Newsticker Archiv Oktober 2005

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31.10.2005
Rüsselsheim: Opel und Stadt im Förderprogramm
An dem städtebaulichen Förderprogramm „Stadtumbau in Hessen“ haben sich die Stadt Rüsselsheim und die Adam Opel AG gemeinsam beworben. Dies teilte das Presseamt der Stadt auf Nachfrage mit. Wie berichtet, sind der Standort Rüsselsheim und 14 weitere Kommunen unter 127 Bewerbern ausgewählt und in das Förderprogramm aufgenommen worden und können in den nächsten zehn bis 15 Jahren Fördergeld zur Umwandlung, Umbau oder Umnutzung von Gebäuden und Flächen beantragen. Die Stadt und der Autobauer haben dabei die Umwandlung von brach liegenden Opel-Flächen in Wohn- oder Gewerbebebauung im Blick. Fördergeld kann bei Vorlage konkreter Planungen beantragt werden. Soweit sind Stadt und Opel aber noch nicht: Derzeit gebe es keine konkreten Vorhaben, hieß es aus dem Presseamt der Stadt.
www.echo-online.de

29.10.2005
Leipzig: LWB setzt Umbau im Dunckerviertel ohne Förderung fort
Obwohl es für Sanierungen im Dunckerviertel keinerlei Fördermittel mehr gibt, beginnt die Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft (LWB) gerade einen neuen Abschnitt. Unter anderem entstehen in ehemaligen Läden moderne Quartiere für Behinderte. Das Ziel des Großvermieters ist ehrgeizig: Im Jahr 2009 soll das Viertel komplett fertig und "der schönste Kiez der Stadt" sein.
Eine Werbepostkarte für "Leipzigs einzige Wohnung mit zwei Telefonzellen" hat sich Klaus Hochtritt aufgehoben. Eigentlich wäre so viel Aufwand nicht nötig gewesen, berichtet der LWB-Regionalleiter für den Leipziger Westen. "Schließlich waren die beiden Quartiere in der umgebauten Post von Neu-Lindenau ruckzuck weg." Auch sonst gebe es kaum Leerstand in den 74 Wohnungen, die sein Unternehmen im vergangenen Jahr südlich der Dr.-Hermann-Duncker-Straße hochklassig sanierte. "Nur direkt neben der Bäckerei Tippner ist noch was frei. Aber dort greifen wir jetzt mit einer Miete von 5 Euro an."
Weil die Nachfrage ungebrochen sei, habe sich die LWB entschlossen, nun die nächsten drei Blöcke zu sanieren. Es geht um die Dr.-Hermann-Duncker-Straße 3, 5, 9, die Morgensternstraße 1, 3, 5 sowie 9, 11. Ein viertes Gebäude im Hof des Areals wurde bereits abgerissen. "Da übernehmen wir das Konzept von nebenan. Es gibt also wieder viel Grün und kleine Bachläufe, durch die das Regenwasser vom Dach in eine Versickerungsanlage gelenkt wird. Das spart Wasserkosten bei den KWL."
Neu seien zwei Dinge, so Projektchefin Katrin Müller. "Wir werden wahrscheinlich noch eine alternative Heizanlage mit Holzpellets anschaffen, um Betriebskosten zu sparen. Vor allem entstehen im Erdgeschoss der Dunckerstraße, wo früher Geschäfte und ein Waschsalon waren, acht Wohnungen für Rollstuhlfahrer. Sie verfügen alle über eine eigene Zufahrt. Die Fassade wird weiter an Schaufenster erinnern, aber dahinter gibt es Trennwände, die für vollen Komfort im Inneren sorgen."

