Newsticker Archiv zweite Juli Hälfte 2002
31.07.2002
Einbruch auf dem Wohnungsmarkt: Chemnitzer
Genossenschaft vor dem Ende
In Chemnitz treibt eine Wohnungsgenossenschaft der Pleite entgegen. Heute soll
die Reißleine gezogen werden. Doch die Mitglieder sind unsicher, ob sie dem
sicheren Hafen oder einer neuen Havarie entgegensteuern. |
Das Unternehmen ist faktisch pleite. Heute Abend soll die Vertreterversammlung
einen Sanierungsplan und das Ende der Genossenschaft beschließen.
Die Häuser der Chemnitz-Helbersdorf e.G ( WCH) stehen im Heckertgebiet. In der
Plattenbau-Siedlung finden sich schöne sanierte Häuser, von Grünanlagen umgeben,
neben Blöcken, bei denen auch üppige Balkonpflanzen nicht gegen die Tristesse
ankommen. Der Leerstand wächst. Wohnten hier vor 10 Jahren 80 000 Menschen,
waren es Ende 2001 noch exakt 46 029.
Der Leerstand wird vom Vorstand auch als Grund für die WCH-Krise angeführt. In
den letzten vier Jahren wurden jeweils Fehlbeträge zwischen 31 und 175 Millionen
Mark verbucht. Kein Einzelfall: Laut Gesamtverband der Wohnungsunternehmen
schreiben 460 der 1200 ostdeutschen Wohnungsunternehmen rote Zahlen. Bei der WCH
sind sie dunkelrot: In einem Sonderdruck der Genossenschaftszeitung heißt es,
dass »das Vermögen... verbraucht ist«. Zudem stehen Schulden von fast 254
Millionen Mark, davon 77 Millionen Mark so genannter Altschulden aus. Ein
drastischer Sparkurs, die Streichung nahezu aller Instandhaltungsmaßnahmen
änderte wenig. »Aus eigener Kraft« sei die WCH zur Rettung »nicht in der Lage«.
www.nd-online.de
Interview
31.07.2002
Der Termin zur Nachbesserung der Wettbewerbsunterlagen geht heute zu
Ende.
www.bbr.bund.de
31.07.2002
MSWV Brandenburg:
Wohneigentumsstadtumbaurichtlinie in Kraft
Seit dem 17.02.2002 ist die Wohneigentumsrichtlinie Stadtumbau in Kraft
www.ilb.de
30.07.2002
MSWV Brandenburg: Kombination der Programme bringt
Stadtumbau voran
Stadtumbau wird in
Brandenburg nicht mit der Abrissbirne gemacht. Die verschiedenen Programme
greifen ineinander und unterstützen den Stadtumbau durch verschiedene
Aufwertungsprojekte. Lübbenau ist ein gutes Beispiel dafür, dass Stadtumbau
funktioniert, wenn Wohnungsunternehmen und Stadt gut zusammen arbeiten. In
Lübbenau Neustadt ist bereits viel erreicht worden. So entsteht derzeit nach dem
Teilabriss eines Hauses am Roten Platz eine neue Ladenzeile, in der sich Wohnen
und Gewerbe verbinden. Ein Bauabschnitt ist bereits fertig, am zweiten wird noch
gearbeitet. Am Standort eines vor wenigen Tagen abgerissenen Plattenbaus in der
Straße der Einheit entsteht ein Teich mit Sitzecken und Grünanlage. In die
Landschaft integrierte Garagen und weitere Stellplätze erhöhen die
Nutzungsqualität. In der Straße der Einheit 13-16 ergänzt ein Projekt zum
barrierefreien Wohnen den Stadtumbau. Wohnungen werden dort alten- und
behindertengerecht umgebaut und mit einem Aufzug ausgestattet. Flankiert wird
der Stadtumbau in Lübbenau von weiteren Projekten: Eine Trendsportanlage in der
Friedrich-Engels-Straße wurde vom Bauministerium aus Mitteln des Programmes
"Soziale Stadt" gefördert. Erst vor wenigen Wochen wurden die Skaterbahn, eine
Rollhockeyanlage, die im Winter als Eisbahn genutzt werden kann, sowie ein
Kunstrasenplatz eingeweiht
www.brandenburg.de
30.07.2002
Rathenow: Kritik von der Genossenschaft
Mag ja sein, dass es zum Beginn eines Stadtumbaus
immer etwas klemmt und die Rathenower Stadtverwaltung hart am Thema arbeitet.
