Newsticker Archiv September und Oktober 2006
26.10.2006
Chemnitz: Horror-Hochhaus wird abgerissen
Das Horror-Hochhaus in der Annaberger Straße 15 wird abgerissen.
Immer wieder hatte es in den 195 Wohnungen auf elf Etagen tragische Todes- und
Unglücksfälle gegeben.
Schon lange standen viele Wohnungen leer. Jetzt wohnt dort keiner mehr. „Die
Entkernung hat begonnen. Bis zur sechsten Etage hinunter bauen wir die Platten
einzeln ab, der Rest wird bis Ende Februar normal abgerissen“, sagt Sprecher
Stefan Reisz (39) von der GGG, der das Haus gehört. Die Kosten (330000 Euro)
dafür werden aus dem Stadtumbau-Förderungsprogramm bezahlt.
Anwohner Erich Buchhorst (67) erleichtert: „Endlich! Hier hatte es ja nur Ärger
gegeben.“ 1997 stürzte Jürgen G. (39) aus 15 Metern Höhe nach einer
Balkonkletterei in den Tod. Im Sommer 2000 stritt sich Jacqueline K. (28) mit
ihrem Freund, sprang anschließend aus dem achten Stock. Im November 2000
verbrannte sich der Arbeitslose Lutz K. (36) bei lebendigem Leib in der
Badewanne. 2002 wurde ein Mieter (42) bei einem Wohnungsbrand schwer verletzt.
Als Entsorgungsmitarbeiter vor zwei Monaten die letzte vermietete Wohnung räumen
wollten, fanden sie darin den vermissten Mieter tot vor seinem Fernseher.
www.sz-online.de
26.10.2006
Merseburg: Partnerstädte berieten zum Stadtumbau
Auf Einladung der Stadt Merseburg trafen sich Vertreter aus der
Merseburger Partnerstadt Bottrop, aus Veszprém, Berlin-Mitte, Blackpool und
Gliwice zur Städtepartner-Konferenz „Stadtumbau“. Die Städte wollten ihre
Maßnahmen, Ergebnisse und zukünftigen Ziele bei der Revitalisierung der
regionalen Wirtschaft, beim Aufbau und der Förderung der sozialen und urbanen
Wirtschaft präsentieren und Erfahrungen auf diesem Gebiet austauschen. Nach der
Begrüßung durch den Merseburger Oberbürgermeister Reinhard Rumprecht und einer
Einführung zum Thema durch das IBA-Büro Dessau am Donnerstag, erfolgten im
Ständehaus Merseburg die Präsentationen der teilnehmenden Städte. Merseburg
stellte das IBA-Konzept „Neue Milieus - neue Chancen“ vor, Bottrop informierte
aus Sicht einer Ruhrgebietsstadt, Blackpool präsentierte den Masterplan zum
Stadtumbau und Veszprém zeigte die Umsetzung des Themas durch die Nutzung der
Historie. Gliwice erläuterte seinen langfristigen Investitionsplan und
Berlin-Mitte stellte die besondere Stellung zwischen Wachstum und Schrumpfung
dar.
www.wochenspiegel-web.de
19.10.2006
Wittenberge: Realschule wird entkernt
Die Klingel ruft die Kinder zum Unterricht, aber sie laufen an dem großen, leer
stehenden Gebäudeteil vorbei auf die Turnhalle zu. In der Realschule in der
Wittenberger Salvador-Allende-Straße gibt es keinen Unterricht mehr. Und bald
gibt es wohl auch das Schulhaus nicht mehr.
Die Stadt Wittenberge, der das Gebäude gehört, möchte es abreißen lassen.
"Nachdem die Schülerzahlen immer mehr zurück gegangen waren, hat der Landkreis
als Schulträger den Erbbaupachtvertrag gekündigt, sodass die bauliche Hülle nach
der Schulschließung in diesem Jahr an uns zurückfiel", erläutert Bauamtsleiter
Ulrich Siodla. Ein Versuch, das Haus zu veräußern, sei gescheitert, sodass es
zum Abriss keine Alternative mehr gebe.
Seit kurzem arbeiten MAE-Kräfte der Stadt daran, das Gebäude zu entkernen, also
alle Ein- und Vorrichtungen auszubauen, die den Abriss behindern würden.
"Das Inventar wurde zu einem großen Teil vom Schulträger, dem Landkreis Prignitz,
an andere Schulen und Bildungseinrichtungen verteilt, vorrangig in der Stadt
Wittenberge", sagt Schulverwaltungs- und Sozialamtsleiter Bernd Gerhardt. Unter
anderem hätten die Oberschule, das Oberstufenzentrum und die Montessorischule
Unterrichtsmittel und Einrichtungsgegenstände erhalten, aber auch der Verein
Lokschuppen.
Die Stadt hofft derweil auf Fördermittel aus dem Stadtumbau. "Beantragt sind 80
Prozent der Rückbaukosten als Förderung", sagt Bauamtsleiter Ulrich Siodla. Im
Fall einer Zusage rechnet er für nächstes Jahr mit dem Abriss.
www.maerkischeallgemeine.de
15.10.2006
Oschersleben: Wohnungsgenossenschaft geht mit
Teilabriss neue Wege im Bördekreis
Die Oschersleber Wohnungsgenossenschaft " Neues Leben " lässt in der
Hermann-Duncker-Straße bei einem Wohnblock die oberen zwei Etagen abreißen. Die
Platte bekommt dann ein Satteldach und wertet das Traditionswohngebiet weithin
sichtbar auf. Oschersleben. Mit viel Muskelkraft, Presslufthammer,
Geschicklichkeit, aber auch einer gehörigen Portion Vorsicht reißen sie in etwa
20 Metern Höhe in der Oschersleber Hermann-Duncker-Straße 7 bis 9 die beiden
oberen Etagen eines Plattenbauwohnblocks ab. Aus dem Sechsgeschosser wird so ein
Wohnhaus mit nur noch vier Etagen.
" Die zwölf Wohnungen standen leer ", begründet Jens Schneider, Vorstandschef
der Wohnungsgenossenschaft
" Neues Leben ", den Entschluss, die beiden Etagen " zurückzubauen ". Die
restlichen vier Etagen mit den drei Eingängen bleiben stehen, alle Wohnungen
sind vermietet.
Dabei ist die Zeit des Bauens für die 24 Mietparteien alles andere als einfach.
Bei zwei Eingängen sind die oberen Etagen schon abgerissen, schützt das neues
Satteldach vor Regen. Beim letzten Eingang sind die Bauarbeiter dabei, die
Etagen in Einzelteilen abzutragen. Menschen dürfen sich deshalb nicht in den
Wohnungen aufhalten. Punkt 7 Uhr morgens läuft ein Kontrolleur die Treppen hoch
und passt auf, dass jeder Mieter das Haus verlassen hat. Erst dann sein Signal
zum Beginn des Abrisses. Nach 17 Uhr dürfen die Mieter in ihre Wohnungen
zurückkehren. Die Zeit dazwischen sind sie entweder zur Arbeit oder halten sich
in " Neues-Leben " - Gästewohnungen und bei Familienangehörigen auf.
Alles in allem kosten Rückbau, neues Satteldach ( rot, Ziegelimitation ),
Fassade ( Geldtöne, Fliesen integriert ), Balkoninstandsetzung und
Flurgestaltung 360 000 Euro. Fördermittel aus dem Programm Stadtumbau Ost fl
ießen nur für den Rückbau, den Rest muss " Neues Leben " selbst bezahlen. Eine
Mieterhöhung von 30 bis 35 Cent pro Quadratmeter Wohnfläche ist für die
Modernisierung zu berappen.
www.volksstimme.de
06.10.2006
Geisenheim: Planer beginnen mit Betriebsbefragung
Das mit der Erstellung eines Einzelhandelsgutachten beauftragte
Planungsbüro Junker und Kruse aus Dortmund habe mit der Erhebung von
Grundlagendaten begonnen, informiert Bürgermeister Manfred Federhen. Die Planer
befragen 107 Geisenheimer Einzelhandelsbetriebe sowie weitere 46
Dienstleistungsbetriebe. Weiterhin wird eine Befragung von 150 Haushalten und
eine Passantenfrequenzzählung gemacht. Das Gutachten soll bis Ende dieses Jahres
fertig sein.