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28.10.2005
Zwingenberg:  Interkommunale Zusammenarbeit
Zwingenberg will sich aktiv den demografischen und wirtschaftsstrukturellen Anforderungen der Zukunft stellen. Mit der Aufnahme der Kommune in das Programm „Stadtumbau West“ ist der Grundstein für die finanziellen Mittel gelegt, die eine solche Aufgabe erfordern, glaubt Bürgermeister Dieter Kullak (parteilos). Gemeinsam mit Lorsch, Heppenheim, Einhausen und Lautertal strebt Zwingenberg eine interkommunale Zusammenarbeit in dem Programm an.
Das Programm „Stadtumbau West“ ist ein Pendant zur Initiative „Stadtumbau Ost“, die in den neuen Bundesländern dem Strukturwandel und hoher Arbeitslosigkeit entgegengesetzt wurde. Hier geht es vor allem um demografische Entwicklungen, die nicht zum Arbeitsangebot passen, aber auch um Städterückbau, um die betroffenen Kommunen funktional aufzuwerten.
Nach der Forderung der Vertreter alter Bundesländer, parallel zum Programm „Stadtumbau Ost“ auch eine „West-Variante“ für strukturkritische Standorte zu schaffen, wird jetzt auch im Westen Deutschlands eine Anpassung an demografische und wirtschaftliche Gegebenheiten gefördert.
„Am nächsten Dienstag kommt die offizielle Bewilligung, dass wir als interkommunale Gruppe in das Programm aufgenommen wurden“, erklärte Bürgermeister Dieter Kullak im Gespräch mit dem Darmstädter Echo. „In vielen Bereichen müssen wir die Probleme gemeinsam mit den anderen Gemeinden angehen“, so Kullak weiter.
Er verwies in diesem Zusammenhang exemplarisch auf den Bau von Altersheimen und das Thema „Kinderbetreuung“. Einer Entwicklungsstrategie bedürfe in Zwingenberg auch der Verkehr in der Altstadt oder das Bahnhofsgelände. Auch die Gewerbesiedlungsausweisung könne man künftig gemeinsam in interkommunaler Zusammenarbeit abstimmen. „Es wird um ein Miteinander und nicht Gegeneinander gehen.“
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28.10.2005
Babenhausen: Chance, Schandflecken zu beseitigen
Die Stadt Babenhausen ist als einer von 15 Einzelstandorten in das Landesförderprogramm „Stadtumbau in Hessen“ aufgenommen worden. Neben Städten wie Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden erhält Babenhausen in den kommenden zehn bis 15 Jahren somit Geld, um das Stadtbild zu verbessern. „Das Förderprogramm ist vor allem für die Umnutzung und Neunutzung von Gewerbebrachen gedacht“, erklärt der Babenhäuser Bauamtsleiter Reiner Walf.
Wieviel Geld die Stadt Babenhausen erhält, steht noch nicht fest. Das wird am Mittwoch (2.) in Frankfurt bekannt gegeben. Fest steht jedoch, dass auf die Stadt nun einiges an Arbeit zukommt. „Die Aufnahme ins Förderprogramm kommt für uns überraschend“, sagt Walf, „wir sind jetzt ganz am Anfang. In einem halben Jahr wissen wir besser Bescheid, auch darüber, wie wir die Projekte angehen.“
Noch in diesem Jahr sollen in den 15 Einzelstandorten sowie in 14 so genannten „interkommunalen Gruppen“, bei denen sich jeweils mehrere Kommunen zusammengeschlossen haben, Projekte für rund neun Millionen Euro finanziert werden. Bund, Land und Kommunen tragen jeweils ein Drittel. Bis 2007 stellt alleine der Bund den westlichen Bundesländern insgesamt 40 Millionen Euro zur Verfügung, im Jahr 2008 weitere 58 Millionen und ab 2009 jährlich 86 Millionen Euro. Wieviel davon jeweils nach Hessen geht, muss noch verhandelt werden. Fest steht jedoch, dass das Land jeweils dieselbe Summe wie der Bund zur Verfügung stellen wird, kündigt der hessische Wirtschaftsminister Alois Rhiel (CDU) in einer Stellungnahme an.
In Babenhausen wird das Geld verwendet, um beispielsweise brachliegende Gewerbeflächen an der Aschaffenburger Straße endlich einer neuen Nutzung zuführen zu können. „Ein typisches Beispiel ist das ehemalige Mattel-Gelände“, erklärt Reiner Walf. Das Grundstück des 1987 nach Dreieich umgezogenen Spielzeugherstellers gehört einer Immobilienfirma aus Bad Homburg. Die ließ das Gelände bislang jedoch so, wie es Mattel hinterlassen hat, weil sich der Abriss der ehemaligen Betriebshallen nicht gelohnt hätte. „Durch den Verkauf des Geländes bekommen sie die Kosten für den Abriss nicht rein“, erklärt Walf. Dieser „Betonklotz“, wie es der Bauamtsleiter ausdrückt, habe bislang aber auch eine neue Nutzung verhindert. Niemand wollte das Gelände mit dieser Bebauung haben. Durch das Förderprogramm könne nun dem Eigentümer der Abriss bezuschusst werden, erklärt Walf. Die Stadt hofft, dass sich dann ein Interessent findet und das brachliegende Gelände neu genutzt wird – zumal auch für einen Käufer Zuschüsse für Planungskonzepte dank des Förderprogramms möglich sind.

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28.10.2005
Demen: Fördergeld für die Abrissbirne
In der kommenden Woche nimmt sich die Abrissbirne Demens Schule vor. Das Gebäude der einstigen Regionalschule hat ausgedient. Ministerpräsident Harald Ringstorff brachte gestern den Fördermittelbescheid für die notwendigen Abbauarbeiten ins Dorf. Unter den Presslufthammer kommen auch vier Wohnblocks am Ziolkowskiring.
Harald Ringstorff brachte die Zusage für 144000 Euro Fördergeld, mit denen eine Abrissbirne in Gang gesetzt werden soll. Für die Dorfbewohner war dies kein ganz leichter aber ein notwendiger Abschied, wie Bürgermeister Thomas Schwarz betonte. Er lies vor allem Zahlen sprechen (siehe nebenstehende Übersicht), die deutlich machen sollen, dass es für die Gemeinde und ihre Schulen keine gemeinsame Zukunft gab.
Das nun eingesparte Geld kann für andere wichtige Projekte im Dorf eingesetzt werden: Das neue Feuerwehrhaus, eine Begegnungsstätte und die Verbesserung des Wohnumfeldes werden genannt.
Um den Ziolkowskiring als Wohngebiet (nun auch ohne Schule) angenehmer zu machen, muss ebenfalls die Abrissbirne helfen. Vier leer stehende Blocks werden abgetragen. Da verhalf Demens Bürgermeister dem privaten Eigentümer beim Aufspüren eines Fördertopfes. Er kann 884000 Euro aus dem Programm Stadtumbau Ost nutzen, um das derzeit wenig attraktive Areal wieder zu einer guten Adresse zu machen.
www.svz.de