Dass man aber im Rathaus immer noch nicht zu Potte gekommen ist und die
Stadtumbaukonzeption vorgelegt hat, ist aber trotzdem nicht unbedingt das, was
man als Aufbruchstimmung bezeichnet. Eine solche aber - gepaart mit viel
positivem Denken - ist notwendig und wurde jetzt nicht ganz zu Unrecht vom
Vorstand der Rathenower Wohnungsbaugenossenschaft eingefordert.
Die Kritik von RWG-Vorstand Schulz kommt
somit zur rechten Zeit. Ob er allerdings für sein erstes Projekt bald die
Abrissbirne ordern kann? In der Stadtverwaltung war mit Blick auf das
Umbaukonzept erneut von offenen Fragen die Rede. Ende Angust könnte das Konzept
vielleicht vorliegen.
www.maerkische
Allgemeine.de
29.07.2002
Nordhausen: Abriss kann schon im Herbst beginnen
Die Stadt Nordhausen wurde jetzt in das Bund-Länder-Programm "Stadtumbau -
Rückbau" aufgenommen. Mit bis zu 634 350 Euro werden deshalb in diesem Jahr
entsprechende Maßnahmen gefördert. "Das bedeutet grundsätzlich, dass der im Juni
vom Stadtrat beschlossene Abriss von insgesamt 150 Wohnungen von SWG und WBG
noch in diesem Jahr mit einem Pauschalbetrag von maximal 75 Euro pro
Quadratmeter Wohnfläche bezuschusst werden kann", erklärte Beate Meißner vom
Nordhäuser Stadtplanungsamt. Stadt und Wohnungsunternehmen könnten nun alle
Vorbereitungsmaßnahmen in die Wege leiten, damit im Herbst diesen Jahres die
ersten dauerhaft leer stehenden Wohnungen abgetragen werden könnten. Die
Grundflächen der Häuser sollen dann als Grünflächen gestaltet werden.
Die Objekte wurden von der Wohnungsbaugesellschaft beziehungsweise der
Wohnungsbaugenossenschaft für den Rückbau vorgeschlagen.
www.thueringer-allgemeine.de
27.07.2002
Expertenrunde fordert Kurswechsel in der
Wohnungspolitik
Ohne einen Kurswechsel in der Wohnungs- und Städtepolitik werden die sozialen
Spannungen in Deutschland zunehmen. Dies befürchtet ein Arbeitskreis von
Experten aus Politik, Wissenschaft und Wohnungswirtschaft, der auf Initiative
der Friedrich-Ebert-Stiftung ein Positionspapier zu diesem Thema erstellt hat.
Die Veränderungen der globalen und der nationalen wirtschaftlichen
Entwicklungen, der Migration, der Wandel der Lebensstile und der Arbeitswelt
sowie eine zunehmende Mobilität erfordere neue Strategien. "Die traditionellen
Konzepte verfügen nicht mehr über ausreichend umfassende Antworten auf die
Probleme", heißt es in dem Papier.
Bislang stand im Mittelpunkt der Politik von Bund, Ländern und Gemeinden die
Versorgung breiter Schichten der Bevölkerung mit Wohnraum. Dies sei nun
gesichert, meint der Arbeitskreis. Künftig gelte es zu differenzieren, um den
Folgen wachsender Ungleichheit, mangelnder Integration, zunehmende Vielfalt der
Biografien und der Bevölkerungsentwicklung Rechnung zu tragen. Außerdem müsse
die Wohnungs- und Städtebaupolitik mit anderen Feldern wie der Sozial-,
Wirtschafts- und Umweltpolitik enger verzahnt werden. Ziel müsse es sein,
lebenswerte Innenstädte zu schaffen, die soziale Erosion zu stoppen und
Eigeninitiativen der Bürger zu fördern.
