Newsticker Archiv Oktober 2003
31.10.2003
Ostdeutsche Bauminister wollen mehr Altschuldenhilfe
Die ostdeutschen Bauminister erwarten vom
Haushaltsausschuss des Bundestages eine Zustimmung zur vorgesehenen Aufstockung
der Altschuldenhilfe für Wohnungsunternehmen. Nur bei mehr Entlastung könnten
sich die Wohnungsunternehmen weiterhin am notwendigen Stadtumbau beteiligen,
hieß es in einer gemeinsamen Erklärung nach einem informellen Treffen in
Potsdam. Der Bundestagsausschuss für Bauen, Wohnen und Verkehr hatte kürzlich
beschlossen, die Mittel für die Altschuldenhilfe um 375 Mio. Euro aufzustocken.
www.welt.de
31.10.2003
Mecklenburg-Vorpommern: "Haben keine starke Lobby"
In den Wohnungsunternehmen der Region nichts
wesentlich Neues: Bei einem Stammtisch in Torgelow, zu dem Maria-Theresia
Odendall, Geschäftsführerin der Ferdinandshofer und Löcknitzer
Wohnungsgesellschaften, und Vertreter der Torgelower Wohnungsgenossenschaft
eingeladen haben, wurde dies erneut deutlich. Probleme erwachsen den Unternehmen
nach wie vor aus dem Wohnungs-Leerstand, aus dem Altschuldenhilfe-Gesetz sowie
aus dem Verhalten der Banken, sagte Maria-Theresia Odendall. "Die
Kreditinstitute arbeiten nicht mit, sondern gegen uns", erklärte die
Geschäftsführerin. Diese Erfahrung habe sie bei mehreren Banken machen müssen.
Wenn die Finanzleute hören, dass ein Wohnungsunternehmen einen Kredit aufnehmen
möchte, sei das Gespräch meistens schon beendet. "Und die Kommunen scheuen sich,
Bürgschaften zu übernehmen", sagte die Geschäftsfrau. Bernd Neumann, Chef der
Ueckermünder Wohnungsbaugenossenschaft (UWG), sieht sich mit den gleichen
Problemen konfrontiert. Seiner Ansicht nach sei es zwar gut, dass Schwerins
Bauminister Helmut Holter die Altschulden gestrichen haben möchte. Doch
das sei ein frommer Wunsch, denn die Wohnungsunternehmen haben keine starke
Lobby. "Und die ist nötig, um Politiker zu bewegen", sagte Neumann.
Amtskollegin Ursula Rosenberg von der Torgelower Wohnungsbaugesellschaft
kritisierte die "undurchsichtige Bilanzpolitik der Banken". Die Kreditinstitute
gingen keine Kompromisse ein, was den Unternehmen die Arbeit erschwere.
Ein Großteil der wirtschaftlichen Schwierigkeiten ergibt sich für die
Wohnungsunternehmen aus dem Leerstand. Der liegt im Bereich der UWG bei etwa 22
Prozent, sagte Neumann. Im Bereich Altwigshagen, Wilhelmsburg und Leopoldshagen
sei die Leerstandsquote bei durchschnittlich 14,5 Prozent angelangt, sagte
Maria-Theresia Odendall. In Torgelow habe sich von 2000 bis 2002 der "Leerstand
verdoppelt, bis 2003 seien noch drei bis vier Prozent dazu gekommen", sagte
Ursula Rosenberg.
Auf ein Aktionsprogramm haben sich die Teilnehmer der Runde nicht geeinigt, aber
auf Vorschläge. So wäre es hilfreich, wenn es eine Subventionierung der Zinsen
bei den Altschulden gäbe, sagte Maria-Theresia Odendall. Das Land könnte ihrer
Meinung nach Bürgschaften für Umfinanzierungen geben. Ein anderer Weg wäre es,
zum Beispiel die Betriebskosten für länger leer stehende Wohnungen zu senken -
durch entsprechende Vereinbarungen zum Beispiel mit Energie- und
Wasserversorgern oder auch Entsorgungsunternehmen. Im Dezember werden sich die
Vertreter der Wohnungsunternehmen erneut treffen. Dann soll es um gemeinsame
Strategien gehen, mit denen sie sich bei Landes- und Bundespolitikern Gehör
verschaffen können.
www.nordkurier.de
30.10.2003
Greifswald: Wohnungsbaugesellschaft eröffnet
Informationsbüro für Mieter
Der Stadtumbau Ost soll im nächsten Jahr im
Ostseeviertel beginnen. Die Planungen für das erste Wohnquartier Helsinkiring/
Riemser Weg (A4) sind abgeschlossen. Baubeginn ist das Frühjahr 2004. Aus diesem
Grund richtet die Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft mbH Greifswald (WVG)
in der Tallinner Straße 7a ein Mieterinformationsbüro ein, das heute um 14 Uhr
eröffnet wird. Interessenten können sich die zukünftigen Grundrisse der
Wohnungen anschauen und werden von kompetenten Mitarbeitern beraten. Geöffnet
hat das Büro heute bis 18 Uhr.
www.OSTSEE-ZEITUNG.DE
29.10.2003
Wittenberge: Firmen"spritze" für
Pflegearbeiten
Das Wohnhaus mit der Bäckerstraße 20a und b hat, als es noch stand, ob seiner
Mieter für so manches Problem gesorgt. Jetzt ist es abgerissen, die
Abbruchfläche muss gepflegt werden. Auch das ist nicht unproblematisch.
Willige Nachbarn rechts und links gibt es. Ernst Hessler auf der Seite zum
Packhof und Angelika Thielert auf der Seite zur Bürgerstraße kümmern sich schon,
damit aus der Abrissfläche keine Brache auf Dauer wird. Das wäre schließlich
auch keine Lösung für sie, die ja ihre Grundstücke in direkter Nachbarschaft
haben. Aber ganz auf sich gestellt, ohne wohlwollende Unterstützung aus der
Kommune, wolle er nicht tätig werden, so hatte Ernst Hessler dem "Prignitzer"
gegenüber seine Position dargestellt (die Redaktion berichtete am 21. Oktober).
Auch Angelika Thielert sagt zur Pflege ja, erwartet aber, dass die Pflegenden
unterstützt werden.
Das Haus in der Bäckerstraße 20a und b ist nicht einfach so abgerissen worden.
Sein Abbruch gehörte zum Stadtumbau - und der wird bekanntlich gefördert.
Gefördert werden über dieses Programm auch Aufwertungsmaßnahmen in den
Stadtgebieten, erklärt der Architekt Wolf Kaufmann, bei der BIG Städtebau
zuständig für die Stadtsanierung in Wittenberge.
Auch eine Grünfläche statt eines maroden Hauses und die ständige Pflege - nur
dann gedeiht das Grün nämlich auf Dauer gut - werten eine Straßenecke, ein
Gebiet auf: So logisch dieser Gedanke ist, aus der Aufwertungsförderung könne
derzeit die Instandhaltung von Abbruchflächen nicht finanziert werden. Auch für
eine Zwischenlösung, weil eine Abrissfläche beispielsweise später wieder bebaut
werden soll, gebe es kein Fördergeld, so Kaufmann.
Die BIG Stadtbau, die ihren Hauptsitz in Kiel hat, und die Firma Eggers, wollen
im Fall der Bäckerstraße die Pflegenden unterstützen: Die BIG in Kiel mit einer
finanziellen Spritze für 2003 und 2004, so erklärte es Wolf Kaufmann. Auch die
Firma Eggers, die beim Stadtumbau mit Aufträgen im Boot ist, zeigt sich
spendabel. Der Wittenberger Geschäftsführer Rainer Schmidt teilte Ernst Hessler
mit, dass das Unternehmen für einen Rasenmäher, für Saat und Dünger aufkommen
wird. Spenden, die im Fall der Bäckerstraße weiterhelfen. Eine dauerhafte Lösung
sei es nicht, sagt Ernst Hessler, denn die Pflegenden seien dauerhaft belastet.
Worte von Gewicht, wenn man bedenkt, dass es ja mittlerweile eine ganze Reihe
von ähnlichen Flächen in der Stadt gibt.
Das städtische Bauamt hatte versucht, einen Förderweg zu finden. Aber, so
gestern der stellvertretenden Bauamtsleiter Hubert Mackel, alle Versuche beim
Land seien gescheitert.
Deshalb sei es eben auch so wichtig, dass sich Bürger des Geländes annehmen, so
wie es hier in vorbildlicher Manier geschehe.
www.svz.de
29.10.2003
Freital: Abrissbirne eingepackt - Fördertopf ist leer
17 leerstehende und marode Häuser wollte die
Wohnungsgesellschaft Freital (WGF) in diesem Jahr abreißen. „Tatsächlich
verschwunden sind nur zwei, drei Objekte“, sagt WGF-Geschäftsführer Uwe Rumberg.
So zum Beispiel das Hotel Oehme.
Der Grund sind fehlende Gelder. Die WGF hatte Anfang des Jahres einen
Förderantrag beim Land gestellt. Für den Stadtumbau, was in den neuen
Bundesländern vor allem Abriss bedeutet, stellen Bund und Land Gelder zur
Verfügung. Der Topf war allerdings schnell leer. „Wir hatten schon gehofft,
Fördergelder zu erhalten, zumal wir den Antrag gleich am Anfang des Jahres
gestellt hatten“, sagt Rumberg. Doch die WGF ist leer ausgegangen. Deshalb muss
für dieses Jahr die Abrissbirne wieder eingepackt werden. „Denn die Beseitigung
der 17 Objekte hätte uns rund eine halbe Million Euro gekostet, die können wir
nicht aus eigener Kraft aufbringen, es sei denn, zu Lasten unserer Mieter“,
erläutert Rumberg. Denn Gelder, die in den Abriss fließen, stehen nicht für die
Modernisierung und Instandsetzung zur Verfügung.
Die Wohnungsgesellschaft hofft nun auf nächstes Jahr. „Denn nötig ist der Abriss
angesichts der 29 Prozent Leerstand“, sagt Rumberg. 20 Prozent des
WGF-Wohnungsbestande würden nämlich nicht wegen fehlender Mieter leer stehen,
sondern wegen des maroden Zustandes. Bei den Häusern lohnt eine Sanierung
einfach nicht. Zum einen, weil die Bausubstanz kaum mehr zu retten ist. Zum
anderen stehen die Gebäude oft an Standorten, wo kein Mieter hinziehen will.
„Uns bleibt da auf Dauer gesehen nur der Abriss“, so Rumberg.
Sollten auch in den nächsten Monaten keine Fördermittel fließen, dann werde die
Gesellschaft das Problem wohl oder übel mit eigenen Mitteln angehen müssen.
Rumberg: „Denn Leerstand ist auf Dauer auch teuer.“
www.sz-online.de
28.10.2003
Weißwasser und Niesky: Weniger Mieter auf mehr Raum
Rein rechnerisch wohnen die Menschen im
Landkreis immer komfortabler. Das geht aus Zahlen, die das Statistische
Landesamt in Kamenz veröffentlicht hat, hervor. Danach hat jeder Einwohner im
Schnitt 3,5 Quadratmeter mehr zur Verfügung als vor vier Jahren. Auch die
durchschnittliche Wohnungsgröße hat danach zugenommen. Insgesamt gibt es heute
rund 130 Wohnungen mehr im Landkreis als noch 1998.
Die Situation in den beiden größten Städten im Landkreis – in Weißwasser und
Niesky – ist durchaus unterschiedlich. „Bei uns hat sich die Wohnungsgröße kaum
verändert“, betont Andreas Taugs, Vorstand der Wohnungsbaugenossenschaft
Weißwasser (WGW). „90 Prozent unserer Wohnungen sind nach wie vor
Drei-Raum-Wohnungen mit 58,5 Quadratmetern.“
Dass der einzelne Mieter heute im Schnitt mehr Quadratmeter zur Verfügung hat,
kann er sich allerdings schon vorstellen. „Wenn die Kinder aus dem Haus sind,
bleiben die Eltern meist in ihrer alten Wohnung. Und Alleinstehende nehmen sich
heute, wo die Wohnungen nicht mehr zugeteilt werden, lieber eine größere
Wohnung, sofern sie es sich leisten können.“ Durch die hohe Anzahl an
leerstehenden Wohnungen – rund ein Viertel der von der WGW verwalteten Wohnungen
stehen leer – wächst die Wohnfläche, die theoretisch pro Einwohner zur Verfügung
stünde, zusätzlich.
Während in der Wohnungsbaugenossenschaft Weißwasser der Zuschnitt der Wohnungen
weitgehend unverändert blieb, wurde bei der Wohnungsbaugesellschaft in Niesky in
vielen Fällen kräftig Hand angelegt. „Wir haben aus mehreren Drei-Raum-
Zwei-Raum-Wohnungen gemacht oder zwei Wohnungen zu einer zusammengelegt. Da wo
vorher drei oder vier Personen wohnten, ziehen heute Alleinstehende oder Paare
ein. Der Anbau von Balkonen hat den Wohnraum zusätzlich vergrößert“, bestätigt
Geschäftsführer Wilhelm Fischer. Mit dem Leerstand von Wohnungen hat er weniger
zu kämpfen. „Da liegen wir schon seit Jahren bei relativ konstanten sechs
Prozent.“ Deshalb gibt es in Niesky auch nicht die Notwendigkeit, in großem Stil
Wohnungen abzureißen. „Wir haben insgesamt etwa 40 abgegeben, indem wir aus
zweien eine gemacht haben.“ Dagegen hat die WGW seit 2002 nach Aussage von
Andreas Taugs rund 800 Wohnungen „rückgebaut“. Er schätzt, dass in Weißwasser in
dieser Zeit rund 2 000 Wohnungen abgerissen wurden.
Neben dem Bevölkerungsverlust der großen Kreisstadt zieht es einen Teil der
Einwohner aufs Land. „Wir verlieren schätzungsweise 40 Familien im Jahr, die
sich im näheren Umfeld von Weißwasser ein Eigenheim angeschafft haben“, sagt der
Vorstand. Dieses Phänomen gibt es in Niesky auch, belastet aber die Statistik
der Wohnungsbaugesellschaft nicht nennenswert. Wilhelm Fischer: „Das hält sich
in etwa die Waage mit denjenigen, die vom Land in die Stadt ziehen, zum Beispiel
ältere Leute, die ihr Haus an die Kinder weitergegeben haben.“
www.sz-online.de
27.10.2003
Die Zukunft des Eigenheims liegt in der Stadt
Die Frage scheint noch immer absurd. Wohnen
im Eigentum in der Stadt? Gibt es das überhaupt? Ist es zeitgemäß? Und ist es
bezahlbar? Die Wüstenrot-Stiftung hat jetzt die Probe aufs Exempel gemacht und
400 Experten aus Kommunalverwaltung, Planung, Wohnungs- und Kreditwirtschaft
sowie Wissenschaft zu einem Hearing nach Ludwigsburg geladen. Und siehe da! Es
gibt nicht nur vereinzelte Beispiele, sondern sogar einen Trend. Der Stadtumbau
in Zeiten der Schrumpfung begünstigt offenbar die zentrumsnahen Lagen. Die grüne
Wiese, auf die noch viele Kommunalverwaltungen aus Faulheit zum Umdenken,
mangelndem Sach- und Fachverstand oder Fehleinschätzung setzen, ist out.
Noch freilich dominieren die negativen Trends. "Es wandern insbesondere junge
leistungsstarke Haushalte mit Kindern ins Umland und dort vorwiegend in das
selbst genutzte Wohneigentum, weil es keine entsprechend zugeschnittenen
Angebote in den Städten gibt", konstatierte Marie-Therese Krings-Heckemeier vom
Berliner Empirica-Institut. Und sie beschrieb die verheerenden Folgen. Mit
abnehmender Einwohnerzahl bricht die Finanzierungsbasis der Städte zusammen.
Wachsende Leerstände an unattraktiven Standorten, schwache Kaufkraft, hoher
Ausländeranteil und Unterauslastung der Infrastruktur führen zum Kollaps des
städtischen Blutkreislaufs.
Doch es mehren sich die Zeichen der Umkehr. Viele Innenstädte werden zu "jungen"
Städten. Die Zahl der Haushaltsgründungen von 15- bis 25jährigen überwiegt bei
weitem die der "stadtflüchtigen" Haushalte dieser Altersgruppe. Immer mehr
Städte - zum Beispiel im Ruhrgebiet - legen konkrete Programme und
"Baulandpolitiken" zur Rückgewinnung der Bevölkerung auf. In Städten wie
Frankfurt/Main, Hamburg, Stuttgart oder Düsseldorf werden ganze Neubausiedlungen
im zentrumsnahen Bereich mit hohem Eigentumsanteil entwickelt - und finden
Akzeptanz.
Selbst die Fachpresse steuert um: "Bauen oder ein Haus in der Stadt kaufen? Zu
teuer, ist die landläufige Meinung", schreibt das Dresdner Immobilienblatt, und
macht eine Gegenrechnung auf: "Auf dem Land sind zumeist die Grundstücke
wesentlich größer. Außerdem entstehen Nebenkosten: der Zweitwagen, um die Kinder
in die Schule zu bringen ... Der teurere Anfahrtsweg für den Waschmaschinen- und
Fernsehmonteur. Oder das Taxi, wenn man doch mal mit Freunden einen Schluck
getrunken hat und kein Bus mehr fährt. Und wenn sich die Lebensumstände ändern?
