Newsticker Archiv August 2002
31.08.2002
Eggesin: Mittel reichen nicht für alle Anträge
Insgesamt sollen in Eggesin in den kommenden Jahren 933 Wohnungen abgerissen
werden. Dafür wurden jetzt 3,7 Millionen Euro beim Schweriner Ministerium für
Arbeit und Bau beantragt, hieß es während der jüngsten Sitzung der
Stadtvertretung (Nordkurier berichtete). Vorgesehen ist, dass der erste Block
mit 90 Wohnungen noch 2002 fällt. Ob das wirklich möglich ist, hängt allerdings
von Schwerin ab.
Denn für Rückbaumaßnahmen in ganz Mecklenburg-Vorpommern stehen in diesem Jahr
lediglich 3,5 Millionen Euro aus dem Programm "Stadtumbau Ost" zur Verfügung,
sagte gestern Manfred Weigel, stellvertretender Abteilungsleiter für Wohnungs-
und Städtebauförderung im Holter-Ministerium. Dieses Geld reiche lediglich für
750 Wohnungen.
www.nordkurier.de
30.08.2002
Prenzlau: Zukunft der
Kasernen in Frage gestellt
30 Hektar völlig ungenutzt
"Stadtumbau in Prenzlau - Baustein Militärbrachen" - unter diesem Titel
fand gestern ein Werkstattgespräch statt, zu dem die uckermärkische Kreisstadt
kompetente Fachleute und Vertreter anderer betroffener Kommunen eingeladen
hatte. Im Mittelpunkt des Interesses stand dabei die weitere Zukunft der
leerstehenden Kasernen an der Röpersdorfer Straße.
www.nordkurier.de
28.08.2002
Chemnitz: Vermieter
jagen sich gegenseitig die Kunden ab
Kampf auf Wohnungsmarkt immer härter - Per Post wird jetzt in Häusern der
Konkurrenz „gewildert“ - Mieterbund: Vorteil für Kunden
Potenzielle Mieter werden in Chemnitz derzeit mit allen Mitteln umworben -
Leerstand, Abrissdebatte und danieder liegender Wohnungsmarkt lassen grüßen.
Der Kampf um Mietzahler ist inzwischen so hart, dass Immobilienhändler sogar bei
Konkurrenten Klinken, genauer gesagt Briefkästen putzen gehen.
In denen fanden die verbliebenen Mieter jener Markersdorfer Elfgeschosser, die
die Grundstücks- und Gebäudewirtschaftsgesellschaft bald abreißen will, jüngst
nämlich Schreiben vor, die „Mietangebote am laufenden Band“ offerierten. Und
nicht nur das - die beschriebenen Angebote waren noch dazu mit einem Gutschein
garniert. Mit dem Vermerk: „Bitte ausschneiden und vorlegen!“ verhieß dieser
sowohl eine „Umzugsbeihilfe im Wert von 300 Euro“ als auch eine
„Aufwandsentschädigung im Wert von 1500 Euro*“.
www.freiepresse.de
28.08.2002
Neubrandenburg: Zu zwei
Blöcken im Vogelviertel rollt Abrissbirne
Zwei Wohnblöcke im Vogelviertel will die Neubrandenburger Wohnungsgesellschaft (Neuwoges)
Ende 2003/erstes Halbjahr 2004 abreißen lassen. Wie das städtische Unternehmen
mitteilt, handelt es sich dabei um die Habichtstraße 13 bis 17 und die
Fasanenstraße 23 a,b,c. Die Mieter seien bereits informiert worden. Die
Baumaßnahme stehe im Zusammenhang mit den Planungen zum Integrierten
Stadtentwicklungskonzept "Stadtumbau Ost".
Die Neuwoges versichert, die betroffenen Mieter so frühzeitig wie möglich zu
beraten, "um ohne Zeitdruck mit ihnen gemeinsam individuelle Lösungen für eine
neue Wohnung zu finden". Diese Vorgehensweise habe sich bereits beim
Abrissprojekt Hochhaus Am Anger 17 (der Nordkurier berichtete) bewährt
www.nordkurier.de
27.08.2002
Neustadt:
Stadtentwicklungskonzept für bedarfsgerechte Planung
Das Konzept teilt die Stadt in Sanierungs- (hier wird vorhandene Bausubstanz
erhalten), Umstrukturierungs- (wo eine neue Nutzung erschlossen wird) und
Schrumpfungsgebiete (in denen nach Bedarf rückgebaut wird) ein. Für Kirsten
Effenberger ist die Ablehnung der Stadträte unverständlich: "Alle
vorgeschlagenen Änderungen waren eingearbeitet." So hatte man Neustadt-Süd vom
Schrumpfungs- zum Umstrukturierungsgebiet umgewidmet.Jetzt seien auch Fehler in
den Unterlagen wie die Erwähnung von Küchen ohne Fenster in Süd-Blöcken
beseitigt. Doch Unmut erregte bei den Räten auch der Begriff
"Schrumpfungsgebiet", den manche ganz streichen wollen. Schrumpfung sei aber
nötig, denn in Neustadt gebe es einen Überschuss von 500 Wohnungen, so
Bauamtsleiter Jochen Beer, und die Statistik lasse keine Rückschlüsse auf ein
Bevölkerungswachstum zu. Die Fördermittelgeber verlangten aber die Sicherheit,
dass ihre Investitionen, so für die von allen Fraktionen geforderte
Innenstadtaufwertung, langfristigen Nutzen bringen.
