Newsticker Archiv September 2002

29.09.2002
Wurzen:  Grenzen beim Umsetzen der Ideen durchbrechen
Zu den Siegern im Wettstreit um Lorbeeren beim Stadtumbau Ost  gehört Wurzen nicht. "Die Frage der besten Konzepte ist nicht entscheidend", beugt Oberbürgermeister Jürgen Schmidt enttäuschten Gesichtern vor. "Die Sieger-Prämie war ein guter Anreiz für die Architekten. Viel wichtiger ist, dass die Kommunen mit ihrer Teilnahme am Wettbewerb Förderprogramme in Anspruch nehmen, Gelder für Abriss und Neugestaltung beantragen können."
Nächster Schritt sei nun, wie schon angekündigt, eine öffentliche Bürgerversammlung am kommenden Montag ab 19 Uhr im Kulturhaus Schweizergarten. Seit das Wurzener Konzept Ende Mai der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, hat der Architekt Hartmut Krause weiter an dem Papier gearbeitet und Grundzüge für den Wohnungsbaubereich vertieft. "Der politische Rahmen ist zwar gesetzt, aber bei der Umsetzung der Ideen stoßen wir an Grenzen", ist Krause bei dieser Arbeit klar geworden. Durch die Altersstruktur der Bevölkerung und Abwanderungsströme in die alten Bundesländer gebe es auch in Wurzen keine Alternative zum Rückbau.
Geklärt werden müsse, wie Vermieter - 60 Prozent der Wurzener Wohnungen sind in privater Hand - mit ins Boot geholt, wie sie für das Umbau-Konzept interessiert werden. Deutlichen Handlungsbedarf gebe es in juristischen Fragen und bei Aspekten der Finanzierung.
Für das Bürgerforum im Schweizergarten wurde in Dresden auch Stefan Weber vom Vorstand der Sächsischen Aufbaubank gewonnen. "Der Finanzexperte rechnet vor, unter welchen Umständen sich ein Haus wirtschaftlich lohnt", kündigt Schmidt an und verspricht sich davon beim großen Nachdenken über Abriss Entscheidungshilfe für Wohnungsgesellschaften und private Vermieter.
www.lvz-online.de

28.09.2002
Neubrandenburg: Stadtumbau-Konzept soll flexibel bleiben
"Darüber, welche Wohnblöcke oder andere Einrichtungen in den nächsten Jahren oder Jahrzehnten abgerissen oder zurückgebaut werden, darüber entscheidet einzig und allein der Eigentümer." Michael Nötzel reagierte mit diesem Klartext auf die im Hauptausschuss - und auch in anderen Gremien zuvor - immer mal wieder auftauchende Frage, welche Verbindlichkeit denn das Integrierte Stadtentwicklungskonzept habe.
Das Konzept ist in den vergangenen Monaten, zuletzt in dieser Woche, in mehreren Einwohnerversammlungen vorgestellt und diskutiert worden. Es sei der Versuch,
den sich abzeichnenden, immer größer werdenden Leerstand in den Stadtgebieten so unter einen Hut zu bekommen, dass die Stadtteile lebensfähig umgestaltet und erhalten werden könnten, machte Baudezernent Rainer Helmke deutlich.
Notwendig sei das Programm auch deswegen, um aus dem Förderprogramm "Stadtumbau Ost" Geld zu erhalten. Das Konzept, das mit den großen Vermietern erarbeitet wurde, sei aber keineswegs starr, erläuterte Helmke. Es müsse auf die Entwicklungen in den Wohngebieten reagieren.
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27.09.2002
Leipzig: Grünauer Vermietern fehlt das Geld - Stadtumbau droht zu scheitern
Der Stadtumbau in Grünau droht ein reines Abrissprogramm zu werden. Denn die dortigen Großvermieter haben kein Geld - und die Verwandlung der Platte in neue Wohnanlagen ist teuer. Während sich die kommunale LWBschon lange auf die vergleichsweise billige Variante verlegt hat, einfach ein Hochhaus nach dem anderen zu schleifen, blasen nun auch Genossenschaften wie Wogetra, Lipsia, Unitas zum Rückzug von teuren Umbau-Projekten.
25.000 Euro Preisgeld hat die Stadt Leipzig soeben bekommen, dazu Urkunde und Plakette. Denn sie belegte beim Bundeswettbewerb "Stadtumbau Ost" den 2. Platz unter 271 Gemeinden. Noch besser gefielen der Jury nur die Konzepte aus Schwerin. Allerdings haben die Vorhaben beim wichtigsten Pfeiler des Leipziger Stadtumbaus - in Grünau - einen Schönheitsfehler. Sie sind nicht bezahlbar. Selbst mit Hilfe der 25.000 Euro Preisgeld nicht.
Zum Beispiel die Wohnungsgenossenschaft Wogetra. Sie hat noch immer keinen Kredit für ihr Vorhaben bekommen, den Elfgeschosser in der Uranusstraße 23-33 in ein treppenförmiges Haus mit Terrassen zu verwandeln. Weil dabei auch 130 Wohnungen verschwinden sollen, bekäme man zwar Fördermittel von etwa 75 Euro pro Quadratmeter. "Doch wir bräuchten das Fünffache, um die Kosten zu decken", sagt Vorstand Alfred Rothert. Seine Genossenschaft habe inzwischen einen Verschuldungsgrad von 58 Prozent erreicht. "Ab 65 Prozent des Anlagevermögens wirds kritisch." Deshalb müsse man sich genau überlegen, ob das insgesamt 5 Millionen Euro teure Vorhaben überhaupt zu schultern ist.

www.lvz-online.de

26.09.2002
MSWV Brandenburg: Innerstädtische Militärflächen in den Stadtumbau einbeziehen
"Städte und Gemeinden brauchen ein sinnvolles Flächenmanagement, wenn der Stadtumbau gelingen soll. Dabei müssen auch die frei gewordenen innerstädtischen Militärflächen in die Konzepte einbezogen werden". Dies forderte Baustaatssekretär Clemens Appel anlässlich des "Konversionssommers"  in Rathenow.
Der Konversionssommer ist eine Veranstaltungsreihe, bei der aktuelle Fragen zur Nutzung ehemaliger militärischer Liegenschaften diskutiert werden. Vertreter des Ministeriums für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr und der landeseigenen Brandenburgische Boden GmbH (BBG) analysierten und diskutierten gemeinsam mit Experten, Praktikern und betroffenen Bürgermeistern Fragen des Umgangs mit Konversionsflächen und leerstehendem Wohnraum.
Von den bisher etwa 30 Stadtumbaustädten in Brandenburg verfügen etwa die Hälfte über innerstädtische ehemalige Militärflächen, deren Nutzung, Entwicklung oder Renaturierung in die Stadtumbaukonzepte einbezogen werden müssen.
www.brandenburg.de

