mehr Geld aufwenden müssen.“

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23.10.2003
Sachsen: Bürokratie und Geldmangel bremsen die Abrissbirne
Mit großem Tamtam startete vor zwei Jahren der „Stadtumbau Ost“ – ein Bund-Länder-Programm von 1,1 Milliarden Euro, das vor allem der Beseitigung Hunderttausender leer stehender Plattenbauten dienen soll. Doch die Abrissbirnen kommen zurzeit kaum in Schwung. Das ehrgeizige Vorhaben werde in den Mühlen der Bürokratie zermahlen, beklagten jüngst Wohnungsunternehmen.
Die Fördergelder würden nur mit monatelanger Verspätung fließen. So seien die Mittel für voriges Jahr erst im September geflossen und die für dieses Jahr noch immer nicht ausgezahlt. Planungen würden dadurch ständig über den Haufen geworfen.
„Diese Unberechenbarkeit ist nicht nachvollziehbar und ärgerlich, weil das Geld im Grunde da ist“, sagt Gregor Hoffmann, Sprecher der Leipziger Wohnungsbaugesellschaft LWB. Statt Verlässlichkeit seien unnötige Hau-Ruck-Aktionen kurz vor Jahresschluss die Folge. „Die Mieter werden verunsichert und das Vertrauen in die Politik schwindet“, kritisiert Hoffmann.
Ob dieses Jahr noch wie geplant 11 000 Wohnungen verschwinden können, scheint zumal angesichts des nahenden Frostes ungewiss. Viele Unternehmen sind enttäuscht, da längst Anträge gestellt, Vorbereitungen getroffen und Mieter umgesiedelt wurden. Auch trotz großer Förderprogramme entstünden den Unternehmen hohe Kosten, so Hoffmann. Der Freistaat verschlimmerte die Misere noch, als das Innenministerium Anfang Oktober sein zusätzliches Landesrückbauprogramm stoppte. Begründung: Der Staatshaushalt gebe die geplanten fünf Millionen Euro jährlich für 2003 und 2004 nicht mehr her. Mischa Woitscheck, Geschäftsführer beim Städte- und Gemeindetag, warnt bereits vor „städtebaulichen Missständen“.
Innenstaatssekretär Albrecht Buttolo räumt im Gespräch mit der RUNDSCHAU eine „missliche Lage“ ein. Es werde aber „eine deutliche Entspannung geben, wenn die Unternehmen merken, dass Geld fließt“. So sei die Sächsische Aufbaubank (SAB) dieser Tage dabei, Gelder des Bund-Länder-Programms für 2003 zu bewilligen. Zudem bemüht sich Buttolo derzeit, wegen des gestrichenen Landesprogramms die Kuh vom Eis zu holen. Für davon betroffene Kleinstädte und Dörfer ohne eigenes Entwicklungskonzept, die nicht ins Stadtumbau-Ost-Programm passten, aber in Vorleistungen gingen, versucht der Staatssekretär in Gesprächen beim Finanzminister 1,7 Millionen Euro rauszuholen. Ausgang ungewiss. Für Quartiere in größeren Städten, die ebenfalls nicht unter die Berliner Förderung fallen, will Buttolo beim Bund weitere 3,3 Millionen heraushandeln. Dafür habe er bereits „positive Signale“ gehört.
Buttolo soll bei einer Krisensitzung diese Mammutaufgabe schon mit seiner politischen Zukunft verbunden haben. Offiziell zeigt er sich jedoch „gelassen“. Er sei optimistisch den Stadtumbau zu einem Erfolg zu machen. Der Staatssekretär verweist darauf, dass die Stadtumbau-Gelder für das Programmjahr 2002 im August von 13,4 auf 26,6 Millionen Euro verdoppelt worden seien. Für 2003 gebe es eine Steigerung von 8,1 Millionen auf etwa zehn Millionen Euro.
Doch Zoff gibt es auch im Landtag. Nachdem ein Auftritt von Innenminister Horst Rasch vor der CDU-Fraktionsspitze aufgebrachte Gemüter nicht beruhigte, soll er in der nächsten Fraktionssitzung erneut vermitteln, wie es weitergeht. Klärung tut Not: Bis 2010 wollen sächsische Unternehmen 67 000 Wohnungen abreißen, denn der Leerstand beläuft sich bereits auf 415 000 Wohnungen.

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22.10.2003
Rostock: Wohnungsgesellschaft macht mehr Gewinn
Die Wohnungsgesellschaft WIRO in Rostock hat das Jahr 2002 mit einem Bilanzgewinn von 6,5 Millionen Euro abgeschlossen. Das seien rund 500 000 Euro mehr als 2001, teilte das Unternehmen mit. Der Gewinn geht an die Stadt als einzigem Gesellschafter. Der Leerstand in modernisierten Wohnungen lag den Angaben zufolge bei 3,2 Prozent. Im Laufe des Geschäftsjahres seien 5041 Wohnungen gekündigt worden, knapp 1300 weniger als im Vorjahr.
www.OSTSEE-ZEITUNG.DE

21.10.2003
Marienberg: Abrisspläne liegen vorerst auf Eis
Der eigentlich für den Abriss vorgesehene Wohnblock an der Zschopauer Straße 56 bis 68 in Marienberg bekommt womöglich eine Gnadenfrist. Die Stadtverwaltung, die den 70 Meter langen Schlauch erst im Januar dieses Jahres vom Bund übernommen hatte, um mit dem Abriss einem Kollabieren des Wohnungsmarktes zuvorzukommen, verhandelt derzeit eben wieder mit dem Bund über eine Nutzung des Gebäudes.
Hintergrund ist die geplante Aufstockung des Jägerbataillons um etwa 200 Mann auf dann 1100 Soldaten. „Innerhalb der Kaserne sind die Unterbringungsmöglichkeiten für die neuen Kräfte begrenzt“, bestätigt der Kommandeur des Bataillons, Oberstleutnant Uwe Michl. So prüfe die Bundeswehrverwaltung derzeit mehrere Möglichkeiten, die neuen Soldaten außerhalb unterzubringen – eine Option davon sei auch jener Block an der Zschopauer Straße.
Der Abriss war ursprünglich für das kommende Jahr vorgesehen; unter teilweise großen Mühen hatten Stadt und Stadtwerke gerade die letzten der noch verbliebenen Mieter zum Auszug bewegen können. Jetzt ist der Block leergezogen, wie es im Behördendeutsch so schön heißt, 42 Wohnungen, jeweils 50 Quadratmeter groß und obendrein noch teilsaniert.
Mit der neuen Entwicklung hat sich die Stadtverwaltung offenbar schnell abgefunden. Marienbergs Bürgermeister Thomas Wittig sieht die Entwicklung jedenfalls ganz pragmatisch. Wenn die Bundeswehr den Block nutzen wolle, dann werde man ihn gern zur Verfügung stellen und den Abriss eben verschieben. Eine Entscheidung, ob es tatsächlich so kommt, wird womöglich schon im November getroffen.
Der zuletzt von der Sächsischen Staatsregierung angekündigte Stopp des landesweiten Rückbauprogramms für dieses und das nächste Jahr hätte übrigens keine Auswirkungen auf Marienberg, sowohl für den ursprünglich vorgesehenen Abriss des Blocks an der Zschopauer Straße als auch für den Rückbau auf dem Mühlberg.
Da die Kreisstadt Fördergeld aus dem Bundesprogramm beantragt hat, stünde den Maßnahmen demzufolge nichts im Wege. So wird auch der Teilabriss der Blöcke 3 (Silberallee 16 bis 19), 10 (Am Mühlberg 15 bis 18) sowie 6 (Silberallee 1 bis 6) und die sich anschließende Neugestaltung des Areals im nächsten Jahr beginnen können.