www.otz.de
22.08.2002
Gera setzt auf Stadt-Umbau
Die Umsetzung des Programms "Stadtumbau Ost" braucht nach Ansicht der
Vizepräsidentin des Bundestages, Anke Fuchs (SPD), mehr Dynamik. Das Programm
habe in den Kommunen eine hohe Akzeptanz gefunden, sagte Fuchs in Gera. Jetzt
komme es darauf an, dass die Städte und Gemeinden die Projekte schnell
erarbeiteten und umsetzten.
Problematisch sei jedoch, dass bei Vorhaben zur Aufwertung von Wohnungen und
Quartieren im Zuge des "Stadtumbaus Ost" städtische Eigenmittel nicht von den
Wohnungsunternehmen übernommen werden dürfen. Angesichts der prekären
finanziellen Lage vieler Städte müsse das verändert werden.
www.tlz.de
21.08.2002
BMVBW: Stadtumbau Ost bietet stabile
Perspektive für Plattenbaugebiete
Jena habe im Vergleich mit den neuen Bundesländern eine gute wirtschaftliche
Entwicklung vorzuweisen. Dennoch habe auch hier der Wohnungsleerstand über ein
verträgliches Maß hinaus zugenommen. Der verdichtete Wohnungsbestand in den
Plattenbausiedlungen entspreche sowohl in der Massierung des Angebots wie auch
in seiner Struktur und Qualität nicht mehr den Wohnbedürfnissen der Bevölkerung.
An beispielhaften Projekten wie dem "Vitalen Wohnen" und den neu gestalteten
Freiflächen der Kastanienstraße und des Stadtplatzes Lobeda-West lasse sich
bereits jetzt erkennen, wie ein neues, attraktives Lobeda Gestalt annehmen
könne.
www.bmvbw.de
21.08.2002
Bad Doberan: Wohnen in
der Platte
In vielen Kommunen der neuen Bundesländer haben sich die ehemals so beliebten
Plattenbauten zu großformatigen Ladenhütern entwickelt. Die Leerstände bewegen
so manchen Stadtentwickler entweder aus kosmetischen oder finanziellen Gründen
den Abriss (oder vornehm ausgedrückt: den Rückbau) zu empfehlen.
Nicht so oder kaum so in Bad Doberan. Die beiden Plattenbausiedlungen Buchenberg
und Kammerhof erfreuen sich nach wie vor
großer Beliebtheit bei den Bürgern dieser Stadt. Besonders beim Buchenberg, der
in den Jahren 1960 bis 1980 gewachsen ist, kann man bei bisher nur zwei bis drei
Prozent freier Wohnungen kaum von Leerstand reden. Vor allem dank der
Kleingartenanlagen, die den Buchenberg umsäumen und die per Pedes in wenigen
Minuten erreicht werden, wohnt man als Doberaner halt gern hier.
www.ostsee-zeitung.de
20.08.2002
Sangerhausen: 2,2
Millionen Euro für die Kreisstadt
Für Rückbau- und Aufwertungsmaßnahmen wurden der Sangerhäuser Wohnungswirtschaft
noch für dieses Jahr 2,2 Millionen Euro Landes-Fördermittel zugesagt, teilte der
CDU-Landtagsabgeordnete André Schröder mit. Demnach sind für den Abriss von 52
Wohnungen in der Ostsiedlung, von 302 Wohnungen im Othal und 380 Wohnungen in
Südwest zwei Millionen Euro vorgesehen. Die verbleibenden 200000 Euro sollen in
Aufwertungsmaßnahmen investiert werden, so Schröder. Diese Gelder seien Teil der
sechs Millionen Euro, die bis 2004 in die Stadt fließen sollen.