26.09.2002
Prenzlau: Stadt sichert sich Vorkaufsrecht für Wohnungen
Die Stadt Prenzlau sichert sich per Beschluss ihrer Stadtverordneten das Vorkaufsrecht für jene noch unsanierten Wohnungen des Bundesvermögensamtes, die sich in der Scharrnstraße, Marienkirchstraße bzw. Klosterstraße befinden. Mit den dazu gefassten "Corratssatzungen", so Bürgermeister Hans-Peter Moser , wolle die Kreisstadt ein ähnliches Dilemma, wie am Georg-Dreke-Ring geschehen, verhindern. Dort kamen private Dritte einem Kauf von Plattenbauwohnungen des Bundesvermögensamtes der Kreisstadt zuvor. Dabei hätte die Verwaltung ein Teil dieser Wohnungen aus städtebaulichen Gründen und zur Minimierung des Leerstandes gerne abgerissen, wenn möglich mit Hilfe des Förderprogrammes "Stadtumbau Ost".
www.nordkurier.de

25.09.2002
Rostock: Bis 2009 fallen 2200 Wohnungen weg
Sinkende Geburtenzahlen, Abwanderung und schwächelnde Baukonjunktur: Die ostdeutschen Städte stehen vor einer großen Herausforderung. Auch Rostock. „Von den 113 000 Wohnungen haben 8,4 Prozent keine Mieter“, sagt Rathaus-Sprecher Ulrich Kunze. „Es wird in der Hansestadt jedoch keinen flächendeckenden Abriss von Stadtquartieren geben.“ Bis 2009 werden 2200 Wohnungen abgerissen. Weitere 500 verschwinden durch Zusammenlegung vom Markt.
Inzwischen ist das milliardenschwere Programm „Stadtumbau Ost“ aufgelegt. Doch von dem Kuchen für Abriss erwartet Rostock nicht viel. Die Stadt setzt vor allem auf Wohnumfeldverbesserung. Bis 2004 will die Wohnungsgesellschaft WIRO ihre letzte Wohnung saniert haben. Inzwischen hat die Gesellschaft aber auch Abbruchanträge für einzelne Häuser gestellt, die in Übereinstimmung mit dem jetzt vorliegenden integrierten Stadtentwicklungskonzept, das die Bürgerschaft noch beschließen muss, weitgehend genehmigt sind.
www.OSTSEE-ZEITUNG.DE

25.09.2002
Gadebusch: Konzept zur Entwicklung  bis 2015 vorgestellt
Auf der jüngsten Stadtvertretersitzung am vergangenen Montag stellten Experten das "Integrierte Stadtentwicklungskonzept" der Stadt Gadebusch bis 2015 vor. Der Trend geht zu Single-Haushalten und Eigenheimen.
Bisher halte sich der Wohnungsleerstand in Gadebusch im normalen Rahmen, beruhigte der Berliner Unternehmensberater Uwe Hölling die Stadtvertreter. Zusammen mit weiteren Experten - Sybille Wilke von der Schweriner Stadt- und Dorf Planungsgesellschaft und Helga Querchfeld, Städtebaugesellschaft aus Kronshagen - stellte er das "Integrierte Stadtentwicklungskonzept" (ISEK) vor. Auf dessen Grundlage will sich die Stadt Gadebusch um die Aufnahme in das Förderprogramm des Landes "Stadtumbau Ost" bewerben.
Aufgrund von Abwanderung und der Verschiebung der Altersstruktur werde es voraussichtlich bis 2015 zu einem weiteren Bevölkerungsrückgang von rund einem Prozent pro Jahr kommen. Das heißt: Die Zahl von rund 6000 Einwohnern könnte auf 5300 schrumpfen.

www.svz.de

24.09.2002
Görlitz: Abriss mit Zustimmung
Von dem grau-braunen Mehrfamilienhaus mit den Nummern 2 und 4 ist nicht mehr viel übrig – am Anfang der Leschwitzer Straße zerstört ein Bagger das leere Wohngebäude. Dort, wo früher die Decke zum ersten Stock war, steht das Kettenfahrzeug auf den Trümmern.
Für die Anwohner ist das kein Grund zur Aufregung: „Durch leer stehende Häuser wird das Stadtbild nicht besser“, meint Margitta Makiela. Durch den Abriss werde die Kreuzung mit der Zittauer Straße übersichtlicher, findet die Weinhüblerin. „Was soll das alte Haus da noch?“, fragt Anwohner Jürgen Richter zustimmend. Auch Garagen gibt es seiner Ansicht nach genug – er wünscht sich an der Straßenecke mehr Grün. „Bänke und Bäume“ fände Eva Kumpfe gut, die schräg gegenüber wohnt.
Seit die Stadtverwaltung weit reichende Abriss-Pläne für die Zukunft veröffentlicht hat, ist das Thema für WBG-Chef Gerd Kolley nicht einfach. Viele Gespräche mit Mietern hat er seitdem geführt – und immer wieder betont, dass er für die Überlegungen der Stadtplaner nicht verantwortlich ist. Doch er sagt auch: „Die Leute verstehen, dass auch mal ein Haus unter den Hammer kommt, wenn es leer steht.“ Aus wirtschaftlichen Gründen könne die WBG manche leer stehenden Gebäude nicht mehr halten. „Wir haben jährlich 11 bis 13 Millionen Euro Mietausfall“, sagt Kolley. Fast 30 Prozent der Görlitzer Wohnungen stehen nach seinen Informationen leer. Die WBG – als größter Vermieter der Stadt – liegt mit ihren Häusern etwa im Durchschnitt der Statistik.
Für die Wohnungsbaugesellschaft lohnt sich der Abriss finanziell auf jeden Fall: So ist sie nicht mehr gezwungen, die 150 Meter lange Häuserfront aus Vorkriegs-Zeiten teuer zu sanieren – ohne Aussicht auf neue Mieter. Den Abriss kann die WBG mit Fördermitteln bezahlen, unter anderem aus dem Programm „Stadtumbau Ost“. Pro Quadratmeter gibt es Zuschüsse in Höhe von 70 Euro. Nur zusätzliche Kosten – zum Beispiel die Beschaffung von Ersatzwohnungen – muss die Wohnungsbaugesellschaft selbst übernehmen.
Die Bürger zeigen Verständnis für das Verschwinden der alten Häuser
www.sz-online.de

