Newsticker Archiv September und Oktober 2006

26.10.2006
Chemnitz: Horror-Hochhaus wird abgerissen
Das Horror-Hochhaus in der Annaberger Straße 15 wird abgerissen. Immer wieder hatte es in den 195 Wohnungen auf elf Etagen tragische Todes- und Unglücksfälle gegeben.
Schon lange standen viele Wohnungen leer. Jetzt wohnt dort keiner mehr. „Die Entkernung hat begonnen. Bis zur sechsten Etage hinunter bauen wir die Platten einzeln ab, der Rest wird bis Ende Februar normal abgerissen“, sagt Sprecher Stefan Reisz (39) von der GGG, der das Haus gehört. Die Kosten (330000 Euro) dafür werden aus dem Stadtumbau-Förderungsprogramm bezahlt.
Anwohner Erich Buchhorst (67) erleichtert: „Endlich! Hier hatte es ja nur Ärger gegeben.“ 1997 stürzte Jürgen G. (39) aus 15 Metern Höhe nach einer Balkonkletterei in den Tod. Im Sommer 2000 stritt sich Jacqueline K. (28) mit ihrem Freund, sprang anschließend aus dem achten Stock. Im November 2000 verbrannte sich der Arbeitslose Lutz K. (36) bei lebendigem Leib in der Badewanne. 2002 wurde ein Mieter (42) bei einem Wohnungsbrand schwer verletzt. Als Entsorgungsmitarbeiter vor zwei Monaten die letzte vermietete Wohnung räumen wollten, fanden sie darin den vermissten Mieter tot vor seinem Fernseher.
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26.10.2006
Merseburg: Partnerstädte berieten zum Stadtumbau
Auf Einladung der Stadt Merseburg trafen sich Vertreter aus der Merseburger Partnerstadt Bottrop, aus Veszprém, Berlin-Mitte, Blackpool und Gliwice zur Städtepartner-Konferenz „Stadtumbau“. Die Städte wollten ihre Maßnahmen, Ergebnisse und zukünftigen Ziele bei der Revitalisierung der regionalen Wirtschaft, beim Aufbau und der Förderung der sozialen und urbanen Wirtschaft präsentieren und Erfahrungen auf diesem Gebiet austauschen. Nach der Begrüßung durch den Merseburger Oberbürgermeister Reinhard Rumprecht und einer Einführung zum Thema durch das IBA-Büro Dessau am Donnerstag, erfolgten im Ständehaus Merseburg die Präsentationen der teilnehmenden Städte. Merseburg stellte das IBA-Konzept „Neue Milieus - neue Chancen“ vor, Bottrop informierte aus Sicht einer Ruhrgebietsstadt, Blackpool präsentierte den Masterplan zum Stadtumbau und Veszprém zeigte die Umsetzung des Themas durch die Nutzung der Historie. Gliwice erläuterte seinen langfristigen Investitionsplan und Berlin-Mitte stellte die besondere Stellung zwischen Wachstum und Schrumpfung dar.
www.wochenspiegel-web.de

19.10.2006
Wittenberge: Realschule wird entkernt
Die Klingel ruft die Kinder zum Unterricht, aber sie laufen an dem großen, leer stehenden Gebäudeteil vorbei auf die Turnhalle zu. In der Realschule in der Wittenberger Salvador-Allende-Straße gibt es keinen Unterricht mehr. Und bald gibt es wohl auch das Schulhaus nicht mehr.
Die Stadt Wittenberge, der das Gebäude gehört, möchte es abreißen lassen. "Nachdem die Schülerzahlen immer mehr zurück gegangen waren, hat der Landkreis als Schulträger den Erbbaupachtvertrag gekündigt, sodass die bauliche Hülle nach der Schulschließung in diesem Jahr an uns zurückfiel", erläutert Bauamtsleiter Ulrich Siodla. Ein Versuch, das Haus zu veräußern, sei gescheitert, sodass es zum Abriss keine Alternative mehr gebe.
Seit kurzem arbeiten MAE-Kräfte der Stadt daran, das Gebäude zu entkernen, also alle Ein- und Vorrichtungen auszubauen, die den Abriss behindern würden.
"Das Inventar wurde zu einem großen Teil vom Schulträger, dem Landkreis Prignitz, an andere Schulen und Bildungseinrichtungen verteilt, vorrangig in der Stadt Wittenberge", sagt Schulverwaltungs- und Sozialamtsleiter Bernd Gerhardt. Unter anderem hätten die Oberschule, das Oberstufenzentrum und die Montessorischule Unterrichtsmittel und Einrichtungsgegenstände erhalten, aber auch der Verein Lokschuppen.
Die Stadt hofft derweil auf Fördermittel aus dem Stadtumbau. "Beantragt sind 80 Prozent der Rückbaukosten als Förderung", sagt Bauamtsleiter Ulrich Siodla. Im Fall einer Zusage rechnet er für nächstes Jahr mit dem Abriss.
www.maerkischeallgemeine.de

15.10.2006
Oschersleben: Wohnungsgenossenschaft geht mit Teilabriss neue Wege im Bördekreis
Die Oschersleber Wohnungsgenossenschaft " Neues Leben " lässt in der Hermann-Duncker-Straße bei einem Wohnblock die oberen zwei Etagen abreißen. Die Platte bekommt dann ein Satteldach und wertet das Traditionswohngebiet weithin sichtbar auf. Oschersleben. Mit viel Muskelkraft, Presslufthammer, Geschicklichkeit, aber auch einer gehörigen Portion Vorsicht reißen sie in etwa 20 Metern Höhe in der Oschersleber Hermann-Duncker-Straße 7 bis 9 die beiden oberen Etagen eines Plattenbauwohnblocks ab. Aus dem Sechsgeschosser wird so ein Wohnhaus mit nur noch vier Etagen.
" Die zwölf Wohnungen standen leer ", begründet Jens Schneider, Vorstandschef der Wohnungsgenossenschaft
" Neues Leben ", den Entschluss, die beiden Etagen " zurückzubauen ". Die restlichen vier Etagen mit den drei Eingängen bleiben stehen, alle Wohnungen sind vermietet.
Dabei ist die Zeit des Bauens für die 24 Mietparteien alles andere als einfach. Bei zwei Eingängen sind die oberen Etagen schon abgerissen, schützt das neues Satteldach vor Regen. Beim letzten Eingang sind die Bauarbeiter dabei, die Etagen in Einzelteilen abzutragen. Menschen dürfen sich deshalb nicht in den Wohnungen aufhalten. Punkt 7 Uhr morgens läuft ein Kontrolleur die Treppen hoch und passt auf, dass jeder Mieter das Haus verlassen hat. Erst dann sein Signal zum Beginn des Abrisses. Nach 17 Uhr dürfen die Mieter in ihre Wohnungen zurückkehren. Die Zeit dazwischen sind sie entweder zur Arbeit oder halten sich in " Neues-Leben " - Gästewohnungen und bei Familienangehörigen auf.
Alles in allem kosten Rückbau, neues Satteldach ( rot, Ziegelimitation ), Fassade ( Geldtöne, Fliesen integriert ), Balkoninstandsetzung und Flurgestaltung 360 000 Euro. Fördermittel aus dem Programm Stadtumbau Ost fl ießen nur für den Rückbau, den Rest muss " Neues Leben " selbst bezahlen. Eine Mieterhöhung von 30 bis 35 Cent pro Quadratmeter Wohnfläche ist für die Modernisierung zu berappen.
www.volksstimme.de