Ein Arbeitskreis "Einzelhandelskonzept Geisenheim", in dem neben dem
Bürgermeister und dem Fachbereich Bauen, Planen und Umwelt der Stadtverwaltung,
die Fraktionsvorsitzenden, der Handwerker- und Gewerbeverein sowie die
Industrie- und Handelskammer vertreten sind, begleitet das Gutachten.
Wie berichtet, ist das Gutachten elementare Voraussetzung, um die Bauleitplanung
für das Gewerbegebiet Geisenheim durchzuführen. Ziel sei die Aufrechterhaltung
und die Entwicklung der verbrauchernahen Versorgung in Geisenheim, sagte der
Bürgermeister. Wie berichtet, erhält die Stadt Geisenheim Fördermittel vom Land
Hessen im Rahmen des Programms Stadtumbau. Das Einzelhandelsgutachten könnte
später eventuell auf den gesamten Rheingau ausgedehnt werden.
Im Osten Geisenheims an der Industriestraße stehen rund 105 000 Quadratmeter
Gewerbeflächen leer. Die Stadtverordneten hatten für dieses Gelände die
Aufstellung eines Bebauungsplans beschlossen. Zudem wurde eine
Veränderungssperre erlassen, um den Bau eines Aldi-Marktes zu verhindern. Die
Veränderungssperre gilt bis Juni 2007, so dass für die Stadt die Zeit drängt.
www.wiesbadener-kurier.de
06.10.2006
Glauchau: Abriss geht unverhofft weiter
Die Städtische Wohnungsbau- und Verwaltungs GmbH hatte ihr Abrissprogramm
für dieses Jahr eigentlich bereits abgearbeitet. Doch nun kann sie unerwartet
weitermachen.Grund dafür ist die kurzfristige Bereitstellung von Fördermitteln
aus dem Programm Stadtumbau Ost.
Die Stadtverwaltung hat rund 22.000 Euro erhalten, die noch schnellstens
verwendet werden müssen. Am Lörracher Platz hat man dieses Geld der Städtischen
Wohnungsbau- und Verwaltungs GmbH zur Verfügung gestellt.
www.freiepresse.de
06.10.2006
Leitungsnetze halten Gebühren hoch
Die Deutschen verbrauchen weniger Trinkwasser. Zwischen 1991 und 2005
sank beispielsweise in Hamburg der durchschnittliche Tagesverbrauch von über 375
000 Kubikmetern 1991 auf unter 320 000 Kubikmeter. Ursachen und Folgen
diskutierten gestern rund 60 Ingenieure, Wissenschaftler, Mitarbeiter von
Wasserversorgern und Stadtwerken auf einem Seminar des Instituts für
Wasserversorgung, Abwassertechnik und Raumplanung (WAR) an der Technischen
Universität Darmstadt.
TU-Professor Wilhelm Urban erläuterte den sinkenden Bedarf: Zum einen werde
Wasser sparsamer verbraucht, zum anderen verändert sich die Wirtschaft von
Industrie in Richtung Dienstleistungsanbieter, die weniger Wasser verbrauchen.
Langfristig werde noch der Bevölkerungsrückgang dazukommen. „Der demographische
Wandel bringt weniger Gebührenzahler, und an denen werden die Kosten hängen
bleiben“ Denn die bestehenden Leitungsnetze müssen weiterhin erhalten bleiben.
„In Hamburg verlaufen rund 5 450 Kilometer Wasserrohre, bei sinkenden
Verbrauch“, beschrieb Helmut Hofmann von den Hamburger Wasserwerken die
Dimensionen. Zudem werden schlecht durchflossene Leitungen durch Ablagerungen
und Rost schneller zerstört und reparaturanfälliger.
Matthias Koziol von der Brandenburgischen Universität in Cottbus illustrierte
die Folgen des demographischen Wandels in Ostdeutschland. Der mache sich dort
durch Abwanderungen in die alten Bundesländer schon deutlicher bemerkbar; auch
mit wirtschaftlichen Konsequenzen für die Trinkwasserversorgung. Komme es durch
weniger Bevölkerung zu großen leeren Siedlungsbereichen landeten die Bürger in
der „Fixkostenfalle“. 75 bis 85 Prozent der Kosten machten Leitungen und
technische Infrastruktur aus. „Werden diese auf die geringer werdende
Bevölkerung umgelegt, steigen die Kosten, “ sagt Koziol.
Eine Situation, die auch die Darmstädter kennen. Den größten Teil der
Abwassergebühren machen die festen Kosten aus, die auf alle Gebührenzahler
umgelegt werden. Dadurch kommt es zu der absurd wirkenden Situation, dass, wenn
alle Darmstädter weniger Wasser verbrauchen, die Gebühren trotzdem nicht sinken
können.
Langfristige Lösungen bei schrumpfenden Städten sind, so Matthias Koziol,
„intelligente Stadtumbau-Strategien“. Bei einem flächigen Rückbau „kann das Netz
quasi gekappt“ werden. Eine so kompakter gestaltete Stadt bereite wenig
Probleme. Gebäudestilllegungen führen „ab einer bestimmten Schwelle zu
erheblichen Problemen.“ Denn durch diese Art der Zersiedelung werden die Netze
pro Einwohner immer länger.
Ebenfalls Thema des Wasserversorgungsseminars war die Entwicklung
kostengünstigerer Anlagen. TU-Ingenieur Christian Hähnlein stellte
beispielsweise ein computerbasiertes Modell vor. So könne durch ständige Messung
des Wasserdrucks die Leistung der Pumpen individuell geregelt und so der
Verbrauch um bis zu 25 Prozent gesenkt werden. Jens Burgschweiger von den
Berliner Wasserbetrieben berichtete über die dortigen Optimierungen. In Berlin
reduzierte sich der Verbrauch in den letzten 16 Jahren um 30 Prozent.
www.echo-online.de
01.10.2006
Käufer setzen auf steigende Mieten
Seit der US-amerikanische Private- Equity-Fonds
Fortress im März dieses Jahres das städtische Wohnungsunternehmen Woba Dresden
für 1,74 Mrd. Euro erwarb, hat sich die Erkenntnis durchgesetzt: Wohnungen in
den neuen Bundesländern können ein gutes Investment sein - zumindest dann, wenn
die Rahmenbedingungen stimmen.
In Dresden und Leipzig ist dies der Fall, wie Ingo Weber, stellvertretender
Research-Leiter des Immobilienberater Aengevelt Immobilien, erläutert. Nach
seiner Analyse deutet alles darauf hin, dass die Nachfrage nach Wohnraum in den
beiden sächsischen 500 000-Einwohner-Städten in den kommenden Jahren wachsen
wird. Denn zum einen steigen nicht nur die Haushalts-, sondern - sehr untypisch
für Ostdeutschland - sogar die Einwohnerzahlen. Zum anderen sinkt das verfügbare
Wohnungsangebot, da die Neubautätigkeit sich auf niedrigem Niveau bewegt und im
Rahmen des Programms Stadtumbau Ost Tausende von Wohnungen abgerissen werden.
Bereits im vergangenen Jahr, also vor dem spektakulären Woba-Deal, stieg die
Zahl der gehandelten Immobilien in Dresden um 45 Prozent und der dabei erzielte
Umsatz um 42 Prozent. In Leipzig betrug die Steigerungsrate 20 Prozent bei den
Kauffällen und 40 Prozent beim Geldumsatz. Zu diesem Ergebnis trugen auch
international agierende Investoren bei. So erwarb zum Beispiel die Wiener
Conwert gut 2 700 Wohnungen in Leipzig und Dresden. Auf Grund der günstigen
Einstiegspreise seien Renditen von sieben bis über zehn Prozent erzielbar,
begründete damals Conwert-Vorstand Günter Kerbler die Akquisition - "selbst bei
vergleichsweise niedrigen Mieten von durchschnittlich vier Euro pro Quadratmeter
und Monat".