21.09.2002
Chemnitz: Der WCH fehlen Vertreter
Mieterinitiativen und Vorstand suchen gemeinsam nach Lösung
Bei der Suche nach einem Weg aus der finanziellen Notlage der Wohnungsbaugenossenschaft Chemnitz-Helbersdorf arbeiten der Genossenschaftsvorstand und die vier Mieterinitiativen nach wochenlangem Streit jetzt zusammen. Nachdem es Ende August unter Moderation des früheren Pfarrers Magirius und Vermittlung des Agenda-Beirates ein erstes Treffen gegeben hatte, wurden bei einer weiteren Gesprächsrunde erstmals Sachthemen besprochen.
Wichtigste Aufgabe wird es demzufolge jetzt sein, schnellstmöglich eine neue Vertreterversammlung zu wählen. Die Neuwahl ist notwendig, da in den zurückliegenden Wochen mehrere Genossenschaftsvertreter ihr Amt niederlegten und damit die in der Satzung der WCH festgeschriebene Mindestzahl von 52 Vertern unterschritten ist. Ohne eine arbeitsfähige Vertreterversammlung allerdings wäre die drohende Insolvenz nicht mehr abzuwehren.

www.freiepresse.de

20.09.2002
Erfurt: Stadtumbau kann zum Flop werden
Der Stadtumbau Ost kann in Thüringen zu einem großen Flop werden. Das befürchten sowohl Wohnungseigentümer wie auch Mieter im Freistaat. Der Grund: Das Land beabsichtigt offenbar, die Mittel für den Stadtumbau im künftigen Doppelhaushalt um 25 Prozent zu kürzen. "Entsprechende Informationen sind bisher unwidersprochen geblieben", so der Vorsitzende der Mieterorganisation, Thomas Damm.
Damm prophezeit in einem solchen Fall eine Welle von Mieterhöhungen - erst recht, wenn Thüringen, wie beabsichtigt, auch noch die Kündigung von Mietverträgen wegen bevorstehender Abrisse ermöglichen will. "Dadurch entsteht in den Häusern ein enormer Vertreibungsdruck. Es müssen neue Wohnungen gesucht werden. Das treibt die Mieten nach oben". Damm warf der Landesregierung vor, mit den beabsichtigten Mittelkürzungen, die bereits als Kabinettsbeschluss auf dem Tisch liegen sollen, das Stadtumbauprogramm des Bundes zu torpedieren. Denn ein Großteil der Fördermittel des Bundes muss vom Land komplementär finanziert werden. Auch die Gemeinden seien dann nicht in der Lage, das Geld aufzubringen.
www.tlz.de

20.09.2002
Güstrow: Bald jeder dritte über 60
Demografen: 2015 nur noch 27 000 Einwohner
Güstrow Bevölkerten einst 38 806 (1987) Frauen Männer und Kinder die Stadt, so weist die Statistik für Güstrow im Jahr 2001 nur noch 33 314 Bürger aus. Die Barlachstadt kann sich dem allgemeinen Trend nicht entziehen. Für 2015 errechnen die Demographen noch 27 017 Einwohner.
Dabei führen die anhaltende Abwanderung besonders junger Leute und die zunächst drastischen Rückgänge und sich nun auf niedrigem Niveau eingepegelten Geburtenraten auch zu einer radikalen Änderung der Bevölkerungsstruktur. Die für das Integrierte Stadtentwicklungsprogramm (ISEK) aufgearbeitete Statistik macht es deutlich: War 1987 noch jeder vierte Güstrower unter 18 Jahre alt, so macht diese Altersgruppe heute nur noch knapp 17 Prozent der Bevölkerung aus. Dafür sind die Senioren auf dem Vormarsch. Jeder vierte Güstrower ist heute über 60 Jahre alt (1987: 15,5 Prozent).
Und die Demographen machen auch für die Zukunft keine Hoffnung: Während sich nach ihren Berechnungen bis 2015 der Anteil der unter 18-Jährigen etwa bei 15 Prozent einpegelt, wächst der Seniorenanteil noch deutlich von 25 auf 34 Prozent auf Kosten der Altersgruppe zwischen 18 und 60 Jahren.
www.svz.de

19.09.2002
Halle: Genossenschaft «Frohe Zukunft» will Zuschüsse einklagen
In Halles Wohnungswirtschaft rumort es. Es gehe nicht schnell genug voran beim Stadtumbau, hieß es am Mittwoch. Bemängelt wurde, dass die avisierten Zuschüsse für den Abriss von Wohnblöcken nicht ausreichten, um die Zahl der leer stehenden Wohnungen rasch zu vermindern. Zudem ist offenbar unklar, wann die staatlichen Hilfen fließen und nach welchen Kriterien die Gelder auf die einzelnen Unternehmen verteilt werden. "Wir haben noch immer keinen einzigen Euro bekommen", beklagte Siegfried Stavenhagen, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft (WG) "Frohe Zukunft". Er forderte insbesondere die Landesregierung auf, nicht nur zu reden, sondern zu handeln. Es reiche nicht aus, wenn Bauminister  Daehre auffordere, mit dem Abriss einfach mal anzufangen. "Wir brauchen klare Aussagen, mit welchen Zuschüssen auf längere Sicht zu rechnen ist", sagte Stavenhagen. Andernfalls seien die Banken der Wohnungsunternehmen nicht bereit, den Umbauprozess mit zu begleiten. Zudem kritisierte der WG-Chef, das für bereits erfolgte Abrissmaßnahmen rückwirkend keine Zuschüsse gezahlt werden sollen. "Das ist uns mündlich vom Ministerium so mitgeteilt worden." Die WG warte bereits seit Wochen auf einen schriftlichen Bescheid. Den müsse die Stadtverwaltung ausstellen. "Wenn er vorliegt, gehen wir in Widerspruch", so Stavenhagen. Die WG beabsichtige wegen dieser Streitfrage vor Gericht zu ziehen.