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21.10.2003
Halle: HWG reißt mit Hochdruck ab
Auf der Silberhöhe wird der Abriss leerer Wohnblöcke beschleunigt. Die Hallesche Wohnungsgesellschaft (HWG) will allein in der Querfurter Straße in kurzer Folge vier Objekte mit insgesamt 334 Wohnungen abbrechen. Laut HWG-Sprecher Hartmut Maurer handelt es sich um das bisher größte Abrissprojekt in Sachsen-Anhalt. "Es geht jetzt mit Hochdruck voran", sagte er.
Voraussichtlich am 3. November erfolgt der Start in der Querfurter Straße 12. Der dortige Elfgeschosser steht bereits seit etwa drei Jahren leer und sollte nach früheren Plänen auf zwei Etagen zurückgebaut werden. Die HWG hatte damals geplant, in dem Rumpfgebäude eine Mieterberatung einzurichten, verwarf dieses Vorhaben jedoch aus finanziellen Gründen.
Ebenso will das kommunale Unternehmen noch in diesem Jahr die Querfurter Straße 14-18 abreißen. "Im Februar 2004 folgen dann die Querfurter Straße 20 / 22 sowie 24 / 26", erläuterte HWG-Projektleiter Gerald Putz. Es entstünden Abrisskosten von einer Millionen Euro, wobei das Arbeitsamt die Hälfte des Betrages übernehme. 16 ABM-Kräfte seien im Einsatz, die Plattenbauten zu entkernen. Weitere Fördermittel kämen aus dem Stadtumbauprogramm von Bund und Land, so Putz, der schon weitere Abrissobjekte ins Visier genommen hat. So den Elfgeschosser Dresdener Straße 1 / 2, die Friedrich-Hesekiel-Straße 1 (sechs Etagen) und die Straße der Befreiung 15 (fünf Etagen). Putz: "Zusammen sind das noch einmal 286 Wohnungen."
Die Silberhöhe verzeichnet besonders hohe Leerstände. 1990 lebten dort rund 40 000 Menschen. Künftig werden es nach Prognosen der Stadt nur noch 15 000 sein. Deshalb will die HWG dort rund 2 400 ihrer derzeit knapp 4 000 Wohnungen beseitigen. Maurer sagte, man biete Mietern, die in betroffenen Häusern lebten, Ersatzwohnraum an und unterstütze beim Umzug. "Den Wohnungswechsel muss man in Ruhe vorbereiten", erklärte er.
Die Abrissflächen in der Querfurter Straße werden voraussichtlich begrünt. Bei der HWG hofft man, dass sie im Tausch gegen andere Grundstücke von der Stadt übernommen werden. Bereits vereinbart ist ein solcher Tausch für Flächen am Hohen Ufer. Hier haben neben der HWG die Genossenschaften Frohe Zukunft und Freiheit schon vor einiger Zeit Bestände abgerissen. Die Stadt plante, auf den freien Grundstücken eine Sportanlage zu errichten. Doch am Montag hieß es im Rathaus, das Projekt sei im Zuge der jüngsten Etatberatungen gestrichen worden. "Wir werden dort Wald anpflanzen", sagte eine Sprecherin.
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21.10.2003
Sachsen-Anhalt: Die Situation auf dem ostdeutschen Immobilienmarkt ist «sehr ernst»
Die Immobilienbranche in Ostdeutschland steckt seit Jahren in der Krise. Allein in Sachsen-Anhalt sind mehr als ein Viertel aller Unternehmen in ihrer Existenz bedroht. Mögliche Pleiten werden auch die Kredit gebenden Banken treffen.
Die Immobilienwirtschaft in Ostdeutschland ist 13 Jahre nach der Wiedervereinigung tief in der Krise. «Die Lage ist nicht nur ernst, sie ist sehr ernst», sagte Helga Bender, Bereichsleiterin Kommunikation beim Verband deutscher Hypothekenbanken (VDH), am Montag.Der zunehmende Wegzug sorgt für wachsende Überkapazitäten, und die damit verbundenen hohen Leerstände belasten die Unternehmen - mit möglichen schwerwiegenden Folgewirkungen für die Kredit gebenden Banken. Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Arnold Vaatz (CDU), warnte am Montag, dass rund 450 oder rund ein Drittel aller Wohnungsunternehmen im Osten akut insolvenzgefährdet sind. Die Lage der Unternehmen könnte zu einer «veritablen Bankenkrise» im Osten führen, sagte er in Berlin.
Der Verband selber sieht die Risiken nicht in erster Linie bei den Kreditinstituten, sondern vielmehr bei den Wohnungsgesellschaften selber. «Die Banken haben längst Wertberichtigungen in Milliardenhöhe vorgenommen», sagte Bender. Die Risiken innerhalb der ostdeutschen Immobilienwirtschaft seien in den Bilanzen zum größten Teil eingerechnet. «Aber natürlich würden auch uns weitere Pleiten weh tun», sagte die Sprecherin weiter.
In der Branche selber werde «der eine oder andere vom Markt verschwinden». Als Hauptgrund für die Krise nennt Bender die staatliche Förderung, die auch nach dem «Gießkannenprinzip» durchführt worden sei. «Die hohe Förderung hat viele dazu veranlasst, auch unrentable Projekte zu realisieren», sagte sie. Auf Förderung könne zwar auch in Zukunft nicht verzichtet werden, es müsse aber «ein ganzheitliches Konzept» geben und die Unternehmen müssten «professioneller» werden.
Zudem sollte bei Zusammenschlüssen von einzelnen Gesellschaften die Grunderwerbssteuer entfallen. «Diese Steuer macht Fusionen oft einfach zu teuer», sagte sie.
Auch in Sachsen-Anhalt ist die Situation – wie in allen neuen Bundesländern – derzeit sehr schwierig: «Es sieht nicht gut aus», sagt Jost Riecke, Verbandsdirektor beim Verband der Wohnungswirtschaft Sachsen-Anhalt. Von rund 250 Mitgliedsunternehmen hätten 70 einen Leerstand von über 15 Prozent und seien akut existenzgefährdet. Insgesamt stehen in Ostdeutschland früheren Angaben des Bundesverbands deutscher Wohnungsunternehmen zufolge 1,3 Millionen Wohnungen leer.
Nach Meinung von Riecke müssen 10 bis 25 Prozent des Wohnungsbestands in Ostdeutschland abgebaut werden, um die Marktsituation ausreichend zu bereinigen. Im Klartext: Der Überschuss an Mietshäusern und -wohnungen muss zum großen Teil abgerissen werden.
Aber auch die Regierung sieht Riecke in der Pflicht. Planungssicherheit und Entbürokratisierung fordert der Verbandsdirektor – und natürlich auch mehr Geld aus Berlin und Madgeburg. «Die betroffenen Unternehmen müssen sicher planen können, welche Hilfen sie vom Bund zu erwarten haben», sagte Riecke. Es dauere viel zu lange, bis die bereitgestellten Hilfen an die betroffenen Unternehmens ausgezahlt werden.
Zudem müsse die Altschuldenfrage gelöst werden. Alle Unternehmen müssten bei Abriss von Wohnungsbestand ihre Altschulden erlassen bekommen: «Die Unternehmen müssen gleichgestellt werden», meinte Riecke. Bisher kommen nur Gesellschaften die Altschulden bei Abriss erlassen, die akut existenzbedroht sind. Die 2,5 Milliarden Euro, die für die so genannten Altschulden zur Verfügung stehen, reichten zudem nicht: «Wir brauchen mindestens 375 Millionen Euro mehr, um die Probleme zu lösen», sagte Riecke.
Von Fusion und der Befreiung von der Grunderwerbssteuer hält Riecke dagegen nichts: «Wenn zwei Lahme sich zusammentun, hilft das beiden wenig.»

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21.10.2003
Depression auf dem Wohnungsmarkt
Nach Ansicht von Experten sieht die Wohnungswirtschaft in Deutschland einer ungewissen Zukunft entgegen. Vor allem die demographische Entwicklung sorgt für große Unsicherheit. Aber auch die politischen und steuerlichen Rahmenbedingungen für Investoren sind Anlass für erhebliche Skepsis.
Dies sind die Ergebnisse einer neuen Studie zu den Investitionsperspektiven im deutschen Wohnungsmarkt des Kölner Privatbankhauses Sal. Oppenheim, die das Branchenblatt "Immobilien Manager" jetzt veröffentlichte. Demnach würden sich die Mietumsätze und erzielbaren Renditen künftig eher seitwärts bewegen. Hinzu kämen Risiken hinsichtlich der Rahmenbedingungen sowie der zukünftigen Entwicklung der durchschnittlichen Wohnungsgrößen.
Kritisch geht die Analyse insbesondere mit der bisherigen Entwicklung der politischen Rahmenbedingungen um. So sei die Mietrechtsreform aus dem Jahr 2001 einer der Gründe für das niedrige Renditeniveau. Und bei den steuerlichen Rahmenbedingungen für Wohneigentum hätten die politisch Verantwortlichen aus einem Förderinstrument ein "Einnahmebeschaffungsinstrument" gemacht, kritisiert die Studie. Zudem bestünden weitere Risiken hinsichtlich künftiger politischer Entscheidungen. Die Vergangenheit zeige, dass die Wahrscheinlichkeit Investitionen fördernder Maßnahmen eher als gering einzustufen sei.
Die Auswirkung der Demographie sei die große Unbekannte in der Prognose, hieß es weiter. "Die demographische Entwicklung stellt einen zunehmend wichtiger werdenden Einflussfaktor dar", so die Verfasser. Die Analyse des Bankhauses basiert dabei auf den Zahlen der 10. Koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes. Deren Prognose geht von drei Szenarien aus. Bei der mittleren der drei Varianten wird sich die Bevölkerungszahl spätestens ab 2012 verringern. In einer städtebezogenen Prognose wird jedoch die Schwankungsbreite deutlich. Bis 2020 sollen zum Beispiel in Berlin, Köln und München die Einwohnerzahlen um bis zu 3,4 Prozent steigen, während sie an anderen Standorten wie zum Beispiel Duisburg um bis zu 13 Prozent abnähmen.
Nicht die ostdeutschen Großstädte sind die Verlierer in dieser Prognose. Neben Duisburg prognostizieren die Experten auch massive Bevölkerungsrückgänge in anderen Metropolen des Ruhrgebiets wie Essen (-11,5 Prozent) oder Dortmund (-12,1 Prozent).
Selbst städtische Ballungsräume mit zunehmender Bevölkerung entfallen aber nach Meinung der Experten als Investitionsziel für Investoren, da die Zuwanderung im Stadtumland stattfinde und damit wesentlich durch Eigennutzer bestimmt sei, so das Bankhaus weiter.
Hinsichtlich der künftigen Entwicklung der Wohnungsgrößen ist sich die Studie recht unsicher. Auf der einen Seite werde der Anteil der Haushalte mit Alterssingles zunehmen. Diese wären nach der Rechnung dann überversorgt. Andererseits sei ein deutlicher Einbruch bei der Nachfrage nach Eigenheimen zu befürchten. Der Geschosswohnungsbau dürfte sich indes auf niedrigem Niveau stabilisieren. Allerdings räumt die Untersuchung ein, dass sich die Entwicklung der Wohngrößen als dem entscheidenden Kriterium zur Nachfrageentwicklung auf Grund gegenläufiger Tendenzen auch anders entwickeln könnte.
Aufgrund der komplexen Zusammenhänge sei daher eine exakte Prognose unmöglich. Die meisten der bisherigen Bevölkerungsprognosen basierten auf der Trendfortschreibung vergangener Entwicklungen, kritisierte Immobilienmarkt-Analyst Markus Ott vom Bankhaus. Insgesamt scheinen sich die Risiken für den Investor damit zu erhöhen, während die erzielbaren Renditen im internationalen Vergleich am unteren Ende liegen, fasst die Studie zusammen.