Damit die Arbeiten beginnen können, brauche die Wohnungswirtschaft von der
Bundesregierung jedoch die Zusage, von den Altschulden des abzureißenden
Wohnraums freigestellt zu sein. "Die entsprechende Möglichkeit im
Altschuldenhilfegesetz ist jedoch mit so geringen Mitteln flankiert, dass diese
Zusage noch immer fehlt", so Schröder.
www.mz-web.de
19.08.2002
Gera: Denkanstöße zum
Prozess im Stadtumbau Ost
"Stadtumbau Ost - Chance für Gera?" Eine (vielleicht erhoffte) Antwort auf
diese Frage bekamen die Gäste beim Immobilien Stammtisch der Sparkasse
Gera-Greiz am Freitagabend zwar nicht. Aber vielleicht ein paar neue
Denkanstöße, wie es Andreas Jacob von der Firu GmbH Kaiserslautern als Moderator
des Podiumsgespräches abschließend formulierte.
Mit dem erheblichen Bevölkerungsrückgang, der steigenden Zahl alter Menschen und
veränderten Familienstrukturen hatte Wolfgang Schmidt, Ministerialdirigent im
Thüringer Innenministerium, eingangs das Zukunftsszenario ausgemalt und
schließlich auch Notwendigkeit des Stadtumbaus samt Aufwertung und Abriss
begründet. Stadtumbau heiße nicht nur, vom Rand her abzuschmelzen, sondern jedem
Stadtteil eine Perspektive zu bieten, so Dr. Martha Doehler vom Büro für urbane
Projekte Leipzig. Rückbau müsse tatsächlich, aber stadtteilgerecht stattfinden.
Die Schaffung kleiner Wohnformen oder die gemeinsame Nutzung schlecht
vermietbarer Erdgeschosse in Plattenbauten nannte sie als Beispiel für
Veränderungen in der Innenstadt. "Gera muss so viele Innovationen wie möglich
zulassen". Für Prof. Thomas Freytag von der FH Erfurt ist Gera eine Stadt, die
"ein bisschen das Gravitationszentrum verloren hat". In der Kombination von
Wissensvermittlung, Unterhaltungskonzepten und Wohnen sieht er die Chance für
die Innenstadt
www.otz.de
16.08.2002
MSWV
Brandenburg: Stadtumbau-OST gewinnt an Fahrt - Förderung für selbst genutztes
Wohneigentum deutlich verbessert
Mit zwei neuen Richtlinien wird die
Förderung zur Bildung von innerörtlichem Wohneigentum, insbesondere im Wohnungs-
und sonstigen Gebäudebestand, im Zusammenhang mit dem Stadtumbau deutlich
verbessert. Für die Wohneigentums-Richtlinie stehen für die Jahre 2002 und 2003
jeweils ca. 15 Mio. Euro zur Verfügung und für die Wohneigentum
Stadtumbau-Richtlinie jährlich ca. 8 Mio. Euro. Mit der Wohneigentums-Richtlinie
sollen unter Berücksichtigung der Eigenheimzulage Haushalte mit geringen und
mittleren Einkommen, die sich am Markt nicht angemessen mit Wohnraum versorgen
können, mit Hilfe einer Pauschalförderung durch Baudarlehen unterstützt werden.
Dies trifft insbesondere auf Haushalte mit Kindern, Alleinerziehende und
Haushalte mit schwer behinderten Angehörigen zu. Die durch das
Wohnraumförderungsgesetz vorgegebenen Einkommensgrenzen sind einzuhalten.
www.brandenburg.de
15.08.2002
Potsdam: Ende des
Geschosswohnungsbaus
In Potsdam wird kein Geschosswohnungsbau mehr zugelassen. Das ist Bestandteil
des gestern vom amtierenden Oberbürgermeister Jann Jakobs und der
Baubeigeordneten Elke von Kuick-Frenz vorgestellten Stadtentwicklungskonzeptes.
Die vier Aufgabenschwerpunkte sind die weitere Sanierung der Innenstadt, die
Aufwertung des Wohngebietes Am Schlaatz, die Entwicklung des Raumes Stern/Drewitz/Kirchsteigfeld
sowie die Neuorientierung im Bornstedter Feld.
Neben fast 260 anderen Städten habe Potsdam sein Konzept für den Stadtumbau Ost
beim Bundesbauministerium eingereicht – am 5. September werden in Potsdam die
Preisträger gekürt. „Bis dahin bleibt alles unter Verschluss, werden die
Konzepte nicht der Öffentlichkeit vorgestellt“, erläuterte Jakobs. Gefordert
war, der Verödung der Innenstädte Einhalt zu gebieten, und dem Schrumpfen der
Städte sowie dem wachsenden Wohnungsleerstand Rechnung zu tragen. „Deshalb ist
es mit dem Geschosswohnungsbau in Potsdam vorbei“, erklärte die Baubeigeordnete.
Der Anteil der Einfamilienhäuser, Doppelhäuser und Reihenhäuser betrage in
Potsdam ganze sieben Prozent – im Bundesmaßstab liege man bei 25 bis 50 Prozent.