21.10.2005
Bayern: Brache Flächen neu nutzen
Fast in jeder Kommune gibt es frühere Produktionsstätten, geräumte Kasernen, Liegenschaften von Bahn und Post, die in ihrer ursprünglichen Nutzung nicht mehr gebraucht werden. Viele dieser Brachen können wegen ihre Größe und oftmals zentrale Lage das innerstädtische Nutzungsangebot verbessern.
Stadtrat Andreas Starke bedankte sich in seiner Eröffnungsrede für die enorme finanzielle Unterstützung, die Bamberg in den letzten 30 Jahren durch die Städtebauförderung erfahren hat, was vor allem im Harmoniesaal deutlich werde. Dessen Sanierung sei nur mit Hilfe staatlicher Institutionen und Mittel der Städtebauförderung möglich gewesen sei. Starke sieht diese Zuwendung auch als Bestätigung für die Anstrengung des Stadtrates, die Bamberger Innenstadt attraktiver zu gestalten. „Es darf aber nicht übersehen werden, dass ein Drittel der Förderungsgelder durch die Gemeinden aufgebracht werden muss“, so Starke. Dennoch habe die Stadt Bamberg in jedem Kalenderjahr oft einen siebenstelligen Betrag für die Städtebauförderung bereitgestellt.
Als Vertretung für Innenminister Günther Beckstein kam Georg Schmid, Staatssekretär im Bayerischen Innenministeriums. Er betonte, dass sich Brachflächen dauerhaft negativ auf das Bild von Städten und Gemeinden und damit auf deren Wohn- und Wirtschaftsstandort auswirken. In diesen Flächen liege aber dennoch Entwicklungspotential. Gefragt sei hier aber nicht nur der Staat, sondern auch die Kommunen, von denen ein grundsätzliches Um- und Nachdenken über die künftige Infrastruktur und Siedlungsentwicklung gefordert wird. „Ein Strukturwandel verlangt die Konzentration auf den Flächenbestand, der der Inanspruchnahme neuer Flächen auf der grünen Wiese entgegenwirkt.“, so Schmid. Besonders greife hier das Förderungsprogramm Stadtumbau West. Im Vordergrund stehen dabei Gewerbe - und Industriebrachen sowie militärische Flächen. Bei diesem Stadtumbauprogramm gehe es dabei um einen umfassenden Erneuerungsprozess, an dem 48 Kommunen – meist aus den strukturschwachen Grenzregionen Nordostbayerns – teilnehmen. Für 2005 stehe den bayerischen Gemeinden über 99 Millionen Euro aus allen Städtebauförderungsprogrammen zur Verfügung. Davon käme der Hauptanteil von 51 Millionen Euro vom Freistaat, 31 Millionen vom Bund und rund 17 Millionen von der EU.

www.fraenkischer-tag.de

21.10.2005
Brandenburg: Kraft der Zahlen
Mindestens drei Jahre lang hat es keinen ernsthaften Versuch mehr gegeben, zum Thema Stadtumbau einen öffentlichen Workshop zu veranstalten. Das gestrige Forum überzeugte, allein schon die Tatsachen, dass viele Akteure Neues erfuhren, dass die private Wohnungswirtschaft neben den sieben großen Genossenschaften und Gesellschaften wie auch die Ver- und Entsorger eingebunden wurden, kann als Erfolg gewertet werden. Erstmals konnten die Handelnden auch auf solidem Zahlenmaterial bauen, das mühselig im Laufe der vergangenen zwölf Monate zusammengetragen wurde. Prognosen aus der Vergangenheit, die auf Schätzungen basierten, bargen die Gefahr der mehrfachen Ungenauigkeit. Und die Zahlen haben so viel Gewicht, dass beispielsweise der größte Wohnungsunternehmer, die WBG, erstmals öffentlich über Abrisspläne sprach. Zwar fehlen zuverlässige Erhebungen über die Wanderungsbewegungen zwischen den Stadtteilen, doch immerhin gibt es auch hier schon teilweise überraschende Einzelerkenntnisse: Wer aus Hohenstücken weggeht, den zieht es weniger nach Nord als vielmehr in die Innenstadt. Auch negative Zahlen weisen in die Zukunft
18 leer stehende Wohnblöcke mit 725 Wohnungen abreißen wird die Wohnungsbaugenossenschaft WBG in den kommenden zwei Jahren.
Die Genossenschaft habe derzeit 9520 Wohnungen im Bestand, bisher musste nicht abgerissen werden, lediglich 120 Wohnungen in Reihenhäusern sind seit 1990 verkauft worden. 4800 Wohnungen stehen in Hohenstücken, 3840 in Nord sowie 880 in der Innenstadt, am Zentrumsring und in der Walzwerksiedlung. "Seit 1990 haben wir mehr als 200 Millionen Euro in den Bestand gesteckt, 35 Prozent sind komplett saniert", berichtet Meyne. Dem Leerstand begegnet sei die Genossenschaft mit dem Leerzug von 20 Blöcken, vornehmlich in Hohenstücken, beginnend am Quartier Brahms-/Sophienstraße. Geplant gewesen sei auch der blockweise Abbau der oberen drei Etagen, so dass zweigeschossige "reihenhausartige" Bauten stehen geblieben wären; doch war keine Finanzierung für diese Pläne aufzutreiben. Angesichts der Prognosen über die negative Entwicklung der Einwohnerzahlen habe sich die WBG nun zum Abriss in den Jahren 2006 und 2007 entschlossen. "Das bringt Buchwertverluste von rund 15 Millionen Euro, die wir im Wesentlichen durch die Abrissprämie von 60 Euro je Quadratmeter ausgleichen können", sagt Meyne. Allerdings habe die Genossenschaft für das Umsetzen der Mieter rund 1,7 Millionen Euro ausgegeben. Die Altschuldenentlastung von etwa 200 000 Euro sowie die Betriebskosteneinsparung durch die bessere Auslastung in den verbliebenen Häusern hätten diese Ausgaben allerdings nicht kompensieren können.
Die WBG bleibt trotz der Abrisse der größte Wohnungseigentümer in der Stadt. Die städtische Wobra als zweitgrößtes Unternehmen hat seit vorigem Jahr 550 Wohnungen "vom Markt genommen".
Bis zum Jahr 2009 verschwinden in der Stadt nach bisherigen Planungen 3421 Wohnungen. 2678 Abrisse werden folgen, 109 Wohnungen gehen durch Zusammenlegungen verloren, knapp 100 durch Stilllegungen. 2006 sollen 701 Wohnungen aus dem Stadtbild verschwinden, 2007 folgen 635, bevor ein Jahr später der Höhepunkt erreicht ist mit 1080 Wohnungen, die nicht mehr zur Verfügung stehen werden.
www.maerkischeallgemeine.de

