Newsticker Archiv September 2002
29.09.2002
Wurzen: Grenzen
beim Umsetzen der Ideen durchbrechen
Zu den Siegern im Wettstreit um Lorbeeren beim Stadtumbau Ost gehört
Wurzen nicht. "Die Frage der besten Konzepte ist nicht entscheidend", beugt
Oberbürgermeister Jürgen Schmidt enttäuschten Gesichtern vor. "Die Sieger-Prämie
war ein guter Anreiz für die Architekten. Viel wichtiger ist, dass die Kommunen
mit ihrer Teilnahme am Wettbewerb Förderprogramme in Anspruch nehmen, Gelder für
Abriss und Neugestaltung beantragen können."
Nächster Schritt sei nun, wie schon angekündigt, eine öffentliche
Bürgerversammlung am kommenden Montag ab 19 Uhr im Kulturhaus Schweizergarten.
Seit das Wurzener Konzept Ende Mai der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, hat der
Architekt Hartmut Krause weiter an dem Papier gearbeitet und Grundzüge für den
Wohnungsbaubereich vertieft. "Der politische Rahmen ist zwar gesetzt, aber bei
der Umsetzung der Ideen stoßen wir an Grenzen", ist Krause bei dieser Arbeit
klar geworden. Durch die Altersstruktur der Bevölkerung und Abwanderungsströme
in die alten Bundesländer gebe es auch in Wurzen keine Alternative zum Rückbau.
Geklärt werden müsse, wie Vermieter - 60 Prozent der Wurzener Wohnungen sind in
privater Hand - mit ins Boot geholt, wie sie für das Umbau-Konzept interessiert
werden. Deutlichen Handlungsbedarf gebe es in juristischen Fragen und bei
Aspekten der Finanzierung.
Für das Bürgerforum im Schweizergarten wurde in Dresden auch Stefan Weber vom
Vorstand der Sächsischen Aufbaubank gewonnen. "Der Finanzexperte rechnet vor,
unter welchen Umständen sich ein Haus wirtschaftlich lohnt", kündigt Schmidt an
und verspricht sich davon beim großen Nachdenken über Abriss Entscheidungshilfe
für Wohnungsgesellschaften und private Vermieter.
www.lvz-online.de
28.09.2002
Neubrandenburg: Stadtumbau-Konzept soll flexibel bleiben
"Darüber, welche Wohnblöcke oder andere Einrichtungen in den nächsten Jahren
oder Jahrzehnten abgerissen oder zurückgebaut werden, darüber entscheidet einzig
und allein der Eigentümer." Michael Nötzel reagierte mit diesem Klartext auf die
im Hauptausschuss - und auch in anderen Gremien zuvor - immer mal wieder
auftauchende Frage, welche Verbindlichkeit denn das Integrierte
Stadtentwicklungskonzept habe.
Das Konzept ist in den vergangenen Monaten, zuletzt in dieser Woche, in mehreren
Einwohnerversammlungen vorgestellt und diskutiert worden. Es sei der Versuch,
den sich abzeichnenden, immer größer werdenden Leerstand in den Stadtgebieten so
unter einen Hut zu bekommen, dass die Stadtteile lebensfähig umgestaltet und
erhalten werden könnten, machte Baudezernent Rainer Helmke deutlich.
Notwendig sei das Programm auch deswegen, um aus dem Förderprogramm "Stadtumbau
Ost" Geld zu erhalten. Das Konzept, das mit den großen Vermietern erarbeitet
wurde, sei aber keineswegs starr, erläuterte Helmke. Es müsse auf die
Entwicklungen in den Wohngebieten reagieren.
www.nordkurier.de
27.09.2002
Leipzig: Grünauer
Vermietern fehlt das Geld - Stadtumbau droht zu scheitern
Der Stadtumbau in Grünau droht ein reines Abrissprogramm zu werden. Denn die
dortigen Großvermieter haben kein Geld - und die Verwandlung der Platte in neue
Wohnanlagen ist teuer. Während sich die kommunale LWBschon lange auf die
vergleichsweise billige Variante verlegt hat, einfach ein Hochhaus nach dem
anderen zu schleifen, blasen nun auch Genossenschaften wie Wogetra, Lipsia,
Unitas zum Rückzug von teuren Umbau-Projekten.
25.000 Euro Preisgeld hat die Stadt Leipzig soeben bekommen, dazu Urkunde und
Plakette. Denn sie belegte beim Bundeswettbewerb "Stadtumbau Ost" den 2. Platz
unter 271 Gemeinden. Noch besser gefielen der Jury nur die Konzepte aus
Schwerin. Allerdings haben die Vorhaben beim wichtigsten Pfeiler des Leipziger
Stadtumbaus - in Grünau - einen Schönheitsfehler. Sie sind nicht bezahlbar.
Selbst mit Hilfe der 25.000 Euro Preisgeld nicht.
Zum Beispiel die Wohnungsgenossenschaft Wogetra. Sie hat noch immer keinen
Kredit für ihr Vorhaben bekommen, den Elfgeschosser in der Uranusstraße 23-33 in
ein treppenförmiges Haus mit Terrassen zu verwandeln. Weil dabei auch 130
Wohnungen verschwinden sollen, bekäme man zwar Fördermittel von etwa 75 Euro pro
Quadratmeter. "Doch wir bräuchten das Fünffache, um die Kosten zu decken", sagt
Vorstand Alfred Rothert. Seine Genossenschaft habe inzwischen einen
Verschuldungsgrad von 58 Prozent erreicht. "Ab 65 Prozent des Anlagevermögens
wirds kritisch." Deshalb müsse man sich genau überlegen, ob das insgesamt 5
Millionen Euro teure Vorhaben überhaupt zu schultern ist.
www.lvz-online.de
26.09.2002
MSWV Brandenburg:
Innerstädtische Militärflächen in den Stadtumbau einbeziehen
"Städte und Gemeinden brauchen ein sinnvolles Flächenmanagement, wenn der
Stadtumbau gelingen soll. Dabei müssen auch die frei gewordenen innerstädtischen
Militärflächen in die Konzepte einbezogen werden". Dies forderte
Baustaatssekretär Clemens Appel anlässlich des "Konversionssommers" in
Rathenow.
Der Konversionssommer ist eine Veranstaltungsreihe, bei der aktuelle Fragen zur
Nutzung ehemaliger militärischer Liegenschaften diskutiert werden. Vertreter des
Ministeriums für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr und der landeseigenen
Brandenburgische Boden GmbH (BBG) analysierten und diskutierten gemeinsam mit
Experten, Praktikern und betroffenen Bürgermeistern Fragen des Umgangs mit
Konversionsflächen und leerstehendem Wohnraum.