06.10.2006
Geisenheim: Planer beginnen mit Betriebsbefragung
Das mit der Erstellung eines Einzelhandelsgutachten beauftragte Planungsbüro Junker und Kruse aus Dortmund habe mit der Erhebung von Grundlagendaten begonnen, informiert Bürgermeister Manfred Federhen. Die Planer befragen 107 Geisenheimer Einzelhandelsbetriebe sowie weitere 46 Dienstleistungsbetriebe. Weiterhin wird eine Befragung von 150 Haushalten und eine Passantenfrequenzzählung gemacht. Das Gutachten soll bis Ende dieses Jahres fertig sein.
Ein Arbeitskreis "Einzelhandelskonzept Geisenheim", in dem neben dem Bürgermeister und dem Fachbereich Bauen, Planen und Umwelt der Stadtverwaltung, die Fraktionsvorsitzenden, der Handwerker- und Gewerbeverein sowie die Industrie- und Handelskammer vertreten sind, begleitet das Gutachten.
Wie berichtet, ist das Gutachten elementare Voraussetzung, um die Bauleitplanung für das Gewerbegebiet Geisenheim durchzuführen. Ziel sei die Aufrechterhaltung und die Entwicklung der verbrauchernahen Versorgung in Geisenheim, sagte der Bürgermeister. Wie berichtet, erhält die Stadt Geisenheim Fördermittel vom Land Hessen im Rahmen des Programms Stadtumbau. Das Einzelhandelsgutachten könnte später eventuell auf den gesamten Rheingau ausgedehnt werden.
Im Osten Geisenheims an der Industriestraße stehen rund 105 000 Quadratmeter Gewerbeflächen leer. Die Stadtverordneten hatten für dieses Gelände die Aufstellung eines Bebauungsplans beschlossen. Zudem wurde eine Veränderungssperre erlassen, um den Bau eines Aldi-Marktes zu verhindern. Die Veränderungssperre gilt bis Juni 2007, so dass für die Stadt die Zeit drängt.
www.wiesbadener-kurier.de

06.10.2006
Glauchau: Abriss geht unverhofft weiter
Die Städtische Wohnungsbau- und Verwaltungs GmbH hatte ihr Abrissprogramm für dieses Jahr eigentlich bereits abgearbeitet. Doch nun kann sie unerwartet weitermachen.Grund dafür ist die kurzfristige Bereitstellung von Fördermitteln aus dem Programm Stadtumbau Ost.
Die Stadtverwaltung hat rund 22.000 Euro erhalten, die noch schnellstens verwendet werden müssen. Am Lörracher Platz hat man dieses Geld der Städtischen Wohnungsbau- und Verwaltungs GmbH zur Verfügung gestellt.
www.freiepresse.de

06.10.2006
Leitungsnetze halten Gebühren hoch
Die Deutschen verbrauchen weniger Trinkwasser. Zwischen 1991 und 2005 sank beispielsweise in Hamburg der durchschnittliche Tagesverbrauch von über 375 000 Kubikmetern 1991 auf unter 320 000 Kubikmeter. Ursachen und Folgen diskutierten gestern rund 60 Ingenieure, Wissenschaftler, Mitarbeiter von Wasserversorgern und Stadtwerken auf einem Seminar des Instituts für Wasserversorgung, Abwassertechnik und Raumplanung (WAR) an der Technischen Universität Darmstadt.
TU-Professor Wilhelm Urban erläuterte den sinkenden Bedarf: Zum einen werde Wasser sparsamer verbraucht, zum anderen verändert sich die Wirtschaft von Industrie in Richtung Dienstleistungsanbieter, die weniger Wasser verbrauchen. Langfristig werde noch der Bevölkerungsrückgang dazukommen. „Der demographische Wandel bringt weniger Gebührenzahler, und an denen werden die Kosten hängen bleiben“ Denn die bestehenden Leitungsnetze müssen weiterhin erhalten bleiben. „In Hamburg verlaufen rund 5 450 Kilometer Wasserrohre, bei sinkenden Verbrauch“, beschrieb Helmut Hofmann von den Hamburger Wasserwerken die Dimensionen. Zudem werden schlecht durchflossene Leitungen durch Ablagerungen und Rost schneller zerstört und reparaturanfälliger.
Matthias Koziol von der Brandenburgischen Universität in Cottbus illustrierte die Folgen des demographischen Wandels in Ostdeutschland. Der mache sich dort durch Abwanderungen in die alten Bundesländer schon deutlicher bemerkbar; auch mit wirtschaftlichen Konsequenzen für die Trinkwasserversorgung. Komme es durch weniger Bevölkerung zu großen leeren Siedlungsbereichen landeten die Bürger in der „Fixkostenfalle“. 75 bis 85 Prozent der Kosten machten Leitungen und technische Infrastruktur aus. „Werden diese auf die geringer werdende Bevölkerung umgelegt, steigen die Kosten, “ sagt Koziol.
Eine Situation, die auch die Darmstädter kennen. Den größten Teil der Abwassergebühren machen die festen Kosten aus, die auf alle Gebührenzahler umgelegt werden. Dadurch kommt es zu der absurd wirkenden Situation, dass, wenn alle Darmstädter weniger Wasser verbrauchen, die Gebühren trotzdem nicht sinken können.
Langfristige Lösungen bei schrumpfenden Städten sind, so Matthias Koziol, „intelligente Stadtumbau-Strategien“. Bei einem flächigen Rückbau „kann das Netz quasi gekappt“ werden. Eine so kompakter gestaltete Stadt bereite wenig Probleme. Gebäudestilllegungen führen „ab einer bestimmten Schwelle zu erheblichen Problemen.“ Denn durch diese Art der Zersiedelung werden die Netze pro Einwohner immer länger.
Ebenfalls Thema des Wasserversorgungsseminars war die Entwicklung kostengünstigerer Anlagen. TU-Ingenieur Christian Hähnlein stellte beispielsweise ein computerbasiertes Modell vor. So könne durch ständige Messung des Wasserdrucks die Leistung der Pumpen individuell geregelt und so der Verbrauch um bis zu 25 Prozent gesenkt werden. Jens Burgschweiger von den Berliner Wasserbetrieben berichtete über die dortigen Optimierungen. In Berlin reduzierte sich der Verbrauch in den letzten 16 Jahren um 30 Prozent.
www.echo-online.de

01.10.2006
Käufer setzen auf steigende Mieten
Seit der US-amerikanische Private- Equity-Fonds Fortress im März dieses Jahres das städtische Wohnungsunternehmen Woba Dresden für 1,74 Mrd. Euro erwarb, hat sich die Erkenntnis durchgesetzt: Wohnungen in den neuen Bundesländern können ein gutes Investment sein - zumindest dann, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.
In Dresden und Leipzig ist dies der Fall, wie Ingo Weber, stellvertretender Research-Leiter des Immobilienberater Aengevelt Immobilien, erläutert. Nach seiner Analyse deutet alles darauf hin, dass die Nachfrage nach Wohnraum in den beiden sächsischen 500 000-Einwohner-Städten in den kommenden Jahren wachsen wird. Denn zum einen steigen nicht nur die Haushalts-, sondern - sehr untypisch für Ostdeutschland - sogar die Einwohnerzahlen. Zum anderen sinkt das verfügbare Wohnungsangebot, da die Neubautätigkeit sich auf niedrigem Niveau bewegt und im Rahmen des Programms Stadtumbau Ost Tausende von Wohnungen abgerissen werden.
Bereits im vergangenen Jahr, also vor dem spektakulären Woba-Deal, stieg die Zahl der gehandelten Immobilien in Dresden um 45 Prozent und der dabei erzielte Umsatz um 42 Prozent. In Leipzig betrug die Steigerungsrate 20 Prozent bei den Kauffällen und 40 Prozent beim Geldumsatz. Zu diesem Ergebnis trugen auch international agierende Investoren bei. So erwarb zum Beispiel die Wiener Conwert gut 2 700 Wohnungen in Leipzig und Dresden. Auf Grund der günstigen Einstiegspreise seien Renditen von sieben bis über zehn Prozent erzielbar, begründete damals Conwert-Vorstand Günter Kerbler die Akquisition - "selbst bei vergleichsweise niedrigen Mieten von durchschnittlich vier Euro pro Quadratmeter und Monat".
Doch so günstig kommen in den beiden sächsischen Metropolen Mieter nur noch selten zu Wohnraum. Zwar beziffert der 2005 vorgelegte Leipziger Mietspiegel die Durchschnittsmiete auf nur 4,37 Euro, was gegenüber der letzten Erhebung aus dem Jahr 2001 einem Rückgang um vier Prozent entspricht. Inzwischen aber zeigen die Mieten eine leicht steigende Tendenz, wie Jürgen Poschmann, Immobilienmakler in Leipzig und Regionalvorsitzender des Immobilienverbandes Deutschland (IVD) Mitte-Ost, feststellt. Sachsenweit sei die Durchschnittsmiete innerhalb von zwei Jahren von 4,60 auf fünf Euro pro Quadratmeter gestiegen. Sanierte Altbauwohnungen in Dresden und Leipzig können dem druckfrischen IVD-Immobilienpreisspiegel zufolge durchaus um die 5,50 Euro kosten, Neubauwohnungen um die 6,50 Euro.
In einem scheinbaren Widerspruch zu dieser aus Eigentümersicht verhalten positiven Einschätzung steht die Tatsache, dass die Wohnungsmärkte beider Städte nach wie vor eine hohe Leerstandsquote aufweisen. In Dresden sind ebenso wie in Leipzig nach Behördenangaben rund 16 Prozent der Wohnungen unbewohnt. Allerdings weisen Fachleute darauf hin, dass längst nicht alle dieser Wohnungen dem Markt tatsächlich zur Verfügung stehen. Rechnet man diejenigen Einheiten heraus, die zum Abriss vorgesehen oder in einem nicht bewohnbaren Zustand sind, so reduziert sich in beiden Städten die Quote auf rund acht Prozent - mit rückläufiger Tendenz. Bei der Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft (LWB) zum Beispiel sank in dem zur dauerhaften Bewirtschaftung vorgesehenen Kernbestand der Anteil unvermieteter Wohnungen in den vergangenen drei Jahren von gut 14 Prozent auf etwas über acht Prozent.
www.handelsblatt.com