Wenn die Kinder aus dem Haus sind oder in Bayern wohnen? Wenn man wieder den
Komfort in der Stadt sucht, weil 800 qm Rasen zuviel Arbeit machen? Niemand kann
eine Garantie geben, dass man dann das Haus auf dem Land zum Anschaffungspreis
verkaufen kann. Zwischen 2030 und 2050 werden 1,3 Mio. neue Wohnungen weniger
nachgefragt als heute."
In Ludwigsburg machte der Stuttgarter Planungswissenschaftler Prof. Franz Pesch
bereits heute eine Trendumkehr aus: "85 Prozent der Abwanderer können sich
vorstellen, zurückzukommen." Intelligent konzipierte neue Stadtteile mit
Nutzungsmischung, auf kleinen Parzellen, mit straffen, klar gefassten
öffentlichen Räumen, in attraktiver Lage (Wohnen am Wasser), mit "besonderer
Atmosphäre" (historistisches Fassadendekor) und zeitnahen Lifestyle-Konzepten
(Lofts) ließen sich schon jetzt "ohne jedes Problem vermarkten."
Dabei gewinnt der Faktor "Qualität" zunehmende Bedeutung. Denn, so der
Karlsruher Architekturprofessor Bernd Scholl, "die Konkurrenz der Städte um
Einwohner wird sich bei abnehmender Bevölkerungszahl verschärfen." Scholl
plädierte für neue Ausbildungsgänge, die auf den Innenstadtbereich fokussieren:
"Wir sind im Denkmuster Stadterweiterung erzogen, Innenentwicklung und
Stadtsanierung sind an den Hochschulen ein Nebengebiet und werden vielfach
überhaupt nicht gelehrt. Jetzt müssen wir erstmals zeigen, was wir innen
können."
Für die innerstädtischen Wohnwünsche im Eigentum stellten Christina Simon und
Gerd Kuhn anhand einer Studie für die Wüstenrot-Stiftung Kriterien auf: Die
Projekte müssen zielgruppenorientiert und signifikant sein, Maßstäblichkeit
wahren und Monotonie vermeiden, Privatheit sichern und Dichte bieten, Lagegunst
aufweisen und Wertbeständigkeit garantieren, plurale Wohnformen und individuelle
Vorstellungen ermöglichen. Dann -so die Beispiele aus vielen Städten - sind sie
gefragt.
Georg Adlbert, Geschäftsführer der Wüstenrot-Stiftung, zog ein positives
Resümee. "Die gesellschaftliche Bedeutung des persönlich genutzten
innerstädtischen Wohneigentums nimmt zu. Flächenpotentiale für ein
zielgruppenorientiertes Angebot sind vorhanden. Jetzt kommt es darauf an, dass
die Städte die Entwicklung fördern und steuern. Der Schlüssel dazu sind eine
professionelle Bodenpolitik und ein aufgeklärtes Baumanagement."
www.welt.de
25.10.2003
Cottbus: Bis 2005 Abriss von 2.750 Wohnungen
In den nächsten zwei Jahren werden in Cottbus
mindestens weitere 1.450 Wohnungen abgerissen. Die Finanzierung dafür durch das
Land sei klar, erklärte Brandenburgs Bauminister Frank Szymanski gestern. Hinzu
kommen die 1.300 Wohnungen, die in diesem Jahr insgesamt abgerissen werden.
Damit präzisierte Szymanski verschiedene Angaben, die in den letzten Wochen
teilweise zu Irritationen führten. So stehe für 2004 das Geld für den Abriss von
800 Wohnungen bereit. 2005 sollen dann mindestens 650 Wohnungen folgen. "Dafür
ist das Geld gesichert" , so der Cottbuser Szymanski. Weitere Abrisse seien
möglich, wenn die planerischen Voraussetzungen durch die Stadt, die Vermieter
sowie die Ver- und Entsorger gesichert werden. Bis 2010 sollen in Cottbus
insgesamt 9.000 Wohnungen "vom Markt genommen" werden. Baudezernentin Marietta
Tzschoppe erklärte, die Stadt sei mit den Vermietern in entsprechenden
Abstimmungen. In den nächsten zwei Wochen soll es außerdem weitere Gespräche
zwischen Ministerium, Stadt und Vermietern zum Stadtumbau geben.
www.lr-online.de
25.10.2003
Dortmund: Abriss ist denkbar
Die CDU-Fraktion im Planungsausschuss fordert
"keinerlei Denkverbote", wenn es um den Gesamt- oder Teilabriss unattraktiver
Wohnhäuser geht.
Als Reaktion auf das vom Meinungsforschungsinstitut "empirica" erstellte
Gutachten zur Dortmunder Wohnungswirtschaft der Zukunft abzeichnenden
Wohnungsleerstand schon früh entgegenzuwirken. Was die Fraktion unter anderem
darunter versteht: siehe oben.
Sowohl das Hochhaus an der Kielstraße 26 - das so genannte "Horrorhaus" - als
auch der "Hannibal" in Dortmund seien zwei Objekte, über deren Abriss man
nachdenken sollte, so CDU-Ratsfrau Gerda Horitzky. Darüber hinaus sollten "vielgeschossige
Gebäude" gegebenenfalls um einzelne Stockwerke reduziert worden - einen
entsprechenden Vorschlag hatte die CDU bereits Ende der 80er für die Siedlung
Neuscharnhorst gemacht.
Was die CDU auch will: dass sich das Wohnungsangebot stärker an den Wünschen der
Mieter orientiere. Meint: Der Weg, mehrere kleinere Wohnungen zu einer großen
Wohnung zusammenzulegen, sollte ebenso weiter beschritten werden wie auch der
Ausbau von Wohnungen auf die Bedürfnisse älterer oder in ihrer Mobilität
beeinträchtigter Menschen.
Wobei die CDU dabei nicht nur auf die großen Wohnungsgesellschaften schielt,
sondern auch auf die privaten Hausbesitzer. Diese müssten ihren Beitrag dazu
leisten, unattraktive Wohngebiete attraktiver zu machen.
www.waz.de
25.10.2003
Apolda: Es sind alle mit im Boot
Mit einer direkt dem Thüringer
Innenministerium unterstellten Arbeitsgruppe soll jetzt der Stadtumbau Ost
angekurbelt werden. Das sagte Apoldas Baudezernent Konrad Heinemann in einem
TA-Gespräch. Die Gruppe von Architekten und Stadtplanern (GRAS) traf sich in der
vergangenen Woche erstmals in Apolda zu einer Bestandsaufnahme.
Dabei gab es laut Heinemann großes Lob für den Stand der Planungen. Die
Besonderheit in Apolda: Alle Beteiligten sind mit im Boot und arbeiten aktiv an
der Vorbereitung mit. So planen die Versorgungsträger wie Wasser GmbH und EVA
schon strategisch, wo sich größere Investitionen nicht mehr lohnen. Immerhin:
Ein Zeitfenster von 20 Jahren sollte für den Stadtumbau veranschlagt werden -
schließlich gehe es buchstäblich um einen völligen Stadtumbau. Dabei werden
Entscheidungen, die vielleicht vor dreißig Jahren korrekt waren, den neuen
Gegebenheiten angepasst, indem man ihre Auswirkungen korrigiert.
So gliedert sich der Stadtumbau in drei Bereiche. Zum einen das so genannte
Rückbaugebiet Paul-Schneider-Straße. Es entstand, als die für das ehemalige TO
dringend benötigte Arbeitskräfte angesiedelt werden mussten. Günstig für die
Stadt ist dabei nicht nur die geschlossene Fläche am Rande des bebauten
Gebietes. Günstig ist auch, dass die beiden Eigentümer, die WGA und die AWG, zum
Abriss bereit sind.
Teil zwei des Stadtumbaus ist das Rahmenplangebiet Apolda-Nord. Hier gelte es
laut Heinemann, die laufende Wohnumfeldverbesserung voran zu treiben und
einzelne Gebäude zu entfernen um die Siedlungsdichte aufzulockern. So könne man
erreichen, dass sich der Wegzug verringere und vielleicht wieder Zuzug einsetzt.
Als dritten Bereich nannte Heinemann das Bahnhofsviertel als Aufwertungsgebiet.
Entkernung, Sanierung und Lückenbebauung soll das Wohnen in diesem Bereich
attraktiver werden lassen. Dabei gelte es, nicht die Förderung im Vordergrund zu
sehen, sondern die Eigentümer zu Investitionen zu motivieren.
Insgesamt legen Heinemann und die GRAS größten Wert auf gleichzeitig verknüpfte
Maßnahmen. Erst abreißen und dann aufbauen wäre völlig falsch, meint der
Dezernent. Klaus JÄGER
www.thueringer-allgemeine.de
25.10.2003
Wurzen: Stadtumbau: Abrissbirne pendelt langsam
"Ein bisschen Hoffnung macht der Brief
schon", freut sich Hans-Otto Jurich, Bauamtsleiter der Stadt Wurzen, über ein
Schreiben der Sächsischen Aufbaubank. In diesem sichert die Institution zu, dass
die Fördergelder für den Stadtumbau Ost noch bis zum Jahresende fließen.
"Darauf kann sich Wurzen verlassen", so Andreas Schumann, stellvertretender
Pressesprecher im Dresdener Innenministerium. Unabhängig vom gestoppten
Länderbauprogramm laufe der Stadtumbau planmäßig weiter. Denn hier bündeln
Freistaat und Bund die Hilfspakete. "Wurzen ist vom Aus des
Landesrückbauprogramms weniger betroffen, da wir eher die Bund-Länder-Offerte
nutzen", erklärt Jurich.
Doch auch hier laufe es nicht ohne Holperer. Deshalb reiste Heike Pönicke,
Geschäftsführerin der Wurzener Gebäude-und Wohnungsgesellschaft mbH (WGW),
gestern zur Konferenz "Stadtumbau Ost". Dem Fragezeichen im Motto"Stadtumbau
Ost: auf gutem Weg?" misst Heike Pönicke große Bedeutung zu. "Da denkt sich
jeder seinen Teil." Sicher laufe das Programm und werde hoffentlich auch den
geplanten Umfang beibehalten. Doch auf dem Weg zu einer attraktiven Stadt seien
leider nicht nur die Steine der Abrisshäuser zu beräumen. Zu lange warten die
Unternehmen auf die Fördermittelbescheide.
Damit der Wurzener Umbauplan nicht gänzlich ins Trudeln gerät, sei die WGW auch
schon in Vorleistung für den Abriss gegangen. "70 Euro bekommt man pro
Quadratmeter rückgebauter Fläche", nennt Hans-Otto Jurich Zahlen. Doch das Geld
reiche, angesichts des Zustandes der Häuser, selten. "Die Unternehmen riskieren
wirtschaftliche Schwierigkeiten." "Die kommen auch, wenn der Umbau sich
insgesamt verzögert oder er beschränkt wird", macht Heike Pönicke klar. Sie will
das auch dem zur Konferenz anwesenden Staatssekretär Albrecht Buttolo sagen. Das
Innenministerium beruhigt: "Für 2003 stehen 13 Millionen Euro mehr im
Bund-Länder-Programm."
www.lvz-online.de
25.10.2003
Wittenberg: Neugierig auf die «Aufwertung»
Einfamilienhäuser statt Plattenbau,
altersgerecht wohnen statt Treppen steigen: Die Veränderungen im Neubaugebiet
nördlich der Annendorfer Straße werden in den nächsten zehn Jahren kräftig sein.
Geht es nach dem Rahmenplan, den Stadt und die großen Vermieter vereinbart
haben, bleibt teilweise kaum ein Stein auf dem anderen. 200 Einfamilien- und
Reihenhäuser sollen zum Beispiel die Wohnsilos westlich der Schulstraße ersetzen
- sofern der Stadtumbau Ost auch tatsächlich zu finanzieren ist.
Darin liegt derzeit nämlich das größte Problem. "Wir haben heute noch keinen
einzigen Fördermittelbescheid - nicht einmal für die Blöcke, die bereits
abgerissen sind", sagt der Vorstandsvorsitzende der Wittenberger
Wohnungsbaugenossenschaft (wbg), Hans Keller. Die Folge: Die Vermieter müssen
derzeit für den "Stadtumbau Ost" in Vorleistung gehen. Allein für 2004, hat
Keller ausgerechnet, müsste die wbg eine Millionen Euro vorfinanzieren.
Und das gilt nur für den Abriss. Von "Aufwertung" ist da noch gar nicht die
Rede. Der Hausbau selbst könnte ja von privaten Bauträgern ausgeführt werden.
Aber ein Drittel der Kosten, die für die Aufstellung des Bebauungsplans und
"nachhaltige Erschließung" fällig werden, muss die Stadt selbst bezahlen.
"Angesichts der Haushaltssituation wird das schwer zu erreichen sein", meint
Jochen Kirchner, der Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung bei der
Stadtverwaltung. Zwar gebe es einen Vorschlag dreier Städte - zu denen auch
Wittenberg gehört - diesen Eigenanteil von "Dritten" finanzieren zu lassen,
geklärt ist die Frage allerdings noch nicht. Und so hängt es laut Kirchner
"stark von den Fördermitteln ab", ob, wie und wann das Ziel zu erreichen ist.
www.mz-web.de
24.10.2003
Meißen: können beim Stadtumbau loslegen
Die Stadt Meißen kann beim Stadtumbau Ost
loslegen. Die beantragten Fördermittel sind in voller Höhe bewilligt worden.
Dies sagte gestern der Bundestagsabgeordnete Peter Jahr (CDU) der SZ. In diesen
Tagen gehen die Bewilligungsbescheide raus.
Noch in diesem Jahr kann nach Jahrs Worten der Wohnungsabriss in
Meißen-Triebischtal beginnen. Hierfür wurde mit exakt 211 400 Euro die höchste
Summe bewilligt. Die anderen Gelder werden erst ab dem Jahr 2005 ausgezahlt.
Dies sind im Einzelnen für Meißen-Cölln 102 130 Euro, für die Fischergasse in
Meisatal 66 640 Euro, für die Niederauer Straße Süd 68 950 Euro und für
Niederfähre und Vorbrücke 99 540 Euro.
„Auf die Stadt Meißen kommen keine Kosten hinzu, weil die Kommunen bei diesem
Förderprogramm keinen Eigenanteil zahlen müssen“, so Jahr. Das Land übernimmt
auch die Altschulden, die auf den Gebäuden lasten.
Mit dem Programm „Stadtumbau Ost“ reagieren Bund und Länder auf den
strukturellen Wohnungsleerstand in Ostdeutschland. Damit werden von 2002 bis
2009 insgesamt rund 2,7 Milliarden Euro für die Stadterneuerung zur Verfügung
gestellt.
Gefördert werden mit dem Programm der Abriss leer stehender und langfristig
nicht mehr benötigter Wohngebäude und die Aufwertung städtischer Quartiere in
Ostdeutschland.
www.sz-online.de
24.10.2003
Mecklenburg-Vorpommern: Abriss oder Modernisierung
In Mecklenburg-Vorpommern stehen mehrere 10
000 Plattenbauwohnungen vor dem Abriss. Beim Bund-Länder-Programm „Stadtumbau
Ost“ sind für Rückbauanträge allein aus den Jahren 2002 und 2003 rund 34
Millionen Euro Fördermittel vorgesehen. Bis 2009 reichen die Mittel für den
Abriss von 32 000 Wohnungen. Bei den großen Wohnungsgesellschaften liegt der
Anteil der „Platte“ am Gesamtbestand bei 70 bis 90 Prozent. Die Wohnungen sind
dennoch je nach Modernisierungsgrad, Lage und Baujahr heiß begehrt.
www.OSTSEE-ZEITUNG.DE
24.10.2003
Gotha: Mit Abriss der Platte Leerstand verringern
Vor einem Jahr hat das Stadtplanungsamt das
"Integrierte Stadtentwicklungskonzept" aus der Taufe gehoben. In Zusammenarbeit
mit den Wohnungs- und Versorgungsunternehmen der Stadt soll insbesondere auf den
Leerstand an Wohnungen reagiert werden. Momentan beträgt die Leerstandsquote in
der Residenzstadt 17 Prozent. Um diesen Leerstand stoppen zu können, muss ein
Rückbau von Plattenbauten erfolgen. Da ziehen die städtische Baugesellschaft und
Wohnungsbaugenossenschaft an einem Strang, sagt Stadtplaner Roland Adlich.
Die Wohnungsunternehmen haben die Möglichkeit, Fördermittel aus dem Programm
"Stadtumbau" zu beantragen. Adlich geht davon aus, dass die beantragten
Fördermittelanträge für den Abriss bewilligt werden. Um die Quote auf zehn
Prozent zu senken, müssen aus dem Gesamtwohnungsbaubestand von 29 000 Wohnungen
2400 abgerissen werden, erklärt Adlich. Dies soll bis 2010 abgeschlossen sein.
Bisher wurde mit dem Abriss erst am Wiegwasser begonnen. Weitere Plattenbauten
sollen ab 2004 folgen unter der Voraussetzung, dass die Fördermittel genehmigt
werden.
Die Baugesellschaft hat beispielsweise beantragt, in der Galettistraße 76
Wohneinheiten, am Hohen Sand drei Wohneinheiten und das leerstehende Haus in der
Gartenstraße 23 abzureißen. Die Wbg hat in ihrem Konzept den Plattenbau am
Wiegwasser mit 160 Wohnungen aufgenommen. Auch die Neunte Grundbesitz beteiligt
sich am Stadtumbau und will die Moßlerstraße 4-8 mit 226 Wohnungen plattmachen.
Auf den freiwerdenden Flächen sollen längerfristig einmal Einfamilienhäuser
gebaut werden, um diese Gebiete attraktiver zu gestalten, sagt Roland Adlich.