Doch so günstig kommen in den beiden sächsischen Metropolen Mieter nur noch
selten zu Wohnraum. Zwar beziffert der 2005 vorgelegte Leipziger Mietspiegel die
Durchschnittsmiete auf nur 4,37 Euro, was gegenüber der letzten Erhebung aus dem
Jahr 2001 einem Rückgang um vier Prozent entspricht. Inzwischen aber zeigen die
Mieten eine leicht steigende Tendenz, wie Jürgen Poschmann, Immobilienmakler in
Leipzig und Regionalvorsitzender des Immobilienverbandes Deutschland (IVD)
Mitte-Ost, feststellt. Sachsenweit sei die Durchschnittsmiete innerhalb von zwei
Jahren von 4,60 auf fünf Euro pro Quadratmeter gestiegen. Sanierte
Altbauwohnungen in Dresden und Leipzig können dem druckfrischen
IVD-Immobilienpreisspiegel zufolge durchaus um die 5,50 Euro kosten,
Neubauwohnungen um die 6,50 Euro.
In einem scheinbaren Widerspruch zu dieser aus Eigentümersicht verhalten
positiven Einschätzung steht die Tatsache, dass die Wohnungsmärkte beider Städte
nach wie vor eine hohe Leerstandsquote aufweisen. In Dresden sind ebenso wie in
Leipzig nach Behördenangaben rund 16 Prozent der Wohnungen unbewohnt. Allerdings
weisen Fachleute darauf hin, dass längst nicht alle dieser Wohnungen dem Markt
tatsächlich zur Verfügung stehen. Rechnet man diejenigen Einheiten heraus, die
zum Abriss vorgesehen oder in einem nicht bewohnbaren Zustand sind, so reduziert
sich in beiden Städten die Quote auf rund acht Prozent - mit rückläufiger
Tendenz. Bei der Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft (LWB) zum Beispiel sank
in dem zur dauerhaften Bewirtschaftung vorgesehenen Kernbestand der Anteil
unvermieteter Wohnungen in den vergangenen drei Jahren von gut 14 Prozent auf
etwas über acht Prozent.
www.handelsblatt.com
01.10.2006
Zusammenarbeit: Sechs Städte und Gemeinden gründen
Kommunale Arbeitsgemeinschaft
„Gemeinsam sind wir stärker“. Unter diesem Motto wollen künftig sechs
Städte und Gemeinden im Kreis Bergstraße enger zusammenrücken. Langfristige
Ziele könnten beispielsweise ein gemeinsamer Bauhof, ein Ordnungsbehördenbezirk
oder eine gemeinsame Finanzabteilung sein, um die chronisch klammen Stadtsäckel
und Gemeindekassen und damit auch die Geldbeutel der Bürger zu entlasten.
Kurzfristig sollen Vorhaben wie das Stadtumbauprogramm Hessen gemeinsam
angepackt werden. Dies ist ein Programm des hessischen Wirtschaftsministeriums,
das Fördermittel für den Stadtumbau im Hinblick auf den demografischen Wandel
vergibt.
Als „historischen Schritt“ werteten die Bürgermeister von Bensheim, Heppenheim,
Einhausen, Lautertal, Lorsch und Zwingenberg am Freitag die formelle Gründung
einer kommunalen Arbeitsgemeinschaft, die die nächsten Schritte vorbereiten
soll. Bis zum 31. Juli 2007 müssen die Sechs nun einen Zweckverband als
rechtsfähige juristische Person gründen, damit weitere Fördermittel fließen. Mit
Fördermitteln hatte auch der Termin am Freitag zu tun: Um diese abzurufen,
musste die Arbeitsgemeinschaft bis zum 30. September gegründet werden. Bensheim
erhalte als Modellstadt einen Zuschuss von 2,038 Millionen Euro aus dem
Stadtumbauprogramm, informierte der Bensheimer Bürgermeister Thorsten Herrmann.
Für die übrigen fünf Kommunen seien weitere 770 000 Euro aus dem Programm zu
erwarten.
Bis Ende Juli 2007 ein Zweckverband gegründet wird, ist noch einige Vorarbeit zu
leisten: Die sechs beteiligten Kommunen der Arbeitsgemeinschaft müssen sich auf
Finanzierungsanteile, einen Vorsitzenden und Stellvertreter einigen. Daran wird
sich zeigen, ob die neue Partnerschaft trägt
www.echo-online.de
26.09.2006
Frankfurt (Oder): 600 beim MOZ-Forum Stadtumbau
"Die Mieter der Moskauer Straße 1 bis 6 haben gezeigt, dass man Einfluss
auf den Stadtumbau nehmen kann, wenn man sich zusammentut." Das Gebäude, das von
seinen Bewohnern vor allem wegen der günstigen Lage geschätzt wird, bleibt
entgegen früheren Planungen stehen, die Menschen dort müssen nicht aus ihren
Wohnungen ziehen. Allerdings wird Mieterengagement den Abriss nur in
Einzelfällen verhindern können. Das machte Frankfurts Baudezernent Peter
Edelmann deutlich. Wenn man nicht abreiße, werde der Wohnungsleerstand bis zum
Jahr 2020 auf mehr als 10 000 anwachsen. Auch wenn die sich abzeichnenden
wirtschaftlichen Ansiedlungen gelingen sollten. Um den Wohnungsmarkt der Stadt
zu stabilisieren und auch die Existenz der Wohnungsunternehmen zu sichern, sei
aber eine Leerstandsquote von höchstens zehn Prozent nötig. Diese zu erreichen,
das sei ein Ziel des Stadtumbaus.
Gleichzeitig klagte Edelmann, dass in der öffentlichen Wahrnehmung der
Stadtumbau immer wieder auf den Abriss reduziert werde. Man dürfe nicht
vergessen, dass es auch eine ganze Reihe von Aufwertungen, vor allem in der
Innenstadt gegeben habe. Allerdings konnte er als Beispiel nur bekannte
Maßnahmen aufzählen.
Versprochen hat die Stadt wie bereits beim Stadtumbauforum im Mai, dass die
Bürger künftig stärker in die Planung des Stadtumbaus einbezogen werden. Nach
dem Beschluss über die Auslegung der jetzt erarbeiteten Pläne soll es in allen
Stadtteilen Einwohnerversammlungen und andere Mitwirkungsmöglichkeiten geben. Im
"frühen Frühjahr" so Edelmann, soll das Stuk III, das Stadtumbaukonzept, dann
endgültig beschlossen werden.
Darauf warten auch die beiden Großvermieter Wohnbau und Wowi. Wenn es Sicherheit
gebe, welche Blöcke abgerissen werden, welche Gebäude bis zum Jahr 2020 sicher
stehen bleiben, dann könne man auch in diese Häuser investieren.
www.moz.de
26.09.2006
Wermelskirchen: Zuschüsse des Landes für
Stadtumbau fließen
Der Umbau der Kölner Straße in Verbindung mit der Attraktivierung der
Innenstadt mit Mitteln aus dem Städtebauförderungsprogramm des Landes ist jetzt
gesichert. Im laufenden Jahr ist ein Betrag von 727.000 EUR aus Düsseldorf
vorgesehen. In der Förderreserve befinden sich weitere 427.000 EUR.
Bei allen Vorhaben im Städtebauinvestitionsprogramm des Landes ist ein
Eigenanteil von ca. 30 Prozent von den Kommunen selbst aufzubringen. Gerade für
den Innenstadtumbau in Wermelskirchen ist der Zuschuss von entscheidender
Bedeutung. Erst nach der Inbetriebnahme der seit Jahrzehnten geforderten
Umgehungsstraße konnte die Stadt daran gehen, die Innenstadt umzubauen. Später
als in anderen Städten, eben wegen des Neubaus der Bundesstraße 51n.
www.rhein-berg-online.ksta.de
25.09.2006
Leipzig: Gebäudesicherungsprogramm geht weiter:
Acht Gebäude sind in Arbeit
Im Rahmen der Umsetzung des im Herbst 2005 vom Stadtrat beschlossenen
Gebäudesicherungsprogramms sind derzeit insgesamt rund 1,6 Millionen Euro zum
Erhalt gefährdeter Gebäude mit städtebaulich herausragender Bedeutung bzw. mit
hohem Denkmalwert bewilligt. Der Eigenanteil der Stadt beträgt rund 267 000
Euro, der Rest sind Fördermittel.
Diese Zahlen nannte Leipzigs oberster Stadtplaner, Bürgermeister Martin zur
Nedden. Ziel dieses Programmes ist es nicht allein, die Erhaltung finanziell zu
unterstützen. Es geht auch darum, baurechtliche Möglichkeiten wie Anordnung und
Ersatzvornahme zum Erhalt der Gebäude auszuschöpfen sowie potenzielle
Kaufinteressenten für gefährdete, aber wichtige Objekte zu vermitteln.