01.10.2006
Zusammenarbeit: Sechs Städte und Gemeinden gründen Kommunale Arbeitsgemeinschaft
„Gemeinsam sind wir stärker“. Unter diesem Motto wollen künftig sechs Städte und Gemeinden im Kreis Bergstraße enger zusammenrücken. Langfristige Ziele könnten beispielsweise ein gemeinsamer Bauhof, ein Ordnungsbehördenbezirk oder eine gemeinsame Finanzabteilung sein, um die chronisch klammen Stadtsäckel und Gemeindekassen und damit auch die Geldbeutel der Bürger zu entlasten. Kurzfristig sollen Vorhaben wie das Stadtumbauprogramm Hessen gemeinsam angepackt werden. Dies ist ein Programm des hessischen Wirtschaftsministeriums, das Fördermittel für den Stadtumbau im Hinblick auf den demografischen Wandel vergibt.
Als „historischen Schritt“ werteten die Bürgermeister von Bensheim, Heppenheim, Einhausen, Lautertal, Lorsch und Zwingenberg am Freitag die formelle Gründung einer kommunalen Arbeitsgemeinschaft, die die nächsten Schritte vorbereiten soll. Bis zum 31. Juli 2007 müssen die Sechs nun einen Zweckverband als rechtsfähige juristische Person gründen, damit weitere Fördermittel fließen. Mit Fördermitteln hatte auch der Termin am Freitag zu tun: Um diese abzurufen, musste die Arbeitsgemeinschaft bis zum 30. September gegründet werden. Bensheim erhalte als Modellstadt einen Zuschuss von 2,038 Millionen Euro aus dem Stadtumbauprogramm, informierte der Bensheimer Bürgermeister Thorsten Herrmann. Für die übrigen fünf Kommunen seien weitere 770 000 Euro aus dem Programm zu erwarten.
Bis Ende Juli 2007 ein Zweckverband gegründet wird, ist noch einige Vorarbeit zu leisten: Die sechs beteiligten Kommunen der Arbeitsgemeinschaft müssen sich auf Finanzierungsanteile, einen Vorsitzenden und Stellvertreter einigen. Daran wird sich zeigen, ob die neue Partnerschaft trägt
www.echo-online.de

26.09.2006
Frankfurt (Oder): 600 beim MOZ-Forum Stadtumbau
"Die Mieter der Moskauer Straße 1 bis 6 haben gezeigt, dass man Einfluss auf den Stadtumbau nehmen kann, wenn man sich zusammentut." Das Gebäude, das von seinen Bewohnern vor allem wegen der günstigen Lage geschätzt wird, bleibt entgegen früheren Planungen stehen, die Menschen dort müssen nicht aus ihren Wohnungen ziehen. Allerdings wird Mieterengagement den Abriss nur in Einzelfällen verhindern können. Das machte Frankfurts Baudezernent Peter Edelmann deutlich. Wenn man nicht abreiße, werde der Wohnungsleerstand bis zum Jahr 2020 auf mehr als 10 000 anwachsen. Auch wenn die sich abzeichnenden wirtschaftlichen Ansiedlungen gelingen sollten. Um den Wohnungsmarkt der Stadt zu stabilisieren und auch die Existenz der Wohnungsunternehmen zu sichern, sei aber eine Leerstandsquote von höchstens zehn Prozent nötig. Diese zu erreichen, das sei ein Ziel des Stadtumbaus.
Gleichzeitig klagte Edelmann, dass in der öffentlichen Wahrnehmung der Stadtumbau immer wieder auf den Abriss reduziert werde. Man dürfe nicht vergessen, dass es auch eine ganze Reihe von Aufwertungen, vor allem in der Innenstadt gegeben habe. Allerdings konnte er als Beispiel nur bekannte Maßnahmen aufzählen.
Versprochen hat die Stadt wie bereits beim Stadtumbauforum im Mai, dass die Bürger künftig stärker in die Planung des Stadtumbaus einbezogen werden. Nach dem Beschluss über die Auslegung der jetzt erarbeiteten Pläne soll es in allen Stadtteilen Einwohnerversammlungen und andere Mitwirkungsmöglichkeiten geben. Im "frühen Frühjahr" so Edelmann, soll das Stuk III, das Stadtumbaukonzept, dann endgültig beschlossen werden.
Darauf warten auch die beiden Großvermieter Wohnbau und Wowi. Wenn es Sicherheit gebe, welche Blöcke abgerissen werden, welche Gebäude bis zum Jahr 2020 sicher stehen bleiben, dann könne man auch in diese Häuser investieren.
www.moz.de

26.09.2006
Wermelskirchen:  Zuschüsse des Landes für Stadtumbau fließen
Der Umbau der Kölner Straße in Verbindung mit der Attraktivierung der Innenstadt mit Mitteln aus dem Städtebauförderungsprogramm des Landes ist jetzt gesichert. Im laufenden Jahr ist ein Betrag von 727.000 EUR aus Düsseldorf vorgesehen. In der Förderreserve befinden sich weitere 427.000 EUR.
Bei allen Vorhaben im Städtebauinvestitionsprogramm des Landes ist ein Eigenanteil von ca. 30 Prozent von den Kommunen selbst aufzubringen. Gerade für den Innenstadtumbau in Wermelskirchen ist der Zuschuss von entscheidender Bedeutung. Erst nach der Inbetriebnahme der seit Jahrzehnten geforderten Umgehungsstraße konnte die Stadt daran gehen, die Innenstadt umzubauen. Später als in anderen Städten, eben wegen des Neubaus der Bundesstraße 51n.
www.rhein-berg-online.ksta.de