www.fr-aktuell.de
26.07.2002
GdW: begrüßt Bundesratsinitiative zur
Einführung der Verwertungskündigung im Rahmen des Stadtumbaus Ost
Die Bundesratsinitiative des Freistaates Sachsen, eine Verwertungskündigung im
Rahmen des Stadtumbau-Programms Ost zuzulassen, wird vom GdW Bundesverband
deutscher Wohnungsunternehmen ausdrücklich begrüßt. GdW-Präsident Lutz Freitag
machte sich erneut für die Möglichkeit einer Kündigung im Rahmen der
Leerstandsbeseitigung in den neuen Ländern stark. "Angesichts von rund 1,3 Mio.
leerstehender Wohnungen ist die ostdeutsche Wohnungswirtschaft entscheidend
darauf angewiesen, dass Abriss- und Aufwertungsmaßnahmen zügig durchgeführt
werden können. Nach den bisherigen Erfahrungen beeinflussen die letzten in einem
zum Abriss bestimmten Haus verbliebenen Mieter die Realisierungschancen und
Kosten eines Stadterneuerungsprojektes entscheidend.
www.gdw.de
26.07.2002
Ministerium für Arbeit und Bau M-V:
Richtlinien des Landes zum Rückbau vorbildlich
Die jetzt erlassenen Richtlinien für die Förderung von Rückbaumaßnahmen
in Mecklenburg-Vorpommern sind vorbildlich für den ganzen Osten: Der
Gesamtverband deutscher Wohnungsunternehmen empfiehlt seinen ostdeutschen
Landesverbänden in einem Schreiben ausdrücklich die Regelungen aus dem Nordosten
als Grundlage für Gespräche mit ihren Bauministerien.
Die Richtlinien des Landes würden in dem Verbands-Schreiben an alle ostdeutschen
Landesverbände in besonderer Weise positiv herausgestellt.
"Unsere Richtlinien zum Stadtumbau Ost für den Rückbau dauerhaft leerstehender
Wohnungen weichen tatsächlich in einem entscheidenden Punkt von den Regelungen
der anderen Länder ab: Bei uns werden die Zuschüsse für die Rückbaumaßnahmen
direkt an die Wohnungseigentümer ausgereicht", informierte der Minister. Damit
bekommen die Besitzer und Verfügungsberechtigten der Wohngebäude die Mittel ohne
Umwege an die Hand. Verwaltungsabläufe werden so weit wie möglich beschleunigt
und vereinfacht.
www.mvnet.de
26.07.2002
Gera: Kühne Ideen für eine Stadt in der
thüringischen Provinz
Der Stadtumbau Ost nimmt in Architektenköpfen bereits konkrete Formen an. Mit 14
Projekten von Lusan bis Bieblach, entworfen von verschiedenen Büros, beteiligt
sich Gera an einem bundesweiten Wettbewerb. "Wir haben Ideen gesucht, um
Wohnwert zu schaffen. Erst der zweite Blick gilt der Ökonomie", versucht
Baudezernent Frank Herzer, Bedenkenträgern und Rechnet-sich-das?-Taktierern den
Wind aus den Segeln zu nehmen.
Ein Schwerpunkt ist das Wohnen in der Stadtmitte, in deren Gründerzeitquartieren
durchschnittlich jede vierte Wohnung leer steht. Wird nichts getan, schnellt die
Zahl bis 2020 auf 40 Prozent. Einer der Gründe: Im vorhandenen Bestand zu
entwickeln, das erfordert mehr Kraft und Kreativität als anderswo.
www.otz.de
OTZ Kommentar Artikel
25.07.2002
Erfurt: Die Holzkeule der Kündigung
Die Mieterorganisationen in den neuen Bundesländern sind aufs höchste alarmiert,
während die Wohnungswirtschaft dem Minister den Rücken stärkt. Hintergrund des
Gesetzesvorstoßes ist das Projekt Stadtumbau Ost. Mit Milliardenaufwand soll der
Wohnungsleerstand in den neuen Ländern - allein in Thüringen stehen mehr als 100
000 Wohnungen leer - bekämpft werden. Dazu wollen Städte und Wohnungswirtschaft
Entwicklungskonzepte für ganze Stadtteile vorlegen, Abriss von Wohnungen
inklusive. In Thüringen sollen etwa 4000 bis 6000 Wohnungen jährlich weggerissen
werden.