Der Stadtplaner ist zuversichtlich, dass das Stadtentwicklungskonzept
erfolgreich umgesetzt wird. Nur somit könne dem anhaltenden Einwohnerrückgang
begegnet und Stadtgebiete aufgewertet werden, ist sich Adlich sicher.
www.tlz.de
24.10.2003
Hohenstein-Ernstthal: Zukunftsplan setzt auf Erhalt
der Altstadt
Die knappen Kassen der Karl-May-Geburtsstadt
haben auch ihr Gutes: Weil nämlich in den kommenden Jahren nicht auf Teufel komm
raus, umgebaut, abgerissen und saniert wird, bleibt die historische Altstadt
nahezu unberührt – und damit erhalten. Denn was die alte Bergstadt an
historischer Bausubstanz zu bieten hat, ist nach Ansicht der Dresdner
Stadtentwicklung Südwest gemeinnützige GmbH (Steg) und ihren angeschlossenen
Planungsbüros derart wertvoll, dass der Kern auf Jahrzehnte bewahrenswert ist.
Ein komplizierter Vorgang, denn Hohenstein-Ernstthal laufen die Bürger weg. Um
jährlich 100, so zeigt es eine „Freie Presse“ vorliegende statistische
Berechnung, schrumpft Bevölkerungszahl in der Stadt bis zum Jahr 2015. Doch
weniger Menschen bedeuten auch einen höheren Leerstand an Wohnraum, so dass die
Stadt an einem Abriss in den Wohngebieten nicht vorbei- kommen wird.
Im historischen Kern jedoch soll dies nach Empfehlungen der Planer nur
vereinzelt erfolgen. Zwar gilt das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (Insek),
das gleichzeitig als der Hohenstein-Ernstthaler Beitrag zum in den neuen Ländern
ausgelobten Wettbewerb „Stadtumbau Ost“ gewertet wird, nicht als Gesetz, soll
die Entwicklung der Stadt in kommenden Jahren aber dennoch bestimmen. So sehen
die Verfasser des Papiers eine der wichtigsten Aufgaben im Erhalt des
Gymnasiums, um die Stadt dynamisch zu gestalten und den Zuzug junger Familien zu
fördern. Besagter Rückbau rangiert in der Prioritätenliste auf Platz zwei. Eine
innerstädtische Chance sieht man im Insek auch in der Aufwertung des Areals der
ehemaligen Weberei Berends. Hier sollte ein Spielplatz entstehen.
Um Touristen und Gästen der Stadt einen besseren Eindruck zu bieten, sei eine
Aufwertung des Bahnhofsvorplatzes enorm wichtig – zumal die südliche Stadt durch
den Ausbau der Bundesstraße 173 eine ganz neue Bedeutung bekommt.
Um der steinernen Dominanz von Ernstthal zu begegnen, haben Planer auch das
Goldbachtal unter die Lupe genommen und sehen hier Potenziale einer
aufgewerteten Grünzone bis hin zum Fuchsgrund. Wichtig für die kommenden Jahre
sei es, die Stadt, die 1948 im wesentlichen drei Siedlungsgebiete aufwies, im
Zentrum zusammenzuhalten. Ein klarer Stadtrand, wie etwa in Oberlungwitz zu
erkennen, werde bei Hohenstein-Ernstthal durch die äußere Siedelung auf der
grünen Wiese zunehmend aufgelöst. Dieser Trend soll gestoppt werden.
www.freiepresse.de
23.10.2003
Sonderschutz für Ost-Mieter fällt
Der besondere Kündigungsschutz für viele
Ost-Mieter wird fallen. Darüber sind sich die Bundesregierung und der Bundesrat
einig. Demnach soll die so genannte Verwertungskündigung künftig auch für
DDR-Mietverträge möglich sein. Das Mietrecht räumt dem Vermieter die Möglichkeit
zu kündigen ein, wenn er das Objekt abreißen oder nicht mehr für Wohnzwecke
nutzen will. Diese Regelung ist im Osten jedoch per Gesetz aus dem Jahr 1994
außer Kraft gesetzt. Die Landesregierungen von Sachsen und Sachsen-Anhalt haben
nun beantragt, das Gesetz aufzuheben. Der Bundestag wird sich am Donnerstag
erstmalig mit dem Antrag beschäftigen.
Ziel des Sonderschutz-Gesetzes war es, preiswerten Wohnraum im Osten zu
erhalten. In den vergangenen Jahren hat sich die Situation auf dem ostdeutschen
Wohnungsmarkt jedoch grundlegend gewandelt. Heute stehen dort 1,3 Millionen
Wohnungen leer. Nach Auffassung der Antragsteller gibt es heute in den neuen
Ländern keinen Mangel an preiswertem Wohnraum. Stattdessen würde der wachsende
Leerstand die Wohnungsunternehmen finanziell stark belasten.
Der Unterhalt von fast leer gezogenen Häusern ist teuer. Für viele
Wohnungsunternehmen scheint daher der einzige Ausweg der Abriss zu sein. Dieser
wird jedoch durch die Sonderregelung für den Osten häufig verhindert. Sobald
einer der verbliebenen Mieter einen Mietvertrag aus der Zeit vor dem 3. Oktober
1990 besitzt, gilt der Bestandschutz. Das halten die Vermieter für unzumutbar.
Wohnungsunternehmen haben sich für die Aufhebung der jetzigen Regelung stark
gemacht. Im Antrag des Bundesrates wird sie für verfassungsrechtlich bedenklich
gehalten.
Kritiker wie der Deutsche Mieterbund dagegen warnen davor, das Mietrecht von der
aktuellen Lage auf dem Wohnungsmarkt abhängig zu machen. Mieterbund-Direktor
Rips hält den Antrag der CDU-geführten Länder schlicht für einen
Etikettenschwindel. Seiner Meinung nach rechtfertigen Abrisspläne keine
Verwertungskündigung. Ersatzloser Abriss sei keine wirtschaftliche Verwertung.
www.mdr.de
23.10.2003
Hessen: Stadtumbau West - Zuschlag für fünf Gemeinden
Die Stadt Borken und die Gemeinden Bad
Zwesten, Jesberg, Neuental und Wabern im Schwalm-Eder-Kreis sind als einzige in
Hessen in das Programm Stadtumbau West des Bundesministeriums für Verkehr, Bau-
und Wohnungswesen aufgenommen worden. Bis 2007 stellen Bund und Land Hessen je
zwei Millionen Euro bereit, um Folgen des Strukturwandels abzumildern. Die
Gemeinden selbst steuern eine Million Euro bei, um für brachliegende Flächen und
leer stehende Gebäude neue Nutzungen zu finden.
Die fünf Gemeinden hatten bereits am Projekt Vision 2030 des
Bundesforschungsministeriums teilgenommen und für den Raum Schwalm-Eder West mit
großer Bürgerbeteiligung Konzepte für die Entwicklung von gewerblicher
Wirtschaft, Tourismus und Landwirtschaft entwickelt. Die Zusage der Fördermittel
bedeutet, dass nun einige dieser Ideen verwirklicht werden können. Neue
Nutzungsmöglichkeiten sollen etwa für das Bahnhofsareal in Wabern, die leer
stehende Molkerei in Borken und das renovierungsbedürftige Schloss des
Landgrafen Maximilian in Jesberg gefunden werden.
www3.hna.de
23.10.2003
Zittau: Am Friedensblick kann der Abriss der Häuser
beginnen
Breiten Raum in der heutigen Stadtratssitzung
nehmen die Jahresabschlüsse der drei städtischen Gesellschaften ein. Mit dem
Abriss der Siedlung Friedensblick wird sich der Wohnungsleerstand erheblich
verringern.
Drei Mieter haben zuletzt noch in den von der Stadt „aufgegebenen“ Häusern am
Friedensblick gewohnt. Inzwischen sind auch sie umgezogen. Für die aus dem
vorigen Jahrhundert erbauten Wohnblöcke für die Arbeiter der Jutespinnerei
liegen die Abrissgenehmigungen und die Angebote von Firmen mittlerweile vor. 30
Wohnungen, die längst nicht mehr heutigen Standards entsprechen, sollen
verschwinden.
Danach wird die Leerstandsstatistik der städtischen Gesellschaft „Bauen und
Wohnen“ deutlich freundlicher aussehen. Derzeit verzeichnet man 28 Prozent
unbelegten Wohnraum. Ohne die Friedensthal-Blöcke sind es auf einen Schlag nur
noch zwölf Prozent.
Doch noch wartet Geschäftsführer Peter Engler auf die Gelder für den Abriss der
Siedlung. Sie kommen aus dem Fördertopf für den Stadtumbau. „Bevor die Gelder da
sind, wollen wir nicht beginnen“, sagt er. „Aber organisatorisch ist alles so
weit vorbereitet, dass es losgehen kann. Nach dem Abriss der Blöcke wird nur
eine Freifläche zurückbleiben. Die Idee, eventuell eines der durchaus
geschichtsträchtigen Häuser zu sanieren, hat der Geschäftsführer schnell wieder
fallen gelassen. „Auch das kostet schließlich Geld, und wir müssen hinsichtlich
des Wohnungsbestandes auch mittelfristig den Bedarf bedenken. Derzeit hat
Ostritz rund 3 300 Einwohner. Eine Studie zur Bevölkerungsentwicklung sieht für
das Jahr 2016 im günstigsten Fall nur noch 2 700, im ungünstigsten Fall nur noch
2 000 Einwohner. Zudem leben immer mehr ältere Menschen in der Stadt, und in
wenigen Jahren wird eine ganze Generation völlig fehlen.
www.sz-online.de
23.10.2003
Der Abriss stockt, bevor er losgeht
Der Leerstand bei Wohnungen ist in Zittau
unverändert hoch. Aber selbst die Stadtumbau-Programme des Bundes sind nur
bedingt hilfreich. Experten sind deswegen skeptisch, ob der Stadtumbau in Zittau
in die Gänge kommt.
Das Ziel ist eindeutig und seit Jahren bekannt. „Stadt der kurzen Wege“, nennt
es Stadtentwickler Holger Knüpfer. Oberbürgermeister Arndt Voigt erläutert das
Konzept: Kein größerer Abriss innerhalb des Ringes, dafür in den
Plattenbaugebieten, vor allem in Süd und Ost. So sieht es im Grunde auch das
Zittauer Stadtentwicklungskonzept vor, das bei einem einschlägigen Wettbewerb im
vergangenen Jahr einen zweiten Platz unter 100 Kommunen allein aus dem Freistaat
belegte.
Doch seitdem ruht der Stadtumbau auf dem Wohnungsmarkt. Während Industriebrachen
– wie zuletzt das Federnwerk – dem Erdboden gleichgemacht werden, steigt der
Leerstand in Zittau wegen der Abwanderung eher statt zu sinken. Für Thomas
Reichart kommt das nicht überraschend. Der Professor für Immobilien und
Wohnungswesen an der Zittauer Hochschule ist Mitautor des Zittauer
Wettbewerbsbeitrages vom vergangenen Jahr. Im Fachblatt hat Reichart bereits vor
zwei Jahren auf die Probleme des Stadtumbaus im Osten Deutschlands hingewiesen.
Seitdem hat sich nichts geändert. Reicharts Thesen lauten:
Es besteht die Gefahr, dass der aktuelle Bauzustand ostdeutscher Innenstädte als
städtebaulicher Torso auf Dauer bestehen bleiben.
Die Leerstände konzentrieren sich in der Innenstadt, also im historischen
Baubestand, weniger in den Plattenbausiedlungen.
Für Reichart verspricht deshalb der Ansatz, die Stadt von außen nach innen
zurückzubauen, nur bedingt Erfolg. Er weist auf Probleme hin: „Die Menschen, die
in der Platte wohnen, haben meistens nicht die Abneigung gegen ihre Siedlungen
wie die Politiker.“ Die Stadtplaner, so sagt Reichart, wollen eine „schöne,
kompakte Stadt“. Doch zu wenig würden sie Erkentnisse der Sozialwissenschaft
wahrnehmen.
Für den Wissenschaftler gibt es auch ein ökonomisches Problem, das er mit dem „Schwarzen-Peter-System“
umschreibt: Warum sollten Wohnungsgesellschaften Wohnungen abreißen, die
vermietet sind und damit eigene Mieter verlieren. „Wer nicht abreißt, hat volle
Wohnungen, wer abreißt, hat den Schwarzen Peter“, sagt Reichart. Deswegen
plädiert der Hochschullehrer dafür, die Freiflächen in den Innenstädten für
Parkplätze, Kindergärten und Kinderspielplätze zu nutzen als neu zu bebauen,
Ein- und Zweifamilienhäuser auch auf innerstädtischen Brachen zu errichten,
vorhandene Wohnungen zu gefragten Größen umzubauen. Allein der Abriss tut es
seiner Meinung nach nicht. Zumal die Förderprogramme nicht alle Kosten ersetzen,
die den Unternehmen entstehen. Reicharts Fazit: „Es ist unwahrscheinlich, dass
die mit dem Stadtumbau Ost gewünschten Effekte eintreten. Da wird man mehr Geld
aufwenden müssen.“
www.sz-online.de
23.10.2003
Sachsen: Bürokratie und Geldmangel
bremsen die Abrissbirne
Mit großem Tamtam startete vor zwei Jahren der „Stadtumbau Ost“ – ein
Bund-Länder-Programm von 1,1 Milliarden Euro, das vor allem der Beseitigung
Hunderttausender leer stehender Plattenbauten dienen soll. Doch die Abrissbirnen
kommen zurzeit kaum in Schwung. Das ehrgeizige Vorhaben werde in den Mühlen der
Bürokratie zermahlen, beklagten jüngst Wohnungsunternehmen.
Die Fördergelder würden nur mit monatelanger Verspätung fließen. So seien die
Mittel für voriges Jahr erst im September geflossen und die für dieses Jahr noch
immer nicht ausgezahlt. Planungen würden dadurch ständig über den Haufen
geworfen.
„Diese Unberechenbarkeit ist nicht nachvollziehbar und ärgerlich, weil das Geld
im Grunde da ist“, sagt Gregor Hoffmann, Sprecher der Leipziger
Wohnungsbaugesellschaft LWB. Statt Verlässlichkeit seien unnötige
Hau-Ruck-Aktionen kurz vor Jahresschluss die Folge. „Die Mieter werden
verunsichert und das Vertrauen in die Politik schwindet“, kritisiert Hoffmann.
Ob dieses Jahr noch wie geplant 11 000 Wohnungen verschwinden können, scheint
zumal angesichts des nahenden Frostes ungewiss. Viele Unternehmen sind
enttäuscht, da längst Anträge gestellt, Vorbereitungen getroffen und Mieter
umgesiedelt wurden. Auch trotz großer Förderprogramme entstünden den Unternehmen
hohe Kosten, so Hoffmann. Der Freistaat verschlimmerte die Misere noch, als das
Innenministerium Anfang Oktober sein zusätzliches Landesrückbauprogramm stoppte.
Begründung: Der Staatshaushalt gebe die geplanten fünf Millionen Euro jährlich
für 2003 und 2004 nicht mehr her. Mischa Woitscheck, Geschäftsführer beim
Städte- und Gemeindetag, warnt bereits vor „städtebaulichen Missständen“.
Innenstaatssekretär Albrecht Buttolo räumt im Gespräch mit der RUNDSCHAU eine
„missliche Lage“ ein. Es werde aber „eine deutliche Entspannung geben, wenn die
Unternehmen merken, dass Geld fließt“. So sei die Sächsische Aufbaubank (SAB)
dieser Tage dabei, Gelder des Bund-Länder-Programms für 2003 zu bewilligen.
Zudem bemüht sich Buttolo derzeit, wegen des gestrichenen Landesprogramms die
Kuh vom Eis zu holen. Für davon betroffene Kleinstädte und Dörfer ohne eigenes
Entwicklungskonzept, die nicht ins Stadtumbau-Ost-Programm passten, aber in
Vorleistungen gingen, versucht der Staatssekretär in Gesprächen beim
Finanzminister 1,7 Millionen Euro rauszuholen. Ausgang ungewiss. Für Quartiere
in größeren Städten, die ebenfalls nicht unter die Berliner Förderung fallen,
will Buttolo beim Bund weitere 3,3 Millionen heraushandeln. Dafür habe er
bereits „positive Signale“ gehört.
Buttolo soll bei einer Krisensitzung diese Mammutaufgabe schon mit seiner
politischen Zukunft verbunden haben. Offiziell zeigt er sich jedoch „gelassen“.
Er sei optimistisch den Stadtumbau zu einem Erfolg zu machen. Der Staatssekretär
verweist darauf, dass die Stadtumbau-Gelder für das Programmjahr 2002 im August
von 13,4 auf 26,6 Millionen Euro verdoppelt worden seien. Für 2003 gebe es eine
Steigerung von 8,1 Millionen auf etwa zehn Millionen Euro.