18.10.2005
Hessen: Millionen fließen in "Stadtumbau"

Das Land nimmt in diesem Jahr 14 interkommunale Gruppen und 15 Einzelstandorte neu in das städtebauliche Förderprogramm "Stadtumbau in Hessen" auf. Aus der Region sind Idstein, Schlangenbad und Wiesbaden als Einzelstandorte mit dabei, außerdem die sieben Rheingau-Kommunen als Gruppe. Damit wird das Land Hessen diese Kommunen in den nächsten 10 bis 15 Jahren aktiv bei den Aufgaben des Stadtumbaus unterstützen und Fördermittel bereitstellen. Noch im Jahr 2005 werden Programmmaßnahmen in Höhe von insgesamt rund neun Millionen Euro finanziert und begonnen, sagte Minister Alois Rhiel gestern bei der Bekanntgabe der Neuaufnahmen.
Wie viel Fördermittel den interkommunalen Gruppen und den Einzelstandorten jeweils zur Verfügung gestellt werden, wird im November bei einem Kongresses "STADTUMBAUKULTUR" bekannt gegeben. Das Förderprogramm Stadtumbau ist langfristig angelegt. Dazu wird der Bund bis 2007 den westlichen Bundesländern insgesamt 40 Millionen Euro, im Jahr 2008 weitere 58 Millionen und ab 2009 sogar 86 Millionen jährlich zur Verfügung stellen. Wie hoch der Anteil für das Land Hessen in den kommenden Jahren genau sein wird, wird mit dem Bund verhandelt werden. Das Land Hessen wird Fördermittel in gleicher Höhe wie der Bund bereitstellen, kündigte Rhiel an.
Gefördert werden unter anderem der Umbau oder die Umnutzung von Gebäuden, Flächen und Infrastruktur. So können beispielsweise leerstehende Wohngebäude umgebaut werden, damit attraktive Wohnangebote für ältere Menschen entstehen. Die Fördermittel können auch zur Unterstützung von Projekten und Initiativen eingesetzt werden, die die Kinder- bzw. Familienfreundlichkeit von Städten erhöhen, sagte der Wirtschaftsminister.
www.wiesbadener-tageblatt.de

18.10.2005
Rüsselsheim: beim Stadtumbau in Hessen
Rüsselsheim ist in das städtebauliche Förderprogramm „Stadtumbau in Hessen“ aufgenommen worden. Insgesamt 127 hessische Kommunen hatten sich beim Wirtschaftsministerium für eine Aufnahme als Einzelstandort beworben; 80 Städte und Gemeinden hatten sich zu interkommunalen Gruppen zusammengeschlossen und beworben.
Ausgewählt wurden 14 Gruppen und 15 Einzelstandorte. Das Land Hessen wird diese in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren „aktiv bei den Aufgaben des Stadtumbaus unterstützen und Fördermittel bereitstellen“, heißt es in einer Pressemitteilung des hessischen Wirtschaftsministeriums. Noch im Jahr 2005 würden Programmmaßnahmen in Höhe von insgesamt rund neun Millionen Euro finanziert und begonnen, davon tragen Bund, Land und Kommunen jeweils ein Drittel.
Wie viel Fördermittel den Gruppen und Einzelstandorten jeweils zur Verfügung gestellt werden, wird am 2. November beim Kongress „Stadtumbaukultur“ im Frankfurter Gallustheater bekannt gegeben. Gefördert werden beispielsweise der Umbau oder die Umnutzung von Gebäuden, Flächen und Infrastruktur. Die Fördermittel können auch zur Unterstützung von Projekten eingesetzt werden, die die Kinder- beziehungsweise Familienfreundlichkeit von Städten erhöhen.
www.echo-online.de

17.10.2005
Wurzen: Luft für  Häuserzeilen
Zumal Wurzen der Einwohnerschwund unter den Nägeln brennt und keine einzige Abrissattacke des städtischen Großvermieters, Wohnungsgesellschaft Wurzen (WGW), im Vorfeld das öffentliche Licht erblickt. Nur die Bagger schafften vollendete Tatsachen. Niemand sonst. Doch das soll sich ändern.
Die Kommunalverwaltung reagiert jetzt mit einer Fortschreibung des städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (SEKo). Aber keineswegs aus Eigeninitiative. Das Prozedere schreibt Dresden vor, denn erst dann fließen Fördergelder für den Umbau. Dass der Umbau sein muss, stellte Mitte voriger Woche Doehler-Behzadi klar und mit ihr der zweite Experte Holger Schmidt vom Büro für Siedlungserneuerung Dessau. Im Tandem mit dem Wurzener Architekten Hartmut Krause erhob Schmidt notwendige Datensätze, die die Entwicklung Wurzens nach- und schließlich auch vorzeichnen sollen.
Dazu unterteilten Krause & Schmidt das Stadtgebiet in 22 Einzelflächen, um Schwerpunkte setzen zu können. Die Analyse zeigt indes mehr. Wurzen wird weiter schrumpfen. Aus zweierlei Hinsicht. Wegen der natürlichen Bevölkerungsbewegung, also Geburtenrate und Todesfälle, sowie auf Grund der Wanderungsbewegungen. Heute leben an der Mulde knapp 15000 Städter, 88 Prozent der Bevölkerung von 1990. 2015 würden es, bei leichter Bremskraft, etwa noch 80 Prozent sein. Weil die Kommune in den Jahren nach der Wende 3602 Einwohner verlor, stehen 2000 Wohnungen von 9644 leer.
Und es lässt sich jetzt schon sagen, wo die territorialen Brennpunkte liegen. Zum Beispiel in der Altstadt (32,1 Prozent), dem Herzen der Stadt. Oder in der Ostvorstadt (38,8), die von Gründerzeithäuser geprägt ist, und nicht zuletzt das Gelände rund um die Richard-Wagner-Straße (53,2). Diese Fakten gehen in die Debatte - in die öffentliche. Erstmals am 20. Oktober beim Stadtforum im Schweizergarten. Beginn 18.30 Uhr. Mit Holger Schmidt und Marta Doehler-Behzadi.
www.lvz-online.de