Von den bisher etwa 30 Stadtumbaustädten in Brandenburg verfügen etwa die Hälfte
über innerstädtische ehemalige Militärflächen, deren Nutzung, Entwicklung oder
Renaturierung in die Stadtumbaukonzepte einbezogen werden müssen.
www.brandenburg.de
26.09.2002
Prenzlau: Stadt sichert
sich Vorkaufsrecht für Wohnungen
Die Stadt Prenzlau sichert sich per Beschluss ihrer Stadtverordneten das
Vorkaufsrecht für jene noch unsanierten Wohnungen des Bundesvermögensamtes, die
sich in der Scharrnstraße, Marienkirchstraße bzw. Klosterstraße befinden. Mit
den dazu gefassten "Corratssatzungen", so Bürgermeister Hans-Peter Moser , wolle
die Kreisstadt ein ähnliches Dilemma, wie am Georg-Dreke-Ring geschehen,
verhindern. Dort kamen private Dritte einem Kauf von Plattenbauwohnungen des
Bundesvermögensamtes der Kreisstadt zuvor. Dabei hätte die Verwaltung ein Teil
dieser Wohnungen aus städtebaulichen Gründen und zur Minimierung des Leerstandes
gerne abgerissen, wenn möglich mit Hilfe des Förderprogrammes "Stadtumbau Ost".
www.nordkurier.de
25.09.2002
Rostock: Bis 2009
fallen 2200 Wohnungen weg
Sinkende Geburtenzahlen, Abwanderung und schwächelnde Baukonjunktur: Die
ostdeutschen Städte stehen vor einer großen Herausforderung. Auch Rostock. „Von
den 113 000 Wohnungen haben 8,4 Prozent keine Mieter“, sagt Rathaus-Sprecher
Ulrich Kunze. „Es wird in der Hansestadt jedoch keinen flächendeckenden Abriss
von Stadtquartieren geben.“ Bis 2009 werden 2200 Wohnungen abgerissen. Weitere
500 verschwinden durch Zusammenlegung vom Markt.
Inzwischen ist das milliardenschwere Programm „Stadtumbau Ost“ aufgelegt. Doch
von dem Kuchen für Abriss erwartet Rostock nicht viel. Die Stadt setzt vor allem
auf Wohnumfeldverbesserung. Bis 2004 will die Wohnungsgesellschaft WIRO ihre
letzte Wohnung saniert haben. Inzwischen hat die Gesellschaft aber auch
Abbruchanträge für einzelne Häuser gestellt, die in Übereinstimmung mit dem
jetzt vorliegenden integrierten Stadtentwicklungskonzept, das die Bürgerschaft
noch beschließen muss, weitgehend genehmigt sind.
www.OSTSEE-ZEITUNG.DE
25.09.2002
Gadebusch: Konzept zur
Entwicklung bis 2015 vorgestellt
Auf der jüngsten Stadtvertretersitzung am vergangenen Montag stellten Experten
das "Integrierte Stadtentwicklungskonzept" der Stadt Gadebusch bis 2015 vor. Der
Trend geht zu Single-Haushalten und Eigenheimen.
Bisher halte sich der Wohnungsleerstand in Gadebusch im normalen Rahmen,
beruhigte der Berliner Unternehmensberater Uwe Hölling die Stadtvertreter.
Zusammen mit weiteren Experten - Sybille Wilke von der Schweriner Stadt- und
Dorf Planungsgesellschaft und Helga Querchfeld, Städtebaugesellschaft aus
Kronshagen - stellte er das "Integrierte Stadtentwicklungskonzept" (ISEK) vor.
Auf dessen Grundlage will sich die Stadt Gadebusch um die Aufnahme in das
Förderprogramm des Landes "Stadtumbau Ost" bewerben.
Aufgrund von Abwanderung und der Verschiebung der Altersstruktur werde es
voraussichtlich bis 2015 zu einem weiteren Bevölkerungsrückgang von rund einem
Prozent pro Jahr kommen. Das heißt: Die Zahl von rund 6000 Einwohnern könnte auf
5300 schrumpfen.
www.svz.de
24.09.2002
Görlitz: Abriss mit Zustimmung
Von dem grau-braunen Mehrfamilienhaus mit den Nummern
2 und 4 ist nicht mehr viel übrig – am Anfang der Leschwitzer Straße zerstört
ein Bagger das leere Wohngebäude. Dort, wo früher die Decke zum ersten Stock
war, steht das Kettenfahrzeug auf den Trümmern.
Für die Anwohner ist das kein Grund zur Aufregung: „Durch leer stehende Häuser
wird das Stadtbild nicht besser“, meint Margitta Makiela. Durch den Abriss werde
die Kreuzung mit der Zittauer Straße übersichtlicher, findet die Weinhüblerin.
„Was soll das alte Haus da noch?“, fragt Anwohner Jürgen Richter zustimmend.
Auch Garagen gibt es seiner Ansicht nach genug – er wünscht sich an der
Straßenecke mehr Grün. „Bänke und Bäume“ fände Eva Kumpfe gut, die schräg
gegenüber wohnt.
Seit die Stadtverwaltung weit reichende Abriss-Pläne für die Zukunft
veröffentlicht hat, ist das Thema für WBG-Chef Gerd Kolley nicht einfach. Viele
Gespräche mit Mietern hat er seitdem geführt – und immer wieder betont, dass er
für die Überlegungen der Stadtplaner nicht verantwortlich ist. Doch er sagt
auch: „Die Leute verstehen, dass auch mal ein Haus unter den Hammer kommt, wenn
es leer steht.“ Aus wirtschaftlichen Gründen könne die WBG manche leer stehenden
Gebäude nicht mehr halten. „Wir haben jährlich 11 bis 13 Millionen Euro
Mietausfall“, sagt Kolley. Fast 30 Prozent der Görlitzer Wohnungen stehen nach
seinen Informationen leer. Die WBG – als größter Vermieter der Stadt – liegt mit
ihren Häusern etwa im Durchschnitt der Statistik.