25.09.2006
Leipzig: Gebäudesicherungsprogramm geht weiter: Acht Gebäude sind in Arbeit
Im Rahmen der Umsetzung des im Herbst 2005 vom Stadtrat beschlossenen Gebäudesicherungsprogramms sind derzeit insgesamt rund 1,6 Millionen Euro zum Erhalt gefährdeter Gebäude mit städtebaulich herausragender Bedeutung bzw. mit hohem Denkmalwert bewilligt. Der Eigenanteil der Stadt beträgt rund 267 000 Euro, der Rest sind Fördermittel.
Diese Zahlen nannte Leipzigs oberster Stadtplaner, Bürgermeister Martin zur Nedden. Ziel dieses Programmes ist es nicht allein, die Erhaltung finanziell zu unterstützen. Es geht auch darum, baurechtliche Möglichkeiten wie Anordnung und Ersatzvornahme zum Erhalt der Gebäude auszuschöpfen sowie potenzielle Kaufinteressenten für gefährdete, aber wichtige Objekte zu vermitteln. Handlungsfähige Eigentümer als Ansprechpartner sind ein wichtiger Faktor bei der Rettung dieser Gebäude. Die Bemühungen um die Rettung weiterer Gebäude laufen. Für die Sicherung der Goldschmidtstraße 31 stehen Mittel aus dem Denkmalfonds des Regierungspräsidiums Leipzig zur Verfügung. Momentan wird mit dem Eigentümer über die von ihm durchzuführenden Sicherungsmaßnahmen verhandelt. Das Haus Theresienstraße 35 - das bewohnt ist – wird vom Eigentümer saniert. Der Eigentümer der Oststraße 2 plant eine Sanierung. Für die Objekte Holzhäuser Straße 74 und Prinz-Eugen-Straße 42 wird derzeit die Anordnung von Sicherungsmaßnahmen geprüft.
Die Stadt bemüht sich intensiv darum, so viele Gebäude mit herausragender Bedeutung zu retten, wie möglich. Die „Prioritätenliste 1 a“ wird zu diesem Zwecke laufend aktualisiert: Für Objekte, deren Erhaltung geklärt ist, rücken weitere nach, die entsprechend den Kriterien des Programmes ausgewählt wurden
www.lizzy-online.de

25.09.2006
Weniger wird mehr
In Sachsen stehen 400 000 Wohnungen leer. Schuld ist der demografische Wandel. Denn im Freistaat kommt zum allgegenwärtigen Geburtendefizit die Abwanderung nach Westen. Vor allem die jungen Frauen gehen, die gut Ausgebildeten und jene, die einen Job suchen. 1990 hatte Sachsen fünf Millionen Einwohner. 2020 werden es voraussichtlich nur noch 3,8 Millionen sein. Mit regional sehr unterschiedlichen Folgen: Die großen Städte Dresden, Leipzig, Chemnitz wachsen. Der Rest schrumpft. Und altert. 2004 schon hatte Sachsen mit 44,4 Jahren den höchsten Altersdurchschnitt aller Bundesländer. Bis 2020 wird er auf 49 Jahre steigen. Dann wird jeder dritte Einwohner 65 Jahre oder älter sein. Ministerpräsident Georg Milbradt will aus der Not eine Tugend und den Freistaat zum Pionier im Umgang mit dem demografischen Wandel machen. Denn die Folgen sind unvermeidlich – allein für Kindergärten und Schulen, denen die Kinder ausgehen, für Betriebe, denen Auszubildende fehlen werden, oder für die Verkehrs- und Versorgungsinfrastruktur in einem sich entsiedelnden Land. Vor zwei Jahren hat Milbradt eine Expertenkommission ins Leben gerufen, die im November ihre Ergebnisse vorlegen wird. Alle Investitionen, sagt er, müssten schon daraufhin überprüft werden, ob sie die absehbaren demografischen Veränderungen genügend berücksichtigen. Im Koalitionsvertrag haben sich CDU und SPD auf den Rückbau von 250 000 Wohnungen verständigt. Es geht um die Anpassung des Wohnungsbestandes an die tatsächliche Nachfrage, das heißt: Rückbau. Und um die qualitative Weiterentwicklung der bestehenden Quartiere. Milbradt spricht von der „Demografiedividende“, dem Zugewinn an Lebensqualität in den verbleibenden Vierteln.
Dabei ist ihm klar, dass Rückbau nur ein anderes, vermeintlich harmloseres Wort für Abriss ist, für das Verschwinden von Wohnungen, das Auslöschen von Quartieren, das Einstampfen ganzer Viertel. Und welch schwierige Aufgabe es ist, den Menschen zu vermitteln, dass ihr Zuhause dem Erdboden gleich gemacht und sie mehr oder weniger zwangsweise umgesiedelt werden sollen. Vor allem ist es mit dem Beschluss zum Abriss nicht getan. Oft beginnen dann erst die Probleme – mit Folgen für die technische wie für die soziale Infrastruktur eines Viertels, erläutert die Oberbürgermeisterin von Schwarzenberg im Erzgebirge, Heidrun Hiemer. Weniger Wohnungen, weniger Bewohner heißt zum Beispiel beim Trinkwasser: Die Durchflussmenge sinkt, das Wasser steht zu lange in der Leitung und verkeimt. Schwarzenberg ist Teil einer Modellregion, die erprobt, was „gesundschrumpfen“ in der Praxis bedeutet. Weniger Wohnungen, so Hiemer, heißt, dass technische Infrastruktur, Wasser-, Gas- oder Stromleitungen, Telekommunikationseinrichtungen aufwendig angepasst werden müssen. Dann kommt hinzu, dass sich das soziale Umfeld ändert: Kultur- und Freizeiteinrichtungen machen dicht. Kinos, Theater, Schulen, Kindergärten, Läden schließen. Zentrale Versorgungsfunktionen wie Post, Bank, Ärzte konzentrieren sich an anderen Orten. Für Milbradt heißt das: „Wir müssen das Verfassungsgebot gleichwertiger Lebensverhältnisse neu interpretieren.“ Will sagen: Der jetzige Lebensstandard ist nicht überall zu halten. Aber er will die Zukunft nicht schwarz malen. Die skandinavischen Länder seien noch viel weniger dicht besiedelt und da gebe es keine massenhafte Abwanderung. Alles eine Frage der Organisation also.
www.tagesspiegel.de

25.09.2006
Frankfurt (Oder): 4300 Wohnungen verschwinden bis 2010
Die für den Stadtumbau in Frankfurt verantwortlichen Persönlichkeiten nehmen das Thema sehr ernst. Der Umbau, vor allem der Abriss tausender Wohnungen wird das Frankfurter Stadtbild in den nächsten Jahren dramatisch verändern. 3600 Wohnungen sind in den vergangenen Jahren bereits abgerissen worden. 4300 weitere sollen bis Ende 2010 folgen. Der Grund ist der nach wie vor hohe Leerstand. Der liegt bei 20,8 Prozent. Das sind genau so viele Wohnungen, wie in den kommenden Jahren verschwinden werden. An diesen Fakten führt nichts vorbei. Zu überlegen ist jedoch, auf welche Gebäude verzichtet werden soll. Soll man tatsächlich mit Fahrstühlen ausgerüstete Hochhäuser abreißen? Sollte man in allen Wohngebieten "ausdünnen" um mehr Platz für Grünflächen zu haben? Ist der großflächige Abriss in Neuberesinchen sinnvoll? Wie werden die Mieter in den Prozess einbezogen? Stehen genügend gleichwertige und günstige Ersatzwohnungen bereit? Und wer bezahlt alle mit einem Umzug verbundenen Kosten. Über all diese Fragen wird heute im Forum Stadtumbau diskutiert.
www.moz.de