"Eine solche Regelung wie die Abrisskündigung ist längst überfällig", reagiert
Norbert Nareyke, der Chef des Verbandes der Thüringer Wohnungswirtschaft.
www.tlz.de
24.07.2002
Kyffhäuserkreis: Stadtumbau: Größter Brocken
für Sondershausen
Insgesamt 1,01 Millionen Euro fließen im Rahmen des Sonderprogramm "Stadtumbau
Ost" in den Kyffhäuserkreis. Zwei Städte aus dem Kyffhäuserkreis - Sondershausen
und Artern - profitieren von dem Programm der Bundesregierung, aus ganz
Thüringen sind 45 Städte dabei.
Der größte Teil des Geldes für den Kyffhäuserkreis steht mit 655 260 Euro für
Sondershausen bereit. Davon sind 55 260 Euro für den Rückbau leerstehender
Wohnungen vorgesehen, 600 000 Euro für die Aufwertung der betroffenen
Wohngebiete. In Sondershausen mit einem Leerstand von 12,80 Prozent sind dies
das Hasenholz/Östertal und das Wippertor. Hier soll das Wohnen in der Stadt
durch ein ausgewogenes Verhältnis von notwendigem Rückbau des Wohnraumüberhangs
und Instand- und Modernisierungsinvestitionen attraktiver werden.
www.thueringer-allgemeine.de
23.07.2002
Sächsisches Innenministerium: Abrisskündigung soll
Stadtumbau beschleunigen
Bisher galten sie als unantastbar: Mietverträge aus DDR-Zeiten. Doch jetzt plant
Sachsen eine Bundesratsinitiative für ein Sonderkündigungsrecht. Um den
Wohnungsleerstand schneller verringern und Häuser abreißen zu können, berät der
Freistaat mit den anderen Bundesländern die Einführung einer Abrisskündigung im
Baugesetzbuch.
"Wir diskutieren die Initiative bis Ende August mit den anderen Ländern. Dann
soll sie in den Bundesrat eingebracht werden", bestätigte Ministerialrat Michael
Köppel vom Sächsischen Innenministerium. Der Vorstoß soll verhindern, dass
letzte Mieter eines zum Rückbau vorgesehenen Hauses mit horrenden Forderungen
nach Umzugsprämien den Stadtumbau behindern. Das neue Gesetz würde indirekt auch
DDR-Mietverträge angreifen. Bisher ist ihre Unantastbarkeit im Einigungsvertrag
und im Mietrecht festgeschrieben. Die entsprechenden Klauseln gewähren Bewohnern
mit DDR-Mietvertrag in ihren Häusern nahezu absoluten Kündigungsschutz. Da
während des Stadtumbaus aber die Räumung ganzer zum Abriss vorgesehener Häuser
zu erwarten ist, plädiert die Wohnungswirtschaft seit längerem für die
Einführung von Sonderregeln. Insgesamt stehen im Osten Deutschlands etwa eine
Million Wohnungen leer.
www.dnn.de
Geithain/Borna: Wirtschaftliche
Probleme durch Leerstand
Die Wohnungsgenossenschaft Geithain/Bad Lausick e. G. verwaltet derzeit 652
Wohnungen in Geithain, Bad Lausick, Borna und Großzössen. Mehrere Leser wandten
sich mit Fragen zur Genossenschaft an unsere Zeitung - so zum Stadtumbauprogramm
in Geithain, zu Betriebskostenabrechnungen in Borna und der Auszahlung von
Genossenschaftsanteilen.
Zwischen 1995 und 1997 haben wir rund 120 Wohnungen privatisiert. Hinzu kamen
zahlreiche Wegzüge, das hieß: 150 bis 200 ausgeschiedene
Genossenschaftsmitglieder erhoben gleichzeitig Anspruch auf Auszahlung der
Genossenschaftsanteile. Das war sowohl finanziell als auch verwaltungstechnisch
ein großer Brocken und von der Genossenschaft nicht zu bewältigen. Wir haben
deshalb Ratenzahlungsvereinbarungen getroffen. Großen Wert legen wir dabei auf
Transparenz. Es gibt eine Liste entsprechend der Austrittsdaten, die jederzeit
von allen betroffenen Mitgliedern eingesehen werden kann. Sie wird nach und nach
abgearbeitet.