Für die Wohnungsbaugesellschaft lohnt sich der Abriss finanziell auf jeden Fall:
So ist sie nicht mehr gezwungen, die 150 Meter lange Häuserfront aus
Vorkriegs-Zeiten teuer zu sanieren – ohne Aussicht auf neue Mieter. Den Abriss
kann die WBG mit Fördermitteln bezahlen, unter anderem aus dem Programm
„Stadtumbau Ost“. Pro Quadratmeter gibt es Zuschüsse in Höhe von 70 Euro. Nur
zusätzliche Kosten – zum Beispiel die Beschaffung von Ersatzwohnungen – muss die
Wohnungsbaugesellschaft selbst übernehmen.
Die Bürger zeigen Verständnis für das Verschwinden der alten Häuser
www.sz-online.de
21.09.2002
Chemnitz: Der WCH
fehlen Vertreter
Mieterinitiativen und Vorstand suchen gemeinsam nach Lösung
Bei der Suche nach einem Weg aus der finanziellen Notlage der
Wohnungsbaugenossenschaft Chemnitz-Helbersdorf arbeiten der
Genossenschaftsvorstand und die vier Mieterinitiativen nach wochenlangem Streit
jetzt zusammen. Nachdem es Ende August unter Moderation des früheren Pfarrers
Magirius und Vermittlung des Agenda-Beirates ein erstes Treffen gegeben hatte,
wurden bei einer weiteren Gesprächsrunde erstmals Sachthemen besprochen.
Wichtigste Aufgabe wird es demzufolge jetzt sein, schnellstmöglich eine neue
Vertreterversammlung zu wählen. Die Neuwahl ist notwendig, da in den
zurückliegenden Wochen mehrere Genossenschaftsvertreter ihr Amt niederlegten und
damit die in der Satzung der WCH festgeschriebene Mindestzahl von 52 Vertern
unterschritten ist. Ohne eine arbeitsfähige Vertreterversammlung allerdings wäre
die drohende Insolvenz nicht mehr abzuwehren.
www.freiepresse.de
20.09.2002
Erfurt: Stadtumbau kann
zum Flop werden
Der Stadtumbau Ost kann in Thüringen zu einem großen Flop werden. Das befürchten
sowohl Wohnungseigentümer wie auch Mieter im Freistaat. Der Grund: Das Land
beabsichtigt offenbar, die Mittel für den Stadtumbau im künftigen Doppelhaushalt
um 25 Prozent zu kürzen. "Entsprechende Informationen sind bisher
unwidersprochen geblieben", so der Vorsitzende der Mieterorganisation, Thomas
Damm.
Damm prophezeit in einem solchen Fall eine Welle von Mieterhöhungen - erst
recht, wenn Thüringen, wie beabsichtigt, auch noch die Kündigung von
Mietverträgen wegen bevorstehender Abrisse ermöglichen will. "Dadurch entsteht
in den Häusern ein enormer Vertreibungsdruck. Es müssen neue Wohnungen gesucht
werden. Das treibt die Mieten nach oben". Damm warf der
Landesregierung vor, mit den beabsichtigten Mittelkürzungen, die bereits als
Kabinettsbeschluss auf dem Tisch liegen sollen, das Stadtumbauprogramm des
Bundes zu torpedieren. Denn ein Großteil der Fördermittel des Bundes muss vom
Land komplementär finanziert werden. Auch die Gemeinden seien dann nicht in der
Lage, das Geld aufzubringen.
www.tlz.de
20.09.2002
Güstrow: Bald jeder
dritte über 60
Demografen: 2015 nur noch 27 000 Einwohner
Güstrow Bevölkerten einst 38 806 (1987) Frauen Männer und Kinder die Stadt, so
weist die Statistik für Güstrow im Jahr 2001 nur noch 33 314 Bürger aus. Die
Barlachstadt kann sich dem allgemeinen Trend nicht entziehen. Für 2015 errechnen
die Demographen noch 27 017 Einwohner.
Dabei führen die anhaltende Abwanderung besonders junger Leute und die zunächst
drastischen Rückgänge und sich nun auf niedrigem Niveau eingepegelten
Geburtenraten auch zu einer radikalen Änderung der Bevölkerungsstruktur. Die für
das Integrierte Stadtentwicklungsprogramm (ISEK) aufgearbeitete Statistik macht
es deutlich: War 1987 noch jeder vierte Güstrower unter 18 Jahre alt, so macht
diese Altersgruppe heute nur noch knapp 17 Prozent der Bevölkerung aus. Dafür
sind die Senioren auf dem Vormarsch. Jeder vierte Güstrower ist heute über 60
Jahre alt (1987: 15,5 Prozent).
Und die Demographen machen auch für die Zukunft keine Hoffnung: Während sich
nach ihren Berechnungen bis 2015 der Anteil der unter 18-Jährigen etwa bei 15
Prozent einpegelt, wächst der Seniorenanteil noch deutlich von 25 auf 34 Prozent
auf Kosten der Altersgruppe zwischen 18 und 60 Jahren.
www.svz.de
19.09.2002
Halle: Genossenschaft
«Frohe Zukunft» will Zuschüsse einklagen
In Halles Wohnungswirtschaft rumort es. Es gehe nicht schnell genug voran beim
Stadtumbau, hieß es am Mittwoch. Bemängelt wurde, dass die avisierten Zuschüsse
für den Abriss von Wohnblöcken nicht ausreichten, um die Zahl der leer stehenden
Wohnungen rasch zu vermindern. Zudem ist offenbar unklar, wann die staatlichen
Hilfen fließen und nach welchen Kriterien die Gelder auf die einzelnen
Unternehmen verteilt werden. "Wir haben noch immer keinen einzigen Euro
bekommen", beklagte Siegfried Stavenhagen, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft
(WG) "Frohe Zukunft". Er forderte insbesondere die Landesregierung auf, nicht
nur zu reden, sondern zu handeln. Es reiche nicht aus, wenn Bauminister Daehre auffordere, mit dem Abriss einfach mal anzufangen. "Wir
brauchen klare Aussagen, mit welchen Zuschüssen auf längere Sicht zu rechnen
ist", sagte Stavenhagen. Andernfalls seien die Banken der Wohnungsunternehmen
nicht bereit, den Umbauprozess mit zu begleiten. Zudem kritisierte der WG-Chef,
das für bereits erfolgte Abrissmaßnahmen rückwirkend keine Zuschüsse gezahlt
werden sollen. "Das ist uns mündlich vom Ministerium so mitgeteilt worden." Die
WG warte bereits seit Wochen auf einen schriftlichen Bescheid. Den müsse die
Stadtverwaltung ausstellen. "Wenn er vorliegt, gehen wir in Widerspruch", so
Stavenhagen. Die WG beabsichtige wegen dieser Streitfrage vor Gericht zu ziehen.
www.mz-web.de
www.frohe-zukunft.de
(pdf)
18.09.2002
Chemnitz:
Mieterinitiativen bündeln Kräfte
Stadtumbau-Chef: Quartierskonzepte keine Heiligtümer
Die Mieterinitiativen der finanziell angeschlagenen Wohnungsbaugenossenschaft
Chemnitz-Helbersdorf „Flughafen“, „Stadtmauer“, „Helbersdorfer Hang“, sowie die
GGG-Mieterinitiative Hutholz/Nord und die Bürgerinitiative Hutholz wollen
künftig ihre Kräfte bündeln. Die Vertreter der Mieterinitiativen haben sich
darauf verständigt, durch ein gemeinsames Auftreten die Interessen der Bürger
der Stadtteile stärker in die Planungen und Maßnahmen des Stadtumbaus
einzubringen.