17.10.2005
Leere Straßenzüge sind wie leere Gaststätten
Wenn wir eine Gaststätte betreten, in der fast alle Tische leer sind, fragen wir uns, ob mit der Küche etwas nicht in Ordnung ist. Und schauen uns nach einem anderen Restaurant um. Ähnlich empfinden Investoren, die einen Ansiedlungsstandort begutachten und mitten in der Stadt leer stehende Häuser und geschlossene Läden vorfinden. Dann kommen Zweifel, was an diesem Ort nicht stimmen mag. Und ob sich dort über lange Sicht überhaupt genügend Arbeitskräfte finden werden.
Der demografisch bedingte Bevölkerungsschwund ist kurzfristig nicht aufzuhalten. Die Städte treten damit in einen Wettbewerb – nicht nur um Firmenansiedlungen, sondern auch um Einwohner. Was muss eine Stadt „bieten“, damit die Menschen ihr nicht den Rücken kehren? Arbeit, ja. Aber nicht nur. Rund um Merseburg lassen sich Firmen nieder, aber ihre Geschäftsführer leben in Naumburg oder Leipzig. Lebensqualität umfasst auch mehr als schöne Wohnungen. Diese Komplexität des Themas Stadtentwicklung rückt die Internationale Bauausstellung (IBA) Stadtumbau 2010 stärker ins Blickfeld. Stadtschrumpfung mit allen sozialen Folgen ist mindestens ein europaweites Problem. Aber in Ostdeutschland vollzieht sich der Prozess in beschleunigtem Tempo und mit besonderer Schärfe. Ohnmächtiges Zusehen in den Rathäusern wäre ebenso wenig angebracht wie hektische Reparaturversuche durch bloßen Abriss. Das haben viele Städte bereits erkannt. Mit Hilfe der IBA-Stadtplaner beginnen sie mit dem bewussten Gegensteuern und scheuen dabei auch Experimente nicht. Sachsen-Anhalt wird zu einem Labor, in dem die Rettung der europäischen Stadt beispielhaft getestet wird, sicherlich nicht ohne manche Fehldiagnose.
Ein IBA-Motto heißt: „Weniger ist mehr“. Es bedeutet einen Paradigmenwechsel weg vom jahrzehntelangen Glauben der westlichen Welt an ewiges Wachstum hin zu einem Umgang mit dem Verlust. Auch schrumpfende Städte benötigen Entwicklungsstrategien. Möglicherweise kann sich ebenso wie in der Wirtschaft auch eine Stadt mit Profilierung und Spezialisierung besser behaupten. 17 Städte in Sachsen-Anhalt, die sich für die Teilnahme an der IBA bewerben, haben für sich einen solchen unverwechselbaren Weg vorgezeichnet, mit dem sie ihre Stärken betonen oder Schwächen in Stärken verwandeln wollen.
Ein bildhaftes Beispiel für den positiven Umgang mit Schwächen ist Staßfurt, wo die mit dem Bergbau versunkene Stadtmitte jetzt in Form eines Stadtsees „aufgehoben“ wird. Aufheben wollen die Staßfurter dabei als „hochheben“ oder Aufwertung verstanden wissen. Wanzleben dagegen will seine Vorteile einer Kleinstadt mit funktionierenden sozialen Strukturen stärker ausspielen.
Die Stadt Köthen hat sich auf einen ihrer berühmten Bürger besonnen – nicht auf Johann Sebastian Bach, den sie mit Leipzig teilen müsste, sondern auf Samuel Hahnemann. Der Begründer der Homöopathie soll Köthen posthum zu einem nachindustriellen wirtschaftlichen Standbein verhelfen, auf das sich Gesundheits-, Bildungsangebote und Tourismus stützen können. Spannend ist, dass der ganzheitliche Therapieansatz der Homöopathie auch auf die Gesundung der Stadt angewendet wird.
Bei sämtlichen IBA-Projekten geht es darum, dass das „System Stadt“ weiter funktioniert und die Stadt für ihre Bewohner attraktiv bleibt. Leere Innenstädte sind nicht anziehend, mit aufgegebenen Schulen und geschlossenen Schwimmbädern geht Lebensqualität verloren. Für den Stadtbewohner nicht sichtbar, für die Kommunen aber kostspielig sind die ebenfalls zu groß gewordenen Versorgungsnetze. Und auch der Busverkehr ins Umland wird zu teuer, wenn immer weniger Fahrgäste einsteigen – eines von vielen Problemen, mit denen sich zum Beispiel Stendal beschäftigt.
Die Kommunen geraten in Zwiespalt: Wenn sie fi nanziell nicht in die Knie gehen wollen, müssen sie das Zuviel an kommunaler Infrastruktur dem Zuwenig an Bewohnern anpassen. Wenn aber noch eine weitere Schule schließt und der Bus nicht mehr fährt, ziehen noch mehr Leute fort.
Doch es muss auch ein geordneter Rückzug möglich sein: aus Stadtteilen ohne Perspektive, die wie in Dessau wieder der Natur zurückgegeben werden. Ein Rückzug muss auch aus Parallelstrukturen erfolgen, und deshalb bilden die Nachbarstädte Bitterfeld und Wolfen ab 2007 eine gemeinsame Stadt. Mit beispielloser Konsequenz wird damit in der Chemieregion Kirchturmdenken abgelegt.