www.lvz-online.de
Schwerin: Schrumpfende Stadt
Im Nordosten ist die Zukunft zu besichtigen - die Zukunft eines Landes, das
immer kleiner wird
Die Vorgärten vor den aufwendig sanierten Plattenbauten sind frisch bepflanzt,
die Straßen neu gepflastert, Bolzplatz und Basketballfeld für die Kinder liegen
nur einen Steinwurf entfernt. Auf der einen Seite lädt der Schweriner See zum
Schwimmen, auf der anderen der Wald zum Wandern ein. Eigentlich sollte Mueßer
Holz zu den attraktiven Stadtteilen in Schwerin gehören - doch die Realität
sieht anders aus. Seit Jahren sinkt die Einwohnerzahl dramatisch, immer mehr der
Plattenbauten veröden. Mehr als jede fünfte Wohnung steht hier inzwischen leer
Von den 130 000 Einwohnern, die damals in Schwerin lebten, sind heute noch rund
100 000 geblieben. Der Nachfrageverlust spiegelt sich nicht nur in leeren
Geschäften der Innenstadt, sondern auch im Zurückfahren der Infrastruktur:
Theater und Orchester wurden verkleinert, Schwimmbäder und Schulen geschlossen.
Ein Verlust, der auch die Stimmung in der Stadt trübte. "Teilweise gab es hier
einen apokalyptischen Countdown, wann wir unter die magische Marke fallen
www.welt.de
22.07.2002
Rostock: Architekten im Nordosten wollen Städte
umbauen
"Wir werden uns mehr mit dem Stadtumbau beschäftigen", sagte
Herrmann vor dem Hintergrund der unter anderem auch durch Abwanderung
schrumpfenden Bevölkerung in den neuen Bundesländern. Dieser hatte auf dem
Kongress darauf hingewiesen, dass noch im Juli 40 Kommunen im Land ihre
Umbaukonzepte abschließen werden. In den nächsten sieben Jahren würden im Rahmen
des Stadtumbauprogramms 311 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Die Kommunen
müssten sich zusammentun und gemeinsam die Infrastruktur entwickeln, betonte der
Vorsitzende des Architektenbundes Jasper Herrmann. Es müsse beispielsweise auch
geklärt werden, was nach dem Abriss von Häusern geschehen soll. Es gebe
grundsätzlich die beiden Möglichkeiten, nach dem Abbruch ganz neue
Stadtlandschaften zu schaffen oder alles der Natur zu überlassen.
www.welt.de
21.07.2002
Leipzig: Wohnungsleerstand bringt mehr Service
Was hat Leipzig, was München nicht hat? Leerstehende Wohnungen im Überfluss.
Doch während sich Wohnungssuchende in der "Weltstadt mit Herz" schon mal mit
peinlichen Auftritten in einer TV-Show produzieren oder tagelang in einem
Spielehaus hinter einer Schaufensterscheibe ausharren, weil sie des monatelangen
Schlangestehens mit unzähliger Konkurrenz bei Besichtigungsterminen müde sind,
werben Leipziger Immobilienmakler auf großen Plakaten mit dem Erlassen der
Kaution oder Maklercourtage.
Wohnungsgenossenschaften müssen sich immer mehr Service- und Sonderangebote
einfallen lassen: In der Messestadt stehen derzeit rund 55 000 Wohnungen leer.
Mieter der Wohnungsgenossenschaften Lipsia und VLW bekommen beispielsweise eine
Servicekarte, mit der sie im Blumenladen, in der Parfümerie oder im
Fitness-Studio Rabatt erhalten.
"Durch solche Angebote wird der Leerstand nicht behoben, sondern nur
verschoben", erläutert die Vorsitzende des Leipziger Mietervereins, Anke Matejka.