20.09.2006
Sangerhausen: Erste Mieter ziehen Weihnachten ein
Bereits zur Grundsteinlegung am 4. Mai 2006 zeichneten sich die Umrisse der 1. Hausgruppe im Wohnpark West in der Karl-Liebknecht-Straße in Sangerhausen deutlich ab. Mittlerweile ist hier der Dachstuhl aufgestellt und auch an den anderen zwei Hausgruppen wird fleißig gearbeitet. Mit dem Neubau von Mietobjekten setzt die Städtische Wohnungsbaugesellschaft mbH Sangerhausen (SWG) ein Zeichen. Nicht nur der durch den Bevölkerungsrückgang und dem dadurch wachsenden Leerstand notwendige Abriss von Wohngebäuden wurde und wird durch die SWG konsequent durchgeführt, mit diesem Neubau beginnt eine neue Ära im Programm "Stadtumbau Ost" auch in der Region. An die elf Wohngebäude mit den insgesamt 285 Wohnungen, welche bis Februar 2003 noch im jetzigen Wohnpark West standen, erinnert heute nichts mehr. Nach Beendigung der Abrissarbeiten im November 2004 wurde in Zusammenarbeit mit der Stadt Sangerhausen und entsprechend des Stadtentwicklungskonzeptes ein Bebauungsplan für dieses Gebiet entwickelt. Die Gesamtkosten für den Abriss, des vorher durchgeführten Freizuges und der Medientrennung beliefen sich auf insgesamt 880 000 Euro. Dafür stellten Land und Bund 690 000 Euro an Fördermitteln zur Verfügung. Der Eigenanteil der SWG betrug 190 000 Euro. Die Kosten für den Neubau der drei Hausgruppen betragen ca. 2,9 Millionen Euro, die Kosten der Erschließung noch einmal 300 000 Euro. In jeder Hausgruppe entstehen neun Mietobjekte. Verschiedene Grundrisse, von 2- Raum-Mietobjekten mit ca. 68 Quadratmeter Wohnfläche in den Parterres sowie 3- und 4- Raum-Mietobjekten im Ober- und Dachgeschoss von ca. 86 bis 108 Quadratmeter Wohnfläche fanden schnell Interessenten. Besonders attraktiv, eine Terrasse mit angrenzendem Gartengrundstück und eine separate Tiefgarage gehört zu jedem Mietobjekt in der Parterre. Die Wohnräume der darüber liegenden Mietobjekte befinden sich jeweils im Ober- und Dachgeschoss. Auch diese bestechen durch ihre individuellen Grundrisse. Ein Balkon und eine Loggia im Ober- und eine Dachterrasse im Dachgeschoss sowie ein Carport bzw. ein überdachter Stellplatz gehören ebenfalls dazu.  www.wochenspiegel-web.de

17.09.2006
Schwedt: Wachsen, schrumpfen, erhalten
Der Wirtschaftsstandort Schwedt gilt seit dieser Woche als regionaler Wachstumskern im Land Brandenburg. Auf insgesamt 15 Städte mit diesem Titel konzentriert die Landesregierung nun verstärkt das Ausreichen von Fördermitteln für Infrastruktur, Wirtschaft und Stadtumbau. Der Stadt Schwedt wurde außerdem die Ehre zuteil, ihre strategischen Entwicklungsziele auf einer öffentlichen Präsentation vor Fachpublikum darzulegen. Bürgermeister Jürgen Polzehl war dazu extra in die Potsdamer Staatskanzlei gefahren. Am Mittwoch informierte er auf einer Pressekonferenz im Schwedter Rathaus, wie diese Präsentation gelaufen ist und welche konkreten Vorhaben Schwedt als regionalen Wachstumskern kennzeichnen.
In Potsdam hat Polzehl verdeutlicht, dass Schwedt mit 14,2 Prozent am Gesamtumsatz des verarbeitenden Gewerbes im Land Brandenburg beteiligt ist. Seine Philosophie von Schwedt umschrieb er mit "wachsen, schrumpfen, erhalten".
Das bedeute, dass die Kraft der Schwedter Wirtschaft trotz Beschäftigungsrückgang weiter wachse und den Standort Schwedt stärke. Im Jahr 2020 werde Schwedt noch etwa 30 000 Einwohner haben. Der Stadtumbau mit Abriss und Aufwertung sei deshalb notwendig. Dabei gelte es, die bestehende Lebensqualität zu erhalten. Theater, Schwimmbad, Sport- und Freizeiteinrichtungen, Klinikum und Naturnähe seien unverzichtbare Markenzeichen für Schwedt.
"Mit dieser Einschätzung konnte man in Potsdam mitgehen. Die Stadt wird also auch gefördert, obwohl sie schrumpft", fasste Polzehl zusammen. Als strategische Entwicklungsziele benannte er unter anderem die gezielte Weiterentwicklung der industriellen Kompetenzen, insbesondere das Etablieren des integrierten Industriestandortes PCK, das Stärken der Papierverarbeitung und den Ausbau der Logistikfunktionen am Hafen Schwedt. Dazu gehört die Verbesserung der überörtlichen Verkehrsanbindung auf Straße, Schiene und Wasser, der Aufbau eines qualifizierten Bildungsnetzwerkes mit ingenieurtechnischem Schwerpunkt und zum Beispiel auch die Stärkung der "weichen" Standortfaktoren.
www.moz.de

17.09.2006
Felsberg: Leben statt Leerstand
Das Parlament hat's beschlossen, nun ist es Aufgabe des Felsberger Magistrats, zusammen mit einem Fachbüro, der Hessenagentur - die Gesellschaft wirbt für den Standort Hessen -, dem Denkmalschutz und der Dorferneuerungsbehörde ein Konzept zu erarbeiten, das dazu verhilft, leer stehende Häuser und damit die Ortskerne zu beleben.
Dazu sollen Gebäude - natürlich zusammen mit dem Eigentümer - modellhaft ausgewählt werden.
Ermittelt werden sollen außerdem die Zahl der leer stehenden Häuser und die innerörtlichen Freiflächen.
Es werde Zeit dafür, meinte SPD-Fraktionsvorsitzender Dr. Gert Meyer: "Bisher haben wir nicht allzu viel auf den Weg gebracht." In den Ortskernen sei die Infrastruktur vorhaben, "aber die Zahl der Bewohner nimmt ab".
Klären, was die Stadt ihrerseits zusätzlich tun kann, um Leerstände zu beheben, das riet FDP-Fraktionsvorsitzender Werner Rippel. Er stellte den Antrag, die SPD-Vorlage zu erweitern um die Punkte Auflagen des Denkmalschutzes, Anschlussbeiträge und Stellplätze und inwieweit Ausnahmen von den Vorgaben möglich seien. "Man kannn auch überlegen, ob die Stadt alte Häuser kaufen, abreißen und dann eine Grünfläche anlegen kann."
Wegen der von der SPD angeregten Mitfinanzierung durch das Bund--Länder-Programm Stadtumbau West, lehnten die Grünen den Antrag ab. Peter Hammerschmidt: "Das ist kein Geldbeschaffungsprogramm für Kommunen." Antragsteller sei der Zweckverband interkommunales Gewerbegebiet, und dafür seien die Vorarbeiten nicht geleistet.
www.hna.de

17.09.2006
Luckenwalde: Start zur Modernisierung
In der denkmalgeschützten Luckenwalder Volksheimsiedlung nimmt die Luckenwalder Wohnungsbaugesellschaft (LWG) jetzt den dritten und vierten Bauabschnitt in Angriff. Gestern war offizieller Baustart. Für rund sieben Millionen Euro sollen 350 Wohnungen komplett saniert werden.
"Die Stadt fördert das Vorhaben mit 680 000 Euro aus Mitteln von Stadtumbau und Aufwertung", sagte Peter Mann, Leiter des Stadtplanungsamtes, gegenüber der MAZ.
Aus den derzeit 350 Wohnungen werden 297. Das heißt, einige Wohnungen werden in den Grundrissen verändert, teilweise zusammengelegt und größer. Reine Einraumwohnungen, von denen es gegenwärtig noch 27 gibt, sind dann nicht mehr im Angebot. Dafür gibt es vor allem Zwei- und Dreiraumwohnungen.
"Laut einer Erhebung und entsprechenden Prognose ist der Bedarf dafür vorhanden", sagte Peter Mann. Nach seiner Einschätzung weisen die noch unsanierten Blocks erhebliche bauliche Mängel auf. So sollen unter anderem die Heizung, Fenster und Wärmedämmung erneuert werden. Damit will man künftig auch die derzeit recht hohen Betriebskosten drosseln.
In Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde sollen zusätzlich zu den vorhandenen Bauten neue Balkons und Loggien angebaut werden. Außerdem werden Rampen vom Innenhof aus künftig einen barrierefreien Zugang zu fünf Wohnungen ermöglichen, also für Rollstuhlfahrer geeignet sein. Die Freiflächen sollen attraktiv gestaltet werden.
"Wir erhoffen uns damit künftig insgesamt eine gute soziale und generationsübergreifende Durchmischung", meinte Peter Mann, "das heißt, Behinderte und Rentner sollen sich in dem traditionell beliebten Wohngebiet ebenso wohl fühlen wie Familien mit Kindern."
www.maerkischeallgemeine.de