Nach den jetzt vorliegenden Quartierskonzepten sollen viel mehr Wohnungen
abgerissen werden, als leer stehen. Die Mietervertreter befürchten, dass die im
Moment noch funktionierende Infrastruktur mit Einkaufsmöglichkeiten, Arztpraxen,
Kindereinrichtungen und Schulen, sowie Stadtverkehr zerstört werde. Damit würde
ein Teufelskreis beginnen: die betroffenen Stadtteile wären keine attraktiven
Wohngebiete mehr und auch andere Wohnungsunternehmen müssten einen noch höheren
Leerstand in Kauf nehmen. Die Mieter- und Bürgerinitiativen wollen künftig
gemeinsam darauf hinwirken, dass vom Komplettabriss ganzer Häuser abgegangen
werde. Vielmehr sollte ihrer Auffassung nach ein etagenweiser Rückbau
favorisiert werden.
www.freiepresse.de
17.09.2002
Sächsische Innenministerium: Stadtumbau Ost
Stadtumbau bleibt wichtige städtebauliche Aufgabe der nächsten Jahre Der Rückbau
von Wohnungen ist und bleibt eine der wichtigsten städtebaulichen Aufgaben der
nächsten Jahre. Die Leerstandsproblematik wurde durch die Ereignisse um die
Hochwasserkatastrophe in den vergangenen Wochen zwar überlagert, gleichwohl ist
die Bereinigung des Wohnungsmarktes auch weiterhin ein großes strukturelles
Problem. Das Bund-Länder-Programm "Stadtumbau Ost" wird daher in diesem und in
den nächsten Jahren in unveränderter Größenordnung weiter verfolgt. Der
Freistaat Sachsen hatte bereits - als einziges Bundesland - ein eigenes
Landesrückbauprogramm aufgelegt. In diesem Programm standen 2002 25,6 Mio. EUR
zur Verfügung, die bereits Mitte des Jahres vollständig ausgeschöpft wurden. Da
nicht alle Anträge in diesem Programm bewilligt werden konnten, wurden bereits
weitere 10 Mio. EUR zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus bleibt es das
erklärte Ziel des Freistaates, im Rahmen der zur Verfügung stehenden
Haushaltsmittel noch in diesem Jahr weitere zusätzliche Finanzhilfen zur
Verfügung zu stellen.
Die Bedeutung dieses Programmsteils wird eindrucksvoll durch die Tatsache
bestätigt, dass das Antragsvolumen beim Rückbau bereits zu 145% überzeichnet
ist.
www.smi.de
16.09.2002
Sachsen-Anhalt sieht den Stadtumbau nicht gefährdet.
Trotz der angespannten Finanzsituation im Land will Bauminister
Karl-Heinz Daehre am geplanten Stadtumbauprogramm festhalten.
Daehre
bedauert zwar die Sperrung von 40 Prozent der Fördermittel durch den
Finanzminister, rät aber den Wohnungsunternehmen, mit dem Stadtumbau zu
beginnen. Auch mit 60 Prozent des Geldes könne ein gutes Stück der Aufgaben
bewältigt werden, sagte Kreibich. Die prekäre Finanzsituation, die zur Sperrung
von Geldern für den Stadtumbau geführt habe, sei nicht erst in den letzten
Monaten entstanden. Auch Jost Riecke, Direktor des Landesverbandes der
Wohnungswirtschaft, zweifelt, ob es möglich ist, mit reduzierten Fördermitteln
Umbaumaßnahmen zu beginnen. Der Rest müsse vorfinanziert werden, erklärte Riecke.
Vielen Gesellschaften fehle dafür die finanzielle Kraft. Riecke fordert deshalb,
die Mittel in voller Höhe auszuzahlen. "Sie dürfen nicht der Sparwut der
Landesregierung oder der Flut zum Opfer fallen", sagte der Direktor.
www.mz-web.de
15.09.2002
Land Brandenburg: Wohnungsleerstand auf den Dörfern
beschäftigt das Land
Landtagsabgeordneter Karsten Wiebke machte in der jüngsten Landtagssitzung
auf den zunehmenden Wohnungsleerstand in den Dörfern aufmerksam. Aus dem
Landwirtschaftsministerium antwortete Friedhelm Schmitz-Jersch auf Wiebkes
diesbezügliche mündliche Anfrage. Er bestätigte, dass sich die Landesregierung
des hohen Wohnungsleerstandes in den Dörfern bewusst sei.
Im Gegensatz zum Programm "Stadtumbau Ost" gebe es aber keine adäquaten
Instrumente, um diesem Problem in den Dörfern Abhilfe zu schaffen. Mit Blick
darauf, dass überwiegend Geschossbauten leer stehen, die einst für in der
Landwirtschaft Beschäftigte gebaut wurden, sieht Schmitz-Jersch einen Ansatz in
der Richtlinie zur Dorferneuerung. Demnach können Kommunen Fördermittel bis zu
70 Prozent der förderfähigen Gesamtkosten erhalten, um alte nicht mehr nutzbare
bauliche landwirtschaftliche Anlagen abzubrechen. Allerdings bekämen kommunale
Wohnungsgesellschaften in Form einer GmbH wie andere kommunale Antragsteller nur
bis zu 40 Prozent der Gesamtkosten gefördert, höchstens jedoch 20 000 Euro.
Bedenken müsse man zudem, dass beim Abriss modernisierter Geschossbauten bereits
getätigte Modernisierungskosten die kommunalen Haushalte weiter belasten.