Doch Zoff gibt es auch im Landtag. Nachdem ein Auftritt von Innenminister Horst
Rasch vor der CDU-Fraktionsspitze aufgebrachte Gemüter nicht beruhigte, soll er
in der nächsten Fraktionssitzung erneut vermitteln, wie es weitergeht. Klärung
tut Not: Bis 2010 wollen sächsische Unternehmen 67 000 Wohnungen abreißen, denn
der Leerstand beläuft sich bereits auf 415 000 Wohnungen.
www.lr-online.de
22.10.2003
Rostock: Wohnungsgesellschaft macht mehr Gewinn
Die Wohnungsgesellschaft WIRO in Rostock hat
das Jahr 2002 mit einem Bilanzgewinn von 6,5 Millionen Euro abgeschlossen. Das
seien rund 500 000 Euro mehr als 2001, teilte das Unternehmen mit. Der Gewinn
geht an die Stadt als einzigem Gesellschafter. Der Leerstand in modernisierten
Wohnungen lag den Angaben zufolge bei 3,2 Prozent. Im Laufe des Geschäftsjahres
seien 5041 Wohnungen gekündigt worden, knapp 1300 weniger als im Vorjahr.
www.OSTSEE-ZEITUNG.DE
21.10.2003
Marienberg: Abrisspläne liegen
vorerst auf Eis
Der eigentlich für den Abriss vorgesehene Wohnblock an der Zschopauer Straße 56
bis 68 in Marienberg bekommt womöglich eine Gnadenfrist. Die Stadtverwaltung,
die den 70 Meter langen Schlauch erst im Januar dieses Jahres vom Bund
übernommen hatte, um mit dem Abriss einem Kollabieren des Wohnungsmarktes
zuvorzukommen, verhandelt derzeit eben wieder mit dem Bund über eine Nutzung des
Gebäudes.
Hintergrund ist die geplante Aufstockung des Jägerbataillons um etwa 200 Mann
auf dann 1100 Soldaten. „Innerhalb der Kaserne sind die
Unterbringungsmöglichkeiten für die neuen Kräfte begrenzt“, bestätigt der
Kommandeur des Bataillons, Oberstleutnant Uwe Michl. So prüfe die
Bundeswehrverwaltung derzeit mehrere Möglichkeiten, die neuen Soldaten außerhalb
unterzubringen – eine Option davon sei auch jener Block an der Zschopauer
Straße.
Der Abriss war ursprünglich für das kommende Jahr vorgesehen; unter teilweise
großen Mühen hatten Stadt und Stadtwerke gerade die letzten der noch
verbliebenen Mieter zum Auszug bewegen können. Jetzt ist der Block leergezogen,
wie es im Behördendeutsch so schön heißt, 42 Wohnungen, jeweils 50 Quadratmeter
groß und obendrein noch teilsaniert.
Mit der neuen Entwicklung hat sich die Stadtverwaltung offenbar schnell
abgefunden. Marienbergs Bürgermeister Thomas Wittig sieht die Entwicklung
jedenfalls ganz pragmatisch. Wenn die Bundeswehr den Block nutzen wolle, dann
werde man ihn gern zur Verfügung stellen und den Abriss eben verschieben. Eine
Entscheidung, ob es tatsächlich so kommt, wird womöglich schon im November
getroffen.
Der zuletzt von der Sächsischen Staatsregierung angekündigte Stopp des
landesweiten Rückbauprogramms für dieses und das nächste Jahr hätte übrigens
keine Auswirkungen auf Marienberg, sowohl für den ursprünglich vorgesehenen
Abriss des Blocks an der Zschopauer Straße als auch für den Rückbau auf dem
Mühlberg.
Da die Kreisstadt Fördergeld aus dem Bundesprogramm beantragt hat, stünde den
Maßnahmen demzufolge nichts im Wege. So wird auch der Teilabriss der Blöcke 3
(Silberallee 16 bis 19), 10 (Am Mühlberg 15 bis 18) sowie 6 (Silberallee 1 bis
6) und die sich anschließende Neugestaltung des Areals im nächsten Jahr beginnen
können.
www.freiepresse.de
21.10.2003
Halle: HWG reißt mit Hochdruck
ab
Auf der Silberhöhe wird der Abriss leerer Wohnblöcke beschleunigt. Die Hallesche
Wohnungsgesellschaft (HWG) will allein in der Querfurter Straße in kurzer Folge
vier Objekte mit insgesamt 334 Wohnungen abbrechen. Laut HWG-Sprecher Hartmut
Maurer handelt es sich um das bisher größte Abrissprojekt in Sachsen-Anhalt. "Es
geht jetzt mit Hochdruck voran", sagte er.
Voraussichtlich am 3. November erfolgt der Start in der Querfurter Straße 12.
Der dortige Elfgeschosser steht bereits seit etwa drei Jahren leer und sollte
nach früheren Plänen auf zwei Etagen zurückgebaut werden. Die HWG hatte damals
geplant, in dem Rumpfgebäude eine Mieterberatung einzurichten, verwarf dieses
Vorhaben jedoch aus finanziellen Gründen.
Ebenso will das kommunale Unternehmen noch in diesem Jahr die Querfurter Straße
14-18 abreißen. "Im Februar 2004 folgen dann die Querfurter Straße 20 / 22 sowie
24 / 26", erläuterte HWG-Projektleiter Gerald Putz. Es entstünden Abrisskosten
von einer Millionen Euro, wobei das Arbeitsamt die Hälfte des Betrages
übernehme. 16 ABM-Kräfte seien im Einsatz, die Plattenbauten zu entkernen.
Weitere Fördermittel kämen aus dem Stadtumbauprogramm von Bund und Land, so
Putz, der schon weitere Abrissobjekte ins Visier genommen hat. So den
Elfgeschosser Dresdener Straße 1 / 2, die Friedrich-Hesekiel-Straße 1 (sechs
Etagen) und die Straße der Befreiung 15 (fünf Etagen). Putz: "Zusammen sind das
noch einmal 286 Wohnungen."
Die Silberhöhe verzeichnet besonders hohe Leerstände. 1990 lebten dort rund 40
000 Menschen. Künftig werden es nach Prognosen der Stadt nur noch 15 000 sein.
Deshalb will die HWG dort rund 2 400 ihrer derzeit knapp 4 000 Wohnungen
beseitigen. Maurer sagte, man biete Mietern, die in betroffenen Häusern lebten,
Ersatzwohnraum an und unterstütze beim Umzug. "Den Wohnungswechsel muss man in
Ruhe vorbereiten", erklärte er.
Die Abrissflächen in der Querfurter Straße werden voraussichtlich begrünt. Bei
der HWG hofft man, dass sie im Tausch gegen andere Grundstücke von der Stadt
übernommen werden. Bereits vereinbart ist ein solcher Tausch für Flächen am
Hohen Ufer. Hier haben neben der HWG die Genossenschaften Frohe Zukunft und
Freiheit schon vor einiger Zeit Bestände abgerissen. Die Stadt plante, auf den
freien Grundstücken eine Sportanlage zu errichten. Doch am Montag hieß es im
Rathaus, das Projekt sei im Zuge der jüngsten Etatberatungen gestrichen worden.
"Wir werden dort Wald anpflanzen", sagte eine Sprecherin.
www.mz-web.de
21.10.2003
Sachsen-Anhalt: Die Situation
auf dem ostdeutschen Immobilienmarkt ist «sehr ernst»
Die Immobilienbranche in Ostdeutschland
steckt seit Jahren in der Krise. Allein in Sachsen-Anhalt sind mehr als ein
Viertel aller Unternehmen in ihrer Existenz bedroht. Mögliche Pleiten werden
auch die Kredit gebenden Banken treffen.
Die Immobilienwirtschaft in Ostdeutschland ist 13 Jahre nach der
Wiedervereinigung tief in der Krise. «Die Lage ist nicht nur ernst, sie ist sehr
ernst», sagte Helga Bender, Bereichsleiterin Kommunikation beim Verband
deutscher Hypothekenbanken (VDH), am Montag.Der zunehmende Wegzug sorgt für
wachsende Überkapazitäten, und die damit verbundenen hohen Leerstände belasten
die Unternehmen - mit möglichen schwerwiegenden Folgewirkungen für die Kredit
gebenden Banken. Der stellvertretende Vorsitzende der
CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Arnold Vaatz (CDU), warnte am Montag, dass rund 450
oder rund ein Drittel aller Wohnungsunternehmen im Osten akut insolvenzgefährdet
sind. Die Lage der Unternehmen könnte zu einer «veritablen Bankenkrise» im Osten
führen, sagte er in Berlin.
Der Verband selber sieht die Risiken nicht in erster Linie bei den
Kreditinstituten, sondern vielmehr bei den Wohnungsgesellschaften selber. «Die
Banken haben längst Wertberichtigungen in Milliardenhöhe vorgenommen», sagte
Bender. Die Risiken innerhalb der ostdeutschen Immobilienwirtschaft seien in den
Bilanzen zum größten Teil eingerechnet. «Aber natürlich würden auch uns weitere
Pleiten weh tun», sagte die Sprecherin weiter.
In der Branche selber werde «der eine oder andere vom Markt verschwinden». Als
Hauptgrund für die Krise nennt Bender die staatliche Förderung, die auch nach
dem «Gießkannenprinzip» durchführt worden sei. «Die hohe Förderung hat viele
dazu veranlasst, auch unrentable Projekte zu realisieren», sagte sie. Auf
Förderung könne zwar auch in Zukunft nicht verzichtet werden, es müsse aber «ein
ganzheitliches Konzept» geben und die Unternehmen müssten «professioneller»
werden.
Zudem sollte bei Zusammenschlüssen von einzelnen Gesellschaften die
Grunderwerbssteuer entfallen. «Diese Steuer macht Fusionen oft einfach zu
teuer», sagte sie.
Auch in Sachsen-Anhalt ist die Situation – wie in allen neuen Bundesländern –
derzeit sehr schwierig: «Es sieht nicht gut aus», sagt Jost Riecke,
Verbandsdirektor beim Verband der Wohnungswirtschaft Sachsen-Anhalt. Von rund
250 Mitgliedsunternehmen hätten 70 einen Leerstand von über 15 Prozent und seien
akut existenzgefährdet. Insgesamt stehen in Ostdeutschland früheren Angaben des
Bundesverbands deutscher Wohnungsunternehmen zufolge 1,3 Millionen Wohnungen
leer.
Nach Meinung von Riecke müssen 10 bis 25 Prozent des Wohnungsbestands in
Ostdeutschland abgebaut werden, um die Marktsituation ausreichend zu bereinigen.
Im Klartext: Der Überschuss an Mietshäusern und -wohnungen muss zum großen Teil
abgerissen werden.
Aber auch die Regierung sieht Riecke in der Pflicht. Planungssicherheit und
Entbürokratisierung fordert der Verbandsdirektor – und natürlich auch mehr Geld
aus Berlin und Madgeburg. «Die betroffenen Unternehmen müssen sicher planen
können, welche Hilfen sie vom Bund zu erwarten haben», sagte Riecke. Es dauere
viel zu lange, bis die bereitgestellten Hilfen an die betroffenen Unternehmens
ausgezahlt werden.
Zudem müsse die Altschuldenfrage gelöst werden. Alle Unternehmen müssten bei
Abriss von Wohnungsbestand ihre Altschulden erlassen bekommen: «Die Unternehmen
müssen gleichgestellt werden», meinte Riecke. Bisher kommen nur Gesellschaften
die Altschulden bei Abriss erlassen, die akut existenzbedroht sind. Die 2,5
Milliarden Euro, die für die so genannten Altschulden zur Verfügung stehen,
reichten zudem nicht: «Wir brauchen mindestens 375 Millionen Euro mehr, um die
Probleme zu lösen», sagte Riecke.
Von Fusion und der Befreiung von der Grunderwerbssteuer hält Riecke dagegen
nichts: «Wenn zwei Lahme sich zusammentun, hilft das beiden wenig.»
www.netzzeitung.de
21.10.2003
Depression auf dem Wohnungsmarkt
Nach Ansicht von Experten sieht die
Wohnungswirtschaft in Deutschland einer ungewissen Zukunft entgegen. Vor allem
die demographische Entwicklung sorgt für große Unsicherheit. Aber auch die
politischen und steuerlichen Rahmenbedingungen für Investoren sind Anlass für
erhebliche Skepsis.
Dies sind die Ergebnisse einer neuen Studie zu den Investitionsperspektiven im
deutschen Wohnungsmarkt des Kölner Privatbankhauses Sal. Oppenheim, die das
Branchenblatt "Immobilien Manager" jetzt veröffentlichte. Demnach würden sich
die Mietumsätze und erzielbaren Renditen künftig eher seitwärts bewegen. Hinzu
kämen Risiken hinsichtlich der Rahmenbedingungen sowie der zukünftigen
Entwicklung der durchschnittlichen Wohnungsgrößen.
Kritisch geht die Analyse insbesondere mit der bisherigen Entwicklung der
politischen Rahmenbedingungen um. So sei die Mietrechtsreform aus dem Jahr 2001
einer der Gründe für das niedrige Renditeniveau. Und bei den steuerlichen
Rahmenbedingungen für Wohneigentum hätten die politisch Verantwortlichen aus
einem Förderinstrument ein "Einnahmebeschaffungsinstrument" gemacht, kritisiert
die Studie. Zudem bestünden weitere Risiken hinsichtlich künftiger politischer
Entscheidungen. Die Vergangenheit zeige, dass die Wahrscheinlichkeit
Investitionen fördernder Maßnahmen eher als gering einzustufen sei.
Die Auswirkung der Demographie sei die große Unbekannte in der Prognose, hieß es
weiter. "Die demographische Entwicklung stellt einen zunehmend wichtiger
werdenden Einflussfaktor dar", so die Verfasser. Die Analyse des Bankhauses
basiert dabei auf den Zahlen der 10. Koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung
des Statistischen Bundesamtes. Deren Prognose geht von drei Szenarien aus. Bei
der mittleren der drei Varianten wird sich die Bevölkerungszahl spätestens ab
2012 verringern. In einer städtebezogenen Prognose wird jedoch die
Schwankungsbreite deutlich. Bis 2020 sollen zum Beispiel in Berlin, Köln und
München die Einwohnerzahlen um bis zu 3,4 Prozent steigen, während sie an
anderen Standorten wie zum Beispiel Duisburg um bis zu 13 Prozent abnähmen.
Nicht die ostdeutschen Großstädte sind die Verlierer in dieser Prognose. Neben
Duisburg prognostizieren die Experten auch massive Bevölkerungsrückgänge in
anderen Metropolen des Ruhrgebiets wie Essen (-11,5 Prozent) oder Dortmund
(-12,1 Prozent).
Selbst städtische Ballungsräume mit zunehmender Bevölkerung entfallen aber nach
Meinung der Experten als Investitionsziel für Investoren, da die Zuwanderung im
Stadtumland stattfinde und damit wesentlich durch Eigennutzer bestimmt sei, so
das Bankhaus weiter.
Hinsichtlich der künftigen Entwicklung der Wohnungsgrößen ist sich die Studie
recht unsicher. Auf der einen Seite werde der Anteil der Haushalte mit
Alterssingles zunehmen. Diese wären nach der Rechnung dann überversorgt.
Andererseits sei ein deutlicher Einbruch bei der Nachfrage nach Eigenheimen zu
befürchten. Der Geschosswohnungsbau dürfte sich indes auf niedrigem Niveau
stabilisieren. Allerdings räumt die Untersuchung ein, dass sich die Entwicklung
der Wohngrößen als dem entscheidenden Kriterium zur Nachfrageentwicklung auf
Grund gegenläufiger Tendenzen auch anders entwickeln könnte.
Aufgrund der komplexen Zusammenhänge sei daher eine exakte Prognose unmöglich.
Die meisten der bisherigen Bevölkerungsprognosen basierten auf der
Trendfortschreibung vergangener Entwicklungen, kritisierte
Immobilienmarkt-Analyst Markus Ott vom Bankhaus. Insgesamt scheinen sich die
Risiken für den Investor damit zu erhöhen, während die erzielbaren Renditen im
internationalen Vergleich am unteren Ende liegen, fasst die Studie zusammen.
www.welt.de
21.10.2003
Hohenmölsen: Turnhalle mit
Getöse eingeweiht
"Sehr schön, wir freuen uns über die neue Sporthalle", meinte Sportlehrerin
Heide Weidig. Montagvormittag wurde die teilsanierte Sporteinrichtung übergeben.
Die Mädchen und Jungen der Klasse 3a der Grundschule Nord in Hohenmölsen waren
die ersten, die ihren Unterricht in der Halle durchführten. Mit viel Getöse
weihten die Kleinen diese ein.
"Die Kinder sind einfach begeistert", erzählte Frau Weidig. Auf dem Stundenplan
standen am Montag Staffelspiele mit dem Medizinball. "Alles ist sehr hell und
freundlich und zweckmäßig", fügte Frau Weidig hinzu. "Vor allen Dingen freut
uns, dass die Turnhalle rechtzeitig vor der kalten Witterung fertig geworden
ist", meinte die Leiterin der Grundschule, Regina Worms.
In die 1979 erbaute Turnhalle Nord werden insgesamt 435 000 Euro investiert,
wobei zwei Drittel der Finanzen Bund und Land aus dem Förderprogramm
Stadtumbau-Ost bereitstellen. Den Rest schießt die Stadt zu. "Der erste
Bauabschnitt ist mit der Übergabe beendet, wobei sich der zweite Abschnitt
unmittelbar anschließt", sagte Sachgebietsleiter Christoph Karger vom
Stadtbauamt der Stadtverwaltung Hohenmölsen. Erneuert wurden in den letzten
Monaten unter anderem Boden, Heizung und die Verglasung. Neu ist der Prallschutz
an den Seitenwänden. "Normalerweise macht man schon das Dach mit zuerst", merkte
der verantwortliche Planer Günter Wenzel von der Architekturpartnerschaft Wenzel
und Drehmann an. Um den Sportunterricht aber zu gewährleisten, habe man die
Reihenfolge der Bauarbeiten anders gewählt.
www.mz-web.de
21.10.2003
Wilthen: Zwischen den Blöcken
ging ein Schiff vor Anker
Der Wasserspielplatz im „Sonnenhof“ des Wilthener Plattenbaugebietes stellt die
größte Attraktion auf dem neuen Spielplatz dar – aber bei weitem nicht die
einzige. Ein buntes Holzschiff ist vor Anker gegangen, auf dem Kinder klettern
und rutschen können. Schaukeln laden zu Höhenflügen ein, Sandkästen zum Buddeln,
farbenfrohe Häuschen zum Spielen, Bänke zum Ausruhen. Eine kleine Skaterbahn
gibt es ebenfalls und vieles mehr.