Das zeige, wo der Bedarf heute liege, so von Kuick-Frenz.
www.pnn.de
14.08.2002
Suhl: Mit Abriss im
großem Stil auf Sanierungs-Kurs
Über 3300 Wohnungen stehen bei der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft mbH
Suhl in den nächsten Jahren zur Disposition. Deren Zukunft heißt in aller Regel
Abriss. Noch in diesem Jahr sollen Gebäude in der Ringbergstraße fallen. Im Plan
steht auch die Wohnscheibe in der Würzburger Straße, deren insgesamt 396
Wohnungen bereits leergezogen worden sind. Die technischen Vorbereitungen seien
abgeschlossen. Auch die Gespräche mit den Versorgungsträgern seien gelaufen. Nur
eine Finanzierungssäule des Abriss-Projektes, für das etwa 1,8 Millionen Euro
veranschlagt sind, steht noch nicht. Mittlerweile hält hier Vandalismus Einzug.
Der Abriss des Gebäudes, in dem einst um die 1000 Menschen wohnten, hat
Priorität. Auch die GeWo Suhl kämpft mit Leerstand (etwa 25 Prozent), mit
Liquiditätsengpässen auf einem Markt, der vor noch nicht all zu langer Zeit, ein
sehr begehrter war. Und ein beliebter bei den Banken und bei der Sparkasse. Sie
alle lassen heute auf dem Wohnungsmarkt eher Vorsicht walten. Doch ohne sie wird
es auch künftig nicht gehen, trotz des ehrgeizigen Programms „Stadtumbau Ost“,
trotz der großzügigen Förderung durch Bund und Land. Damit es weiterhin mit
ihnen geht, ist Vertrauen gefragt – Vertrauen in die Geschäftsphilosophie und
die Managementqualität, Vertrauen in das Sanierungskonzept, letztendlich
Vertrauen in die Zukunftsfähigkeit. „Ich kann den Banken, mit denen wir zusammen
arbeiten und auch der Sparkasse nur bescheinigen, dass sie schnell und flexibel
reagieren – ganz entgegen der oft zu hörenden Klage vieler Unternehmer“, sagte
GeWo-Geschäftsführerin Karin Hollandt.
www.freies-wort.de
14.08.2002
Anklam: Stadt überlegt
Rückkauf von leeren Gebäuden
Ende Januar kommenden Jahres will Anklams Bürgermeister ein Konzept
vorlegen, wie die Kreisstadt zum Ende seiner Amtszeit im Jahr 2010 aussehen
soll. "Derzeit erstellen wir eine Analyse darüber, wem alte und leer stehende
Immobilien gehören und ob wir diese zurück kaufen können", sagt der Rathauschef.
Mit einem von ihm benannten acht- bis zehnköpfigen Gremium will er dann Ideen
für eine Um- und Neugestaltung erarbeiten - gegenüber dem ohnehin bereits
laufenden Projekt "Stadtumbau Ost" versteht der Bürgermeister dies als
Ergänzung. Die Ziele sind bei beiden Vorhaben gleich: Das weitere Schrumpfen der
nur noch rund 15 000 Einwohner zählenden Stadt soll gebremst und aufgehalten
werden.
www.nordkurier.de
11.08.2002
Greiz: Mieter empfinden
Abrisspläne als "Schildbürgerstreich"
Als regelrechten Schildbürgerstreich werten Mieter der Greizer
Schmidtstraße 22 und 22a die Ende Juni erfolgte Ankündigung der
Wohnungsgenossenschaft Textil, im Jahre 2005 das Doppelgebäude abzureißen.
Erst im Jahr 2000 wurde hier endsaniert, erhielten die Wohnungen zum Abschluss
bis dato durchgeführter Arbeiten noch Etagenheizungen, was für die Mieter
zugleich mit Dreck, Lärm, Arbeitsaufwand und auch finanziellen Belastungen
verbunden war. Nur zwei Jahre später wird nun von Abriss gesprochen. "Jetzt
sollen wir mit ´Hurra und Jubel´ das alles ohne Widerstand freigeben?Gegen den
Abriss haben neun Mieter Einspruch eingelegt.