Schmitz-Jersch bestätigt daher Handlungsbedarf zur Anpassung der
Förderinstrumente. Außerdem müssten Möglichkeiten der Entschuldung von
Wohnungsunternehmen gefunden werde
www.nordkurier.de
15.09.2002
Staatssekretär Ralf
Nagel: Stadtumbau Ost nicht gegen Flutschäden aufrechnen
Für den Umbau ostdeutscher Städte stellen Bund und Länder bis zum Jahr 2009
insgesamt 2,7 Milliarden Euro zur Verfügung.
Werden die Milliarden nach der Flut nicht dringender zum Aufbau benötigt als zum
Abriss von Wohnungen?
Man darf das Programm „Stadtumbau Ost“ nicht gegen die Flut-Folgen aufrechnen.
Mit der Flut sind die Probleme in den ostdeutschen Städten, wie der hohe
Wohnungsleerstand, nicht verschwunden. Wir wollen aus dem Stadtumbau Ost etwa
die Hälfte des Geldes ausgeben, um Abriss möglich zu machen, aber immer in
Verbindung mit der Aufwertung des Wohnviertels insgesamt. So gilt für den
Stadtumbau, was auch Sachsens Staatsregierung betont: Programme, die für den
Aufbau Ost nötig sind, sollten nicht genutzt werden, um Probleme im Zuge des
Hochwassers zu lösen.
Wie wollen Sie Menschen in Pirna, Freital oder Heidenau erklären, dass Häuser
abgerissen werden, während sie ihre eigenen, vom Hochwasser zerstörten mühsam
wieder aufbauen?
Ich bezweifle, dass die von den Kommunen zum Abriss vorgesehenen Häuser auch die
sind, in die die Menschen nach der Flut wieder einziehen wollen. Ich nehme eher
an, dass gerade die Menschen, die Eigentum verloren haben, ihr Haus gerne wieder
an anderer Stelle errichten möchten. Wir tun das, was der Bund tun kann: Wir
stellen den Ländern Geld zur Verfügung, damit sie betroffenen Privatleuten und
Wohnungsunternehmen sehr rasch helfen können.
www.sz-online.de
14.09.2002
Leipzig:
Vollgas beim Abriss - noch mehr LWB-Blöcke sollen weg
Die LWB drückt beim Abriss in Grünau auf Tempo. Nachdem das kommunale
Unternehmen bereits in diesem Jahr zehn Hochhäuser mit 1298 Wohnungen leer
geräumt hat, sollen ab Januar weitere 800 Wohnungen folgen. Damit geht die LWB
weit über das hinaus, was der Stadtrat von ihr verlangt hat.
Bekanntlich hatten sich Rathaus, LWB und sechs große Wohnungsgenossenschaften im
letzten Dezember auf einen "Pakt der Vernunft" geeinigt. Demnach sollten bis
Ende 2004 in ganz Grünau 2650 Wohnungen verschwinden - etwa die Hälfte davon bei
der LWB. Doch nun will der kommunale Großvermieter eher fertig werden und allein
2100 schaffen.
Allerdings möchte Klaus Hochtritt, der Regionalleiter für den Leipziger Westen,
nicht verraten, um welche Häuser es bei den zusätzlichen Objekten geht. "Wir
haben gute Erfahrungen damit gemacht, das unseren Mietern in persönlichen
Gesprächen zu sagen. Diese Gespräche beginnen im Januar.
www.lvz-online.de
14.09.2002
Bertelsmann-Stiftung:
Bevölkerungsschwund: Ohne Handeln droht Verödung der Städte
Leere Kindergärten und Schulen, Wettbewerb um Einwohner, Arbeitskräftemangel:
Rückläufige Geburtenzahlen und ein steigender Anteil älterer Menschen werden in
deutschen Kommunen zu tief greifenden Veränderungen führen. Die Kommunen müssen
den demografischen Wandel in Zukunft aktiv gestalten, sonst droht eine Verödung
der Städte.
Die Bertelsmann Stiftung zeigt in einer Untersuchung ausgewählter Kommunen die
Auswirkungen der demografischen Entwicklung auf. Bis 2015 wird die Bevölkerung
in fast allen der untersuchten Kommunen um bis zu acht Prozent abnehmen. In
Dortmund zum Beispiel werden in acht Jahren 50 Prozent mehr Menschen als heute
über 80 Jahre alt sein. Demgegenüber wird es 18 Prozent weniger Kinder im
schulpflichtigen Alter geben. “Es ist dringend notwendig, mit geeigneten
Maßnahmenpaketen auf den demografischen Wandel zu reagieren”, so Kerstin
Schmidt, Projektleiterin der Bertelsmann Stiftung.
www.bertelsmann-stiftung.de
13.09.2002
Neustrelitz: Es gibt es 1500 Wohnungen zu viel
In Neustrelitz werden in den nächsten 13 Jahren bis zu 1500 Wohnungen vom Markt
genommen. Der Schwerpunkt von Rückbau- und so genannten Aufwertungsmaßnahmen
liegt dabei zunächst im Bereich der Innenstadt und in Kiefernheide. Aber auch
die Stadtgebiete Altstrelitz und Rudow werden in das Integrierte
Stadtentwicklungskonzept (ISEK) einbezogen.
"Die Stadtvertreter werden während der nächsten Sitzung einen Beschluss über die
Fördergebietsabgrenzungen fassen", informierte Rainer Günther, Bürgermeister der
Stadt Neustrelitz. Beim Ministerium für Arbeit und Bau können dann Anträge auf
Fördermittel aus dem Programm Stadtumbau Ost gestellt werden. Die Einwohner der
betroffenen Stadtgebiete müssen jedoch nicht befürchten, von heute auf morgen
vor die Tür gesetzt zu werden - frühestens in zwei bis drei Jahren wird mit der
ISEK-Umsetzung begonnen, die sich dann bis zum Jahr 2015 erstreckt.