Und LWB-Pressesprecher Gregor Hoffmann: "Werben können wir damit tatsächlich nur
den, der sowieso umziehen will."
www.welt.de
20.07.2002
Eggesin: Vergünstigungen des Wohnungsunternehmens umstritten
Sie hört sich wirklich verlockend an, die neue Werbung des Eggesiner
Eigenbetriebes Wohnungswirtschaft. Unter dem Motto "Bonuswohnen in Eggesin"
werden potenziellen Mietern die nach der Wende gebauten Wohnungen in der
Ziegelstraße schmackhaft gemacht. Für den Abschluss eines Mietvertrages gibt es
einen kostenlosen Parkplatz in der Tiefgarage, eine Jahreskarte für das "Move"
sowie für die Kinder ein Gratis-Ticket für das Schüler- und Jugendzentrum oben
drauf. Hinzu kommen Freikarten für alle Konzerte der Randow-Festtage sowie eine
finanzielle Hilfe für den Umzug ins neue Heim. Seit Wochen wirbt der
Eigenbetrieb bereits mit gutem Erfolg für sein Bonus-paket , sagt
Vize-Bürgermeister Siegfried Brauer. Zumal eine 94 Quadratmeter große, gut
ausgestattete 4-Raum-Wohnung mit Gäste-WC nur 599 Euro Warmmiete kostet.
Doch bei anderen Wohnungsunternehmen stößt das lukrative Angebot auf wenig
Gegenliebe. Für Ursula Rosenberg, Geschäftsführerin der Torgelower
Wohnungsbaugesellschaft, handelt es sich um "unlauteren Wettbewerb". Sie lässt
die Werbung im Auftrag von Bürgermeister Ralf Gottschalk (Bürgerbündnis) zurzeit
von einer Anwältin prüfen.
www.nordkurier.de
Leipzig: Rathaus bietet Grundstücke für Stadthäuser an
Mit Grundstücksangeboten in Gohlis und der Südvorstadt beginnt das
Stadthäuser-Programm. Die drei Areale werden öffentlich ausgeschrieben. Ziel:
Auf Brachen in Citynähe sollen kleine Wohnanlagen mit Einfamilienhäusern
entstehen.
Am Anfang war ein Kreis. Mit dem hatten Stadtplaner und Grundstücksexperten des
Rathauses einen etwa drei Kilometer breiten Gürtel rund um den Innenstadtring
markiert. Innerhalb dieses Gürtels wurde dann genauer hingeschaut: Wo sind
unschöne Ecken, Baulücken und Brachflächen, die sich für kleine Wohnanlagen -
vorrangig mit Reihenhäusern - eignen?
www.lvz-online.de
Sachsen-Anhalt: Kommunen erhalten
Stadtumbau-Mittel
Das Land hat das Startzeichen für die Förderung des Stadtumbaus in diesem Jahr
gegeben. Dazu stellen Bund und Land den Kommunen 53,42 Millionen Euro für Abriss
leerer Wohnungen und gezielte Aufwertung von Stadtteilen zur Verfügung. Wie
Landesbauminister Karl-Heinz Daehre am Freitag in Magdeburg sagte, sei der
Stadtumbau in Sachsen-Anhalt kein simples Abrissprogramm. Allerdings sei der
Rückbau die notwendige Voraussetzung, um lebendige städtebauliche Strukturen zu
schaffen.
Nach Darstellung des Ministers sollen in den kommenden zehn Jahren 100000
leerstehende Wohnungen abgerissen werden. Dabei dürfe der großflächige Abriss
ganzer Quartiere kein Tabu-Thema sein. Daehre verwies auf die Auskunft der
Wohnungswirtschaft, wonach in Sachsen-Anhalt rund 200000 Wohnungen leer stehen,
rund 15 Prozent des Gesamtbestandes. Besonders dramatisch sei die Situation in
den Plattenbausiedlungen. In Halle auf der Silberhöhe allein stehen etwa 4000
Wohnungen leer.
Die Bundesregierung forderte der Minister auf, sich noch stärker zu beteiligen
"Der Bund sollte die Altschulden auf leerstehende Wohnungen streichen", sagte er
mit dem Hinweis, "viele Wohnungsunternehmen stehen vor der Insolvenz". Dadurch
könnten die Investitionen, die zum Erliegen gekommen seien, wieder anziehen,
womit auch der mittelständischen Bauwirtschaft geholfen werde.