www.volksstimme.de

13.10.2005
Internationale Bauausstellung in Magdeburg
Die Internationale Bauausstellung (IBA) Stadtumbau Sachsen-Anhalt 2010 wird vom 17. bis 19. Oktober Stadtentwickler, Architekten, Wissen schaftler und Politiker zusammenführen. In Workshops in Wittenberg, Köthen und Magdeburg und auf einem internationalen Kongress in Magdeburg wollen die Teilnehmer Potenziale von Kommunen ausloten und Strategien für ihre Entwicklung diskutieren.
Magdeburg. Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper will das Leben an und mit der Elbe in den Mittelpunkt der Stadtentwicklung rücken. Einerseits müsse beim Stadtumbau dem Einwohnerrückgang Rechnung getragen, andererseits an zentralen Stellen die Entwicklung vorangetrieben werden. Außerdem müsse Raum bleiben, um bei Bedarf auch wieder wachsen zu können. Insbesondere die Lebensader Elbe, an deren Ufer sich die Stadtteile wie Perlen an einer Kette auffädeln, sei bei der Stadtentwicklung zu lange vernachlässigt worden.
IBA-Geschäftsführer Omar Akbar sieht die entscheidende Aufgabe darin, die Potenziale der Kommunen auszuloten und daraus Strategien für deren Profilierung zu entwickeln. Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt habe das Zeug, zu einer Stadt der Bildung und Wissenschaft zu werden. Universitäten, Hochschulen und Politik müssten sich hierbei aber stärker einbringen. Dabei gehe es nicht allein um die Leistungsfähigkeit von Bildungsstätten und um die Vernetzung untereinander sowie mit der Wirtschaft, sondern es gehe auch um Atmosphäre.
Die Vision von der Wissenschaftsstadt mit Atmosphäre soll insbesondere auf dem Gebiet des stillgelegten Handelshafens Wirklichkeit werden. Dort wird bereits das VDTC (Virtual Development and Trainings Centre) errichtet. Außerdem sollen Speichergebäude in moderne Denkfabriken umgewandelt werden. Und mit Wohnungen, Gastronomie sowie Angeboten für Fitness und Wellness soll ein „Wissenschaftshafen“ entstehen. Dieser werde insbesondere Ausgründungen aus Universität und Hochschulen den Nährboden für kreatives Wirken bieten, hieß es.
Neben Magdeburg stellen auch Köthen und Wittenberg ihre Stadtumbaupläne in Workshops zur Diskussion. Köthen will die traditionell mit der Stadt verbundene Homöopathie als Entwicklungskraft nutzen. Und die Lutherstadt Wittenberg will ein Ort des Dialogs der Kulturen, Religionen und Generationen werden. IBA-Exkursionen sind nach Weißenfels geplant, wo Landschaft in die Stadt geholt und die Potenziale der Ernährungsbranche in den Mittelpunkt gestellt werden, sowie in die Region Bitterfeld/ Wolfen, die auf die Vernetzung ihrer Chemieindustrie setzt.
www.volksstimme.de

13.10..2005
Kyritz: Der Abriss kann beginnen
Das Aussehen von Kyritz wird sich in den nächsten Monaten an mehreren Stellen verändern. Nachdem die Kommune im Sommer dieses Jahres in das landesweite Programm für den Stadtumbau aufgenommen worden ist, werden die Kategorien "Rückbau" und "Aufwertung" nun aktuell. Im Rathaus ist ein Förderbescheid über 270 000 Euro eingegangen. Davon sollen 150 000 Euro noch 2005, die restlichen 120 000 Euro im kommenden Jahr Verwendung finden. Das Geld kann an Gesellschaften, unabhängig von der Rechtsform, weitergereicht werden. Im konkreten Fall ist die Kyritzer Wohnungsbaugesellschaft die Empfängerin.
Sie wird nichts verbauen lassen. Ganz im Gegenteil. Was etwas vornehmer "Rückbau" heißt, ist Abriss. Da der Großvermieter mehr als 15 Prozent Leerstand hat, damit eine Bedingung und zudem noch andere Parameter der so genannten Altschuldenhilfeberechtigung erfüllt, darf die Abrissbirne anrollen.
www.maerkischeallgemeine.de