"Die Einwohnerzahl wird bis zum Jahr 2015 um zirka 3500 Personen auf dann
weniger als 20 000 Einwohner zurückgehen".
www.nordkurier.de
13.09.2002
SMI Sachsen: Stadtumbau Ost
Stadtumbau bleibt wichtige städtebauliche Aufgabe der nächsten Jahre Der Rückbau
von Wohnungen ist und bleibt eine der wichtigsten städtebaulichen Aufgaben der
nächsten Jahre. Die Leerstandsproblematik wurde durch die Ereignis-se um die
Hochwasserkatastrophe in den vergangenen Wochen zwar überlagert, gleichwohl ist
die Bereinigung des Wohnungsmarktes auch weiterhin ein großes strukturelles
Problem. Das Bund-Länder-Programm "Stadtumbau Ost" wird daher in diesem und in
den nächsten Jahren in unveränderter Größenordnung weiter verfolgt. Der
Freistaat Sachsen hatte bereits - als einziges Bundesland - ein eigenes
Lan-desrückbauprogramm aufgelegt. In diesem Programm standen 2002 25,6 Mio. EUR
zur Verfügung, die bereits Mitte des Jahres vollständig ausgeschöpft wurden. Da
nicht alle Anträge in diesem Programm bewilligt werden konnten, wurden bereits
weitere 10 Mio. EUR zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus bleibt es das
erklärte Ziel des Freistaates, im Rahmen der zur Verfügung stehenden
Haushaltsmittel noch in diesem Jahr weitere zusätzliche Finanzhilfen zur
Verfügung zu stellen. Das Bund-Länder-Programm "Stadtumbau Ost" ist im Jahr 2002
erstmals ausgeschrieben worden und bietet den Städten und Gemeinden die
Gelegenheit, ihre städtebaulichen Ziele den veränderten demographischen
Entwicklungen anzupassen. Das Programm bietet die Chance, dem Wohnungsleerstand
auf der Grundlage von fundierten städtebaulichen Konzepten zu begegnen. In
diesem Programm wird daher nicht nur der Rückbau von nicht mehr dauerhaft
benötigtem Wohnraum gefördert, sondern auch die Aufwertung von
Siedlungsbereichen. Im Freistaat Sachsen stehen im Rückbau etwa 53 Mio. EUR und
in der Aufwertung etwa 46 Mio. EUR zur Verfüung. Mit den Bewilligungen kann erst
begonnen werden, wenn die Bestätigung des Programms vom zuständigen
Bundesministerium eingegangen ist. Mit diesem Programm können etwa 12.600
Wohnungen zurückgebaut werden. Die Bedeutung die-ses Programmsteils wird
eindrucksvoll durch dieTatsache bestätigt, dass das Antragsvolumen beim Rückbau
bereits zu 145% überzeichnet ist.
www.smi.de
13.09.2002
Thüringer
Innenministerium: Keine Mittelkürzung im Programm Stadtumbau Ost
Ein Sprecher des Thüringer Innenministeriums hat klargestellt, dass
Mittelkürzungen im Programm Stadtumbau Ost nicht geplant sind. Die
Programmmittel werden nicht abgesenkt, sondern bleiben gleich.
Einer anders lautenden Auffassung, die der Vorsitzende des Thüringer
Mieterbundes gegenüber einer Zeitung vertreten hatte, wird damit widersprochen.
Richtig ist, dass Thüringen die Finanzierung seiner Komplementäranteile im
Programm Stadtumbau Ost voll übernimmt und damit die mit dem Bund für das Jahr
2002 geschlossene Verwaltungsvereinbarung strikt erfüllt.
Diese Vereinbarung wird jährlich fortgeschrieben, so dass die Komplementierung
auch Bestandteil des Doppelhaushaltes 2003/2004 sein wird.
Gleiches gilt für die Zusage, dass durch den Abriss von 4 000 bis 6 000
dauerhaft leerstehenden Wohnungen und der anschließenden Wohnumfeldaufwertung
eine neue Qualität für die betroffenen Stadtgebiete erreicht werden soll.
www.thueringen.de
11.09.2002
Artern: Abriss nimmt konkrete Züge an
Irritation herrschte im Arterner Stadtrat am Montagabend, als Birgit Helk vom
gleichnamigen Architekturbüro aus Mellingen sehr detaillierte Pläne zum Projekt
Stadtumbau Ost vorlegte und Thomas Jentzsch), der Chef des Arterner
Bauausschusses sich anschließend wunderte, dass er im Bauausschuss von den für
einen Abriss oder Rückbau genannten Objekten so noch nichts gehört habe. Zuvor
hatte Helk dargelegt, dass Artern bis 2010 mit einem Bevölkerungsrückgang von
16,8 Prozent rechnen müsse.
Mit Hilfe der Fördergelder aus dem Projekt Stadtumbau Ost könne man einige
Häuser und Blöcke entfernen, um das Wohnumfeld attraktiver zu gestalten. Wie
etwa im Fall der alten Einkaufshalle in der Alten Poststraße, an deren Stelle
Parkplätze entstehen sollen. Aber es wurden auch am Königstuhl ein Wohnblock der
AWG in der Goethestraße, wo Grünanlagen entstehen sollen, und ein Block der
Aratora in der Rudolf-Breitscheid-Straße, der 36 Stellplätzen Raum geben könnte,
als potenzielle Abrisskandidaten genannt. Nach einem längeren Hin und Her
beschloss der Stadtrat, das Konzept als Arbeitsgrundlage der Stadtentwicklung in
der Altstadt und am Königstuhl anzunehmen und im Bauausschuss nochmals intensiv
darüber zu beraten.
www.thueringer-allgemeine.de
11.09.2002
Stadtumbau Ost liegt in Sachsen danieder
Der Stadtumbau Ost ist in Sachsen ins Stocken geraten. Für das Programm würden
seit Juni keine Fördergelder des Landes mehr ausgezahlt, teilte der Verband der
Sächsischen Wohnungsunternehmen (VSW) gestern in Dresden mit.
Die von Bund, Ländern und Kommunen gemeinsam getragene Initiative soll helfen,
den gravierenden Wohnungsleerstand in vielen Ost-Städten zu reduzieren und die
dadurch verursachte wirtschaftliche Schieflage von Wohnungsunternehmen zu
mildern. In den 142 VSW-Mitgliedsunternehmen standen im letzten Jahr 103000
Wohnungen leer – fast ein Viertel des Gesamtbestandes. Ursprünglich sollte der
Freistaat den im Rahmen des Stadtumbau-Programms notwendig werdenden Abriss von
Wohnungen mit 70 Euro je Quadratmeter bezuschussen. Der Bund hat sich
gleichzeitig bereit erklärt, Altschulden in gleicher Höhe zu erlassen, wenn in
dem betroffenen Unternehmen mindestens 15 Prozent Leerstand herrschen.