Die komplette Umgestaltung des lang gestreckten Innenhofes zwischen mehreren
Wohnblöcken, die kürzlich ihren Abschluss fand, ist nur eine Maßnahme von
vielen, die seit 1998 im Wohngebiet an der Schulstraße zur Verbesserung des
Wohnumfeldes realisiert wurden. Aus dem Landesprogramm „Städtebauliche
Weiterentwicklung großer Neubaugebiete“ flossen dafür mehr als 1,1 Millionen
Euro Fördermittel; davon allein für den „Sonnenhof“ 281 000 Euro. Geld, das gut
angelegt ist, denn das einst so triste Areal „ist ein Beispiel für gelungene
Freiflächengestaltung“, lobt Andrea Thieme von der Dresdner Niederlassung der
STEG Stadtentwicklung Südwest gGmbH, die in Wilthen als Sanierungsträger
fungiert.
Doch die Fördermittel haben noch zahlreiche weitere Verbesserungen ermöglicht:
die Neugestaltung der Müllplätze, den Ausbau von Verbindungswegen und die
Außensanierung der Mehrzweckhalle im nahen Schulzentrum. Derzeit erhält die
Kindertagesstätte ein farbenfrohes „Gesicht“.
„Da das Landesprogramm zur Wohnumfeldverbesserung 2003 ausläuft, beantragte
Wilthen auf Grundlage des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes die Aufnahme
ins Programm ,Stadtumbau Ost’, die 2002 erfolgte“, berichtet Andrea Thieme und
erklärt: „Damit wird zum einen den veränderten Bedingungen unter dem Aspekt des
Bevölkerungsrückgangs und des Wohnungsleerstandes Rechnung getragen und zum
anderen die Aufwertung des Gebietes fortgesetzt.“
Erste Schritte erfolgten bereits: Ein Block wurde um vier Etagen verkleinert;
die verbliebenen zwei sind jetzt ein modernes Stadthaus. Zwei weitere Blöcke an
der Karl-Marx-Straße sollen noch vor Jahresende weichen. „Die Ausschreibung der
Abrissarbeiten ist gelaufen. Die letzten Mieter ziehen diese Woche aus“,
bestätigt der Geschäftsführer der Wilthener Wohnungsbaugesellschaft Lutz Gräfe.
„Sein“ Unternehmen war und ist ebenso wie die Wohnungsgenossenschaft „Einheit“,
die Stadtverwaltung und Planer (unter anderem von den Büros Kasparetz sowie
Dietrich & Partner) an Vorbereitung und Umsetzung der Konzepte beteiligt.
www.sz-online.de
20.10.2003
Wittenberge: Rückbau soll die Innenstadt stärken
Brandenburgs Minister für Stadtentwicklung,
Wohnen und Verkehr Frank Szymanski informierte sich am Sonnabend zum Stadtumbau
in Wittenberge.
Ziel beim Umbau der Stadt bleibe weiterhin die Stärkung der Innenstadt, so der
Tenor beim Rundgang mit Bürgermeister Klaus Petry. Er zeigte dem Minister vor
allem die Stellen in der Innenstadt, "wo es noch einiges zu tun gibt", so Petry.
Dazu gehört das Packhofviertel, das besonders vom Wohnungsleerstand betroffen
ist. Dort werde es einen großflächigen Rückbau geben, während im
Jahnschulviertel auf die Entkernung von Hinterhöfen und einen begrenzten Rückbau
gesetzt werde. Insgesamt sollen in Wittenberge bis zum Jahr 2010 2400 Wohnungen
abgebaut werden. Frank Szymanski betonte, dass dies keineswegs eine Entscheidung
gegen die Innenstadt sein. Der Rückbau von Plattenbauwohnungen erfolge in der
gleichen Größenordnung wie bei den Wohnungen in der Innenstadt. Ziel dabei sei,
das Wohnumfeld zu verbessern. "Das ist auch eine klare Botschaft an private
Investoren", sagte Szymanski.
Derzeit seien Mittel für den Rückbau von 500 Wohnungen bereitgestellt, so
Szymanski. Davon seien 150 schon abgerissen, bis Ende Februar sollen weitere 150
folgen. Kommende Schwerpunkte im Stadtumbau seien die Berg-, Stein- und
Bahnstraße, sagte Bürgermeister Petry. Als Hindernis erweisen sich ungeklärte
Eigentumsverhältnisse. Davon seien derzeit noch etwa 500 Wohnungen betroffen.
"Hier sind Entscheidungen wichtig, egal wie", sagte Petry. Wenn es Eigentümer
gibt, könne man auch verhandeln. Solange dies nicht der Fall sei, könne die
Stadt schlecht planen.
www.svz.de
20.10.2003
Gera: WBG "Aufbau" bedankt sich mit Einweihungsfest
Erstmalig in Gera hatte die WBG "Aufbau" neue
Wege im Zuge des Stadtumbaus beschritten, teilte Vorstandsvorsitzender Siegfried
Ubrig mit. Auf Grundlage eines städtebaulichen Rahmenplanes wurden aus einem
ehemals sechsgeschossigen Wohngebäude der Plattenbauweise WBS 70 durch
Teilabriss und Rückbau völlig neue Gebäudeformen entwickelt. Aus ursprünglich
144 Wohnungen mit nur zwei Grundrissvarianten entstanden 95 neue Wohnungen mit
22 verschiedenen Grundrisslösungen, welche größtenteils auf die Wünsche der
künftigen Bewohner zugeschnitten wurden. Infolge des Teilrückbaus von
Gebäudesegmenten bzw. durch Abtragen von Drempel und Vollgeschossen entstanden
Dachterrassen und Maisonettewohnungen. Küchen und Bäder wurden vergrößert und
mit Fenstern ausgestattet. Die Warmwasserversorgung erfolgt über eine auf dem
Dach installierte Solaranlage, deren Errichtung von der Technischen Universität
Ilmenau gefördert und betreut wurde. Die Außenanlagen wurden völlig neu
gestaltet. Für die Erdgeschosswohnungen wurden Terrassen mit Mietergärten
angelegt, die gesamte Wohnanlage erhielt einen großzügigen Freiflächenbereich.
In Anerkennung der architektonischen und gestalterischen Lösungen wurde der WBG
"Aufbau" sowohl der Innovationspreis 2003 des Verbandes der Thüringer
Wohnungswirtschaft als auch der Deutsche Bauherrenpreis 2003 verliehen.
www.otz.de
20.10.2003
Thalheim: Wohnen im Grünen
Thalheim gehört zu den bislang 120
sächsischen Kommunen, die ein fertiges Stadtentwicklungskonzept vorweisen
können. Darauf verwies zur jüngsten Stadtratssitzung der für die
Konzepterstellung zuständige Peter Lachmann von der Sachsen/Thüringen GmbH & Co.
KG.
Das als Grundlage für künftige weitere Fördermittelbewilligungen vom Land
Sachsen geforderte Konzept wurde zur Überraschung der Stadträte bereits Ende
September wegen der kurzfristig verlangten Fördermittelbeantragung für den
Teilbereich „Stadtumbau“ Ost“ an das Regierungspräsidium weitergereicht.
Erst im Vorfeld der Ratssitzung konnten die Unterlagen den Stadträten vorgelegt
werden. In der Diskussion wurden beinahe fraktionsübergreifend „Bauchschmerzen“
angemeldet. Aufgrund klammer Haushaltsmittel sehen SPD-, CDU- und PDS-Stadträte
finanzielle Probleme bei der Umsetzung der Ziele auf die Stadt zukommen.
Nach dem voll geförderten „Stadtumbau“ Ost“, bei dem umfangreiche Abrissarbeiten
beginnend ab 2004 bis 2006 in der Innenstadt vorgesehen sind, soll Thalheim zur
„Wohnstadt im Grünen“ weiter entwickelt werden. Dazu gehören bedarfsgerechte
Einzelhandels- und Dienstleistungsangebote, viele klein- und mittelständische
Betriebe, die sowohl die industrielle Tradition fortsetzen, als auch innovative
Branchen repräsentieren. Ein vielseitiges Sport- und Freizeitangebot gehört
ebenso dazu.
Insgesamt 15 Leitbilder dienen als Planungsgrundlage. Bis 2010 bzw. 2015 sollen
sie verwirklicht werden wie etwa die Ausweisung eines Gewerbegebietes an der
Stollberger Straße, die Realisierung einer innerstädtischen Einkaufs- und
Dienstleistungsachse und die Gestaltung eines neuen Stadtplatzes in Verbindung
mit der Umnutzung der ehemaligen Kofferfabrik. Mit diesem Konzept stellt sich
die Drei-Tannen-Stadt den Erfordernissen kommender Jahre.
An diesen Aufwertungen wird sich anders als beim Stadtumbau die Stadt Thalheim
finanziell beteiligen müssen. Die Finanzen, so wurde unter anderem aus den
Reihen der CDU-Fraktion gefordert, sollten schon bald in den Stadthaushalt
eingestellt werden. Darüber entbrannte eine kurze, aber heftige kontroverse
Debatte.
www.freiepresse.de
20.10.2003
Sachsen-Anhalt: In der Altmark "bricht alles weg"
Osterburg liegt mitten in der Altmark, einer
ländlich geprägten Region zwischen Hamburg und Berlin. Als der Landkreis, fast
so groß wie das Saarland, Mitte der neunziger Jahre gegründet wurde, lebten hier
mehr als 150 000 Menschen. Heute sind es noch 137 000. Tendenz fallend.
Osterburg hat ein Viertel seiner einst 10 000 Einwohner verloren. Raden scheint
machtlos. "Hier bricht alles weg", sagt der Bürgermeister Hartmuth Raden. Sein
Büro im ersten Stockwerk ist mit Grünpflanzen voll gestellt. Die Fenster
erlauben einen Blick zum Hof.
Die Abwanderung aus der Altmark kann Raden nicht aufhalten. Wie auch? Das
einzige Mittel, den Aderlass zu stoppen, wären Arbeitsplätze. Davon aber gibt es
viel zu wenige. Offiziell bewegt sich die Arbeitslosenquote - je nach Kommune -
zwischen 20 und 25 Prozent. "Rechnet man alles dazu, ABM, Vorruheständler, jene,
die noch nie Arbeit hatten und sich nicht mehr registrieren lassen, sind wir bei
mindestens 50 Prozent der arbeitsfähigen Bevölkerung", weiß Raden.
Doch längst schon gehen nicht mehr nur diejenigen, die Arbeit suchen. "Immer
häufigen ziehen jetzt auch die Alten ihren Kindern und Enkeln nach, weil die im
Westen heimisch geworden sind", sagt der Bürgermeister. Zu sehen ist das an den
zum Verkauf stehenden Höfen und unzähligen Wohnungen, für die sich keine Mieter
mehr finden. Und das, obwohl in Osterburg in zehn Jahren Stadterneuerung viel
geschaffen wurde. Doch auch dafür scheint das Geld längst ausgegangen und
Baudenkmale, die bis jetzt in der mehr als 800-jährigen Stadt nicht saniert
wurden, drohen endgültig zu verfallen.
Seit 1995 wurden die Zuweisungen von Landkreis und Land fast halbiert. 1,4
Millionen Euro weniger stehen Osterburg heute zur Verfügung. Wie lange man sich
die Bibliothek wird noch leisten können, weiß Raden nicht. Selbst wenn er alle
seine Mitarbeiter entlassen würde, könnte er damit nur die Hälfte der
Mehrbelastungen im Haushalt kompensieren. Und doch, sagt der Bürgermeister, gehe
es seiner Stadt im Altmark-Vergleich noch relativ gut.
In der Landkreisverwaltung in Stendal sind die Sorgen viel größer. Annemarie
Theil, die stellvertretende Landrätin, sieht beim Blick in die leere Kasse die
"blanke Katastrophe". 130 Gemeinden gibt es im Landkreis, 464 Kilometer
Kreisstraße und 21 Sekundarschulen. Das Geld in diesem Jahr reicht aber nur, für
die "Erweiterung einer Schule, den Bau einer Brücke und ein kleines Stück
Straße". Die Sozialdemokratin Theil ist so ratlos wie der Christdemokrat Raden.
"Wir bräuchten", sagt die Vizelandrätin, "28 Millionen Euro, um unsere Schulen
auf Standard zu bringen." Dabei gehe es weder um Neubau noch Luxus, sondern um
Klassenräume und Toiletten.
Noch viel mehr Sorgen macht der Kommunalpolitikerin aber die Gefahr einer
sozialen Verwahrlosung. Die Zahl der Sozialhilfeempfänger, bisher mit 3800
relativ stabil, ist trotz drastischen Bevölkerungsschwunds auf 4325
emporgeschnellt. Auch das Heer der Langzeitarbeitslosen wird immer größer.
"Überdurchschnittlich viele Kinder und Jugendliche", sagt Theil, "kommen in
ihrem Elternhaus nicht mehr zurecht". Allein für deren Betreuung schlagen eine
Million Euro Mehrausgaben zu Buche. "Diese Kosten fressen uns auf", bilanziert
sie. Verschärft wird das Dilemma durch Wohnungsgesellschaften, die mit den
vergleichsweise billigen Mieten verstärkt in den alten Ländern Umzügler suchen.
"Von den dortigen Sozialämtern gibt es Umzugshilfen, und wir haben die
Probleme", sagt Theil.
Der Osten als Armenhaus, so hat sich das Hartmuth Raden nicht vorgestellt, als
er 1990 aus Düsseldorf in die Altmark wechselte. Leiter des Rechtsamtes beim
Landkreis Stendal wollte der Jurist werden - und bekam den Chefsessel im
Ordnungsamt. Seit zwei Jahren ist Raden Bürgermeister in Osterburg. Bereut hat
er seinen Wechsel in den Osten nicht. Immer häufiger aber fragt er sich, wie
"das hier weitergehen soll".
www.welt.de
18.10.2003
Dresden: Warten trotz Leerstands
Knapp 14 Prozent Wohnungsleerstand in
Dresden. Also kein Problem für Wohnungssuchende – sollte man denken. Doch in
guten Lagen übersteigt die Nachfrage schon wieder das Angebot.
Wohnung im Grünen und trotzdem nicht auf die Vorzüge der Großstadt verzichten,
dazu saniert oder Neubau und vielleicht noch Balkon mit Blick auf das Elbtal.
Wer in Loschwitz eine Wohnung sucht, sollte sich beizeiten erkundigen oder sich
auf längere Wartezeiten einstellen.
„Loschwitz ist extrem nachgefragt. Wer es sich leisten kann, fordert eine
optimale Lage und einen guten Zuschnitt.,“ sagt Marko Häbold von Citymakler
Dresden.
Ein gutes Angebot in dieser Gegend stehe maximal zwei Tage in der Datenbank der
Immobilienfirma. Striesen und Blasewitz seien ebenfalls begehrte Wohngegenden
bei den Dresdnern. „Da sei die Auswahl schon nicht mehr so reichlich“, sagt
Häbold.
In Toplagen werden vereinzelt Mietpreise bis zu zehn Euro pro Quadratmeter kalt
erzielt. Ganz allmählich wandelt sich der Mietermarkt wieder zum Vermietermarkt.
Doch die Freude der Maklerbüros und städtischen Wohnungsbau-Unternehmen hält
sich darüber in Grenzen. Die Talsohle in der Branche ist noch nicht
durchschritten. Die Vermietung macht Südost Woba-Sprecher Frank E. Dietz dennoch
einigermaßen zufrieden. „In den von uns verwalteten Wohnungen haben wir zwar nur
minimale Zuwächse, aber wir konnten die Abwanderung stoppen.“
Zusammen mit der Wohnbau Nordwest verwalten die städtischen Unternehmen 50 000
Wohnungen. Um Hochhäuser in Gorbitz attraktiver zu gestalten, wurde
beispielsweise eine Portiersloge eingerichtet, die von den Anwohnern gut
angenommen werde.
Mit dem Umbau eines 17-Geschossers in der Blochmannstraße solle bald begonnen
werden, verrät der Sprecher der Wohnbau Nordwest, Bernd Felgentreff. Gedacht sei
auch an die Einrichtung WG-geeigneter Wohnungen. Im Trend liegen vor allem
Zwei-Raum-Wohnungen. Besonders gefragt bei jungen Leuten ist die äußere
Neustadt. „Durch das bunte Leben auf der Straße sparen sich viele den
Fernseher“, mutmaßt Hans-Dieter Freudenberg, weshalb diese Lage weggeht wie
„warme Semmeln“.
Anders sieht es dagegen westlich der Königsbrücker Straße aus. Hier künden
gardinenlose Fenster von der tristen Situation, genauso wie in Cotta oder
Friedrichstadt, den Sorgenkindern, wenn es um Leerstand geht.