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21.10.2003
Hohenmölsen: Turnhalle mit Getöse eingeweiht
"Sehr schön, wir freuen uns über die neue Sporthalle", meinte Sportlehrerin Heide Weidig. Montagvormittag wurde die teilsanierte Sporteinrichtung übergeben. Die Mädchen und Jungen der Klasse 3a der Grundschule Nord in Hohenmölsen waren die ersten, die ihren Unterricht in der Halle durchführten. Mit viel Getöse weihten die Kleinen diese ein.
"Die Kinder sind einfach begeistert", erzählte Frau Weidig. Auf dem Stundenplan standen am Montag Staffelspiele mit dem Medizinball. "Alles ist sehr hell und freundlich und zweckmäßig", fügte Frau Weidig hinzu. "Vor allen Dingen freut uns, dass die Turnhalle rechtzeitig vor der kalten Witterung fertig geworden ist", meinte die Leiterin der Grundschule, Regina Worms.
In die 1979 erbaute Turnhalle Nord werden insgesamt 435 000 Euro investiert, wobei zwei Drittel der Finanzen Bund und Land aus dem Förderprogramm Stadtumbau-Ost bereitstellen. Den Rest schießt die Stadt zu. "Der erste Bauabschnitt ist mit der Übergabe beendet, wobei sich der zweite Abschnitt unmittelbar anschließt", sagte Sachgebietsleiter Christoph Karger vom Stadtbauamt der Stadtverwaltung Hohenmölsen. Erneuert wurden in den letzten Monaten unter anderem Boden, Heizung und die Verglasung. Neu ist der Prallschutz an den Seitenwänden. "Normalerweise macht man schon das Dach mit zuerst", merkte der verantwortliche Planer Günter Wenzel von der Architekturpartnerschaft Wenzel und Drehmann an. Um den Sportunterricht aber zu gewährleisten, habe man die Reihenfolge der Bauarbeiten anders gewählt.
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21.10.2003
Wilthen: Zwischen den Blöcken ging ein Schiff vor Anker
Der Wasserspielplatz im „Sonnenhof“ des Wilthener Plattenbaugebietes stellt die größte Attraktion auf dem neuen Spielplatz dar – aber bei weitem nicht die einzige. Ein buntes Holzschiff ist vor Anker gegangen, auf dem Kinder klettern und rutschen können. Schaukeln laden zu Höhenflügen ein, Sandkästen zum Buddeln, farbenfrohe Häuschen zum Spielen, Bänke zum Ausruhen. Eine kleine Skaterbahn gibt es ebenfalls und vieles mehr.
Die komplette Umgestaltung des lang gestreckten Innenhofes zwischen mehreren Wohnblöcken, die kürzlich ihren Abschluss fand, ist nur eine Maßnahme von vielen, die seit 1998 im Wohngebiet an der Schulstraße zur Verbesserung des Wohnumfeldes realisiert wurden. Aus dem Landesprogramm „Städtebauliche Weiterentwicklung großer Neubaugebiete“ flossen dafür mehr als 1,1 Millionen Euro Fördermittel; davon allein für den „Sonnenhof“ 281 000 Euro. Geld, das gut angelegt ist, denn das einst so triste Areal „ist ein Beispiel für gelungene Freiflächengestaltung“, lobt Andrea Thieme von der Dresdner Niederlassung der STEG Stadtentwicklung Südwest gGmbH, die in Wilthen als Sanierungsträger fungiert.
Doch die Fördermittel haben noch zahlreiche weitere Verbesserungen ermöglicht: die Neugestaltung der Müllplätze, den Ausbau von Verbindungswegen und die Außensanierung der Mehrzweckhalle im nahen Schulzentrum. Derzeit erhält die Kindertagesstätte ein farbenfrohes „Gesicht“.
„Da das Landesprogramm zur Wohnumfeldverbesserung 2003 ausläuft, beantragte Wilthen auf Grundlage des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes die Aufnahme ins Programm ,Stadtumbau Ost’, die 2002 erfolgte“, berichtet Andrea Thieme und erklärt: „Damit wird zum einen den veränderten Bedingungen unter dem Aspekt des Bevölkerungsrückgangs und des Wohnungsleerstandes Rechnung getragen und zum anderen die Aufwertung des Gebietes fortgesetzt.“
Erste Schritte erfolgten bereits: Ein Block wurde um vier Etagen verkleinert; die verbliebenen zwei sind jetzt ein modernes Stadthaus. Zwei weitere Blöcke an der Karl-Marx-Straße sollen noch vor Jahresende weichen. „Die Ausschreibung der Abrissarbeiten ist gelaufen. Die letzten Mieter ziehen diese Woche aus“, bestätigt der Geschäftsführer der Wilthener Wohnungsbaugesellschaft Lutz Gräfe. „Sein“ Unternehmen war und ist ebenso wie die Wohnungsgenossenschaft „Einheit“, die Stadtverwaltung und Planer (unter anderem von den Büros Kasparetz sowie Dietrich & Partner) an Vorbereitung und Umsetzung der Konzepte beteiligt
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20.10.2003
Wittenberge: Rückbau soll die Innenstadt stärken
Brandenburgs Minister für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr Frank Szymanski informierte sich am Sonnabend zum Stadtumbau in Wittenberge.
Ziel beim Umbau der Stadt bleibe weiterhin die Stärkung der Innenstadt, so der Tenor beim Rundgang mit Bürgermeister Klaus Petry. Er zeigte dem Minister vor allem die Stellen in der Innenstadt, "wo es noch einiges zu tun gibt", so Petry.
Dazu gehört das Packhofviertel, das besonders vom Wohnungsleerstand betroffen ist. Dort werde es einen großflächigen Rückbau geben, während im Jahnschulviertel auf die Entkernung von Hinterhöfen und einen begrenzten Rückbau gesetzt werde. Insgesamt sollen in Wittenberge bis zum Jahr 2010 2400 Wohnungen abgebaut werden. Frank Szymanski betonte, dass dies keineswegs eine Entscheidung gegen die Innenstadt sein. Der Rückbau von Plattenbauwohnungen erfolge in der gleichen Größenordnung wie bei den Wohnungen in der Innenstadt. Ziel dabei sei, das Wohnumfeld zu verbessern. "Das ist auch eine klare Botschaft an private Investoren", sagte Szymanski.
Derzeit seien Mittel für den Rückbau von 500 Wohnungen bereitgestellt, so Szymanski. Davon seien 150 schon abgerissen, bis Ende Februar sollen weitere 150 folgen. Kommende Schwerpunkte im Stadtumbau seien die Berg-, Stein- und Bahnstraße, sagte Bürgermeister Petry. Als Hindernis erweisen sich ungeklärte Eigentumsverhältnisse. Davon seien derzeit noch etwa 500 Wohnungen betroffen. "Hier sind Entscheidungen wichtig, egal wie", sagte Petry. Wenn es Eigentümer gibt, könne man auch verhandeln. Solange dies nicht der Fall sei, könne die Stadt schlecht planen.

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20.10.2003
Gera: WBG "Aufbau" bedankt sich mit Einweihungsfest
Erstmalig in Gera hatte die WBG "Aufbau" neue Wege im Zuge des Stadtumbaus beschritten, teilte Vorstandsvorsitzender Siegfried Ubrig mit. Auf Grundlage eines städtebaulichen Rahmenplanes wurden aus einem ehemals sechsgeschossigen Wohngebäude der Plattenbauweise WBS 70 durch Teilabriss und Rückbau völlig neue Gebäudeformen entwickelt. Aus ursprünglich 144 Wohnungen mit nur zwei Grundrissvarianten entstanden 95 neue Wohnungen mit 22 verschiedenen Grundrisslösungen, welche größtenteils auf die Wünsche der künftigen Bewohner zugeschnitten wurden. Infolge des Teilrückbaus von Gebäudesegmenten bzw. durch Abtragen von Drempel und Vollgeschossen entstanden Dachterrassen und Maisonettewohnungen. Küchen und Bäder wurden vergrößert und mit Fenstern ausgestattet. Die Warmwasserversorgung erfolgt über eine auf dem Dach installierte Solaranlage, deren Errichtung von der Technischen Universität Ilmenau gefördert und betreut wurde. Die Außenanlagen wurden völlig neu gestaltet. Für die Erdgeschosswohnungen wurden Terrassen mit Mietergärten angelegt, die gesamte Wohnanlage erhielt einen großzügigen Freiflächenbereich.
In Anerkennung der architektonischen und gestalterischen Lösungen wurde der WBG "Aufbau" sowohl der Innovationspreis 2003 des Verbandes der Thüringer Wohnungswirtschaft als auch der Deutsche Bauherrenpreis 2003 verliehen.

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20.10.2003
Thalheim: Wohnen im Grünen
Thalheim gehört zu den bislang 120 sächsischen Kommunen, die ein fertiges Stadtentwicklungskonzept vorweisen können. Darauf verwies zur jüngsten Stadtratssitzung der für die Konzepterstellung zuständige Peter Lachmann von der Sachsen/Thüringen GmbH & Co. KG.
Das als Grundlage für künftige weitere Fördermittelbewilligungen vom Land Sachsen geforderte Konzept wurde zur Überraschung der Stadträte bereits Ende September wegen der kurzfristig verlangten Fördermittelbeantragung für den Teilbereich „Stadtumbau“ Ost“ an das Regierungspräsidium weitergereicht.
Erst im Vorfeld der Ratssitzung konnten die Unterlagen den Stadträten vorgelegt werden. In der Diskussion wurden beinahe fraktionsübergreifend „Bauchschmerzen“ angemeldet. Aufgrund klammer Haushaltsmittel sehen SPD-, CDU- und PDS-Stadträte finanzielle Probleme bei der Umsetzung der Ziele auf die Stadt zukommen.
Nach dem voll geförderten „Stadtumbau“ Ost“, bei dem umfangreiche Abrissarbeiten beginnend ab 2004 bis 2006 in der Innenstadt vorgesehen sind, soll Thalheim zur „Wohnstadt im Grünen“ weiter entwickelt werden. Dazu gehören bedarfsgerechte Einzelhandels- und Dienstleistungsangebote, viele klein- und mittelständische Betriebe, die sowohl die industrielle Tradition fortsetzen, als auch innovative Branchen repräsentieren. Ein vielseitiges Sport- und Freizeitangebot gehört ebenso dazu.
Insgesamt 15 Leitbilder dienen als Planungsgrundlage. Bis 2010 bzw. 2015 sollen sie verwirklicht werden wie etwa die Ausweisung eines Gewerbegebietes an der Stollberger Straße, die Realisierung einer innerstädtischen Einkaufs- und Dienstleistungsachse und die Gestaltung eines neuen Stadtplatzes in Verbindung mit der Umnutzung der ehemaligen Kofferfabrik. Mit diesem Konzept stellt sich die Drei-Tannen-Stadt den Erfordernissen kommender Jahre.
An diesen Aufwertungen wird sich anders als beim Stadtumbau die Stadt Thalheim finanziell beteiligen müssen. Die Finanzen, so wurde unter anderem aus den Reihen der CDU-Fraktion gefordert, sollten schon bald in den Stadthaushalt eingestellt werden. Darüber entbrannte eine kurze, aber heftige kontroverse Debatte.

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20.10.2003
Sachsen-Anhalt: In der Altmark "bricht alles weg"
Osterburg liegt mitten in der Altmark, einer ländlich geprägten Region zwischen Hamburg und Berlin. Als der Landkreis, fast so groß wie das Saarland, Mitte der neunziger Jahre gegründet wurde, lebten hier mehr als 150 000 Menschen. Heute sind es noch 137 000. Tendenz fallend. Osterburg hat ein Viertel seiner einst 10 000 Einwohner verloren. Raden scheint machtlos. "Hier bricht alles weg", sagt der Bürgermeister Hartmuth Raden. Sein Büro im ersten Stockwerk ist mit Grünpflanzen voll gestellt. Die Fenster erlauben einen Blick zum Hof.
Die Abwanderung aus der Altmark kann Raden nicht aufhalten. Wie auch? Das einzige Mittel, den Aderlass zu stoppen, wären Arbeitsplätze. Davon aber gibt es viel zu wenige. Offiziell bewegt sich die Arbeitslosenquote - je nach Kommune - zwischen 20 und 25 Prozent. "Rechnet man alles dazu, ABM, Vorruheständler, jene, die noch nie Arbeit hatten und sich nicht mehr registrieren lassen, sind wir bei mindestens 50 Prozent der arbeitsfähigen Bevölkerung", weiß Raden.
Doch längst schon gehen nicht mehr nur diejenigen, die Arbeit suchen. "Immer häufigen ziehen jetzt auch die Alten ihren Kindern und Enkeln nach, weil die im Westen heimisch geworden sind", sagt der Bürgermeister. Zu sehen ist das an den zum Verkauf stehenden Höfen und unzähligen Wohnungen, für die sich keine Mieter mehr finden. Und das, obwohl in Osterburg in zehn Jahren Stadterneuerung viel geschaffen wurde. Doch auch dafür scheint das Geld längst ausgegangen und Baudenkmale, die bis jetzt in der mehr als 800-jährigen Stadt nicht saniert wurden, drohen endgültig zu verfallen.
Seit 1995 wurden die Zuweisungen von Landkreis und Land fast halbiert. 1,4 Millionen Euro weniger stehen Osterburg heute zur Verfügung. Wie lange man sich die Bibliothek wird noch leisten können, weiß Raden nicht. Selbst wenn er alle seine Mitarbeiter entlassen würde, könnte er damit nur die Hälfte der Mehrbelastungen im Haushalt kompensieren. Und doch, sagt der Bürgermeister, gehe es seiner Stadt im Altmark-Vergleich noch relativ gut.
In der Landkreisverwaltung in Stendal sind die Sorgen viel größer. Annemarie Theil, die stellvertretende Landrätin, sieht beim Blick in die leere Kasse die "blanke Katastrophe". 130 Gemeinden gibt es im Landkreis, 464 Kilometer Kreisstraße und 21 Sekundarschulen. Das Geld in diesem Jahr reicht aber nur, für die "Erweiterung einer Schule, den Bau einer Brücke und ein kleines Stück Straße". Die Sozialdemokratin Theil ist so ratlos wie der Christdemokrat Raden. "Wir bräuchten", sagt die Vizelandrätin, "28 Millionen Euro, um unsere Schulen auf Standard zu bringen." Dabei gehe es weder um Neubau noch Luxus, sondern um Klassenräume und Toiletten.
Noch viel mehr Sorgen macht der Kommunalpolitikerin aber die Gefahr einer sozialen Verwahrlosung. Die Zahl der Sozialhilfeempfänger, bisher mit 3800 relativ stabil, ist trotz drastischen Bevölkerungsschwunds auf 4325 emporgeschnellt. Auch das Heer der Langzeitarbeitslosen wird immer größer. "Überdurchschnittlich viele Kinder und Jugendliche", sagt Theil, "kommen in ihrem Elternhaus nicht mehr zurecht". Allein für deren Betreuung schlagen eine Million Euro Mehrausgaben zu Buche. "Diese Kosten fressen uns auf", bilanziert sie. Verschärft wird das Dilemma durch Wohnungsgesellschaften, die mit den vergleichsweise billigen Mieten verstärkt in den alten Ländern Umzügler suchen. "Von den dortigen Sozialämtern gibt es Umzugshilfen, und wir haben die Probleme", sagt Theil.
Der Osten als Armenhaus, so hat sich das Hartmuth Raden nicht vorgestellt, als er 1990 aus Düsseldorf in die Altmark wechselte. Leiter des Rechtsamtes beim Landkreis Stendal wollte der Jurist werden - und bekam den Chefsessel im Ordnungsamt. Seit zwei Jahren ist Raden Bürgermeister in Osterburg. Bereut hat er seinen Wechsel in den Osten nicht. Immer häufiger aber fragt er sich, wie "das hier weitergehen soll".