www.mz-web.de

www.frohe-zukunft.de (pdf)

18.09.2002
Chemnitz: Mieterinitiativen bündeln Kräfte
Stadtumbau-Chef: Quartierskonzepte keine Heiligtümer
Die Mieterinitiativen der finanziell angeschlagenen Wohnungsbaugenossenschaft Chemnitz-Helbersdorf „Flughafen“, „Stadtmauer“, „Helbersdorfer Hang“, sowie die GGG-Mieterinitiative Hutholz/Nord und die Bürgerinitiative Hutholz wollen künftig ihre Kräfte bündeln. Die Vertreter der Mieterinitiativen haben sich darauf verständigt, durch ein gemeinsames Auftreten die Interessen der Bürger der Stadtteile stärker in die Planungen und Maßnahmen des Stadtumbaus einzubringen.
Nach den jetzt vorliegenden Quartierskonzepten sollen viel mehr Wohnungen abgerissen werden, als leer stehen. Die Mietervertreter befürchten, dass die im Moment noch funktionierende Infrastruktur mit Einkaufsmöglichkeiten, Arztpraxen, Kindereinrichtungen und Schulen, sowie Stadtverkehr zerstört werde. Damit würde ein Teufelskreis beginnen: die betroffenen Stadtteile wären keine attraktiven Wohngebiete mehr und auch andere Wohnungsunternehmen müssten einen noch höheren Leerstand in Kauf nehmen. Die Mieter- und Bürgerinitiativen wollen künftig gemeinsam darauf hinwirken, dass vom Komplettabriss ganzer Häuser abgegangen werde. Vielmehr sollte ihrer Auffassung nach ein etagenweiser Rückbau favorisiert werden.
www.freiepresse.de

17.09.2002
Sächsische Innenministerium: Stadtumbau Ost

Stadtumbau bleibt wichtige städtebauliche Aufgabe der nächsten Jahre Der Rückbau von Wohnungen ist und bleibt eine der wichtigsten städtebaulichen Aufgaben der nächsten Jahre. Die Leerstandsproblematik wurde durch die Ereignisse um die Hochwasserkatastrophe in den vergangenen Wochen zwar überlagert, gleichwohl ist die Bereinigung des Wohnungsmarktes auch weiterhin ein großes strukturelles Problem. Das Bund-Länder-Programm "Stadtumbau Ost" wird daher in diesem und in den nächsten Jahren in unveränderter Größenordnung weiter verfolgt. Der Freistaat Sachsen hatte bereits - als einziges Bundesland - ein eigenes Landesrückbauprogramm aufgelegt. In diesem Programm standen 2002 25,6 Mio. EUR zur Verfügung, die bereits Mitte des Jahres vollständig ausgeschöpft wurden. Da nicht alle Anträge in diesem Programm bewilligt werden konnten, wurden bereits weitere 10 Mio. EUR zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus bleibt es das erklärte Ziel des Freistaates, im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel noch in diesem Jahr weitere zusätzliche Finanzhilfen zur Verfügung zu stellen.
Die Bedeutung dieses Programmsteils wird eindrucksvoll durch die Tatsache bestätigt, dass das Antragsvolumen beim Rückbau bereits zu 145% überzeichnet ist.
www.smi.de

16.09.2002
Sachsen-Anhalt sieht den Stadtumbau nicht gefährdet.
Trotz der angespannten Finanzsituation im Land will Bauminister Karl-Heinz Daehre  am geplanten Stadtumbauprogramm festhalten.
Daehre bedauert zwar die Sperrung von 40 Prozent der Fördermittel durch den Finanzminister, rät aber den Wohnungsunternehmen, mit dem Stadtumbau zu beginnen. Auch mit 60 Prozent des Geldes könne ein gutes Stück der Aufgaben bewältigt werden, sagte Kreibich. Die prekäre Finanzsituation, die zur Sperrung von Geldern für den Stadtumbau geführt habe, sei nicht erst in den letzten Monaten entstanden.  Auch Jost Riecke, Direktor des Landesverbandes der Wohnungswirtschaft, zweifelt, ob es möglich ist, mit reduzierten Fördermitteln Umbaumaßnahmen zu beginnen. Der Rest müsse vorfinanziert werden, erklärte Riecke. Vielen Gesellschaften fehle dafür die finanzielle Kraft. Riecke fordert deshalb, die Mittel in voller Höhe auszuzahlen. "Sie dürfen nicht der Sparwut der Landesregierung oder der Flut zum Opfer fallen", sagte der Direktor.
www.mz-web.de

15.09.2002
Land Brandenburg: Wohnungsleerstand auf den Dörfern beschäftigt das Land
Landtagsabgeordneter Karsten Wiebke  machte in der jüngsten Landtagssitzung auf den zunehmenden Wohnungsleerstand in den Dörfern aufmerksam. Aus dem Landwirtschaftsministerium antwortete Friedhelm Schmitz-Jersch auf Wiebkes diesbezügliche mündliche Anfrage. Er bestätigte, dass sich die Landesregierung des hohen Wohnungsleerstandes in den Dörfern bewusst sei.
Im Gegensatz zum Programm "Stadtumbau Ost" gebe es aber keine adäquaten Instrumente, um diesem Problem in den Dörfern Abhilfe zu schaffen. Mit Blick darauf, dass überwiegend Geschossbauten leer stehen, die einst für in der Landwirtschaft Beschäftigte gebaut wurden, sieht Schmitz-Jersch einen Ansatz in der Richtlinie zur Dorferneuerung. Demnach können Kommunen Fördermittel bis zu 70 Prozent der förderfähigen Gesamtkosten erhalten, um alte nicht mehr nutzbare bauliche landwirtschaftliche Anlagen abzubrechen. Allerdings bekämen kommunale Wohnungsgesellschaften in Form einer GmbH wie andere kommunale Antragsteller nur bis zu 40 Prozent der Gesamtkosten gefördert, höchstens jedoch 20 000 Euro. Bedenken müsse man zudem, dass beim Abriss modernisierter Geschossbauten bereits getätigte Modernisierungskosten die kommunalen Haushalte weiter belasten. Schmitz-Jersch bestätigt daher Handlungsbedarf zur Anpassung der Förderinstrumente. Außerdem müssten Möglichkeiten der Entschuldung von Wohnungsunternehmen gefunden werde