Die Liste dessen, was getan wird, um Mieter zu finden, ist lang. Mit lustigen
Postkarten wirbt die Wohnungsgenossenschaft „Glückauf“ Süd Dresden um junge
Mieter. Obendrauf zahlt die Genossenschaft bei Anmietung einer Wohnung im
Erdgeschoss Fitnessstudio oder im obersten Stock einen Restaurantgutschein,
jeweils im Wert von 50 Euro.
www.sz-online.de
18.10.2003
Schwerin: Abwanderung ins Umland rückläufig
Der Bevölkerungsschwund in der
Landeshauptstadt nimmt langsam ab. Die jahrelange Abwanderung von Häuslebauern
ins Umland scheint gestoppt. Dafür ist die Zahl derjenigen, die auf der Suche
nach Arbeit in westliche Bundesländer übersiedelt, nach wie vor hoch.
Die Bagger in den neuen Eigenheimgebieten beispielsweise am Mühlenberg, in
Wickendorf oder in der Neuen Gartenstadt haben nicht nur die krisengeschüttelte
Baubranche ein wenig belebt. Sie hatten auch Einfluss auf die Einwohnerzahl der
Landeshauptstadt: Während es Häuslebauer in früheren Jahren vor allem wegen zu
hoher Grundstückskosten in Schwerin ins Umland gezogen hat, entscheiden sich
mittlerweile deutlich mehr Bauherren für ein Heim innerhalb der Stadtgrenzen.
Der städtische Hauptamtsleiter Hartmut Wollenteit: "Ich deute die neuen Zahlen
zum Wanderungsverhalten so, dass das Stadt-Umland-Thema für die
Einwohnerentwicklung an Bedeutung verloren hat." Die Statistik weist für
September 2003 genau 96302 mit Hauptwohnsitz in Schwerin gemeldete Personen aus.
4027 haben ihren Zweitwohnsitz hier.
Mehr Anlass zur Sorge bereitet Wollenteit die Abwanderung in die alten
Bundesländer, die besonders bei jüngeren Schwerinern nach wie vor hoch ist. "Die
Ursache dafür ist die schwierige wirtschaftliche Lage bei uns", so der
Hauptamtsleiter. Folge davon sei auch, dass sich das Durchschnittsalter in
Schwerin weiter erhöhe. Wollenteits Schlussfolgerung: "Die Botschaft für uns als
Stadtverwaltung ist klar - wir müssen den Kampf um jeden Arbeitsplatz
intensivieren." Mathias Gröckel
Die Bevölkerung Schwerins ist seit Mitte der 60er-Jahre stetig angewachsen. In
der damaligen Bezirksstadt entstanden Großbetriebe, für die Arbeitskräfte
benötigt wurden. 1972 erreichte Schwerin mit mehr als 100000 Einwohnern den
Großstadtstatus. Nach 1990 ist die Zahl der mit Hauptwohnsitz Gemeldeten
fortlaufend gesunken.
1992: 124084, 1994: 118291, 1996: 111029, 1998: 105213, 2001: 99978, 2002:
98742, 2003: 96302. Ursachen für den Schwund sind der Überschuss an Sterbefällen
gegenüber der Geburtenrate und die Abwanderung ins Umland und andere Regionen.
www.svz.de
18.10.2003
Lobenstein: AWG will Wohnblock
abreißen
Im Rosenweg Lobenstein soll an dieser Stelle ein Parkhaus mit etwa 60
Stellflächen entstehen Von Dieter Lange Lobenstein. In diesem Winter soll mit
dem Abbruch des ehemaligen Feingusswerk-Wohnblocks im Rosenweg Lobenstein
begonnen werden. Eine entsprechende Vereinbarung bzw. ein notarieller Vertrag
zwischen der Stadt Lobenstein als Eigentümer des Wohnblocks und der Allgemeinen
Wohnungsgenossenschaft eG (AWG) ist unter Dach und Fach. Für den Abbruch liegt
auch schon ein Fördermittelbescheid in Höhe von 84 200 Euro vor.
Die AWG fungiert vorerst als Dienstleister und wird das Gelände nach dem Abbruch
von der Stadt käuflich erwerben. Auch das ist vertraglich gesichert. Der Antrag
für den Abbruch ist ebenfalls gestellt. Rolf Dreßler, geschäftsführender
Vorstand der AWG, ist auch in Bezug auf die Nachnutzung des Geländes sehr
optimistisch. "Unsere Vorstellungen gehen darauf hinaus, an der Abbruchstelle
ein Parkhaus für PKW mit drei Ebenen zu errichten. Der Bedarf ist vorhanden.
Zwei Zufahrten, vom Rosenweg und vom Tulpenweg, sind geplant, damit das Ganze
überschaubar bleibt. Etwa im Jahr 2005 soll das Projekt realisiert sein", wagt
Rolf Dreßler eine vorsichtige Prognose. Die Planung hat das Architektur- und
Ingenieur Büro Lobenstein GmbH übernommen.
Entstehen sollen etwa 60 Stellplätze. Die Anlage ist aber bei entsprechendem
Bedarf erweiterungsfähig. Vom Grundsatz her ist an einen Verkauf der Parkflächen
gedacht, wobei die einzelnen Stellflächen, ähnlich wie in einer Garage,
abgegrenzt und gesichert werden können. Wer nicht kaufen möchte, kann auch einen
Platz mieten. Auch Kurzparker haben die Möglichkeit, ihr Fahrzeug abzustellen.
Wie Rolf Dreßler gegenüber OTZ erwähnte, sollen die Baukosten so niedrig wie
möglich gehalten werden, um vernünftige Nutzungspreise zu erzielen. "Schon jetzt
können bei uns Interessenten anfragen. Je eher wir einen Überblick über den
Bedarf an Stellplätzen haben, je besser können wir planen", so Dreßler.
Die Abrisskosten belaufen sich auf rund 85 600 Euro. Die Differenz zu den
bereitgestellten Fördermitteln muss die AWG tragen. Da das Geld nicht mit einem
Mal ausgereicht wird, kann es passieren, dass die AWG möglicherweise in Vorkasse
gehen muss.
Im Engagement der AWG sieht der geschäftsführende Vorstand aber auch einen
wesentlichen Beitrag zur Stadtentwicklungsplanung. So habe die AWG in der
Mühlgasse Lobenstein Wohnraum übernommen, in Lehesten einen Schandfleck
beseitigt und neun neue Wohneinheiten geschaffen sowie Fortschritte in der
Umlandpflege erzielt. In diesem Punkt seien auch die Mitglieder selbst sehr
aktiv. Die AWG gebe sehr viel Geld für Verschönerungen der Ortsbilder aus, was
auch einmal gesagt werden sollte.
www.otz.de
18.10.2003
Bayern: Rückläufige Entwicklungen im Städtebau erfordern
neue Strategien
"Die städtebaulichen Folgen des gegenwärtigen
Strukturwandels wie etwa hohe Arbeitsplatzverluste, ein kontinuierlicher
Bevölkerungsrückgang, innerstädtische Brachflächen sowie Gebäudeleerstände
stellen unsere Städte und Gemeinden vor neue Herausforderungen", stellte
Innenstaatssekretär a. D. Hermann Regensburger am 16. Oktober 2003 bei der
Tagung "Stadterneuerung und Stadtumbau - Konzepte und Chancen für Städte im
Anpassungsprozess" in Würzburg fest.
"Die Instrumente der städtebaulichen Sanierung bieten ein geeignetes
Verfahrensmanagement zur Lösung der oft komplexen Probleme. Angesichts der
angespannten Haushaltslage wird sich die inhaltliche Ausgestaltung der künftigen
Stadterneuerung stärker als bisher an integrierten Stadtentwicklungskonzepten
als Grundlage von Förderprioritäten, einer professionellen Prozesssteuerung,
einem sinnvollen interkommunalen Handeln und an kreativen Problemlösungen bei
der Neuordnung von Brachflächen orientieren", so Regensburger weiter.
Die Zukunftsperspektiven der bayerischen Städte und Gemeinden angesichts des
Strukturwandels in Wirtschaft und Gesellschaft diskutierten mehr als 150
Tagungsteilnehmer mit Experten aus Wissenschaft, Planung und Kommunalpolitik.
"Das große Interesse an der Tagung zeigt, dass auch bayerische Gemeinden sich
auf einen Stadtumbau einstellen. Dieser kann an erfolgreiche Strategien und
Erfahrungen der bayerischen Stadterneuerungspolitik anknüpfen. Die gemeinsame
Initiative von Staat, Kommunen und Privaten in der städtebaulichen Sanierung hat
sich bewährt", so Regensburger.
Mit einer Schwerpunktsetzung bei der Konversion innerstädtischer Brachflächen
folgt die Städtebauförderung in Bayern den aktuellen Herausforderungen.
Beispiele wie die Umwandlung einer Kaserne in Amberg zu einem attraktiven
Wohngebiet und die Innenstadterweiterung in Marktredwitz auf einer ehemals
hochbelasteten Industriebrache zeigen die erfolgreichen Bemühungen bayerischer
Städte.
Die Steuerung rückläufiger Entwicklungen im Städtebau, wie sie sich punktuell
bereits in einigen Regionen abzeichnen, sind Thema des Forschungsfeldes
Stadtumbau West, an dem sich Bayern mit der oberfränkischen Stadt Selb und der
unterfränkischen Marktgemeinde Wildflecken beteiligt.
Regensburger betonte, dass für die Zukunft ein Bewusstsein für die
gesamtgesellschaftliche Verantwortung für unsere Städte und Gemeinden, eine
frühzeitige Thematisierung der Folgen eines Strukturwandels in den Kommunen und
verbindliche Qualitätsstandards erforderlich seien. Regensburger: "Der Erfolg
des Stadtumbaus lässt sich nur an den sichtbaren Ergebnissen messen. Nur
herausragende bauliche Qualitäten werden die notwendigen Impulse geben."
Die demographische Entwicklung und den zu erwartenden räumlich stark
divergierenden Bevölkerungsrückgang erläuterte Prof. Dr. Rainer Münz aus Wien.
Die Chancen der städtebaulichen Konversion stellte der Leiter des Deutschen
Architekturzentrums, Prof. Dr. Karl Ganser dar.
Die baulichen und städtebaulichen Qualitätsstandards in Regensburg als
herausragenden Standortfaktor thematisierte Herr Oberbürgermeister Hans
Schaidinger. Herr Prof. Dr. Omar Akbar von der Stiftung Bauhaus Dessau forderte
in Anknüpfung an die Erfahrungen in Ostdeutschland eine gezielte Profilierung
der Städte.
Ein herausragendes Beispiel der Stadterneuerung in Bayern ist der
Veranstaltungsort. Über den Würzburger Kulturspeicher und seine Entwicklung von
einem städtebaulichen Niemandsland zu einem modernen Kulturzentrum und einem
weit über Bayern hinaus bekannten architektonischen Vorzeigeobjekt, berichteten
die Architekten Brückner & Brückner aus Tirschenreuth.
www.bauarchiv.de
18.10.2003
Schwarzenberg: Mit blauem Auge
davongekommen
Die Schwarzenberger Großvermieter sind vom überraschenden Stopp des
Landesrückbauprogramms für 2003/04 nicht betroffen. Sowohl die
Wohnungsgenossenschaft als auch die Wohnungsgesellschaft waren nicht in dem vom
Freistaat aufgelegten Programm drin, „wir sind mit einem blauen Auge
davongekommen“, so Wolfgang Kastner, Vorstandschef der Genossenschaft.
Dass beide Unternehmen trotzdem den Abriss von leerstehenden Wohngebäuden
finanzieren können, hängt damit zusammen, dass sie ins Bundesprogramm
„Stadtumbau Ost“ eingebunden sind. Um an Fördermittel aus dem Programm zu
kommen, ist ein integriertes Stadtentwicklungskonzept erforderlich. Für
Schwarzenberg wurde ein solches Konzept unter Einbeziehung der zwei
Großvermieter erarbeitet.
Allein die Genossenschaft ließ seit Oktober 2002 in den Stadtteilen Heide und
Sonnenleithe Häuser mit insgesamt 250 Wohnungen abreißen. In diesem Jahr geht
man noch den Rückbau von zwei Gebäuden mit 134 Wohnungen „Am Wiesengrund“ in
Sonnenleithe an. „Dann sind aus unserer Sicht erst einmal grundlegende Schritte
getan, um die Belastungen aus den hohen Leerstandsquoten abzubauen und wieder zu
einem funktionierenden Wohnungsmarkt zu kommen“, sagt Kastner. Seine
Genossenschaft erhielt 2002 als eines der ersten Wohnungsunternehmen in Sachsen
von der Kreditanstalt für Wiederaufbau den Bescheid, dass die auf den
abgerissenen Quadratmetern Wohnfläche lastenden Altschulden erlassen werden,
weil man die dafür geltenden Bedingungen erfüllt. „Nun gilt es, dem Rückbau in
einer zweiten Etappe wirklich einen Stadtumbau folgen zu lassen“, betont Kastner.
www.freiepresse.de
18.10.2003
Guben: 1000. Wohnung abgerissen
In Guben (Spree-Neiße) ist gestern die 1000.
Neubauwohnung abgerissen worden. Brandenburgs Bauminister Frank Szymanski
gab dem Bagger das Signal zur Zerstörung eines kompletten Wohnblocks mit 80
Wohnungen.
Bis zum Jahresende sollen in der Neißestadt rund 1300 Neubau-Wohnungen vom Markt
genommen werden. Die Arbeiten werden durch Fördermittel aus dem Programm
„Stadtumbau Ost“ der Bundesregierung finanziert.
In den neuen Bundesländern sollen bis 2009 insgesamt
350 000 Wohnungen abgerissen werden . Der Abriss von Plattenbauten kommt aber
insgesamt nur schleppend voran. Nach Einschätzung von Bauministerien und
Wohnungsgesellschaften behindern bürokratische Hemmnisse und die schleppende
Auszahlung von Fördermitteln häufig die Umsetzung.
www.lr-online.de
17.10.2003
In Ostdeutschland sterben die Städte
Das Plattenbauviertel Wittenberge Nord soll
fast zur Gänze den Baggern zum Opfer fallen. Nur das Pflegeheim und betreute
Seniorenwohnungen sollen bleiben: Rückbau nennt das Ulrich Siodla, der Leiter
des städtischen Bauamts.
In der Altstadt sind die Häuschen schmuck saniert, aber viele stehen leer. Im
Packhof-Viertel gar sind zwei Drittel der Mietshäuser aus der Gründerzeit
unbewohnt. Regionalplaner bezeichnen Wittenberge als schrumpfende oder sterbende
Stadt. Siodla sieht das anders: "Wir machen das Wohnen hier angenehm und
großzügig." Die Ziele des städtischen Umbaus aber sind bescheiden geworden. "Wir
müssen Angebote schaffen, sodass die Alten nicht auch noch zu ihren Kindern
wegziehen", so Siodla.
Wittenberge im Nordwesten Brandenburgs hat seit 1990 knapp 30 Prozent seiner
Bewohner verloren, bis 2015 soll die Zahl der Bürger noch einmal von heute
21.000 auf 17.000 sinken. Vor allem die Jungen und Mobilen verlassen die Städte
und Dörfer in den dünn besiedelten Randlagen Ostdeutschlands. Mancherorts wohnen
nur noch weniger als 40 Einwohner je Quadratkilometer - zu wenig, um Kliniken,
einen funktionierenden Nahverkehr und Schulen zu halten.
Das Land leert sich, die Bevölkerung altert. Die Abwanderung verschärft das
Ungleichgewicht östlicher Regionen vor allem gegenüber dem wohlhabenden Süden
Deutschlands. "Einheitliche Lebensverhältnisse", wie sie das Grundgesetz als
Ziel benennt, sind für die nächsten Generationen kaum absehbar.
Denn die mittelgroßen Städte in Brandenburg wie Guben und Eisenhüttenstadt, aber
auch Orte in Sachsen-Anhalt oder Mecklenburg-Vorpommern drückt ein
demografisches Problem, das für den Rest Deutschlands erst in 35 Jahren erwartet
wird: Überalterung. In Wittenberge liegt das Durchschnittsalter bei 47 Jahren.
Jeder Dritte ist über 60, nur noch zwölf Prozent sind unter 18 Jahren alt.
Ulf Matthiesen vom Institut für Regionalplanung und Strukturentwicklung (IRS) in
Erkner beschreibt die Situation deutlich: "Auf dem Land sind die Leute schon
weg." Dramatisch sei die Abwanderung aus den Industriestädten der DDR, als
Betriebe und Jobs wegbrachen. "Vor allem die Cleveren gehen weg", sagt
Matthiesen. Auch junge Frauen zögen fort - die Männer seien 20 Prozent in der
Überzahl.
Für die betroffenen Regionen ist die Entwicklung dramatisch. Es bestehe die
Gefahr, dass Ecken wie Guben oder Schwedt bald "hauptsächlich noch bevölkert
sind von arbeitslosen Stadtdeppen, ohne Chance auf Familien- oder
Paarbeziehungen", sagte Regionalplaner Matthiesen noch vor geraumer Zeit. Heute
drückt er sich milder aus und verweist auf Daten der Arbeits- und
Kreiswehrersatzämter, nach denen vielerorts nur noch Geringqualifizierte
blieben.
Sandra Kositz, die in Guben für die Stadtentwicklung bis 2030 zuständig ist,
drückt es zurückhaltender aus. "Wir haben ein Mentalitätsproblem. Viele sind
resigniert, und die mit guten Ideen gehen woanders hin." Dennoch glaubt sie an
eine Chance für Guben und ihre polnische Schwester Gubin. "Wenn die EU nach
Osten wächst, liegen wir nicht mehr so am Rand."