Der geschäftsführende Vorstand äußert darüber Unverständnis: Die
Entscheidung sei am 24. Juni von der Mitgliederversammlung als höchstem Gremium
ohne Gegenstimme gefällt worden. Demnach will sich die Genossenschaft bis 2010
von insgesamt fünf Objekten mit 144 Wohneinheiten trennen. Neben der
Schmidtstraße (16 WE) steht fürs gleiche Jahr noch der Zaschberg 14-17 (48 WE)
auf der Liste, dazu der Fontaneplatz 1-7 (40 WE/2006) und - wenn es der
Leerstand dann noch erfordert - der Heinrich-Mann-Ring 30-33 (40 WE/2008). Zu
dieser Wohnraumreduzierung habe man sich entschlossen, um das Unternehmen
langfristig zu sichern. wozu man einfach verpflichtet sei.
www.otz.de
10.08.2002
Torgau: Rückbau von 470
Wohnungen
Jetzt könnte der so genannte Stadtumbau in Torgau in Gang kommen.
Grundlage des Programms ist zunächst die Einsicht, dass dem beträchtlichen
Wohnungsleerstand gerade in ostdeutschen Städten auch mit entsprechendem
Rückbau, ein schöneres Wort für Abriss, von nicht mehr benötigtem Wohnraum
begegnet werden muss. Im gleichen Zuge will man aber auch Stadtteile aufwerten,
indem beispielsweise die Infrastruktur und das Wohnumfeld verbessert,
Grundstücke freigelegt und freigelegte Flächen wieder nutzbar gemacht werden. In
Sachen Rückbau sind unter anderem Abriss und Demontage an Bauwerken, Ver- und
Entsorgungsleitungen sowie die Freimachung von Wohnungen durch das neue Programm
förderfähig.
In Torgau geht man bei entsprechenden Planungen derzeit von einem Zeitrahmen bis
2009 aus. Mitte Juli hat die Stadt Torgau den Antrag auf Aufnahme in das
Programm "Stadtumbau Ost" gestellt. Bis 2009 sollen rund 470 Wohnungen
rückgebaut werden. Im Antrag sind nur solche Objekte enthalten, die bisher
keiner umfassenden Sanierung unterzogen wurden beziehungsweise völlig unsaniert
sind. Sie gehören den Torgauer Großvermietern, wie der Torgauer Wohnstätten GmbH
und der Torgauer Wohnungsbaugenossenschaft, mit denen es seitens der
Stadtverwaltung zuvor eine enge Abstimmung über das Vorhaben gegeben hatte.
Natürlich wird nun nicht etwa die Abrissbirne in Torgau regieren, es handelt
sich vielmehr um einen "sanften" Rückbau, indem beispielsweise die Obergeschosse
von Plattenbauten anderweitig als für reine Wohnzwecke genutzt werden sollen.
Voraussetzung für die geplanten Maßnahmen ist allerdings die auch in dem neuen
Förderprogramm noch nicht geregelte Entlastung der Großvermieter von den
Altschulden. Generell wird in Torgau das Leitbild "Innenentwicklung vor
Außenentwicklung" gelten, das auch dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept zu
Grunde liegt.
www.hier-leben.de
09.08.2002
Chemnitz: Insolvenz eines Großwohnungsunternehmens steht bevor
Die Vertreterversammlung der finanziell angeschlagenen Wohnungsbaugenossenschaft
Chemnitz-Helbersdorf (WCH) (ca. 7000 WE, 27 % Leerstand) hat sich am Mittwoch in
geheimer Wahl für den Gang in die Insolvenz und gegen einen Formwechsel in eine
Aktiengesellschaft (AG) entschieden. Von den 41 Anwesenden hatten zwar 27 gegen
eine Insolvenz gestimmt, aber die notwendige Mehrheit wurde damit nicht
erreicht. Zur Erklärung: Weil fast 500 Genossenschafter letzte Woche der Lösung
einer AG mit Mehrheitsbeteiligung der GGG (kommunale Wohnungsgesellschaft)
widersprachen, mussten am Mittwoch 90 Prozent der Vertreter (und nicht
normalerweise nur 75 Prozent) für die AG stimmen.
„Tragisch“ nannte am Mittwoch Klaus-Dieter Lemke, der Chef der WCH, das
Ergebnis. Hier habe eine Minderheit die „helfende Hand“ der GGG, der Stadt und
der Sächsischen Aufbaubank (SAB) abgewiesen. „Und vor allem gegen 6000
WCH-Mitglieder gestimmt“, so Lemke. Ähnlich sah es GGG-Chef Peter Naujokat:
„Dies schadet der Stadt und den Genossenschaftern, die jetzt wohl ihre Anteile
verlieren werden.“ Diese hätten einen Gesamtumfang von etwa 6,5 Millionen Euro.
Anderer Meinung waren dagegen die etwa 300 Demonstranten der WCH, die vor den
verschlossenen Sitzungstüren gegen eine AG-Lösung protestierten Damit ist der
Stadtumbau in Chemnitz gefährdet.
www.freiepresse.de
siehe dazu auch:
Unternehmensbezogene Stadtplanung
09.08.2002
Potsdam:
8000 kleinere Häuser fehlen
In Potsdam fehlen 8000 Ein- und Zweifamilienhäuser. Diese Bedarfszahl ist nach
Angaben der Baubeigeordneten Elke von Kuick-Frenz Ergebnis der Studie
"Stadtumbau Ost". Vor diesem Hintergrund werde sie die Entwicklungsziele für den
neuen Stadtteil im Bornstedter Feld "dezidiert auf den Prüfstand stellen".