www.welt.de

18.10.2003
Dresden: Warten trotz Leerstands
Knapp 14 Prozent Wohnungsleerstand in Dresden. Also kein Problem für Wohnungssuchende – sollte man denken. Doch in guten Lagen übersteigt die Nachfrage schon wieder das Angebot.
Wohnung im Grünen und trotzdem nicht auf die Vorzüge der Großstadt verzichten, dazu saniert oder Neubau und vielleicht noch Balkon mit Blick auf das Elbtal. Wer in Loschwitz eine Wohnung sucht, sollte sich beizeiten erkundigen oder sich auf längere Wartezeiten einstellen.
„Loschwitz ist extrem nachgefragt. Wer es sich leisten kann, fordert eine optimale Lage und einen guten Zuschnitt.,“ sagt Marko Häbold von Citymakler Dresden.
Ein gutes Angebot in dieser Gegend stehe maximal zwei Tage in der Datenbank der Immobilienfirma. Striesen und Blasewitz seien ebenfalls begehrte Wohngegenden bei den Dresdnern. „Da sei die Auswahl schon nicht mehr so reichlich“, sagt Häbold.
In Toplagen werden vereinzelt Mietpreise bis zu zehn Euro pro Quadratmeter kalt erzielt. Ganz allmählich wandelt sich der Mietermarkt wieder zum Vermietermarkt.
Doch die Freude der Maklerbüros und städtischen Wohnungsbau-Unternehmen hält sich darüber in Grenzen. Die Talsohle in der Branche ist noch nicht durchschritten. Die Vermietung macht Südost Woba-Sprecher Frank E. Dietz dennoch einigermaßen zufrieden. „In den von uns verwalteten Wohnungen haben wir zwar nur minimale Zuwächse, aber wir konnten die Abwanderung stoppen.“
Zusammen mit der Wohnbau Nordwest verwalten die städtischen Unternehmen 50 000 Wohnungen. Um Hochhäuser in Gorbitz attraktiver zu gestalten, wurde beispielsweise eine Portiersloge eingerichtet, die von den Anwohnern gut angenommen werde.
Mit dem Umbau eines 17-Geschossers in der Blochmannstraße solle bald begonnen werden, verrät der Sprecher der Wohnbau Nordwest, Bernd Felgentreff. Gedacht sei auch an die Einrichtung WG-geeigneter Wohnungen. Im Trend liegen vor allem Zwei-Raum-Wohnungen. Besonders gefragt bei jungen Leuten ist die äußere Neustadt. „Durch das bunte Leben auf der Straße sparen sich viele den Fernseher“, mutmaßt Hans-Dieter Freudenberg, weshalb diese Lage weggeht wie „warme Semmeln“.
Anders sieht es dagegen westlich der Königsbrücker Straße aus. Hier künden gardinenlose Fenster von der tristen Situation, genauso wie in Cotta oder Friedrichstadt, den Sorgenkindern, wenn es um Leerstand geht.
Die Liste dessen, was getan wird, um Mieter zu finden, ist lang. Mit lustigen Postkarten wirbt die Wohnungsgenossenschaft „Glückauf“ Süd Dresden um junge Mieter. Obendrauf zahlt die Genossenschaft bei Anmietung einer Wohnung im Erdgeschoss Fitnessstudio oder im obersten Stock einen Restaurantgutschein, jeweils im Wert von 50 Euro.

www.sz-online.de

18.10.2003
Schwerin: Abwanderung ins Umland rückläufig
Der Bevölkerungsschwund in der Landeshauptstadt nimmt langsam ab. Die jahrelange Abwanderung von Häuslebauern ins Umland scheint gestoppt. Dafür ist die Zahl derjenigen, die auf der Suche nach Arbeit in westliche Bundesländer übersiedelt, nach wie vor hoch.
Die Bagger in den neuen Eigenheimgebieten beispielsweise am Mühlenberg, in Wickendorf oder in der Neuen Gartenstadt haben nicht nur die krisengeschüttelte Baubranche ein wenig belebt. Sie hatten auch Einfluss auf die Einwohnerzahl der Landeshauptstadt: Während es Häuslebauer in früheren Jahren vor allem wegen zu hoher Grundstückskosten in Schwerin ins Umland gezogen hat, entscheiden sich mittlerweile deutlich mehr Bauherren für ein Heim innerhalb der Stadtgrenzen. Der städtische Hauptamtsleiter Hartmut Wollenteit: "Ich deute die neuen Zahlen zum Wanderungsverhalten so, dass das Stadt-Umland-Thema für die Einwohnerentwicklung an Bedeutung verloren hat." Die Statistik weist für September 2003 genau 96302 mit Hauptwohnsitz in Schwerin gemeldete Personen aus. 4027 haben ihren Zweitwohnsitz hier.
Mehr Anlass zur Sorge bereitet Wollenteit die Abwanderung in die alten Bundesländer, die besonders bei jüngeren Schwerinern nach wie vor hoch ist. "Die Ursache dafür ist die schwierige wirtschaftliche Lage bei uns", so der Hauptamtsleiter. Folge davon sei auch, dass sich das Durchschnittsalter in Schwerin weiter erhöhe. Wollenteits Schlussfolgerung: "Die Botschaft für uns als Stadtverwaltung ist klar - wir müssen den Kampf um jeden Arbeitsplatz intensivieren." Mathias Gröckel
Die Bevölkerung Schwerins ist seit Mitte der 60er-Jahre stetig angewachsen. In der damaligen Bezirksstadt entstanden Großbetriebe, für die Arbeitskräfte benötigt wurden. 1972 erreichte Schwerin mit mehr als 100000 Einwohnern den Großstadtstatus. Nach 1990 ist die Zahl der mit Hauptwohnsitz Gemeldeten fortlaufend gesunken.
1992: 124084, 1994: 118291, 1996: 111029, 1998: 105213, 2001: 99978, 2002: 98742, 2003: 96302. Ursachen für den Schwund sind der Überschuss an Sterbefällen gegenüber der Geburtenrate und die Abwanderung ins Umland und andere Regionen.

www.svz.de

18.10.2003
Lobenstein: AWG will Wohnblock abreißen
Im Rosenweg Lobenstein soll an dieser Stelle ein Parkhaus mit etwa 60 Stellflächen entstehen Von Dieter Lange Lobenstein. In diesem Winter soll mit dem Abbruch des ehemaligen Feingusswerk-Wohnblocks im Rosenweg Lobenstein begonnen werden. Eine entsprechende Vereinbarung bzw. ein notarieller Vertrag zwischen der Stadt Lobenstein als Eigentümer des Wohnblocks und der Allgemeinen Wohnungsgenossenschaft eG (AWG) ist unter Dach und Fach. Für den Abbruch liegt auch schon ein Fördermittelbescheid in Höhe von 84 200 Euro vor.
Die AWG fungiert vorerst als Dienstleister und wird das Gelände nach dem Abbruch von der Stadt käuflich erwerben. Auch das ist vertraglich gesichert. Der Antrag für den Abbruch ist ebenfalls gestellt. Rolf Dreßler, geschäftsführender Vorstand der AWG, ist auch in Bezug auf die Nachnutzung des Geländes sehr optimistisch. "Unsere Vorstellungen gehen darauf hinaus, an der Abbruchstelle ein Parkhaus für PKW mit drei Ebenen zu errichten. Der Bedarf ist vorhanden. Zwei Zufahrten, vom Rosenweg und vom Tulpenweg, sind geplant, damit das Ganze überschaubar bleibt. Etwa im Jahr 2005 soll das Projekt realisiert sein", wagt Rolf Dreßler eine vorsichtige Prognose. Die Planung hat das Architektur- und Ingenieur Büro Lobenstein GmbH übernommen.
Entstehen sollen etwa 60 Stellplätze. Die Anlage ist aber bei entsprechendem Bedarf erweiterungsfähig. Vom Grundsatz her ist an einen Verkauf der Parkflächen gedacht, wobei die einzelnen Stellflächen, ähnlich wie in einer Garage, abgegrenzt und gesichert werden können. Wer nicht kaufen möchte, kann auch einen Platz mieten. Auch Kurzparker haben die Möglichkeit, ihr Fahrzeug abzustellen.
Wie Rolf Dreßler gegenüber OTZ erwähnte, sollen die Baukosten so niedrig wie möglich gehalten werden, um vernünftige Nutzungspreise zu erzielen. "Schon jetzt können bei uns Interessenten anfragen. Je eher wir einen Überblick über den Bedarf an Stellplätzen haben, je besser können wir planen", so Dreßler.
Die Abrisskosten belaufen sich auf rund 85 600 Euro. Die Differenz zu den bereitgestellten Fördermitteln muss die AWG tragen. Da das Geld nicht mit einem Mal ausgereicht wird, kann es passieren, dass die AWG möglicherweise in Vorkasse gehen muss.
Im Engagement der AWG sieht der geschäftsführende Vorstand aber auch einen wesentlichen Beitrag zur Stadtentwicklungsplanung. So habe die AWG in der Mühlgasse Lobenstein Wohnraum übernommen, in Lehesten einen Schandfleck beseitigt und neun neue Wohneinheiten geschaffen sowie Fortschritte in der Umlandpflege erzielt. In diesem Punkt seien auch die Mitglieder selbst sehr aktiv. Die AWG gebe sehr viel Geld für Verschönerungen der Ortsbilder aus, was auch einmal gesagt werden sollte.

