Pressemitteilung des Ostdeutschen Bankenverbandes vom
24.05.2002
Stadtumbau Ost – Gesamtkonzeption der regionalen
Standortplanung unverzichtbar
Finanzierungskonzepte von Abriss- und Sanierungsmaßnahmen
werden aber wie jede andere Projektfinanzierung kritisch anhand ihrer konkreten
Erfolgsaussichten zu prüfen sein. Eine Abrissplanung muss deshalb aufzeigen, in
welchem Umfang eine nachhaltige Kostensenkung und im Ergebnis eine
Ertragsstabilisierung des Unternehmens möglich ist. Bei Sanierungen ist zu
prüfen, wie der Investitionsaufwand durch späteren Verkauf oder Mieterhöhungen
gedeckt werden kann. Für die nächsten Jahre sind hier bei realistischer Analyse
der zu erwartenden Wohnungsnachfrage regional sehr unterschiedliche
Kosten/Nutzen-Relationen absehbar. Für die Banken ist deshalb auch entscheidend,
inwieweit die Einzelprojekte in eine schlüssige gesamte Standortplanung und
damit in ein Gesamtumfeld mit realistischen Entwicklungspotenzialen integriert
sind.
Im Sinne einer derartigen Gesamtplanung ist am Programm Stadtumbau Ost positiv,
dass die Bewilligung von Fördermitteln schlüssige Stadtentwicklungskonzepte
voraussetzt. Dies erfordert vor Ort einen breiten Grundkonsens. Die Beteiligten
müssen intensiver als bisher über Standorte und Gestaltung von Wohn-, Gewerbe-
und Freizeitgebieten unter Einbeziehung von Abriss- und Sanierungsmaßnahmen
nachdenken. Für daraus entstehende Einzelprojekte wird freilich noch viel
Überzeugungsarbeit notwendig sein, um einen umfassenden Ausgleich der
unterschiedlichsten Einzelinteressen von Kommunalpolitik, Wohnungsunternehmen,
privaten Eigentümern, Mietern, Versorgungsunternehmen und nicht zuletzt den
Banken als Kreditgebern der Wohnungsunternehmen herbeiführen zu können.