12.10..2005
Luckenwalde: Votum für den Umzug
Der geplante Umzug der Kreis- und Stadtbibliothek in den Luckenwalder Bahnhof wird nicht nur in der Stadt, sondern auch auf Landkreisebene begrüßt. Am Montagabend votierte der Haushalts- und Finanzausschuss einstimmig für die Standortverlagerung.
Aus Sicht der Verwaltung erhob Dezernent Dieter Albrecht keine Einwände gegen das Vorhaben. Zwar gebe es keine klare Aussage zu den Betriebskosten für die Bibliothek in einem umgebauten und erweiterten Bahnhofsgebäude. "Aber man kann dies bislang auch nur kalkulatorisch beziffern", sagte Albrecht, "die genauen Zahlen erhält man erst, wenn das Gebäude in Betrieb genommen worden ist." Der Kreistag müsse sich jetzt dazu positionieren, ob er mit der Kostenteilung zwischen Kreis und Stadt einverstanden sei.
Alle Fraktionsvertreter im Ausschuss betonten ihre Unterstützung des Vorhabens. "Es handelt sich um einen unbedingt sanierungswürdigen Stadtbereich", sagte Hans-Jürgen Akuloff  mit Verweis auf den Umbau des Bahnhofs, der mit dem Bibliotheksumzug verbunden ist. Im Zuge dessen würde der Zugang zu den Bahngleisen separiert. "Diesen Teil der Baukosten trägt die Bahn mit", sagt Akuloff. Aus seiner Sicht sollten Stadt und Kreis die Finanzierung der Bibliothek langfristig sichern können, da dauerhafte Zuschüsse des Landes nicht gesichert seien.Das Bibliotheksprojekt kostet insgesamt 2,8 Millionen Euro, die aus den Förderprogrammen zur Stadterneuerung, zum Stadtumbau Ost und Urban fließen. Bis Ende 2007 soll das Vorhaben abgeschlossen sein.

www.maerkischeallgemeine.de

07.10..2005
Leipzig: Beirat Süd: Werk II braucht Hilfe
Ambiente und Lage am Connewitzer Kreuz sind attraktiv: Das Werk II, vor allem die Halle A, hat sich als wichtiger Veranstaltungsort in Leipzigetabliert. Die meisten Gebäude sind jedoch baufällig, machen ein wirtschaftliches Betreiben unmöglich. Der Stadtbezirksbeirat Süd drängt darauf, dass das Rathaus rasch eine Lösung findet.
Wirtschaftliches Rückgrat für den Betreiberverein des Werkes II, der die einstige Werkstoffprüfmaschinenfabrik 1997 von der Stadt Leipzig pachtete und als soziokulturelles Zentrum betreibt, ist die große Halle A. Zwischen 1997 und 2000 vom damaligen bfb saniert, weist selbst die Konzerthalle noch Mängel auf.
Der Ernst der Lage ist im Kulturamt allerdings bekannt. Es ließ schon vor zwei Jahren von freien Architekten eine Masterplanung anfertigen, die alle Mängel auflistet und Bauabschnitte vorschlägt. Eine auf sieben Jahre angelegte Sanierung der Kulturfabrik würde demnach 3,5Millionen Euro kosten. Fürs kommende Jahr könnte das Werk II sogar Pilotprojekt für den "Stadtumbau Ost" werden, für die dringendsten Arbeiten warten 800.000 Euro aus dem gleichnamigen Förderprogramm auf Abruf. Das Geld ist derzeit jedoch unerreichbar, weil der vorgeschriebene städtische Eigenanteil von 200.000 Euro fehlt. "Leider ist es nicht gelungen, die Summe im Haushalt für 2006 unterzubringen", bedauert Susanne Kucharski-Huniat, die Kulturamtschefin. Vorrang habe es, begonnene Projekte wie die Sanierung des Grassimuseums abzuschließen sowie Brandschutzauflagen an der Oper zu erfüllen. "Neue Projekte, wie dringend sie auch sind, haben da vorerst keine Chance."

www.lvz-online.de

06.10..2005
Land Brandenburg: "Wendepunkt beim Stadtumbau Ost erreicht"
Erstmals konnte 2005 in Brandenburg der Anstieg des Wohnungsleerstandes gestoppt werden. Die Leerstandsquote sank in den Randregionen von 18,2 auf 17,4 Prozent. Der Sprecher des Infrastrukturministeriums Lothar Wiegand wertete dieses Ergebnis als ein Zeichen, dass das Programm "Stadtumbau Ost" im vierten Jahr erfolgreich wirkt. "Wir haben beim Stadtumbau in Brandenburg damit einen Wendepunkt erreicht", sagte Wiegand.
Insgesamt 31 Städte werden nach Angaben des Ministeriums nunmehr beim Stadtumbau von Bund und Land gefördert; seit diesem Jahr auch Angermünde und Fürstenwalde. Im Land Brandenburg wurden bis Mitte Juni 21 000 Wohnungen, davon 15 211 im Rahmen des "Stadtumbau Ost", abgerissen. Bis 2013 sollen für das "Stadtumbau"-Programm rund 400 Millionen Euro vom Bund, Land und Kommunen bereitgestellt werden. Insgesamt 50 000 Wohnungen sollen bis dahin dann abgerissen worden sein. Bislang wurden unter anderem in Eberswalde 964 Wohnungen, Eisenhüttenstadt 1113, Frankfurt (Oder) 2786 und Schwedt 3921 abgerissen. Bis 2013 sollen in Schwedt weitere 5000 Wohnungen, Frankfurt(Oder) 7600, Eberswalde 1500, Eisenhüttenstadt 4700 und Cottbus 8800 Wohnungen verschwinden. In Brandenburg/Havel dagegen wurden bislang nur 588 Wohnungen abgerissen, es sind derzeit auch nur weitere 2000 geplant. Infrastruktur-Minister Frank Szymanski (SPD) sagte: "Die demografische Entwicklung können wir durch das Stadtumbau-Programm nicht umkehren, aber die schlimmen Folgen in den Städten mildern."
Durch die Umschichtung von rund 24 Millionen Euro vom Programm Aufwertung der neuen Quartiere durch Freiflächen und Spielplätze in den Rückbauteil in den Jahren 2004 und 2005 können zusätzlich 6715 Wohnungen schneller abgerissen werden, sagte Wiegand. Allein 2005 würden von Bund und Land 40 Millionen Euro für den Abriss von Wohnungen zur Verfügung gestellt werden; 16 Millionen mehr als ursprünglich vorgesehen.