www.otz.de

18.10.2003
Bayern: Rückläufige Entwicklungen im Städtebau erfordern neue Strategien
"Die städtebaulichen Folgen des gegenwärtigen Strukturwandels wie etwa hohe Arbeitsplatzverluste, ein kontinuierlicher Bevölkerungsrückgang, innerstädtische Brachflächen sowie Gebäudeleerstände stellen unsere Städte und Gemeinden vor neue Herausforderungen", stellte Innenstaatssekretär a. D. Hermann Regensburger am 16. Oktober 2003 bei der Tagung "Stadterneuerung und Stadtumbau - Konzepte und Chancen für Städte im Anpassungsprozess" in Würzburg fest.
"Die Instrumente der städtebaulichen Sanierung bieten ein geeignetes Verfahrensmanagement zur Lösung der oft komplexen Probleme. Angesichts der angespannten Haushaltslage wird sich die inhaltliche Ausgestaltung der künftigen Stadterneuerung stärker als bisher an integrierten Stadtentwicklungskonzepten als Grundlage von Förderprioritäten, einer professionellen Prozesssteuerung, einem sinnvollen interkommunalen Handeln und an kreativen Problemlösungen bei der Neuordnung von Brachflächen orientieren", so Regensburger weiter.
Die Zukunftsperspektiven der bayerischen Städte und Gemeinden angesichts des Strukturwandels in Wirtschaft und Gesellschaft diskutierten mehr als 150 Tagungsteilnehmer mit Experten aus Wissenschaft, Planung und Kommunalpolitik.
"Das große Interesse an der Tagung zeigt, dass auch bayerische Gemeinden sich auf einen Stadtumbau einstellen. Dieser kann an erfolgreiche Strategien und Erfahrungen der bayerischen Stadterneuerungspolitik anknüpfen. Die gemeinsame Initiative von Staat, Kommunen und Privaten in der städtebaulichen Sanierung hat sich bewährt", so Regensburger.
Mit einer Schwerpunktsetzung bei der Konversion innerstädtischer Brachflächen folgt die Städtebauförderung in Bayern den aktuellen Herausforderungen.
Beispiele wie die Umwandlung einer Kaserne in Amberg zu einem attraktiven Wohngebiet und die Innenstadterweiterung in Marktredwitz auf einer ehemals hochbelasteten Industriebrache zeigen die erfolgreichen Bemühungen bayerischer Städte.
Die Steuerung rückläufiger Entwicklungen im Städtebau, wie sie sich punktuell bereits in einigen Regionen abzeichnen, sind Thema des Forschungsfeldes Stadtumbau West, an dem sich Bayern mit der oberfränkischen Stadt Selb und der unterfränkischen Marktgemeinde Wildflecken beteiligt.
Regensburger betonte, dass für die Zukunft ein Bewusstsein für die gesamtgesellschaftliche Verantwortung für unsere Städte und Gemeinden, eine frühzeitige Thematisierung der Folgen eines Strukturwandels in den Kommunen und verbindliche Qualitätsstandards erforderlich seien. Regensburger: "Der Erfolg des Stadtumbaus lässt sich nur an den sichtbaren Ergebnissen messen. Nur herausragende bauliche Qualitäten werden die notwendigen Impulse geben."
Die demographische Entwicklung und den zu erwartenden räumlich stark divergierenden Bevölkerungsrückgang erläuterte Prof. Dr. Rainer Münz aus Wien. Die Chancen der städtebaulichen Konversion stellte der Leiter des Deutschen Architekturzentrums, Prof. Dr. Karl Ganser dar.
Die baulichen und städtebaulichen Qualitätsstandards in Regensburg als herausragenden Standortfaktor thematisierte Herr Oberbürgermeister Hans Schaidinger. Herr Prof. Dr. Omar Akbar von der Stiftung Bauhaus Dessau forderte in Anknüpfung an die Erfahrungen in Ostdeutschland eine gezielte Profilierung der Städte.
Ein herausragendes Beispiel der Stadterneuerung in Bayern ist der Veranstaltungsort. Über den Würzburger Kulturspeicher und seine Entwicklung von einem städtebaulichen Niemandsland zu einem modernen Kulturzentrum und einem weit über Bayern hinaus bekannten architektonischen Vorzeigeobjekt, berichteten die Architekten Brückner & Brückner aus Tirschenreuth.

www.bauarchiv.de

18.10.2003
Schwarzenberg: Mit blauem Auge davongekommen
Die Schwarzenberger Großvermieter sind vom überraschenden Stopp des Landesrückbauprogramms für 2003/04 nicht betroffen. Sowohl die Wohnungsgenossenschaft als auch die Wohnungsgesellschaft waren nicht in dem vom Freistaat aufgelegten Programm drin, „wir sind mit einem blauen Auge davongekommen“, so Wolfgang Kastner, Vorstandschef der Genossenschaft.
Dass beide Unternehmen trotzdem den Abriss von leerstehenden Wohngebäuden finanzieren können, hängt damit zusammen, dass sie ins Bundesprogramm „Stadtumbau Ost“ eingebunden sind. Um an Fördermittel aus dem Programm zu kommen, ist ein integriertes Stadtentwicklungskonzept erforderlich. Für Schwarzenberg wurde ein solches Konzept unter Einbeziehung der zwei Großvermieter erarbeitet.
Allein die Genossenschaft ließ seit Oktober 2002 in den Stadtteilen Heide und Sonnenleithe Häuser mit insgesamt 250 Wohnungen abreißen. In diesem Jahr geht man noch den Rückbau von zwei Gebäuden mit 134 Wohnungen „Am Wiesengrund“ in Sonnenleithe an. „Dann sind aus unserer Sicht erst einmal grundlegende Schritte getan, um die Belastungen aus den hohen Leerstandsquoten abzubauen und wieder zu einem funktionierenden Wohnungsmarkt zu kommen“, sagt Kastner. Seine Genossenschaft erhielt 2002 als eines der ersten Wohnungsunternehmen in Sachsen von der Kreditanstalt für Wiederaufbau den Bescheid, dass die auf den abgerissenen Quadratmetern Wohnfläche lastenden Altschulden erlassen werden, weil man die dafür geltenden Bedingungen erfüllt. „Nun gilt es, dem Rückbau in einer zweiten Etappe wirklich einen Stadtumbau folgen zu lassen“, betont Kastner.

www.freiepresse.de

18.10.2003
Guben: 1000. Wohnung abgerissen
In Guben (Spree-Neiße) ist gestern die 1000. Neubauwohnung abgerissen worden. Brandenburgs Bauminister Frank Szymanski  gab dem Bagger das Signal zur Zerstörung eines kompletten Wohnblocks mit 80 Wohnungen.
Bis zum Jahresende sollen in der Neißestadt rund 1300 Neubau-Wohnungen vom Markt genommen werden. Die Arbeiten werden durch Fördermittel aus dem Programm „Stadtumbau Ost“ der Bundesregierung finanziert.
In den neuen Bundesländern sollen bis 2009 insgesamt
350 000 Wohnungen abgerissen werden . Der Abriss von Plattenbauten kommt aber insgesamt nur schleppend voran. Nach Einschätzung von Bauministerien und Wohnungsgesellschaften behindern bürokratische Hemmnisse und die schleppende Auszahlung von Fördermitteln häufig die Umsetzung.
www.lr-online.de

17.10.2003
In Ostdeutschland sterben die Städte
Das Plattenbauviertel Wittenberge Nord soll fast zur Gänze den Baggern zum Opfer fallen. Nur das Pflegeheim und betreute Seniorenwohnungen sollen bleiben: Rückbau nennt das Ulrich Siodla, der Leiter des städtischen Bauamts.
In der Altstadt sind die Häuschen schmuck saniert, aber viele stehen leer. Im Packhof-Viertel gar sind zwei Drittel der Mietshäuser aus der Gründerzeit unbewohnt. Regionalplaner bezeichnen Wittenberge als schrumpfende oder sterbende Stadt. Siodla sieht das anders: "Wir machen das Wohnen hier angenehm und großzügig." Die Ziele des städtischen Umbaus aber sind bescheiden geworden. "Wir müssen Angebote schaffen, sodass die Alten nicht auch noch zu ihren Kindern wegziehen", so Siodla.
Wittenberge im Nordwesten Brandenburgs hat seit 1990 knapp 30 Prozent seiner Bewohner verloren, bis 2015 soll die Zahl der Bürger noch einmal von heute 21.000 auf 17.000 sinken. Vor allem die Jungen und Mobilen verlassen die Städte und Dörfer in den dünn besiedelten Randlagen Ostdeutschlands. Mancherorts wohnen nur noch weniger als 40 Einwohner je Quadratkilometer - zu wenig, um Kliniken, einen funktionierenden Nahverkehr und Schulen zu halten.
Das Land leert sich, die Bevölkerung altert. Die Abwanderung verschärft das Ungleichgewicht östlicher Regionen vor allem gegenüber dem wohlhabenden Süden Deutschlands. "Einheitliche Lebensverhältnisse", wie sie das Grundgesetz als Ziel benennt, sind für die nächsten Generationen kaum absehbar.
Denn die mittelgroßen Städte in Brandenburg wie Guben und Eisenhüttenstadt, aber auch Orte in Sachsen-Anhalt oder Mecklenburg-Vorpommern drückt ein demografisches Problem, das für den Rest Deutschlands erst in 35 Jahren erwartet wird: Überalterung. In Wittenberge liegt das Durchschnittsalter bei 47 Jahren. Jeder Dritte ist über 60, nur noch zwölf Prozent sind unter 18 Jahren alt.
Ulf Matthiesen vom Institut für Regionalplanung und Strukturentwicklung (IRS) in Erkner beschreibt die Situation deutlich: "Auf dem Land sind die Leute schon weg." Dramatisch sei die Abwanderung aus den Industriestädten der DDR, als Betriebe und Jobs wegbrachen. "Vor allem die Cleveren gehen weg", sagt Matthiesen. Auch junge Frauen zögen fort - die Männer seien 20 Prozent in der Überzahl.
Für die betroffenen Regionen ist die Entwicklung dramatisch. Es bestehe die Gefahr, dass Ecken wie Guben oder Schwedt bald "hauptsächlich noch bevölkert sind von arbeitslosen Stadtdeppen, ohne Chance auf Familien- oder Paarbeziehungen", sagte Regionalplaner Matthiesen noch vor geraumer Zeit. Heute drückt er sich milder aus und verweist auf Daten der Arbeits- und Kreiswehrersatzämter, nach denen vielerorts nur noch Geringqualifizierte blieben.
Sandra Kositz, die in Guben für die Stadtentwicklung bis 2030 zuständig ist, drückt es zurückhaltender aus. "Wir haben ein Mentalitätsproblem. Viele sind resigniert, und die mit guten Ideen gehen woanders hin." Dennoch glaubt sie an eine Chance für Guben und ihre polnische Schwester Gubin. "Wenn die EU nach Osten wächst, liegen wir nicht mehr so am Rand."
Auch Siodla verteidigt die Zurückgebliebenen. "Man kann den Leuten nicht vorwerfen, dass es keine Arbeit gibt." Er glaubt, die Entwicklung könne etwa durch preiswerte Häuser für Familien gestoppt werden. "Von vier Grundschulen sind noch zwei übrig", beschreibt Bauamtskollege Hubert Mackel den Umbruch seit 1990. Bis 2006 soll die Zahl der Brandenburger Schüler um weitere 40 Prozent schrumpfen, trotz Zuwächsen im Berliner Speckgürtel, sagt Forscher Matthiesen.
So sieht Wittenberge die Zukunft in einer neuen Klientel. "Das ist ein gravierendes Problem, wenn man sich auf eine ältere Bevölkerung einstellt", sagt Mackel. Gehsteige sind abgesenkt, in sanierten Häusern finden sich Fahrstühle. Wohnungsgesellschaften richten Seniorentreffs ein. Die Prignitzer Badewelt bietet mehrmals täglich Wassergymnastik. Und die Tanzschule Schier-Rösel wirbt um "alte Hasen".
Auch Matthiesen rät, die Randgebiete sollten nicht länger dem Westen nacheifern, sondern Neues entwickeln, die Einwohnerstruktur als Stärke begreifen. "Tourismus ist sicher eine Karte oder die Holzwirtschaft." Auch Städter, die dem Trubel entkommen wollten, könnten mit ihren Kenntnissen neue Impulse geben. Solche "Raumpioniere" hätten in den 80er Jahren als Gegner der Atomkraft Neues ins strukturschwache Wendland rund um Gorleben gebracht. "Auch Leute mit künstlerischem Hintergrund zieht der asketische Charme dieser Landstriche an", sagt Matthiesen.
Finanzwissenschaftlerin und Haushaltsexpertin Gisela Färber von der Verwaltungshochschule Speyer fordert gar, alle die Verwaltungsvorschriften drastisch zu kürzen, die für gleiche Bedingungen in ganz Deutschland sorgen sollen. "Jede Körperschaft muss unorthodox denken dürfen. Sonst veröden ganze Regionen", sagt Färber. Vorschläge reichen von Zwergschulen und Online-Lernen bis zu Sammelbussen, die bereits über manche Dörfer fahren. Ihre Tour wird durch Anrufe möglicher Fahrgäste festgelegt.
Ulrich Siodla will nicht fort. Er hat Arbeit und ein eigenes Haus. Zwar haben sich seine Töchter in den Westen aufgemacht. Er aber fühlt sich wohl. "Im Vergleich zum Osten leben wir doch noch blendend", sagt der Amtsleiter. Er meint Osteuropa.