17.09.2006
Infrastruktur im Speckgürtel verteuert Tarife auf 250 %
"Shrinking citis" ist längst ein Fachbegriff in der internationalen Welt der Städteplaner. Es ist ein weltweites Problem. Denn während die Megacities weltweit ausufern, verlieren Städte in dezentralen Lagen genauso ihre Einwohner wie der ländliche Raum. Es ist KEIN Begleiteffekt des so genannten "demographischen Wandels". Es ist eine Folge der globalisierten Wirtschaftspolitik und der weltweiten Zerbröselung regionaler und wohnortnaher Produktionsnetze.
Denn Sachsen ist - so betrachtet - nur Randlage. Bessere Randlage, könnte man sagen. Den Sprung zu einer Zentrallage wird es nur schaffen, wenn die Wirtschaftspolitik im Freistaat einige Weichen anders stellt. Weichen, die zuweilen auch im Stadtplanungsdezernat untergebracht sind. Man kann es so deutlich sagen: Stadtumbau-Politik ist Wirtschaftspolitik.
Denn jedes neue Gewerbegebiet, jedes neue genehmigte Wohngebiet bedeuten Investitionen in Infrastruktur, die in der Regel von den üblichen Versorgern geleistet und von den Nutzern bezahlt werden. Nicht direkt, sondern über den üblichen "melting pott": Der Wasserkunde in Holzhausen zahlt die selben Gebühren für sein Wasser wie der in Leipzig-Mitte oder der in Grünau. Egal, wie dick die Leitungen sind, die zu seinem Haus führen, egal, wieviel Wasser er verbraucht, egal, ob er allein an einer Leitung hängt oder noch 100 andere Leute.
In der Regel zahlt er in Holzhausen sogar weniger, denn er wohnt im Einfamilienhaus, hat einen 1,5-Kubikmeter-Zähler im Keller und muss nur halb soviel an "Zählergebühr" berappen wie etwa ein Bewohner des Waldstraßenviertels oder der Südvorstadt. Das ist eine Gebührenproblematik, hinter der sich eine ganz andere verbirgt: Die steigenden Kosten für die Infrastruktrurversorgung in Stadtrandlagen.
Damit beschäftigt sich das Zentrum Demographischer Wandel an der TU Dresden, wohl wissend, dass der Wandel nicht nur die Sozialdezernate betrifft, sondern das komplette Feld von Gesundheit, sozialer Sicherung und sozialer Infrastruktur über die technische Infrastruktur und den Verkehr, Familie, Haushalt und Wohnen, Wirtschaft, Arbeit, Bildung und Forschung bis hin zu Stadt- und Regionalentwicklung.
Im Januar schon stellte Dipl.-Ing. Lars Marschke in einer Ringvorlesung des Zentrums die Fakten zur "Stadttechnischen Infrastruktur in schrumpfenden Städten" vor. Und bestätigte, was auch Leipziger Zahlen belegen: "Der spezifische Erschließungsaufwand steigt progressiv mit abnehmender Bebauungsdichte, bei lockerer Einfamilienhausbebauung ist er 3- bis 5mal höher als in Plattenbaugebieten."
Das ist die eine Seite - nicht der "schrumpfenden Städte", sondern der "wuchernden Städte" , jener Städte nämlich, die trotz Bevölkerungsverlustes ein Anschwellen der Wohnsiedlungen im Speckgürtel erlebten. Wie Leipzig auch. Darauf wurde in der Leipziger Internet Zeitung erst kürzlich hingewiesen. Der komplette innerstädtische Wohnungsleerstand findet sich als komplette Bebauung nach 1990 im Siedlungsgürtel der Stadt wieder. Ein Siedlungsgürtel, der auch mit entsprechender Infrastruktur erschlossen werden musste.
Allein die Wasserwerke bauten zu diesem Zweck in den letzten 15 Jahren 1.000 Kilometer Rohrleitung zusätzlich, verlängerten ihr Leitungsnetz um 50 Prozent. Den Aufwand, das derart aufgeblähte Netz unterhalten zu müssen, können sie genauso wenig wie die Stadtwerke, die Telefongesellschaft oder das Straßenbauamt auf die tatsächlichen Endnutzer umlegen. Denn: Die würden es gar nicht bezahlen können.
Lars Marschke hat es einmal ausgerechnet, welche Tarifsteigerungen fällig wären, würden Häuslebauer tatsächlich die Gebühren zahlen, die durch verlängerte Infrastrukturen in dünner besiedeltem Gelände fällig wären. Er kommt auf die stolze Zahl von 250 Prozent.
Ähnliche Werte entstehen übrigens auch dann, wenn Plattensiedlungen am Stadtrand sich in "perforierte Siedlungslagen" zu verwandeln. Der Aufwand für die Versorgung sinkt nicht, sondern steigt prozentual pro Einwohner. Wartungskosten explodieren, weil Strukturen nicht mehr im vorgesehenen "Dauerbetrieb" sind. Leitungsverluste nehmen zu. Und das aus dem einfachen Grund: Die installierten Vorsorgungsstrukturen sind für eine optimale Auslastung bei voller Belegung konzipiert. Sie sind zumeist für 20, 50, teilweise sogar 80 Jahre gebaut und können nur unter großen Aufwand "rückgebaut" werden.
Es ist, als führe man ständig mit einem Bus auf einer Strecke, auf der ein Pkw völlig genügte. Allein die Spritkosten würden in so einem Fall das Verkehrsunternehmen zum Streichen der Strecke zwingen. Die Leipziger Verkehrsbetriebe sind in der komfortablen Lage: Sie können genau das tun. Wasserwerke und Stadtwerke aber müssen die Kosten auf den allgemeinen Tarif umlegen.
Und wenn 70.000 Leipziger eigentlich 250 Prozent vom üblichen Tarif zahlen müssten, heißt das im Endeffekt für ALLE Leipziger eine Tariferhöhung um 20 Prozent. Ein Fünftel von jeder Rechnung, die die Wasserwerke, die Stadtreinigung oder die Stadtwerke schicken, sind schlicht dazu da, die ineffektive Infrastruktur der Stadtrandlagen zu finanzieren.
Die "Versorgungseffizienz" wird noch weiter sinken, je mehr der so genannte "Stadtumbau Ost" auch die Innenlagen der sächsischen Städte perforiert. Das führt unausweichlich zu weiter steigenden "Stückkosten" und damit steigenden Tarifen.
Die Dresdner Forscher wären schlecht beraten, wenn sie den verantwortlichen Politikern nicht eine Handlungsempfehlung an die Hand geben würden. Denn allein mit einem kompletten Anpassen der Infrastruktur an die ausgedünnten Wohnlagen ist es nicht getan. Das sind Bauprojekte, die sich über Generationen erstrecken, kurzfristig sind sie überhaupt nicht zu bezahlen. Aber die kommunale Politik kann im Rahmen des Stadtumbaus Richtlinien setzen.
Lars Marschke empfiehlt eine schlichte Bevorzugungs-Politik, die einfach heißt: In Randlagen sollte Rückbau in der Stadtumbau-Politik bevorzugt werden. In Kerngebieten der Städte aber sollte man Rückbau möglichst vermeiden.
Wie gesagt: Die Vorlesung war im Januar. Die Abrisspläne, die derzeit durch Leipzigs innerstädtischen Gründerzeitbestand furchen, sind jüngeren Datums. "Ich wollte keine perforierte Stadt", sagte der einstige Stadtbaurat Engelbert Lütke Daldrup noch im Juni 2006. "Aber ich habe sie bekommen." Es gab niemals eine Bevorzugungsrichtlinie in seinem Stadtumbauprogramm. Es gibt sie bis heute nicht, obwohl sie vom Bundesministerium für Bau gefordert wurde. Früher einmal, als das Stadtumbauprogramm Ost noch gedacht war, ostdeutschen Städten beim geplanten Schrumpfen Unterstützung zu geben.
www.lizzy-online.de