www.nordkurier.de

15.09.2002
Staatssekretär Ralf Nagel: Stadtumbau Ost nicht gegen Flutschäden aufrechnen
Für den Umbau ostdeutscher Städte stellen Bund und Länder bis zum Jahr 2009 insgesamt 2,7 Milliarden Euro zur Verfügung.
Werden die Milliarden nach der Flut nicht dringender zum Aufbau benötigt als zum Abriss von Wohnungen?
Man darf das Programm „Stadtumbau Ost“ nicht gegen die Flut-Folgen aufrechnen. Mit der Flut sind die Probleme in den ostdeutschen Städten, wie der hohe Wohnungsleerstand, nicht verschwunden. Wir wollen aus dem Stadtumbau Ost etwa die Hälfte des Geldes ausgeben, um Abriss möglich zu machen, aber immer in Verbindung mit der Aufwertung des Wohnviertels insgesamt. So gilt für den Stadtumbau, was auch Sachsens Staatsregierung betont: Programme, die für den Aufbau Ost nötig sind, sollten nicht genutzt werden, um Probleme im Zuge des Hochwassers zu lösen.
Wie wollen Sie Menschen in Pirna, Freital oder Heidenau erklären, dass Häuser abgerissen werden, während sie ihre eigenen, vom Hochwasser zerstörten mühsam wieder aufbauen?
Ich bezweifle, dass die von den Kommunen zum Abriss vorgesehenen Häuser auch die sind, in die die Menschen nach der Flut wieder einziehen wollen. Ich nehme eher an, dass gerade die Menschen, die Eigentum verloren haben, ihr Haus gerne wieder an anderer Stelle errichten möchten. Wir tun das, was der Bund tun kann: Wir stellen den Ländern Geld zur Verfügung, damit sie betroffenen Privatleuten und Wohnungsunternehmen sehr rasch helfen können.
www.sz-online.de

14.09.2002
Leipzig: Vollgas beim Abriss - noch mehr LWB-Blöcke sollen weg
Die LWB drückt beim Abriss in Grünau auf Tempo. Nachdem das kommunale Unternehmen bereits in diesem Jahr zehn Hochhäuser mit 1298 Wohnungen leer geräumt hat, sollen ab Januar weitere 800 Wohnungen folgen. Damit geht die LWB weit über das hinaus, was der Stadtrat von ihr verlangt hat.
Bekanntlich hatten sich Rathaus, LWB und sechs große Wohnungsgenossenschaften im letzten Dezember auf einen "Pakt der Vernunft" geeinigt. Demnach sollten bis Ende 2004 in ganz Grünau 2650 Wohnungen verschwinden - etwa die Hälfte davon bei der LWB. Doch nun will der kommunale Großvermieter eher fertig werden und allein 2100 schaffen.
Allerdings möchte Klaus Hochtritt, der Regionalleiter für den Leipziger Westen, nicht verraten, um welche Häuser es bei den zusätzlichen Objekten geht. "Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, das unseren Mietern in persönlichen Gesprächen zu sagen. Diese Gespräche beginnen im Januar.
www.lvz-online.de

14.09.2002
Bertelsmann-Stiftung: Bevölkerungsschwund: Ohne Handeln droht Verödung der Städte
Leere Kindergärten und Schulen, Wettbewerb um Einwohner, Arbeitskräftemangel: Rückläufige Geburtenzahlen und ein steigender Anteil älterer Menschen werden in deutschen Kommunen zu tief greifenden Veränderungen führen. Die Kommunen müs­sen den demografischen Wandel in Zukunft aktiv gestalten, sonst droht eine Verödung der Städte.
Die Bertelsmann Stiftung zeigt in einer Untersuchung ausgewählter Kommunen die Auswirkungen der demografischen Entwicklung auf. Bis 2015 wird die Bevölkerung in fast allen der untersuchten Kommunen um bis zu acht Prozent abnehmen. In Dortmund zum Beispiel werden in acht Jahren 50 Prozent mehr Menschen als heute über 80 Jahre alt sein. Demgegenüber wird es 18 Prozent weniger Kinder im schulpflichtigen Alter geben. “Es ist dringend notwendig, mit geeigneten Maßnahmenpaketen auf den demografischen Wandel zu reagieren”, so Kerstin Schmidt, Projektleiterin der Bertelsmann Stiftung.
www.bertelsmann-stiftung.de

13.09.2002
Neustrelitz: Es gibt es 1500 Wohnungen zu viel
In Neustrelitz werden in den nächsten 13 Jahren bis zu 1500 Wohnungen vom Markt genommen. Der Schwerpunkt von Rückbau- und so genannten Aufwertungsmaßnahmen liegt dabei zunächst im Bereich der Innenstadt und in Kiefernheide. Aber auch die Stadtgebiete Altstrelitz und Rudow werden in das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) einbezogen.
"Die Stadtvertreter werden während der nächsten Sitzung einen Beschluss über die Fördergebietsabgrenzungen fassen", informierte Rainer Günther, Bürgermeister der Stadt Neustrelitz. Beim Ministerium für Arbeit und Bau können dann Anträge auf Fördermittel aus dem Programm Stadtumbau Ost gestellt werden. Die Einwohner der betroffenen Stadtgebiete müssen jedoch nicht befürchten, von heute auf morgen vor die Tür gesetzt zu werden - frühestens in zwei bis drei Jahren wird mit der ISEK-Umsetzung begonnen, die sich dann bis zum Jahr 2015 erstreckt.
"Die Einwohnerzahl wird bis zum Jahr 2015 um zirka 3500 Personen auf dann weniger als 20 000 Einwohner zurückgehen".
www.nordkurier.de