www.ftd.de

17.10.2003
Leipzig: LWB schafft Platz für 100 Eigenheime
Leipzigs größter Vermieter LWB steigt ins Geschäft mit klassischen Häuslebauern ein. Ab sofort werden an 14 Standorten 100 erschlossene Grundstücke zum Kauf angeboten. Zuvor befanden sich auf den Flächen in einigen Fällen Mietshäuser, die das Unternehmen abreißen ließ.
"Wir sehen das neue Programm auch als Teil des Stadtumbaus", sagte Geschäftsführer Christoph Beck gestern vor der Presse. "Am Ende wird es auf diesen Flächen nur noch halb so viele Wohnungen geben." In aller Regel seien die alten Häuser bereits verschwunden - nur die Bäume, Straßen und Versorgungsstränge ringsum blieben erhalten. Immobilien-Abteilungsleiter Kuno Naehrig erklärte: "Es sind alles Objekte mit sehr großzügigen Grundstücken und in guten Lagen. Meistens können sie noch 2003 mitsamt der Baugenehmigung übereignet werden, so dass die volle Eigenheimzulage gesichert ist."
An einigen Stellen habe die LWB aber auch zusätzliches Bauland erschlossen. So sollen an der Leinestraße 85 in Dösen sechs Einfamilienhäuser auf den Flächen einer früheren Gartenanlage entstehen. Hingegen riss man an der Pferdner-/Hermundurenstraße in Wahren vier Mietsbauten ab, die nun durch vier Doppelhäuser mit jeweils etwa 300 Quadratmetern Land ersetzt werden, sagte Naehrig. "Dort sinkt die Anzahl der Wohnungen von 20 auf zwölf."
Weitere Standorte sind: Barclay-, Cervantes- und Schwarzenbergweg in Meusdorf, Erla-Siedlung in Thekla, Gletscherstein-/Mauersberger Straße in Stötteritz sowie Russenstraße in Probstheida, Hentschelweg in Dölitz, Kantatenweg in Kleinzschocher, Saarbrückenstraße in Anger-Crottendorf, Shakespearestraße in der Südvorstadt, Stahmelner Straße in Wahren und der Walter-Albrecht-Weg in Mockau.
Während das stadteigene Unternehmen beim Verkauf und der Sanierung von Altbauten seit zwei Jahren sehr erfolgreich sei, habe man im Neubaubereich nicht gerade berauschende Ergebnisse erzielt, erläuterte der Immobilienexperte weiter. So hätten sich für die Entwürfe exklusiver Stadthäuser bisher nur wenige Interessenten gefunden. "Mit den 100 Grundstücken zu moderaten Preisen sprechen wir nun erstmals den klassischen Häuslebauer an. Da die Eigentumsquote in Sachsen noch gering ist, wollen wir den Bereich zügig ausweiten", kündigte Naehrig an.
Geschäftsführer Christoph Beck zeichnete für den Gesamtmarkt in Leipzig ein optimistisches Bild. Sein Unternehmen habe eine Analyse erstellt, wonach der Leerstand in den 316 000 Wohnungen der Messestadt bald auf etwa acht Prozent fallen könnte. "Wenn die Fördermittel ohne Einschränkungen kommen, wird allein die LWB in den nächsten Jahren 8000 Platten- und ungefähr 4000 Altbauwohnungen abreißen", sagte er. Schon heute werde die Hälfte der 55 000 leeren Quartiere in Leipzig nicht mehr zur Vermietung angeboten.

www.lvz-online.de

17.10.2003
Laubusch:  Front gegen Städtebau-Zuschuss
Vorausgegangen war dem mit großer Mehrheit am Mittwoch in der Sitzung des Stadtrates gefassten Beschluss zur Bereitstellung der 8 000 Euro eine kontroverse Diskussion.  So gab Siegward Rudolph  zu bedenken, dass es auch schon Leerstand in der „Neuen Heimat“ geben und aus seiner Sicht daher das Geld nicht in die Aufwertung von Wohngebäuden, sondern in den Teilabriss gesteckt werden sollte. Bedenken hat er auch, dass die Gartenstadt in Lauta-Nord hinsichtlich der Vermietung darunter leiden könnte, wenn in der „Neuen Heimat“ in die Aufwertung der Wohngebäude investiert und somit weiterer sanierter Wohnraum in Lauta geschaffen wird. Diesbezüglich stellte Bürgermeister Hellfried Ruhland klar: „Wir als Stadt sind nicht in der Situation, in den freien Wettbewerb auf dem Wohnungsmarkt einzugreifen. Wie jeder seine Mietkonditionen gestaltet liegt an jedem Vermieter selbst.“ Dass neue Angebote auch Mieter-Bewegungen bewirken, lasse sich zwar mutmaßen, „... darüber haben wir aber hier nicht zu befinden“.
Stadtrat Klaus-Dieter Tschöke, seit kurzem auch stellvertretender Ortsvorsteher von Laubusch, machte auf den 30-prozentigen Leerstand in Laubusch aufmerksam. Hinzu kämen, wie er sagt, 15 bis 20 Prozent Leerstand in Lauta-Nord sowie drei bis vier Prozent bei der Wohnungsbaugesellschaft Lauta. Vor diesem Hintergrund erklärte er: „Ich halte es nicht für sinnvoll, eine Konkurrenz mit städtischen Mitteln zu fördern.“ Da ist Horst Weide  ganz anderer Meinung. Sanierte Wohnungen in der „Neuen Heimat“ seien sehr begehrt, ließ er wissen. „Der jetzige Besitzer hat ein Konzept erarbeitet, das nachvollziehbar und vernünftig ist.“ In der „Neuen Heimat“ werde nur saniert, wenn auch Mieter für die betreffenden Wohnungen gefunden wurden. „Außerdem wird mit diesen Wohnungen ein ganz anderes Klientel angesprochen.“ Diese seien somit keine Konkurrenz für die Gartenstadt in Lauta-Nord.
Ortrun Rümcke  fände selbst eine Konkurrenz-Situation auf dem Wohnungsmarkt in Lauta gut, damit „sich einige mal Gedanken darüber machen, ihre eingefahrenen Gleise zu verlassen“.
www.sz-online.de

17.10.2003
Berlin: Rosengarten statt Hochhaus
Nach dem Abriss des ersten Plattenbau-Hochhauses in Marzahn beginnt nun die Neugestaltung des Areals an der Marchwitzastraße 1-3. Im Programm "Stadtumbau Ost" entsteht an der so genannten Südspitze ein Wohngebietspark. Vorgesehen ist auch eine Verlängerung der Biesdorfer Promenade entlang ihres früheren Verlaufs.
Dabei bekommen auch der Brunnenplatz und die Pergola eine Schönheitskur. Noch in dieser Woche sollen erste Arbeiten beginnen. Dabei werden auch 78 Bäume gefällt sowie ältere Gehölze entfernt. Der Eingriff in den Bestand sei erheblich, aber zur Umsetzung eines mit den Bewohnern abgestimmten landschaftsplanerischen Konzeptes auch notwendig, so Sabine Phenn vom Natur- und Umweltamt.
Im Frühjahr werden dann 21 Bäume, Hecken sowie 20 000 Rosen neu gepflanzt. Später sollen auch eine leer stehende Schule abgerissen und eine nicht mehr benötigte Kita zu einem Bürgerhaus umgebaut werden.