11.09.2006
Schwedt: Eine Stadt schrumpft sich gesund
Wegen der kompromisslosen, mutigen Vorgehensweise ist Schwedt zum Vorbild geworden. Das Bundesbauministerium hat sich informiert, das amerikanische Magazin "Newsweek" hat der Stadt eine Geschichte gewidmet. Eine japanische Delegation war bereits da, im Oktober kommt eine weitere. Auch westdeutsche Städte interessieren sich für das Konzept. Bürgermeister Jürgen Polzehl wurde als Redner auf einen Kongress in Münster eingeladen. Nach seinen Ausführungen kamen Kollegen aus dem Ruhrgebiet auf ihn zu, die ähnliche Probleme haben. "Aber die meisten haben Angst, es der Bevölkerung zu sagen", sagt der 53-Jährige.
Polzehl steht in seinem Büro im Rathaus und zeigt eine Folie. Weil kein Monitor da ist, schiebt er schnell ein weißes Papier darunter. Dunkelgrüne Balken erscheinen, eine rote Linie schlängelt sich darüber. Das Diagramm beginnt 1992. 52.000 Menschen wohnten damals in Schwedt - und gut ein Prozent der Wohnungen standen leer. "1997 kam die Einsicht, dass es so nicht weitergehen konnte", erklärt Polzehl. Auf der Folie werden die dunkelgrünen Balken immer größer. Sie zeigen bis zu 15 Prozent Leerstand. Auch die rote Linie steigt an, sie zeigt den Trend. Es sieht schlimm aus. Doch Polzehls Finger fährt weiter und ab 2003 auch wieder nach unten. "Das Dramatische haben wir hinter uns", sagt er, "der Sockel ist weg, jetzt müssen wir uns der demographischen Entwicklung anpassen."
Er redet von der "Kunst des Schrumpfens". Er holt ein großes Luftbild von Schwedt. Es nimmt fast den ganzen Tisch ein. Dann zeigt er auf die ausgelöschten Wohnungsquartiere. Insgesamt werden wohl in der ersten Phase 6000 Wohnungen abgerissen werden. Doch dabei soll es nicht bleiben. Die Einwohnerzahl sinkt weiter. "Mittlerweile haben wir eine Hochrechnung, die uns zeigen soll, wie viele Wohnungen noch abgerissen werden müssen", sagt Polzehl. Bei 30.000 Einwohnern soll sich die Bevölkerungszahl einpendeln. Polzehl spricht von "Schwedt 2015" und sagt, dass ab 2008 wohl wieder Wohnungen abgerissen werden müssen.
Für sein Handeln bekommt Polzehl Zustimmung, denn der Abriss ist alternativlos. "Baupolitisch war es der richtige Weg", sagt Eckehard Tattermusch, "aber es löst die Probleme auch nicht." Der 68-Jährige kam 1963 nach Schwedt, von 1966 bis 1990 war er offizieller Stadtarchitekt. Unter seiner Ägide wuchs die Stadt. Der Niedergang schmerzt ihn. Zwei seiner drei Kinder sind bereits weggezogen, auch er würde noch mal weggehen, "aber meine Frau möchte nicht".Schwedt hat eine Arbeitslosenquote von 24 Prozent. Eine wichtige Rolle in dem Umbauprozess spielt das Stadtteilbüro, in dem die Menschen mit Grünke über ihre Situation reden können. Ende der Neunziger kamen hundert Bewohner pro Woche, jetzt kommen noch rund 40 Bürger wöchentlich in dem beigen Backsteinbau vorbei. "Am Anfang wurde in einer Schulhalle das Programm verkündet", berichtet sie, "danach wurden dann Einzelgespräche geführt."
Vor allem Vertrauen und Verlässlichkeit seien in so einer Situation wichtig: "Es muss ein offenes Spiel mit dem Bürger sein", sagt Grünke. Deswegen wurden erst einige Ausweichviertel saniert: Aus Plattenbauten wurden Aufgänge heraus gebrochen, Aufzüge angebracht, Wohnungen saniert und die Häuser mit bunten Farben gestrichen. "Danach wurden sie den Menschen angeboten", sagt Grünke. "natürlich gab es auch Einzelfälle, aber trotz dieses harten Einschnitts ist die grundsätzliche Akzeptanz da."
www.spiegel.de

11.09.2006
Oestrich-Winkel: Zweckverband ist weiter umstritten
Die Stadt Oestrich-Winkel bekennt sich zum "Stadtumbau" im Rheingau und stellt dafür ihren finanziellen Anteil zur Verfügung. Noch immer ist aber ein Zweckverband als Organisationsform umstritten. Im Unterschied zu einem Verein gewähre er Politikern zu viel Einfluss, so die Kritiker.
Über einen "Zweckverband Rheingau", der außer den Regionalpark auch "Stadtumbau" und Regionalentwicklung organisieren und für Fördergelder sorgen soll, haben die Oestrich-Winkeler Stadtverordneten nicht abgestimmt. Wie im übrigen Rheingau gibt es noch Unstimmigkeiten über den Satzungsentwurf. Bis zu einer Einigung aller Kommunen soll den Stadtumbau die Kommunale Arbeitsgemeinschaft betreiben, die zunächst nur zur Planung und Realisierung eines Regionalparks gegründet wurde. Dafür müssen aber bis Ende September alle Gemeinden zugestimmt haben, sagt der Geisenheimer Bürgermeister Manfred Federhen. Der Magistrat befürworte die Teilnahme am Stadtumbau-Programm.  Drei Aufgaben soll er haben: Regionalpark, Stadtumbau und Regionalentwicklung.
www.wiesbadener-tageblatt.de

11.09.2006
Der Osten blutet aus
Die Deutschlandkarte auf der Internet-Seite der Bertelsmann Stiftung zum demographischen Wandel gleicht einem bunten Flickenteppich. Beim Anklicken der vor allem im Osten zu findenden dunkelroten Flächen erhält der Betrachter die ernüchternde Botschaft: "sehr stark abnehmend". Die Prognosen bis 2020 klingen dramatisch: Magdeburg (-11,2 Prozent), Schwerin (-12,2 Prozent), Chemnitz (-16,7 Prozent), Gera (-21,6 Prozent), Hoyerswerda (-40,2 Prozent). "In rund 50 Prozent aller deutschen Kommunen mit mehr als 5000 Einwohnern wird die Bevölkerung bis zum Jahr 2020 zum Teil erheblich schrumpfen", lautet das Fazit.
Die demographische Entwicklung bereitet den Städten zunehmend Probleme. Von einer "Gesamtherausforderung für Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft" ist in einem Positionspapier von fünf Verbänden, darunter dem Deutschen Städtetag, die Rede. "Das Problem besteht nicht nur in den neuen Ländern", erläutert der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Stephan Articus. Und auch im Osten herrscht nicht nur Tristesse. "Da gibt es auch viel Aufbruch und Entwicklungschancen", weiß Articus. So sagt die Bertelsmann-Studie zum Beispiel bis 2020 für Leipzig ein Bevölkerungs-Plus von 1,8 Prozent, für Erfurt von 2,5 und für Dresden von 3,1 Prozent voraus.
Die demographische Entwicklung stellt die Städte aber auch vor andere Herausforderungen wie die Überalterung der Gesellschaft und die Zunahme des Migrantenanteils. Sinkende Einwohnerzahlen machen zudem nicht nur den Abriss leerer Wohnungen erforderlich. "Auch die Infrastruktur muss angepasst werden", erläutert Städtetags-Hauptgeschäftsführer Articus. Das gilt für die Zahl von Kindergärten und Schulen ebenso wie für die Größe der Wasser- und Abwassernetze, den öffentlichen Nahverkehr oder Kultureinrichtungen wie Theater.
Die Folgen in Zeiten leerer öffentlicher Kassen verdeutlicht Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt : "Das Ziel kann nicht länger eine landesweit einheitliche Ausstattung mit Infrastruktur und staatlichen Angeboten sein." Und: "Wir müssen das Verfassungsgebot gleichwertiger Lebensverhältnisse neu interpretieren." Nötig seien regionale Lösungen. So könne etwa die medizinische Versorgung in dünn besiedelten Räumen mit "Portalkliniken" gewährleistet werden. Bei diesem Modell sichern kleinere Krankenhäuser die Grundversorgung in der Fläche und arbeiten für komplizierte Fälle eng mit einer großen Klinik zusammen.
Die Aufgabe ist immens. So wurden in Sachsen seit 2002 zwar schon rund 50.000 Wohnungen abgerissen, doch noch immer stehen etwa 400.000 leer. "Sachsen hat ein großes Interesse, dass die Mittel für den Wohnungsrückbau seitens des Bundes aufgestockt werden und das Stadtumbauprogramm über 2009 hinaus fortgeführt wird", betont daher Milbradt.
www.n-tv.de