Auch Siodla verteidigt die Zurückgebliebenen. "Man kann den Leuten nicht
vorwerfen, dass es keine Arbeit gibt." Er glaubt, die Entwicklung könne etwa
durch preiswerte Häuser für Familien gestoppt werden. "Von vier Grundschulen
sind noch zwei übrig", beschreibt Bauamtskollege Hubert Mackel den Umbruch seit
1990. Bis 2006 soll die Zahl der Brandenburger Schüler um weitere 40 Prozent
schrumpfen, trotz Zuwächsen im Berliner Speckgürtel, sagt Forscher Matthiesen.
So sieht Wittenberge die Zukunft in einer neuen Klientel. "Das ist ein
gravierendes Problem, wenn man sich auf eine ältere Bevölkerung einstellt", sagt
Mackel. Gehsteige sind abgesenkt, in sanierten Häusern finden sich Fahrstühle.
Wohnungsgesellschaften richten Seniorentreffs ein. Die Prignitzer Badewelt
bietet mehrmals täglich Wassergymnastik. Und die Tanzschule Schier-Rösel wirbt
um "alte Hasen".
Auch Matthiesen rät, die Randgebiete sollten nicht länger dem Westen nacheifern,
sondern Neues entwickeln, die Einwohnerstruktur als Stärke begreifen. "Tourismus
ist sicher eine Karte oder die Holzwirtschaft." Auch Städter, die dem Trubel
entkommen wollten, könnten mit ihren Kenntnissen neue Impulse geben. Solche
"Raumpioniere" hätten in den 80er Jahren als Gegner der Atomkraft Neues ins
strukturschwache Wendland rund um Gorleben gebracht. "Auch Leute mit
künstlerischem Hintergrund zieht der asketische Charme dieser Landstriche an",
sagt Matthiesen.
Finanzwissenschaftlerin und Haushaltsexpertin Gisela Färber von der
Verwaltungshochschule Speyer fordert gar, alle die Verwaltungsvorschriften
drastisch zu kürzen, die für gleiche Bedingungen in ganz Deutschland sorgen
sollen. "Jede Körperschaft muss unorthodox denken dürfen. Sonst veröden ganze
Regionen", sagt Färber. Vorschläge reichen von Zwergschulen und Online-Lernen
bis zu Sammelbussen, die bereits über manche Dörfer fahren. Ihre Tour wird durch
Anrufe möglicher Fahrgäste festgelegt.
Ulrich Siodla will nicht fort. Er hat Arbeit und ein eigenes Haus. Zwar haben
sich seine Töchter in den Westen aufgemacht. Er aber fühlt sich wohl. "Im
Vergleich zum Osten leben wir doch noch blendend", sagt der Amtsleiter. Er meint
Osteuropa.
www.ftd.de
17.10.2003
Leipzig: LWB schafft Platz für 100 Eigenheime
Leipzigs größter Vermieter LWB steigt ins
Geschäft mit klassischen Häuslebauern ein. Ab sofort werden an 14 Standorten 100
erschlossene Grundstücke zum Kauf angeboten. Zuvor befanden sich auf den Flächen
in einigen Fällen Mietshäuser, die das Unternehmen abreißen ließ.
"Wir sehen das neue Programm auch als Teil des Stadtumbaus", sagte
Geschäftsführer Christoph Beck gestern vor der Presse. "Am Ende wird es auf
diesen Flächen nur noch halb so viele Wohnungen geben." In aller Regel seien die
alten Häuser bereits verschwunden - nur die Bäume, Straßen und
Versorgungsstränge ringsum blieben erhalten. Immobilien-Abteilungsleiter Kuno
Naehrig erklärte: "Es sind alles Objekte mit sehr großzügigen Grundstücken und
in guten Lagen. Meistens können sie noch 2003 mitsamt der Baugenehmigung
übereignet werden, so dass die volle Eigenheimzulage gesichert ist."
An einigen Stellen habe die LWB aber auch zusätzliches Bauland erschlossen. So
sollen an der Leinestraße 85 in Dösen sechs Einfamilienhäuser auf den Flächen
einer früheren Gartenanlage entstehen. Hingegen riss man an der Pferdner-/Hermundurenstraße
in Wahren vier Mietsbauten ab, die nun durch vier Doppelhäuser mit jeweils etwa
300 Quadratmetern Land ersetzt werden, sagte Naehrig. "Dort sinkt die Anzahl der
Wohnungen von 20 auf zwölf."
Weitere Standorte sind: Barclay-, Cervantes- und Schwarzenbergweg in Meusdorf,
Erla-Siedlung in Thekla, Gletscherstein-/Mauersberger Straße in Stötteritz sowie
Russenstraße in Probstheida, Hentschelweg in Dölitz, Kantatenweg in
Kleinzschocher, Saarbrückenstraße in Anger-Crottendorf, Shakespearestraße in der
Südvorstadt, Stahmelner Straße in Wahren und der Walter-Albrecht-Weg in Mockau.
Während das stadteigene Unternehmen beim Verkauf und der Sanierung von Altbauten
seit zwei Jahren sehr erfolgreich sei, habe man im Neubaubereich nicht gerade
berauschende Ergebnisse erzielt, erläuterte der Immobilienexperte weiter. So
hätten sich für die Entwürfe exklusiver Stadthäuser bisher nur wenige
Interessenten gefunden. "Mit den 100 Grundstücken zu moderaten Preisen sprechen
wir nun erstmals den klassischen Häuslebauer an. Da die Eigentumsquote in
Sachsen noch gering ist, wollen wir den Bereich zügig ausweiten", kündigte
Naehrig an.
Geschäftsführer Christoph Beck zeichnete für den Gesamtmarkt in Leipzig ein
optimistisches Bild. Sein Unternehmen habe eine Analyse erstellt, wonach der
Leerstand in den 316 000 Wohnungen der Messestadt bald auf etwa acht Prozent
fallen könnte. "Wenn die Fördermittel ohne Einschränkungen kommen, wird allein
die LWB in den nächsten Jahren 8000 Platten- und ungefähr 4000 Altbauwohnungen
abreißen", sagte er. Schon heute werde die Hälfte der 55 000 leeren Quartiere in
Leipzig nicht mehr zur Vermietung angeboten.
www.lvz-online.de
17.10.2003
Laubusch: Front gegen Städtebau-Zuschuss
Vorausgegangen war dem mit großer Mehrheit am
Mittwoch in der Sitzung des Stadtrates gefassten Beschluss zur Bereitstellung
der 8 000 Euro eine kontroverse Diskussion. So gab Siegward Rudolph
zu bedenken, dass es auch schon Leerstand in der „Neuen Heimat“ geben und aus
seiner Sicht daher das Geld nicht in die Aufwertung von Wohngebäuden, sondern in
den Teilabriss gesteckt werden sollte. Bedenken hat er auch, dass die
Gartenstadt in Lauta-Nord hinsichtlich der Vermietung darunter leiden könnte,
wenn in der „Neuen Heimat“ in die Aufwertung der Wohngebäude investiert und
somit weiterer sanierter Wohnraum in Lauta geschaffen wird. Diesbezüglich
stellte Bürgermeister Hellfried Ruhland klar: „Wir als Stadt sind nicht in der
Situation, in den freien Wettbewerb auf dem Wohnungsmarkt einzugreifen. Wie
jeder seine Mietkonditionen gestaltet liegt an jedem Vermieter selbst.“ Dass
neue Angebote auch Mieter-Bewegungen bewirken, lasse sich zwar mutmaßen, „...
darüber haben wir aber hier nicht zu befinden“.
Stadtrat Klaus-Dieter Tschöke, seit kurzem auch stellvertretender Ortsvorsteher
von Laubusch, machte auf den 30-prozentigen Leerstand in Laubusch aufmerksam.
Hinzu kämen, wie er sagt, 15 bis 20 Prozent Leerstand in Lauta-Nord sowie drei
bis vier Prozent bei der Wohnungsbaugesellschaft Lauta. Vor diesem Hintergrund
erklärte er: „Ich halte es nicht für sinnvoll, eine Konkurrenz mit städtischen
Mitteln zu fördern.“ Da ist Horst Weide ganz anderer Meinung. Sanierte
Wohnungen in der „Neuen Heimat“ seien sehr begehrt, ließ er wissen. „Der jetzige
Besitzer hat ein Konzept erarbeitet, das nachvollziehbar und vernünftig ist.“ In
der „Neuen Heimat“ werde nur saniert, wenn auch Mieter für die betreffenden
Wohnungen gefunden wurden. „Außerdem wird mit diesen Wohnungen ein ganz anderes
Klientel angesprochen.“ Diese seien somit keine Konkurrenz für die Gartenstadt
in Lauta-Nord.
Ortrun Rümcke fände selbst eine Konkurrenz-Situation auf dem Wohnungsmarkt
in Lauta gut, damit „sich einige mal Gedanken darüber machen, ihre eingefahrenen
Gleise zu verlassen“.
www.sz-online.de
17.10.2003
Berlin: Rosengarten statt Hochhaus
Nach dem Abriss des ersten
Plattenbau-Hochhauses in Marzahn beginnt nun die Neugestaltung des Areals an der
Marchwitzastraße 1-3. Im Programm "Stadtumbau Ost" entsteht an der so genannten
Südspitze ein Wohngebietspark. Vorgesehen ist auch eine Verlängerung der
Biesdorfer Promenade entlang ihres früheren Verlaufs.
Dabei bekommen auch der Brunnenplatz und die Pergola eine Schönheitskur. Noch in
dieser Woche sollen erste Arbeiten beginnen. Dabei werden auch 78 Bäume gefällt
sowie ältere Gehölze entfernt. Der Eingriff in den Bestand sei erheblich, aber
zur Umsetzung eines mit den Bewohnern abgestimmten landschaftsplanerischen
Konzeptes auch notwendig, so Sabine Phenn vom Natur- und Umweltamt.
Im Frühjahr werden dann 21 Bäume, Hecken sowie 20 000 Rosen neu gepflanzt.
Später sollen auch eine leer stehende Schule abgerissen und eine nicht mehr
benötigte Kita zu einem Bürgerhaus umgebaut werden.
www.morgenpost.berlin1.de
16.10.2003
Mit Wachstum in den Ruin
Die Gemeindefinanzreform der Bundesregierung baut weiter auf wachsende Städte
und Gemeinden. Das vernachlässigt ökologische Prinzipien und ökonomische
Erfordernisse
Die von der Bundesregierung geplante Gemeindefinanzreform verdient ihren Namen
nicht. Denn die staatlichen Zuweisungen, rund 30 Prozent aller Einnahmen, der
Einkommensteueranteil, die Grundsteuer und auch Infrastrukturausgaben bleiben
außen vor. Und die beabsichtigten Veränderungen werden wohl nicht einmal den
Winter überstehen.
Länger werdende Wege zu Schule und Theater, ein ausgedünnter öffentlicher
Nahverkehr, Wohnungsabriss und Investitionsstau in Millionenhöhe bei der
Sanierung der Infrastruktur kennzeichnen die Situation in vielen Kommunen. Sie
wird sich durch die demografische Entwicklung verschärfen.
Immerhin dringt allmählich in das öffentliche Bewusstsein, dass sich steigende
Kosten auf immer weniger Einwohner in immer ärmeren Kommunen verteilen; und dass
private und öffentliche Aufwendungen umso höher ausfallen, je verstreuter
Bewohner, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen in den Kommunen und über das
Land verteilt sind. Davon sind vor allem Frauen, Kinder, Jugendliche und die
wachsende Zahl alter Menschen betroffen. Mit Nachhaltigkeit hat das alles nichts
zu tun. Noch profitieren peripher gelegene, locker bebaute und somit teure
Siedlungsteile von der Quersubventionierung durch städtebaulich integrierte,
effizient genutzte und daher tatsächlich vergleichsweise kostengünstige
Standorte beziehungsweise deren zahlende Bewohner, Nutzer und Eigentümer.
Künftig wird es nicht nur auf breiter Front zu einem Nachfragerückgang und
Werteverfall des Immobilienbestandes kommen. Wer heute noch in Randzonen baut,
muss auch mit überproportional steigenden Betriebs- und Lebenshaltungskosten,
mitunter auch sozialer Isolation rechnen.
Wenn sich die Kommunen in dieser Situation auf ihre Kernaufgaben und -bereiche
und auf Bestandserhalt und -optimierung konzentrieren, dann stärkt das auf Dauer
ihre Finanzkraft und Finanzautonomie. Der Weg dahin führt zunächst über Bund und
Länder. Doch sowohl die Bundesregierung als auch die Länder verharren mit ihren
Konzepten in einer Vergangenheit, in der unsere Städte und Gemeinden fast
ausnahmslos von Zuwachs geprägt waren und der Staat die dafür geeigneten
Instrumente, Mittel und Wege bereitstellte. Diese führen heute aber geradewegs
in den Ruin. Das gilt besonders für die Gemeindefinanzierung. Denn sie ist nach
wie vor auf Zuwachs angelegt, setzt Zuwachs voraus und hat Zuwachs zur Folge.
Zwei Beispiele: Die Grundsteuer ist zwar im Prinzip eine gute Gemeindesteuer.
Grund und Boden kann nicht weichen, zu vielen kommunalen Leistungen besteht ein
enger Zusammenhang, Einnahmen fließen stetig, und die Belastung verteilt sich
auf zahlreiche Schultern. Unverständlich also, warum die Grundsteuer in den
bislang diskutierten Modellen einer Gemeindefinanzreform nicht vorkommt.
Allerdings wirkt sie auf die Siedlungsentwicklung expansiv. Denn ausgerechnet
bebaubare, also unbebaute, aber erschlossene Grundstücke sowie die wegen des
hohen Anteils an Erschließungs- und Nebenflächen stark flächenzehrenden und mit
hohen Folgekosten verbundenen Ein- und Zweifamilienhaussiedlungen in den
Randzonen werden am geringsten belastet. Anreize für die nötige Innenentwicklung
und für eine flächensparende Bebauung (Hochhäuser zählen nicht dazu!) sind in
der Grundsteuer aktueller Prägung nicht enthalten.
Die Kommunen stehen außerdem untereinander in einem einfalls- und nahezu
aussichtslosen Wettbewerb um Unternehmen (Gewerbesteuer) und Einwohner
(Einkommensteuer) und verausgaben für die Baulandbereitstellung
Millionenbeträge. Das Preisgefälle zwischen Stadt und Land im Verein mit der
Steuerpolitik nötigt die Städte und Gemeinden zu einem solchen Expansionskurs.
Dabei hat sich längst herumgesprochen: Arbeitsplätze, die an einem Ort
geschaffen werden, gehen andernorts verloren und sind ohnehin recht flüchtig;
die Menschen ziehen nur von einer Kommune in die andere. Klinkt sich eine
Kommune aus diesem Wanderzirkus aus, droht ihr bislang die Ausblutung. Wie auch
immer: Viele werden früher oder später vor dem unbezahlbaren Trümmerhaufen ihrer
Zersiedelung stehen.
Deutlich wird, dass sich Nachhaltigkeit mit den alten Rezepten nicht gestalten
lässt. Investitionen auf der so genannten grünen Wiese und im Umland der
Hochpreisregionen sind nur kurzfristig rentabel. Staat und Politik sind daher
gefragt, korrigierend einzugreifen. Kommunen ebenso wie ihren Bewohnern und den
Unternehmen muss nicht mehr länger Expansion, sondern Bestandspflege,
Kompaktheit im menschlichen Maßstab und Verweilen am Ort so attraktiv wie
möglich gemacht werden. Besonders für Familien muss das Leben in der Stadt
angenehm werden, Unternehmen muss die Entscheidung für einen städtebaulich
integrierten Standort unterm Strich Vorteile bringen. Die Kosten für Bau,
Unterhalt und Sanierung der Infrastruktur müssen verursachergerecht verteilt
werden. Die Kommunen müssen in einen Wettbewerb um nachhaltige Entwicklung
treten, sich nach Kräften um die Wohn-, Standort- und Lebensqualität und um
individuelle Bedürfnisse der lokalen Wirtschaft kümmern können.
So sollte die Grundsteuer künftig ideell wie materiell eine viel größere Rolle
spielen und in ihrer lenkenden Wirkung neu ausgerichtet werden. Innerhalb der
Siedlungen müssen sich mit ihrer Hilfe das Bauen wie auch das Ausnutzen und der
Eigentumswechsel des Gebauten und Erschlossenen wieder lohnen. Das läuft nicht
nur auf eine andere Bemessung hinaus, bei der Größe und Lage des Grundstücks und
der Bodenwert maßgeblich sein müssen, sondern auch auf eine deutliche
Mehrbelastung erschlossener und/oder untergenutzter Grundstücke. Für diese
Zwecke kann mit Hilfe einer Stichtagslösung und unter Zuhilfenahme des
Baugesetzbuches der besiedelte Bereich einer Kommune dauerhaft von dem so
genannten Außenbereich unterschieden werden.
Doch eine runderneuerte Grundsteuer genügt nicht. Grunderwerb im besiedelten
Bereich sollte von der Grunderwerbsteuer befreit werden. Die Gewerbesteuer
sollte zur Ansiedlung von Betrieben auf bereits erschlossenem Gelände anregen.