www.morgenpost.berlin1.de

16.10.2003
Mit Wachstum in den Ruin
Die Gemeindefinanzreform der Bundesregierung baut weiter auf wachsende Städte und Gemeinden. Das vernachlässigt ökologische Prinzipien und ökonomische Erfordernisse
Die von der Bundesregierung geplante Gemeindefinanzreform verdient ihren Namen nicht. Denn die staatlichen Zuweisungen, rund 30 Prozent aller Einnahmen, der Einkommensteueranteil, die Grundsteuer und auch Infrastrukturausgaben bleiben außen vor. Und die beabsichtigten Veränderungen werden wohl nicht einmal den Winter überstehen.
Länger werdende Wege zu Schule und Theater, ein ausgedünnter öffentlicher Nahverkehr, Wohnungsabriss und Investitionsstau in Millionenhöhe bei der Sanierung der Infrastruktur kennzeichnen die Situation in vielen Kommunen. Sie wird sich durch die demografische Entwicklung verschärfen.
Immerhin dringt allmählich in das öffentliche Bewusstsein, dass sich steigende Kosten auf immer weniger Einwohner in immer ärmeren Kommunen verteilen; und dass private und öffentliche Aufwendungen umso höher ausfallen, je verstreuter Bewohner, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen in den Kommunen und über das Land verteilt sind. Davon sind vor allem Frauen, Kinder, Jugendliche und die wachsende Zahl alter Menschen betroffen. Mit Nachhaltigkeit hat das alles nichts zu tun. Noch profitieren peripher gelegene, locker bebaute und somit teure Siedlungsteile von der Quersubventionierung durch städtebaulich integrierte, effizient genutzte und daher tatsächlich vergleichsweise kostengünstige Standorte beziehungsweise deren zahlende Bewohner, Nutzer und Eigentümer. Künftig wird es nicht nur auf breiter Front zu einem Nachfragerückgang und Werteverfall des Immobilienbestandes kommen. Wer heute noch in Randzonen baut, muss auch mit überproportional steigenden Betriebs- und Lebenshaltungskosten, mitunter auch sozialer Isolation rechnen.
Wenn sich die Kommunen in dieser Situation auf ihre Kernaufgaben und -bereiche und auf Bestandserhalt und -optimierung konzentrieren, dann stärkt das auf Dauer ihre Finanzkraft und Finanzautonomie. Der Weg dahin führt zunächst über Bund und Länder. Doch sowohl die Bundesregierung als auch die Länder verharren mit ihren Konzepten in einer Vergangenheit, in der unsere Städte und Gemeinden fast ausnahmslos von Zuwachs geprägt waren und der Staat die dafür geeigneten Instrumente, Mittel und Wege bereitstellte. Diese führen heute aber geradewegs in den Ruin. Das gilt besonders für die Gemeindefinanzierung. Denn sie ist nach wie vor auf Zuwachs angelegt, setzt Zuwachs voraus und hat Zuwachs zur Folge.
Zwei Beispiele: Die Grundsteuer ist zwar im Prinzip eine gute Gemeindesteuer. Grund und Boden kann nicht weichen, zu vielen kommunalen Leistungen besteht ein enger Zusammenhang, Einnahmen fließen stetig, und die Belastung verteilt sich auf zahlreiche Schultern. Unverständlich also, warum die Grundsteuer in den bislang diskutierten Modellen einer Gemeindefinanzreform nicht vorkommt. Allerdings wirkt sie auf die Siedlungsentwicklung expansiv. Denn ausgerechnet bebaubare, also unbebaute, aber erschlossene Grundstücke sowie die wegen des hohen Anteils an Erschließungs- und Nebenflächen stark flächenzehrenden und mit hohen Folgekosten verbundenen Ein- und Zweifamilienhaussiedlungen in den Randzonen werden am geringsten belastet. Anreize für die nötige Innenentwicklung und für eine flächensparende Bebauung (Hochhäuser zählen nicht dazu!) sind in der Grundsteuer aktueller Prägung nicht enthalten.
Die Kommunen stehen außerdem untereinander in einem einfalls- und nahezu aussichtslosen Wettbewerb um Unternehmen (Gewerbesteuer) und Einwohner (Einkommensteuer) und verausgaben für die Baulandbereitstellung Millionenbeträge. Das Preisgefälle zwischen Stadt und Land im Verein mit der Steuerpolitik nötigt die Städte und Gemeinden zu einem solchen Expansionskurs. Dabei hat sich längst herumgesprochen: Arbeitsplätze, die an einem Ort geschaffen werden, gehen andernorts verloren und sind ohnehin recht flüchtig; die Menschen ziehen nur von einer Kommune in die andere. Klinkt sich eine Kommune aus diesem Wanderzirkus aus, droht ihr bislang die Ausblutung. Wie auch immer: Viele werden früher oder später vor dem unbezahlbaren Trümmerhaufen ihrer Zersiedelung stehen.
Deutlich wird, dass sich Nachhaltigkeit mit den alten Rezepten nicht gestalten lässt. Investitionen auf der so genannten grünen Wiese und im Umland der Hochpreisregionen sind nur kurzfristig rentabel. Staat und Politik sind daher gefragt, korrigierend einzugreifen. Kommunen ebenso wie ihren Bewohnern und den Unternehmen muss nicht mehr länger Expansion, sondern Bestandspflege, Kompaktheit im menschlichen Maßstab und Verweilen am Ort so attraktiv wie möglich gemacht werden. Besonders für Familien muss das Leben in der Stadt angenehm werden, Unternehmen muss die Entscheidung für einen städtebaulich integrierten Standort unterm Strich Vorteile bringen. Die Kosten für Bau, Unterhalt und Sanierung der Infrastruktur müssen verursachergerecht verteilt werden. Die Kommunen müssen in einen Wettbewerb um nachhaltige Entwicklung treten, sich nach Kräften um die Wohn-, Standort- und Lebensqualität und um individuelle Bedürfnisse der lokalen Wirtschaft kümmern können.
So sollte die Grundsteuer künftig ideell wie materiell eine viel größere Rolle spielen und in ihrer lenkenden Wirkung neu ausgerichtet werden. Innerhalb der Siedlungen müssen sich mit ihrer Hilfe das Bauen wie auch das Ausnutzen und der Eigentumswechsel des Gebauten und Erschlossenen wieder lohnen. Das läuft nicht nur auf eine andere Bemessung hinaus, bei der Größe und Lage des Grundstücks und der Bodenwert maßgeblich sein müssen, sondern auch auf eine deutliche Mehrbelastung erschlossener und/oder untergenutzter Grundstücke. Für diese Zwecke kann mit Hilfe einer Stichtagslösung und unter Zuhilfenahme des Baugesetzbuches der besiedelte Bereich einer Kommune dauerhaft von dem so genannten Außenbereich unterschieden werden.
Doch eine runderneuerte Grundsteuer genügt nicht. Grunderwerb im besiedelten Bereich sollte von der Grunderwerbsteuer befreit werden. Die Gewerbesteuer sollte zur Ansiedlung von Betrieben auf bereits erschlossenem Gelände anregen. Und der Anteil der Städte und Gemeinden an der Einkommensteuer könnte variabel gestaltet werden: Kommunen, die ihre Kräfte und Investitionen nachweislich auf den Bestand konzentrieren, die zudem in hohem Maße in Grünräume und Lärmminderung investieren, sollten einen Zuschlag erhalten. Auch der Finanzausgleich bietet zahlreiche Möglichkeiten, den Kommunen eine langfristig vernünftige Entwicklung schmackhaft zu machen. Auf diese Weise können Finanzautonomie und Finanzkraft der Kommunen nachhaltig gestärkt und die Gemeindefinanzierung über den Tag hinaus reformiert und somit zukunftsfest gemacht werden.

www.taz.de

16.10.2003
Großenhain: Abrissbirne schwebt über dem Külz-Viertel
Die meisten Fenster sind schon herausgenommen, die Klingeln abmontiert, die Parkplätze verwaist. Die drei Blöcke in der Dr.-Külz-Straße 49 bis 65 bieten einen trostlosen Anblick. Gestern zog der Allerletzte der 61 Mieter aus. Denn noch in diesem Jahr soll in die Häuser der Wohnungsgesellschaft die Abrissbirne einschlagen – Beginn des „Stadtumbaus Ost“ in Großenhain, den der überhand nehmende Leerstand nötig macht.
„Es ist schon ein komisches Gefühl, wenn man jetzt davor steht, irgendwo erschreckend“, beschreibt Gabriele Naumann ihre Eindrücke. Am vergangenen Sonntag fuhr sie noch mal in die Külz-Straße und machte ein paar Erinnerungsfotos von dem Ort, an dem sie zwölf Jahre lebte. „Ich habe gerne hier gewohnt und mich ausgesprochen wohl gefühlt.“ Doch auch sie musste raus. Am 8. September verließ sie als Drittletzte ihre Vier-Raum-Wohnung im Aufgang 49, dritter Stock gen Käthe-Kollwitz-Straße. Wie sie betont, hat sie sich mit ihrer neuen Bleibe – ebenfalls eine der Wohnungsgesellschaft – nicht verschlechtert. Auch die Miete sei gleich geblieben.
Wie lange Gabriele Naumanns altes Zuhause noch steht, hängt davon ab, wann die Fördermittel für den Abriss bewilligt werden. Die Wohnungsgesellschaft hat in Abstimmung mit der ortsansässigen Wohnungsgenossenschaft über die Stadt Großenhain im Rahmen des Programmes „Stadtumbau Ost“ Gelder beantragt. Die beiden Geschäftsführer, Jürgen Reimitz und Jochen Leubner, rechnen in den nächsten Tagen mit einem Ergebnis. Dann könne es sofort losgehen. „Alle Vorbereitungen sind getroffen, die Wohnungen seit Juli frei gelegt, die Ausschreibungen raus“, sagt Leubner.
Seine Genossenschaft, die mit zirka 14 Prozent Leerstand zu kämpfen hat, reißt vielleicht schon Anfang November die Dr.-Semmelweis-Straße 1 bis 7 ab. „Alle der 21 Mieter bleiben bei uns und fast alle auf dem Kupferberg wohnen“, erläutert der Geschäftsführer.
Am Zeitplan ändert auch der vorige Woche bekannt gewordene Stopp des Landesrückbauprogrammes nichts. Weil man sich in Großenhain eben für das andere Programm, den „Stadtumbau Ost“, entschieden hat. „Denn da können nach Abriss zusätzliche Gelder für die Freiflächengestaltung beantragt werden“, nennt Gesellschaftschef Jürgen Reimitz einen Grund.
In den nächsten Jahren geht der Rückbau weiter. Insgesamt 360 Wohnungen will die Gesellschaft bis 2006 abreißen. Der Auszug läuft auf Hochtouren. Laut Reimitz wurden schon für 189 der 220 Mieter Lösungen gefunden. Nur die Hälfte bleibe jedoch dem Großenhainer Großvermieter treu, vor allem auf Grund des fehlenden Angebots von Wohnungen.

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16.10.2003
Angermünde: Die letzten Tage der Geisterhäuser
Noch in diesem Jahr soll mit dem Stadtumbau in Angermünde begonnen werden. Wie Baudezernent Lutz Köhler informierte, sind die notwendigen Mittel für die erste Phase bis auf einen Restbetrag beisammen. Voraussichtlich ab Dezember könnte es mit der Entkernung der letzten Häuserzeile in der Gustav-Bruhn-Straße losgehen. Der Abriss ist für die zweite Hälfte des Jahres 2004 anvisiert.
Wenn eine Baumaßnahme beginnt, ist das meist ein freudiges Ereignis für die Investoren und die Stadt. Bauen heißt in die Zukunft investieren und Arbeit für Firmen. In Falle des Stadtumbaus, der noch in diesem Jahr und damit eher als gedacht, beginnen soll, ist das ganz anders. Erstmals seit vielen Jahren wird etwas im großen Stil abgerissen, worauf man noch vor 20 Jahren stolz war.
Die zuletzt gebauten Blöcke in der Gustav-Bruhn-Straße werden die ersten sein, die wieder verschwinden. "Es ist kein Anlass zum Jubeln, aber es muss sein", sagt Baudezernent Lutz Köhler. Der immense Leerstand in Angermünde und die damit verbundenen Kosten für die Wohnungsunternehmen lassen keine andere Wahl.
Der Bewilligungsbescheid über 500000 Euro Fördermittel reicht jedoch vorerst nur, um vier von fünf vorgesehenen Blöcken abzureißen. "Wir bemühen uns derzeit noch, die restlichen Mittel für den fünften Block vom Land zu bekommen. Es fehlen 59000 Euro", so Lutz Köhler. Gelingt das nicht, soll dennoch mit dem Abriss von vier Blöcken begonnen werden. Die Stadt muss 125000 Euro zulegen, um die schon in Aussicht gestellten Fördermittel abrufen zu können. Eine Investition, die sich insofern lohnt, dass noch in diesem Jahr Leute im Rahmen einer ABM zur Entkernung zumindest für einige Monate in Lohn und Brot gebracht werden. Für nächstes Jahr sind die Aussichten für Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen schon schlechter. In dieser Woche wird eine Entscheidung des Arbeitsamtes erwartet.
Zehn ABM-Kräfte sollen den Rohbauzustand wiederherstellen. Das heißt, innen muss alles raus, ob Einbauschränke, Sanitäranlagen, Fußbodenbeläge, Dämmschichten, Küchen, Balkon- und Treppengeländer, Rohrleitungen und Einbauten der Mieter. Einige Arbeiten wie z. B. auf dem Dach und die Entsorgung von Sondermüll werden von Firmen übernommen. Auch Fenster und Türen kommen raus.
Einige wiederverwendbare Teile bauen BWG und die Wohnungsgenossenschaft Uckermark selbst aus, um sie für Werterhaltungsmaßnahmen in anderen Häusern zu nutzen.
Die bei der Entkernung anfallenden Metalle werden verschrottet und bringen so noch ein paar Euro ein. Der Bauschutt wird abtransportiert.
Mit den fünf Blöcken der Gustav-Bruhn-Straße 17 bis 36 würden insgesamt 208 von mehr als 500 überschüssigen Wohnungen in Angermünde verschwinden. Die jetzt vor dem Abriss stehenden Wohnungen der BWG sind soweit leer gezogen, die letzten zwei Mietparteien der WG Uckermark ziehen zum Jahresende aus. Wann genau Rückbaubeginn ist, steht noch nicht fest. "Wir haben noch keine Einzelbestätigung, die ist aber beim Landesbauamt Cottbus beantragt", informiert Lutz Köhler. Er rechnet damit, dass es im Dezember losgeht.
Nach der Entkernung werden die Abrissarbeiten ausgeschrieben. Das geschieht eventuell in der zweiten Jahreshälfte 2004. Im Frühjahr, so der Baudezernent, wird sich voraussichtlich die Arbeitsgruppe Stadtumbau wieder zusammensetzen, sich mit der Gesamtleerstandsentwicklung beschäftigen und über möglichen weiteren Abriss diskutieren. Ein Umbau innerhalb von Blöcken und die Schaffung attraktiver Wohnungen im neuen Schnitt wie in Schwedt wird in Angermünde aufgrund der finanziellen Situation der Wohnungsunternehmen in den nächsten Jahren nicht drin sein. Sie haben einen Antrag auf Entschuldung gestellt, der wichtig ist für die künftige Liquidität.