13.09.2002
SMI Sachsen: Stadtumbau Ost
Stadtumbau bleibt wichtige städtebauliche Aufgabe der nächsten Jahre Der Rückbau von Wohnungen ist und bleibt eine der wichtigsten städtebaulichen Aufgaben der nächsten Jahre. Die Leerstandsproblematik wurde durch die Ereignis-se um die Hochwasserkatastrophe in den vergangenen Wochen zwar überlagert, gleichwohl ist die Bereinigung des Wohnungsmarktes auch weiterhin ein großes strukturelles Problem. Das Bund-Länder-Programm "Stadtumbau Ost" wird daher in diesem und in den nächsten Jahren in unveränderter Größenordnung weiter verfolgt. Der Freistaat Sachsen hatte bereits - als einziges Bundesland - ein eigenes Lan-desrückbauprogramm aufgelegt. In diesem Programm standen 2002 25,6 Mio. EUR zur Verfügung, die bereits Mitte des Jahres vollständig ausgeschöpft wurden. Da nicht alle Anträge in diesem Programm bewilligt werden konnten, wurden bereits weitere 10 Mio. EUR zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus bleibt es das erklärte Ziel des Freistaates, im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel noch in diesem Jahr weitere zusätzliche Finanzhilfen zur Verfügung zu stellen. Das Bund-Länder-Programm "Stadtumbau Ost" ist im Jahr 2002 erstmals ausgeschrieben worden und bietet den Städten und Gemeinden die Gelegenheit, ihre städtebaulichen Ziele den veränderten demographischen Entwicklungen anzupassen. Das Programm bietet die Chance, dem Wohnungsleerstand auf der Grundlage von fundierten städtebaulichen Konzepten zu begegnen. In diesem Programm wird daher nicht nur der Rückbau von nicht mehr dauerhaft benötigtem Wohnraum gefördert, sondern auch die Aufwertung von Siedlungsbereichen. Im Freistaat Sachsen stehen im Rückbau etwa 53 Mio. EUR und in der Aufwertung etwa 46 Mio. EUR zur Verfüung. Mit den Bewilligungen kann erst begonnen werden, wenn die Bestätigung des Programms vom zuständigen Bundesministerium eingegangen ist. Mit diesem Programm können etwa 12.600 Wohnungen zurückgebaut werden. Die Bedeutung die-ses Programmsteils wird eindrucksvoll durch dieTatsache bestätigt, dass das Antragsvolumen beim Rückbau bereits zu 145% überzeichnet ist.
www.smi.de

13.09.2002
Thüringer Innenministerium: Keine Mittelkürzung im Programm Stadtumbau Ost
Ein Sprecher des Thüringer Innenministeriums hat klargestellt, dass Mittelkürzungen im Programm Stadtumbau Ost nicht geplant sind. Die Programmmittel werden nicht abgesenkt, sondern bleiben gleich.
Einer anders lautenden Auffassung, die der Vorsitzende des Thüringer Mieterbundes gegenüber einer Zeitung vertreten hatte, wird damit widersprochen.
Richtig ist, dass Thüringen die Finanzierung seiner Komplementäranteile im Programm Stadtumbau Ost voll übernimmt und damit die mit dem Bund für das Jahr 2002 geschlossene Verwaltungsvereinbarung strikt erfüllt.
Diese Vereinbarung wird jährlich fortgeschrieben, so dass die Komplementierung auch Bestandteil des Doppelhaushaltes 2003/2004 sein wird.
Gleiches gilt für die Zusage, dass durch den Abriss von 4 000 bis 6 000 dauerhaft leerstehenden Wohnungen und der anschließenden Wohnumfeldaufwertung eine neue Qualität für die betroffenen Stadtgebiete erreicht werden soll.
www.thueringen.de

11.09.2002
Artern: Abriss nimmt konkrete Züge an
Irritation herrschte im Arterner Stadtrat am Montagabend, als Birgit Helk vom gleichnamigen Architekturbüro aus Mellingen sehr detaillierte Pläne zum Projekt Stadtumbau Ost vorlegte und Thomas Jentzsch), der Chef des Arterner Bauausschusses sich anschließend wunderte, dass er im Bauausschuss von den für einen Abriss oder Rückbau genannten Objekten so noch nichts gehört habe. Zuvor hatte Helk dargelegt, dass Artern bis 2010 mit einem Bevölkerungsrückgang von 16,8 Prozent rechnen müsse.
Mit Hilfe der Fördergelder aus dem Projekt Stadtumbau Ost könne man einige Häuser und Blöcke entfernen, um das Wohnumfeld attraktiver zu gestalten. Wie etwa im Fall der alten Einkaufshalle in der Alten Poststraße, an deren Stelle Parkplätze entstehen sollen. Aber es wurden auch am Königstuhl ein Wohnblock der AWG in der Goethestraße, wo Grünanlagen entstehen sollen, und ein Block der Aratora in der Rudolf-Breitscheid-Straße, der 36 Stellplätzen Raum geben könnte, als potenzielle Abrisskandidaten genannt. Nach einem längeren Hin und Her beschloss der Stadtrat, das Konzept als Arbeitsgrundlage der Stadtentwicklung in der Altstadt und am Königstuhl anzunehmen und im Bauausschuss nochmals intensiv darüber zu beraten.

www.thueringer-allgemeine.de

11.09.2002
Stadtumbau Ost liegt in Sachsen danieder

Der Stadtumbau Ost ist in Sachsen ins Stocken geraten. Für das Programm würden seit Juni keine Fördergelder des Landes mehr ausgezahlt, teilte der Verband der Sächsischen Wohnungsunternehmen (VSW) gestern in Dresden mit.  
Die von Bund, Ländern und Kommunen gemeinsam getragene Initiative soll helfen, den gravierenden Wohnungsleerstand in vielen Ost-Städten zu reduzieren und die dadurch verursachte wirtschaftliche Schieflage von Wohnungsunternehmen zu mildern. In den 142 VSW-Mitgliedsunternehmen standen im letzten Jahr 103000 Wohnungen leer – fast ein Viertel des Gesamtbestandes. Ursprünglich sollte der Freistaat den im Rahmen des Stadtumbau-Programms notwendig werdenden Abriss von Wohnungen mit 70 Euro je Quadratmeter bezuschussen. Der Bund hat sich gleichzeitig bereit erklärt, Altschulden in gleicher Höhe zu erlassen, wenn in dem betroffenen Unternehmen mindestens 15 Prozent Leerstand herrschen. Allerdings würden in Sachsen seit einigen Wochen keine Gelder aus dem Landes-Rückbauprogramm mehr ausgezahlt. Auch Fördergelder für die Stadterneuerung würden nicht mehr bewilligt. Der Verband fordert nun, dass der Bund wenigstens den Erlass der Altschulden bewilligt, um den Unternehmen eine »Teilentlastung« zu gewähren. Ursprünglich hatten die VSW-Unternehmen in den nächsten acht Jahren 37000 Wohnungen abreißen lassen wollen, auf denen insgesamt 155Millionen Euro Altschulden lasten. Voraussetzung für eine Förderung sind kommunale Programme zum Stadtumbau und Abrissgenehmigungen für die betroffenen Gebäude. Die Umsetzung der aufwändig erarbeiteten Konzepte ist nach Angaben des Verbandes jetzt aber zum Stillstand gekommen. Betroffen sind unter anderem Leipzig, Weißwasser, Hoyerswerda, Glauchau, Zwickau und Delitzsch.
www.nd-online.de