Handlungsfähige Eigentümer als Ansprechpartner sind ein wichtiger Faktor bei der
Rettung dieser Gebäude. Die Bemühungen um die Rettung weiterer Gebäude laufen.
Für die Sicherung der Goldschmidtstraße 31 stehen Mittel aus dem Denkmalfonds
des Regierungspräsidiums Leipzig zur Verfügung. Momentan wird mit dem Eigentümer
über die von ihm durchzuführenden Sicherungsmaßnahmen verhandelt. Das Haus
Theresienstraße 35 - das bewohnt ist – wird vom Eigentümer saniert. Der
Eigentümer der Oststraße 2 plant eine Sanierung. Für die Objekte Holzhäuser
Straße 74 und Prinz-Eugen-Straße 42 wird derzeit die Anordnung von
Sicherungsmaßnahmen geprüft.
Die Stadt bemüht sich intensiv darum, so viele Gebäude mit herausragender
Bedeutung zu retten, wie möglich. Die „Prioritätenliste 1 a“ wird zu diesem
Zwecke laufend aktualisiert: Für Objekte, deren Erhaltung geklärt ist, rücken
weitere nach, die entsprechend den Kriterien des Programmes ausgewählt wurden
www.lizzy-online.de
25.09.2006
Weniger wird mehr
In Sachsen stehen 400 000 Wohnungen leer. Schuld ist der demografische
Wandel. Denn im Freistaat kommt zum allgegenwärtigen Geburtendefizit die
Abwanderung nach Westen. Vor allem die jungen Frauen gehen, die gut
Ausgebildeten und jene, die einen Job suchen. 1990 hatte Sachsen fünf Millionen
Einwohner. 2020 werden es voraussichtlich nur noch 3,8 Millionen sein. Mit
regional sehr unterschiedlichen Folgen: Die großen Städte Dresden, Leipzig,
Chemnitz wachsen. Der Rest schrumpft. Und altert. 2004 schon hatte Sachsen mit
44,4 Jahren den höchsten Altersdurchschnitt aller Bundesländer. Bis 2020 wird er
auf 49 Jahre steigen. Dann wird jeder dritte Einwohner 65 Jahre oder älter sein.
Ministerpräsident Georg Milbradt will aus der Not eine Tugend und den Freistaat
zum Pionier im Umgang mit dem demografischen Wandel machen. Denn die Folgen sind
unvermeidlich – allein für Kindergärten und Schulen, denen die Kinder ausgehen,
für Betriebe, denen Auszubildende fehlen werden, oder für die Verkehrs- und
Versorgungsinfrastruktur in einem sich entsiedelnden Land. Vor zwei Jahren hat
Milbradt eine Expertenkommission ins Leben gerufen, die im November ihre
Ergebnisse vorlegen wird. Alle Investitionen, sagt er, müssten schon daraufhin
überprüft werden, ob sie die absehbaren demografischen Veränderungen genügend
berücksichtigen. Im Koalitionsvertrag haben sich CDU und SPD auf den Rückbau von
250 000 Wohnungen verständigt. Es geht um die Anpassung des Wohnungsbestandes an
die tatsächliche Nachfrage, das heißt: Rückbau. Und um die qualitative
Weiterentwicklung der bestehenden Quartiere. Milbradt spricht von der
„Demografiedividende“, dem Zugewinn an Lebensqualität in den verbleibenden
Vierteln.
Dabei ist ihm klar, dass Rückbau nur ein anderes, vermeintlich harmloseres Wort
für Abriss ist, für das Verschwinden von Wohnungen, das Auslöschen von
Quartieren, das Einstampfen ganzer Viertel. Und welch schwierige Aufgabe es ist,
den Menschen zu vermitteln, dass ihr Zuhause dem Erdboden gleich gemacht und sie
mehr oder weniger zwangsweise umgesiedelt werden sollen. Vor allem ist es mit
dem Beschluss zum Abriss nicht getan. Oft beginnen dann erst die Probleme – mit
Folgen für die technische wie für die soziale Infrastruktur eines Viertels,
erläutert die Oberbürgermeisterin von Schwarzenberg im Erzgebirge, Heidrun
Hiemer. Weniger Wohnungen, weniger Bewohner heißt zum Beispiel beim Trinkwasser:
Die Durchflussmenge sinkt, das Wasser steht zu lange in der Leitung und
verkeimt. Schwarzenberg ist Teil einer Modellregion, die erprobt, was
„gesundschrumpfen“ in der Praxis bedeutet. Weniger Wohnungen, so Hiemer, heißt,
dass technische Infrastruktur, Wasser-, Gas- oder Stromleitungen,
Telekommunikationseinrichtungen aufwendig angepasst werden müssen. Dann kommt
hinzu, dass sich das soziale Umfeld ändert: Kultur- und Freizeiteinrichtungen
machen dicht. Kinos, Theater, Schulen, Kindergärten, Läden schließen. Zentrale
Versorgungsfunktionen wie Post, Bank, Ärzte konzentrieren sich an anderen Orten.
Für Milbradt heißt das: „Wir müssen das Verfassungsgebot gleichwertiger
Lebensverhältnisse neu interpretieren.“ Will sagen: Der jetzige Lebensstandard
ist nicht überall zu halten. Aber er will die Zukunft nicht schwarz malen. Die
skandinavischen Länder seien noch viel weniger dicht besiedelt und da gebe es
keine massenhafte Abwanderung. Alles eine Frage der Organisation also.
www.tagesspiegel.de
25.09.2006
Frankfurt (Oder): 4300 Wohnungen verschwinden bis
2010
Die für den Stadtumbau in Frankfurt verantwortlichen Persönlichkeiten nehmen das
Thema sehr ernst. Der Umbau, vor allem der Abriss tausender Wohnungen wird das
Frankfurter Stadtbild in den nächsten Jahren dramatisch verändern. 3600
Wohnungen sind in den vergangenen Jahren bereits abgerissen worden. 4300 weitere
sollen bis Ende 2010 folgen. Der Grund ist der nach wie vor hohe Leerstand. Der
liegt bei 20,8 Prozent. Das sind genau so viele Wohnungen, wie in den kommenden
Jahren verschwinden werden. An diesen Fakten führt nichts vorbei. Zu überlegen
ist jedoch, auf welche Gebäude verzichtet werden soll. Soll man tatsächlich mit
Fahrstühlen ausgerüstete Hochhäuser abreißen? Sollte man in allen Wohngebieten
"ausdünnen" um mehr Platz für Grünflächen zu haben? Ist der großflächige Abriss
in Neuberesinchen sinnvoll? Wie werden die Mieter in den Prozess einbezogen?
Stehen genügend gleichwertige und günstige Ersatzwohnungen bereit? Und wer
bezahlt alle mit einem Umzug verbundenen Kosten. Über all diese Fragen wird
heute im Forum Stadtumbau diskutiert.