www.moz.de

05.10..2005
Beeskow: Totalabriss im Kiefernweg
Weil bereits über 300 Wohnungen leer stehen und die Bevölkerungszahl bis 2020 weiter zurückgehen wird, plant Bees­kow den Stadtumbau. Konkret heißt das: Wohnungsabriss. Betroffen ist vor allem der Kiefernweg. Zu Aufwertungsgebieten werden dagegen die Schützen-/Liebknechtstraße sowie das Fontaneviertel erklärt. Der "Bahnhofsblock" soll dagegen erst einmal beo­bachtet werden. Im Kiefernweg will die Bees­kower Wohnungs- und Verwaltungsgesellschaft (b.w.v.) alle ihre Wohnungen - insgesamt 218 - abreißen. Schon jetzt steht fast ein Viertel leer. Die zwei Blöcke der Wohnungsbaugenossenschaft stehen noch zur Disposition. Die Stadt wartet auf eine Entscheidung des Vorstandes, hieß es am Mittwoch auf der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses. Ziel ist es, alle Plattenbauten im Kiefernweg bis 2015 dem Erdboden gleich zu machen. Im Konzept wird von "Totalabbruch gesprochen" und davon, das Gebiet wieder der Natur zurückzugeben. Städtebauliches Ziel ist es, den Absriss auf den Stadtrand zu konzentrieren, um "die Stadt im Kern stabil und funktionsgerecht zu halten". Insgesamt ist vorgesehen, in Beeskow 452 Wohnungen bis zum Jahr 2015 abzureißen. Zur Zeit haben die beiden größten Unternehmen insgesamt 1.592 Wohnungen. Bürgermeister Fritz Taschenberger und Bauamtsleiter Frank Weimann machten unmissverständlich klar, dass am Wohnungsabriss kein Weg vorbei führt. "Die demografische Entwicklung zwingt uns, wir müssen das ganz emotionslos sehen", sagte Weimann. Beeskow werde sich, was die Wohnungen betreffe, dahin entwickeln, "wo es mal hergekommen ist", also vor Beginn der Plattenbauweise.
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02.10..2005
Wittenberge: Individuell wohnen in der Innenstadt
Hans-Hermann Litzenberg müht sich seit geraumer Zeit, auf der Abrissfläche in der Bürgerstraße/Ecke Rathausstraße Eigenheime zu bauen. "Bisher wurde zwar städtebaulich nachvollziehbar, aber am Markt vorbei geplant", meint er. Vorgesehen war eine dreigeschossige geschlossene Bebauung des Areals. Gefragt sei aber individuelle Bebauung. Und so hat Litzenberg aus dem etwa 3000 Quadratmeter umfasssenden Areal nun sechs Einzelgrundstücke mit zweigeschossigen Ein- und Zweifamilienhäusern geplant, die individuell auch noch ausgestaltet werden können.
Litzenberg schimpft auf die Bürokratie: Die Zusammenfassung der ursprünglich vielen Einzelgrundstücke zu den jetzt benötigten Schnitten über Kataster und Grundbuchamt sei durch Formalitäten äußerst schwierig. Die Baugenehmigung für ein Grundstück werde ihm derzeit noch verwehrt.
Nichts desto trotz tut sich auf einem Grundstück schon etwas, sind die Umrisse des Eckgebäudes bereits sichtbar. Hier wird ein zweigeschossiges Haus entstehen, ein ähnliches am Ende der Flucht zur Bürgerstraße, dazwischen ein oder mehrere kleinere. "Wir bieten individuelle Planung nach Wunsch des Kunden", sagt Litzenberg. Das Bauen in der Innenstadt sei nicht nur wegen der günstigen Lage so interessant, sondern auch wegen der Bezuschussung durch Mittel aus dem Stadtumbau.

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02.10..2005
Kuhlen-Wendorf: Leere Wohnungen zwingen zum Handeln
"Wir beschließen nicht über den Abriss der Wohnblöcke in unserer Gemeinde", brachte Bürgermeister Ralf Toparkus die Brisanz eines Themas auf der Gemeindevertretersitzung in Kuhlen vorgestern Abend auf den Punkt. 15 Einwohner waren gekommen und allen brannte eine Frage auf den Nägeln: "Was wird aus unserem Wohnblock in Kuhlen?"
Die Sorge der Bürger berührte eine Problematik, die an diesem Abend auf der Tagesordnung stand. Zu entscheiden war, ob die Gemeinde das Förderprogramm Stadtumbau Ost nutzen wolle, um gegebenenfalls leer stehende Wohnblöcke zurückbauen zu können. "Als eine negative Entwicklung muss der immer weitere Leerzug unserer Geschoss- und Mietswohnungsbauten gesehen werden. Um hier gegenzusteuern und Konkurs und Verwahrlosung dieser Objekte zu verhindern, müssen wir uns mit dieser Problematik auseinandersetzen", machte er klar. Und nannte einen Leerstand von ca. 70 vermietfähigen Wohnungen, was einen Anteil von 45 bis 50 Prozent ausmache, so der Bürgermeister. Er warb für die Nutzung des Förderprogramms "denn es wäre ein Frevel gegenüber unserer und nachfolgender Generationen, die ausgestreckte Hand von Bund und Land nicht ergreifen zu wollen".

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