Die 1993 festgelegte starke Ausrichtung auf den Geschosswohnungsbau entspreche
nicht mehr dem Bedarf. Es nütze nichts, dass der Entwicklungsträger Bornstedter
Feld (ETBF) dafür Flächen verkaufe, ohne dass die Erwerber bauten. Nicht alle
Einfamilienhäuser sollten im Entwicklungsgebiet entstehen, Potenziale gebe es
auch in Bornim und im Dorf Bornstedt. Doch müssten dafür ebenso Teilbereiche des
Bornstedter Feldes ausgewiesen und zu reduzierten Preisen verkauft werden.
www.maerkischeallgemeine.de
07.08.2002
In der Bau- und Wohnungspolitik fehlt trotz der Erfolge
ein Gesamtkonzept
Mittlerweile stehen rund eine Million Wohnungen in Ostdeutschland leer,
Praktiker sprechen sogar von einer bedeutend höheren Zahl. Mit den Mitteln des
Stadtumbauprogramms, für das bis 2009 insgesamt 2,56 Milliarden Euro eingeplant
sind, sollen zum einen die Städte und Gemeinden aufgewertet werden. Spielplätze,
Grünflächen und eine bessere Infrastruktur sollen zu ihrer Verschönerung
beitragen. Zum anderen werden Kommunen und Wohnungsunternehmen unterstützt, wenn
sie Gebäude abreißen. Mindestens 350 000 Wohnungen sollen vom Markt
verschwinden. Mit Investitionszulagen ausschließlich für den Altbau will die
Regierung daneben Anreize für den Kauf von Wohnungen in den Innenstädten
schaffen und die Stadtflucht verringern. Noch besser würde das allerdings
gelingen, wenn Bundesbauminister Kurt Bodewig sich endlich an die
Eigenheimzulage herantrauen würde, finden Kritiker. Immerhin sank die Zahl der
Baugenehmigungen in den neuen Ländern im vergangenen Jahr um fast ein Viertel.
Auch in Westdeutschland wird wesentlich weniger gebaut als früher. Zwar wird die
Regierung nicht müde zu behaupten, diese Zahlen deuteten lediglich auf eine
Marktsättigung hin. Damit hat sie nach Auffassung von Wissenschaftlern Recht.
Doch überzeugt sie deshalb nicht, weil ihr auch nach vier Jahren ein
grundlegendes Konzept für eine Wohnungs- und Stadtentwicklungspolitik fehlt, das
gleichermaßen die Leerstände im Osten wie die Wohnungsnot in manchen
westdeutschen Ballungsgebieten berücksichtigt.
www.berlinonline.de
07.08.2002
Schwedt/Oder : Leerstand sehr hoch
Der Leerstand in den Schwedter Plattenbausiedlungen beläuft sich trotz des
Abrisses von mittlerweile fast 2000 Wohnungen derzeit immer noch auf 2800
Wohnungen.
Um das mit erheblichen Mehrkosten für die Wohnungsunternehmen verbundene Problem
grundlegend zu lösen, gehen die Stadtväter davon aus, mindestens noch einmal
2000 Wohnungen abzureißen.
Die Oderstadt hatte vor der Wende über 50 000 Einwohner. Gegenwärtig leben um
die 38 000 Menschen in der Stadt und ihren Ortsteilen.
1999 fielen 484 Wohneinheiten der Abrissbirne zum Opfer.
Im Jahr 2000 wurden 264 Wohnungen abgerissen. Im vergangenen Jahr lag die Zahl
der verschwundenen Wohnungen bei 220. In diesem Jahr erfolgt der bislang größte
Schwung: Über 1000 Wohnungen wird es gegen Jahresende nicht mehr geben.
www.nordkurier.de
06.08.2002
Sangerhausen:. Sechs Millionen Euro für attraktive
Stadt
Kreisstadt verliert durchschnittlich 1 000 Einwohner pro Jahr
Bis zum Jahr 2004 sollen im Rahmen des Sonderprogramms Stadtumbau Ost rund sechs
Millionen Euro in der Kreisstadt Sangerhausen investiert werden. Neben der
Modernisierung von Wohnungen sowie dem Abriss von Plattenbauten sollen die
entstehenden Freiflächen neu gestaltet beziehungsweise teilweise wieder bebaut
werden. Grundlage für die millionenschweren Investitionen bildet das so genannte
Stadtentwicklungskonzept für die Berg- und Rosenstadt. Demnach sollen bis zum
Jahr 2010 rund 3 000 Wohnungen in Sangerhausen der Abrissbirne zum Opfer fallen.