www.moz.de
20.09.2006
Sangerhausen: Erste Mieter ziehen Weihnachten ein
Bereits zur Grundsteinlegung am 4. Mai 2006 zeichneten sich die Umrisse
der 1. Hausgruppe im Wohnpark West in der Karl-Liebknecht-Straße in Sangerhausen
deutlich ab. Mittlerweile ist hier der Dachstuhl aufgestellt und auch an den
anderen zwei Hausgruppen wird fleißig gearbeitet. Mit dem Neubau von
Mietobjekten setzt die Städtische Wohnungsbaugesellschaft mbH Sangerhausen (SWG)
ein Zeichen. Nicht nur der durch den Bevölkerungsrückgang und dem dadurch
wachsenden Leerstand notwendige Abriss von Wohngebäuden wurde und wird durch die
SWG konsequent durchgeführt, mit diesem Neubau beginnt eine neue Ära im Programm
"Stadtumbau Ost" auch in der Region. An die elf Wohngebäude mit den insgesamt
285 Wohnungen, welche bis Februar 2003 noch im jetzigen Wohnpark West standen,
erinnert heute nichts mehr. Nach Beendigung der Abrissarbeiten im November 2004
wurde in Zusammenarbeit mit der Stadt Sangerhausen und entsprechend des
Stadtentwicklungskonzeptes ein Bebauungsplan für dieses Gebiet entwickelt. Die
Gesamtkosten für den Abriss, des vorher durchgeführten Freizuges und der
Medientrennung beliefen sich auf insgesamt 880 000 Euro. Dafür stellten Land und
Bund 690 000 Euro an Fördermitteln zur Verfügung. Der Eigenanteil der SWG betrug
190 000 Euro. Die Kosten für den Neubau der drei Hausgruppen betragen ca. 2,9
Millionen Euro, die Kosten der Erschließung noch einmal 300 000 Euro. In jeder
Hausgruppe entstehen neun Mietobjekte. Verschiedene Grundrisse, von 2-
Raum-Mietobjekten mit ca. 68 Quadratmeter Wohnfläche in den Parterres sowie 3-
und 4- Raum-Mietobjekten im Ober- und Dachgeschoss von ca. 86 bis 108
Quadratmeter Wohnfläche fanden schnell Interessenten. Besonders attraktiv, eine
Terrasse mit angrenzendem Gartengrundstück und eine separate Tiefgarage gehört
zu jedem Mietobjekt in der Parterre. Die Wohnräume der darüber liegenden
Mietobjekte befinden sich jeweils im Ober- und Dachgeschoss. Auch diese
bestechen durch ihre individuellen Grundrisse. Ein Balkon und eine Loggia im
Ober- und eine Dachterrasse im Dachgeschoss sowie ein Carport bzw. ein
überdachter Stellplatz gehören ebenfalls dazu.
www.wochenspiegel-web.de
17.09.2006
Schwedt: Wachsen, schrumpfen, erhalten
Der Wirtschaftsstandort Schwedt gilt seit dieser Woche als regionaler
Wachstumskern im Land Brandenburg. Auf insgesamt 15 Städte mit diesem Titel
konzentriert die Landesregierung nun verstärkt das Ausreichen von Fördermitteln
für Infrastruktur, Wirtschaft und Stadtumbau. Der Stadt Schwedt wurde außerdem
die Ehre zuteil, ihre strategischen Entwicklungsziele auf einer öffentlichen
Präsentation vor Fachpublikum darzulegen. Bürgermeister Jürgen Polzehl war dazu
extra in die Potsdamer Staatskanzlei gefahren. Am Mittwoch informierte er auf
einer Pressekonferenz im Schwedter Rathaus, wie diese Präsentation gelaufen ist
und welche konkreten Vorhaben Schwedt als regionalen Wachstumskern kennzeichnen.
In Potsdam hat Polzehl verdeutlicht, dass Schwedt mit 14,2 Prozent am
Gesamtumsatz des verarbeitenden Gewerbes im Land Brandenburg beteiligt ist.
Seine Philosophie von Schwedt umschrieb er mit "wachsen, schrumpfen, erhalten".
Das bedeute, dass die Kraft der Schwedter Wirtschaft trotz
Beschäftigungsrückgang weiter wachse und den Standort Schwedt stärke. Im Jahr
2020 werde Schwedt noch etwa 30 000 Einwohner haben. Der Stadtumbau mit Abriss
und Aufwertung sei deshalb notwendig. Dabei gelte es, die bestehende
Lebensqualität zu erhalten. Theater, Schwimmbad, Sport- und
Freizeiteinrichtungen, Klinikum und Naturnähe seien unverzichtbare Markenzeichen
für Schwedt.
"Mit dieser Einschätzung konnte man in Potsdam mitgehen. Die Stadt wird also
auch gefördert, obwohl sie schrumpft", fasste Polzehl zusammen. Als strategische
Entwicklungsziele benannte er unter anderem die gezielte Weiterentwicklung der
industriellen Kompetenzen, insbesondere das Etablieren des integrierten
Industriestandortes PCK, das Stärken der Papierverarbeitung und den Ausbau der
Logistikfunktionen am Hafen Schwedt. Dazu gehört die Verbesserung der
überörtlichen Verkehrsanbindung auf Straße, Schiene und Wasser, der Aufbau eines
qualifizierten Bildungsnetzwerkes mit ingenieurtechnischem Schwerpunkt und zum
Beispiel auch die Stärkung der "weichen" Standortfaktoren.
www.moz.de
17.09.2006
Felsberg: Leben statt Leerstand
Das Parlament hat's beschlossen, nun ist es Aufgabe des Felsberger
Magistrats, zusammen mit einem Fachbüro, der Hessenagentur - die Gesellschaft
wirbt für den Standort Hessen -, dem Denkmalschutz und der
Dorferneuerungsbehörde ein Konzept zu erarbeiten, das dazu verhilft, leer
stehende Häuser und damit die Ortskerne zu beleben.
Dazu sollen Gebäude - natürlich zusammen mit dem Eigentümer - modellhaft
ausgewählt werden.
Ermittelt werden sollen außerdem die Zahl der leer stehenden Häuser und die
innerörtlichen Freiflächen.
Es werde Zeit dafür, meinte SPD-Fraktionsvorsitzender Dr. Gert Meyer: "Bisher
haben wir nicht allzu viel auf den Weg gebracht." In den Ortskernen sei die
Infrastruktur vorhaben, "aber die Zahl der Bewohner nimmt ab".
Klären, was die Stadt ihrerseits zusätzlich tun kann, um Leerstände zu beheben,
das riet FDP-Fraktionsvorsitzender Werner Rippel. Er stellte den Antrag, die
SPD-Vorlage zu erweitern um die Punkte Auflagen des Denkmalschutzes,
Anschlussbeiträge und Stellplätze und inwieweit Ausnahmen von den Vorgaben
möglich seien. "Man kannn auch überlegen, ob die Stadt alte Häuser kaufen,
abreißen und dann eine Grünfläche anlegen kann."
Wegen der von der SPD angeregten Mitfinanzierung durch das Bund--Länder-Programm
Stadtumbau West, lehnten die Grünen den Antrag ab. Peter Hammerschmidt: "Das ist
kein Geldbeschaffungsprogramm für Kommunen." Antragsteller sei der Zweckverband
interkommunales Gewerbegebiet, und dafür seien die Vorarbeiten nicht geleistet.
www.hna.de
17.09.2006
Luckenwalde: Start zur Modernisierung
In der denkmalgeschützten Luckenwalder Volksheimsiedlung nimmt die
Luckenwalder Wohnungsbaugesellschaft (LWG) jetzt den dritten und vierten
Bauabschnitt in Angriff. Gestern war offizieller Baustart. Für rund sieben
Millionen Euro sollen 350 Wohnungen komplett saniert werden.
"Die Stadt fördert das Vorhaben mit 680 000 Euro aus Mitteln von Stadtumbau und
Aufwertung", sagte Peter Mann, Leiter des Stadtplanungsamtes, gegenüber der MAZ.
Aus den derzeit 350 Wohnungen werden 297. Das heißt, einige Wohnungen werden in
den Grundrissen verändert, teilweise zusammengelegt und größer. Reine
Einraumwohnungen, von denen es gegenwärtig noch 27 gibt, sind dann nicht mehr im
Angebot. Dafür gibt es vor allem Zwei- und Dreiraumwohnungen.
"Laut einer Erhebung und entsprechenden Prognose ist der Bedarf dafür
vorhanden", sagte Peter Mann. Nach seiner Einschätzung weisen die noch
unsanierten Blocks erhebliche bauliche Mängel auf. So sollen unter anderem die
Heizung, Fenster und Wärmedämmung erneuert werden. Damit will man künftig auch
die derzeit recht hohen Betriebskosten drosseln.
In Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde sollen zusätzlich zu den vorhandenen
Bauten neue Balkons und Loggien angebaut werden. Außerdem werden Rampen vom
Innenhof aus künftig einen barrierefreien Zugang zu fünf Wohnungen ermöglichen,
also für Rollstuhlfahrer geeignet sein. Die Freiflächen sollen attraktiv
gestaltet werden.