10.09.2002
Chemnitz: Rettungsversuch für WCH geht in nächste Runde
Mieterforum soll Möglichkeiten für Umsetzung des Sanierungskonzeptes ausloten
Die finanziell angeschlagene Wohnungsbaugenossenschaft Chemnitz-Helbersdorf (WCH) soll nun doch noch vor der Zahlungsunfähigkeit bewahrt werden. In einem Gespräch mit der „Freien Presse“ kündigten Stefan Weber, Chef der Sächsischen Aufbaubank, Staatssekretär Albrecht Buttolo und der CDU-Landtagsabgeordnete Thomas Hermsdorfer gestern an, auf einem Mieterforum am Donnerstag alle Möglichkeiten ausloten zu wollen, die noch eine Umwandlung der Genossenschaft in eine Aktiengesellschaft erlauben.
„Nach unseren Unterlagen ist die WCH bis November/Dezember zahlungsfähig. Bis dahin werden wir alles für deren Rettung versuchen. Und wenn wir uns mit den Mietern und Vertretern auf einen solchen Weg einigen können, ist auch eine Stundung der Kredite bis zum Frühjahr denkbar“, so Bankchef Weber. Auf keinen Fall sollen die Mieter wieder mit möglichen Konkursterminen unter Druck gesetzt werden, wie dies im Vorfeld der außerordentlichen Vertreterversammlung Ende Juli geschah. Damals hatte sich zwar eine absolute Mehrheit der Vertreter für eine Umwandlung der WCH in eine Aktiengesellschaft mit Beteiligung der GGG ausgesprochen, allerdings nicht die dafür erforderliche 90-prozentige Mehrheit.
Keinen Zweifel ließen Weber, Buttolo und Hermsdorfer allerdings an dem aus ihrer Sicht notwendigen Abriss von mindestens 3300 der jetzt noch 6800 WCH-Wohnungen. Ein Abriss von nur 2000 Wohnungen, was dem derzeitigen Leerstand der WCH entspräche, würde den Verzicht auf 8,5 Millionen Euro Altkreditentschuldung durch den Bund bedeuten. „Dies ist betriebswirtschaftlich nicht machbar“, so Weber. Welche Wohnungen allerdings weggerissen werden, dies sei noch immer Sache der WCH. „Es ist einem Mieter, der in einem zum Abriss vorgesehenen Haus in einer sanierten Wohnung lebt, nicht zu vermitteln, dass sich durch den Abriss seine persönliche Wohnsituation verschlechtert“, zeigte Staatssekretär Buttolo Verständnis für manch aufgebrachte Mieterreaktion der letzten Wochen.
Deutlich warnte er jedoch vor einem Insolvenzgang der WCH und dessen Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt der Stadt. „Wenn die Rettung der WCH nicht gelingt, dann droht der Stadtumbau im Heckertgebiet zu scheitern, mit all seinen katastrophalen Folgen für andere Wohnungsunternehmen.
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09.09.2002
Greiz: Visionen und Mut zur Sanierung sind gefragt
Zwei marode Gebäude in der Johann-Sebastian-Bach-Straße sollen abgerissen werden, um gegenüber dem altersgerechten Wohnen im Areal ein besseres Umfeld zu schaffen. So ein Detail der städtischen Überlegungen. Eine der Immobilien ist eine städtische - also kein Problem. Die andere gehört einem privaten Eigner. Willigt er in den Abriss ein, geht alles klar. Will er das nicht, kann die Stadt nichts machen - außer: Die für eine Förderung zur Sanierung notwendige städtebauliche Bestätigung versagen. Fazit dieses Beispiels: Der Eigentümer entscheidet, was aus seinem Haus wird. Natürlich auch im Fördergebiet Altstadt und Neustadt, wie die zahlreichen Interessenten am Donnerstagabend erfuhren. Bis auf den letzten Platz besetzt war das Theaterrestaurant zur Veranstaltung der Interessengemeinschaft Greizer Neustadt, die eine umfassende Information zum Stadtumbau Ost sowie zu Möglichkeiten der Förderung angekündigt hatte. Beides gab es ausgiebig.
www.otz.de

07.09.2002
Wismar: Leere Wohnungen und wie weiter?
4000 leer stehende Wohnungen im Jahr 2004 und elf Jahre später möglicherweise schon 8000.  Nach Prognosen, die die Stadt aus einer Analyse erhielt, könnte der Leerstand in industriell gefertigten Wohnungen – sprich Plattenbauten – bis 2015 mehr als 50 Prozent des derzeitigen Bestandes erreicht haben. Dass dieser Fall möglichst „abgefedert“ wird, daran arbeiten die städtische Wohnungsbaugesellschaft und drei Wohnungsgenossenschaften. Eine Hilfe zum Beispiel für teuren Abriss oder Rückbau einiger Blocks von fünf auf drei Geschosse kann das Bundesprogramm „Stadtumbau Ost“ werden. Doch Fördergelder für Veränderungen an den Häusern allein machen noch nicht alles. Zum angenehmen Wohnen gehört genau so ein vernünftiges Umfeld.

www.OSTSEE-ZEITUNG.DE

06.09.2002
Konzepte Stadtumbau bewertet
Zehn Kommunen haben sich im Wettbewerb Stadtumbau Ost mit ihrem Konzept durchgesetzt. Bundesbauminister Kurt Bodewig (SPD) gab gestern in Potsdam die zehn Erstplatzierten bekannt. Mit jeweils 50 000 Euro wurden ausgezeichnet: Gräfenhainichen (Sachsen-Anhalt), Gröditz (Sachsen), Leinefelde (Thüringen), Marzahn-Hellersdorf (Berlin), Plauen (Sachsen), Roßleben (Thüringen), Sangerhausen (Sachsen-Anhalt), Schwedt/Oder (Brandenburg), Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern), Wittenberge (Brandenburg).
Die Gelder vom Bund sind für bauliche Projekte vorgesehen, die die Lebensqualität in den Stadtteilen aufbessern und die teilweise entvölkerten Bezirke wieder beleben. Langfristig nicht mehr benötigte Wohnungsbestände sollen abgerissen werden.
Aus insgesamt 269 Vorschlägen waren 34 Sieger ermittelt worden. Für das bis 2009 laufende Programm stehen 2,7 Milliarden Euro zur Verfügung.