Hintergrund für den radikalen Abbau des Wohnungsbestandes sind vor allem die
rückläufigen Einwohnerzahlen. So hat die Stadt in den letzten Jahren
durchschnittlich 1 000 Menschen pro Jahr verloren.Kurzfristig gesehen sollen die
beiden großen Wohnungsgesellschaften der Stadt bis 2004 rund 950 Wohnungen
abreißen. Davon betroffen sind laut Wächter nahezu alle Stadtteile.
www.mz-web.de
06.08.2002
Leipzig: Zweiter Abriss startet - Heizung
aus Grünau schon in Rumänien
In Grünau geht es nun dem zweiten Hochhaus an den Kragen. Diese Woche will die
LWB in der Ludwigsburger Straße 30 ein Baugerüst für den Abriss stellen lassen.
Der 16-Geschosser wurde innen völlig entkernt. Die 310 Heizkörper schenkte das
Wohnungsunternehmen einem Hilfsverein, der damit in Rumänien ein gutes Geschäft
machte.
Türen, Fußböden und der Aufzug - alles, was nicht aus Beton ist, wurde
rausgeholt und zum Recycling geschafft. Noch diese Woche werde nun außen ein
Baugerüst für den Abriss gestellt."Zuerst kommen die Fenster und
Fassadenelemente ab. In 14 Tagen beginnt die Demontage der großen
Plattenelemente, die separat geschreddert werden müssen.
Bis Februar 2003 solle das zweite Grünauer Hochhaus verschwunden sein. Dann
entstehe dort eine Wiese - genau wie in der Garskestraße 5.
Der nächste 16-Geschosser in der Ludwigsburger Straße 3 ist dann im Oktober an
der Reihe. Insgesamt sind wir mit dem Verlauf der Entmietung in den Objekten,
die zum Abriss anstehen, sehr zufrieden. Als die LWB mit ihren Beratungs- und
Unterstützungsaktionen begann, liefen für die zehn Grünauer Hochhäuser noch 481
Mietverträge, berichtet der Unternehmenssprecher. Davon habe man bislang 323
Fälle einvernehmlich klären können. Viele sind gleich umgezogen. Etwa zwei
Drittel entscheiden sich wieder für eine Wohnung bei der LWB.
Froh über diese Entwicklung ist auch der Hilfsverein "Hoffnung für eine neue
Generation". Die kirchliche Initiative unterstützt 25 Kindergärten in Rumänien.
"Als wir in der Zeitung von den Abrissen lasen, haben wir bei der LWB nach den
alten Heizkörpern gefragt und stießen auf offene Ohren", so der Frohburger
Straßenbaumeister Jens Scheffler. Vor zwei Wochen fuhr ein erster Laster mit 310
sorgsam ausgebauten Heizkörpern aus der Ludwigsburger Straße und etlichen
Hilfsgütern nach Siebenbürgen. "Dort haben wir die Heizungen für zehn Euro das
Stück verkauft. Der Erlös war doppelt so hoch wie die Kosten für den Transport
von 1500 Euro. Der Rest des Geldes ging an die Kindergärten."
www.lvz-online.de
05.08.2002
Stadtumbau hat erste Priorität
Die deutsche Wohnungspolitik muss sich einer Operation an Haupt und Gliedern
unterziehen. Zu diesem Schluss kommt ein aktuelles Positionspapier der
Friedrich-Ebert-Stiftung, das 16 Experten aus Ministerien, Mieter- und
Vermieterverbänden sowie der Forschung erarbeitet haben.
Auswirkungen der Bevölkerungsabnahme und der Binnenwanderung, der Wandel der
Lebensstile und der Arbeitswelt sowie Umbrüche in den Wirtschaftsstrukturen
haben zur Folge, dass sich die regionalen Teilmärkte der Wohnungswirtschaft
vollkommen gegenläufig entwickeln. Münchens Wohnungsknappheit und Leipzigs durch
Leerstände verursachter Angebotsüberfluss markieren dabei die Extreme. Darauf,
dass Leerstände auch in Westdeutschland zu einem Problem werden, hat jüngst erst
der Verband deutscher Wohnungsunternehmen (GdW) hingewiesen.