"Wir erhoffen uns damit künftig insgesamt eine gute soziale und
generationsübergreifende Durchmischung", meinte Peter Mann, "das heißt,
Behinderte und Rentner sollen sich in dem traditionell beliebten Wohngebiet
ebenso wohl fühlen wie Familien mit Kindern."
www.maerkischeallgemeine.de
17.09.2006
Infrastruktur im Speckgürtel verteuert Tarife auf
250 %
"Shrinking citis" ist längst ein Fachbegriff in der internationalen Welt
der Städteplaner. Es ist ein weltweites Problem. Denn während die Megacities
weltweit ausufern, verlieren Städte in dezentralen Lagen genauso ihre Einwohner
wie der ländliche Raum. Es ist KEIN Begleiteffekt des so genannten
"demographischen Wandels". Es ist eine Folge der globalisierten
Wirtschaftspolitik und der weltweiten Zerbröselung regionaler und wohnortnaher
Produktionsnetze.
Denn Sachsen ist - so betrachtet - nur Randlage. Bessere Randlage, könnte man
sagen. Den Sprung zu einer Zentrallage wird es nur schaffen, wenn die
Wirtschaftspolitik im Freistaat einige Weichen anders stellt. Weichen, die
zuweilen auch im Stadtplanungsdezernat untergebracht sind. Man kann es so
deutlich sagen: Stadtumbau-Politik ist Wirtschaftspolitik.
Denn jedes neue Gewerbegebiet, jedes neue genehmigte Wohngebiet bedeuten
Investitionen in Infrastruktur, die in der Regel von den üblichen Versorgern
geleistet und von den Nutzern bezahlt werden. Nicht direkt, sondern über den
üblichen "melting pott": Der Wasserkunde in Holzhausen zahlt die selben Gebühren
für sein Wasser wie der in Leipzig-Mitte oder der in Grünau. Egal, wie dick die
Leitungen sind, die zu seinem Haus führen, egal, wieviel Wasser er verbraucht,
egal, ob er allein an einer Leitung hängt oder noch 100 andere Leute.
In der Regel zahlt er in Holzhausen sogar weniger, denn er wohnt im
Einfamilienhaus, hat einen 1,5-Kubikmeter-Zähler im Keller und muss nur halb
soviel an "Zählergebühr" berappen wie etwa ein Bewohner des Waldstraßenviertels
oder der Südvorstadt. Das ist eine Gebührenproblematik, hinter der sich eine
ganz andere verbirgt: Die steigenden Kosten für die Infrastruktrurversorgung in
Stadtrandlagen.
Damit beschäftigt sich das Zentrum Demographischer Wandel an der TU Dresden,
wohl wissend, dass der Wandel nicht nur die Sozialdezernate betrifft, sondern
das komplette Feld von Gesundheit, sozialer Sicherung und sozialer Infrastruktur
über die technische Infrastruktur und den Verkehr, Familie, Haushalt und Wohnen,
Wirtschaft, Arbeit, Bildung und Forschung bis hin zu Stadt- und
Regionalentwicklung.
Im Januar schon stellte Dipl.-Ing. Lars Marschke in einer Ringvorlesung des
Zentrums die Fakten zur "Stadttechnischen Infrastruktur in schrumpfenden
Städten" vor. Und bestätigte, was auch Leipziger Zahlen belegen: "Der
spezifische Erschließungsaufwand steigt progressiv mit abnehmender
Bebauungsdichte, bei lockerer Einfamilienhausbebauung ist er 3- bis 5mal höher
als in Plattenbaugebieten."
Das ist die eine Seite - nicht der "schrumpfenden Städte", sondern der
"wuchernden Städte" , jener Städte nämlich, die trotz Bevölkerungsverlustes ein
Anschwellen der Wohnsiedlungen im Speckgürtel erlebten. Wie Leipzig auch. Darauf
wurde in der Leipziger Internet Zeitung erst kürzlich hingewiesen. Der komplette
innerstädtische Wohnungsleerstand findet sich als komplette Bebauung nach 1990
im Siedlungsgürtel der Stadt wieder. Ein Siedlungsgürtel, der auch mit
entsprechender Infrastruktur erschlossen werden musste.
Allein die Wasserwerke bauten zu diesem Zweck in den letzten 15 Jahren 1.000
Kilometer Rohrleitung zusätzlich, verlängerten ihr Leitungsnetz um 50 Prozent.
Den Aufwand, das derart aufgeblähte Netz unterhalten zu müssen, können sie
genauso wenig wie die Stadtwerke, die Telefongesellschaft oder das Straßenbauamt
auf die tatsächlichen Endnutzer umlegen. Denn: Die würden es gar nicht bezahlen
können.
Lars Marschke hat es einmal ausgerechnet, welche Tarifsteigerungen fällig wären,
würden Häuslebauer tatsächlich die Gebühren zahlen, die durch verlängerte
Infrastrukturen in dünner besiedeltem Gelände fällig wären. Er kommt auf die
stolze Zahl von 250 Prozent.
Ähnliche Werte entstehen übrigens auch dann, wenn Plattensiedlungen am Stadtrand
sich in "perforierte Siedlungslagen" zu verwandeln. Der Aufwand für die
Versorgung sinkt nicht, sondern steigt prozentual pro Einwohner. Wartungskosten
explodieren, weil Strukturen nicht mehr im vorgesehenen "Dauerbetrieb" sind.
Leitungsverluste nehmen zu. Und das aus dem einfachen Grund: Die installierten
Vorsorgungsstrukturen sind für eine optimale Auslastung bei voller Belegung
konzipiert. Sie sind zumeist für 20, 50, teilweise sogar 80 Jahre gebaut und
können nur unter großen Aufwand "rückgebaut" werden.
Es ist, als führe man ständig mit einem Bus auf einer Strecke, auf der ein Pkw
völlig genügte. Allein die Spritkosten würden in so einem Fall das
Verkehrsunternehmen zum Streichen der Strecke zwingen. Die Leipziger
Verkehrsbetriebe sind in der komfortablen Lage: Sie können genau das tun.
Wasserwerke und Stadtwerke aber müssen die Kosten auf den allgemeinen Tarif
umlegen.
Und wenn 70.000 Leipziger eigentlich 250 Prozent vom üblichen Tarif zahlen
müssten, heißt das im Endeffekt für ALLE Leipziger eine Tariferhöhung um 20
Prozent. Ein Fünftel von jeder Rechnung, die die Wasserwerke, die Stadtreinigung
oder die Stadtwerke schicken, sind schlicht dazu da, die ineffektive
Infrastruktur der Stadtrandlagen zu finanzieren.
Die "Versorgungseffizienz" wird noch weiter sinken, je mehr der so genannte
"Stadtumbau Ost" auch die Innenlagen der sächsischen Städte perforiert. Das
führt unausweichlich zu weiter steigenden "Stückkosten" und damit steigenden
Tarifen.
Die Dresdner Forscher wären schlecht beraten, wenn sie den verantwortlichen
Politikern nicht eine Handlungsempfehlung an die Hand geben würden. Denn allein
mit einem kompletten Anpassen der Infrastruktur an die ausgedünnten Wohnlagen
ist es nicht getan. Das sind Bauprojekte, die sich über Generationen erstrecken,
kurzfristig sind sie überhaupt nicht zu bezahlen. Aber die kommunale Politik
kann im Rahmen des Stadtumbaus Richtlinien setzen.
Lars Marschke empfiehlt eine schlichte Bevorzugungs-Politik, die einfach heißt:
In Randlagen sollte Rückbau in der Stadtumbau-Politik bevorzugt werden. In
Kerngebieten der Städte aber sollte man Rückbau möglichst vermeiden.
Wie gesagt: Die Vorlesung war im Januar. Die Abrisspläne, die derzeit durch
Leipzigs innerstädtischen Gründerzeitbestand furchen, sind jüngeren Datums. "Ich
wollte keine perforierte Stadt", sagte der einstige Stadtbaurat Engelbert Lütke
Daldrup noch im Juni 2006. "Aber ich habe sie bekommen." Es gab niemals eine
Bevorzugungsrichtlinie in seinem Stadtumbauprogramm. Es gibt sie bis heute
nicht, obwohl sie vom Bundesministerium für Bau gefordert wurde. Früher einmal,
als das Stadtumbauprogramm Ost noch gedacht war, ostdeutschen Städten beim
geplanten Schrumpfen Unterstützung zu geben.
www.lizzy-online.de
11.09.2006
Schwedt: Eine Stadt schrumpft sich gesund
Wegen der kompromisslosen, mutigen Vorgehensweise ist Schwedt zum Vorbild
geworden. Das Bundesbauministerium hat sich informiert, das amerikanische
Magazin "Newsweek" hat der Stadt eine Geschichte gewidmet. Eine japanische
Delegation war bereits da, im Oktober kommt eine weitere. Auch westdeutsche
Städte interessieren sich für das Konzept. Bürgermeister Jürgen Polzehl wurde
als Redner auf einen Kongress in Münster eingeladen. Nach seinen Ausführungen
kamen Kollegen aus dem Ruhrgebiet auf ihn zu, die ähnliche Probleme haben. "Aber
die meisten haben Angst, es der Bevölkerung zu sagen", sagt der 53-Jährige.