Allerdings würden in Sachsen seit einigen Wochen keine Gelder aus dem
Landes-Rückbauprogramm mehr ausgezahlt. Auch Fördergelder für die
Stadterneuerung würden nicht mehr bewilligt. Der Verband fordert nun, dass der
Bund wenigstens den Erlass der Altschulden bewilligt, um den Unternehmen eine
»Teilentlastung« zu gewähren. Ursprünglich hatten die VSW-Unternehmen in den
nächsten acht Jahren 37000 Wohnungen abreißen lassen wollen, auf denen insgesamt
155Millionen Euro Altschulden lasten. Voraussetzung für eine Förderung sind
kommunale Programme zum Stadtumbau und Abrissgenehmigungen für die betroffenen
Gebäude. Die Umsetzung der aufwändig erarbeiteten Konzepte ist nach Angaben des
Verbandes jetzt aber zum Stillstand gekommen. Betroffen sind unter anderem
Leipzig, Weißwasser, Hoyerswerda, Glauchau, Zwickau und Delitzsch.
www.nd-online.de
10.09.2002
Chemnitz: Rettungsversuch für WCH geht in nächste Runde
Mieterforum soll Möglichkeiten für Umsetzung des Sanierungskonzeptes ausloten
Die finanziell angeschlagene Wohnungsbaugenossenschaft Chemnitz-Helbersdorf (WCH)
soll nun doch noch vor der Zahlungsunfähigkeit bewahrt werden. In einem Gespräch
mit der „Freien Presse“ kündigten Stefan Weber, Chef der Sächsischen Aufbaubank,
Staatssekretär Albrecht Buttolo und der CDU-Landtagsabgeordnete Thomas
Hermsdorfer gestern an, auf einem Mieterforum am Donnerstag alle Möglichkeiten
ausloten zu wollen, die noch eine Umwandlung der Genossenschaft in eine
Aktiengesellschaft erlauben.
„Nach unseren Unterlagen ist die WCH bis November/Dezember zahlungsfähig. Bis
dahin werden wir alles für deren Rettung versuchen. Und wenn wir uns mit den
Mietern und Vertretern auf einen solchen Weg einigen können, ist auch eine
Stundung der Kredite bis zum Frühjahr denkbar“, so Bankchef Weber. Auf keinen
Fall sollen die Mieter wieder mit möglichen Konkursterminen unter Druck gesetzt
werden, wie dies im Vorfeld der außerordentlichen Vertreterversammlung Ende Juli
geschah. Damals hatte sich zwar eine absolute Mehrheit der Vertreter für eine
Umwandlung der WCH in eine Aktiengesellschaft mit Beteiligung der GGG
ausgesprochen, allerdings nicht die dafür erforderliche 90-prozentige Mehrheit.
Keinen Zweifel ließen Weber, Buttolo und Hermsdorfer allerdings an dem aus ihrer
Sicht notwendigen Abriss von mindestens 3300 der jetzt noch 6800 WCH-Wohnungen.
Ein Abriss von nur 2000 Wohnungen, was dem derzeitigen Leerstand der WCH
entspräche, würde den Verzicht auf 8,5 Millionen Euro Altkreditentschuldung
durch den Bund bedeuten. „Dies ist betriebswirtschaftlich nicht machbar“, so
Weber. Welche Wohnungen allerdings weggerissen werden, dies sei noch immer Sache
der WCH. „Es ist einem Mieter, der in einem zum Abriss vorgesehenen Haus in
einer sanierten Wohnung lebt, nicht zu vermitteln, dass sich durch den Abriss
seine persönliche Wohnsituation verschlechtert“, zeigte Staatssekretär Buttolo
Verständnis für manch aufgebrachte Mieterreaktion der letzten Wochen.
Deutlich warnte er jedoch vor einem Insolvenzgang der WCH und dessen
Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt der Stadt. „Wenn die Rettung der WCH nicht
gelingt, dann droht der Stadtumbau im Heckertgebiet zu scheitern, mit all seinen
katastrophalen Folgen für andere Wohnungsunternehmen.
www.freiepresse.de
09.09.2002
Greiz: Visionen und Mut
zur Sanierung sind gefragt
Zwei marode Gebäude in der Johann-Sebastian-Bach-Straße sollen abgerissen
werden, um gegenüber dem altersgerechten Wohnen im Areal ein besseres Umfeld zu
schaffen. So ein Detail der städtischen Überlegungen. Eine der Immobilien ist
eine städtische - also kein Problem. Die andere gehört einem privaten Eigner.
Willigt er in den Abriss ein, geht alles klar. Will er das nicht, kann die Stadt
nichts machen - außer: Die für eine Förderung zur Sanierung notwendige
städtebauliche Bestätigung versagen. Fazit dieses Beispiels: Der Eigentümer
entscheidet, was aus seinem Haus wird. Natürlich auch im Fördergebiet Altstadt
und Neustadt, wie die zahlreichen Interessenten am Donnerstagabend erfuhren. Bis
auf den letzten Platz besetzt war das Theaterrestaurant zur Veranstaltung der
Interessengemeinschaft Greizer Neustadt, die eine umfassende Information zum
Stadtumbau Ost sowie zu Möglichkeiten der Förderung angekündigt hatte. Beides
gab es ausgiebig.
www.otz.de
07.09.2002
Wismar: Leere Wohnungen
und wie weiter?
4000 leer stehende Wohnungen im Jahr 2004 und elf Jahre später möglicherweise
schon 8000. Nach Prognosen, die die Stadt aus einer Analyse erhielt,
könnte der Leerstand in industriell gefertigten Wohnungen – sprich Plattenbauten
– bis 2015 mehr als 50 Prozent des derzeitigen Bestandes erreicht haben. Dass
dieser Fall möglichst „abgefedert“ wird, daran arbeiten die städtische
Wohnungsbaugesellschaft und drei Wohnungsgenossenschaften. Eine Hilfe zum
Beispiel für teuren Abriss oder Rückbau einiger Blocks von fünf auf drei
Geschosse kann das Bundesprogramm „Stadtumbau Ost“ werden. Doch Fördergelder für
Veränderungen an den Häusern allein machen noch nicht alles. Zum angenehmen
Wohnen gehört genau so ein vernünftiges Umfeld.
www.OSTSEE-ZEITUNG.DE
06.09.2002
Konzepte Stadtumbau
bewertet
Zehn Kommunen haben sich im Wettbewerb Stadtumbau Ost mit ihrem Konzept
durchgesetzt. Bundesbauminister Kurt Bodewig (SPD) gab gestern in Potsdam die
zehn Erstplatzierten bekannt. Mit jeweils 50 000 Euro wurden ausgezeichnet:
Gräfenhainichen (Sachsen-Anhalt), Gröditz (Sachsen), Leinefelde (Thüringen),
Marzahn-Hellersdorf (Berlin), Plauen (Sachsen), Roßleben (Thüringen),
Sangerhausen (Sachsen-Anhalt), Schwedt/Oder (Brandenburg), Schwerin
(Mecklenburg-Vorpommern), Wittenberge (Brandenburg).