www.moz.de

15.10.2003
Halle: Mehr Grün nach Abriss
Der Abriss alter Plattenbauten aus DDR-Zeiten nimmt in Halle jetzt ordentlich Fahrt auf. Vor allem die großen Vermieter wollen sich zahlreicher leer stehender Gebäude entledigen, nachdem nun die Fördermittel aus den Töpfen des Stadtumbaus Ost endlich auch fließen. Auf der Silberhöhe beispielsweise sollen gesamte Straßenzüge bald ein anderes Aussehen erhalten.
Die Wohnungsunternehmen sehen darin natürlich eine große Chance. Denn leere Häuser kosten eine Menge Geld. Und wie im Falle der "Frohen Zukunft" hat der Abriss den positiven Nebeneffekt, dass der Leerstand in anderen Wohnhäusern schwindet. Denn viele Mieter ziehen in freie Wohnungen des Unternehmens.
Doch der Abriss birgt auch eine Chance für das Stadtbild. Die entstehenden Freiflächen bieten Platz für mehr Grün und beziehungsweise oder für mehr Parkplätze in den Neubauvierteln. Und bekanntermaßen ist die Saalestadt mit beidem nicht reichlich gesegnet.

www.mz-web.de

15.10.2003
Luckenwalde: Abrisshaus nun unter Schutz
Das Haus in der Beelitzer Straße 18 in Luckenwalde (ehemals Paeschke) steht schon lange leer und wirkt ziemlich heruntergekommen. Nicht viel anders sieht es mit dem benachbarten Gebäude (ehemals Fischladen) aus. Die Stadt favorisiert deshalb innerhalb ihres Programms zum Stadtumbau den Abriss beider Gebäude. An dieser Stelle sollen der Kreuzungsbereich aufgeweitet und dahinter Parkplätze geschaffen werden.
Die Abrissgenehmigung der Unteren Baubehörde lag bereits vor. Die Lugewo als Eigentümerin des Hauses Nummer 18 wollte im August mit dem Rückbau beginnen, der vom Land gefördert wird.
Doch kurz vor Beginn der Bauarbeiten stellte die Untere Denkmalbehörde das Haus Beelitzer Straße 18 unter Denkmalschutz. Lugewo-Geschäftsführerin Elke Bogner hat dafür kein Verständnis, zumal die Abbruchgenehmigung schon mit dem Segen der Denkmalbehörde erteilt worden war.
"Die Lugewo hat Widerspruch eingelegt", sagte Elke Bogner. Das Gebäude sei verfallen, weise statische Probleme auf und biete künftig keine wirtschaftliche Nutzungsmöglichkeit. Da die Aufträge für den Abbruch bereits ausgelöst waren, sei der Lugewo auch wirtschaftlicher Schaden entstanden, so Elke Bogner. Aus ihrer Sicht könne wegen bautechnischer Probleme auch das benachbarte Haus nicht abgerissen werden.
Das Landesamt für Denkmalschutz habe in den vergangenen zehn Jahren in Luckenwalde kaum ein Gebäude unter Schutz stellen lassen, erklärte Norbert Jurtzik, Leiter der Unteren Bauaufsicht des Kreises, ein Versäumnis des Landes. Deshalb sei das Haus nicht auf der Denkmalliste und zunächst der Abriss genehmigt worden.
Im Nachhinein habe die Denkmalbehörde des Kreises den Denkmalwert des Gebäudes Beelitzer Straße 18 festgestellt. Das alte Fachwerkhaus habe Orts-, baugeschichtliche und städtebauliche Bedeutung, so Jurtzik. Es handele sich um das älteste Haus der Straße und möglicherweise des ganzen Stadtviertels. Das Fachwerk sei intakt und der Original-Grundriss noch vorhanden. Jurtzik bedauert aber, dass zunächst eine Abbruchgenehmigung gegeben wurde, die man dann zurücknehmen musste.
Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide respektiert die Einschätzung der Denkmalschützer, hält den Erhalt des Hauses städtebaulich aber für nicht sinnvoll. "Das Haus hat unbestritten Qualitäten, steht aber am falschen Fleck", erklärte sie im jüngsten Hauptausschuss. "Wir können uns beim Stadtumbau einen eindimensionalen Blick nicht leisten", sagte sie weiter. Solange keine neue Nutzung für das Haus in Aussicht stünde, erkenne sie keinen Sinn, es zu erhalten. "Dieser Standort an einer viel befahrenen Straße hat keinen Wohnwert", sagte die Bürgermeisterin gestern gegenüber der MAZ.
www.MaerkischeAllgemeine.de 

14.10.2003
Sachsen-Anhalt: „Platte“ wird immer mehr zum Leerstands-Verlierer
Trotz milliardenschwerer Programme für den Stadtumbau Ost brennt den Wohnungsgesellschaften in Sachsen-Anhalt das Problem leer stehender Wohnungen unter den Nägeln. Das ergab eine Umfrage. Besonders in den DDR-Plattenbausiedlungen ist der Leerstand rasant in die Höhe geklettert. Zehntausende Sachsen-Anhalter kehrten dem Land auf Arbeitssuche den Rücken. Wer es sich leisten kann, zieht in den sanierten Altbau oder ins Eigenheim.
In dem schleppenden Verlauf des Stadtumbauprogramms Ost sehen etliche Wohnungsgesellschaften das Haupthindernis bei Abriss, Sanierung und Umfeldgestaltung in den Großplattensiedlungen. In Sachsen-Anhalt sind laut Bauministerium von 1,3 Millionen Wohnungen rund 373 000 in industrieller Plattenbauweise errichtet worden. Bis zum Jahr 2010 sollen 135 000 Wohnungen abgerissen werden, davon 75 000 „Platten“. Bisher fielen aber erst 3400 Wohnungen der Abrissbirne zum Opfer.
Bis zum Jahr 2009 stehen aus dem Programm Stadtumbau Ost aus Bundes-, Landes- und kommunalen Mitteln in Sachsen-Anhalt rund 435 Millionen Euro für den Abriss dauerhaft leer stehender Wohnungen und für die Verbesserung des Wohnumfelds zur Verfügung.
„Die Platte wird zunehmend zum Leerstandsverlierer“, sagte der Direktor des Verbandes der Wohnungswirtschaft Sachsen-Anhalt Jost Riecke. Die Leerstandsquote liegt bei durchschnittlich 19 Prozent. „Sorgenkinder sind die 16-Geschosser und die Sechs-Geschosser ohne Fahrstuhl“, sagte Riecke. Dennoch gibt er der Platte eine Chance. „Sie ist nicht zuletzt wegen der insgesamt vergleichsweise günstigen Mieten eine unverzichtbare Alternative“. Der Verbandschef beklagte, es gebe zu viele bürokratische Hemmnisse für die Wohnungsgesellschaften. Die Mittel aus dem Stadtumbauprogramm würden insbesondere vom Bund zu zögerlich fließen.
Der kaufmännische Geschäftsführer der Wohnungs- und Baugesellschaft Wolfen-Nord, Uwe Reinholz, berichtete, erst in diesem Jahr seien wegen zu spät geflossener Mittel die eigentlich schon für das vergangenen Jahr geplanten Wohnungen abgerissen worden. Mit einer Leerstandsquote von 30 Prozent dürfte Wolfen-Nord zu den Spitzenreitern in Sachsen-Anhalt gehören. Bisher seien rund 1200 Wohnungen abgerissen worden, 5000 sollen es einmal werden. 8000 Wohnungen sollen erhalten bleiben. „Unser Entwicklungskonzept ist so, dass wir den Abriss jederzeit stoppen können“, sagte Reinholz. Sollten sich im Zuge der EU-Ost-Erweiterung verstärkt Firmen im ChemiePark Bitterfeld-Wolfen ansiedeln, gebe es Wohnungen für die Beschäftigten.
„Der Stadtumbau Ost muss allererste Priorität haben, vor allen anderen städtebaulichen Maßnahmen, sonst werden die Großsiedlungen zu Geisterstädten und wir bekommen noch mehr soziale Probleme“, sagte der Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg, Heinrich Sonsalla. Die Gesellschaft will von ihren
37 000 Wohnungen 6000 abreißen. „Das würde unsere Probleme erheblich vermindern“. Allein in Neu Olvenstedt stehe von 5100 Wohnungen jede zweite leer.
In der einstigen sozialistischen Vorzeigesiedlung Halle-Neustadt - einst eigens für die Chemiearbeiter von Leuna und Buna auf der grünen Wiese gebaut – lebten bis zu 90 000 Menschen. Heute sind das nach städtischen Angaben noch rund 55 000 Einwohner, die ihrer „Platte“ noch die Treue halten. Nachdem im Sommer 2003 mit dem Rückbau des ersten Großblocks begonnen wurde, soll die Abrissbirne noch mindestens weitere 2000 Wohnungen bis zum Jahr 2010 den Garaus machen, sagte eine Sprecherin der Halle-Neustädter Wohnungsgesellschaft GWG. Zum Unternehmen gehören rund 13 000 Wohnungen in der Plattenbausiedlung, die heute ein Stadtteil von Halle ist.
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