03.09.2006
Eisenhüttenstadt: An Grundschulen wird gebaut

Die Grundschule 1, die jetzt Astrid-Lindgren-Grundschule heißt, ist die älteste Schule der Neustadt und war in einem Zustand, der eine Außensanierung des Gebäudes dringend erforderlich machte. Der Putz war großflächig von der Wand gefallen, die Fenster und Türen waren undicht und noch einiges mehr war zu machen.
Bereits im vergangenen Jahr war mit der Hüllensanierung der Schule begonnen worden. Und als in den Sommerferien der Schulbetrieb ruhte, gingen natürlich die Arbeiten an dem Gebäude weiter und so gut voran, dass Michael Reichl, der Leiter des Bereichs Bauen, zuversichtlich ist, dass das Gros der Arbeiten bis zum Jahresende abgeschlossen ist.
Die Schule wird dann neu verputz sein. Der alte Putz konnte nicht mehr ausgebessert werden und wurde vorher komplett entfernt. Außerdem werden die Fenster erneuert bzw. aufgearbeitet. Dafür sind Gutachten erstellt worden, die analysieren, welche Fenster erhalten bleiben und aufgearbeitet werden und welche erneuert werden dürfen. Erneuert heißt in dem Fall ein Nachbau aus Holz, was nicht einfach und nicht billig ist.
Der Aufwand ist vorgeschrieben, weil die Astrid-Lindgren-Grundschule ein Einzeldenkmal ist und die Hüllensanierung deshalb mit den Denkmalschützern abgestimmt werden muss. Deren Anforderungen gerecht zu werden, sei nicht immer einfach, sagt Reichl.
Im nächsten Jahr sollen dann noch die Kellerabgänge und die Haupteingänge gemacht werden. Am Dach sind jetzt keine Arbeiten erforderlich, das wurde schon vor ein paar Jahren erneuert.
Wenn alles fertig ist, werden ungefähr 2 Millionen Euro in die Hüllensanierung der Grundschule 1 gesteckt worden sein. Rund ein Drittel davon habe die Stadt selbst zu tragen, erklärt Reichl. Der Rest werde über Förderungen finanziert, die fließen, weil die Sanierung dieses Schulgebäudes als Aufwertungsmaßnahme im Rahmen des Stadtumbaus erfolgt. Reichl betont, dass Stadtumbau eben nicht nur Abriss sei. Die Sanierungsmaßnahmen, darauf legt er Wert, wurden in viele Bauabschnitte und auf viele Lose aufgeteilt.
www.moz.de

03.09.2006
Pirmasens: Spatenstich im Innenraum
Ein enger Zeitrahmen, wie auch Architekt und Investor Emil Schweitzer bestätigt. Aber er will ihn einhalten. „Es ist schon wesentlich mehr im Inneren des Gebäudes passiert als von außen zu sehen ist“, erklärte er. Einige 100 Tonnen Putz und alte Installationen seien inzwischen aus dem Gebäude geschafft worden. Jetzt sei der Großteil der weiteren Arbeiten vergeben, darunter die komplette Fassadenrenovierung, der Einbau neuer Aufzüge und die Installation der Fenster.
Die rund 1000 Fenster werden übrigens nach langem Hin und Her doch Kömmerling-Profile neuester Bauart sein. Die schmalen Rahmen mit den verklebten Scheiben haben letztlich auch die Denkmalschützer überzeugt. Das Projekt hat offenbar auch für die „profine“ eine solche Bedeutung, dass Geschäftsführer Gerhard Sommerer persönlich anwesend war. Wie Marketing-Leiter Heinz Wagner gegenüber der PZ erklärte, ist der profine-Führung die Entscheidung für das Kömmerling-Profil sehr wichtig: „Das Objekt ist in jeder Hinsicht interessant. Wir werden hier sicherlich Architekten und Bauherren demonstrieren können, was mit unseren Profilen möglich ist“, sagte Wagner.
Daneben unterstreicht die Entscheidung für den einheimischen Hersteller auch, dass der Rheinberger für die Stadt und die Region eine Leutturmfunktion übernehmen soll. Das werde auch in Mainz so gesehen, sagte Abteilungsleiter Jürgen Hiller, der den Innenminister vertrat. Er unterstrich das „außerordentliche finanzielle und ideelle Engagement“ des Landes. Mainz tue alles, damit der Rheinberger Signalwirkung für den gesamten Stadtumbau ausstrahle, sagte Hiller und lieferte auch Zahlen. Im Schnitt seien seit 1996 jährlich 3,8 Millionen Euro vergleichbarer Fördermittel an den Horeb geflossen, bis 2010 werden es sechs Millionen Euro sein. Allein bei der 17-Millionen-Investition im Rheinberger kommt die Hälfte aus Mainz.
Ein ganz besonderer Förderschwerpunkt innerhalb des Rheinberger werde auf ausdrücklichen Wunsch von Innenminister Karl-Peter Bruch das „Science Center“ sein, kündigte Hiller an. Von dieser Wissenschaftsausstellung mit verschiedenen Begleitangeboten versprechen sich die Rheinberger-Planer eine touristische Attraktion, die Publikum von weither nach Pirmasens bringen soll.
www.Pirmasenser-zeitung.de

03.09.2006
Böhmer will Hauseigentümer stärker unterstützen
Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) will private Hauseigentümer stärker unterstützen, um den Stadtumbau zu beschleunigen. Dieser müsse als «gesamtgesellschaftlich bedeutende Zukunftsaufgabe» verstanden werden, sagte der Regierungschef am Samstag bei der Feier zum 15-jährigen Bestehen des Landesverbandes der Eigentümerschutz-Gemeinschaft Haus & Grund in Wernigerode. Das Ziel laute, aus einer «bewohnten Welt eine bewohnbare Welt» zu machen, sagte Böhmer. Ihm wurde die Ehrenmitgliedschaft des Verbandes verliehen.
«Auch 2007 wird die Förderung von Wohnraummaßnahmen ein Schwerpunkt unserer Wohnungspolitik sein», kündigte Böhmer an. Im Mittelpunkt stehe die Eigentumsbildung, die Modernisierung von innerstädtischen Altbauquartieren und der Bau von barrierefreien Wohnungen für Alte und Behinderte.
Die privaten Haus- und Grundstückseigentümer hatten zuvor in einem dpa-Gespräch neue Konzepte für den Stadtumbau gefordert. Dafür sollten die Immobilienbesitzer stärker einbezogen werden. «Schließlich haben durchschnittlich 90 Prozent der Immobilien in den Innenstädten private Eigentümer», sagte der Präsident des Verbandes Haus & Grund, Holger Neumann.
Die Stadtumbau-Programme seien aber nicht auf private Eigentümer zugeschnitten. Beim Abriss würden die Kommunen bislang hauptsächlich mit den Wohnungsgesellschaften und -genossenschaften zusammenarbeiten. Zudem kritisierte Neumann Kürzungen bei der Städtebauförderung, die vor allem private Eigentümer und Sanierungsgebiete träfen.
«Wir müssen über Quartiere nachdenken, nicht über einzelne Häuser», forderte Neumann. So könne etwa durch den Abriss eines Hauses in einem Wohnquartier Raum für Grünflächen, Höfe und Parkplätze geschaffen werden. Um die Innenstädte lebenswerter zu machen, müssten auch die privaten Eigentümer stärker zusammenarbeiten und die Kommunen die Besitzer als Partner anerkennen.

www.mz-web.de