Die Gelder vom Bund sind für bauliche Projekte vorgesehen, die die
Lebensqualität in den Stadtteilen aufbessern und die teilweise entvölkerten
Bezirke wieder beleben. Langfristig nicht mehr benötigte Wohnungsbestände sollen
abgerissen werden.
Aus insgesamt 269 Vorschlägen waren 34 Sieger ermittelt worden. Für das bis 2009
laufende Programm stehen 2,7 Milliarden Euro zur Verfügung.
www.thueringer-allgemeine.de
04.09.2002
Abriss und Aufwertung in Borna-Gnandorf
Die Stadt Borna will durch die Teilnahme am Bund-Länder-Programm "Maßnahmen zum
Stadtumbau" Fördermittel vor allem zur Entwicklung des Stadtteiles Gnandorf
erhalten.
Die geschätzten Gesamtkosten für den Stadtumbau betragen bis zum Jahr 2015 knapp
14,34 Millionen Euro. Allein die Aufwertungsmaßnahmen dürften mehr als acht
Millionen Euro verschlingen. Der Rückbau schlägt nach ersten Berechnungen mit
rund 6,3 Millionen Euro zu Buche. Dabei muss die Stadt Borna zumindest für die
Aufwertungsmaßnahmen einen Eigenanteil aufbringen. Dieser beträgt etwa 2,67
Millionen Euro.
www.lvz-online.de
03.09.2002
Greiz : Wohnen in Greiz
- Debatte um Perspektiven
In diesen Tagen entscheidet die Jury in Berlin über die besten
Wettbewerbsbeiträge im "Stadtumbau Ost". Greiz reichte im Bundeswettbewerb den
Entwurf des Stadtentwicklungskonzeptes ein.
Das vorläufige Ergebnis, ein Konzept, das von Januar bis Juli 2002 erarbeitet
und im Rahmen von vier Workshops abgestimmt wurde, liegt vor. Nach der geplanten
Fertigstellung in der zweiten Jahreshälfte, die eine breite öffentliche Debatte
voraussetzt, und der Bestätigung durch den Stadtrat soll dieses Konzept u.a.
Entscheidungsgrundlage für die Vergabe von Fördermitteln für den Erwerb, die
Sanierung und den Abriss von Wohnsubstanz bilden.
Der Wettbewerbsbeitrag analysiert die Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung und
schlussfolgert: Wenn bis zum Jahr 2020 die Leerstandsquote im städtischen
Wohnungsmarkt von gegenwärtig etwa 22 auf 5 Prozent (Fluktuationsreserve)
abgebaut werden soll, müssen bis 2010 circa 3900 und bis 2020 weitere 2800
Wohnungen vom Markt genommen werden. Damit stellt sich die Frage nach der
Entwicklungsperspektive der einzelnen Wohnstandorte.
Während der Workshops wurde folgendes Leitbild für Stadtentwicklung entworfen:
Aufwertung und Aktivierung von Alt- und Neustadt.
Konzentration von Rückbaumaßnahmen im Neubaugebiet Pohlitz.
Abschmelzung innenstadtnaher Wohngebiete.
Stabilisierung der ursprünglich dörflichen Stadtteile.
Entflechtung von Konfliktlagen
Eigenheimbau an städtebaulich integrierten Standorten.
www.otz.de
03.09.2002
Chemnitz: Zoff um
Anteile früherer WCH-Mitglieder
Einlagen der 2001 aus der Wohnungsbaugenossenschaft Chemnitz Helbersdorf
ausgetretenen Mitglieder sollen Verluste decken helfen
Insolvenz oder Auffanglösung - wie geht es weiter mit der
Wohnungsbaugenossenschaft Chemnitz Helbersdorf? Diese bange Frage stellen sich
derzeit sämtliche Bewohner der Häuser aus dem Genossenschaftsbestand. Zumindest
in einem Punkt sind die knapp 900 bereits aus ihren Wohnungen ausgezogenen und
zum Ende des letzten Geschäftsjahres aus der WCH ausgetretenen Mitglieder
inzwischen schlauer als der Rest der Genossenschafter. Sie haben eins bereits
schwarz auf weiß: Dass ihre einst eingezahlten Geschäftsanteile (zwischen 1000
und 2500 Euro) „zur Verlustdeckung herangezogen“ werden sollen.
Per Brief informierte der Vorstand die Ausgetretenen über den Fehlbetrag von
31,1 Millionen Mark aus dem Vorjahr sowie über den Beschluss, den die
Vertreterversammlung im Juli fasste: „Die Auseinandersetzungsguthaben
(eingezahlte Anteile - Anmerk. der Red.) der zum 31. Dezember 2001 aus der
Genossenschaft ausscheidenden Mitglieder werden unter Schonung der
Geschäftsguthaben zur Verlustdeckung herangezogen, mit Ausnahme derjenigen
Mitglieder, die nie eine Wohnung der Genossenschaft bezogen hatten.“
www.freipresse.de
02.09..2002
Zeulenroda: will 1,7
Millionen 2003 für Städtebauförderung
Zeulenrodas Stadträte haben zu ihrer jüngsten Sitzung am vorigen Mittwoch auch
einstimmig den "Jahresantrag 2003 Städtebauförderung" verabschiedet. Man erhofft
sich insgesamt eine zählbare Förderung von über 1,7 Millionen Euro.
Am 17. Juli hatte die Stadt Zeulenroda den sogenannten "Verpflichtungsrahmen für
Städtebauförderung 2002" erhalten. Darauf aufbauend und außerdem aus dem
vorliegenden Stadtentwicklungskonzept abgeleitet, wurde eine Liste mit Vorhaben
für 2003 erstellt.
So sind beispielsweise im entsprechenden Bund-Länder-Programm "Stadtumbau Ost"
155 000 Euro für den Grunderwerb im Schulwinkel sowie der Friedrich-Ebert-Straße
vorgesehen. Insgesamt weitere 425 000 Euro sind für den Ausbau des Parkplatzes
im Schulwinkel, den 3. Bauabschnitt in der Greizer Straße sowie die Erschließung
im Köflacher Hof eingeplant.Die Sanierung der einstigen "Quelle" neben dem
Museum in der Aumaischen Straße 32 soll mit 500 000 Euro Städtebau-Fördergeldern
aus dem "Stadtumbau Ost" bedacht werden.
www.otz.de