www.thueringer-allgemeine.de

04.09.2002
Abriss und Aufwertung in Borna-Gnandorf
Die Stadt Borna will durch die Teilnahme am Bund-Länder-Programm "Maßnahmen zum Stadtumbau" Fördermittel vor allem zur Entwicklung des Stadtteiles Gnandorf erhalten.
Die geschätzten Gesamtkosten für den Stadtumbau betragen bis zum Jahr 2015 knapp 14,34 Millionen Euro. Allein die Aufwertungsmaßnahmen dürften mehr als acht Millionen Euro verschlingen. Der Rückbau schlägt nach ersten Berechnungen mit rund 6,3 Millionen Euro zu Buche. Dabei muss die Stadt Borna zumindest für die Aufwertungsmaßnahmen einen Eigenanteil aufbringen. Dieser beträgt etwa 2,67 Millionen Euro.

www.lvz-online.de

03.09.2002
Greiz : Wohnen in Greiz - Debatte um Perspektiven
In diesen Tagen entscheidet die Jury in Berlin über die besten Wettbewerbsbeiträge im "Stadtumbau Ost". Greiz reichte im Bundeswettbewerb den Entwurf des Stadtentwicklungskonzeptes ein.
Das vorläufige Ergebnis, ein Konzept, das von Januar bis Juli 2002 erarbeitet und im Rahmen von vier Workshops abgestimmt wurde, liegt vor. Nach der geplanten Fertigstellung in der zweiten Jahreshälfte, die eine breite öffentliche Debatte voraussetzt, und der Bestätigung durch den Stadtrat soll dieses Konzept u.a. Entscheidungsgrundlage für die Vergabe von Fördermitteln für den Erwerb, die Sanierung und den Abriss von Wohnsubstanz bilden.
Der Wettbewerbsbeitrag analysiert die Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung und schlussfolgert: Wenn bis zum Jahr 2020 die Leerstandsquote im städtischen Wohnungsmarkt von gegenwärtig etwa 22 auf 5 Prozent (Fluktuationsreserve) abgebaut werden soll, müssen bis 2010 circa 3900 und bis 2020 weitere 2800 Wohnungen vom Markt genommen werden. Damit stellt sich die Frage nach der Entwicklungsperspektive der einzelnen Wohnstandorte.
Während der Workshops wurde folgendes Leitbild für Stadtentwicklung entworfen:
Aufwertung und Aktivierung von Alt- und Neustadt.
Konzentration von Rückbaumaßnahmen im Neubaugebiet Pohlitz.
Abschmelzung innenstadtnaher Wohngebiete.
Stabilisierung der ursprünglich dörflichen Stadtteile.
Entflechtung von Konfliktlagen
Eigenheimbau an städtebaulich integrierten Standorten.

www.otz.de

03.09.2002
Chemnitz: Zoff um Anteile früherer WCH-Mitglieder
Einlagen der 2001 aus der Wohnungsbaugenossenschaft Chemnitz Helbersdorf ausgetretenen Mitglieder sollen Verluste decken helfen
Insolvenz oder Auffanglösung - wie geht es weiter mit der Wohnungsbaugenossenschaft Chemnitz Helbersdorf? Diese bange Frage stellen sich derzeit sämtliche Bewohner der Häuser aus dem Genossenschaftsbestand. Zumindest in einem Punkt sind die knapp 900 bereits aus ihren Wohnungen ausgezogenen und zum Ende des letzten Geschäftsjahres aus der WCH ausgetretenen Mitglieder inzwischen schlauer als der Rest der Genossenschafter. Sie haben eins bereits schwarz auf weiß: Dass ihre einst eingezahlten Geschäftsanteile (zwischen 1000 und 2500 Euro) „zur Verlustdeckung herangezogen“ werden sollen.
Per Brief informierte der Vorstand die Ausgetretenen über den Fehlbetrag von 31,1 Millionen Mark aus dem Vorjahr sowie über den Beschluss, den die Vertreterversammlung im Juli fasste: „Die Auseinandersetzungsguthaben (eingezahlte Anteile - Anmerk. der Red.) der zum 31. Dezember 2001 aus der Genossenschaft ausscheidenden Mitglieder werden unter Schonung der Geschäftsguthaben zur Verlustdeckung herangezogen, mit Ausnahme derjenigen Mitglieder, die nie eine Wohnung der Genossenschaft bezogen hatten.“
www.freipresse.de

02.09..2002
Zeulenroda: will 1,7 Millionen 2003 für Städtebauförderung
Zeulenrodas Stadträte haben zu ihrer jüngsten Sitzung am vorigen Mittwoch auch einstimmig den "Jahresantrag 2003 Städtebauförderung" verabschiedet. Man erhofft sich insgesamt eine zählbare Förderung von über 1,7 Millionen Euro.
Am 17. Juli hatte die Stadt Zeulenroda den sogenannten "Verpflichtungsrahmen für Städtebauförderung 2002" erhalten. Darauf aufbauend und außerdem aus dem vorliegenden Stadtentwicklungskonzept abgeleitet, wurde eine Liste mit Vorhaben für 2003 erstellt.
So sind beispielsweise im entsprechenden Bund-Länder-Programm "Stadtumbau Ost" 155 000 Euro für den Grunderwerb im Schulwinkel sowie der Friedrich-Ebert-Straße vorgesehen. Insgesamt weitere 425 000 Euro sind für den Ausbau des Parkplatzes im Schulwinkel, den 3. Bauabschnitt in der Greizer Straße sowie die Erschließung im Köflacher Hof eingeplant.Die Sanierung der einstigen "Quelle" neben dem Museum in der Aumaischen Straße 32 soll mit 500 000 Euro Städtebau-Fördergeldern aus dem "Stadtumbau Ost" bedacht werden.

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