Polzehl steht in seinem Büro im Rathaus und zeigt eine Folie. Weil kein Monitor
da ist, schiebt er schnell ein weißes Papier darunter. Dunkelgrüne Balken
erscheinen, eine rote Linie schlängelt sich darüber. Das Diagramm beginnt 1992.
52.000 Menschen wohnten damals in Schwedt - und gut ein Prozent der Wohnungen
standen leer. "1997 kam die Einsicht, dass es so nicht weitergehen konnte",
erklärt Polzehl. Auf der Folie werden die dunkelgrünen Balken immer größer. Sie
zeigen bis zu 15 Prozent Leerstand. Auch die rote Linie steigt an, sie zeigt den
Trend. Es sieht schlimm aus. Doch Polzehls Finger fährt weiter und ab 2003 auch
wieder nach unten. "Das Dramatische haben wir hinter uns", sagt er, "der Sockel
ist weg, jetzt müssen wir uns der demographischen Entwicklung anpassen."
Er redet von der "Kunst des Schrumpfens". Er holt ein großes Luftbild von
Schwedt. Es nimmt fast den ganzen Tisch ein. Dann zeigt er auf die ausgelöschten
Wohnungsquartiere. Insgesamt werden wohl in der ersten Phase 6000 Wohnungen
abgerissen werden. Doch dabei soll es nicht bleiben. Die Einwohnerzahl sinkt
weiter. "Mittlerweile haben wir eine Hochrechnung, die uns zeigen soll, wie
viele Wohnungen noch abgerissen werden müssen", sagt Polzehl. Bei 30.000
Einwohnern soll sich die Bevölkerungszahl einpendeln. Polzehl spricht von "Schwedt
2015" und sagt, dass ab 2008 wohl wieder Wohnungen abgerissen werden müssen.
Für sein Handeln bekommt Polzehl Zustimmung, denn der Abriss ist alternativlos.
"Baupolitisch war es der richtige Weg", sagt Eckehard Tattermusch, "aber es löst
die Probleme auch nicht." Der 68-Jährige kam 1963 nach Schwedt, von 1966 bis
1990 war er offizieller Stadtarchitekt. Unter seiner Ägide wuchs die Stadt. Der
Niedergang schmerzt ihn. Zwei seiner drei Kinder sind bereits weggezogen, auch
er würde noch mal weggehen, "aber meine Frau möchte nicht".Schwedt hat eine Arbeitslosenquote von 24 Prozent.
Eine wichtige Rolle in dem Umbauprozess spielt das Stadtteilbüro, in dem die
Menschen mit Grünke über ihre Situation reden können. Ende der Neunziger kamen
hundert Bewohner pro Woche, jetzt kommen noch rund 40 Bürger wöchentlich in dem
beigen Backsteinbau vorbei. "Am Anfang wurde in einer Schulhalle das Programm
verkündet", berichtet sie, "danach wurden dann Einzelgespräche geführt."
Vor allem Vertrauen und Verlässlichkeit seien in so einer Situation wichtig: "Es
muss ein offenes Spiel mit dem Bürger sein", sagt Grünke. Deswegen wurden erst
einige Ausweichviertel saniert: Aus Plattenbauten wurden Aufgänge heraus
gebrochen, Aufzüge angebracht, Wohnungen saniert und die Häuser mit bunten
Farben gestrichen. "Danach wurden sie den Menschen angeboten", sagt Grünke.
"natürlich gab es auch Einzelfälle, aber trotz dieses harten Einschnitts ist die
grundsätzliche Akzeptanz da."
www.spiegel.de
11.09.2006
Oestrich-Winkel: Zweckverband ist weiter umstritten
Die Stadt Oestrich-Winkel bekennt sich zum "Stadtumbau" im Rheingau und
stellt dafür ihren finanziellen Anteil zur Verfügung. Noch immer ist aber ein
Zweckverband als Organisationsform umstritten. Im Unterschied zu einem Verein
gewähre er Politikern zu viel Einfluss, so die Kritiker.
Über einen "Zweckverband Rheingau", der außer den Regionalpark auch "Stadtumbau"
und Regionalentwicklung organisieren und für Fördergelder sorgen soll, haben die
Oestrich-Winkeler Stadtverordneten nicht abgestimmt. Wie im übrigen Rheingau
gibt es noch Unstimmigkeiten über den Satzungsentwurf. Bis zu einer Einigung
aller Kommunen soll den Stadtumbau die Kommunale Arbeitsgemeinschaft betreiben,
die zunächst nur zur Planung und Realisierung eines Regionalparks gegründet
wurde. Dafür müssen aber bis Ende September alle Gemeinden zugestimmt haben,
sagt der Geisenheimer Bürgermeister Manfred Federhen. Der Magistrat befürworte
die Teilnahme am Stadtumbau-Programm. Drei Aufgaben soll er haben:
Regionalpark, Stadtumbau und Regionalentwicklung.
www.wiesbadener-tageblatt.de
11.09.2006
Der Osten blutet aus
Die Deutschlandkarte auf der Internet-Seite der Bertelsmann Stiftung zum
demographischen Wandel gleicht einem bunten Flickenteppich. Beim Anklicken der
vor allem im Osten zu findenden dunkelroten Flächen erhält der Betrachter die
ernüchternde Botschaft: "sehr stark abnehmend". Die Prognosen bis 2020 klingen
dramatisch: Magdeburg (-11,2 Prozent), Schwerin (-12,2 Prozent), Chemnitz (-16,7
Prozent), Gera (-21,6 Prozent), Hoyerswerda (-40,2 Prozent). "In rund 50 Prozent
aller deutschen Kommunen mit mehr als 5000 Einwohnern wird die Bevölkerung bis
zum Jahr 2020 zum Teil erheblich schrumpfen", lautet das Fazit.
Die demographische Entwicklung bereitet den Städten zunehmend Probleme. Von
einer "Gesamtherausforderung für Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft" ist in
einem Positionspapier von fünf Verbänden, darunter dem Deutschen Städtetag, die
Rede. "Das Problem besteht nicht nur in den neuen Ländern", erläutert der
Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Stephan Articus. Und auch im
Osten herrscht nicht nur Tristesse. "Da gibt es auch viel Aufbruch und
Entwicklungschancen", weiß Articus. So sagt die Bertelsmann-Studie zum Beispiel
bis 2020 für Leipzig ein Bevölkerungs-Plus von 1,8 Prozent, für Erfurt von 2,5
und für Dresden von 3,1 Prozent voraus.
Die demographische Entwicklung stellt die Städte aber auch vor andere
Herausforderungen wie die Überalterung der Gesellschaft und die Zunahme des
Migrantenanteils. Sinkende Einwohnerzahlen machen zudem nicht nur den Abriss
leerer Wohnungen erforderlich. "Auch die Infrastruktur muss angepasst werden",
erläutert Städtetags-Hauptgeschäftsführer Articus. Das gilt für die Zahl von
Kindergärten und Schulen ebenso wie für die Größe der Wasser- und Abwassernetze,
den öffentlichen Nahverkehr oder Kultureinrichtungen wie Theater.
Die Folgen in Zeiten leerer öffentlicher Kassen verdeutlicht Sachsens
Ministerpräsident Georg Milbradt : "Das Ziel kann nicht länger eine landesweit
einheitliche Ausstattung mit Infrastruktur und staatlichen Angeboten sein." Und:
"Wir müssen das Verfassungsgebot gleichwertiger Lebensverhältnisse neu
interpretieren." Nötig seien regionale Lösungen. So könne etwa die medizinische
Versorgung in dünn besiedelten Räumen mit "Portalkliniken" gewährleistet werden.