Daehre kündigte an, dass die Landesregierung - möglicherweise im Rahmen des
Investitionsbeschleunigungsgesetzes - die Belegungsbindung mit
Wohnberechtigungsschein aufheben will.
www.mz-web.de
Lobenstein: Wenig Resonanz auf Fragebögen
Mit einer Fragebogen-Aktion, die im Amtsblatt der Stadt Lobenstein
veröffentlicht worden war, sollten die Untersuchungen für das Programm
"Stadtumbau Ost" unterstützt werden. Allerdings lag die Resonanz weit unter den
Erwartungen. Lediglich ein Drittel der für genauere Aussagen erforderlichen
Menge an Fragebögen ging bei der Stadtverwaltung ein. Bei einigen Exemplaren
seien "Extremantworten" erkennbar gewesen, die für eine realistische
Einschätzung ebenfalls schwer zu verwenden seien.
Speziell die Bewohner des Wohngebietes "Tiergarten" hätten sich an der
Fragebogen-Aktion beteiligt. In einem ersten Überblick konnte die Gesamtaussage
getroffen werden, dass die Wohnzufriedenheit und die Heimatverbundenheit mit der
Stadt groß ist, wurde dazu mitgeteilt. Trotzdem fasse aber jeder zehnte Bürger,
der aus dem Wohngebiet "Tiergarten" geantwortet hat, ins Auge, in den nächsten
fünf Jahren aus Lobenstein wegzuziehen.
www.otz.de
19.07.2002
Apolda: Augenmerk nicht nur auf Platte
"Wir müssen nicht alles, was neu in der Stadt entsteht, nach außen verlagern.
Eine solche Entwicklung ginge zu Lasten des Zentrums", umschreibt Baudezernent
Paul Richter das grundlegende Ziel, das Apolda im Bundes-Förderwettbewerb
"Stadtumbau Ost" verfolgt. Bis Mitte Juni mussten die über 200 einbezogenen
Städte, darunter Apolda, ihre Planungen einreichen. Am 5. September werden in
Potsdam die Wettbewerbs-Ideen offiziell auswertet.
In erster Linie hofft die Stadt, das Programm im leerstandsgeplagten Apolda-Nord
greifen zu lassen. "Wir können aber nicht sagen, wir räumen dort einfach alles
ab. Denn ein Wettbewerbs-Kriterium ist es, das Wohnumfeld entsprechend
umzugestalten", so Richter. Eine beliebige Neunutzung ist der Stadt allerdings
nicht möglich. Denn die Flächen bleiben nach dem Rückbau im Besitz der
Wohnungsgesellschaften.
www.thueringer-allgemeinde.de
Geithain: Das Konzept für Geithain-West fand wenig
Gegenliebe
"Sie glauben doch wohl selbst nicht, dass in Geithain-West jemand ein Eigenheim
baut, der weiß, dass ihm gleich daneben aus einem Fünfgeschosser alle in die
Kaffeetasse schauen können..." Was eine Bewohnerin von Geithain-West vorgestern
Abend auf etwas drastische Art in Richtung Planer ausdrückte, meinen allerdings
sehr viele ihrer Mitbürger. Bei der wurde das "Integrierte
Stadtentwicklungskonzept" vorgestellt und dessen spezielles Stadtteilkonzept für
das Wohngebiet Geithain-West, das bereits zuvor für einigen Wirbel bei den dort
Wohnenden gesorgt hatte
Neben der Ablehnung des vorgestellten gestalterischen Entwurfs - er sieht
vor allem den Abriss von Wohnblöcken im südlichen Teil des Neubaugebiets vor -
hielten die Einwohner mit ihren Meinungen nicht hinter dem Berg: Man müssen
endlich das Wohngebiet aufwerten, indem Fußwege instand gesetzt, Straßen nicht
nur geflickt, Hauseingänge und Treppenhäuser ansehnlicher gestaltet,
Containerplätze besser integriert würden, schlug einer vor. Viele sprachen sich
dafür aus, die laut Konzept stehenbleibenden Blöcke in der Straße der Deutschen
Einheit lieber um eine oder zwei Etagen herunter zu bauen.