Und der Anteil der Städte und Gemeinden an der Einkommensteuer könnte variabel
gestaltet werden: Kommunen, die ihre Kräfte und Investitionen nachweislich auf
den Bestand konzentrieren, die zudem in hohem Maße in Grünräume und
Lärmminderung investieren, sollten einen Zuschlag erhalten. Auch der
Finanzausgleich bietet zahlreiche Möglichkeiten, den Kommunen eine langfristig
vernünftige Entwicklung schmackhaft zu machen. Auf diese Weise können
Finanzautonomie und Finanzkraft der Kommunen nachhaltig gestärkt und die
Gemeindefinanzierung über den Tag hinaus reformiert und somit zukunftsfest
gemacht werden.
www.taz.de
16.10.2003
Großenhain: Abrissbirne schwebt über dem Külz-Viertel
Die meisten Fenster sind schon
herausgenommen, die Klingeln abmontiert, die Parkplätze verwaist. Die drei
Blöcke in der Dr.-Külz-Straße 49 bis 65 bieten einen trostlosen Anblick. Gestern
zog der Allerletzte der 61 Mieter aus. Denn noch in diesem Jahr soll in die
Häuser der Wohnungsgesellschaft die Abrissbirne einschlagen – Beginn des
„Stadtumbaus Ost“ in Großenhain, den der überhand nehmende Leerstand nötig
macht.
„Es ist schon ein komisches Gefühl, wenn man jetzt davor steht, irgendwo
erschreckend“, beschreibt Gabriele Naumann ihre Eindrücke. Am vergangenen
Sonntag fuhr sie noch mal in die Külz-Straße und machte ein paar
Erinnerungsfotos von dem Ort, an dem sie zwölf Jahre lebte. „Ich habe gerne hier
gewohnt und mich ausgesprochen wohl gefühlt.“ Doch auch sie musste raus. Am 8.
September verließ sie als Drittletzte ihre Vier-Raum-Wohnung im Aufgang 49,
dritter Stock gen Käthe-Kollwitz-Straße. Wie sie betont, hat sie sich mit ihrer
neuen Bleibe – ebenfalls eine der Wohnungsgesellschaft – nicht verschlechtert.
Auch die Miete sei gleich geblieben.
Wie lange Gabriele Naumanns altes Zuhause noch steht, hängt davon ab, wann die
Fördermittel für den Abriss bewilligt werden. Die Wohnungsgesellschaft hat in
Abstimmung mit der ortsansässigen Wohnungsgenossenschaft über die Stadt
Großenhain im Rahmen des Programmes „Stadtumbau Ost“ Gelder beantragt. Die
beiden Geschäftsführer, Jürgen Reimitz und Jochen Leubner, rechnen in den
nächsten Tagen mit einem Ergebnis. Dann könne es sofort losgehen. „Alle
Vorbereitungen sind getroffen, die Wohnungen seit Juli frei gelegt, die
Ausschreibungen raus“, sagt Leubner.
Seine Genossenschaft, die mit zirka 14 Prozent Leerstand zu kämpfen hat, reißt
vielleicht schon Anfang November die Dr.-Semmelweis-Straße 1 bis 7 ab. „Alle der
21 Mieter bleiben bei uns und fast alle auf dem Kupferberg wohnen“, erläutert
der Geschäftsführer.
Am Zeitplan ändert auch der vorige Woche bekannt gewordene Stopp des
Landesrückbauprogrammes nichts. Weil man sich in Großenhain eben für das andere
Programm, den „Stadtumbau Ost“, entschieden hat. „Denn da können nach Abriss
zusätzliche Gelder für die Freiflächengestaltung beantragt werden“, nennt
Gesellschaftschef Jürgen Reimitz einen Grund.
In den nächsten Jahren geht der Rückbau weiter. Insgesamt 360 Wohnungen will die
Gesellschaft bis 2006 abreißen. Der Auszug läuft auf Hochtouren. Laut Reimitz
wurden schon für 189 der 220 Mieter Lösungen gefunden. Nur die Hälfte bleibe
jedoch dem Großenhainer Großvermieter treu, vor allem auf Grund des fehlenden
Angebots von Wohnungen.
www.sz-online.de
16.10.2003
Angermünde: Die letzten Tage der Geisterhäuser
Noch in diesem Jahr soll mit dem Stadtumbau
in Angermünde begonnen werden. Wie Baudezernent Lutz Köhler informierte, sind
die notwendigen Mittel für die erste Phase bis auf einen Restbetrag beisammen.
Voraussichtlich ab Dezember könnte es mit der Entkernung der letzten Häuserzeile
in der Gustav-Bruhn-Straße losgehen. Der Abriss ist für die zweite Hälfte des
Jahres 2004 anvisiert.
Wenn eine Baumaßnahme beginnt, ist das meist ein freudiges Ereignis für die
Investoren und die Stadt. Bauen heißt in die Zukunft investieren und Arbeit für
Firmen. In Falle des Stadtumbaus, der noch in diesem Jahr und damit eher als
gedacht, beginnen soll, ist das ganz anders. Erstmals seit vielen Jahren wird
etwas im großen Stil abgerissen, worauf man noch vor 20 Jahren stolz war.
Die zuletzt gebauten Blöcke in der Gustav-Bruhn-Straße werden die ersten sein,
die wieder verschwinden. "Es ist kein Anlass zum Jubeln, aber es muss sein",
sagt Baudezernent Lutz Köhler. Der immense Leerstand in Angermünde und die damit
verbundenen Kosten für die Wohnungsunternehmen lassen keine andere Wahl.
Der Bewilligungsbescheid über 500000 Euro Fördermittel reicht jedoch vorerst
nur, um vier von fünf vorgesehenen Blöcken abzureißen. "Wir bemühen uns derzeit
noch, die restlichen Mittel für den fünften Block vom Land zu bekommen. Es
fehlen 59000 Euro", so Lutz Köhler. Gelingt das nicht, soll dennoch mit dem
Abriss von vier Blöcken begonnen werden. Die Stadt muss 125000 Euro zulegen, um
die schon in Aussicht gestellten Fördermittel abrufen zu können. Eine
Investition, die sich insofern lohnt, dass noch in diesem Jahr Leute im Rahmen
einer ABM zur Entkernung zumindest für einige Monate in Lohn und Brot gebracht
werden. Für nächstes Jahr sind die Aussichten für Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen
schon schlechter. In dieser Woche wird eine Entscheidung des Arbeitsamtes
erwartet.
Zehn ABM-Kräfte sollen den Rohbauzustand wiederherstellen. Das heißt, innen muss
alles raus, ob Einbauschränke, Sanitäranlagen, Fußbodenbeläge, Dämmschichten,
Küchen, Balkon- und Treppengeländer, Rohrleitungen und Einbauten der Mieter.
Einige Arbeiten wie z. B. auf dem Dach und die Entsorgung von Sondermüll werden
von Firmen übernommen. Auch Fenster und Türen kommen raus.
Einige wiederverwendbare Teile bauen BWG und die Wohnungsgenossenschaft
Uckermark selbst aus, um sie für Werterhaltungsmaßnahmen in anderen Häusern zu
nutzen.
Die bei der Entkernung anfallenden Metalle werden verschrottet und bringen so
noch ein paar Euro ein. Der Bauschutt wird abtransportiert.
Mit den fünf Blöcken der Gustav-Bruhn-Straße 17 bis 36 würden insgesamt 208 von
mehr als 500 überschüssigen Wohnungen in Angermünde verschwinden. Die jetzt vor
dem Abriss stehenden Wohnungen der BWG sind soweit leer gezogen, die letzten
zwei Mietparteien der WG Uckermark ziehen zum Jahresende aus. Wann genau
Rückbaubeginn ist, steht noch nicht fest. "Wir haben noch keine
Einzelbestätigung, die ist aber beim Landesbauamt Cottbus beantragt", informiert
Lutz Köhler. Er rechnet damit, dass es im Dezember losgeht.
Nach der Entkernung werden die Abrissarbeiten ausgeschrieben. Das geschieht
eventuell in der zweiten Jahreshälfte 2004. Im Frühjahr, so der Baudezernent,
wird sich voraussichtlich die Arbeitsgruppe Stadtumbau wieder zusammensetzen,
sich mit der Gesamtleerstandsentwicklung beschäftigen und über möglichen
weiteren Abriss diskutieren. Ein Umbau innerhalb von Blöcken und die Schaffung
attraktiver Wohnungen im neuen Schnitt wie in Schwedt wird in Angermünde
aufgrund der finanziellen Situation der Wohnungsunternehmen in den nächsten
Jahren nicht drin sein. Sie haben einen Antrag auf Entschuldung gestellt, der
wichtig ist für die künftige Liquidität.
www.moz.de
15.10.2003
Halle: Mehr Grün nach Abriss
Der Abriss alter Plattenbauten aus DDR-Zeiten nimmt in Halle jetzt ordentlich
Fahrt auf. Vor allem die großen Vermieter wollen sich zahlreicher leer stehender
Gebäude entledigen, nachdem nun die Fördermittel aus den Töpfen des Stadtumbaus
Ost endlich auch fließen. Auf der Silberhöhe beispielsweise sollen gesamte
Straßenzüge bald ein anderes Aussehen erhalten.
Die Wohnungsunternehmen sehen darin natürlich eine große Chance. Denn leere
Häuser kosten eine Menge Geld. Und wie im Falle der "Frohen Zukunft" hat der
Abriss den positiven Nebeneffekt, dass der Leerstand in anderen Wohnhäusern
schwindet. Denn viele Mieter ziehen in freie Wohnungen des Unternehmens.
Doch der Abriss birgt auch eine Chance für das Stadtbild. Die entstehenden
Freiflächen bieten Platz für mehr Grün und beziehungsweise oder für mehr
Parkplätze in den Neubauvierteln. Und bekanntermaßen ist die Saalestadt mit
beidem nicht reichlich gesegnet.
www.mz-web.de
15.10.2003
Luckenwalde: Abrisshaus nun unter Schutz
Das Haus in der Beelitzer Straße 18 in
Luckenwalde (ehemals Paeschke) steht schon lange leer und wirkt ziemlich
heruntergekommen. Nicht viel anders sieht es mit dem benachbarten Gebäude
(ehemals Fischladen) aus. Die Stadt favorisiert deshalb innerhalb ihres
Programms zum Stadtumbau den Abriss beider Gebäude. An dieser Stelle sollen der
Kreuzungsbereich aufgeweitet und dahinter Parkplätze geschaffen werden.
Die Abrissgenehmigung der Unteren Baubehörde lag bereits vor. Die Lugewo als
Eigentümerin des Hauses Nummer 18 wollte im August mit dem Rückbau beginnen, der
vom Land gefördert wird.
Doch kurz vor Beginn der Bauarbeiten stellte die Untere Denkmalbehörde das Haus
Beelitzer Straße 18 unter Denkmalschutz. Lugewo-Geschäftsführerin Elke Bogner
hat dafür kein Verständnis, zumal die Abbruchgenehmigung schon mit dem Segen der
Denkmalbehörde erteilt worden war.
"Die Lugewo hat Widerspruch eingelegt", sagte Elke Bogner. Das Gebäude sei
verfallen, weise statische Probleme auf und biete künftig keine wirtschaftliche
Nutzungsmöglichkeit. Da die Aufträge für den Abbruch bereits ausgelöst waren,
sei der Lugewo auch wirtschaftlicher Schaden entstanden, so Elke Bogner. Aus
ihrer Sicht könne wegen bautechnischer Probleme auch das benachbarte Haus nicht
abgerissen werden.
Das Landesamt für Denkmalschutz habe in den vergangenen zehn Jahren in
Luckenwalde kaum ein Gebäude unter Schutz stellen lassen, erklärte Norbert
Jurtzik, Leiter der Unteren Bauaufsicht des Kreises, ein Versäumnis des Landes.
Deshalb sei das Haus nicht auf der Denkmalliste und zunächst der Abriss
genehmigt worden.
Im Nachhinein habe die Denkmalbehörde des Kreises den Denkmalwert des Gebäudes
Beelitzer Straße 18 festgestellt. Das alte Fachwerkhaus habe Orts-,
baugeschichtliche und städtebauliche Bedeutung, so Jurtzik. Es handele sich um
das älteste Haus der Straße und möglicherweise des ganzen Stadtviertels. Das
Fachwerk sei intakt und der Original-Grundriss noch vorhanden. Jurtzik bedauert
aber, dass zunächst eine Abbruchgenehmigung gegeben wurde, die man dann
zurücknehmen musste.
Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide respektiert die Einschätzung der
Denkmalschützer, hält den Erhalt des Hauses städtebaulich aber für nicht
sinnvoll. "Das Haus hat unbestritten Qualitäten, steht aber am falschen Fleck",
erklärte sie im jüngsten Hauptausschuss. "Wir können uns beim Stadtumbau einen
eindimensionalen Blick nicht leisten", sagte sie weiter. Solange keine neue
Nutzung für das Haus in Aussicht stünde, erkenne sie keinen Sinn, es zu
erhalten. "Dieser Standort an einer viel befahrenen Straße hat keinen Wohnwert",
sagte die Bürgermeisterin gestern gegenüber der MAZ.
www.MaerkischeAllgemeine.de
14.10.2003
Sachsen-Anhalt: „Platte“ wird immer mehr zum
Leerstands-Verlierer
Trotz milliardenschwerer Programme für den
Stadtumbau Ost brennt den Wohnungsgesellschaften in Sachsen-Anhalt das Problem
leer stehender Wohnungen unter den Nägeln. Das ergab eine Umfrage. Besonders in
den DDR-Plattenbausiedlungen ist der Leerstand rasant in die Höhe geklettert.
Zehntausende Sachsen-Anhalter kehrten dem Land auf Arbeitssuche den Rücken. Wer
es sich leisten kann, zieht in den sanierten Altbau oder ins Eigenheim.
In dem schleppenden Verlauf des Stadtumbauprogramms Ost sehen etliche
Wohnungsgesellschaften das Haupthindernis bei Abriss, Sanierung und
Umfeldgestaltung in den Großplattensiedlungen. In Sachsen-Anhalt sind laut
Bauministerium von 1,3 Millionen Wohnungen rund 373 000 in industrieller
Plattenbauweise errichtet worden. Bis zum Jahr 2010 sollen 135 000 Wohnungen
abgerissen werden, davon 75 000 „Platten“. Bisher fielen aber erst 3400
Wohnungen der Abrissbirne zum Opfer.
Bis zum Jahr 2009 stehen aus dem Programm Stadtumbau Ost aus Bundes-, Landes-
und kommunalen Mitteln in Sachsen-Anhalt rund 435 Millionen Euro für den Abriss
dauerhaft leer stehender Wohnungen und für die Verbesserung des Wohnumfelds zur
Verfügung.
„Die Platte wird zunehmend zum Leerstandsverlierer“, sagte der Direktor des
Verbandes der Wohnungswirtschaft Sachsen-Anhalt Jost Riecke. Die Leerstandsquote
liegt bei durchschnittlich 19 Prozent. „Sorgenkinder sind die 16-Geschosser und
die Sechs-Geschosser ohne Fahrstuhl“, sagte Riecke. Dennoch gibt er der Platte
eine Chance. „Sie ist nicht zuletzt wegen der insgesamt vergleichsweise
günstigen Mieten eine unverzichtbare Alternative“. Der Verbandschef beklagte, es
gebe zu viele bürokratische Hemmnisse für die Wohnungsgesellschaften. Die Mittel
aus dem Stadtumbauprogramm würden insbesondere vom Bund zu zögerlich fließen.
Der kaufmännische Geschäftsführer der Wohnungs- und Baugesellschaft Wolfen-Nord,
Uwe Reinholz, berichtete, erst in diesem Jahr seien wegen zu spät geflossener
Mittel die eigentlich schon für das vergangenen Jahr geplanten Wohnungen
abgerissen worden. Mit einer Leerstandsquote von 30 Prozent dürfte Wolfen-Nord
zu den Spitzenreitern in Sachsen-Anhalt gehören. Bisher seien rund 1200
Wohnungen abgerissen worden, 5000 sollen es einmal werden. 8000 Wohnungen sollen
erhalten bleiben. „Unser Entwicklungskonzept ist so, dass wir den Abriss
jederzeit stoppen können“, sagte Reinholz. Sollten sich im Zuge der
EU-Ost-Erweiterung verstärkt Firmen im ChemiePark Bitterfeld-Wolfen ansiedeln,
gebe es Wohnungen für die Beschäftigten.
„Der Stadtumbau Ost muss allererste Priorität haben, vor allen anderen
städtebaulichen Maßnahmen, sonst werden die Großsiedlungen zu Geisterstädten und
wir bekommen noch mehr soziale Probleme“, sagte der Geschäftsführer der
Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg, Heinrich Sonsalla. Die Gesellschaft will von
ihren
37 000 Wohnungen 6000 abreißen. „Das würde unsere Probleme erheblich
vermindern“. Allein in Neu Olvenstedt stehe von 5100 Wohnungen jede zweite leer.
In der einstigen sozialistischen Vorzeigesiedlung Halle-Neustadt - einst eigens
für die Chemiearbeiter von Leuna und Buna auf der grünen Wiese gebaut – lebten
bis zu 90 000 Menschen. Heute sind das nach städtischen Angaben noch rund 55 000
Einwohner, die ihrer „Platte“ noch die Treue halten. Nachdem im Sommer 2003 mit
dem Rückbau des ersten Großblocks begonnen wurde, soll die Abrissbirne noch
mindestens weitere 2000 Wohnungen bis zum Jahr 2010 den Garaus machen, sagte
eine Sprecherin der Halle-Neustädter Wohnungsgesellschaft GWG. Zum Unternehmen
gehören rund 13 000 Wohnungen in der Plattenbausiedlung, die heute ein Stadtteil
von Halle ist.<