Bei diesem Modell sichern kleinere Krankenhäuser die Grundversorgung in der
Fläche und arbeiten für komplizierte Fälle eng mit einer großen Klinik zusammen.
Die Aufgabe ist immens. So wurden in Sachsen seit 2002 zwar schon rund 50.000
Wohnungen abgerissen, doch noch immer stehen etwa 400.000 leer. "Sachsen hat ein
großes Interesse, dass die Mittel für den Wohnungsrückbau seitens des Bundes
aufgestockt werden und das Stadtumbauprogramm über 2009 hinaus fortgeführt
wird", betont daher Milbradt.
www.n-tv.de
03.09.2006
Eisenhüttenstadt: An Grundschulen wird gebaut
Die Grundschule 1, die jetzt
Astrid-Lindgren-Grundschule heißt, ist die älteste Schule der Neustadt und war
in einem Zustand, der eine Außensanierung des Gebäudes dringend erforderlich
machte. Der Putz war großflächig von der Wand gefallen, die Fenster und Türen
waren undicht und noch einiges mehr war zu machen.
Bereits im vergangenen Jahr war mit der Hüllensanierung der Schule begonnen
worden. Und als in den Sommerferien der Schulbetrieb ruhte, gingen natürlich die
Arbeiten an dem Gebäude weiter und so gut voran, dass Michael Reichl, der Leiter
des Bereichs Bauen, zuversichtlich ist, dass das Gros der Arbeiten bis zum
Jahresende abgeschlossen ist.
Die Schule wird dann neu verputz sein. Der alte Putz konnte nicht mehr
ausgebessert werden und wurde vorher komplett entfernt. Außerdem werden die
Fenster erneuert bzw. aufgearbeitet. Dafür sind Gutachten erstellt worden, die
analysieren, welche Fenster erhalten bleiben und aufgearbeitet werden und welche
erneuert werden dürfen. Erneuert heißt in dem Fall ein Nachbau aus Holz, was
nicht einfach und nicht billig ist.
Der Aufwand ist vorgeschrieben, weil die Astrid-Lindgren-Grundschule ein
Einzeldenkmal ist und die Hüllensanierung deshalb mit den Denkmalschützern
abgestimmt werden muss. Deren Anforderungen gerecht zu werden, sei nicht immer
einfach, sagt Reichl.
Im nächsten Jahr sollen dann noch die Kellerabgänge und die Haupteingänge
gemacht werden. Am Dach sind jetzt keine Arbeiten erforderlich, das wurde schon
vor ein paar Jahren erneuert.
Wenn alles fertig ist, werden ungefähr 2 Millionen Euro in die Hüllensanierung
der Grundschule 1 gesteckt worden sein. Rund ein Drittel davon habe die Stadt
selbst zu tragen, erklärt Reichl. Der Rest werde über Förderungen finanziert,
die fließen, weil die Sanierung dieses Schulgebäudes als Aufwertungsmaßnahme im
Rahmen des Stadtumbaus erfolgt. Reichl betont, dass Stadtumbau eben nicht nur
Abriss sei. Die Sanierungsmaßnahmen, darauf legt er Wert, wurden in viele
Bauabschnitte und auf viele Lose aufgeteilt.
www.moz.de
03.09.2006
Pirmasens: Spatenstich im
Innenraum
Ein enger Zeitrahmen, wie auch Architekt und Investor Emil Schweitzer
bestätigt. Aber er will ihn einhalten. „Es ist schon wesentlich mehr im Inneren
des Gebäudes passiert als von außen zu sehen ist“, erklärte er. Einige 100
Tonnen Putz und alte Installationen seien inzwischen aus dem Gebäude geschafft
worden. Jetzt sei der Großteil der weiteren Arbeiten vergeben, darunter die
komplette Fassadenrenovierung, der Einbau neuer Aufzüge und die Installation der
Fenster.
Die rund 1000 Fenster werden übrigens nach langem Hin und Her doch
Kömmerling-Profile neuester Bauart sein. Die schmalen Rahmen mit den verklebten
Scheiben haben letztlich auch die Denkmalschützer überzeugt. Das Projekt hat
offenbar auch für die „profine“ eine solche Bedeutung, dass Geschäftsführer
Gerhard Sommerer persönlich anwesend war. Wie Marketing-Leiter Heinz Wagner
gegenüber der PZ erklärte, ist der profine-Führung die Entscheidung für das
Kömmerling-Profil sehr wichtig: „Das Objekt ist in jeder Hinsicht interessant.
Wir werden hier sicherlich Architekten und Bauherren demonstrieren können, was
mit unseren Profilen möglich ist“, sagte Wagner.
Daneben unterstreicht die Entscheidung für den einheimischen Hersteller auch,
dass der Rheinberger für die Stadt und die Region eine Leutturmfunktion
übernehmen soll. Das werde auch in Mainz so gesehen, sagte Abteilungsleiter
Jürgen Hiller, der den Innenminister vertrat. Er unterstrich das
„außerordentliche finanzielle und ideelle Engagement“ des Landes. Mainz tue
alles, damit der Rheinberger Signalwirkung für den gesamten Stadtumbau
ausstrahle, sagte Hiller und lieferte auch Zahlen. Im Schnitt seien seit 1996
jährlich 3,8 Millionen Euro vergleichbarer Fördermittel an den Horeb geflossen,
bis 2010 werden es sechs Millionen Euro sein. Allein bei der
17-Millionen-Investition im Rheinberger kommt die Hälfte aus Mainz.
Ein ganz besonderer Förderschwerpunkt innerhalb des Rheinberger werde auf
ausdrücklichen Wunsch von Innenminister Karl-Peter Bruch das „Science Center“
sein, kündigte Hiller an. Von dieser Wissenschaftsausstellung mit verschiedenen
Begleitangeboten versprechen sich die Rheinberger-Planer eine touristische
Attraktion, die Publikum von weither nach Pirmasens bringen soll.
www.Pirmasenser-zeitung.de
03.09.2006
Böhmer will Hauseigentümer
stärker unterstützen
Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) will private Hauseigentümer stärker
unterstützen, um den Stadtumbau zu beschleunigen. Dieser müsse als
«gesamtgesellschaftlich bedeutende Zukunftsaufgabe» verstanden werden, sagte der
Regierungschef am Samstag bei der Feier zum 15-jährigen Bestehen des
Landesverbandes der Eigentümerschutz-Gemeinschaft Haus & Grund in Wernigerode.
Das Ziel laute, aus einer «bewohnten Welt eine bewohnbare Welt» zu machen, sagte
Böhmer. Ihm wurde die Ehrenmitgliedschaft des Verbandes verliehen.
«Auch 2007 wird die Förderung von Wohnraummaßnahmen ein Schwerpunkt unserer
Wohnungspolitik sein», kündigte Böhmer an. Im Mittelpunkt stehe die
Eigentumsbildung, die Modernisierung von innerstädtischen Altbauquartieren und
der Bau von barrierefreien Wohnungen für Alte und Behinderte.
Die privaten Haus- und Grundstückseigentümer hatten zuvor in einem dpa-Gespräch
neue Konzepte für den Stadtumbau gefordert. Dafür sollten die Immobilienbesitzer
stärker einbezogen werden. «Schließlich haben durchschnittlich 90 Prozent der
Immobilien in den Innenstädten private Eigentümer», sagte der Präsident des
Verbandes Haus & Grund, Holger Neumann.
Die Stadtumbau-Programme seien aber nicht auf private Eigentümer zugeschnitten.
Beim Abriss würden die Kommunen bislang hauptsächlich mit den
Wohnungsgesellschaften und -genossenschaften zusammenarbeiten. Zudem kritisierte
Neumann Kürzungen bei der Städtebauförderung, die vor allem private Eigentümer
und Sanierungsgebiete träfen.
«Wir müssen über Quartiere nachdenken, nicht über einzelne Häuser», forderte
Neumann. So könne etwa durch den Abriss eines Hauses in einem Wohnquartier Raum
für Grünflächen, Höfe und Parkplätze geschaffen werden. Um die Innenstädte
lebenswerter zu machen, müssten auch die privaten Eigentümer stärker
zusammenarbeiten und die Kommunen die Besitzer als Partner anerkennen.
www.mz-web.de