www.lvz-online.de
Freie Bahn für
Uni-Institut in Görlitz
Dem Institut für
,,revitalisierenden Städtebau“ in Görlitz steht offenbar nichts mehr im Weg. Die
TU Dresden und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz haben jetzt einen Vertrag
unterschrieben, mit dem ein Professoren-Lehrstuhl abgesichert ist. Die Stelle
wird fünf Jahre lang von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz bezahlt, ist aber
an das Institut für Architektur der Dresdner Uni angebunden. Das Institut soll
seinen Sitz in der Krebsgasse und am Obermarkt haben. Forschungsschwerpunkt wird
alles sein, was mit dem Wohnungsleerstand und dem geplanten Stadt-Umbau zu tun
hat
www. sz-online.de
18.07.2002
Neustadt: Stadtrat zieht Beitrag zum Stadtumbau Ost
zurück
Ein weiteres Mal sorgte das Stadtentwicklungskonzept im Neustädter Stadtrat für
erregte Diskussionen. Der in mehreren Monaten erarbeitete Beitrag zum Stadtumbau
Ost wurde zurückgezogen und die Konkretisierung der stadtplanerischen Vorhaben
in die Zukunft verschoben.
Aufgrund der zahlreichen Kritik stand schließlich die Teilnahme am
Bundeswettbewerb Stadtumbau Ost zur Diskussion. Der Vorschlag, mit den
Unterlagen am Wettbewerb teilzunehmen und weiter mit ihnen zu arbeiten wurde bei
vier Enthaltungen mit vier Ja- und sechs Nein-Stimmen aus SPD und CDU abgelehnt.
Nun werden die Unterlagen zum Bundeswettbewerb zurückgezogen, was unter anderem
die Rückzahlung von 40 000 Euro Fördermitteln bedeutet. Auch die Planungsarbeit
von mehreren Monaten wurde so entwertet. Was die Entscheidung für das Prestige
der Stadt bedeutet ist momentan nicht abzusehen.
In vielen Gesichtern war nach der Sitzung Betroffenheit zu sehen. Jemand
verlangte gar eine Strafe für Politiker, die ihrer Stadt Schaden zufügen.
www.otz.de
17.07.2002
Dessau: Stadtentwicklung im Wohngebiet Zoberberg
Viele Fragen und Bitten nach kurzfristigen Lösungen. Dabei war Baudezernent Karl
Gröger mit Mitarbeitern des Stadtplanungsamtes am Montag in das Wohngebiet zu
einer Bürgerversammlung gekommen, um vielmehr über langfristige Entwicklungen zu
informieren. 20 000 Einwohner hat Dessau seit 1991 verloren. Diese Entwicklung
ist auch am Zoberberg nicht spurlos vorüber gegangen. 1991 lebten im Wohngebiet
5 335 Dessauer, zehn Jahre später sind es nur noch 4 039. Leere Wohnungen künden
von Problemen. Ganz Dessau hat rund 5 000 Wohnungen zu viel. Etliche davon
befinden sich im rund 20 Jahre jungen Neubaugebiet Zoberberg.
Die Rede ist am Montagabend von einem langfristigen Stadtumbau. "Wir alle müssen
der Entwicklung Rechnung tragen", erklärt Gröger vorsichtig das Anliegen.
www.mz-web.de
16.07.2002
Pirna: bis 2015 4 000
Wohnungen weg
Wir sind nicht in Schwarz angetreten, wir
strahlen Optimismus aus!“ Pirnas Stadtplanungsamtschef Mario Mezger tut es,
obwohl es dazu keinen Anlass gibt. Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache:
Seit der Wende kehrte jeder zehnte Pirnaer der Stadt den Rücken, und bis 2015
soll die Bevölkerung noch einmal um fast 13 Prozent schrumpfen. Knapp 38 000
Einwohner würde dann die Große Kreisstadt haben - und das ist noch eine relativ
optimistische Prognose. Bereits heute zeichnet sich ein bisher nie da gewesenes
Überangebot an Wohnraum ab. Wenn in den nächsten Jahren nichts passiert, steht
2015 mehr als jede fünfte Wohnung leer. Düstere Prognosen, die vor ein paar
Tagen so manchem Besucher der Informationsveranstaltung zum Thema „Stadtumbau
Ost“ Sorgenfalten auf die Stirn trieben. „Man kommt sich vor wie auf einer
Beerdigung“, sagte jemand aus den Zuschauerreihen.
www. sz-online.de