Daraus leiten die Experten ihre erste Forderung ab: Mehr als bisher üblich
müssen wohnungs- und städtebauliche Maßnahmen an die unterschiedlichen
Erfordernisse der Teilmärkte angepasst werden. Die zweite Forderung klingt noch
erheblich einschneidender: Stadtumbau muss zu einer Priorität politischen
Handels gemacht werden.
www.welt.de
www.hypverband.de
05.08.2002
Berlin sprengt die Platten, Bund zahlt
Der Zündstoff wurde vom Senat schon gelegt: 7000 Plattenbauwohnungen sollen
jetzt wegen Leerstand aus den Hochhaussiedlungen Marzahn, Hellersdorf und
Hohenschönhausen für immer verschwinden. Die Gelder für den Abriss kommen vom
Bund.
Im April sprach Bausenator Peter Strieder von 3000 leeren Wohnungen, die im
Rahmen des Bundesprogrammes "Stadtumbau-Ost" entfernt werden sollten. Dies war
wohl nur die halbe Wahrheit.
"Eine Expertenstudie ergab auf Grund von Bevölkerungsuntersuchungen, dass in den
östlichen Hochhaussiedlungen 7000 Wohnungen bis 2010 leer stehen und damit nicht
mehr notwendig werden", sagt Monika Schümer-Strucksberg, Leiterin des Referats
"Soziale Stadt" bei Strieder. An diese Zahl wolle man sich nun halten.
Seit Wochen laufen schon Gespräche zwischen Experten, Wohnungsbaugesellschaften
und den Bezirken (die sich gegen die Pläne wehren). "Wir zwingen niemanden zum
Abriss", sagt die Referatsleiterin. "Die Hauseigentümer müssen abwägen, was
wirtschaftlich mehr bringt."
Wie diese Entscheidung ausfallen könnte, liegt auf der Hand: Allein in
Marzahn-Hellersdorf stehen über 11 Prozent Wohnungen leer. Das kostet den
Wohnungsbaugesellschaften Millionen. Die Bauverwaltung lockt mit 13,5 Millionen
Euro vom Bund bis 2007. Damit soll der Abriss bezahlt werden
www.berlinonline.de
03.08.2002
Saalfeld: Weitere Wohnungen werden vom Markt
genommen
Die Wobag und die Wohnungsgenossenschaft Kircherstraße (WG) bereiten
weitere Abrisse von Wohnungen im Stadtteil Gorndorf vor.
Die Wobag nimmt erstmals Wohnungen vom Markt. Abgerissen wird das Gebäude in der
Lendenstreichstraße 130/132. Das Haus war zu seiner Entstehung zunächst als
Baustellen-einrichtung entstanden, später wurden hier acht Wohnungen gebaut. Sie
sind bereits leer gezogen.Noch nicht leer ist der Block Lendenstreichstraße 84
bis 90. Hier sind 40 Wohnungen zum Abriss vorgesehen. "Die Mieter hier wissen
bereits seit Ende vergangenen Jahres davon", so Cordula Wiegand, Technische
Leiterin der Wobag. "Wir lassen das Vorhaben ganz ruhig angehen, haben mit jeder
Familie einzeln und ausführlich gesprochen, Vorstellungen angehört und
Wohnungsangebote für Gorndorf und auch die Stadt gemacht. Dabei wurden alle
Wünsche inklusive Stellplätze durchgesprochen. Demnächst werden die ersten
Umzüge beginnen.
Die nicht sanierten Wohnungen müssen aus betriebswirtschaftlichen Gründen vom
Markt genommen werden, sie belasten die Kostensituation der Wobag. Auch für die
Mieter ist es unangenehm, häufen sich die Leerstände. "Das Vorhaben erfolgt in
Absprache mit der Stadtplanung und in Realisierung des Stadtentwicklungsplanes,
der u. a. von einer weiter zurückgehenden Einwohnerzahl in Saalfeld ausgeht.
www.otz.de
02.08.2002
Stadtumbau Ost gerät ins Stocken
Der Stadtumbau Ost mit dem Abriss vieler tausender Wohnungen und der
Verbesserung des Wohnumfeldes gerät ins Stocken. Der Grund: Die Fördermittel des
Bundes nach der AHGV sind total überbucht. Deshalb halten sich auch die Länder, die die Mittel kofinanzieren müssen, derzeit deutlich zurück.
Nach Angaben des Geschäftsführers des Verbandes der Thüringer
Wohnungswirtschaft, Norbert Nareyke, reichen die von der Bundesregierung zur
Verfügung gestellten Mittel längst nicht aus. Sieben Thüringer Unternehmen
hätten bisher ihre Förderanträge bestätigt bekommen, 40 Antragsteller warteten
noch auf Bescheide, nach den Schätzungen des Verbandes sind allein im Freistaat
etwa 90 Unternehmen förderfähig. "Ohne einen solchen Bescheid darf aber keine
Wohnung abgerissen werden", macht Nareyke die Dramatik der gegenwärtigen
Situation klar.
www.tlz.de